{"id":5527,"date":"2019-06-19T14:37:21","date_gmt":"2019-06-19T12:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5527"},"modified":"2019-06-19T14:37:23","modified_gmt":"2019-06-19T12:37:23","slug":"die-fpoe-und-der-faschismus-in-friedenszeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5527","title":{"rendered":"Die FP\u00d6 und der Faschismus in Friedenszeiten"},"content":{"rendered":"<p><em>David Albrich. <\/em><strong>Die Koalitionsregierung der Freiheitlichen Partei \u00d6sterreichs (FP\u00d6) mit der \u00d6sterreichischen Volkspartei (\u00d6VP) war f\u00fcr Antifaschistinnen und<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong> Antifaschisten weltweit ein Schock. Aber welche Strategie verfolgten die Faschisten der FP\u00d6 in der Regierung?<\/strong><\/p>\n<p>In einem<br \/>\ninternationalen Aufruf zum Boykott der \u00f6sterreichischen Regierung, zuerst<br \/>\nver\u00f6ffentlicht in der franz\u00f6sischen Zeitung&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/idees\/article\/2017\/12\/28\/autriche-il-faut-boycotter-les-ministres-d-extreme-droite-et-la-future-presidence-du-conseil-de-l-ue_5235286_3232.html\">Le<br \/>\nMonde<\/a>, werden die Freiheitlichen zu Recht als \u00bbErben des Nazismus\u00ab<br \/>\nbezeichnet. Wie viele andere versteht der Autor die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/fpoe-eine-faschistische-partei\/\">FP\u00d6 als eine<br \/>\nfaschistische Partei<\/a>. Aber die Freiheitliche Partei \u00d6sterreichs oder,<br \/>\nallgemeiner formuliert, die neuen, maskierten faschistischen Parteien (<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/das-gespenst-des-populismus\/\">oft als<br \/>\n\u00bbrechtspopulistisch\u00ab verharmlost<\/a>), wie der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/le-pen-und-der-front-national-faschismus-mit-modernem-gesicht\/\">Front<br \/>\nNational<\/a>&nbsp;(jetzt: Rassemblement National) in Frankreich, die \u00bb<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/afd-faschismus-chemnitz-rechtsruck-neue-qualitaet\/\">Alternative<br \/>\nf\u00fcr Deutschland<\/a>\u00ab (AfD), \u00bb<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/matteo-salvini-lega-faschismus-italien\/\">Lega Nord<\/a>\u00ab<br \/>\nin Italien oder die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/schwedendemokraten-schweden-linkspartei\/\">Schwedendemokraten<\/a>,<br \/>\nscheinen nicht Punkt f\u00fcr Punkt in die klassischen Faschismusdefinitionen zu<br \/>\npassen \u2013 egal ob in die Faschismusanalyse von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/trotzki-die-feder\/\">Leo Trotzki<\/a>&nbsp;oder in<br \/>\njene, die von anderen politischen Traditionen entwickelt wurden. Dieser Artikel<br \/>\nbehandelt eine faschistische Partei, die in Zeiten in die Regierung gekommen<br \/>\nist, in denen die Errichtung einer faschistischen Diktatur oder gar nur die<br \/>\nFormierung einer SA-\u00e4hnlichen Stra\u00dfenbewegung weit weg zu sein scheint. Ich<br \/>\nnenne ihre Strategie, n\u00e4mlich das Verstecken ihres faschistischen Projekts und<br \/>\ndie politische Aufbereitung des Bodens f\u00fcr einen faschistischen Stra\u00dfenfl\u00fcgel,<br \/>\n\u00bbFaschismus in Friedenszeiten\u00ab. Der Artikel versucht, von der \u00f6sterreichischen<br \/>\nErfahrung zu verallgemeinern und einige Schlussfolgerungen f\u00fcr die<br \/>\ninternationale Entwicklung zu ziehen.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund des<br \/>\nAufstiegs der Rechten<\/strong><\/p>\n<p>Der globale Kontext,<br \/>\nin dem \u00d6VP und FP\u00d6 die Wahlen im Oktober 2017 gewonnen haben (mit 31,5 Prozent<br \/>\nbeziehungsweise 26,0 Prozent), ist charakterisiert durch die enorme politische<br \/>\nDestabilisierung in Europa und den \u00fcbrigen westlichen Industriestaaten. Sie<br \/>\ndr\u00fcckt sich aus in der Polarisierung des politischen Parteiensystems nach links<br \/>\nund nach rechts. Hintergrund dieser Entwicklung ist die anhaltende<br \/>\nStagnationskrise des Weltkapitalismus und die mehr oder weniger ungebrochene<br \/>\nideologische und praktische Vorherrschaft des Neoliberalismus. Die politische<br \/>\nDynamik, die hier am Werk ist, ist entscheidend.<\/p>\n<p>Die Entstehung oder<br \/>\ndas Erstarken bereits bestehender neofaschistischer oder rechtsnationaler<br \/>\nParteien ist vor allem ein Produkt des&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/das-problem-heisst-rassismus-nicht-islam\/\">Rassismus<br \/>\nvon oben<\/a>. Rassismus ist eine Herrschaftsideologie, die von der<br \/>\nb\u00fcrgerlich-kapitalistischen Klasse und deren Thinktanks, Medien und Politikerinnen<br \/>\nund Politikern produziert und verbreitet wird, um ihre Klasseninteressen zu<br \/>\nlegitimieren und die gro\u00dfe Mehrheit der unterdr\u00fcckten und ausgebeuteten Klassen<br \/>\nzu spalten. In fast allen Staaten Europas haben die etablierten Parteien und<br \/>\nein Gro\u00dfteil der Medien sich an der rassistischen Hetze gegen Gefl\u00fcchtete,<br \/>\nMuslime oder andere ethnische oder religi\u00f6se Minderheiten beteiligt. Der<br \/>\nAufstieg der radikalen Rechten in Europa stellt die Linke vor gro\u00dfe<br \/>\nHerausforderungen. Ein gro\u00dfe Schw\u00e4che der Linken im Abwehrkampf gegen Rechts<br \/>\nist, dass sie \u2013 vor allem die sozialdemokratischen Parteien \u2013 den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/was-wir-aus-dem-wahldebakel-in-oesterreich-lernen-koennen\/\">Kurs<br \/>\nder neoliberalen Austerit\u00e4tspolitik<\/a>&nbsp;als Weg zur Krisen\u00fcberwindung als<br \/>\nRegierungsparteien mitgetragen haben, und, sobald es zu erneuten<br \/>\nRegierungsbeteiligungen der Linken kommt, weiter an dieser Politik festhalten.<\/p>\n<p>Die Menschen haben zu<br \/>\nRecht die Schnauze voll von leeren Versprechungen der Politikerinnen und<br \/>\nPolitiker und erwarten sich echte Ver\u00e4nderungen. Oft ist es die Rechte, die<br \/>\ndiese Wut auf \u00bbdas Establishment\u00ab gegen Muslime, Fl\u00fcchtlinge und Migranten<br \/>\nkanalisieren kann \u2013 das haben sowohl FP\u00d6 als auch \u00d6VP sehr erfolgreich<br \/>\ngeschafft. Sie haben in ihren Wahlk\u00e4mpfen und in der Regierung signalisiert,<br \/>\ndass mit ihnen kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Wenn man die<br \/>\nWahlkampagnen von FP\u00d6 und \u00d6VP betrachtet, k\u00f6nnte man nicht sagen, wer von<br \/>\nbeiden die faschistische und wer die konservative Kraft ist. Das wiederum<br \/>\nbest\u00e4rkt die radikale Rechte und gibt faschistischen Stra\u00dfenbewegungen<br \/>\nSelbstvertrauen. So \u00e4hnlich FP\u00d6 und \u00d6VP auch aussehen und sich in der Regierung<br \/>\nverhalten, gibt es doch wichtige Unterschiede zwischen faschistischen Kr\u00e4ften<br \/>\nund traditionellen konservativen Rechten, wie ich sp\u00e4ter aufzeigen werde.<\/p>\n<p><strong>\u00bbParadigmenwechsel in<br \/>\nder Gesellschaftspolitik\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Die<br \/>\nRegierungsbeteiligung der FP\u00d6 als Juniorpartner widerspricht der historischen<br \/>\nErfahrung mit Faschismus. Heute w\u00fcrde man von Faschisten erwarten, dass sie<br \/>\nHitlers Strategie der totalen Macht \u00fcbernehmen. Hitler bestand auf der<br \/>\nKanzlerschaft und lehnte es ab, als Juniorpartner in eine Koalitionsregierung<br \/>\nzu gehen. Der Bundessprecher der Alternative f\u00fcr Deutschland (AfD),&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/alexander-gauland-afd-braune-eminenz\/\">Alexander<br \/>\nGauland<\/a>, wiederholte diese Strategie,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article152178742\/Alexander-Gauland-und-der-gaerige-Haufen-AfD.html\">als<br \/>\ner meinte<\/a>, die AfD solle eine \u00bbknallharte Opposition\u00ab sein und es d\u00fcrfe<br \/>\nkeine \u00bbAnbiederung an die Regierenden geben\u00ab.<\/p>\n<p>Elmar Podgorschek,<br \/>\nf\u00fchrender freiheitlicher Politiker und Mitglied des FP\u00d6-Bundesvorstands,<br \/>\ndiskutierte genau diese Frage mit dem Th\u00fcringer AfD-Fraktionschef Bj\u00f6rn H\u00f6cke<br \/>\nauf einem AfD-Treffen im Mai 2018. In seiner Rede \u00bb<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l17C3ECjdi4&amp;feature=youtu.be\">Was die<br \/>\nAfD von der FP\u00d6 lernen kann<\/a>\u00ab sagte Podgorschek:<\/p>\n<p>\u00bbIn der Opposition<br \/>\nist es nat\u00fcrlich wesentlich einfacher, aber auch Regieren ist nicht so schwer,<br \/>\nwenn man gewisse Grundregeln einh\u00e4lt und das auch weitergibt \u2026 Wir haben uns<br \/>\ndiese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber dennoch war es f\u00fcr uns so wichtig<br \/>\n\u2026 Durch die Migrationskrise und die Wirtschaftskrise ist es dringend n\u00f6tig,<br \/>\ndass wir einen Paradigmenwechsel in der Gesellschaftspolitik einleiten.\u00ab<\/p>\n<p>Podgorschek sprach<br \/>\ndabei sehr offen \u00fcber die Diskussionen in der F\u00fchrung, bevor diese entschied,<br \/>\nals Juniorpartner in die Regierung zu gehen. Er gibt einen interessanten<br \/>\nEinblick in die gesamte Politik der FP\u00d6 in der Regierung. Sie konzentriert sich<br \/>\ndarauf, Widerst\u00e4nde im Staat selbst zu brechen (in den Institutionen, den<br \/>\nMinisterien, dem \u00f6ffentlichen Rundfunk), auf Politik f\u00fcr und durch die Polizei,<br \/>\nauf den Parteiaufbau und auf die Wahrung ihrer Unabh\u00e4ngigkeit von anderen<br \/>\npolitischen Str\u00f6mungen, besonders gegen\u00fcber ihrem Koalitionspartner \u00d6VP. Bis<br \/>\nzum Bruch der Regierungskoalition nach Bekanntwerden der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ibiza-Aff%C3%A4re\">Ibiza-Aff\u00e4re<\/a>&nbsp;ging<br \/>\ndiese Strategie auch auf: Alle Umfragen zeigten, dass die FP\u00d6 (und auch die<br \/>\n\u00d6VP) ihre Stimmen ein Jahr nach dem Regierungsantritt hat halten k\u00f6nnen \u2013<br \/>\nandere faschistische Kr\u00e4fte werden auf die FP\u00d6 und ihre Strategie schauen. Es<br \/>\nist demnach wichtig, hier ein paar allgemeinere Schl\u00fcsse aus der FP\u00d6-Strategie<br \/>\nzu ziehen.<\/p>\n<p><strong>Unterwanderung und<br \/>\nder Umbau des Staats<\/strong><\/p>\n<p>Die FP\u00d6-F\u00fchrung<br \/>\nversuchte bewusst, die Fehler der Regierungsbeteiligung im Jahr 2000 \u2013 als<br \/>\nJuniorpartner der \u00d6VP \u2013 zu vermeiden und den Staat gezielt zu unterwandern und<br \/>\numzubauen. Konfrontiert mit einer m\u00f6glichen Regierungsbeteiligung nach dem<br \/>\nrasanten Aufstieg der FP\u00d6 dr\u00e4ngte der damalige F\u00fchrer J\u00f6rg Haider die<br \/>\nfaschistischen Kader (eine ausf\u00fchrlichere Diskussion dieser Kader aus den<br \/>\nfaschistischen Studentenorganisationen, den sogenannten \u00bbBurschenschaften\u00ab,<br \/>\nfolgt sp\u00e4ter im Artikel) in den sp\u00e4ten 1990er-Jahren in die zweite und dritte<br \/>\nReihe und stellte ungebundene, neoliberale Quereinsteiger an die Spitze, die<br \/>\nletztendlich Minister und Profiteure der Privatisierungspolitik wurden. Nach<br \/>\nzahlreichen Konflikten kam es 2005 zur Parteispaltung und die alte F\u00fchrung<br \/>\nwurde von Heinz-Christian Strache und den Parteikadern \u2013 den Mitgliedern der<br \/>\nfaschistischen Burschenschaften \u2013 gest\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Seither f\u00fchrte die<br \/>\nSpitze ein strengeres Parteiregime ein und schottete die Partei vor<br \/>\n\u00bbTrittbrettfahrern\u00ab und \u00bbQuereinsteigern\u00ab ab, die \u00bbnur das schnelle Geld machen<br \/>\nwollen\u00ab. Vizekanzler Strache sandte dieses Mal seine harte Elite in alle<br \/>\nwichtigen Regierungspositionen: Sein Redenschreiber Herbert Kickl wurde<br \/>\nInnenminister; Mario Kunasek, der enge Verbindungen zu der Stra\u00dfenkampftruppe<br \/>\nder \u00bb<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/wie-die-identitaere-bewegung-den-rechten-rand-modernisiert\/\">Identit\u00e4ren<br \/>\nBewegung<\/a>\u00ab hat, erhielt das Verteidigungsministerium; der ehemalige<br \/>\nPr\u00e4sidentschaftskandidat und Mitglied der faschistischen Studentenverbindung<br \/>\n\u00bbMarko-Germania\u00ab, Norbert Hofer, \u00fcbernahm die F\u00fchrung im<br \/>\nInfrastrukturministerium. Die Parteikader sitzen nun in vielen Staats- und<br \/>\nstaatsnahen Betrieben und brachten selbstverst\u00e4ndlich ihr B\u00fcropersonal mit.<br \/>\nElmar Podgorschek&nbsp;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/l17C3ECjdi4\">bilanzierte<br \/>\nerfreut<\/a>: \u00bbWir haben jetzt bei der \u00dcbernahme der Bundesregierung beinhart alle<br \/>\nAufsichtsr\u00e4te und teilweise, wo es m\u00f6glich war, die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der<br \/>\nstaatlichen und halbstaatlichen Betriebe ausgetauscht.\u00ab<\/p>\n<p>Dies geschah nicht<br \/>\nnur, um die Fehler von 2000 zu vermeiden. Es ist der Kern einer besonders<br \/>\ngef\u00e4hrlichen FP\u00d6-Strategie. Die FP\u00d6 hatte die Kontrolle \u00fcber den gesamten<br \/>\nRepressionsapparat des Staates erhalten \u2013 mit anderen Worten, \u00fcber die Polizei,<br \/>\nden Geheimdienst und das Milit\u00e4r. Dass das Innenministerium schon vor der<br \/>\nRegierungsbildung in den Gespr\u00e4chen mit der \u00d6VP zur Koalitionsbedingung erhoben<br \/>\nwurde, zeigt die strategische Wichtigkeit des Repressionsapparats f\u00fcr die FP\u00d6.<br \/>\nSie versucht, Hindernisse aus dem Weg zu r\u00e4umen und den repressiven Kern des<br \/>\nStaates neu aufzustellen. Das f\u00fchrte bereits zu einem Geheimdienstskandal: Im Februar<br \/>\nf\u00fchrte eine Polizeisondereinheit unter Leitung eines FP\u00d6-Politikers eine Razzia<br \/>\nim \u00f6sterreichischen Geheimdienst, dem Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz und<br \/>\nTerrorismusbek\u00e4mpfung (BVT), durch und beschlagnahmte Daten, die \u00fcber<br \/>\nNaziorganisationen gesammelt wurden (unter anderem \u00fcber den Neonazi-Kongress<br \/>\n\u00bbVerteidiger Europas\u00ab, auf dem Innenminister Kickl, damals noch als<br \/>\nFP\u00d6-Generalsekret\u00e4r, als einer der Hauptredner auftrat). Das offensichtliche<br \/>\nZiel war, unerw\u00fcnschte Mitarbeiter, welche die rechtsextreme Szene \u00fcberwachen,<br \/>\neinzusch\u00fcchtern und den BVT-Chef, der eine nahe Beziehung zur \u00d6VP hat, zu<br \/>\ndiskreditieren.<\/p>\n<p><strong>Politik f\u00fcr und durch<br \/>\ndie Polizei<\/strong><\/p>\n<p>Das f\u00fchrt uns zu<br \/>\neinem zweiten wichtigen Punkt: Die FP\u00d6 richtete ihre Regierungspolitik auf die<br \/>\nPolizei \u2013 aus mehreren Gr\u00fcnden. Sie kann ihren faschistischen Kaderbestand<br \/>\nerweitern, ein weiteres Standbein aufbauen (zus\u00e4tzlich zur Stra\u00dfenbewegung,<br \/>\nderen Aufbau ihr derzeit noch Schwierigkeiten bereitet) und \u00fcber mehr<br \/>\nStaatsrepression ein gesellschaftliches Klima zu ihren Gunsten schaffen, in dem<br \/>\neine echte faschistische Stra\u00dfenbewegung wachsen kann. Das macht die<br \/>\nFP\u00d6-Strategie gef\u00e4hrlicher als jene, die von offeneren Faschisten, wie der<br \/>\nGoldenen Morgenr\u00f6te in Griechenland, verfolgt wird. Es ist ebenso denkbar, dass<br \/>\ndie zuk\u00fcnftige SS \u2013 also eine den Faschisten v\u00f6llig loyale Polizeitruppe \u2013<br \/>\nnicht von au\u00dfen in den Staatsapparat kommt, sondern von innen entsteht. Die<br \/>\nPolizeieinheit, die die Razzia im Verfassungsschutz durchf\u00fchrte, die<br \/>\nEinsatzgruppe zur Bek\u00e4mpfung der Stra\u00dfenkriminalit\u00e4t (EGS), wird von einem<br \/>\nFP\u00d6-Polizei-\u00bbGewerkschafter\u00ab angef\u00fchrt, der Beitr\u00e4ge von Neonazis auf seiner<br \/>\nFacebook-Seite geteilt hat. Die&nbsp;<a href=\"http:\/\/linkswende.org\/saeuberung-im-bvt-generalstabsmaessiger-fpoe-putsch-im-innenministerium\/\">EGS<br \/>\nbr\u00fcstet sich in Polizeikreisen<\/a>&nbsp;gerne mit \u00bbNegerklatschen\u00ab: Gemeint<br \/>\nist, Schwarze zu Boden zu ringen und nach Drogen zu durchsuchen.<\/p>\n<p>Das Innenministerium<br \/>\nversuchte gezielt, Neonazis f\u00fcr die Polizei zu gewinnen. Es wurden 4.200 neue<br \/>\nPolizisten rekrutiert und Minister Kickl platzierte Inserate f\u00fcr den<br \/>\nPolizeidienst auf extrem rechten Websites (eine davon ist eng mit der<br \/>\nfaschistischen \u00bb<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/wie-die-identitaere-bewegung-den-rechten-rand-modernisiert\/\">Identit\u00e4ren<br \/>\nBewegung<\/a>\u00ab verbunden) und antisemitischen, islamfeindlichen Magazinen, die<br \/>\nvon Neonazis gelesen werden. In denselben Ausgaben gab Kickl Interviews.<\/p>\n<p>Einmal in der Polizei<br \/>\nwerden die neuen Rekruten (und nat\u00fcrlich die bereits aktiven Beamten) \u00fcber eine<br \/>\nspezielle FP\u00d6-Polizeigewerkschaft, die Aktionsgemeinschaft Unabh\u00e4ngiger und<br \/>\nFreiheitlicher (AUF), das hei\u00dft Mitglieder der FP\u00d6, n\u00e4her an die Freiheitlichen<br \/>\nherangezogen. Einen Mitgr\u00fcnder der AUF, Peter Goldgruber, holte sich Kickl als<br \/>\nGeneralsekret\u00e4r ins Innenministerium. Im Februar traf sich die AUF-F\u00fchrung mit<br \/>\nKickl in seinem Ministerium, um die Arbeit der Gewerkschaft als \u00bbBindeglied\u00ab<br \/>\nund \u00bbSchnittstelle\u00ab zwischen dem Ministerium und den Polizeibeamten zu<br \/>\nkoordinieren, wie es Kickl und AUF-Chef Werner Herbert&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/herbertkickl\/videos\/1032729296868339\/\">ausgedr\u00fcckt<br \/>\nhaben<\/a>.<\/p>\n<p>Gleichzeitig werden<br \/>\ndie Beamten radikalisiert und das soziale Klima ver\u00e4ndert. Deportationen von<br \/>\nGefl\u00fcchteten, besonders von Afghaninnen und Afghanen, werden intensiviert und<br \/>\nBerichte \u00fcber mehr Abschiebungen werden in den Parteimedien, wie Zeitungen,<br \/>\n\u00fcber Whatsapp und auf Facebook gefeiert.&nbsp;<a href=\"https:\/\/kurier.at\/politik\/inland\/geheimpapier-kickls-brisante-medienkontrolle\/400127339\">Das<br \/>\nInnenministerium forderte<\/a>&nbsp;die Polizeidirektionen per E-Mail auf,<br \/>\nk\u00fcnftig \u00bbdie Staatsb\u00fcrgerschaft eines mutma\u00dflichen T\u00e4ters in \u2026 Aussendungen\n<\/p>\n<p>[und Interviews]<\/p>\n<p> zu benennen \u2026 Au\u00dferdem gegebenenfalls bei einem Fremden dessen<br \/>\nAufenthaltsstatus bzw. ob es sich um einen Asylbewerber handelt\u00ab.<\/p>\n<p>Seit dem<br \/>\nRegierungsantritt ist ein dramatischer Anstieg an t\u00e4glichen rassistischen<br \/>\nPersonenkontrollen durch die Polizei (Stop and Search) zu beobachten. Ebenso<br \/>\nwie Ethnic Profiling-Ma\u00dfnahmen entlang von \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln und<br \/>\nregelm\u00e4\u00dfige Massenrazzien auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen und in Parks, in denen<br \/>\nGefl\u00fcchtete und Menschen mit schwarzer oder dunklerer Hautfarbe systematisch<br \/>\nvon der Polizei zusammengetrieben und nach Drogen durchsucht werden.<\/p>\n<p><strong>Wahrung der<br \/>\nUnabh\u00e4ngigkeit der FP\u00d6<\/strong><\/p>\n<p>Die FP\u00d6-Spitze ist<br \/>\nsich bewusst, dass sie als unabh\u00e4ngige politische Kraft operieren muss. Wie<br \/>\nweiter oben argumentiert, m\u00f6gen \u00d6VP und FP\u00d6 \u00fcber ihren Rassismus und ihre<br \/>\nAnti-Establishment-Maske an der Oberfl\u00e4che \u00e4hnlich erscheinen. Au\u00dferdem m\u00fcssen<br \/>\nbeide ihrer W\u00e4hlerschaft signalisieren, dass sich mit ihnen alles ver\u00e4ndern<br \/>\nwird. Aber Faschisten haben ihre eigene Agenda (mehr dazu sp\u00e4ter). Dar\u00fcber<br \/>\nhinaus barg die Regierungsbeteiligung die Gefahr, selbst als Teil des<br \/>\nEstablishments wahrgenommen zu werden. Der Wunsch nach Ver\u00e4nderung war das<br \/>\ntreibende Moment der Nationalratswahl 2017.&nbsp;<a href=\"https:\/\/strategieanalysen.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/ISA-SORA-Wahlanalyse-NRW2017-2.pdf\">Wahltagsbefragungen<\/a>&nbsp;haben<br \/>\ngezeigt, dass rund die H\u00e4lfte der FP\u00d6-W\u00e4hler der Meinung waren, dass sich<br \/>\n\u00d6sterreich in den letzten Jahren negativ entwickelt hat und 35 Prozent von<br \/>\nihnen waren mit der Vorg\u00e4ngerregierung unzufrieden.<\/p>\n<p>Podgorschek machte<br \/>\ndiese Unabh\u00e4ngigkeit in seiner Rede vor der AfD deutlich:<\/p>\n<p>\u00bbDie Konservativen<br \/>\nsind bei uns nicht konservativ. Sie sind nur bei Sonntagsreden konservativ. Wir<br \/>\nsagen immer: Sie blinken rechts und biegen links ab \u2026 Diese Zusammenarbeit mit<br \/>\nSchwarz [der \u00d6VP] ist keine Liebesheirat, ich sage das immer, das ist eine<br \/>\nVernunftehe \u2026 Traue keinem Schwarzen!\u00ab<\/p>\n<p>Das bedeutet, wie<br \/>\nPodgorschek erkl\u00e4rte, die eigenen Medien auszubauen (Facebook, Youtube-Kan\u00e4le,<br \/>\netc), \u00fcber die sie einen direkteren Kontakt zur eigenen W\u00e4hlerschaft herstellen<br \/>\nk\u00f6nnen, die \u00bbNeutralisierung des \u00f6ffentlichen rechtlichen Rundfunks\u00ab und die<br \/>\nAufrechterhaltung ihres Bildes als vermeintliche Kraft gegen das<br \/>\n\u00bbEstablishment\u00ab, zu dem sie auch die \u00d6VP z\u00e4hlen. FP\u00d6-Politiker attackieren<br \/>\nregelm\u00e4\u00dfig prominente Journalisten und haben bereits begonnen, den \u00f6ffentlichen<br \/>\nSender ORF umzubauen. In der bereits zitierten E-Mail an die Polizeidirektionen<br \/>\ngriff das Innenministerium die Pressefreiheit an, indem es&nbsp;<a href=\"https:\/\/kurier.at\/politik\/inland\/geheimpapier-kickls-brisante-medienkontrolle\/400127339\">die<br \/>\nOrder ausgab<\/a>, die \u00bbKommunikation mit [kritischen] Medien auf das n\u00f6tigste<br \/>\n(rechtlich vorgesehene) Ma\u00df zu beschr\u00e4nken\u00ab. Daran wird deutlich, wie die<br \/>\nverschiedenen Aspekte der FP\u00d6-Regierungsstrategie ineinander greifen: Die<br \/>\nUnterwanderung und der Umbau des Staates, die Politik f\u00fcr und durch die Polizei<br \/>\nund die Wahrung der Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p><strong>FP\u00d6: Nachfolgepartei<br \/>\nder NSDAP<\/strong><\/p>\n<p>Bevor ich zeigen<br \/>\nm\u00f6chte, dass das Verhalten der Faschisten in der Regierung absolut Sinn ergibt<br \/>\n(was das Argument, dass es sich bei der FP\u00d6 um eine faschistische Kraft<br \/>\nhandelt, best\u00e4tigen wird), soll von einem historischen Standpunkt aus<br \/>\nargumentiert werden, warum die FP\u00d6 eine faschistische Partei ist. Ich m\u00f6chte<br \/>\nzuerst einen Blick auf ihre Urspr\u00fcnge und ihre Kader werfen.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 wurde 1955<br \/>\nvon ehemaligen SS-Offizieren gegr\u00fcndet. Sie war, so der Politikwissenschaftler<br \/>\nAnton Pelinka, \u00bbvon Anfang an erkennbar, ja geradezu demonstrativ eine Gr\u00fcndung<br \/>\nvon ehemaligen Nationalsozialisten f\u00fcr ehemalige Nationalsozialisten\u00ab. Sein<br \/>\nUrteil ist vernichtend:<\/p>\n<p>\u00bbIn keinem anderen<br \/>\nLand Europas ist eine derartige Kontinuit\u00e4t zwischen einer Partei, die eine<br \/>\nbarbarische Diktatur verk\u00f6rperte, und einer in einem postfaschistischen (oder<br \/>\npostnazistischen) liberal-demokratischen System als \u00bbNormalpartei\u00ab agierenden<br \/>\nParlamentspartei festzustellen. Die FP\u00d6 repr\u00e4sentiert die Fortsetzung der<br \/>\ndeutsch-v\u00f6lkischen Tradition, deren H\u00f6hepunkt der Nationalsozialismus und der<br \/>\nvon diesem zu verantwortende&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/ausloten-der-abgruende-marxismus-und-der-holocaust\/\">Holocaust<\/a>&nbsp;war.\u00ab<\/p>\n<p>Mit anderen Worten,<br \/>\ndie FP\u00d6 muss als Nachfolgepartei der NSDAP verstanden werden. Der erste<br \/>\nFP\u00d6-Obmann war Anton Reinthaller, ein ehemaliger SS-Brigadef\u00fchrer sowie<br \/>\nReichstagsabgeordneter der NSDAP. 1938, kurz vor der Annexion \u00d6sterreichs durch<br \/>\nNazideutschland, wurde er NS-Landwirtschaftsminister im \u00bbAnschlusskabinett\u00ab. In<br \/>\nseiner Antrittsrede als erster FP\u00d6-Obmann sagte Reinthaller: \u00bbDer nationale<br \/>\nGedanke bedeutet in seinem Wesen nichts anderes als das Bekenntnis der<br \/>\nZugeh\u00f6rigkeit zum deutschen Volk.\u00ab15 Reinthallers Nachfolger, Friedrich Peter,<br \/>\nwar SS-Obersturmf\u00fchrer und Mitglied der ber\u00fcchtigten 1. SS-Infanteriebrigade,<br \/>\ndie unter direktem Befehl von Heinrich Himmler stand und f\u00fcr die schwersten<br \/>\nKriegsverbrechen im Hinterland der Ostfront verantwortlich war. Im September<br \/>\n1941 vernichtete Peters Einheit das Dorf Leltschitky und erschoss 1.089<br \/>\nJ\u00fcdinnen und Juden.<\/p>\n<p><strong>Faschistische<br \/>\nKaderschmieden<\/strong><\/p>\n<p>Seit ihrer Gr\u00fcndung<br \/>\nspielen die sogenannten \u00bbBurschenschaften\u00ab und \u00e4hnliche Organisationen<br \/>\n(\u00bbLandsmannschaften\u00ab, \u00bbCorps\u00ab,\u2026) eine zentrale Rolle in der FP\u00d6. Zusammen mit<br \/>\ndem Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) und dem Ring Freiheitlicher Studenten<br \/>\n(RFS), derenF\u00fchrungsmitglieder sich aus den Burschenschaften rekrutieren,<br \/>\nbilden sie die Kaderschmiede der FP\u00d6. In \u00d6sterreich gibt es nur rund 4.000<br \/>\nMitglieder von Burschenschaften (und um pr\u00e4zise zu bleiben, von allen<br \/>\ndeutschnationalen Korporationen), aber sie haben die vollst\u00e4ndige Kontrolle<br \/>\n\u00fcber die FP\u00d6. F\u00fchrer Strache ist Mitglied der \u00bbVandalia Wien\u00ab und vier seiner<br \/>\nf\u00fcnf Stellvertreter sind Burschenschafter. 20 von 33 Mitgliedern des<br \/>\nBundesvorstands und 21 von 51 Abgeordneten im Parlament geh\u00f6ren<br \/>\ndeutschnationalen Verbindungen an. Die Burschenschaften funktionieren dabei<br \/>\nnicht nur als Kaderschmieden f\u00fcr die FP\u00d6, sondern alle prominenten<br \/>\nNeonazi-F\u00fchrer in \u00d6sterreich kommen aus diesem Milieu.<\/p>\n<p>In der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/der-weg-zum-austrofaschismus-1934\/\">Zwischenkriegszeit<\/a>&nbsp;f\u00fchrten<br \/>\nihre Mitglieder die blutige Konterrevolution als Befehlshaber der Freikorps an<br \/>\nund bildeten ein wichtiges Standbein der NSDAP in Deutschland und \u00d6sterreich.<br \/>\nSie machten in der Nazi-Maschinerie schnell Karriere und organisierten den<br \/>\nHolocaust und die Ausl\u00f6schung ganzer D\u00f6rfer und Regionen als Teil der<br \/>\n\u00bbPartisanenbek\u00e4mpfung\u00ab. SS-Obergruppenf\u00fchrer Ernst Kaltenbrunner von der<br \/>\nBurschenschaft \u00bbArminia Graz\u00ab war Nachfolger des Chefs des<br \/>\nReichssicherheitshauptamtes (RSHA), Reinhard Heydrich, und damit Leiter der<br \/>\nNaziterrormaschinerie; SS-Untersturmf\u00fchrer Irmfried Eberl von der \u00bbGermania<br \/>\nInnsbruck\u00ab ermordete als Kommandant des Konzentrationslagers Treblinka<br \/>\nhunderttausende J\u00fcdinnen und Juden aus dem besetzten Polen und der Ukraine;<br \/>\nSS-Obersturmf\u00fchrer und SS-Arzt Hermann Richter von der \u00bbS\u00e4ngerschaft Skalden<br \/>\nInnsbruck\u00ab entnahm in den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen<br \/>\nLagerinsassen bei vollem Bewusstsein Organe, um zu beobachten, wie lange sie<br \/>\ndiese Folter \u00fcberleben konnten. Bis heute ehren die Burschenschaften diese<br \/>\nNazibestien in ihren Mitgliederlisten. 2004 hielt FP\u00d6-Obmann Strache selbst die<br \/>\n\u00bbTotenrede\u00ab beim j\u00e4hrlichen \u00bbHeldengedenken\u00ab, um die gefallenen deutschen<br \/>\nSoldaten im&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/zweiter-weltkrieg-antifaschismus\/\">Zweiten<br \/>\nWeltkrieg<\/a>&nbsp;zu ehren \u2013 genau am Tag der Befreiung vom<br \/>\nNationalsozialismus am 8. Mai.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass die<br \/>\nBurschenschaften noch immer Lieder wie \u00bbGebt Gas, ihr alten Germanen, wir<br \/>\nschaffen die siebte Million\u00ab singen, wie zu Beginn des Jahres 2018 bei der<br \/>\nBurschenschaft \u00bbGermania Wiener Neustadt\u00ab&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.falter.at\/archiv\/wp\/wir-schaffen-die-siebte-million\">aufgedeckt<br \/>\nwurde<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Die Umkehrung der<br \/>\nStrategie Hitlers<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn die<br \/>\nRegierungsbeteiligung der faschistischen FP\u00d6 sehr bedrohlich war, drohte nicht<br \/>\nunmittelbar die faschistische Macht\u00fcbernahme und Diktatur wie 1933 in Deutschland.<br \/>\nDas Verhalten der FP\u00d6 in der Regierung war so, wie ich es von geschickten<br \/>\nfaschistischen Parteien in Friedenszeiten im Vergleich zu Zeiten von<br \/>\nB\u00fcrgerkrieg und imperialistischen Kriegen erwarte.<\/p>\n<p>Es gibt einen<br \/>\nwesentlichen Unterschied zwischen der Zwischenkriegszeit und heute. In den<br \/>\nAnalysen von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/trotzki-verleumdet-ermordet-vergessen\/\">Leo Trotzki<\/a>&nbsp;wird<br \/>\ndeutlich, dass der Faschismus zwei Fl\u00fcgel ben\u00f6tigt; einen parlamentarischen<br \/>\nFl\u00fcgel, welcher der Bewegung ein respektables Gesicht gibt und die Gegner<br \/>\nl\u00e4hmen kann, und einen Fl\u00fcgel auf den Stra\u00dfen, eine wirkliche Massenbewegung<br \/>\nals Machtbeweis, die imstande ist, politische Gegner zu terrorisieren. Adolf<br \/>\nHitler musste seine Sturmtruppen, die auf den Stra\u00dfen bereits stark waren,<br \/>\nz\u00e4hmen und einen respektablen Parlamentsfl\u00fcgel aufbauen sowie bei Wahlen<br \/>\nantreten.<\/p>\n<p>Der Historiker Robert<br \/>\nO. Paxton betonte in seiner vergleichenden Analyse verschiedener Formen des<br \/>\n\u00bbklassischen Faschismus\u00ab der 1920er- und 1930er-Jahre, dass \u00bbeinige wenige<br \/>\nfaschistische Bewegungen\u00ab, wie jene von Hitler und Mussolini, \u00bbsehr viel<br \/>\nerfolgreicher als die \u00fcbliche Sorte faschistischer Stra\u00dfenredner und<br \/>\nSchl\u00e4gertypen\u00ab wurden. Erstere f\u00fchlten sich \u00bb(\u2026) nicht nur zur Herrschaft<br \/>\nberufen, sondern waren auch von keinem der Gewissensbisse der Puristen geplagt,<br \/>\nan b\u00fcrgerlichen Wahlen teilzunehmen. [Hitler und Mussolini] machten sich daran<br \/>\n\u2013 mit eindrucksvollem taktischen Geschick und auf durchaus verschiedenen Wegen,<br \/>\ndie sich \u00fcber Versuch und Irrtum erschlossen \u2013, zu unentbehrlichen Teilnehmern<br \/>\nim Rennen um die politische Macht in ihren L\u00e4ndern zu werden. (\u2026) Die meisten\n<\/p>\n<p>[der]<\/p>\n<p> schwachen Imitate zeigten, dass es nicht ausreichte, ein buntes Hemd<br \/>\n\u00fcberzuziehen, herumzumarschieren und irgendeine lokale Minderheit zusammenzuschlagen,<br \/>\num den Erfolg eines Hitler oder Mussolini zu haben \u2026 Die Imitate brachten es<br \/>\n\u00fcber das Gr\u00fcndungsstadium nicht hinaus und unterlagen daher auch nicht den<br \/>\nTransformationen der erfolgreichen Bewegungen. Sie blieben \u00bbrein\u00ab \u2013 und<br \/>\nbedeutungslos.\u00ab<\/p>\n<p>Hitler musste seine<br \/>\nStrategie nach dem gescheiterten Putschversuch von 1923 in M\u00fcnchen anpassen. Er<br \/>\ndachte zun\u00e4chst, dass es gen\u00fcgen w\u00fcrde, bewaffnet auf die Zentren der Macht zu<br \/>\nmarschieren und die herrschende Klasse w\u00fcrde sich auf seine Seite schlagen. Aber<br \/>\ndie Polizei er\u00f6ffnete das Feuer auf Hitler und seine Begleiter, er selbst wurde<br \/>\ninhaftiert. Die herrschende Klasse f\u00fcrchtete, dass \u2013 wenn sie sich mit Hitler<br \/>\nverb\u00fcnden w\u00fcrden \u2013 ein erfolgreicher Putsch erneut einen Aufstand der<br \/>\nArbeiterklasse provozieren k\u00f6nnte, wie schon beim Kapp-Putsch 1920, als sich<br \/>\nArbeiter in ganz Deutschland gegen die Konterrevolution bewaffneten. Das<br \/>\nRuhrgebiet fiel de facto unter die Kontrolle der Roten Ruhrarmee. Die Regierung<br \/>\nbrauchte mehrere Monate, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen. Im<br \/>\nGef\u00e4ngnis in Landsberg zog Hitler den Schluss, dass er seine Bewegung unter<br \/>\nKontrolle halten und einen offiziell wirkenden Parlamentsfl\u00fcgel aufbauen<br \/>\nmusste:<\/p>\n<p>\u00bbStatt die Macht<br \/>\ndurch Waffengewalt zu erringen, werden wir zum \u00c4rger der katholischen und<br \/>\nmarxistischen Abgeordneten unsere Nasen in den Reichstag stecken. Wenn es auch<br \/>\nl\u00e4nger dauert, sie zu \u00fcberstimmen als sie zu erschie\u00dfen, so wird uns<br \/>\nschlie\u00dflich ihre eigene Verfassung den Erfolg garantieren.\u00ab<\/p>\n<p>Wenn er von den<br \/>\ndeutschen Eliten ernst genommen werden wollte und ihm die m\u00e4chtigsten M\u00e4nner<br \/>\nDeutschlands die F\u00fchrung \u00fcber die Konterrevolution anvertrauen sollten, musste<br \/>\nHitler eine politische Massenbewegung inner- und au\u00dferhalb des Parlaments<br \/>\naufbauen. Die SA sollte vor allem unbewaffnet aufmarschieren und Hitlers<br \/>\nlangfristige Perspektive des parlamentarischen Wachstums der Nazis sollte seine<br \/>\nGegner beruhigen und t\u00e4uschen. Ein H\u00e4ufchen Schl\u00e4gerkommandos, die Terror<br \/>\nverbreiten, w\u00fcrde zu wenig sein. Er schrieb an SA-Chef Pfeffer von Salomon in<br \/>\nseinem \u00bbSA-Befehl Nr. 1\u00ab, dass die SA nicht nach \u00bbmilit\u00e4rischen\u00ab, sondern nach<br \/>\n\u00bbparteizweckm\u00e4\u00dfigen\u00ab Gesichtspunkten zu organisieren sei: \u00bbWas wir brauchen,<br \/>\nsind nicht hundert oder zweihundert verwegene Verschw\u00f6rer, sondern<br \/>\nhunderttausend und aberhunderttausend fanatische K\u00e4mpfer f\u00fcr unsere<br \/>\nWeltanschauung. Nicht in geheimen Konventikeln soll gearbeitet werden, sondern<br \/>\nin gewaltigen Massenaufz\u00fcgen.\u00ab<\/p>\n<p>Und dennoch,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.mlwerke.de\/tr\/1931\/311208a.htm\">wie Trotzki argumentierte<\/a>,<br \/>\nhatte \u00bbHitler nicht \u00fcbersehen, dass der Weg zur Macht durch grausamsten<br \/>\nB\u00fcrgerkrieg hindurchf\u00fchrt\u00ab, und \u00bbdass seine Reden vom friedlichen,<br \/>\ndemokratischen Weg eine blo\u00dfe Tarnung sind, eine Kriegslist.\u00ab<\/p>\n<p>Heute drehen manche<br \/>\nFaschisten diese Strategie um. Sie sind bereits stark in den Parlamenten, haben<br \/>\naber Probleme, eine Massenbewegung auf der Stra\u00dfe aufzubauen.<\/p>\n<p><strong>H\u00fcrden f\u00fcr militante<br \/>\nStra\u00dfenbewegung<\/strong><\/p>\n<p>Warum es modernen<br \/>\nFaschisten nur in Ans\u00e4tzen gelingt,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/pegida-rassisten-bewegung\/\">Massenaufm\u00e4rsche auf<br \/>\nden Stra\u00dfen<\/a>&nbsp;zu organisieren, das hat mehrere Gr\u00fcnde. Zum einen gibt es<br \/>\nin vielen L\u00e4ndern eine lebendige antifaschistische Tradition, die den Versuch<br \/>\nder Faschisten, die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/oesterreich-gegen-schwarz-blau-neujahrsempfang\/\">Vorherrschaft<br \/>\n\u00fcber die Stra\u00dfe<\/a>&nbsp;zu gewinnen, bek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Zum anderen existiert<br \/>\nder dunkle Schatten von Auschwitz, der dem Faschismus heute im Weg ist.<br \/>\nFaschisten bauen vor dem Hintergrund der Schrecken des Zweiten Weltkriegs auf.<br \/>\nSeit Auschwitz verbindet man mit Faschismus Krieg und den Holocaust. Alles, was<br \/>\ndamit verbunden ist, versucht eine faschistische Partei zu verstecken<br \/>\n(wenngleich sie von Zeit zu Zeit ihren Anh\u00e4ngerinnen und Anh\u00e4ngern keinen<br \/>\nZweifel \u00fcber ihre Bewunderung f\u00fcr Hitlers Terror und den Holocaust lassen). Ein<br \/>\nweiterer Grund ist, dass die wirtschaftliche Krise noch nicht tief genug ist,<br \/>\ndass verzweifelte Massen des Kleinb\u00fcrgertums und Teile der deklassierten Arbeiterklasse<br \/>\nzu einer faschistischen, gewaltbereiten Stra\u00dfenbewegung str\u00f6men w\u00fcrden. Die<br \/>\nGesellschaften in den 1920er &nbsp;und 1930er Jahren waren radikalisiert durch<br \/>\ndie imperialistischen Kriege und Aufm\u00e4rsche der Freikorps, Heimwehren usw. auf<br \/>\nder rechten und des&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/der-weg-zum-austrofaschismus-1934\/\">Republikanischen<br \/>\nSchutzbundes<\/a>, des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold usw. auf der linken Seite.<\/p>\n<p><strong>Faschistisches<br \/>\nProjekt der FP\u00d6<\/strong><\/p>\n<p>Die Tatsache, dass<br \/>\nmoderne Faschisten Probleme beim Aufbau einer massenhaften Stra\u00dfenbewegung<br \/>\nhaben, \u00e4ndert nichts daran, dass sie Faschisten sind. Maskierte faschistische<br \/>\nParteien, die sich auf die Ver\u00e4nderung des gesellschaftlichen Klimas zu ihren<br \/>\nGunsten, die Unterwanderung und den Umbau des Staates und die Herausbildung von<br \/>\nParteikadern konzentrieren, sind meinem Verst\u00e4ndnis nach noch gef\u00e4hrlicher als<br \/>\noffener auftretende Faschisten, wie beispielsweise die Goldene Morgenr\u00f6te in<br \/>\nGriechenland.<\/p>\n<p>Moderne Faschisten<br \/>\nversuchen, sich bei dem radikalsten, unzufriedensten Teil der herrschenden<br \/>\nKlasse zu beweisen. Aber zwischen der traditionellen Rechten (Republikaner,<br \/>\n\u00d6VP, Konservative, Orb\u00e1n\u2026) und faschistischen Kr\u00e4ften (<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/faschisten-in-den-usa\/\">Alt-right-Bewegung<\/a>,<br \/>\nFP\u00d6, Jobbik\u2026) besteht eine besondere Beziehung. Die Arbeitsteilung liegt darin:<br \/>\nEin aggressiverer, gewaltt\u00e4tigerer Neoliberalismus im Gegenzug f\u00fcr die<br \/>\nRehabilitierung von Faschismus. In \u00d6sterreich agiert die Freiheitliche Partei<br \/>\nals Kettenhund f\u00fcr die konservative, neoliberale Rechte. Um seine Gegner zu<br \/>\nbezwingen (inner- und au\u00dferhalb des Parlaments) und seine neoliberale Agenda<br \/>\n(12-Stunden-Tag, Zerschlagung des Sozialversicherungssystems, K\u00fcrzungen im<br \/>\nSozialsystem f\u00fcr Langzeitarbeitslose etc.) nutzt Kanzler Kurz die Brutalit\u00e4t<br \/>\nund Skrupellosigkeit der FP\u00d6.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 verfolgt im<br \/>\nAllgemeinen eine flexible Wirtschaftspolitik \u2013, in der Opposition forderte sie<br \/>\nmanchmal sogar Reichensteuern und lehnte den 12-Stunden-Arbeitstag ab. Als vor<br \/>\nden letzten Nationalratswahlen absehbar wurde, dass sie mit der \u00d6VP die n\u00e4chste<br \/>\nRegierung bilden w\u00fcrde, passte sie ihr Wirtschaftsprogramm mehr oder weniger<br \/>\ng\u00e4nzlich der neoliberalen Agenda des bevorstehenden Koalitionspartners an. Aber<br \/>\nNeoliberalismus ist nicht ihre Priorit\u00e4t. Es sieht mehr nach einem Gefallen f\u00fcr<br \/>\ndie herrschende Klasse aus, der die Freiheitlichen ihre W\u00fcrdigkeit beweisen<br \/>\nwollen. Ihre oberste Priorit\u00e4t in der Regierung ist der Umbau des repressiven<br \/>\nStaatsapparats und die Wahrnehmung des g\u00fcnstigen Augenblicks, ihre Agenda der Verrohung<br \/>\nder Gesellschaft voranzutreiben. Im Gegenteil, die FP\u00d6 ist sich dessen v\u00f6llig<br \/>\nbewusst, dass die neoliberale Wirtschaftspolitik ihre eigenen W\u00e4hler (Teile der<br \/>\nunzufriedenen, unorganisierten Arbeiterklasse) eher trifft als die b\u00fcrgerliche<br \/>\nBasis der \u00d6VP. Strache \u00fcberlie\u00df das Finanzministerium der \u00d6VP und setzte selbst<br \/>\neine unbekannte Figur in das Sozialministerium, die man \u2013 falls n\u00f6tig \u2013 leicht<br \/>\nabs\u00e4gen und von der Partei trennen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Arbeitsteilung<br \/>\nkonnte man am besten im Deal zwischen FP\u00d6 und \u00d6VP im Fall von \u00d6sterreichs<br \/>\nAusstieg aus dem UN-Migrationspakt beobachten. Wie aufgedeckt wurde, dr\u00e4ngte<br \/>\ndie FP\u00d6 zum R\u00fcckzug aus dem Pakt, der bis dahin von Kanzler Kurz begr\u00fc\u00dft wurde.<br \/>\nMit dem Ausstieg rollte Strache der Stra\u00dfenkampftruppe der \u00bbIdentit\u00e4ren Bewegung\u00ab,<br \/>\ndie wochenlang eine Kampagne gegen den UN-Migrationspakt organisierte, den<br \/>\nbraunen Teppich aus. Im Gegenzug erhielt Kurz\u2019 \u00d6VP die Zustimmung der FP\u00d6 bei<br \/>\nder&nbsp;<a href=\"https:\/\/kontrast.at\/geheime-studie-abschaffung-der-notstandshilfe\/\">Zerschlagung<br \/>\nder \u00bbNotstandshilfe\u00ab<\/a>&nbsp;(eine Sozialleistung f\u00fcr Arbeitslose). Allerdings<br \/>\nf\u00f6rderte dieser Fall auch die Instabilit\u00e4t des Deals zu Tage. Infolge w\u00fctender<br \/>\nAttacken seiner W\u00e4hler&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.tt.com\/politik\/innenpolitik\/14997580\/strache-im-tt-interview-kein-zugriff-auf-das-vermoegen-bei-arbeitslosen\">musste<br \/>\nStrache beteuern<\/a>, dass niemand enteignet werde. Auf der anderen Seite&nbsp;<a href=\"https:\/\/diepresse.com\/home\/innenpolitik\/5527674\/Heinz-Fassmann_Man-ist-ein-Getriebener\">brach<br \/>\n\u00d6VP-Wissenschaftsminister Heinz Fa\u00dfmann sein Schweigen<\/a>&nbsp;und griff<br \/>\nindirekt Kanzler Kurz und seinen Vize Strache an, indem er den R\u00fcckzug aus dem<br \/>\nUN-Migrationspakt beklagte. Er sagte: \u00bb\u00d6sterreich ist nat\u00fcrlich ein<br \/>\nEinwanderungsland.\u00ab26<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerungen<\/strong><\/p>\n<p>Faschismus ist eine<br \/>\nflexible politische Bewegung. Die faschistische Bewegung war nach 1945 nie weg,<br \/>\nsondern hat nur verschiedene Organisationsformen angenommen. Auch heute agieren<br \/>\nFaschisten und haben europaweit Erfolg \u2013 vor allem mit parlamentarischen<br \/>\nFormationen. Auf dem Reichsparteitag der NSDAP im Jahr 1933 blickte Hitler<br \/>\nzur\u00fcck auf den Weg der Partei an die Macht: \u00bbAllm\u00e4hlich entstand im Staat der<br \/>\nDemokratie der Staat der Autorit\u00e4t, im Reiche der jammervollen<br \/>\nGesinnungslosigkeit ein Kern fanatischer Hingebung und r\u00fccksichtsloser<br \/>\nEntschlossenheit. Eine einzige Gefahr konnte es gegen diese Entwicklung geben:<br \/>\nWenn der Gegner (\u2026) mit letzter Brutalit\u00e4t am ersten Tag den ersten Keim der<br \/>\nneuen Sammlung vernichtete.\u00ab<\/p>\n<p>Entschlossener<br \/>\nWiderstand gegen jeden Versuch faschistischer Organisierung ist allerdings<br \/>\nnicht nur deswegen n\u00f6tig, weil in der Zukunft m\u00f6glicherweise eine gro\u00dfe Gefahr<br \/>\nlauern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>In der derzeitigen<br \/>\npolitischen Entwicklung ist Rassismus das entscheidende Element, das den Aufstieg<br \/>\nder radikalen Rechten erm\u00f6glicht. Rechtsnationalistische und faschistische<br \/>\nParteien, egal ob in der Regierung oder in der Opposition, treiben den<br \/>\nRassismus der traditionellen \u00bbZentrumsparteien\u00ab, in den meisten F\u00e4llen<br \/>\nsozialdemokratische und konservative Parteien,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/das-problem-heisst-rassismus-nicht-islam\/\">gegen<br \/>\nMuslime<\/a>&nbsp;und Gefl\u00fcchtete auf die Spitze. Das Zentrum reagiert darauf<br \/>\nmit Zugest\u00e4ndnissen oder \u00dcbernahme extrem rechter Inhalte. Diese Dynamik st\u00e4rkt<br \/>\nwiederum auch jene, die eine faschistische Stra\u00dfenbewegung aufbauen wollen.<br \/>\nSchon heute bedrohen europaweit Faschisten mit Brandanschl\u00e4gen und \u00dcberf\u00e4llen<br \/>\nLeib und Leben von Gefl\u00fcchteten, Gewerkschafterinnen und Andersdenkenden, wie<br \/>\nbeispielsweise der organisierten Linken. Zwar bev\u00f6lkern noch keine<br \/>\nB\u00fcrgerkriegsarmeen die Stra\u00dfen und ebenso wenig setzen die Herrschenden<br \/>\nsystematisch auf eine \u00dcbergabe der Macht an sie. Doch die gegenw\u00e4rtigen<br \/>\nwirtschaftlichen, sozialen und politischen Verh\u00e4ltnisse sind nicht von Ewigkeit.<br \/>\nAuch f\u00fcr den \u00bbFaschismus in Friedenszeiten\u00ab gilt: Keine Freiheit f\u00fcr die Feinde<br \/>\nder Freiheit!<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/fpoe-oesterreich-faschismus-in-friedenszeiten\/\"><em>marx21.de&#8230;<\/em><\/a><em><br \/>\nvom 19. Juni 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David Albrich. Die Koalitionsregierung der Freiheitlichen Partei \u00d6sterreichs (FP\u00d6) mit der \u00d6sterreichischen Volkspartei (\u00d6VP) war f\u00fcr Antifaschistinnen und<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,7],"tags":[34,76,84,21],"class_list":["post-5527","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-international","tag-faschismus","tag-neue-rechte","tag-oesterreich","tag-trotzki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5527"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5527\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5529,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5527\/revisions\/5529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}