{"id":5156,"date":"2019-03-26T18:09:05","date_gmt":"2019-03-26T16:09:05","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5156"},"modified":"2019-03-26T18:09:49","modified_gmt":"2019-03-26T16:09:49","slug":"die-gratwanderung-der-gelben-westen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5156","title":{"rendered":"Die Gratwanderung der Gelben Westen"},"content":{"rendered":"<p><em>Temps Critiques.<\/em> <strong>Eine Gratwanderung, die alle Aufst\u00e4nde begleitet, denn per Definition wissen wir nicht, wann und wie der Umschlag erfolgen wird. Was uns diese Phase zeigt, ist, dass fr\u00fchere St\u00e4rken<!--more--> der Bewegung der Gelben Westen heute zu Fallstricken geworden sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wenn sie sich nicht definieren l\u00e4sst, so definiert sie sich nicht selbst<\/strong><\/p>\n<p>Wenn sich die Bewegung der Gelben Westen nicht durch das definiert, was sie nicht ist (antisemitisch, anti-migrantisch, sexistisch, homophob), was bedeuten w\u00fcrde, dass sie auf Angriffe ihrer Feinde oder der Medien eine Gegenreaktion entwickelt, wird sie auch nicht durch das definiert, was sie ist. Wie in jeder Bewegung mit einer eigenen realen Dynamik, existieren die vom Staat, Soziologen und Medien als unvermeidliche Realit\u00e4t dargestellten Spaltungen f\u00fcr sie selbst nicht. F\u00fcr die \u00abBeherrschten\u00bb, die sich gegen die Ordnung der Herrschenden stellen, wird die Spaltung zwischen \u00absensiblen Quartieren\u00bb und Gemeinden am Stadtrand relativiert, wenn die Gymnasiasten von Mantes-la-Jolie zeigen, dass selbst nur das \u00dcberleben schon in den Vororten untolerierbar geworden ist; Ununterscheidbarkeit der Lage von den Sozialhilfeabh\u00e4ngiggen und den Arbeitslosen, an die Macrons \u00a0zynischer Satz \u00abman braucht nur die Stra\u00dfe zu \u00fcberqueren, um einen Arbeitsplatz zu finden\u00bb gerichtet ist, da viele Arbeitslose, die in den Kreisverkehren anwesend sind, Solidarit\u00e4t und Geselligkeit entwickeln; Abschaffung der Fraktionierung zwischen armen Lohnabh\u00e4ngigen (Besch\u00e4ftigung ist keine Garantie f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges Leben mehr) und kleinen Handwerkern oder kleinen Selbst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Durch ihre eigene Dynamik, durch ihr direktes Eingreifen hat die Bewegung die ideologische Kritik, die von den herrschenden politisch-medialen Kreisen abstrakt an sie gerichtet wird, praktisch widerlegt.<\/p>\n<p>In einem Teil der Bev\u00f6lkerung, der kaum je der aktivste in sozialen Bewegungen war, weil er die Individualisierungsprozesse sowohl wollte als auch erlitt, entsteht die gute alte Idee, die in jedem gr\u00f6\u00dferen Kampf wiederentdeckt wird, dass durch die Spaltung die Herrschaft erleichtert wird. Eingestandener Weise sind diese politischen Fortschritte jedoch nach drei Monaten des Kampfes unzureichend. Zwar hat sie auch eine gewisse Reifung in der Entwicklung ihrer Ziele durchgemacht (z.B. vom anti-fiskalischen Kampf zum Kampf um soziale Gerechtigkeit), aber die Bewegung schafft es immer noch nicht wirklich, sich zu definieren. Dies behindert nicht nur ihre Ausweitung hin zu den zaghaften Anh\u00e4ngern, sondern macht auch die ausserhalb oft missverstandene Idee des \u00abWir sind alle Gelbe Westen\u00bb abstrakt; denn ohne eine genauere Definition ihrer selbst, welche dieser z\u00f6gerlichen R\u00e4ndern sollten in ihr anerkannt werden und bei welchen k\u00f6nnte gesagt werden: \u00abNein, du geh\u00f6rst nicht zu uns\u00bb? Weder der Aufruf der Versammlung der Versammlungen in Commercy noch den Kommuniqu\u00e9s der Gruppe Gilets Jaunes Lyon-Zentrum ist es gelungen, diese Unklarheit zu beseitigen, beispielsweise in Bezug auf die Pr\u00e4senz der extremen Rechten innerhalb der Bewegung.<\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr ist, dass die Kampfgemeinschaft als ihren obersten politische Wert die Solidarit\u00e4t in Meinungsverschiedenheiten hochh\u00e4lt, d.h. das Gegenteil vom traditionellen Verst\u00e4ndnis von Politik, gerade auch der extremen Linken, die im Gegenteil die Meinungsunterschiede als obersten Grundsatz der Abgrenzung festh\u00e4lt. Diese erste Bestimmung zugunsten der Kampfgemeinschaft und der daraus resultierenden Solidarit\u00e4t f\u00fchrt dazu, dass sie sich nicht mit \u00abden Themen, die w\u00fctend machen\u00bb besch\u00e4ftigt oder diese verdr\u00e4ngt. Sprecht nicht zu viel dar\u00fcber, damit ihr weiterhin miteinander sprechen k\u00f6nnt. W\u00e4hrend die Gelben Westen viel \u00fcber Abstimmungen sprechen und sie f\u00fcr Entscheidungen nutzen, w\u00e4hrend viele Leute f\u00fcr eine Referendumsdemokratie (RIC) einstehen, wird die Frage des Wahlrechts peinlichst vermieden: dies w\u00fcrde die Solidarit\u00e4t der Gelben Westen unverz\u00fcglich zerst\u00f6ren, da gekl\u00e4rt werden m\u00fcsste, wer denn ein franz\u00f6sischer B\u00fcrger, eine franz\u00f6sische B\u00fcrgerin sei, auf die Gefahr von Meinungsverschiedenheiten hin.<\/p>\n<p>In den Vollversammlungen ist es daher oft notwendig, bereits zu intervenieren, um den dort h\u00e4ufig verwendeten Begriff \u00abB\u00fcrgerversammlung\u00bb zu korrigieren, um die Aktionen und die Reflexionen zwischen den peri-urbanen Gemeinden zu koordinieren. Bei den Aktionen der Gelben Westen sind die Konturen der Staatsb\u00fcrgerschaft recht unklar, gerade wenn sie sich an die Rath\u00e4user, kommunale Mandatstr\u00e4ger oder sogar Abgeordnete wenden, was es zuweilen schwierig macht, diese Debatten von der \u00abGro\u00dfen Debatte\u00bb zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Es mag nur eine zweitbeste L\u00f6sung sein, aber aus heutiger Sicht bleibt der Begriff der \u00abVolksversammlung\u00bb, der in den Commercy-Versammlungen und den urbaneren, die sich ihnen angeschlossen haben, vage. Trotz allem ist dieser Name der Volksversammlung weniger verwirrend, aber sehr paradox. Tats\u00e4chlich sind \u00abB\u00fcrgerversammlungen\u00bb von weitaus breiterer sozialer Zusammensetzung als \u00abVolksversammlungen\u00bb, die eher nach dem Sinne der Franz\u00f6sischen Revolution ausgelegt sind. Allerdings wurde die Frage zun\u00e4chst nicht abstrakt, sondern praktisch gestellt, weil es schwierig schien, mit einem \u00abAusl\u00e4nder\u00bb, der gegen Steuerungerechtigkeit neben Ihnen k\u00e4mpft, auf einer Stra\u00dfensperre oder einem Kreisverkehr zu sein und ihm zu sagen, dass das RIC nicht f\u00fcr ihn ist&#8230;. weil er keine franz\u00f6sische Staatsb\u00fcrgerschaft hat und dass er nicht w\u00e4hlen kann! Hier ist der Hinweis auf die Franz\u00f6sische Revolution dienlich: Ein \u00abB\u00fcrger\u00bb ist einer, der an der \u00abRevolution\u00bb teilnimmt, unabh\u00e4ngig von seiner Nationalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wenn f\u00fcr viele Gelben Westen der Bezug auf die Franz\u00f6sische Revolution real und weitgehend ist, dann muss die Bewegung sich an der Sans-Colutterie orientieren, und nicht st\u00e4ndig in die Rolle des braven B\u00fcrgers schl\u00fcpfen, des Untertans der Staatsmacht, der\u00a0 die Pflichten erf\u00fcllt, die die Rechte begr\u00fcnden. Zudem w\u00fcrde dies praktisch dieser von einigen Gelben Westen geteilten albernen Idee ein Ende bereiten, ein Abstimmungsergebnis als obligatorisch anzusehen und somit eher eine Pflicht als ein Recht darstellt. Aber es w\u00e4re optimistisch zu denken, dass die Bewegung in zwei Monaten ein Bewusstsein f\u00fcr die (menschliche) Gemeinschaft entwickeln k\u00f6nnte, das alle Grenzen ausl\u00f6scht. Die Kampfgemeinschaft zieht, bewusst oder unbewusst, im Kampf ihre Grenzen. Ein markantes Beispiel ist die Unterscheidung, die in Diskussionen zwischen \u00abeinfachen\u00bb Gelben Westen zum Thema Migranten auftritt<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. W\u00e4hrend Einwanderer von den Gelben Westen gut anerkannt und akzeptiert werden &#8211; zumal eine betr\u00e4chtliche Anzahl von ihnen dazugeh\u00f6rt \u2013, so geschieht dies im Rahmen der ehemaligen Figur des Gastarbeiters. Nachkommen von Gastarbeitern unter den Gelben Westen sind der Ansicht, dass sie und ihre Eltern Franzosen wurden oder sind, weil sie zum Aufbau und zum Wohlstand des Landes beigetragen haben, w\u00e4hrend die heutigen Migranten in ihren Augen nicht versuchen, sich niederzulassen (vgl. Calais und alle, die unbedingt nach England ziehen wollen) und unter ein internationales Krisenmanagement fallen w\u00fcrden, das sich nicht der Kampfgemeinschaft anschliesst<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Es ist dies eine kurzsichtige Sichtweise, denn wenn die Arbeitskr\u00e4fte heute im Prozess der Kapitalakkumulation weltweit \u00fcberz\u00e4hlig sind, so sind die \u00dcberz\u00e4hligen nicht immer dort, wo man sie glaubt sind, wie die aktuellen Bem\u00fchungen von Unternehmen wie MacDonald, Starbucks und anderen gro\u00dfen Unternehmen der Hotel-, Gastst\u00e4tten- und Bauwirtschaft zeigen, die sogar neu eingetroffenen Migranten Crash-Kurse in Franz\u00f6sisch anbieten<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, weil sie \u00abbillige H\u00e4nde\u00bb zu so prek\u00e4ren arbeitsrechtlichen Bedingungen suchen, dass niemand sie akzeptieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Ein Diskurs, der im Protest steckenbleibt<\/strong><\/p>\n<p>Wenn der Ausdruck von gerechter Wut die St\u00e4rke der Bewegung in ihren Anf\u00e4ngen ausmachte, sucht sie jetzt nach einem zweiten Impetus, der sie in einen globaleren sozialen Kampf gegen ein vom Staat und vom Kapital strukturiertes Ganzes verwandeln w\u00fcrde. Sie fasst dies tendenziell als die Bek\u00e4mpfung des \u00abSystems\u00bb zusammen, ohne jedoch zu versuchen, diese Bek\u00e4mpfung und dieses System weiter zu definieren. Gelingt das nicht, neigt dieser Zorn dazu, sich in Hass gegen die Oligarchie zu verwandeln (das \u00abIch hasse euch, verstanden\u00bb, das gelegentlich auf Gelbe Westen geschrieben wird, bezeichnet eine bestimmte politische Kultur und gute Laune), die ihrerseits auf einige wenige gro\u00dfe Unternehmen oder Banken und einige Einzelpersonen (Politiker, einflussreiche Journalisten) reduziert wird, \u00abdie wir kriegen werden\u00bb, wie die Demonstranten sagen. Es ist, als m\u00fcssten diese einzeln zur Zahlung ihrer kollektiven Busse herangezogen werden, w\u00e4hrend die Gelben Westen allm\u00e4hlich erkennen, dass sie es mit einem \u00abSystem\u00bb zu tun haben. Macron ist in dieser Hinsicht ein Opfer seines eigenen &#8222;D\u00e9gagismus&#8220;. Er wollte aufs \u00c4usserste gehen, um die alte politische Welt loszuwerden, und es ist die alte popul\u00e4re Welt, die ihm in den R\u00fccken f\u00e4llt; eine Welt, die viel schwieriger loszuwerden ist.<\/p>\n<p>Dieser systemfeindliche Zorn der Gelben Westen wird durch eine oligarchische Vision von Macht verst\u00e4rkt, die der Volksvergeltung nur die reichsten 1% anbietet, die die anderen 99% unterdr\u00fccken w\u00fcrden, w\u00e4hrend alle sozialen Beziehungen von Hierarchien und Ungleichheiten durchzogen werden, die teilen und fragmentieren; der Prozess der Herrschaft l\u00e4uft durch die gesamten sozialen Beziehungen. Dies anzuerkennen oder zumindest zu ber\u00fccksichtigen, w\u00fcrde bedeuten, anzuerkennen, dass der Begriff des Menschen an sich nicht existiert, dass er in Konflikt und Spannung zwischen denen, die in welcher Eigenschaft auch immer (wirtschaftlich, politisch, kulturell) f\u00fchren, und denen, die keinen Anspruch darauf haben, aufgebaut ist. Aber es gibt auch keinen Grund, die Gelben Westen das Gewicht der vermeintlichen politischen Unerfahrenheit tragen zu lassen, wenn es sich dabei doch um eine breit geteilte Auffassung handelt, sowohl bei der amerikanischen Occupy Wall Street Bewegung als auch von einer politischen Partei wie La France insoumise !<\/p>\n<p>Daraus folgt, dass die Bewegung oft von der Suche nach dem S\u00fcndenbock oder von Verschw\u00f6rungstheorien gepr\u00e4gt wird, zumal soziale Netzwerke oft unter sich bleiben, beispielsweise Facebook, ihr am h\u00e4ufigsten genutzte Medium. Dies war mehrmals der Fall, als die Bewegung in einigen St\u00e4dten Aktionen gegen die Bank Rothschild plante, ein privilegiertes Ziel, weil es ein Symbol des globalisierten Kapitalismus sei und auch, weil Macron gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter war. Es ist eine Sache, dass diese Art von Aktionen von einer spontanen Gruppe ergriffen wird, da ihre Revolte unmittelbar stattfindet. Aber dass wir in der Vollversammlung, wo Vertreter aus verschiedenen Gruppen der Gelben Westen anwesend sind, erkl\u00e4ren m\u00fcssen, dass wir mit Symbolen aufh\u00f6ren und eher die Realit\u00e4t des Bankensystems im globalen Funktionieren des Kapitalismus betrachten m\u00fcssen, ist das Zeichen einer gewissen theoretischen Schw\u00e4che. In diesem Punkt, wie auch bei der Rolle der Aktion\u00e4re bei der Verm\u00f6gensbildung, wird die Kritik am \u00abSystem\u00bb vom Popanz einer Finanzierung gepr\u00e4gt, die das absolute \u00dcbel darstellen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen kann man nicht behaupten, dass Gelbe Westen mit einer politischen Reife von drei Monaten die gleichen Vereinfachungen vorgenommen haben wie die von eingesessenen politischen Organisationen oder Zeitungen wie Le Monde diplomatique.\u00a0Die Schwierigkeit besteht darin, die Situation zu korrigieren, ohne die Experten zu spielen&#8230;. und unter Ber\u00fccksichtigung der Tatsache, dass die Analyse der Gelben Westen von Anfang an dadurch eingeschr\u00e4nkt ist, dass sie den Kreislaufprozess vom Produktionsprozess isoliert, w\u00e4hrend das Kapital gerade versucht, ihn durch liberale Reformen zu vereinen.<\/p>\n<p>Um konkret zu bleiben, beziehen sich gelbe Westen manchmal auf Zahlen, die f\u00fcr sich selbst sprechen sollen, die aber zu einer \u00dcberinterpretation nahe der Fehlinterpretation verleiten. Zum Beispiel in einer Brosch\u00fcre mit dem Titel Gilets jaunes sur la finance [die Gelben Westen \u00fcber die Finanz], von denen ein Teil den Aktion\u00e4ren und der Dividende gewidmet ist. Die f\u00fcr Frankreich vorgelegte Pr\u00e4sentation unterst\u00fctzt tendenziell die Vorstellung, dass die Dividenden in Frankreich die h\u00f6chste prozentuale Verg\u00fctung der Aktion\u00e4re erreichen, was absolut skandal\u00f6s w\u00e4re und Frankreich zu einem Modell des Raubkapitalismus machen w\u00fcrde. Doch gerade weil Frankreich dem angels\u00e4chsischen Modell des Kapitalismus und seinen Anforderungen bisher besser widerstanden hat, muss Frankreich mehr Kapital anziehen. So hat sich Frankreich beispielsweise geweigert, auf kapitalgedeckte Renten umzusteigen, was es verunm\u00f6glicht einen eigenen Rentenfonds aufzubauen und Investitionen deshalb teurer werden. Das Problem ist nicht so sehr, dass dieser Ansatz falsch ist, sondern dass er uns daran hindert, das allgemeine Funktionieren des Kapitalismus auf theoretischer und praktischer Ebene zu verstehen, was oft Diskussionen blockiert. Die Tendenz der Bewegung, eher auf Basis von einer \u00abMoral\u00bb als auf politischen Argumenten zu arbeiten, f\u00fchrt zu einer Moralisierung von Dingen und sozialen Beziehungen. Dieser Entwicklung kann nur durch Ma\u00dfnahmen begegnet werden, die richtig beginnen und sich als Unterst\u00fctzung sozialer Konflikte entwickeln, in vernachl\u00e4ssigten Sektoren, wo die Gewerkschaften nicht sehr pr\u00e4sent sind, wie z.B. Subunternehmer im Masseneinzelhandel. Sie erg\u00e4nzen die prim\u00e4ren Aktionen zur Verkehrssperre vor den Einkaufszentren, indem sie die Ausbeutung anklagen und positiv auf das Machtgleichgewicht wirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Ein widerspr\u00fcchlicher Universalismus mit der Gefahr der Isolierung<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem die Bewegung ihre urspr\u00fcnglichen Forderungen erweitert und sich weiterhin weigert zu verhandeln, was ein wesentlicher Punkt f\u00fcr die Aufrechterhaltung eines antagonistischen Kr\u00e4ftegleichgewichts ist, st\u00f6\u00dft sie auf Schwierigkeiten, auf dieser ersten Grundlage zu expandieren. Schwierigkeiten, die an der Schnittstelle vom 5. Februar und mit dem Scheitern der Verbindung mit der Gymnasial-Bewegung im Dezember aufgetreten sind, was die Bewegung dazu veranlasste, sich auf sich selbst zu konzentrieren, mit ihren vielleicht ureigenen Forderungen, die aber heute nur mehr ihre eigenen sind. Die Bewegung der Gelben Westen hat sicherlich Recht, wenn sie sowohl ihren Vorrang im Kampf als auch ihre Unabh\u00e4ngigkeit gegen\u00fcber anderen Kr\u00e4ften behaupten will. Auf diese Weise stellte sie sich als eine Art Massenvorhut (\u00abAlle sind Gelben Westen\u00bb) in dem Sinne dar, dass das Anziehen der gelben Weste pl\u00f6tzlich zu einem Akt des Widerstandes an sich wurde, ein Zeichen der Anerkennung danach und schlie\u00dflich der erste Schritt zu etwas Anderem. Folglich hatte sie nichts zu erwarten von der traditionellen und meist \u00abverfehlten\u00bb Forderung nach einer \u00abKonvergenz der K\u00e4mpfe\u00bb, einem Kuchen in der Sahne der 2000er Jahre, der das \u00abAlle gemeinsam\u00bb der 1990er Jahre abl\u00f6ste. Das Fiasko der gemeinsamen Demonstration am 16. M\u00e4rz zwischen der Klimabewegung und den Gelben Westen zeigt, dass es noch ein langer Weg ist, bis aus allen \u00abGelben Westen\u00bb die \u00abMenschheit\u00bb wird. Aber es ist nicht gesagt, dass es f\u00fcr einige von ihnen nicht einfacher ist, sich f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zur Blockade der Wirtschaft (Energie) oder zur Unterst\u00fctzung von Lohnabh\u00e4ngigen im Kampf zu entscheiden; es gibt viele M\u00f6glichkeiten, um von der allgemeinen Destabilisierung der herrschenden Kr\u00e4fte profitieren zu k\u00f6nnen. Das Problem ist dann, zu wissen, welche Rolle man dabei spielen soll. Ohne eine endg\u00fcltige Entscheidung treffen zu wollen, zeigt uns unsere gegenw\u00e4rtige Erfahrung, dass es schade w\u00e4re, wenn wir dabei die gleiche Strategie wie die Maos in den 1970er Jahren wiederholen w\u00fcrden. Die Gelben Westen d\u00fcrfen unter dem Vorwand, dass sie mobilisiert und entschlossen sind, keine Art bewaffneter Arm (auch ohne Waffen) der Lohnabh\u00e4ngigen oder eines anderen Kampfes sein.<\/p>\n<p>Wenn wir gemeinsam gegen die kapitalistische Gesellschaft vorgehen, konvergieren wir und nicht, indem wir zuerst getrennt handeln und dann schlie\u00dflich konvergieren (vgl. zu diesem Thema das Gegenbeispiel der \u00abroten Stifte<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>\u00bb).<\/p>\n<p>Sofern die Gelben Westen heute ein weiteres \u00abAlle gemeinsam\u00bb hervorbringen w\u00fcrden, w\u00e4re das nicht von gleicher Natur. Die erste war ein Aufruf an alle Fraktionen der Arbeiterklasse, aber mit der Vorstellung, dass die Arbeiterklasse und bestimmte Kategorien wie Eisenbahner die Vorhut waren; mit der zweiten, die der Gelben Westen, wird das \u00abAlle gemeinsam\u00bb als \u00dcberwindung der Spaltung gestellt. Da wir potenziell alle sind, sehen wir nicht, wer uns vereinen k\u00f6nnte, aber die Konsequenz ist, dass es die Gelben Westen sind, die schlussendlich als diese Vorhut wahrgenommen werden; dies gef\u00e4llt offensichtlich nicht allen, was teilweise die z\u00f6gerliche Haltung der CGT und ihre verschiedenen Konflikte im Verh\u00e4ltnis zur Bewegung erkl\u00e4rt, was am 19. M\u00e4rz noch deutlicher zutage trat als am 5. Februar.<\/p>\n<p>Dieses \u00abAlle gemeinsam\u00bb ist also mehr Potenzial als Wirklichkeit und erg\u00e4nzt die m\u00fchsame Wiederholung von Samstagsdemonstrationen mit den damit verbundenen Verletzungen, Verurteilungen und pr\u00e4ventiven Verhaftungen; die Bewegung verlegte sich mittlerweile mehr auf institutionelle Aktionen. Aktionen, die zum einen die Notwendigkeit des RIC bekr\u00e4ftigen, und nicht, wie urspr\u00fcnglich unter anderem behauptet wurde als Wundermittel f\u00fcr die Krise der politischen Repr\u00e4sentation, als ein Modell der direkten Demokratie; und zum anderen versuchen diese Aktionen, auf die \u00abGro\u00dfe Debatte\u00bb der Regierung mit der vermeintlichen Alternative einer \u00abEchten Debatte\u00bb zu reagieren, diesmal unter der F\u00fchrung der Gelben Westen. F\u00fcr uns eine falsche Alternative, denn am Ende bleibt sie in einer Art Gegenabh\u00e4ngigkeit zur Gro\u00dfen Debatte, denn konkret und auch wenn die Formen freier sind, wird die urspr\u00fcngliche Idee der Klagehefter der politischen Macht tats\u00e4chlich zu derem eigenen Nutzen zur\u00fcckgegeben. Wo ist die Autonomie der Bewegung geblieben?<\/p>\n<p>Es ist in der Tat der R\u00fcckzug aus dem direkten Handeln auf der breitesten und verst\u00e4ndlichsten Grundlage f\u00fcr den gesamten Slogan \u00abdank ab, Macron\u00bb, den wir hier erleben. Dies ist ein Schritt zur\u00fcck von der Herausforderung des Staates, die sich aus Kreiselblockaden und nicht erkl\u00e4rten Demonstrationen ergibt. Insofern scheint das RIC nun die Hoffnung auf einen in weiter Ferne liegenden R\u00fccktritt darzustellen, die den Glauben an einen sofortigen R\u00fccktritt ersetzt.<\/p>\n<p>Eine vom RIC unterst\u00fctzte Referenz, die in keinem anderen Teil der Bev\u00f6lkerung zu finden ist und die zudem in den verschiedenen Gruppen Gelber Westen nicht wirklich diskutiert wird. So gibt es beispielsweise keine wirkliche \u00dcbereinstimmung dar\u00fcber, ob das RIC eine Forderung ist und wenn ja, wo es in den breiten Katalog der Forderungen oder Vorschl\u00e4ge passt, die oft in jedem der 42 urspr\u00fcnglichen Vorschl\u00e4ge zu finden sind, oder ob es nur ein Mittel ist, um die Forderungen oder Vorschl\u00e4ge zu erf\u00fcllen. Das RIC soll jedoch alle Probleme l\u00f6sen, sobald es nach Offenlegung seiner Prinzipien von allen verstanden wird. Was hier auftaucht, ist der Widerspruch zwischen der kollektiven Aktion der Gelben Westen und einem RIC, das auf dem individuellen Akt der Abstimmung in der Wahlkabine oder sogar mit einem einfachen Computerklick von zuhause aus basiert.<\/p>\n<p>Mit dem RIC an der Spitze des Gesetzes w\u00fcrden wir einen Bruch zwischen politischer Revolution und sozialer Revolution erleben, ein Bruch, der bereits zur Zeit der Franz\u00f6sischen Revolution vorhanden war<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Die Macht selbst wird nicht in Frage gestellt, ebenso wenig wie die Natur des Staates. Es ist, als ob das ganze Problem, das die RIC erm\u00f6glicht hat, die Gelben Westen die Natur des Staates vergessen lie\u00dfe, den sie w\u00e4hrend ihrer Bewegung entdeckt oder wiederentdeckt haben. Dies birgt die Gefahr, dass die politische Funktion \u00fcberpersonalisiert wird und der widerspr\u00fcchliche Zusammenhang zwischen individueller Pers\u00f6nlichkeit und \u00f6ffentlichem Dienst ignoriert wird. F\u00fcr die Mehrheit der Gelben Westen sind politisches Personal und Oligarchie \u00abSystem\u00bb und daher nicht trennbar. Es scheint daher inkonsequent, nur politisches Personal (Macron, Castaner) und ihre Untergebenen (Benalla usw.) anzugreifen, als ob sie als Individuen bestraft werden sollten, anstatt gegen die Tatsache zu k\u00e4mpfen, dass es ein professionelles politisches Personal gibt, dessen Funktion getrennt ist, diese Trennung der Aktivit\u00e4ten, eine von vielen anderen ist ein Merkmal des \u00abkapitalistischen\u00bb Systems&#8230;&#8230; Dasselbe gilt, wenn das RIC seine Arbeit der sauberen H\u00e4nden durchf\u00fchren will, indem es fordert, dass das Strafregister der Volksvertreter sauber gehalten wird. Ohne Radikalisierung ihrer Position d\u00fcrfte dieser Vorschlag zu der heutigen italienischen Situation f\u00fchren, die zum Teil dank der \u00abSaubere H\u00e4nde\u00bb-Kampagne (mani pulite) entstanden ist, auch wenn sich die Bewegung stark von den F\u00fcnf Sternen unterscheidet.<\/p>\n<p>Sicherlich fordern die Gelben Westen Amnestie f\u00fcr die verurteilten Gelben Westen, aber sie denken nicht, dass dies auf fr\u00fchere Taten ausgedehnt werden sollte, die w\u00e4hrend der Demonstrationen gegen das Arbeitsgesetz begangen wurden, als diese noch ungef\u00e4hr in der gleichen Gr\u00f6\u00dfenordnung lagen, mit pr\u00e4ventiven Verhaftungen, Demonstrationsverboten und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Strafen. Auch wenn viele Gelbe Westen sagen, dass sie ihre damalige Passivit\u00e4t bedauern, scheinen sie die Ereignisse nicht verbinden zu wollen und sind wohl Opfer ihres Beschr\u00e4nkung auf die unmittelbare Gegenwart..<\/p>\n<p>In ihrer gegen Personen gerichtete Wut, auch wenn diese nun andere sind, treten die Gelben Westen immer in die Fu\u00dfstapfen der franz\u00f6sischen Revolution. In der Tat, wenn auf die Eroberung der Bastille eine \u00d6ffnung des Gef\u00e4ngnisses folgte, wurde es sehr schnell wieder gef\u00fcllt und sogar von denen \u00fcberf\u00fcllt, die nicht guillotiniert waren. Dar\u00fcber hinaus gab es an den Kreisverkehren der Gelben Westen zeitweise Tafeln mit den Guillotinen, und die Demonstranten wurden sogar vor Gericht gestellt, weil sie die \u00f6ffentliche Hinrichtung von Macron durch Zwischenfiguren nachgeahmt hatten. Das Problem ist, dass das \u00abSystem\u00bb heute etwas weiter von seinen \u00abTr\u00e4gern\u00bb entfernt ist als damals. Dies gilt sowohl aus der Sicht einer immer abstrakteren kapitalistischen Funktionsweise als auch aus der Sicht eines Staates, der sich von der Nationenform hin zur Netzwerkform bewegt. Aber vielleicht ist es auch das, was die Bresche schafft, durch die man einfallen kann. Im Vergleich zur Zeit der Franz\u00f6sischen Revolution, als die soliden Institutionen noch nicht vorhanden waren, verwiesen die Dritte und Vierte Republik die Politiker in Positionen, die ihrer Funktion und den Institutionen des Nationalstaates untergeordnet waren. Die F\u00fcnfte Republik und insbesondere die allgemeinen Wahlen haben den Trend jedoch umgekehrt. Die anschlie\u00dfende Personalisierung der Macht wurde seither indirekt durch die relative Resorption von Institutionen innerhalb des Staates in seiner Netzwerkform verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Es gibt einen Sturm im Kopf der Gelben Westen, denn wie kann man den Widerspruch zwischen einerseits der universalistischen Tendenz zur Republik der Menschheit<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>, die als strategische Perspektive der Bewegung erscheint, und andererseits einem popul\u00e4ren Souver\u00e4nismus, der der Nation Farbe und Lack zur\u00fcckzugeben scheint, l\u00f6sen?<\/p>\n<p><strong>Die Schwierigkeit, eine Organisationsform zu finden.<\/strong><\/p>\n<p>Die Verallgemeinerung der Besetzung der Kreisverkehre, die wir in unserer Brosch\u00fcre \u00abUne tenue jaune qui fait communaut\u00e9<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>\u00bb gefordert haben, wird nun durch die Unterdr\u00fcckung seitens des Staates untergraben, der eine Verlagerung seines integrierten kapitalistischen Raums (eine Gefahr f\u00fcr seine Kontrolle \u00fcber den Fluss von Menschen und G\u00fctern) und die Voraussetzungen f\u00fcr eine weitere Reproduktion sozialer Beziehungen erf\u00e4hrt, die zwar keinen wichtigen und organisierten Befestigungspunkt wie Notre-Dame-des-Landes erreichte, aber dennoch eine Tendenz zur Verbreitung von H\u00fctten darstellte, die als so viele Schlacken in einer Landschaft betrachtet wurden, die gegl\u00e4ttet werden sollten. Heute geht es eher darum, sich auf seine eigenen Angelegenheiten zur\u00fcckzuziehen oder sich an den Mautstationen mit direkter Aktion handgreiflich bemerkbar zu machen; dies v.a. am Rande von Gro\u00dfst\u00e4dten, im Vergleich zur Situation in D\u00f6rfern und um Kleinst\u00e4dte, wo alle zwischengeschalteten Formen des Kampfes zu koexistieren scheinen und so gut sie k\u00f6nnen fortbestehen.<\/p>\n<p>Andererseits haben sich die Versammlungen in zahlreichen St\u00e4dten entwickelt, aber auf traditionelleren Grundlagen und Organisationsmethoden, die dem entsprechen, was sie zur Zeit von Nuit debout waren, d.h. mit einer Fixierung auf den demokratischen Formalismus, der der Idee der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung oft widerspricht. Auch mit Tendenzen, die Organisation \u00aborganisieren\u00bb zu wollen oder die Leute dazu zu bringen, dar\u00fcber abzustimmen, ob sie abstimmen werden und andere prozedurale Freuden), um manchmal eine Verkehrung der Dinge herbeizuf\u00fchren, in denen die Vollversammlung glaubt, dass sie die Bewegung ausmacht, w\u00e4hrend es bestenfalls die Bewegung ist, die die Vollversammlung macht. W\u00e4hrend es im Kreisverkehr ohne Probleme m\u00f6glich war, von der Diskussion zur Aktion und umgekehrt \u00fcberzugehen, wobei die Organisation m\u00f6glicherweise auf der Ebene einer Koordination von Kreisverkehren liegt, war die Form der Versammlung angesichts der Kluft zwischen dem Fortschritt ihrer Organisationsform und dem geringen Realit\u00e4tsgehalt ihrer Entscheidungsform \u00e4usserst machtlos, zum Beispiel auf der Ebene der Organisation von Manifestationen, auf deren Durchf\u00fchrung sie tats\u00e4chlich weiterhin kaum Einfluss hat.<\/p>\n<p><strong>Nicht alles steht auf dem Spiel<\/strong><\/p>\n<p>Kollektive Aktionen, ob auf den Kreiseln oder auf der Stra\u00dfe, st\u00e4rken st\u00e4ndig den politischen und sozialen K\u00f6rper der Gelben Westen, denn bei diesen Gelegenheiten wird er mit der Macht des Staates konfrontiert, auch physisch, wo ein Alles oder Nichts gespielt wird, weit \u00fcber die \u00abEchten Debatten\u00bb und andere RICs hinaus. Dar\u00fcber hinaus sind die Themen, die von den Gelben Westen in sozialen Netzwerken ver\u00f6ffentlicht und in einer Umfrage der Zeitung Le Monde behandelt wurden, ein Beweis daf\u00fcr, denn sie zeigen, dass es die Mobilisierung ist, die am h\u00e4ufigsten erw\u00e4hnt wird, gefolgt von der Repression, dann die Kritik an den Eliten, die halb so oft verwendet wird wie die erste und schlie\u00dflich die der Forderungen, die viermal weniger erw\u00e4hnt wird als die erste.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>In dieser kollektiven Aktion macht die Bewegung die praktische Erfahrung einer Welt, die sie pl\u00f6tzlich nicht mehr zu ertragen scheint, weil sie begonnen hat, bestimmte Bedingungen zu ver\u00e4ndern (Sozialit\u00e4t, Br\u00fcderlichkeit und Solidarit\u00e4t, gegenseitige Hilfe), w\u00e4hrend sie es jedem erlaubt, sich durch diese Aktion selbst zu entdecken und sich in derselben Bewegung zu verwandeln.<\/p>\n<p>Direkte Aktionen machen diese Bewegung aus, und Demonstrationen, wie die vom Samstag, den 16. M\u00e4rz zeigen, dass sie notwendig sind. Neben der subjektiven Befriedigung des angestrebten Glasbruchs \u00fcbernahmen die Gelben Westen erstmals die Rolle von \u00abChaoten\u00bb oder Sympathisanten von Chaoten und posierten schamlos inmitten des Schadens. Aber ich bin mir nicht sicher, ob dies die Dinge voranbringen wird, sobald die Basis der Bewegung schrumpft und immer mehr Wut hochkommt&#8230;. aber gegen die Gelben Westen und \u2013 im \u00e4ussersten Fall \u2013 \u00a0dass die Regierung das n\u00e4chste Mal in der Lage sein wird, die Demonstranten mit unausl\u00f6schlichen Mitteln zu \u00abmarkieren\u00bb und, warum nicht, sie \u00fcber den Haufen schie\u00dfen zu lassen<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>.<\/p>\n<p>Es gibt keine schnell L\u00f6sung, da die Bewegung einen Teil ihrer urspr\u00fcnglichen Dynamik ausgesch\u00f6pft hat. Es ist klar, dass die Bewegung im Moment ihrer gr\u00f6\u00dften Gewalt erkennen muss, dass sie mittellos ist &#8230;. und der Gnade der Entscheidungen der Beh\u00f6rden ausgesetzt ist. Die Ernsthaftigkeit der Revolutionslust der Gelben Westen, die zu Beginn der Bewegung unvorstellbar war, treibt sie vorerst zu einem Wechselspiel von Versuchen der Institutionalisierung und Politik um Alles oder Nichts, bis hin zu aufr\u00fchrerischen Praktiken (Paris, Bordeaux, Toulouse in geringerem Ma\u00dfe). Das \u00abUltimatum\u00bb vom 16. M\u00e4rz ist ein starker Akt, aber es besteht auch die Gefahr eines Sprungs in die Leere, wenn die Bewegung nicht sofort reagiert und ihre Wirkungsweisen diversifiziert; indem sie beispielsweise vor\u00fcbergehend vor einer erneuten Kraftprobe absteht oder diese anderswo provoziert, aber auf unerwartete Weise<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>. Es geht darum, eine Verbindung zwischen all diesen Taktiken herzustellen, ohne diese gegeneinander auszuspielen. Die seit Anfang der Woche ergriffenen Ma\u00dfnahmen zeigen, dass die Regierung Angst hat. Im Gegensatz zu dem, was sie zu glauben versucht, sind nicht alle Versammlungen verboten und vor allem nicht, wenn es um die Gelben Westen, die neue soziale Pest geht. Die Regierung kann daher nicht \u00fcberall eingreifen, solange sie \u00fcberall bel\u00e4stigt wird. Vorw\u00e4rts! Vorw\u00e4rts! Vorw\u00e4rts!<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/lundi.am\/Gilets-jaunes-sur-la-ligne-de-crete\"><em>lundi.matin&#8230;<\/em><\/a><em> vom 25. M\u00e4rz 2019; \u00dcbersetzung durch Redaktion maulwuerfe.ch<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Wir sprechen hier nicht \u00fcber die Versammlungen von Gelben Westen der Art von Commercy oder Maison du Peuple von Saint-Nazaire, von in der Tat politisierten Menschen, die durch eine Tailnahme an Nuit debout politisiert wurden, oder Aktivisten, die mehr oder weniger in Phase mit LFI oder der NPA stehen, die die Freiz\u00fcgigkeit von Personen, die Aufnahme von Migranten, die Praxis des integrativen Schreibens und die Herangehensweise von \u00abMenschen von unten\u00bb, von denen sie nicht wirklich Teil sind, bejahen; ihr Beitritt zur Bewegung wird h\u00e4ufiger durch politischen Proselytismus motiviert.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Dies ist zweifellos der Grund, warum Losungen gegen den Marrakesch-Pakt gelegentlich und schlie\u00dflich heimlich in den Prozessionen der Gelben Westen via rechtsextreme Demonstranten aufgetaucht sind.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Siehe Artikel: \u00abLes r\u00e9fugi\u00e9s sont les bienvenus sur les m\u00e9tiers en tension\u00bb.\u00a0<em>Le Monde<\/em>, 21\u00a0mars 2019, p.\u00a020.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Es ist, als h\u00e4tten die Gelben Westen intuitiv die Lehren aus dem 13. Mai 1968 gezogen, als die Studenten die Zukunft der Bewegung an die CGT \u00fcbergaben, w\u00e4hrend im gegenw\u00e4rtigen Kontext die gleiche CGT angesichts des Kapital-Arbeits-Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses und ihres abnehmenden Einflusses diese Forderung ohnehin nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Siehe unsere Brosch\u00fcre: \u00abDans les rets du\u00a0RIC\u00a0: remarques sur les faiblesses politiques d\u2019une revendication\u00bb, Februar 2019: <a href=\"http:\/\/tempscritiques.free.fr\/spip.php?article397\">http:\/\/tempscritiques.free.fr\/spip.php?article397<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> <a href=\"http:\/\/blog.tempscritiques.net\/archives\/2614\">http:\/\/blog.tempscritiques.net\/archives\/2614<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> <a href=\"http:\/\/tempscritiques.free.fr\/spip.php?article392\">http:\/\/tempscritiques.free.fr\/spip.php?article392<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Nat\u00fcrlich sind es nur Umfragen und Statistiken, aber es ist zu fragen, wer den RIC in die Frucht eingebracht hat?<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Siehe Merkblatt der Polizeigewerkschaft Synergie-Officiers (<a href=\"https:\/\/twitter.com\/PoliceSynergie\/status\/1107662000291753985\/photo\/1\">https:\/\/twitter.com\/PoliceSynergie\/status\/1107662000291753985\/photo\/1<\/a> ).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Diese Situation, die der \u00c4lteste von uns am 25. Mai 1968 am fr\u00fchen Morgen kannte&#8230; ohne die M\u00f6glichkeit zu haben, ein g\u00fcnstiges Ergebnis zu erzielen. Aber die Geschichte wiederholt sich nie&#8230;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Temps Critiques. Eine Gratwanderung, die alle Aufst\u00e4nde begleitet, denn per Definition wissen wir nicht, wann und wie der Umschlag erfolgen wird. 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