{"id":5351,"date":"2019-05-18T15:34:49","date_gmt":"2019-05-18T13:34:49","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5351"},"modified":"2019-05-18T15:34:49","modified_gmt":"2019-05-18T13:34:49","slug":"unkenrufe-von-der-klassenfront","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5351","title":{"rendered":"Unkenrufe von der\u00a0Klassenfront"},"content":{"rendered":"<p><em>Antifa Kritik &amp; Klassenkampf.<\/em> Obwohl in der deutschsprachigen Linken der Klassenkampf wieder diskutiert und die \u201esoziale Frage\u201c mit viel Kongress-, Vortrags- und Schreibt\u00e4tigkeit bedacht wird, k\u00f6nnte man<!--more--> den Eindruck gewinnen, dass mit den\u00a0<em>buzzwords<\/em>\u00a0von \u201esozialer Frage\u201c und \u201eNeue Klassenpolitik\u201c die grassierende Ideen- und Perspektivlosigkeit kommunistischer Politik eher verdeckt, als gehaltvoll bearbeitet wird. Dabei kam die \u201eNeue Klassenpolitik\u201c aus gutem Grund auf die Tagesordnung. Sp\u00e4testens in den 90er Jahren wurde in der radikalen Linken eine Perspektive popul\u00e4r, die sich vor allem auf Ideologiekritik konzentrieren wollte. Andererseits zwangen erstarkende und aggressiver auftretende neonazistische Kr\u00e4fte die antifaschistische Aktion in Form von direktem Abwehrkampf auf die Tagesordnung linksradikaler Praxis. Die soziale Lage der Ausgebeuteten geriet damit aus dem Blickfeld.<\/p>\n<p>Dieser Marxismus ohne Klassenkampf m\u00fcndete in seiner Konsequenz schlie\u00dflich zu Beginn der 2000er Jahre in einem verh\u00e4ngnisvollen Fehler. Die rot-gr\u00fcne Regierung setzte das um, wof\u00fcr sich der b\u00fcrgerliche Staat am liebsten Sozialdemokrat*innen h\u00e4lt: die Zerschlagung aller Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung. Mit Hartz IV setzte sie einen vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt der Angriffe auf die Arbeiter*innenklasse der BRD. W\u00e4hrenddessen beschr\u00e4nkten sich gro\u00dfe Teile der linksradikalen Szene auf die Zuschauerrolle <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Anstatt sich aktiv einzumischen, ging es vielen eher darum, aufgrund rechter Parolen und der nicht klar klassenk\u00e4mpferisch-emanzipatorischen Linie des Proletariats, dessen Proteste in G\u00e4nze als rechts zu denunzieren. Sp\u00e4testens mit dem manifesten Ausbruch der Krise des Kapitals im Jahre 2008 und der Erfahrung der Wirkungslosigkeit der jahrelangen Krisenproteste wurde diese Haltung hinterfragt und eine breite Diskussion \u00fcber eine Bezugnahme der Linken auf die K\u00e4mpfe der lohnabh\u00e4ngigen Klasse gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Gut gemeint ist jedoch noch lange nicht gut gemacht. Das hat nun ein Mitte Februar 2019 im\u00a0<em>re:volt<\/em>\u00a0<em>mag<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichter Text mit dem Titel\u00a0<a href=\"https:\/\/revoltmag.org\/articles\/die-gelbe-weste-und-wir\/\">\u201eDie gelbe Weste und Wir\u201c<\/a>\u00a0deutlich gemacht. Der Text baut zun\u00e4chst auf ebendem Befund auf, dass die deutschsprachige Linke sich in der Vergangenheit allzu ferngehalten hat von sozialen Auseinandersetzungen \u2013 soll hei\u00dfen: konkreten K\u00e4mpfen um Lebens- und Arbeitsbedingungen. Es ist jedoch an Absurdit\u00e4t schwer zu \u00fcberbieten, sich deswegen einer Demonstration von Faschist*innen anzuschlie\u00dfen, die mit den \u201eGilets jaunes\u201c gerade mal die gelben Westen gemein hat, und sich daraus eine klassenk\u00e4mpferische Bewegung oder gar Revolte herbei zu phantasieren. Ihrer Kampagnenlogik verhaftet, halten die Autor*innen jede Demo schon f\u00fcr einen sozialen Kampf, der mit den aktuellen Auseinandersetzungen in Frankreich vergleichbar w\u00e4re. Es ist die Tragik der Verfasser*innen, die sich in ihrem \u00dcbereifer, jetzt endlich alles besser zu machen und soziale K\u00e4mpfe nicht mehr rechts liegen zu lassen, auf die erstbeste \u201eBewegung\u201c aufspringen und so auf einer Demo von organisierten Rechten landen.<\/p>\n<p><strong>Eine Kartoffel \u2013 keine Birne<\/strong><\/p>\n<p>Dem Vorschlag, an Gelbwesten-Demonstrationen, wie denen von Wiesbaden, teilzunehmen, um \u201eklar zu machen, dass die soziale Frage im Kern eine linke Frage ist und sein muss\u201c fehlt es sowohl an einer Analyse des konkreten Ph\u00e4nomens dieser Wiesbadener \u201eWirSindVielMehr\u201c- \u201eBewegung\u201c, als auch an einem Begriff von Klassenkampf. Die Unbestimmtheit, mit der die Autor*innen davon reden, dass \u201eSachen losgehen, mit denen wir nicht gerechnet haben\u201c, verweist darauf, wie diffus die als Strategie feil gebotene Mischung aus praktischer Hilflosigkeit und hoffnungsvoller Projektion inhaltlich ausf\u00e4llt. Eine genauere Begr\u00fcndung fehlt daher auch, warum gerade die \u201eGelbwesten\u201c in Wiesbaden der strategisch richtige Ankn\u00fcpfungspunkt sein sollen, an dem die nun als \u201eRitualkiste\u201c beschriebene antifaschistische Politik sich pl\u00f6tzlich als falsch erweist.<\/p>\n<p>Eine Diskussion \u00fcber die Bewegung der \u201eGelbwesten\u201c w\u00e4re auch aus unserer Sicht spannend. Zu Beginn ihres Textes treffen die Autor*innen durchaus einige Aussagen zu der franz\u00f6sischen Bewegung, die lohnend kritisch diskutiert werden k\u00f6nnten. Das Problem ist: das gelbe H\u00e4ufchen Volk in Wiesbaden hat mit den \u201eGelbwesten\u201c gerade mal ein St\u00fcck Sicherheitsbekleidung gemein. Die Autor*innen tappen also in die Falle, die ihnen von den aufrufenden Faschist*innen gestellt wurde. Eine mit gelben Westen verkleidete Demonstration in Wiesbaden in eins mit der Bewegung der \u201eGelbwesten\u201c in Frankreich zu setzen. Das f\u00fchrt dann dazu, die Strategien der franz\u00f6sischen Linken im Umgang mit ihr auf die BRD \u00fcbertragen zu wollen. Aber keine der Eigenschaften, die zu Beginn des Textes den \u201eGilets jaunes\u201c zugeschrieben werden und die Autor*innen dazu veranlassen, die \u201eRevolte\u201c in Frankreich als \u201eim Kern links\u201c zu beschreiben, trifft auf die Proteste in Wiesbaden zu.<\/p>\n<p>Es handelt sich bei den Aktionen in Wiesbaden nicht um eine \u201emilitante Revolte\u201c, die sich an einem konkreten politischen Vorhaben spontan und \u00fcberraschend entz\u00fcndet und die an eine selbstbestimmte und k\u00e4mpfende Subjektivit\u00e4t erinnert. Es handelt sich um rechte Symbolpolitik. \u00dcberhaupt gibt es keine wesentlichen Gemeinsamkeiten in der politischen Form zwischen Wiesbaden und Frankreich. Es haben schlicht ein paar Leutchen in Wiesbaden die Symbolik der \u201eGelbwesten\u201c gekapert. Deshalb hat auch der als \u201eUnkenruf\u201c abgestempelte Einwand Hand und Fu\u00df und ist keineswegs Ausdruck von \u201eVerunsicherung\u201c. Einzig dar\u00fcber besteht Verunsicherung, wie man auf die Idee kommen kann, die Aktion als Paradebeispiel einer neuen Strategie zu propagieren. Etwa indem die Autor*innen sagen: \u201eAuch wir m\u00fcssen (wie die Genoss*innen in Frankreich) in die Gelbwesten-Bewegung intervenieren und die trifft sich in Wiesbaden\u201c. Mit dieser Feststellung gestehen sie den dortigen Organisator*innen zu, dass sie die legitimen Gelbwesten Hessens sind. Sie best\u00e4tigen diese also gerade in der Aneignung der Symbolik, anstatt darauf hinzuweisen, dass es in Wiesbaden um etwas ganz anderes geht, als in Frankreich. In Abgrenzung dazu m\u00fcsste klar gemacht werden, worum es in einer klassenk\u00e4mpferischen Bewegung eigentlich gehen m\u00fcsste. Dieser Einwand hat nichts mit Verunsicherung zu tun, sondern mit der Gewissheit, dass die Aktion in Wiesbaden im besten Fall wenig durchdacht war. Im schlechteren Fall verweist sie auf gravierende theoretische, wie praktische Abgr\u00fcnde von Teilen der radikalen Linken.<\/p>\n<p><strong>Deutsche Antworten auf Klassenfragen<\/strong><\/p>\n<p>Die Autor*innen entlarven sich dabei selbst. An keiner Stelle wird auf die inhaltlichen Forderungen der Faschist*innen in Wiesbaden verwiesen und dargelegt, wieso diese sich nun inhaltlich mit denen der \u201eGelbwesten\u201c Frankreichs decken sollen, oder warum sie unabh\u00e4ngig davon interessant und der Unterst\u00fctzung wert seien. Vielleicht aus gutem Grund.<\/p>\n<p>Die faschistische Zusammensetzung der Wiesbadener \u201eBewegung\u201c ist n\u00e4mlich gut recherchiert und dokumentiert. Bereits am 11. Januar hat die Recherchegruppe Wiesbaden und Umgebung diese Aufgabe dankenswerterweise \u00fcbernommen <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Wie es die Autor*innen sp\u00e4testens bei solchen Redebeitr\u00e4gen noch auf einer Demonstration ausgehalten haben, f\u00fcr deren ungehinderten Zug man sich den von Genoss*innen blockierten Weg von der Polizei freir\u00e4umen lie\u00df, erschlie\u00dft sich uns nicht. Hier kann mitnichten davon gesprochen werden, dass irgendwelche Rechte auf einen Zug aufspringen, oder man es mit dem Problem von vereinzelten rassistischen Kleingr\u00fcppchen innerhalb einer aufkommenden, (noch) unorganisierten Revolte zu tun h\u00e4tte. Aufrufe, Reden, Transparente offenbaren den v\u00f6lkischen, nationalistischen und verschw\u00f6rungsideologischen Charakter der \u201eGelbwesten Wiesbaden\u201c. Dass die Demonstration Rechte und organisierte Nazis anzieht, ist nur Resultat und Ausdruck ihrer politischen Ausrichtung. Es ist irref\u00fchrend, dabei rein \u00fcber Quantit\u00e4ten zu diskutieren. Eine Handvoll Linke auf einer rechten Demo machen die Demo noch nicht links. Und auch 50, 80, 100 linke Teilnehmer*innen, die auf der Veranstaltung mitlaufen, tun das nicht. Die Frage nach der politischen Ausrichtung einer Demonstration, wie jeglicher Praxis, ist eine qualitative. Selbstverst\u00e4ndlich werden die Inhalte wiederum von praktisch sich beteiligenden Personen beeinflusst, entziehen sich damit aber auch zu einem gewissen Grad dem Zugriff. Dennoch spielen jene Personenkreise eine entscheidende Rolle, die ausgestaltende Funktionen einnehmen, die die materiellen Bedingungen einer Demonstration bestimmen: Organisieren, mobilisieren, die Infrastruktur kontrollieren. Im Fall der \u201eGelbwesten Wiesbaden\u201c eben von Gruppen mit h\u00fcbschen Namen wie \u201eAbendland Deutschland\u201c und AfD-Nazis wie Ralph B\u00fchler. Vereinzelte Teilnehmer*innen mit linker Gesinnung verhelfen unter diesen Umst\u00e4nden vielleicht zu dem der Demo nicht unbedingt sch\u00e4dlichen Querfront-Ambiente, aber sicher nicht dazu, dass die Organisator*innen-Nazis \u201eschnell lernen, dass dort kein Platz f\u00fcr sie ist\u201c.<\/p>\n<p>Vor allem aber verweist die Fehleinsch\u00e4tzung der Situation, die es erm\u00f6glicht, die eigene Unterst\u00fctzung einer solchen Demo als \u201eIntervention\u201c sch\u00f6n zu reden, auf ein tiefer gehendes Problem. Scheinbar blind geworden vor Freude, endlich die sich massiv aufdr\u00e4ngende Klassenfrage f\u00fcr sich entdeckt zu haben und vor \u00dcbereifer, die Fehler der 2000er jetzt wieder so richtig gut zu machen, verkennen die Autor*innen, dass deutsche Antworten auf Klassenfragen immer noch deutsch sind. Die Diskussionen \u00fcber Schmarotzer*innen, die Unterscheidung von \u201eguten\u201c, also verwertbaren, und \u201eschlechten\u201c Fl\u00fcchtlingen, die Abschottung Europas durch Frontex seit 2005. All das begleitete die sogenannten \u201eReformen\u201c, wie Hartz IV, das Tarifeinheitsgesetz, die organisierten Angriffe auf die arbeitende Klasse durch das Kapital. Die (bewussten, wie unbewussten) Formen der Krisenbearbeitung sind wie eh und je: Sexismus und Antifeminismus, Nationalismus, Rassismus und offener, wie verdeckter Antisemitismus.<\/p>\n<p><strong>Die soziale Frage, Klassenkampf und (Anti-)Faschismus<\/strong><\/p>\n<p>Wenn von den Autor*innen des Gelbwesten-Textes festgestellt wird, dass die \u201esoziale Frage\u201c im Kern eine linke Frage ist und sein muss, dann ist das richtig und falsch zugleich. Die \u201esoziale Frage\u201c war immer schon die Frage einer verunsicherten b\u00fcrgerlichen Klasse auf der Suche nach Antworten auf die Macht der Arbeiter*innenbewegung. Ihre L\u00f6sungen beschr\u00e4nkten sich seit jeher auf Integration durch Sozialpolitik oder Unterdr\u00fcckung durch die Gewaltherrschaft des Faschismus. Elend, Mangel und Armut sind Erscheinungen einer auf Ausbeutung beruhenden Gesellschaft und m\u00fcssen daher als Klassenfragen begriffen werden.<\/p>\n<p>Richtig ist, dass die einzig gute und notwendige Antwort auf die soziale Misere der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, die einzige Option, die eine Aussicht auf ein Besseres zu er\u00f6ffnen verm\u00f6chte, selbstredend nur links sein kann. Sie w\u00e4re das, was wir als Klassenkampf begreifen. Der Kampf um die Aneignung der gesellschaftlichen Bedingungen der Bed\u00fcrfnisbefriedigung, im Bewusstsein des Widerspruchs zwischen den Bed\u00fcrfnissen des eigenen Lebens und den Reproduktionsbedingungen des Kapitals \u2013 an die allt\u00e4glichen Erfahrungen dieses Widerspruchs w\u00e4re anzusetzen <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Auch wenn lange Zeit nicht mehr von Klassenkampf geredet wurde, blieb der Klassenkonflikt ja dennoch bestehen &#8211; die Produktion des nationalen Reichtums im Billiglohnland BRD basiert auf der t\u00e4glich erfahrenen Ausbeutung der Lohnabh\u00e4ngigen in Produktion und Reproduktion.<\/p>\n<p>Ein aus dieser Erfahrung erwachsender Klassenkampf, wie wir ihn verstehen, w\u00e4re eine Antwort auf die soziale Frage, die sowohl anti-b\u00fcrgerlich, als auch anti-faschistisch ist und damit faschistischen Antworten diametral entgegen gesetzt w\u00e4re. Dass die soziale Demagogie des Faschismus auf soziale \u00c4ngste eingeht, Unbehagen an den bestehenden Verh\u00e4ltnissen adressiert und ideologisch zur autorit\u00e4ren Revolte kanalisiert, ist nun wirklich nicht neu. \u201eDer Faschismus sieht sein Heil darin, die Massen zu ihrem Ausdruck (beileibe nicht zu ihrem Recht) kommen zu lassen\u201c <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. Dass nicht jede Bewegung, die sich aus den Leiderfahrungen von Elend und Mangel speist, in Richtung Emanzipation weist, ist eine Erkenntnis der Geschichte, hinter die zur\u00fcckzufallen von dumpfer Ignoranz zeugt.<\/p>\n<p>Als radikale Linke an diese Leiderfahrungen anzukn\u00fcpfen, den Konflikt der eigenen Bed\u00fcrfnisse mit denen des Kapitals konkret aufnehmen und angehen, das bedeutet auch, sich dessen zu vergewissern, wie sich der Unterschied einer emanzipatorischen Antwort zur reaktion\u00e4ren in der Praxis konkret niederschlagen muss. Auf dieser Grundlage k\u00f6nnen Strategien erarbeitet und beurteilt werden, was geeignete Orte und Wege der Ankn\u00fcpfung sind. Doch diese Grundlage scheint zu fehlen, wenn man die Wiesbadener Patriot*innen, Migrationspakt-Gegner*innen und NPD-Freund*innen zur sozialen Bewegung adelt und es als linke Strategie verkauft, sich unter das dortige Publikum zu mischen.<\/p>\n<p>Soziale Bewegungen entstehen nicht in den Wunschtr\u00e4umen voluntaristischer Linker, die sich in v\u00f6lliger Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung zur Avantgarde des kommenden Aufstands stilisieren. Sie entz\u00fcnden sich an den materiellen K\u00e4mpfen um die Bed\u00fcrfnisse, die in einen Widerspruch mit der Logik des Kapitalverh\u00e4ltnisses treten. Das Engagement, das sich Hineinbegeben in soziale K\u00e4mpfe, die\u00a0<em>eigenen<\/em>\u00a0Leiderfahrungen in soziale K\u00e4mpfe zu \u00fcberf\u00fchren, bedeutet etwas anderes, als die narzisstische Selbstdarstellung der Verfasser*innen des Gelbwestentextes, die vor revolution\u00e4rem Pathos und maskulinen \u00dcberlegenheitsgef\u00fchlen nur so strotzt. Anstatt uns in blindem Aktionismus zu verrennen, m\u00fcssten wir unsere Handlungs- und Interventionsm\u00f6glichkeiten auf der Grundlage konkreter Analysen von Form und Inhalt aufkommender Bewegungen austarieren.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/revoltmag.org\/articles\/unkenrufe-von-der-klassenfront\/\">revoltmag.org&#8230;<\/a> vom 18. Mai 2019<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Bei aller notwendiger Selbstkritik darf jedoch auch nicht vergessen werden, dass es einige Ans\u00e4tze gab: Neben der FAU, die gegen Hartz IV gek\u00e4mpft hat, gab es die bundesweite Kampagne \u201eAgenturschluss\u201c, in der auch eine Reihe post-autonomer Gruppen mitgemacht haben. Es gab Gruppen, die zum Thema Prekarisierung gearbeitet haben etc.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/rewiu.noblogs.org\/post\/2019\/01\/11\/gelbe-westen-in-wiesbaden-hand-in-hand-und-wir-sind-viel-mehr\/\">https:\/\/rewiu.noblogs.org\/post\/2019\/01\/11\/gelbe-westen-in-wiesbaden-hand-in-hand-und-wir-sind-viel-mehr\/<\/a><\/p>\n<p>Die Auswertung der zweiten Demonstration der Wiesbadener Gelbwesten, auf der die Verfasser*innen von \u201eDie gelbe Weste und Wir\u201c sich an einer Intervention versuchten, ist hier zu finden: <a href=\"https:\/\/rewiu.noblogs.org\/post\/2019\/02\/11\/angekommen-im-extrem-rechten-netzwerk-zur-entwicklung-der-gelbwesten-in-wi\/\">https:\/\/rewiu.noblogs.org\/post\/2019\/02\/11\/angekommen-im-extrem-rechten-netzwerk-zur-entwicklung-der-gelbwesten-in-wi\/<\/a><\/p>\n<p>Die Inhalte dieser besagten Demo vom Februar k\u00f6nnen unter anderem den Reden der Anmelderin entnommen werden, die der AfDler Henryk St\u00f6ckls dokumentiert hat: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n4KT2DOXfAM&amp;feature=youtu.be&amp;fbclid=IwAR2TykW3VoaXig0L3VAfDwgLw26HMPon-8hRWbzYmIGJ5ySeckXHpgX3N7E\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n4KT2DOXfAM&amp;feature=youtu.be&amp;fbclid=IwAR2TykW3VoaXig0L3VAfDwgLw26HMPon-8hRWbzYmIGJ5ySeckXHpgX3N7E<\/a>\u00a0(ab 1:58)<\/p>\n<p>oder auch hier: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/henrykstoeckl3\/videos\/258930718339081\/\">https:\/\/www.facebook.com\/henrykstoeckl3\/videos\/258930718339081\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. hierzu unser Papier\u00a0<a href=\"http:\/\/akkffm.blogsport.de\/images\/DerkommendeAufprall.pdf\">\u201eDer kommende Aufprall\u201c<\/a>, sowie den Text \u201eKrise \u2013 Klassenkampf \u2013 Organisierung\u201c in: Peter Nowak (2015): \u201eEin Streik steht, wenn mensch ihn selber macht\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Walter Benjamin (1963) In: \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antifa Kritik &amp; Klassenkampf. Obwohl in der deutschsprachigen Linken der Klassenkampf wieder diskutiert und die \u201esoziale Frage\u201c mit viel Kongress-, Vortrags- und Schreibt\u00e4tigkeit bedacht wird, k\u00f6nnte man<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,5],"tags":[25,39,61,76,17],"class_list":["post-5351","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-deutschland","tag-frankreich","tag-neue-rechte","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5351","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5351"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5351\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5352,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5351\/revisions\/5352"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}