{"id":5445,"date":"2019-06-04T18:11:40","date_gmt":"2019-06-04T16:11:40","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5445"},"modified":"2019-06-04T18:11:40","modified_gmt":"2019-06-04T16:11:40","slug":"gute-entwicklung-fuer-die-ahv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5445","title":{"rendered":"Gute Entwicklung f\u00fcr die AHV"},"content":{"rendered":"<p><em>Christian Birmele. <\/em><strong>Die Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst. \u00dcber 65-J\u00e4hrige leben statistisch gesehen weniger lang als noch vor einigen Jahren. Es steht alles andere als schlecht um die AHV.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Gebetsm\u00fchlenartig wiederholen Politiker, die Lebenserwartung der Rentner steige. Die AHV ge\u00adrate deshalb in Schieflage und m\u00fcsse saniert werden. \u00adEinige Politiker wollen die Renten k\u00fcrzen, andere das Rentenalter erh\u00f6hen. Unter dem Eindruck dieser Schwarzmalerei hat das Schweizer Stimmvolk in der Abstimmung \u00fcber den Steuer-\u00adAHV-Deal entschieden, den AHV-Lohnabzug zu \u00aderh\u00f6hen. Erwerbst\u00e4tige verzichten damit pro Jahr auf weitere 600 Millionen Franken Lohn \u2013 zugunsten der AHV. Den gleichen \u00adBetrag steuern die Arbeitgeber bei.<\/p>\n<p>Die Lage der AHV ist jedoch l\u00e4ngst nicht so d\u00fcster, wie von der Politik dargestellt: Gem\u00e4ss einer aktuellen Medienmitteilung des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BfS) ist die Lebenserwartung der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dieser Trend deckt sich mit den Berechnungen des K-Tipp. Im Gegensatz zu den Hochrechnungen des Bundesamts rechnet der K-Tipp mit den realen Zahlen der AHV. \u00adResultat: 2017 verstorbene Rentner haben im Durchschnitt 17,6 Jahre lang AHV bezogen. 2016 waren es noch 17,9. Bei den Rentnerinnen hat sich nur wenig ver\u00e4ndert. Insgesamt beziehen \u00fcber 65-J\u00e4hrige wieder gleich lang AHV wie noch 2012.<\/p>\n<p><strong>Immer mehr Einwohner<\/strong><\/p>\n<p>Hinzu kommt: Die Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst st\u00e4ndig. Das hat zwei \u00adGr\u00fcnde: den so\u00adgenannten Geburten\u00fcberschuss und den Wanderungssaldo. Das zeigen die Zahlen der offiziellen BfS-Statistik.<\/p>\n<p><strong>Geburten\u00fcberschuss<\/strong><\/p>\n<p>Die Schweiz hat seit \u00fcber 100 Jahren einen Geburten\u00ad\u00fcberschuss. In der Schweiz kommen also pro Jahr mehr Menschen auf die Welt als sterben. Beispiel: 2017 wurden in der Schweiz 87 381 Menschen geboren, verstorben sind 66 971. Das ergibt \u00adeinen Geburten\u00fcberschuss von 20 410. Im Jahr 2003 belief er sich nur auf 8778 (siehe Grafik im PDF). Das heisst, er ist nun mehr als doppelt so hoch. Rechnet man nun die j\u00e4hrlichen \u00dcbersch\u00fcsse zusammen, ist die Schweizer Bev\u00f6lkerung in den letzten 16 Jahren \u00adallein durch Geburten um \u00fcber 250 000 Per\u00adsonen gestiegen.<\/p>\n<p>Pikant: Trotz dieser Entwicklung pro\u00adgnostiziert das Bundesamt f\u00fcr Statistik in den Szenarien zur Bev\u00f6lkerungsentwicklung teils schon im Jahr 2030 einen Todesfall\u00fcberschuss.<\/p>\n<p><strong>Wanderungssaldo<\/strong><\/p>\n<p>Damit ist die Anzahl Einwanderer minus die Anzahl Auswanderer gemeint. Auch hier ist der Saldo \u2013 mit wenigen Ausnahmen \u2013 \u00fcber die Jahre positiv. So steht es in der Bev\u00f6lkerungsstatistik. 2008 gab es ein Plus von knapp 100 000 Personen \u2013 so viel wie seit 1961 nicht mehr.<\/p>\n<p>Doch warum ist das stetige Bev\u00f6lkerungswachstum wichtig f\u00fcr die AHV? Sie zahlt die Renten nach dem Umlageverfahren. Vereinfacht heisst das: Die Erwerbst\u00e4tigen bezahlen aus ihrem Lohn die Renten der Pensionierten. W\u00e4chst die Bev\u00f6lkerung, gibts mehr Beitragszahler und damit mehr Geld f\u00fcr die AHV.<\/p>\n<p>Hinzu kommt: Die Anzahl Beitragszahler steigt zus\u00e4tzlich, weil immer mehr Frauen arbeiten und damit AHV-Beitr\u00e4ge zahlen. 1950 zahlten nur gerade 46 Prozent der Schweizer Be\u00adv\u00f6lkerung in die AHV ein, 2016 waren es schon 68 Prozent \u2013 Tendenz steigend. Das geht aus der \u00adoffiziellen AHV-Statistik hervor.<\/p>\n<p><strong>Verm\u00f6gen der AHV verdoppelt<\/strong><\/p>\n<p>Das Verm\u00f6gen der AHV hat sich von 22,7 Milliarden im Jahr 2000 auf aktuell 45 Milliarden verdoppelt. Hinzu kommt das Verm\u00f6gen der 78 Schweizer AHV-Ausgleichskassen (<a href=\"https:\/\/www.ktipp.ch\/artikel\/d\/ahv-millionen-von-denen-niemand-spricht\/\">\u00abSaldo\u00bb 5\/2019<\/a>). Dort liegen nochmals Hunderte Millionen Franken. Die AHV braucht grunds\u00e4tzlich keine so hohen Reserven, weil die Renten aus den laufenden Einzahlungen der aktiven Genera\u00adtion finanziert werden.<\/p>\n<p><strong>Die L\u00f6hne steigen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die AHV-Einnahmen sind neben der Anzahl Bei\u00adtragszahler die L\u00f6hne massgebend. Angestellte zahlen 4,2 Prozent ihres Lohns in die AHV. Der \u00adArbeitgeber steuert weitere 4,2 Prozent des Ange\u00adstelltenlohns bei. Seit der Geburt der Babyboomer in den 1970er-Jahren \u00adhaben sich die L\u00f6hne versechsfacht. Das zeigen die Zahlen des schwei\u00adze\u00adri\u00adschen Lohnindexes. Die gr\u00f6ssten Zuwachsraten gab es bis etwa 1990. \u00adDanach be\u00adtrug das durchschnittliche Lohnwachstum pro Jahr 1 bis 2 Prozent.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.ktipp.ch\/artikel\/d\/gute-entwicklung-fuer-die-ahv\/?\">ktipp.ch&#8230;<\/a> vom 4. Juni 2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian Birmele. 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