{"id":541,"date":"2015-05-20T20:03:20","date_gmt":"2015-05-20T18:03:20","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=541"},"modified":"2015-05-21T11:51:16","modified_gmt":"2015-05-21T09:51:16","slug":"revolution-ein-problem-fuer-deutsche-linke-das-beispiel-syrien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=541","title":{"rendered":"Revolution \u2013 ein Problem f\u00fcr deutsche Linke. Das Beispiel Syrien"},"content":{"rendered":"<p><i>Sophia Deeg. <\/i>Als sich im M\u00e4rz 2014 der Beginn des syrischen Aufstands zum dritten Mal j\u00e4hrte, schrieb ich anl\u00e4sslich einer kleinen Kundgebung in Berlin, die ganz ohne Unterst\u00fctzung durch deutsche (oder andere) Linke blieb, die traditionelle Linke bringe es nicht \u00fcber sich, \u201epolitisch solidarisch<!--more--> zu sein mit der syrischen Revolution und sie als einen legitimen Kampf anzuerkennen.\u201c <a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> So wie f\u00fcr die Mainstream-Medien kommen Syrerinnen und Syrer auch f\u00fcr Linke erst als Fl\u00fcchtlinge eines \u201aB\u00fcrgerkriegs\u2018, Opfer der \u201aDestabilisierung\u2018 durch einen zum Scheitern verurteilten Aufstand, in den Blick. F\u00fcr diese Linken kann der Aufstand nur von au\u00dfen gesteuert sein. Als politische Subjekte kann oder will man die Aufst\u00e4ndischen keinesfalls wahrnehmen. Darin ist man sich mit dem ebenso kolonialistisch eingestellten Mainstream und der deutschen politischen Klasse einig. Eine Haltung, die der syrische Linksintellektuelle Subhi Hadidi als \u201elinken Orientalismus\u201c bezeichnet. Wie kann man sie sich erkl\u00e4ren? Und wie kann man sie syrischen Linken erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter sind syrische Fl\u00fcchtlinge in gro\u00dfer Zahl hier angekommen, darunter auch viele, die am Aufstand und seiner Verteidigung gegen das Regime und ISIS teilgenommen haben. So war die Berliner Demo anl\u00e4sslich des vierten Jahrestags der syrischen Revolution ungleich gr\u00f6\u00dfer als die j\u00e4mmerliche Kundgebung vom Vorjahr. Doch auch diesmal blieben die Syrerinnen und Syrer weitgehend unter sich. Wie kann es sein, dass sich linke Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser, Kurdinnen und Kurden, T\u00fcrkinnen und T\u00fcrken, Deutsche \u2026 die Chance entgehen lassen, von den syrischen Aktivistinnen und Aktivisten zu lernen, von ihren seit vier Jahren entstehenden basisdemokratischen Organisationsformen, ihrem anti-sektiererischen Vorgehen, ihrem Widerstand gegen Vereinnahmungen, auch von ihren Fehleinsch\u00e4tzungen und ihrem Scheitern? Warum werden linke Syrerinnen und Syrer, die sich, kaum hier angekommen, solidarisch mit dem Kampf der Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser zeigen und dabei die Fahne des revolution\u00e4ren Syrien (h\u00e4ufig f\u00e4lschlich als \u201eFSA-Fahne\u201c bezeichnet \u00a0<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>) hochhalten, von Pal\u00e4stinneserinnen und Pal\u00e4stinensern angefeindet? Ein syrischer Genosse war angesichts der Feindseligkeit ausgerechnet von Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinensern ratlos: \u201eDas Pal\u00e4stina, das ich kenne, ist ein anderes als das, was ich hier in Deutschland erlebe.\u201c Im aufst\u00e4ndischen Syrien hat die Erfahrung der gemeinsamen Betroffenheit von der Unterdr\u00fcckung durch ein Regime, das immer schon versucht hat, die ethnische Karte zu spielen, dazu gef\u00fchrt, dass Einheit im gemeinsamen Kampf f\u00fcr Freiheit, Brot und W\u00fcrde immer wieder beschworen wurde \u2013 und nach wie vor verteidigt wird. Warum wird diese Sprache in der deutschen und der deutsch-pal\u00e4stinensischen Linken nicht verstanden?<\/p>\n<p>Wie kann es sein, dass ausgerechnet Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser Syrerinnen und Syrern ihre Fahne des gemeinsamen Freiheitskampfes nicht zugestehen? Erleben wir doch h\u00e4ufig etwas \u00c4hnliches: allzu deutsche Linke (unter dem Einflus der anti-deutschen Ideologie) versuchen, die pal\u00e4stinensische Fahne zu verbannen. Und zu Recht lassen sich Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser in Pal\u00e4stina und \u00fcberall auf der Welt das Symbol eines freien, selbstbestimmten Pal\u00e4stina und eines Kampfes nicht nehmen, an dem Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser seit Jahrzehnten festhalten und mit dem Leben, mit Vertreibung und Einkerkerung zahlen. Warum verstehen Pal\u00e4stinneserinnen und Pal\u00e4stinenser in Deutschland nicht, was aufst\u00e4ndischen Syrerinnen und Syrern ihre Fahne bedeutet?<\/p>\n<p>Ich stelle diese Fragen nicht rhetorisch. Ich suche nach einer Erkl\u00e4rung. Vielleicht so:<\/p>\n<p>Immer noch scheinen ideologische Versatzst\u00fccke oder Topoi Linke daran zu hindern, aufst\u00e4ndische Bewegungen \u00fcberhaupt wahrzunehmen, wenn sie ohne F\u00fchrer und Parteien (wie man es von \u201efr\u00fcher\u201c kennt) auskommen. Diese Ideologeme wirken wie ein Korsett, das den alten deutschen Linken in seiner Erstarrung aufrecht h\u00e4lt \u2013 egal, was auf der Welt passiert und sich ver\u00e4ndert. Ihn kann nichts umhauen. Er h\u00e4lt sich an die Linie, die die F\u00fchrung vorgibt. Gibt es keine Linie und keine F\u00fchrung, kann es sich auch nicht um \u201erevolution\u00e4re Kr\u00e4fte\u201c, sondern nur um Destabilisierungs-Feldz\u00fcge der CIA und \u00e4hnlicher finsterer M\u00e4chte handeln.<\/p>\n<p>So ist es wohl zu erkl\u00e4ren, dass (eher \u00e4ltliche) Linke sich pl\u00f6tzlich f\u00fcr eine der aufst\u00e4ndischen Regionen und Bev\u00f6lkerungen in Syrien interessierten und sich umgehend solidarisieren konnten, als es n\u00e4mlich um Rojava und Kobane ging und der Kampf in erster Linie einer gegen Islamisten war (w\u00e4hrend das syrische Regime diese Region wohlweislich lange verschonte), vor allem aber um ein politisches \u201eframing\u201c und eine politische Sprache, wie man sie von alters her gewohnt ist. Es gibt ordentliche Parteien, F\u00fchrer und F\u00fchrerinnen und eine durch diese (also von oben) propagierte \u201eEmanzipation der Frau\u201c, \u201eSelbstverwaltung\u201c etc. Da glaubt man unbesehen. Man wei\u00df, woran man ist.<\/p>\n<p>Auf Syrien und die pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlinge dort bezogen, wird folgendes ideologische Versatzst\u00fcck gehandelt: \u201eDas Syrien Assads ist das einzige Land, in dem die Pal\u00e4stinenser dieselben Rechte genossen haben wie die Syrer. Die politischen Parteien der Pal\u00e4stinenser und ihre F\u00fchrer haben dort immer Zuflucht gefunden.\u201c Wer einmal vor 2011 in Syrien unter Assad Vater und\/oder Sohn oder mit linken Syrerinnen und Syrern, Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinensern oder Anderen (aus der Region, nicht aus Deutschland) im Gespr\u00e4ch ist und\/oder wom\u00f6glich Gelegenheit hatte, ein pal\u00e4stinensisches Fl\u00fcchtlingslager in Syrien zu betreten \u2013 der wird best\u00e4tigen k\u00f6nnen, dass tats\u00e4chlich die pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlinge dort <i>genauso unterdr\u00fcckt und rechtlos<\/i> waren wie die Syrerinnen und Syrer, insofern quasi \u201egleiche Rechte\u201c hatten und besser integriert waren als etwa die pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlinge im Libanon. Die pal\u00e4stinensischen politischen Parteien und ihre F\u00fchrer fanden und finden bei dem Regime nur solange Schutz und Zuflucht, wie sie sich wohlverhalten. Das d\u00fcrfte auch f\u00fcr manche von ihnen und f\u00fcr Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinenser in Yarmuk daf\u00fcr ausschlaggebend gewesen sein, dass sie sich dem syrischen Aufstand gar nicht oder nur z\u00f6gerlich anschlossen \u2013 obwohl es andere durchaus wagten.<\/p>\n<p>Ein anderer Topos: \u201eDestabilisierung\u201c \u2013 die ist von \u00dcbel, da sind sich traditionelle Linke im Fall Syriens mit der besorgt zusehenden Internationalen Staatengemeinschaft und allen an guten Gesch\u00e4ften Interessierten einig. Merkw\u00fcrdig: Sollten sich nicht Linke, das hei\u00dft diejenigen, die die bestehenden kapitalistischen Verh\u00e4ltnisse in Frage stellen, eigentlich \u00fcber deren Destabilisierung freuen? Was haben sie als Linke gegen eine Bewegung, die versucht, einerseits eine brutale Despotie (der althergebrachten grobschl\u00e4chtigen Sorte) zu destabilisieren, die sich unter Assad Sohn anderseits insofern modernisierte, als sie einen scharfen Neoliberalisierungsprozess gegen die ohnehin verarmte Bev\u00f6lkerung zugunsten weniger Reicher durchsetzte? Kann man sich als Linke von einem solchen antikapitalistischen Aufstand abwenden? \u2013 Man kann: Wenn sich der Aufstand gegen einen vorgeblichen Gegner des US-Imperialismus und lautstarken antizionistischen Propagandisten wendet \u2013 und man diese Propaganda tats\u00e4chlich f\u00fcr bare M\u00fcnze nimmt; wenn man in \u00fcberkommenen Wahrnehmungsmustern erstarrt, allen Ernstes am Assad-Regime und dem dieses bedingungslos st\u00fctzenden russischen irgendetwas \u201eFortschrittliches\u201c ausmacht. Steckt man erst einmal in diesem Korsett, f\u00e4llt einem auch gar nicht mehr auf, dass sich das syrische Regime recht gut mit wenig \u201efortschrittlichen\u201c Partnern verst\u00e4ndigte, wie zeitweise dem (ebenfalls neoliberalen) Erdogan-Regime, mit dem reaktion\u00e4ren Frankreich Sarkosys und mit dem imperialistischen, klerikal-nationalistischen Russland allemal. Selbstverst\u00e4ndlich auch mit den USA, die die Folter von \u201eislamistischenTerroristen\u201c gerne in ein Land auslagerten, wo alles ging. Da verwunderte es auch nicht, dass sich die USA, Europa, Israel sowie die UN, so weit und so lange wie m\u00f6glich, zur\u00fcckhielten und \u2013halten, wenn es darum geht, den m\u00f6rderischen Terror des Assad-Regimes gegen die syrische Bev\u00f6lkerung einzud\u00e4mmen. Hei\u00dft: Sie sind keineswegs \u201eKriegstreiber\u201c, wie es ihnen die alt-links gepr\u00e4gte deutsche Friedensbewegung nicht m\u00fcde wird anzuh\u00e4ngen, geradezu herbeisehnt, dass sie es w\u00e4ren, weil das ihre vorgefassten Annahmen best\u00e4tigen w\u00fcrde. \u201eKrieg\u201c im \u00fcberkommenen Sinne, wie ihn diese Linke und diese Friedensbewegung immer noch mit ihren r\u00fchrenden Demos und Kundgebungen anprangern, ist ganz offensichtlich nicht das, was westliche Demokratien mit ihren modernen Strategien, Macht und Dominanz auszu\u00fcben und zu sichern, f\u00fcr ein zielf\u00fchrendes Mittel halten. <a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Es ist im Falle Syriens auch nicht \u201eregime change\u201c, wie ihn die USA und ihre Verb\u00fcndeten zuletzt offen und eindeutig unter George Bush f\u00fcr den Irak mit desastr\u00f6sen Folgen \u2013 vor wie vielen Jahren? \u2013 angestrebt haben. Sie, Europa und Israel sind gut gefahren mit den arabischen Regimes in Tunesien, \u00c4gypten, Libyen, Syrien: vor den Aufst\u00e4nden. Diese Regimes waren alle gute, unterw\u00fcrfige Partner \u2013 gro\u00dfm\u00e4ulige Verlautbarungen gegenteiliger Art eines Ghaddafi oder Assad \u00e4nderten daran nicht das Geringste, stabilisierten vielmehr die allen Beteiligten willkommenen Verh\u00e4ltnisse. Diese Regimes sollten um Gottes Willen nicht ausgetauscht werden \u2013 am wenigsten gegen irgendetwas, was die Bev\u00f6lkerungen wollten. \u201eDas Volk will\u201c \u2013 die Parole der arabischen Aufst\u00e4nde ist genau das, was die M\u00e4chte vor allem f\u00fcrchten, die auf vielf\u00e4ltige Weise die Region dominieren und daran interessiert sind, dass die Bev\u00f6lkerungen in Schach gehalten werden. Der Begriff des \u201eregime change\u201c ist eine olle Kamelle, auf der aber deutsche Linke nach wie vor herumkauen und nicht merken, dass sie schal geworden ist und l\u00e4ngst nicht mehr taugt, die Bestrebungen der USA und anderer zu beschreiben. Diese sind keineswegs friedliebender oder zimperlicher geworden, aber sie sind lernf\u00e4hig und lassen Strategien hinter sich, die f\u00fcr sie nicht gut funktionieren.<\/p>\n<p>Einer der Vor-Denker dieser Linken\/Friedensbewegung wirft auf einem Blog den Organisatorinnen und Organisatoren einer Demo f\u00fcr Yarmouk (in Berlin am 15.04.) vor, sie zielten weniger auf ein \u201eEnde der K\u00e4mpfe\u201c als vielmehr \u201eauf eine Ausweitung des Krieges durch ein offenes milit\u00e4risches Eingreifen\u201c ab; auf der Demo w\u00fcrden \u201eausl\u00e4ndische Regierungen \u2013 vermutlich die der NATO-Staaten\u201c dazu aufgefordert, ein sofortiges Ende der Bombardierungen des Landes zu gew\u00e4hrleisten, \u201eohne zu sagen wie\u201c. Da ich zuf\u00e4llig an der Vorbereitung zur besagten Demo beteiligt war, interessiert es mich, wie man von unseren \u00c4u\u00dferungen, die nichts dergleichen enthielten, zu diesen Unterstellungen gelangen kann. Im Demo-Aufruf hei\u00dft es: \u201eWir tragen unseren Protest gegen die ISIS-Invasion, die Belagerung durch das Regime und das Versagen der Regierungen und internationalen Organisationen, die Macht und Einfluss haben, auf die Stra\u00dfen Berlins. \u2026 Unser Protest ist ein dringlicher Weckruf an die verantwortlichen internationalen Organisationen und Regierungen, ein sofortiges Ende der Bombardierungen des Lagers und einen sicheren Fluchtkorridor aus dem Yarmouk Camp hinaus durch die Checkpoints des syrischen Regimes zu gew\u00e4hrleisten.\u201c Bewusst haben wir von den \u201eRegierungen und internationalen Organisationen\u201c gesprochen, \u201edie Macht und Einfluss haben\u201c und die Verantwortung f\u00fcr die Katastrophe von Yarmouk tragen: die syrische \u2013 keine ausl\u00e4ndische! \u2013 und die russische Regierung ganz direkt, die saudi-arabische und andere Regierungen, die islamistische Milizen f\u00f6rdern, ebenfalls, die US- und europ\u00e4ische Regierungen sowie die UN, die gescheitert sind darin, den im Lager Eingeschlossenen einen sicheren Fluchtweg zu bahnen oder das Assad-Regime zu einem Ende der Bombardierungen zu bringen. Der Kritiker der Yarmouk-Demo wirft uns vor, dass wir nicht sagen, wie ein Ende der Bombardierungen herbeigef\u00fchrt werden k\u00f6nnte. Die Antwort ist so offensichtlich, dass wir tats\u00e4chlich nicht daran gedacht haben, sie auszuf\u00fchren. Also hier noch mal f\u00fcr die Friedensbewegung: Die Bombardierungen w\u00fcrden aufh\u00f6ren, wenn das syrische Regime sie einstellen w\u00fcrde, was es t\u00e4te, wenn Russland und\/oder die internationale Staatengemeinschaft dies ernsthaft wollten. Eine UN, in der alle Staaten vertreten sind und manche entscheidendes Gewicht haben, kann auch, wenn die Beteiligten, besonders die einflussreichen, es wollen, daf\u00fcr sorgen, dass die UNWRA ihre Aufgaben erf\u00fcllt, n\u00e4mlich die pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlinge, auch die in Yarmouk, zu versorgen oder zu sch\u00fctzen. In diesem Sinne haben wir die Verantwortlichkeiten benannt \u2013 nicht mehr und nicht weniger. Wir sahen uns allerdings nicht berufen, uns in Abw\u00e4gungen und Machtkalkulationen zwischen all diesen Verantwortlichen einzumischen und ihnen Ratschl\u00e4ge zu geben. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sie auf uns h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wir denken eher, dass wir zuzuh\u00f6ren und viel zu besprechen haben mit syrischen Aufst\u00e4ndischen, die sich aus freiem Willen und eigenverantwortlich erhoben und es gewagt haben, f\u00fcr eine Alternative auf die Stra\u00dfe zu gehen und im gelebten Widerstand an ihr festzuhalten \u2013 trotz allem. Die \u201eL\u00f6sungen\u201c, die von machtkalkulierenden Linken, der Friedensbewegung und der Mainstream-Politik, vorgeschlagen werden, hei\u00dfen \u201eBefriedung\u201c, \u201eStabilisierung\u201c, \u201eEnde der K\u00e4mpfe\u201c, nicht: (Wie) Ist ein breiter, legitimer Aufstand trotz einer \u00dcbermacht und einem ungeheuren Gewaltpotential derer m\u00f6glich, die ihn nicht zulassen wollen? Kann es eine Form der praktizierten Solidarit\u00e4t geben, die uns alle st\u00e4rkt? Stehen wir nicht wom\u00f6glich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter alle vor der Herausforderung, die viele Syrerinnen und Syrer seit 2011 angenommen haben?<\/p>\n<p><i>* Sophia Deeg<\/i> ist aktiv in\u00a0<i>4syrebellion <\/i>in Berlin<\/p>\n<p><em>Quelle: sozonline.de<\/em><\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.sozonline.de\/2014\/03\/linker-orientalismus-syrien-und-die-linke\/\">http:\/\/www.sozonline.de\/2014\/03\/linker-orientalismus-syrien-und-die-linke\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Als Syrien 1946 <i>unabh\u00e4ngig<\/i> wurde, gab sich dieser neue Staat die Fahne mit den roten Sternen, nachdem sie zuvor das Symbol des <i>antikolonialen <\/i>Kampfes gegen Frankreich gewesen war. Im \u00dcbrigen trugen die Syrerinnen und Syrer sehr bald diese Fahne, nachdem sie 2011 begannen, sich gegen das Regime zu erheben \u2013 noch ehe die FSA entstanden war. Wie die pal\u00e4stinensische Fahne ist die des revolution\u00e4ren Syrien keine Nationalflagge, sondern die eines Kampfes f\u00fcr Freiheit und Selbstbestimmung.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Dar\u00fcber kann man, wenn man m\u00f6chte, beispielsweise bei Gr\u00e9goire Chamayou, Th\u00e9orie du drone (La Fabrique, 2013) einiges nachlesen<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><em>\u00a0Quelle: sozonline.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sophia Deeg. Als sich im M\u00e4rz 2014 der Beginn des syrischen Aufstands zum dritten Mal j\u00e4hrte, schrieb ich anl\u00e4sslich einer kleinen Kundgebung in Berlin, die ganz ohne Unterst\u00fctzung durch deutsche (oder andere) Linke blieb, die &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,5],"tags":[9,18,15],"class_list":["post-541","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-international","category-kampagnen","tag-arabische-revolutionen","tag-imperialismus","tag-syrien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=541"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/541\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":546,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/541\/revisions\/546"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}