{"id":5205,"date":"2019-04-08T12:28:04","date_gmt":"2019-04-08T10:28:04","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5205"},"modified":"2019-04-08T14:28:30","modified_gmt":"2019-04-08T12:28:30","slug":"us-imperialismus-wird-assad-rehabilitiert-und-tuerkei-zum-neuen-hauptfeind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5205","title":{"rendered":"US-Imperialismus: Wird Assad rehabilitiert und T\u00fcrkei zum neuen Hauptfeind?"},"content":{"rendered":"<p><em>Manfred Ecker.<\/em> <strong>Der angek\u00fcndigte Abzug der US-Truppen aus Syrien ist typisch f\u00fcr das verzweifelte Strampeln der USA in dem Morast der Kriege im Mittleren Osten. Was<!--more--> immer die USA seit der Besetzung des Irak im Jahr 2003 getan haben, sie wurden tiefer in den selbst geschaffenen Sumpf hineingezogen.<\/strong><\/p>\n<p>Trumps Ank\u00fcndigung, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen, wird von europ\u00e4ischen und US-amerikanischen Liberalen heftigst kritisiert. Absurderweise solidarisiert man sich gleichzeitig mit dem zur\u00fcckgetretenen Verteidigungsminister James Mattis, einem Mann, der die Kriege im Mittleren Osten immer weiter brutalisiert hat.<\/p>\n<p><strong>Folgen des Irakkriegs<\/strong><\/p>\n<p>Stephen Walt vom Magazin\u00a0<em>foreign policy<\/em>\u00a0schrieb treffend: \u201eDiese Situation erinnert uns daran, wie dumm es von den USA war, damals 2003 in den Irak einzumarschieren. H\u00e4tte es keinen Irakkrieg gegeben, dann h\u00e4tte es auch keine US-Besatzung gegeben, keine anti-amerikanische Aufstandsbewegung, keine Al-Kaida in Mesopotamien, und damit keinen Islamischen Staat. Und doch w\u00e4rmen die strategischen Genies (inklusive dem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton), die dieses ungl\u00fcckselige Komplott vorangetrieben haben, immer neue Versionen derselben Politik auf.\u201c<\/p>\n<p>Die USA haben den Krieg gegen den Irak und den Sturz Saddam Husseins in einer Art Machtrausch der konservativen Falken gef\u00fchrt, um der Welt vorzuf\u00fchren, wozu die milit\u00e4rische Macht der USA imstande ist. Stattdessen beseitigte man mit Saddam Hussein den Hauptkonkurrenten des Mullah-Regimes in Teheran und erlaubte dem Iran seinen Einfluss in den Irak auszudehnen. Der gr\u00f6\u00dfte Konkurrent der USA, China, nutzte in aller Ruhe die Zeit, um wirtschaftlich und milit\u00e4risch aufzuholen, bis die USA schlie\u00dflich den schmerzhaften Entschluss gefasst haben, sich aus dem Mittleren Osten zur\u00fcckzuziehen und ihre Kr\u00e4fte auf China und den Pazifik zu konzentrieren. Aber M\u00e4nner wie James Mattis glaubten immer noch an die F\u00e4higkeit der USA, an allen Fronten gleichzeitig k\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen und sorgten daf\u00fcr, dass die US-Pr\u00e4senz im Mittleren Osten aufgestockt wurde.<\/p>\n<p><strong>Kuscheln mit Assad<\/strong><\/p>\n<p>Ein anderer Fl\u00fcgel der US-Eliten denkt, Syrien sei ohnehin ein wenig lohnendes Gebiet, und wenn die USA es verlassen, dann w\u00fcrden die verbliebenen M\u00e4chte sich gegenseitig besch\u00e4ftigen und verausgaben. Ein gef\u00e4hrliches Spiel, denn dabei k\u00f6nnten genauso gut die treuesten US-Alliierten, wie Israel und Saudi-Arabien, das Nachsehen haben. Anfang J\u00e4nner hat David Hearst, der leitende Redakteur des Middle East Eye, Informationen ver\u00f6ffentlicht, wonach sich Vertreter Israels, Saudi-Arabiens, \u00c4gyptens und der Saudischen Emirate\u00a0<a href=\"https:\/\/www.middleeasteye.net\/news\/revealed-how-gulf-states-hatched-plan-israel-rehabilitate-assad\">geheim getroffen<\/a>\u00a0und einen strategischen Fahrplan f\u00fcr die Zukunft Syriens entworfen haben. Demnach soll der Schl\u00e4chter Syriens, Pr\u00e4sident Bashar al-Assad, wieder voll rehabilitiert und Syrien wieder in die Arabische Liga aufgenommen werden.<\/p>\n<p><strong>T\u00fcrkei wird Israels Hauptfeind<\/strong><\/p>\n<p>Zweitens war man sich darin einig, k\u00fcnftig die T\u00fcrkei als den gr\u00f6\u00dften Herausforderer in der Region zu bewerten, und nicht mehr den Iran. Ein Strategiewechsel, der gro\u00dfe Auswirkungen auf die Politik hierzulande haben wird \u2013 Munition f\u00fcr den antit\u00fcrkischen Schwerpunkt im Rassismus der schwarz-blauen Regierung. Der Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, Yossi Cohen, d\u00fcrfte die Neuorientierung so begr\u00fcndet haben: \u201eDie Macht des Iran ist fragil. Die wirkliche Bedrohung kommt aus der T\u00fcrkei.\u201c Im Zuge dieser Politik werden die kurdischen Milizen (YPG) neuerlich zum Spielball imperialistischer Intrigen. Gemeinsam mit Assad will man die YPG vor einem Angriff der T\u00fcrkei besch\u00fctzen und aufr\u00fcsten. Im Gegenzug soll Assad den iranischen Einfluss in Syrien eind\u00e4mmen. In diesem Zusammenhang ist die Drohung Trumps, er werde die T\u00fcrkei wirtschaftlich zerst\u00f6ren, wenn sie die Kurden in Syrien angreift, zu verstehen.<\/p>\n<p><strong>Triumph der Taliban?<\/strong><\/p>\n<p>Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.politico.com\/story\/2019\/01\/26\/us-afghanistan-taliban-1128599\">Gespr\u00e4che<\/a>\u00a0der US-Regierung mit den Taliban stellen ein weiteres Man\u00f6ver dieser Strategie f\u00fcr den Mittleren Osten dar. Bei den Gespr\u00e4chen in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, verhandelten Vertreter der USA, der Emirate, der Saudis und Pakistans mit den Taliban \u00fcber die zuk\u00fcnftige Machtverteilung in Afghanistan. Ein Schwerpunkt d\u00fcrfte dabei sein, den Einfluss des Iran in Afghanistan zu minimieren.<\/p>\n<p>Wie immer wird die Politik der USA, der F\u00fchrungsmacht des westlichen Imperialismus, gro\u00dfen Einfluss auf die Politik in Europa haben. Antimuslimischer Rassismus wird uns noch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit herausfordern und eine m\u00f6gliche internationale Allianz gegen die T\u00fcrkei ist zu bef\u00fcrchten. Linke m\u00fcssen verstehen, dass es gilt, imperialistische Politik in all ihren Facetten zu bek\u00e4mpfen, und sich nicht in ihre Spielchen reinziehen zu lassen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/linkswende.org\/us-imperialismus-wird-assad-rehabilitiert-und-tuerkei-zum-neuen-hauptfeind\/\"><em>linkswende.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 8. April 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manfred Ecker. Der angek\u00fcndigte Abzug der US-Truppen aus Syrien ist typisch f\u00fcr das verzweifelte Strampeln der USA in dem Morast der Kriege im Mittleren Osten. 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