{"id":5137,"date":"2019-03-23T12:21:19","date_gmt":"2019-03-23T10:21:19","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5137"},"modified":"2019-03-23T12:21:19","modified_gmt":"2019-03-23T10:21:19","slug":"hausarbeit-und-frauenstreik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5137","title":{"rendered":"Hausarbeit und Frauenstreik"},"content":{"rendered":"<p><em>Stefan Katzer. <\/em>Wenn feministische Organisationen am 8. M\u00e4rz, dem internationalen Frauenkampftag, auch in Deutschland zum \u201eFrauenstreik\u201c aufrufen, folgen sie damit dem Vorbild von Millionen Frauen weltweit. Diese legten<!--more--> bereits letztes Jahr unter anderem in Argentinien, Brasilien, Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Indien, Iran, Italien, Kolumbien, auf den Philippineninseln, in der Republik (S\u00fcd-)Korea, im mehrheitlich kurdisch bev\u00f6lkerten nordsyrischen Kanton Afrin sowie in der T\u00fcrkei und in Uruguay die Arbeit nieder und gingen aus Protest gegen ihre gesellschaftliche Unterdr\u00fcckung auf die Stra\u00dfe. Sie forderten dabei unter anderem ein Ende der Gewalt gegen Frauen, das Recht auf k\u00f6rperliche und sexuelle Selbstbestimmung, die Abschaffung prek\u00e4rer Arbeitsverh\u00e4ltnisse sowie eine faire Aufteilung der Haus- und Betreuungsarbeit. Die aufrufenden Gruppen konnten dabei zum Teil enorme Mobilisierungserfolge erzielen wie etwa in Spanien, wo zeitweise ca. sechs Millionen Frauen und M\u00e4nner f\u00fcr einige Stunden in den Ausstand gingen.<\/p>\n<p>Der \u201eFrauenstreik\u201c, der als politische Kampfform in den letzten Jahren vermehrt wiederentdeckt wurde, ist jedoch bedeutend \u00e4lter. Er kann als eine Erfindung der zweiten Welle der Frauenbewegung betrachtet werden, die Ende der 1960er Jahre vor allem in den USA und (West-)Europa entstand. Der \u201eautonome Frauenkampf\u201c, den Teile dieser Bewegung propagierten und theoretisch zu legitimieren versuchten, kann dabei auch als politische Reaktion auf die Ignoranz der reformistisch gef\u00fchrten Organisationen der ArbeiterInnenbewegung, aber auch der meisten Gruppen aus der \u201eradikalen Linken\u201c f\u00fcr die Probleme der (Haus-)Frauen verstanden werden. Der Einfluss kleinb\u00fcrgerlicher Ideologien auf den neu aufkommenden Feminismus soll nicht geleugnet werden. Die Trennung von Frauen- und Klassenkampf ist jedoch ebenso Folge der Unf\u00e4higkeit der Organisationen der ArbeiterInnenklasse, eine politische Kampfperspektive zu vermitteln, welche den Kampf gegen patriarchalische Unterdr\u00fcckung und kapitalistische Ausbeutung als gemeinsamen versteht. Wenn wir uns im Folgenden mit diesen Theorien auseinandersetzen, so in der Absicht, dessen Notwendigkeit und seine politischen Perspektiven aufzuzeigen. Inwiefern hierf\u00fcr der Bezug auf das Proletariat nach wie vor zentral ist, soll auch in Auseinandersetzung mit der \u201eWert-Abspaltungskritik\u201c von Roswitha Scholz gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p><strong>(Haus-)Frauenstreik<\/strong><\/p>\n<p>Theoretisch begr\u00fcndet wurde die Idee des Frauenstreiks von Mariarosa Dalla Costa und Selma James, die mit ihrer Schrift \u201eDie Macht der Frauen und der Umsturz der Gesellschaft\u201c die Debatte um das Thema Hausarbeit in den 1970er Jahren entscheidend pr\u00e4gten. Dalla Costa und James, die sich anschickten, die marxsche Theorie von ihren \u201eblinden Flecken\u201c zu befreien und durch die Einbeziehung der Reproduktionsarbeit in die Analyse der kapitalistischen Produktionsweise die Ausbeutung der Frau in der Familie sichtbar zu machen, diskutierten in diesem Zusammenhang auch die Frage des \u201eFrauenkampfes\u201c. Dabei sahen sie in der kollektiven Verweigerung der Hausarbeit eine geeignete politische Kampfform, um die Isolation der Frauen im Haushalt zu durchbrechen und ihren Kampf um die Befreiung von patriarchalischer Unterdr\u00fcckung mit dem gegen die kapitalistischen Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse zu verbinden. Sie betrachteten den Frauenkampf somit als ein geeignetes Mittel im Kampf der (Haus-)Frauen gegen die Ausbeutung in der Familie, konzipierten ihn aber von Anfang an zugleich als \u201eTeil des Kampfes, den die Arbeiterklasse gegen die kapitalistische Arbeit f\u00fchrt\u201c (Dalla Costa\/James, S. 42).<\/p>\n<p>Ihr Vorwurf lautete, Marx sei f\u00fcr wesentliche Formen der Unterdr\u00fcckung und \u00f6konomischen Ausbeutung blind gewesen. F\u00fcr sie war die in der Familie geleistete Hausarbeit eine Form produktiver Arbeit wie die in der Industrieproduktion, die Mehrwert f\u00fcr den\/die Kapitalistin schafft. Zugleich bildete diese Tatsache nach ihrer Ansicht die ausschlaggebende materielle Grundlage f\u00fcr die M\u00f6glichkeit eines \u201eautonomen Frauenkampfes:\u201c \u201eDiese M\u00f6glichkeit des Kampfes auf gesellschaftlicher Ebene entsteht eben aus dem gesellschaftlich produktiven Charakter der T\u00e4tigkeit der Frau im Haus.\u201c<em>\u00a0<\/em>(S. 43) Oberfl\u00e4chlich betrachtet erscheine die Hausarbeit zwar als eine pers\u00f6nliche Dienstleistung f\u00fcr den Ehemann, tats\u00e4chlich aber gehe sie direkt in die Mehrwertproduktion des Kapitals ein, indem n\u00e4mlich die Hausarbeit die Ware Arbeitskraft des m\u00e4nnlichen Arbeiters hinter dem R\u00fccken der industriellen Produktion, also in verschleierter Form, ohne Lohn reproduziere. Dadurch sorge sie f\u00fcr die Vergr\u00f6\u00dferung der Mehrwertproduktion, sei also produktive, Mehrwert erzeugende Arbeit. Da die kapitalistische Produktionsweise ohne die Reproduktion der Ware Arbeitskraft nicht funktionieren k\u00f6nne, sei zudem die Familie als die haupts\u00e4chliche St\u00fctze der kapitalistischen Organisation der Arbeit zu betrachten (S. 42). Ebenso sei die Konsumtion, die in der Familie stattfinde, produktive Konsumtion und auch dadurch die Hausarbeit Moment der kapitalistischen Mehrwertproduktion. Halten wir zun\u00e4chst fest, dass \u201eproduktive\u201c Hausarbeit im o.\u00a0a. Sinne nur in der LohnarbeiterInnenfamilie geleistet werden und somit nicht die Arbeit aller Hausfrauen umfassen kann.<\/p>\n<p>Zwei wesentliche Konzepte bilden somit die Grundlage f\u00fcr diese Theorie im Fall der proletarischen Hausfrauen: ihre Produktion von Arbeitern\/Arbeitskraft (d.\u00a0h. Kindererziehung, Dienstleistung am Ehemann\/Arbeiter) und ihre Rolle bei der \u201eKonsumtion als Teil der Produktion\u201c, also Einkaufen, Kochen, Putzen, Pflegen usw. Die Behauptung, diese beiden Aspekte der Hausarbeit br\u00e4chten Mehrwert hervor, ignoriert allerdings zwei wesentliche Unterschiede, n\u00e4mlich 1) den zwischen industrieller und privater Konsumtion (d.\u00a0h. Verbrauch von Lebensmitteln in der Familie) und 2) den Unterschied zwischen produktiver Arbeit unter dem Kapitalismus, d.\u00a0h. Lohnarbeit f\u00fcr eine\/n KapitalistIn zur Erzeugung von Mehrwert, und einfacher Arbeit, die \u201enur\u201d einen Gebrauchswert erzeugt.<\/p>\n<p>Zum Unterschied zwischen industrieller und privater Konsumtion schreibt Marx:<\/p>\n<p>\u201eDie Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von h\u00f6herem Wert als dem des vorgescho\u00dfnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das f\u00fcr den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und geh\u00f6rt dem Kapitalisten; in der zweiten geh\u00f6rt er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen\u00a0<em>au\u00dferhalb des Produktionsprozesses.\u201c\u00a0<\/em>(Marx: Das Kapital<em>,<\/em>\u00a0Bd. 1, 21. Kapitel, S. 596f.;\u00a0<em>Hervorhebung<\/em>\u00a0durch d. Red.)<\/p>\n<p>Zwar wird auch der private Verbrauch von den KapitalistInnen ber\u00fccksichtigt, da er zur Aufrechterhaltung und Reproduktion der Arbeitskraft notwendig ist, somit ein notwendiges Moment des Produktionsprozesses darstellt. Aber da der\/die ArbeiterIn au\u00dferhalb des Produktionsprozesses nicht dem\/r KapitalistIn, sondern sich selbst geh\u00f6rt, kann er\/sie dies getrost dem Selbsterhaltungs- und Fortpflanzungstrieb der ArbeiterIn \u00fcberlassen. Die Tatsache, dass es notwendig ist zu essen, zu leben und sich fortzupflanzen, macht die (ArbeiterInnen-)Familien somit nicht zu einem \u201eZentrum gesellschaftlicher Produktion\u201d. Diese Dinge finden vielmehr ungeachtet der gesellschaftlichen Produktionsform statt. Individuelle Konsumtion zu Hause ist keine kapitalistische Produktion, da dem\/r KapitalistIn die Familie nicht geh\u00f6rt. Der\/die ArbeiterIn geh\u00f6rt vielmehr weiterhin sich selbst und verkauft dem\/r KapitalistIn lediglich stundenweise seine\/ihre Arbeitskraft. Die Ware Arbeitskraft wird also in der ArbeiterInnenfamilie nicht als Ware produziert, sondern als solche im kapitalistischen Produktionsprozess verkauft. Somit ist auch der \u201eProduktionsprozess\u201c der Ware Arbeitskraft im Haushalt selbst nicht kapitalistisch. Er steht vielmehr au\u00dferhalb des Lohnarbeit-Kapital-Verh\u00e4ltnisses, welches die systematische Grundlage der Klassen- und Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse darstellt. Auch geht die (notwendige Reproduktions-)Arbeit nur dann als wertbildende Arbeit in diese besondere Ware ein, wenn diese in Form von bezahlten Dienstleistungen erbracht wird. Die Arbeitskraft wird durch Verbrauch materieller Dinge (Essen, Kleidung) und Dienstleistungen (medizinische Versorgung, Ausbildung) geschaffen. Der Gesamtwert dieser Mittel zum Lebensunterhalt ist der Wert der Arbeitskraft. Die zur Aufbereitung dieser Verbrauchsg\u00fcter von den Hausfrauen geleistete Hausarbeit wird bei dieser Summe nicht ber\u00fccksichtigt. Hausarbeit f\u00fcgt der Ware Arbeitskraft somit auch keinen Wert hinzu, sie schafft \u201elediglich\u201c Gebrauchswert f\u00fcr die individuelle Konsumtion. Ihr Gebrauchswert f\u00fcr den\/die KapitalistIn besteht dagegen erst in ihrem industriellen Konsumtionsprozess, der Erzeugung von Mehrwert.<\/p>\n<p>Das bedeutet umgekehrt aber nicht, dass Frauen zu Hause nicht arbeiten oder ihre Arbeit \u2013 im normativen Sinne \u2013 \u201enichts wert\u201c sei. Es bedeutet lediglich, dass diese h\u00e4usliche Schufterei keine kapitalistische Produktion ist und sie genau aus diesem Grund bei der Analyse kapitalistischer Produktionsverh\u00e4ltnisse von Marx nicht ber\u00fccksichtigt wird. Dass Marx die im Haushalt geleistete Arbeit nicht als \u201eproduktive Arbeit\u201c fasste, hat also nichts mit seiner Blindheit gegen\u00fcber sexistischen Unterdr\u00fcckungs- und Ausbeutungsverh\u00e4ltnissen zu tun. Es liegt vielmehr daran, dass diese Arbeit unter kapitalistischen Produktionsbedingungen vom Produktionsprozess wirklich ausgeklammert ist und \u201eprivat\u201c stattfindet \u2013 obwohl sie als notwendige Arbeit f\u00fcr die Reproduktion der Gesellschaft zugleich unerl\u00e4sslich ist. Wenn Dalla Costa und James also behaupten, dass Frauen Menschen \u201eproduzierten\u201c, dann ist das im biologischen Sinne sicherlich richtig, bedeutet aber nicht, dass man deshalb schon von produktiver Arbeit \u2013 f\u00fcr eine\/n KapitalistIn \u2013 sprechen kann. Genau dies war der theoretische Fehlschluss, der letztlich auch zu falschen politischen Forderungen f\u00fchrte.<\/p>\n<p><strong>\u201eLohn f\u00fcr Hausarbeit!\u201c \u2013 eine Forderung, viele Probleme<\/strong><\/p>\n<p>Eine, die mit der Kampfform des (Haus-)Frauenstreiks erk\u00e4mpft werden sollte, lautete: \u201eLohn f\u00fcr Hausarbeit\u201c. Sie begegnet uns heute zum Teil in der etwas schwammigeren Forderung nach einer \u201eWertsch\u00e4tzung der Hausarbeit\u201c wieder und wird auch vom B\u00fcndnis \u201eFrauen*streik\u201c vertreten. Im \u201eAufruf zum Streik\u201c erkl\u00e4rt es dazu u.\u00a0a. Folgendes: \u201eWir wollen streiken, \u2026 weil wir in einer Welt leben wollen, in der jede Arbeit wertgesch\u00e4tzt wird. \u2026 weil wir uns nicht l\u00e4nger ausbeuten lassen, weder zu Hause, noch auf der Lohnarbeit. \u2026 weil unsere Zeit uns geh\u00f6rt und wir selbst bestimmen wollen, wann und wie wir arbeiten. [\u2026].\u201c (Aufruf Frauenstreik 2019) Die Forderung nach \u201eLohn f\u00fcr Hausarbeit\u201c ist nicht alleine deshalb problematisch, weil sie auf einer falschen Analyse beruht (eine solche kann sinnvoll und unterst\u00fctzenwert sein), sondern vielmehr, weil sie auch politisch-strategisch einige Probleme aufwirft. Dalla Costa und James haben eines selbst diskutiert. Sie erkannten, dass die Forderung Gefahr l\u00e4uft, \u201eso ausgelegt zu werden, als ob wir die Situation der Hausfrau institutionalisierten und damit verfestigten wollten\u201c (Dalla Costa\/James, S. 42), w\u00e4hrend ihr eigentliches Ziel darin bestehe, \u201edie gesamte Hausfrauenrolle zu zerst\u00f6ren\u201c (S. 43). Wenn es auch keinen Grund daf\u00fcr gibt, die Aufrichtigkeit der Autorinnen bez\u00fcglich ihrer revolution\u00e4ren Intention zu bezweifeln, ist es doch so, dass die soziale Logik einer Forderung und deren materielle Auswirkungen nicht automatisch dem entsprechen, was sich der\/die Fordernde dabei subjektiv \u201eeigentlich\u201c denkt oder w\u00fcnscht. Denn diese Forderung zielt gerade nicht auf die \u00dcberwindung der Trennung von produktiver und reproduktiver\/Gebrauchswert bildender Arbeit ab. Sie schreibt sie und die ihr zugrunde liegende sexistische Arbeitsteilung vielmehr fest. Dar\u00fcber hinaus zeugt sie von einem falschen Verst\u00e4ndnis des (b\u00fcrgerlichen) Staates. Dieser ist Staat des Kapitals und steht nur scheinbar \u00fcber den Klassengegens\u00e4tzen. Er sichert zugleich die Voraussetzungen der kapitalistischen Ausbeutung und sch\u00fctzt diese auch mithilfe seines Gewaltmonopols, dient somit in erster Linie der herrschenden Klasse als Mittel zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft. Ein revolution\u00e4res Programm, das die Aufhebung aller Formen der Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung zum Ziel hat, muss dementsprechend auf die Zerschlagung des b\u00fcrgerlichen und auf die Errichtung eines proletarischen Halbstaates abzielen, um die notwendigen gesellschaftlichen Umw\u00e4lzungen vollziehen und absichern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Neuaufteilung der Hausarbeit, d.\u00a0h. die Aufhebung der sexistischen Arbeitsteilung, erfordert deshalb eine umfassende revolution\u00e4re Strategie und ein ihr entsprechendes Programm, welches unter anderem die Forderung nach einem Programm gesellschaftlich n\u00fctzlicher Arbeiten enth\u00e4lt und die gesamte ArbeiterInnenklasse als Subjekt der revolution\u00e4ren Umw\u00e4lzung benennt. Denn nur diese ist objektiv dazu in der Lage, eine bewusste Vergesellschaftung des Arbeits- und individuellen Reproduktionsprozesses und der darauf aufbauenden Verkehrsformen vorzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Entlohnung? Vergesellschaftung!<\/strong><\/p>\n<p>Die Forderung nach einem\/r \u201eLohn\/Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr Hausarbeit\u201c sollte deshalb ersetzt werden durch die nach deren Vergesellschaftung. Diese muss entsprechend ihrer Bedeutung und ihrem Zusammenhang mit anderen Bereichen der Produktion in ein umfassendes Programm gesellschaftlich n\u00fctzlicher Arbeiten integriert werden. So kann die Frage nach der demokratischen Planung der gesamten gesellschaftlichen (Re-)Produktion und der Verteilung der hierf\u00fcr notwendigen Gesamtarbeit auf alle arbeitsf\u00e4higen H\u00e4nde und K\u00f6pfe gel\u00f6st werden. Es geht dabei um die bewusste Organisation des gesellschaftlichen Zusammenhangs von Produktion und den darauf aufbauenden gesellschaftlichen Verkehrsformen durch die in R\u00e4ten organisierten ProduzentInnen selbst. Die Verbindung mit den K\u00e4mpfen der ArbeiterInnenklasse und die Integration einzelner Forderungen in ein revolution\u00e4res \u00dcbergangsprogramm sind\u00a0 auch deshalb notwendig, weil die Hausfrauen in keinem direkten Verh\u00e4ltnis zum Kapital stehen und dementsprechend auch kein direktes \u00f6konomisches Druckmittel haben, das sie nutzen k\u00f6nnten, um ihre Forderungen durchzusetzen. So waren auch bisher jene \u201e(Haus-)Frauenstreiks\u201c am erfolgreichsten, welche die Lohnabh\u00e4ngigen integrierten und dazu brachten, ihre Arbeit ebenfalls niederzulegen. Dass dies auch vom B\u00fcndnis \u201eFrauen*streik\u201c angestrebt wird, ist deshalb zu begr\u00fc\u00dfen. Allerdings ist die Kl\u00e4rung der hierf\u00fcr notwendigen Strategie und der jeweils konkret anzuwendenden Taktiken etwa gegen\u00fcber den reformistischen gef\u00fchrten ArbeiterInnenorganisationen damit noch nicht sehr weit gediehen. (Siehe Artikel zum Frauenstreik 2019 in dieser Ausgabe!)<\/p>\n<p><strong>Roswitha Scholz und die Theorie der Wert-Abspaltung<\/strong><\/p>\n<p>War es noch das erkl\u00e4rte Ziel der \u201esozialistischen FeministInnen\u201c, die K\u00e4mpfe der Frauen mit dem Klassenkampf des Proletariats zu verbinden, haben Teile der sich auf Marx beziehenden feministischen TheoretikerInnen danach eine explizite Abkehr vom Proletariat vollzogen. Eine davon, deren Einfluss auf Teile der (post-)autonomen Linken nicht zu untersch\u00e4tzen ist, ist Roswitha Scholz. Scholz rechnet zum Kreis der WertkritikerInnen um die \u201eEXIT!\u201c-Gruppe (\u201eEXIT\u201c ist der Name ihrer Theoriezeitschrift), deren bekanntester Vertreter der verstorbene Robert Kurz war. Ihre Theorie der Wert-Abspaltung zielt laut eignem Bekunden auf die Analyse des Zusammenhangs von \u201eRasse\u201c, Klasse, Geschlecht und postmoderner Individualisierung, ihre haupts\u00e4chliche Kritik auf den von ihr so genannten \u201eArbeiterbewegungsmarxismus\u201c. Sie versteht ihre Theorie als Weiterentwicklung der \u201efundamentalen Wertkritik\u201c, deren blinde Flecken in Bezug auf Fragen sexistischer und rassistischer Diskriminierung sie mit ihrer Theorie der \u201eWert-Abspaltung\u201c zu \u00fcberwinden trachtet. Ihr geht es dabei aber nicht darum, mittels revolution\u00e4rer Theorie und Praxis das Proletariat von kapitalistischer Klassenherrschaft zu befreien. Scholz\u2019 Anstrengungen zielen vielmehr darauf, die marxistische Theorie vom Proletariat zu \u201ebefreien\u201c. Hierf\u00fcr bedarf es grundlegender theoretischer Revisionen \u2013 welche sie auch tats\u00e4chlich vornimmt.<\/p>\n<p>Die grundlegende unter ihnen in Bezug auf die Kritik der politischen \u00d6konomie besteht in der Bek\u00e4mpfung der so genannten \u201eOntologie der Arbeit\u201c. Arbeit ist etwa f\u00fcr den \u201eVater\u201c der Wertkritik, Moishe Postone, lediglich eine f\u00fcr den Kapitalismus g\u00fcltige Kategorie:<\/p>\n<p>\u201eDen Kern aller Varianten des traditionellen Marxismus bildet der transhistorisch gefasste Arbeitsbegriff. Die Marxsche Kategorie Arbeit wird dabei als zielgerichtete gesellschaftliche T\u00e4tigkeit verstanden, die zwischen Mensch und Natur vermittelt und dabei spezifische G\u00fcter produziert, um bestimmte menschliche Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Arbeit, so verstanden, ist der ,Urgrund\u2018 allen gesellschaftlichen Lebens. Sie konstituiert die soziale Welt und ist Quelle allen gesellschaftlichen Reichtums. Doch diese Auffassung schreibt der Arbeit als transhistorisch zu, was Marx als historisch spezifische Eigenschaft der Arbeit im Kapitalismus verstanden hat\u201c. (Postone, S. 28)<\/p>\n<p>Lassen wir beiseite, dass Marx 1875 in der Kritik am Gothaer Programm der deutschen Sozialdemokratie ebenso sehr die Natur als Quelle allen menschlichen Reichtums betrachtete wie die Arbeit. Ungeachtet der Tatsache, dass einige der von Postone aufgef\u00fchrten Bestimmungen des angeblich vom traditionellen Marxismus verwendeten Arbeitsbegriffs tats\u00e4chlich unzutreffend sind, ist die Sto\u00dfrichtung seiner Kritik doch eindeutig: Arbeit ist f\u00fcr ihn eine auf die kapitalistische Produktionsweise beschr\u00e4nkte Kategorie.<\/p>\n<p>Scholz\u2019 Aussagen in dieser Richtung sind ambivalenter. Mit dem Allgemeinplatz, dass \u201eGesellschaft ein historischer und dynamischer Prozess ist\u201c (Scholz 2005, S. 13), der sich \u201edefinitorischen (und ontologisierenden) Zugriffen\u201c (ebd.) verweigere, scheint sie sich der Sichtweise Postones, auf den sie sich auch ansonsten positiv bezieht, anzuschlie\u00dfen. Ihr scheint aber auch klar zu sein, dass die Menschen doch immer irgendwie irgendetwas tun m\u00fcssen, um nicht zu verhungern. So spricht sie in ein und demselben Satz davon, dass es sich bei der Arbeit \u201ein anderer Hinsicht\u201c nicht um eine \u201e\u00fcberhistorische Angelegenheit\u201c handle, sie aber dennoch, \u201ewenngleich vielleicht auch in unterschiedlicher Weise, alle Gesellschaftsformationen durchzieht\u201c (S. 21). In welcher Hinsicht Arbeit keine \u201e\u00fcberhistorische\u201c Kategorie darstellt und ob sich dies lediglich auf die Form der Arbeit bezieht, wird nicht klar. Eindeutiger hingegen ist ihr \u201enegativer\u201c Bezug auf den Wertbegriff, den sie nur f\u00fcr den Kapitalismus gelten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Um dies zu begr\u00fcnden, muss Scholz die Aufmerksamkeit vom Begriff des Kapitals, das bei Marx letztlich als ein gesellschaftliches Verh\u00e4ltnis gedacht war und im Zentrum seiner Kritik der politischen \u00d6konomie stand, auf den Wertbegriff umlenken und sich diesen dabei zugleich zurechtbiegen. Dieser erscheint nicht mehr als reflexives Verh\u00e4ltnis der einzelnen Arbeit zur Gesamtarbeit, sondern gewisserma\u00dfen als \u201eSubstanz\u201c der \u201eabstrakten Herrschaft\u201c im Kapitalismus und damit als das eigentliche \u00dcbel dieser Produktionsweise. Dies alles \u201eleistet\u201c die Wertkritik, indem sie sowohl vom grundlegenden Doppelcharakter der Arbeit sowie von deren Naturbedingtheit abstrahiert und diese letztlich auf die Verausgabung von abstrakter Arbeit reduziert. Diese Verk\u00fcrzungen ergeben sich aus dem Unverst\u00e4ndnis der Bedeutung der abstrakten Arbeit im Allgemeinen und ihrer Funktion im Kapitalismus im Besonderen. Damit schaffen sich die WertkritikerInnen jene Theorie, die ihre kleinb\u00fcrgerliche politische Praxis und ihre Abkehr vom Proletariat rechtfertigt.<\/p>\n<p><strong>Doppelcharakter der Arbeit<\/strong><\/p>\n<p>Marx hat ihn als den \u201eSpringpunkt\u201c seiner Analyse der Ware im Kapitalismus bezeichnet: den Doppelcharakter der Arbeit. Die abstrakte Arbeit ist neben der konkreten Arbeit nach Marx ein Moment des Doppelcharakters aller Arbeit, unabh\u00e4ngig von ihrer konkreten gesellschaftlichen Form. Der Begriff \u201eabstrakte Arbeit\u201c bezieht sich dabei auf die Gesellschaftlichkeit der Arbeit, d.\u00a0h. auf die gemeinsame, gesellschaftlich gleiche Verausgabung von menschlicher Arbeitskraft und die dadurch erzeugte Beziehung aller Arbeitsprodukte untereinander und zur gesellschaftlichen Gesamtarbeit. Abstrakte Arbeit spielt qua dem \u201eGesetz der \u00d6konomie der Zeit\u201c in allen Gesellschaftsformationen eine wichtige Rolle, und zwar bei der proportionalen Verteilung der Gesamtarbeit auf einzelne Zweige. Insofern von jeder konkreten Eigenschaft der besonderen Arbeitsprodukte und der sie produzierenden Einzelarbeiten real abstrahiert wird, gelten sie als gleiche menschliche Arbeit. Die abstrakte Arbeit ist somit eine allgemeine Eigenschaft aller konkret-n\u00fctzlichen Arbeiten und\u00a0<em>in allen Gemeinwesen<\/em>\u00a0werden diese zugleich als abstrakt-menschliche Arbeiten aufeinander bezogen. Abstrakte Arbeit, als Verausgabung menschlichen Arbeitsverm\u00f6gens im Verh\u00e4ltnis zur gesellschaftlichen Gesamtarbeitskraft, existiert dem Prinzip nach also unter allen Gesellschaftsformationen.<\/p>\n<p>\u201eNicht ,abstrakte Arbeit\u2018 an sich ist also ein gesellschaftliches ,Konstrukt\u2018, das nur dem Kapitalismus eigen ist, \u2026 sondern die spezifisch kapitalistische, gesellschaftliche Konstruktion ist es, dass Arbeit, reduziert auf abstrakte Arbeit, schon als solche zu gesellschaftlicher Arbeit wird. [\u2026] Die spezifisch-historische gesellschaftliche Kategorie, die abstrakte Arbeit in der Wertform zur Erscheinung bringt, besteht [\u2026] in der Aufl\u00f6sung der naturw\u00fcchsigen gesellschaftlichen Zusammenh\u00e4nge von Arbeit und Bed\u00fcrfnisbefriedigung, in der unmittelbaren Gesellschaftlichkeit von ,blo\u00df verausgabter Arbeit\u2018, deren gegenst\u00e4ndliches Resultat sich im Nachhinein seinen Bedarf zu suchen hat. Hinter dem R\u00fccken der Akteure entsteht dabei eine ,zweite Natur\u2018: eine scheinbar ,naturw\u00fcchsige Beziehung\u2018 zwischen Arbeit und vergegenst\u00e4ndlichten Wertformen, die zum eigentlichen Zweck und gesellschaftlichen Akteur des \u00f6konomischen Prozesses zu werden scheinen. Diese zweite Naturw\u00fcchsigkeit macht die Gewalt der Fetischcharaktere der verschiedenen Wertformgestalten aus.\u201c (Lehner 2008, S. 133)<\/p>\n<p>Moishe Postone geht hingegen davon aus, dass die abstrakte Arbeit spezifisch kapitalistisch sei und in anderen Gesellschaftsformationen keine Rolle spiele (vgl. Postone 2003, S. 233). Zudem sei die \u201eObjektivierung\u201c der abstrakten Arbeit in einer den Individuen gegen\u00fcber verselbstst\u00e4ndigten Sph\u00e4re die spezifisch kapitalistische Form \u201eabstrakter Herrschaft\u201c und diese vom Proletariat und durch dessen Verausgabung abstrakter Arbeit letztlich selbst erzeugt und aufrechterhalten. Die der Entfremdung und Subsumtion (Unterordnung) der lebendigen unter die tote (vergangene, im Kapitalvorschuss enthaltene) Arbeit zugrundeliegende Klassenherrschaft der \u2013 \u00e4u\u00dferst lebendigen \u2013 Bourgeoisie wird von den WertkritikerInnen hingegen ausgeklammert. Die Kontrolle der besitzenden Klassen \u00fcber die von ihnen bewegte Arbeit erscheint aber an der Oberfl\u00e4che der Gesellschaft lediglich als die Herrschaft von \u201eobjektiven\u201c, \u201enaturhaften\u201c Gewalten der \u201eMarkt- und Kapitalbewegungen\u201c:<\/p>\n<p>\u201eDurch die Abl\u00f6sung des Fetischs und des ,automatischen Subjekts\u2018 von dieser gesellschaftlichen Basis wird dem Fetisch sein eigentlicher gesellschaftlicher Zweck genommen \u2013 er wird quasi w\u00f6rtlich genommen. Tats\u00e4chlich verschleiert er jedoch als sachliches Verh\u00e4ltnis, das doch eigentlich ein ganz handgreiflich gesellschaftliches ist, die Herrschaft einer Klasse \u00fcber eine andere.\u201c (Lehner 2003, S. 116)<\/p>\n<p>Die WertkritikerInnen sind somit nicht in der Lage zu erkennen, dass die gesellschaftliche Form der Arbeit von den gegenst\u00e4ndlichen Bedingungen der Arbeit und der Distribution der Produktionsmittel abh\u00e4ngt. Doch nur dann, wenn vom Arbeitsprozess als Einheit seiner subjektiven und objektiven Bedingungen ausgegangen wird, wenn also von der Naturbedingtheit der Arbeit nicht abstrahiert und wenn sie nicht auf die Verausgabung von abstrakter Arbeit reduziert wird, kann \u00fcberhaupt wahrgenommen werden, dass das Eigentum an den gegenst\u00e4ndlichen Arbeitsbedingungen eine Bedingung der Arbeit ist und dass die gesellschaftliche\u00a0<em>Form der Arbeit<\/em>\u00a0von dieser Bedingung abh\u00e4ngt. Eine Theorie hingegen, die diesen Zusammenhang unterschl\u00e4gt, muss letztlich zu allerhand Mystizismus f\u00fchren \u2013 wie die Texte der Wertkritik verdeutlichen.<\/p>\n<p>Auch Roswitha Scholz behauptet, die abstrakte Arbeit sei \u00fcberhaupt erst im Kapitalismus \u201eentstanden\u201c (Scholz 2005, S. 19). Sie spricht gar vom \u201eSystem der \u201aabstrakten Arbeit\u2018\u201c, bei dem es gar nicht um eine \u201esubjektiv-private Aneignung von etwas Positivem qua Privateigentum an den Produktionsmitteln\u201c (S. 17) gehe, sondern das \u201ePrivateigentum nur eine sekund\u00e4re Erscheinungsform des Mehrwerts als eines negativen gesellschaftlichen Selbstzwecks\u201c darstelle (S. 17f.). Was immer man unter einem \u201enegativen Selbstzweck\u201c zu verstehen hat, Mehrwert und Verausgabung abstrakter Arbeit sind gegen\u00fcber dem Privateigentum an Produktionsmitteln f\u00fcr sie das bestimmende Moment.<\/p>\n<p>Die gesellschaftliche Form der Arbeit wird von ihr von deren gegenst\u00e4ndlichen Bedingungen getrennt. Statt ihren inneren Zusammenhang zu analysieren, wird \u201eder Wert\u201c bzw. die \u201eWert-Abspaltung\u201c als \u201ezentrales gesellschaftliches Basisprinzip\u201c (S. 21) und zugleich als \u201eMetastruktur\u201c (S. 23) konzipiert, die nirgends in der empirischen Realit\u00e4t mehr begr\u00fcndet scheint. Die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Vermittlungen der \u201eSelbstverwertung des Werts\u201c in der Produktionssph\u00e4re werden ausgeklammert. Die Verselbstst\u00e4ndigung der Wertform ist aber abh\u00e4ngig von der Einverleibung der \u201efreien Arbeitskraft\u201c in die Warenwelt \u2013 und das nicht nur historisch, sondern auch logisch. Erst dadurch \u2013 das hei\u00dft durch das Privateigentum an Produktionsmitteln, welches die Eigentumslosigkeit der ArbeiterInnen und somit deren Abh\u00e4ngigkeit begr\u00fcndet \u2013 entsteht \u00fcberhaupt die M\u00f6glichkeit daf\u00fcr. Doch auch Scholz kann die historische Genese des Kapitalismus und dessen Voraussetzungen nicht v\u00f6llig ausblenden. Dementsprechend benennt sie die Verwandlung der Arbeitskraft in eine Ware als eine seiner Voraussetzungen (vgl. S. 18). Sie erkl\u00e4rt aber Klassengegens\u00e4tze f\u00fcr die sich auf den eigenen Grundlagen reproduzierende kapitalistische Produktionsweise als zweitrangig bzw. vollkommen obsolet. Die Verselbstst\u00e4ndigung der Wertform ist f\u00fcr sie vielmehr eine Frage des Charakters \u2013 und zwar des \u201eSelbstzweckcharakters des Werts\u201c (ebd.). Damit verdinglicht sie ein gesellschaftliches Verh\u00e4ltnis zwischen Individuen und Klassen zu einem Ding mit quasi-menschlichen Eigenschaften. Das Subjekt der gesellschaftlichen Reproduktion wird von den empirischen Individuen und den materiellen Verh\u00e4ltnissen abgel\u00f6st und die Wert-Abspaltung entsprechend zu einer \u201eMetastruktur\u201c stilisiert, welche sich auf die \u201eMetalogik\u201c (S. 182) der sozialen Reproduktion beziehe, deren Widerspiegelung in der Theorie der Wert-Abspaltung \u201eauf einem hohen Abstraktionsniveau angesiedelt\u201c (S. 22) sei. Das \u201ehohe Abstraktionsniveau\u201c gr\u00fcndet dabei aber nicht in einem \u00fcber den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen schwebenden \u201eFormprinzip\u201c, sondern in der Abstraktion von den materiellen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen seitens der Theoretikerin.<\/p>\n<p>Zwischenfazit: Alle menschlichen Gesellschaften kennzeichnet der doppelte Charakter Ihrer Arbeit. Einerseits ist diese als konkrete Art der T\u00e4tigkeit zweckgerichtet, erf\u00fcllt ein bestimmtes Bed\u00fcrfnis, andererseits ist sie stets ohne deren Unterschied abstrakte Verausgabung von Nerven, Hirn und Muskeln sowie auch in dem Sinne abstrakt, dass sie stets Teil eines gesellschaftlichen Ganzen bleiben muss, da die Menschen nur in Gesellschaft leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was den Kapitalismus dagegen als einzigartig kennzeichnet, ist, dass er abstrakte Arbeit als\u00a0<em>Wert<\/em>\u00a0darstellt und sie in ihm misst, weil er eine universelle Warenproduktionsweise ist. Die Lohnarbeit ist die einzige \u201efreie\u201c Arbeitsform der Menschheitsgeschichte, in der den ProduzentInnen die Verf\u00fcgung \u00fcber die gegenst\u00e4ndlichen Bedingungen ihrer Arbeit (Produktionsmittel) abhandengekommen ist, sie nur \u00fcber ihr subjektives Arbeitsverm\u00f6gen verf\u00fcgen, das sie als Ware Arbeitskraft verkaufen, genauer: stundenweise vermieten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das Klassenverh\u00e4ltnis zwischen Lohnarbeit und Kapital ist also entscheidend daf\u00fcr, dass Arbeitskraft (subjektives Arbeitsverm\u00f6gen) und Kapital (objektive Arbeitsbedingungen, abstrakter Reichtum zum Zwecke seiner stetigen Vermehrung) in deren Werten eine scheinbar dingliche Gestalt annehmen. Die \u201eWertkritik\u201c dagegen entfernt Ausbeutung, Klassen und Menschen aus der Geschichte und verwandelt den Kapitalismus in ein Reich der Herrschaft von Sachen, abstrakter Arbeit. Sie sitzt damit selbst dem von ihr falsch kritisierten Wertfetischismus als Motor der Produktionsweise auf. Die Produktionsweise verwandelt sich in ein Perpetuum mobile von Sachzw\u00e4ngen, das von der ArbeiterInnenklasse nicht mehr angehalten werden kann.<\/p>\n<p>Der ohnehin schon falschen Vorstellung der WertkritikerInnen, wonach sich \u201edie gesellschaftliche Totalit\u00e4t in der Moderne aus der fetischistischen Selbstbewegung des Geldes und der \u201aabstrakten Arbeit\u2018 als tautologischem Selbstzweck konstituiert\u201c (S. 19), f\u00fcgt Scholz die Vorstellung einer \u201egeschlechtsspezifischen Abspaltung\u201c hinzu. Diesen Begriff zieht sie in der Folge heran, um die verschiedenen Formen gesellschaftlicher Unterdr\u00fcckung auf das kapitalistische \u201eBasisprinzip\u201c der Wert-Abspaltung zur\u00fcckzuf\u00fchren. Alles, was nicht in der Wertform \u201eaufgehe\u201c, werde von dieser abgespalten und gesellschaftlich abgewertet. Die Idee dabei ist, dass der Wert die Gleichsetzung der verschiedenen (konkreten) Arbeiten zur Voraussetzung habe. Alles, was sich dieser Gleichsetzung nicht f\u00fcge, darin \u201enicht aufgehe\u201c, werde abgespalten. Dieses \u201eFormprinzip\u201c strukturiere die gesamte gesellschaftliche Ordnung und reproduziere sich auch auf symbolischer und sozialpsychologischer Ebene \u2013 unter anderem in der Abwertung des \u201eWeiblichen\u201c, des \u201eAnderen\u201c und allem damit Assoziierten. Nachdem sich Scholz eine solche, \u00fcber allen konkreten gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen schwebende \u201eMetalogik\u201c konstruiert hat, geht es ihr in der Auseinandersetzung mit anderen TheoretikerInnen nur noch darum, die Bestimmtheit der vielf\u00e4ltigen Diskriminierungs- und Unterdr\u00fcckungserscheinungen durch dieses \u201eBasisprinzip\u201c zu behaupten. Solcherma\u00dfen bastelt sich Scholz eine scheinbar umfassende Theorie der kapitalistischen Totalit\u00e4t, indem sie das \u00fcbergreifende Moment auf eine von den materiellen Verh\u00e4ltnissen und dem Handeln der Subjekte scheinbar unabh\u00e4ngige und sich selbst begr\u00fcndende \u201eMetastruktur\u201c zur\u00fcckf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Da Ausbeutung f\u00fcr Scholz nur eine sekund\u00e4re Erscheinungsform darstellt und es den KapitalistInnen gar nicht um die \u201esubjektiv-private Aneignung von etwas Positivem qua Privateigentum an den Produktionsmitteln\u201c (sprich: Ausbeutung) gehe, kann sie sich scheinbar auch nicht vorstellen, dass Sexismus und andere Formen der Unterdr\u00fcckung durchaus eine gesellschaftliche Funktion im Interesse einer Klasse erf\u00fcllen \u2013 und etwa dazu dienen, die Reproduktionskosten der Ware Arbeitskraft, den Wert der weiblichen Ware Arbeitskraft und dadurch auch das Lohnniveau im Allgemeinen zu senken \u2013 Stichwort: sexistisch delegierte und ins Private abgedr\u00e4ngte Hausarbeit.<\/p>\n<p><strong>Zur Bewertung der Hausarbeit durch die Wert-Abspaltungstheorie<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend MarxistInnen argumentieren, Hausarbeit im Kapitalismus sei keine produktive, aber gesellschaftlich notwendige, Gebrauchswert bildende Arbeit, m\u00f6chte Scholz mit Bezug auf Haushaltst\u00e4tigkeiten wie Kinder erziehen und Pfleget\u00e4tigkeiten ausf\u00fchren \u00fcberhaupt nicht von \u201eArbeit\u201c sprechen (vgl. Scholz 2005, S. 19f.). Da diese T\u00e4tigkeiten \u201enicht der polit\u00f6konomischen Rationalit\u00e4t gehorchen wie die \u201aabstrakte Arbeit\u2018\u201c (ebd.), k\u00f6nnten \u201edie weiblichen Reproduktionst\u00e4tigkeiten auch nicht mit der Arbeitskategorie belegt werden.\u201c (S. 20) Die im Haushalt ausgef\u00fchrten \u201eT\u00e4tigkeiten\u201c stellten vielmehr die Kehrseite der sich im Wert ausdr\u00fcckenden \u201eabstrakten Arbeit\u201c dar. Ebendeshalb sei auch dem Versuch zu widerstehen, diese T\u00e4tigkeiten \u201eauch noch in Arbeit umzudefinieren\u201c (Scholz 1992), da die (abstrakte) Arbeit ja \u201egewisserma\u00dfen selbst die ,Wurzel allen \u00dcbels\u2018\u201c (ebd.) sei. Deshalb m\u00fcsse \u201eein dritter Begriff gesucht werden, mit dem die traditionelle T\u00e4tigkeit der Frau im Reproduktionsbereich genauer theoretisch bestimmt werden kann, da auch der Terminus ,T\u00e4tigkeit\u2018 zu diffus ist und einen zu gro\u00dfen Allgemeinheitscharakter besitzt [\u2026]. Diese \u2013 keineswegs irrelevante \u2013 Problematik kann hier jedoch nicht weiter verfolgt werden. Solange eine derartige Kl\u00e4rung nicht erfolgt ist, bediene ich mich deshalb weiterhin des unbefriedigenden Begriffs ,T\u00e4tigkeit\u2018, wenn von der ,Arbeit\u2018 im Reproduktionsbereich die Rede ist.\u201c (ebd.)<\/p>\n<p>Es bleibt die Frage, von welchem h\u00f6heren Wesen sich Scholz diese Kl\u00e4rung verspricht, wenn sie auch nach mehr als zehn Jahren noch immer den zuvor von ihr selbst als zu diffus bezeichneten Begriff der \u201eT\u00e4tigkeit\u201c verwendet. Hier pr\u00e4sentiert sie scheinbar ungewollt die Grenze ihrer eignen Theorie \u2013 als \u201eUnm\u00f6glichkeit\u201c, diese \u201eProblematik hier weiter zu verfolgen\u201c und einen pr\u00e4zisen Begriff der Hausarbeit zu entwickeln. Es scheint sich bei diesem Problem \u2013 das Scholz in sp\u00e4teren Texten schon gar nicht mehr als solches benennt, wo sie ohne weitere Kommentare den Begriff der (\u201eHaushalts\u2018- bzw. \u201eReproduktions\u201c-)\u00a0<em>T\u00e4tigkeiten <\/em>verwendet (Scholz 2005, S. 20; Scholz 2017a und b) \u2013, um ein theorieimmanent-begriffliches Problem zu behandeln, welches bedingt ist durch die \u201efundamentale\u201c und \u201eradikale\u201c Verwirrung der Wert-Abspaltungskritik bez\u00fcglich der Kategorien der Kritik der politischen \u00d6konomie.<\/p>\n<p>Da das Proletariat als potentielles revolution\u00e4res Subjekt bei den WertkritikerInnen nicht mehr vorkommt, bleibt ihre gesamte politische Strategie notwendigerweise diffus und abstrakt.<\/p>\n<p>So soll sich die \u201epraktische Gesellschaftskritik\u201c ganz direkt gegen die \u201eGrundform der Wert-Abspaltung als solche\u201c (Scholz 2005, S. 265) richten. Dieses Basisprinzip gelte es \u201ein Frage zu stellen\u201c und zu \u201e\u00fcberwinden\u201c (ebd.). Gegen\u00fcber der Notwendigkeit, B\u00fcndnisse mit nicht n\u00e4her definierten anderen Gruppen einzugehen, beharrt die Wertkritik zugleich darauf, \u201edass heute ein radikal kritischer Neubezug auf ein gesellschaftliches (fragmentarisches) Ganzes, auf ein negatives Wesen stattfinden muss; gerade auch in der unmittelbar praktischen gesellschaftskritischen Aktion\u201c. (S. 12) Was immer man sich unter einem \u201eBezug auf ein negatives Wesen\u201c vorzustellen hat \u2013 es klingt jedenfalls mehr nach Okkultismus als nach revolution\u00e4rer politischer Praxis.\u00a0 Da dieses \u201enegative Wesen\u201c als \u201eabstrakte Metalogik\u201c zugleich nirgendwo zu fassen ist, bezieht sich Scholz dann auch unvermittelt auf den \u201einhaltlich-spezifischen Kontext vor Ort\u201c, auf \u201evortheoretisch erfahrene Lebens- und Gesellschaftsprobleme\u201c (ebd.) als Bezugspunkte politischer Praxis.<\/p>\n<p><strong>Politische Perspektiven<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund ihres falschen Verst\u00e4ndnisses des Kapitalverh\u00e4ltnisses entsorgen Scholz und die \u201eWertkritik\u201c nicht nur die ArbeiterInnenklasse als Subjekt gesellschaftlicher Ver\u00e4nderung, sondern nat\u00fcrlich auch die organisierte proletarische Frauenbewegung. Zum Schluss m\u00f6chten wir noch kurz auf die politischen Perspektiven zu sprechen kommen, die sich aus der Analyse des Kapitalismus ergeben.<\/p>\n<p>Das Proletariat, auf welches sich der revolution\u00e4re Marxismus nach wie vor bezieht, wird von diesem nicht (nur) als eine gegebene Objektivit\u00e4t begriffen, sondern muss \u201evom Endpunkt seiner revolution\u00e4ren Klassenbildung her, von den weltgeschichtlichen Perspektiven der proletarischen Bewegung, gefasst werden\u201c (Lehner 2010, S. 13). Es ist diejenige ProduzentInnenklasse, die alle gesellschaftlich notwendigen Arbeiten auf entfremdete Weise in sich zusammenfasst und deshalb als einzige objektiv dazu in der Lage ist, die notwendigen gesellschaftlichen Umw\u00e4lzungen \u2013\u00a0 die rationale Aneignung der totalen gesellschaftlichen Produktion, (von welcher die derzeit ins \u201ePrivate\u201c abgeschobene Hausarbeit einen Teil darstellt) \u2013, bewusst gesellschaftlich vorzunehmen. Um den Prozess der Herausbildung des Proletariats zum revolution\u00e4ren Subjekt aktiv zu bef\u00f6rdern, sind deshalb sowohl die Ausarbeitung einer revolution\u00e4ren Klassentheorie, der Aufbau einer revolution\u00e4ren Organisation n\u00f6tig wie auch der Kampf um besondere Formen der Organisierung der Unterdr\u00fcckten, darunter der f\u00fcr eine proletarische Frauenbewegung.<\/p>\n<p>Dies soll der Tatsache Rechnung tragen, dass Lohnarbeit und Kapital als Widerspruchsverh\u00e4ltnis nicht nur die Negation der beiden Seiten umfasst, sondern zu seiner Reproduktion auch das Moment der Identit\u00e4t. Diese stellt selbst eine materielle Grundlage f\u00fcr reformistisches Bewusstsein in der ArbeiterInnenklasse dar und bedeutet auch, dass revolution\u00e4res Bewusstsein nicht spontan entstehen kann. Es bedarf hierf\u00fcr einer revolution\u00e4r-kommunistischen Organisation, die um dieses Bewusstsein in der gesamten Klasse k\u00e4mpft. Der Bezug auf den Begriff des Proletariats entspricht dabei nicht nur der tats\u00e4chlich vor sich gehenden Vereinheitlichung der besonderen Arbeits- und Lebensbedingungen, die durch den kapitalistischen Akkumulationsprozess selbst zunehmend dem allgemeinen Verh\u00e4ltnis von Lohnarbeit und Kapital subsumiert werden, sondern erf\u00fcllt auch eine wichtige Funktion im revolution\u00e4ren Kampf gegen die alte Ordnung, indem es das Lager der objektiv Lohnabh\u00e4ngigen \u00fcber all seine Streitungen hinweg ausgehend von der Basis einer differenzierten, realistischen Klassenanalyse funktional polarisiert.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Aufruf Frauenstreik 2019: &lt;\u00a0<a href=\"https:\/\/frauenstreik.org\/aufruf\/\">https:\/\/frauenstreik.org\/aufruf\/<\/a>&gt;<\/p>\n<p>Dalla Costa, Mariarosa\/ James, Selma: Die Macht der Frauen und der Umsturz der Gesellschaft, (Internationale Marxistische Diskussion, Heft 36), Berlin\/W. 1973, Merve-Verlag<\/p>\n<p>Lehner, Markus (2003): Die \u201eKritik der Arbeit\u201c und das R\u00e4tsel der System\u00fcberwindung, in: Revolution\u00e4rer Marxismus 33, Berlin 2003, global red, S. 89\u2013122<\/p>\n<p>Ders. (2008): Finanzkapital, Imperialismus und die langfristigen Tendenzen der Kapitalakkumulation, in: Revolution\u00e4rer Marxismus 39, Berlin 2008, global red, S. 129\u2013208<\/p>\n<p>Ders. (2010): Arbeiterklasse und Revolution. Thesen zum marxistischen Klassenbegriff, in: Revolution\u00e4rer Marxismus 42, Berlin 2010, global red, S. 7\u201399<\/p>\n<p>Marx, Karl: Das Kapital. Erster Band, Berlin\/O. 1971<\/p>\n<p>Postone, Moishe: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft, eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx, Freiburg\/Breisgau 2003, \u00e7a ira Verlag<\/p>\n<p>Scholz, Roswitha (1992):\u00a0<a href=\"http:\/\/www.krisis.org\/2008\/veroeffentlichung-untersagt\">Der Wert ist der Mann.<\/a>\u00a0Thesen zu Wertvergesellschaftung und Geschlechterverh\u00e4ltnis, in: Krisis. Kritik der Warengesellschaft, Erlangen 1992, Selbstverlag;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.exit-online.org\/textanz1.php?tabelle=autoren&amp;index=30&amp;posnr=25&amp;backtext1=text1.php\">https:\/\/www.exit-online.org\/textanz1.php?tabelle=autoren&amp;index=30&amp;posnr=25&amp;backtext1=text1.php<\/a><\/p>\n<p>Dies. (2005): Differenzen der Krise \u2013 Krise der Differenzen. Die neue Gesellschaftskritik im globalen Zeitalter und der Zusammenhang von \u201eRasse\u201c, Klasse, Geschlecht und postmoderner Individualisierung<em>,<\/em>Unkel 2005, Horlemann B.<\/p>\n<p>Dies. (2017 a): FEMINISMUS \u2013 KAPITALISMUS \u2013 \u00d6KONOMIE \u2013 KRISE. Wert-Abspaltungs-kritische Einw\u00e4nde gegen\u00fcber einigen Ans\u00e4tzen feministischer \u00d6konomiekritik heute, 2017. Online (07.02.2019):\u00a0<a href=\"https:\/\/www.exit-online.org\/textanz1.php?tabelle=autoren&amp;index=30&amp;posnr=517&amp;backtext1=text1.php\">https:\/\/www.exit-online.org\/textanz1.php?tabelle=autoren&amp;index=30&amp;posnr=517&amp;backtext1=text1.php<\/a><\/p>\n<p>Dies. (2017 b): Wert-Abspaltung, Geschlecht und Krise des Kapitalismus. Interview von Clara Navarro Ruiz mit Roswitha Scholz (Constelaciones. Revista de Teoria Critica, 2017), 18.12.2017: <a href=\"http:\/\/www.palim-psao.fr\/2017\/12\/wert-abspaltung-geschlecht-und-krise-des-kapitalismus.interview-von-clara-navarro-ruiz-mit-roswitha-scholz.html\">http:\/\/www.palim-psao.fr\/2017\/12\/wert-abspaltung-geschlecht-und-krise-des-kapitalismus.interview-von-clara-navarro-ruiz-mit-roswitha-scholz.html<\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2019\/03\/05\/hausarbeit-und-frauenstreik\/\"><em>Fight, Revolution\u00e4re Frauenzeitung Nr. 7, M\u00e4rz 2019&#8230;<\/em><\/a><em> vom 22. 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