{"id":5541,"date":"2019-06-22T10:53:48","date_gmt":"2019-06-22T08:53:48","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5541"},"modified":"2019-06-22T11:01:37","modified_gmt":"2019-06-22T09:01:37","slug":"kapitalismus-klimawandel-und-sozialistische-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5541","title":{"rendered":"Kapitalismus, Klimawandel und sozialistische Strategie"},"content":{"rendered":"<p><em>Diego Lotito.<\/em><strong>Die weltweite Jugendbewegung&nbsp;Fridays for Future&nbsp;hat die Frage des Klimawandels ins Zentrum der politischen Agenda geholt. Wie h\u00e4ngen Kapitalismus<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong> und Klimawandel zusammen, und wie sieht eine sozialistische Strategie dagegen aus?<\/strong><\/p>\n<p>Am 15. M\u00e4rz gingen Hunderttausende Jugendliche in verschiedenen St\u00e4dten der Welt im Rahmen eines Bildungsstreiks gegen den Klimawandel auf die Stra\u00dfe. In Madrid, Berlin, Wien, Rom und anderen St\u00e4dten waren die Demonstrationen gewaltig.<\/p>\n<p>Die Bewegung entstand am 20. August 2018, als sich die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg mit einem Schild mit der Aufschrift \u201eSchulstreik f\u00fcr das Klima\u201c vor das schwedische Parlament setzte. Inspiriert von dieser Aktion hat seither die Bewegung \u201eFridays for Future\u201c immer mehr Anh\u00e4nger*innen gefunden: Woche f\u00fcr Woche bestreiken in europ\u00e4ischen St\u00e4dten Sch\u00fcler*innen den Unterricht und demonstrieren unter dem Motto \u201eThere is no planet B\u201c gegen die globale Umweltkrise. Vor allem nach Thunbergs <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wYr3DNWcFO0\"><strong>eindringlicher Rede<\/strong><\/a>\u00a0beim letzten Climate Summit Meeting (COP 24) in Katowice (Polen) bekam die Bewegung Zulauf.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Zivilisation wird daf\u00fcr geopfert, dass eine sehr kleine Anzahl von Menschen weiterhin enorme Geldsummen verdienen k\u00f6nnen. Unsere Biosph\u00e4re wird geopfert, damit reiche Menschen in L\u00e4ndern wie meinem in Luxus leben k\u00f6nnen. Es sind die Leiden der Vielen, die f\u00fcr den Luxus der Wenigen zahlen. Wir m\u00fcssen die fossilen Brennstoffe im Boden belassen und uns auf Gerechtigkeit konzentrieren. Und wenn L\u00f6sungen innerhalb des Systems so schwer zu finden sind, sollten wir vielleicht das System selbst \u00e4ndern\u201c, sagte die 15-j\u00e4hrige Schwedin, w\u00e4hrend die am Gipfel teilnehmenden politischen Vertreter*innen sie herablassend anschauten.<\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen, das auch hier im Spanischen Staat mit der Plattform\u00a0<em>Juventud por el Clima <\/em>einen Ableger hat, wird eindeutig von der so genannten \u201eGeneration Z\u201c, jungen Menschen zwischen 13 und 20 Jahren, sowie den \u201eMillennials\u201c angef\u00fchrt. Das Programm der Bewegung ist begrenzt. Sie schl\u00e4gt lediglich vor, die Beh\u00f6rden zu verpflichten, unverz\u00fcglich Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen (in Deutschland wird u.a. der Stopp des Kohleabbaus gefordert, Anm. d. \u00dc.). Seine sozialen und politischen Auswirkungen haben jedoch eine breite Debatte in der Jugend und der europ\u00e4ischen und globalen Linken ausgel\u00f6st: \u00fcber die M\u00f6glichkeiten, der globalen Umweltkrise, die uns bedroht, zu begegnen, sowie \u00fcber ihr Verh\u00e4ltnis zur intrinsischen umweltzerst\u00f6renden Dynamik des Kapitalismus und der kapitalistischen Staaten und dar\u00fcber, welche Ma\u00dfnahmen notwendig sind, um die Katastrophe zu verhindern. Und vor allem hat sie die Wahrnehmung gezeigt, die in breiten Schichten der neuen Generationen, insbesondere der j\u00fcngeren, \u00fcber die Umweltkrise besteht: Ohne eine radikale Transformation der kapitalistischen Produktionsweise gibt es keine Zukunft.<\/p>\n<p>Unterdessen ist das Establishment weltweit gespalten zwischen Leugner*innen des Klimawandels, Bef\u00fcrworter*innen kosmetischer Reformen zur F\u00f6rderung des \u201egr\u00fcnen Kapitalismus\u201c, die auf den verschiedenen Klimagipfeln verabschiedet wurden, und den sozialdemokratischen Wetten auf einen \u201eGreen New Deal\u201c zwischen Staaten und Gro\u00dfkonzernen, um die Umweltzerst\u00f6rung und die Verw\u00fcstung von Ressourcen zu stoppen.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang er\u00f6ffnet die massive Mobilisierung von Jugendlichen, die dem Kapitalismus nicht als Ungleichheit, Prekarit\u00e4t und Zerst\u00f6rung des Planeten zu verdanken haben, die M\u00f6glichkeit, \u00fcber eine revolution\u00e4re Strategie zu diskutieren, um die Ursache des Klimawandels und der Umweltzerst\u00f6rung zu \u00fcberwinden: das kapitalistische System.<\/p>\n<p><strong>I.<br \/>\nEin katastrophales Ph\u00e4nomen namens \u201eKlimawandel\u201c<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie n\u00e4chsten Jahre sind wahrscheinlich die wichtigsten in unserer Geschichte.\u201c Das Zitat stammt von Debra Roberts, Co-Vorsitzende des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>, nachdem sie am 8. Oktober den\u00a0<a href=\"https:\/\/report.ipcc.ch\/sr15\/pdf\/sr15_spm_final.pdf\"><strong>Sonderbericht \u00fcber die globale Erw\u00e4rmung<\/strong><\/a>\u00a0vorgestellt hatte.<\/p>\n<p>Heute betrachtet die \u00fcberwiegende Mehrheit der Wissenschaftler*innen weltweit den Klimawandel als greifbar und unvermeidlich. Aber was genau ist der Klimawandel und was hat ihn verursacht?<\/p>\n<p>Das Erdklima wird durch einen nat\u00fcrlichen Prozess namens \u201eTreibhauseffekt\u201c reguliert, bei dem bestimmte Gase in den unteren Atmosph\u00e4renschichten (Kohlendioxid, Methan, Lachgas, Fluorkohlenwasserstoffe usw.) einen Teil der Sonnenstrahlung, die die Erde in Form von W\u00e4rme zur\u00fcckwirft, absorbieren und ein wahres \u201eglobales Treibhaus\u201c bilden. Im Falle des Planeten Erde ist es das nat\u00fcrliche Gleichgewicht dieses Ph\u00e4nomens, das die Entwicklung des Lebens, wie wir es kennen, erm\u00f6glicht hat. Steigt jedoch die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosph\u00e4re, ver\u00e4ndert sich dieses Gleichgewicht und es kommt zu dem, was als \u201eKlimawandel\u201c bezeichnet wird.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der Wissenschaftler*innen ist sich einig, dass diese Ver\u00e4nderung haupts\u00e4chlich auf den schwindelerregenden Anstieg der Emissionen von \u201eTreibhausgasen\u201c in der Atmosph\u00e4re zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, die durch anthropogene Aktivit\u00e4ten, d.h. durch menschliches Handeln, verursacht werden. Dies ist jedoch keine abstrake menschliche Handlung \u201eim Allgemeinen\u201c. Es ist eine Aktivit\u00e4t, die im Rahmen einer bestimmten Produktionsweise, des Kapitalismus, stattfindet.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat die Konzentration dieser Gase in der Atmosph\u00e4re, insbesondere durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe (\u00d6l, Kohle, Gas), aber auch durch Abholzung (die allm\u00e4hlich enorme Kohlenstoffsenken beseitigt hat) und andere kapitalistische Produktionst\u00e4tigkeiten wie die intensive Viehzucht, dazu gef\u00fchrt, dass die durchschnittliche globale Temperatur \u2013 die heute etwa 15\u00baC betr\u00e4gt \u2013 steigt und unerwartete (und katastrophale) Folgen f\u00fcr Umwelt und biologische Vielfalt entstehen. Diese Dynamik hat sich mit der Entwicklung des modernen Kapitalismus, insbesondere in seiner letzten neoliberalen Phase, exponentiell erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Obwohl die verschiedenen Klimagipfel das \u201eAlarmsignal\u201c zum Klimawandel gegeben haben, warnen wichtige wissenschaftliche Organisationen seit Jahrzehnten vor diesen Ver\u00e4nderungen. Vom IPCC bis hin zu renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften wie\u00a0<em>Science<\/em>\u00a0wurden Forschungen vorgestellt, die echte Katastrophenszenarien ausmalen und argumentieren, dass, wenn sich die derzeitigen CO2-Emissionen fortsetzen, \u201edie Welt mit der schnellsten Rate des Klimawandels in den letzten 10.000 Jahren konfrontiert sein wird, was die Zirkulation der Meeresstr\u00f6mungen und die Klimamuster ver\u00e4ndert\u201c<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>.<\/p>\n<p>IPCC-Prognosen deuten darauf hin, dass die globale Durchschnittstemperatur an der Erdoberfl\u00e4che um 2 bis 5 Grad Celsius <a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> steigen und der Meeresspiegel in den kommenden Jahrzehnten um 18 bis 59 Zentimeter steigen k\u00f6nnte, wobei sie darauf hinweisen, dass die vergangenen und zuk\u00fcnftigen Kohlendioxidemissionen (CO2) noch f\u00fcr mehr als ein Jahrtausend zur Erw\u00e4rmung beitragen werden. Gleichzeitig ist in j\u00fcngster Zeit bekannt geworden, dass der CO2-Gehalt in der Atmosph\u00e4re 400 Partikel pro Million (ppm) \u00fcberschritten hat und in den kommenden Jahrzehnten sogar Werte \u00fcber 500 ppm erreichen kann, was in der Menschheitsgeschichte noch nie zuvor erreicht wurde.<\/p>\n<p>Diese Sch\u00e4tzungen m\u00f6gen f\u00fcr einige irrelevant oder als eine rein statistische Abstraktion erscheinen. Sie nehmen jedoch Gestalt an, wenn ihre Folgen bemerkt werden: die Ausbreitung extremer klimatischer Ph\u00e4nomene wie St\u00fcrme, tropische Wirbelst\u00fcrme, Taifune und Hurrikane; \u00fcberm\u00e4\u00dfige Hitze, die Verschiebung von Klimazonen in Richtung der Pole und die Verringerung der Bodenfeuchte; sowie der Anstieg des Meeresspiegels durch das Abschmelzen von Gletschern oder das partielle Abschmelzen von polaren Eiskappen, mit der Folge von \u00dcberschwemmungen von Ackerland und Versalzung des Bodenwassers in K\u00fcstenregionen.<\/p>\n<p>Seit 1880 ist die Durchschnittstemperatur der Erdoberfl\u00e4che laut IPCC um 1 \u00b0C gestiegen. Ein drastischer Wandel, der bereits verheerende Folgen hat, wie die Verst\u00e4rkung aller katastrophalen klimabedingten Ph\u00e4nomene, ihrer zeitlichen Dauerhaftigkeit und der Beschleunigung ihrer Rhythmen. Dazu geh\u00f6rt das Wiederauftreten immer virulenter werdender Hurrikane und Tornados in Mittelamerika, wie derjenige, der vor einigen Monaten Puerto Rico und andere karibische L\u00e4nder verw\u00fcstete, oder der Zyklon, der in Mosambik mehr als 1.000 Menschenleben forderte. Auch die Vermehrung unkontrollierbarer Br\u00e4nde, die ganze St\u00e4dte rund um den Globus verw\u00fcstet haben, die Ausbreitung extremer Hitzewellen (die bereits 30% der Weltbev\u00f6lkerung treffen), massive \u00dcberschwemmungen \u2013 von denen bereits 41 Millionen Menschen in S\u00fcdasien betroffen sind \u2013 oder katastrophale D\u00fcrren \u2013 wie diejenigen, die die Zwangsvertreibung von 760.000 Menschen in Somalia verursacht haben.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Vereinten Nationen gibt es derzeit mehr Gefl\u00fcchtete, die vor Klimakatastrophen fliehen, als vor Kriegen: mehr als 20 Millionen Menschen. Aber es wird sogar von \u201eKlimakriegen\u201c gesprochen, einem Begriff, den der deutsche Sozialpsychologe Herald Welzer gepr\u00e4gt hat, um sich auf bewaffnete Konflikte zu beziehen, die durch Ver\u00e4nderungen in der Umwelt, insbesondere durch die globale Erw\u00e4rmung, ausgel\u00f6st werden. So zum Beispiel der Krieg in Syrien, wo laut einer Studie <a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> die D\u00fcrre zwischen 2006 und 2010 dazu beigetragen hat, die im Fr\u00fchjahr 2011 ausgebrochene Krise auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) k\u00fcrzlich feststellte, k\u00f6nnten die Folgen des Klimawandels nach einer konservativen Sch\u00e4tzung zwischen 2030 und 2050 jedes Jahr zu 250.000 zus\u00e4tzlichen Todesf\u00e4llen f\u00fchren <a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Diese Auswirkungen betreffen vor allem die \u00e4rmsten Menschen der Welt, die von den imperialistischen M\u00e4chten ausgepl\u00fcndert wurden. Jedoch betrifft es bei Weitem nicht nur sie. Selbst im m\u00e4chtigen und industrialisierten Nordamerika haben die Auswirkungen des Klimawandels unkalkulierbare Katastrophen ausgel\u00f6st, wie die j\u00fcngsten Br\u00e4nde im US-amerikanischen Westen, die massiven \u00dcberschwemmungen in North und South Carolina oder die Verw\u00fcstungen durch Hurrikane wie Andrew (1992), Katrina (2004) oder Michael (2018), wobei letzterer als \u201emonstr\u00f6s\u201c bezeichnet wurde. In all diesen F\u00e4llen haben Umweltkatastrophen vor allem die am st\u00e4rksten ausgebeuteten und unterdr\u00fcckten Sektoren getroffen. Die weite Verf\u00fcgbarkeit von \u201eRessourcen\u201c, Technologie, Maschinen, Geld usw., die dem Kapital und der imperialistischen Achtlosigkeit unterworfen sind, hat nichts genutzt.<\/p>\n<p>Die Notwendigkeit, den Klimawandel mit drastischen Ma\u00dfnahmen zu bek\u00e4mpfen, ist unbestreitbar. Dem j\u00fcngsten IPCC-Bericht zufolge m\u00fcssten die Emissionen von Schadgasen bis 2030 \u2013 in weniger als 12 Jahren \u2013 um 45 % reduziert werden, um zu vermeiden, dass die kritische Erw\u00e4rmungsschwelle von 1,5 Grad Celsius \u00fcberschritten wird, oberhalb derer der Anstieg des Meeresspiegels, extreme Wetterereignisse und Nahrungsmittelknappheit weit verbreitet sein w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Dies ist ein Szenario, das keinen Raum f\u00fcr partielle oder \u201ereformistische\u201c Ma\u00dfnahmen l\u00e4sst. Die globale Erw\u00e4rmung ist nur ein Ausdruck, vielleicht der verheerendste, der destruktiven Natur des kapitalistischen Systems.<\/p>\n<p><strong>II.<br \/>\nLeugnung des Klimawandels und \u201egr\u00fcner Kapitalismus\u201c: von der Farce in Kyoto bis<br \/>\nzum Pariser Gipfel<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der globalen Krise des Klimawandels pendelt der Kapitalismus zwischen zwei Strategien: einerseits einer Kampagne der Leugnung wissenschaftlicher Beweise, die sie eher als \u201eIdeologie\u201c denn als sachliche Tatsache darstellt; andererseits einer Strategie der F\u00f6rderung eines \u201egr\u00fcnen\u201c oder \u201enachhaltigen\u201c Kapitalismus, der internationale Vereinbarungen f\u00f6rdert und f\u00fcr eine partielle und begrenzte Umstellung der Produktionsweise k\u00e4mpft, w\u00e4hrend er das Modell der kapitalistischen Akkumulation und Ausbeutung bewahrt und st\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Das Feld des\u00a0<em>Denialismus<\/em>\u00a0(Leugnens des Klimawandels) ist sehr weit gefasst. In seinen Reihen k\u00e4mpfen von Trump, der Republikanischen Partei und der Tea Party in den Vereinigten Staaten bis hin zu Minderheitensektoren von Wissenschaftler*innen. Aber sein Kern liegt in den gro\u00dfen Unternehmen. Wie Luciano Andr\u00e9s Valencia <a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> erkl\u00e4rt, wird die \u201eIndustrie der Verleugnung\u201c von \u00d6lkonzernen, Automobil- und Metallindustrie und Betreiber*innen \u00f6ffentlicher Dienstleistungen angetrieben, die die Hauptverantwortlichen f\u00fcr die Emissionen von Schadgasen sind, die den Temperaturanstieg verursachen.<\/p>\n<p>Diese Gro\u00dfkonzerne wie die US-amerikanische \u00d6lgesellschaft Exxon Mobile oder Koch Industries, die den Br\u00fcdern Charles und David Koch geh\u00f6ren, geben j\u00e4hrlich Milliarden von Dollar f\u00fcr Kampagnen aus, um den Klimawandel zu leugnen. Sie haben sogar Interessensgruppen wie die Global Climate Coalition gegr\u00fcndet und Wissenschaftler*innen und PR-Spezialist*innen eingestellt, um Journalist*innen, Regierungen und die \u00d6ffentlichkeit davon zu \u00fcberzeugen, dass die Warnungen vor dem Klimawandel ungenau und zu \u00fcbertrieben sind, um eine Politik der Emissionsregulierung zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Dies ist die Grundlage f\u00fcr die Positionierung der Trump-Administration. Offensichtlich ist es nicht ungew\u00f6hnlich, dass die Erfinder*innen der \u201ealternativen Fakten\u201c den Klimawandel leugnen. Kurz gesagt ist ihre Position, dass \u201eder Klimawandel nicht existiert\u2026. und wenn doch, dann ist es nicht unsere Schuld, sondern ein Naturereignis\u201c. Alle wissenschaftlichen Beweise sowie die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels w\u00e4ren reine \u201eIdeologie\u201c.<\/p>\n<p>Sicherlich ist \u201edie geologische Geschichte der Erde die Geschichte des Klimawandels\u201c, wie Gilson Dantas behauptet <a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a>. \u201eVor mehr als 3 Millionen Jahren war die Erde 3\u00b0C w\u00e4rmer als vor unserer industriellen \u00c4ra. Und wir hatten sicherlich Eiszeiten und Warmzeiten.\u201c Der Unterschied besteht darin, dass die letzte Zwischeneiszeit etwa 30.000 Jahre gedauert hat, und wenn sich die Menschheit in einer neuen Zwischeneiszeit befindet, dauert sie noch keine 10.000 Jahre. In diesem Zusammenhang ist die aktuelle globale Erw\u00e4rmung nicht nur nicht zu erwarten, sondern liegt au\u00dferhalb des geologisch-zeitlichen Musters der Erde. Und es gab keine wesentliche Ver\u00e4nderung der von au\u00dferhalb der Erde kommenden Strahlen und des Verhaltens der Sonne, beides Faktoren f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der globalen Erw\u00e4rmung. Die Ver\u00e4nderungen wurden von einem anderen Faktor verursacht: der kapitalistischen Industrie.<\/p>\n<p>Die Wissenschaft ist weder wirtschaftlichen Interessen noch dem Klassenkampf nicht fremd. Unter der Herrschaft des Kapitals und der gro\u00dfen Monopole kann es keine neutrale Wissenschaft geben. Dennoch stimmt die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der wissenschaftlichen Gemeinschaft \u2013 und zynischerweise sogar ein gro\u00dfer Teil des kapitalistischen Establishments weltweit \u2013 darin \u00fcberein, dass wir, wenn die Temperatur auf der Erde um mehr als 2\u00b0C steigt, eine planetarische Katastrophe erleben werden. In diesem Zusammenhang steht die Ideologie \u2013 im marxistischen Sinne von \u201efalschem Bewusstsein\u201c \u2013 auf der Seite derjenigen, die die \u00f6kologischen und sozialen Verw\u00fcstungen, die die kapitalistische Wirtschaft erzeugt, leugnen und gleichzeitig die vulg\u00e4re Behauptung f\u00f6rdern, dass der Klimawandel nur zu \u201ehei\u00dferen Sommern\u201c f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Als Gegenst\u00fcck zum Denialismus ist die Seite des \u201egr\u00fcnen Kapitalismus\u201c nicht weniger vielf\u00e4ltig. Neben der US-amerikanischen Demokratischen Partei behaupten Angela Merkel, Emmanuel Macron, \u00fcber diverse boomende kapitalistische Unternehmen, internationale Organisationen, sogar Umweltsch\u00fctzer*innen und NGOs, das Gegenteil. In einer \u00dcbung der Verschmelzung zwischen Neoliberalismus, Neokeynesianismus und \u201egr\u00fcner Wirtschaft\u201c verurteilen sie die globale Erw\u00e4rmung und einigen sich auf kostspieligen Klimagipfeln auf Umweltschutzma\u00dfnahmen, Kontrollen und gro\u00dfe Ziele zur Emissionsreduzierung, die in allen F\u00e4llen nichts anderes waren als diplomatische Dokumente ohne gr\u00f6\u00dfere praktische Konsequenzen.<\/p>\n<p>Obwohl sie den Klimawandel f\u00fcr eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache halten, ist ihre Strategie nicht in der Lage, eine L\u00f6sung vorzuschlagen. Denn um dies zu tun, m\u00fcssten sie unbedingt \u00fcber den Rahmen des kapitalistischen Produktionssystems hinausgehen. Aus diesem Grund wurde die Politik zur Bek\u00e4mpfung der Erderw\u00e4rmung vor allem auf die F\u00f6rderung von \u201eMinderungs-\u201c und \u201eAnpassungsma\u00dfnahmen\u201c reduziert, d.h. die Verringerung der Emission von Schadgasen und die Eind\u00e4mmung ihrer verheerenden Folgen.<\/p>\n<p>Als Teil dieser Ma\u00dfnahmen war die herausragendste globale Strategie das Kyoto-Protokoll, das mehrere Jahre nach seiner Verabschiedung im Dezember 2004 in Kraft trat, nach seiner Ratifizierung durch die Russische F\u00f6deration <a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a>. Damals als gro\u00dfer Schritt nach vorne betrachtet, auch trotz der Politik der USA und der Bush-Regierung, ihre Ratifizierung abzulehnen \u2013 wobei die USA damals f\u00fcr 36% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich waren -, hat das Kyoto-Protokoll nichts anderes getan, als eine geringf\u00fcgige Reduzierung der CO2-Emissionen der 34 Industriel\u00e4nder zu \u201eempfehlen\u201c.<\/p>\n<p>Dennoch schuf das Protokoll ein System, das es erm\u00f6glichte, den inkonsequenten Reduktionszielen durch \u201eFlexibilit\u00e4tsmechanismen\u201c auszuweichen, die das Recht einr\u00e4umten, durch den Kauf und Verkauf von \u201eCarbon Credits\u201c noch mehr Kohlendioxid auszusto\u00dfen. Ja, der imperialistische Kapitalismus hat es geschafft, einen neuen Markt zu schaffen: eine globale Gasb\u00f6rse von Dutzenden Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>Dem Kyoto-Gipfel (COP3, 1997) folgten weitere, die entweder scheiterten (COP15 Kopenhagen, 2009) oder nur die Stagnation bewiesen (COP19 Warschau, 2013). Der letzte gro\u00dfe Gipfel war die COP21, die in Paris stattfand. Im Jahr 2015 erreichten die Vertreter*innen von 195 L\u00e4ndern das, was der damalige franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Fran\u00e7ois Hollande den ersten \u201euniversellen Pakt in der Geschichte der Klimaverhandlungen\u201c nannte.<\/p>\n<p>Allerdings sind \u201edie Weltgipfel zur globalen Erw\u00e4rmung nicht wirklich effektiv, sondern \u00dcbungen in theatralischer Diplomatie\u201c, wie es der Philosoph und \u00d6kologe Jorge Riechmann beschrieb <a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a>. Und genau das war der Pariser Gipfel, eine neue Inszenierung, die von den gr\u00f6\u00dften Verschmutzern des Planeten organisiert wurde.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung der Vereinbarung, in der die Begrenzung des Anstiegs der globalen Temperatur um 2\u00b0C gegen\u00fcber dem vorindustriellen Niveau angenommen wurde, l\u00e4sst die M\u00f6glichkeit offen, das Ziel auf 1,5\u00b0C zu senken. Die prognostizierte Reduktion der Treibhausgasemissionen wird jedoch der nationalen Ebene\u201c, d.h. den Staaten, \u00fcberlassen. Die Vereinbarung beinhaltet keine Verpflichtung, Planung, \u00dcberpr\u00fcfungsmechanismen oder Sanktionen im Falle einer Nichteinhaltung.<\/p>\n<p>Damit das Abkommen 2020 in Kraft treten kann, muss es von mindestens 55 L\u00e4ndern ratifiziert, akzeptiert oder genehmigt werden, die mindestens 55 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verursachen. Jedes Land kann jedoch auf Mitteilung \u201ejederzeit nach Ablauf von drei Jahren nach Inkrafttreten des Abkommens\u201c zur\u00fccktreten.<\/p>\n<p>Wie Kyoto bleibt es eine Farce. Der vielleicht gr\u00f6\u00dfte Beweis daf\u00fcr waren die Aussagen eines der weltweit f\u00fchrenden Klimaforscher, des NASA-Wissenschaftlers James Hansen, der in einem Interview mit The Guardian sagte: \u201eDas ist wirklich ein Betrug, eine L\u00fcge. F\u00fcr sie bedeutet es nichts mehr zu sagen: \u201aUnsere Ziele sind 2\u00b0C Erw\u00e4rmung und wir werden versuchen, es alle 5 Jahre besser zu machen\u2018. Es sind wertlose Worte. Ohne Taten sind sie nur Versprechungen. Solange die fossilen Brennstoffe die billigsten bleiben, werden sie weiterhin genutzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Obwohl das Pariser Abkommen von Natur aus v\u00f6llig machtlos ist, um CO2-Emissionsreduktionen zu erreichen, hat die Regierung Donald Trumps \u2013 wie Bush in Kyoto \u2013 nicht einmal diese Reduktionsrate akzeptiert. Die Entscheidung macht jedoch Sinn. Mit einem diplomatischen Dokument versucht die COP21, die Treibhausgasemissionen zu begrenzen, aber die Grenzwerte sind absolut unvereinbar mit dem Funktionieren des kapitalistischen Systems.<\/p>\n<p>Die Essenz des Kapitalismus ist die Ausweitung von Profit und Akkumulation um jeden Preis; selbst wenn diese Kosten die materielle Zerst\u00f6rung des Planeten bedeuten. W\u00e4hrend China und die Vereinigten Staaten zusammen mit der Europ\u00e4ischen Union die meisten Treibhausgase produzieren, die die Troposph\u00e4re vernichten, und die Kapitalist*innen sich zwischen Verweigerung von Positionen oder impotenten Gipfeln des Umweltkrisenmanagements einigen, leidet der Rest der Welt weiterhin unter den Auswirkungen des Klimawandels.<\/p>\n<p>Deshalb ist die Idee eines \u201egr\u00fcnen Kapitalismus\u201c eine Chim\u00e4re: Er w\u00e4re nicht dazu in der Lage, die Ursachen, die an der Wurzel der globalen Umweltkatastrophe liegen, die uns bedroht, auf integrale und effektive Weise zu beseitigen und eine \u201enachhaltige Entwicklung\u201c der Menschheit und der Arten, die den Planeten bev\u00f6lkern, zu f\u00f6rdern. Die L\u00f6sung der globalen Klimakrise kann in keinem Fall aus den Eingeweiden des gleichen Systems geboren werden, das sie hervorgebracht hat.<\/p>\n<p><strong>III.<br \/>\nUmweltkrise, \u201eGreen New Deal\u201c und \u201enachhaltiger Kapitalismus\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Karl Marx und Friedrich Engels schrieben im Kommunistischen Manifest, dass \u201edie b\u00fcrgerlichen Produktions- und Verkehrsverh\u00e4ltnisse, die b\u00fcrgerlichen Eigentumsverh\u00e4ltnisse, die moderne b\u00fcrgerliche Gesellschaft, die so gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, [\u2026] dem Hexenmeister gleichen, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen vermag, die er heraufbeschwor.\u201c W\u00e4hrend diese Worte den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit erkl\u00e4ren sollen und k\u00f6nnen, sind sie auch zur Erkl\u00e4rung des Widerspruchs zwischen Kapital und Natur f\u00e4hig. <\/p>\n<p>Der Klimawandel ist neben anderen schrecklichen Ph\u00e4nomenen der globalen Umweltkrise ein Beweis der \u201eunterirdischen Gewalten\u201c, die der Kapitalismus hervorgebracht hat und deren erste und verheerende Folgen heute eindeutig unvermeidlich sind.<\/p>\n<p>Dieses Ph\u00e4nomen ist bei weitem nicht der einzige Ausdruck der zerst\u00f6rerischen Kraft des Kapitals. Zur Ver\u00e4nderung des Klimas kommen viele andere Faktoren dazu: die Krise des Kohlenstoff-, Wasser-, Phosphor- und Stickstoffkreislaufs, die Versauerung von Fl\u00fcssen und Ozeanen, der zunehmende und beschleunigte Verlust von W\u00e4ldern und Biodiversit\u00e4t, das massive Artensterben, der Verlust der Bodenfruchtbarkeit und Ver\u00e4nderungen der Landnutzungsmuster, die chemische Verschmutzung und die weit verbreitete Ersch\u00f6pfung der Ressourcen. Diese zerst\u00f6rerische Dynamik steht in direktem Zusammenhang mit der sozialen und materiellen Verschlechterung der Lebensbedingungen von Hunderten Millionen Menschen, die unter Elend, Arbeitslosigkeit und prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen leiden, durch die der Kapitalismus seine Profite und Reproduktion sichert.<\/p>\n<p>Diese in der Geschichte der Menschheit v\u00f6llig einzigartige Situation ist die logische und nicht nur zuf\u00e4llige Folge eines Wirtschaftssystems, dessen Motor die Profitgier der herrschenden Klassen ist. Es bedeutet die Zerst\u00f6rung der Umwelt und der Lebensgrundlage von Arbeiter*innen und B\u00e4uer*innen auf der ganzen Welt.<\/p>\n<p>Der Kapitalismus hatte von Anfang an eine verachtende und gierige Haltung gegen\u00fcber der Natur, als ob die Ressourcen, die sie der Menschheit zur Verf\u00fcgung stellt, unendlich und vor allem kostenlos w\u00e4ren. \u201eSchmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen \u00fcber die Natur. F\u00fcr jeden solchen Sieg r\u00e4cht sie sich an uns\u2026 Und so werden wir bei jedem Schritt daran erinnert, da\u00df wir keineswegs die Natur beherrschen, wie ein Eroberer ein fremdes Volk beherrscht, wie jemand, der au\u00dfer der Natur steht \u2013 sondern da\u00df wir mit Fleisch und Blut und Hirn ihr angeh\u00f6ren und mitten in ihr stehn\u201c, schrieb Engels in seiner\u00a0<em>Dialektik der Natur<\/em>.<\/p>\n<p>In seiner Theorie des \u201emetabolischen Bruchs\u201c <a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> in der Beziehung zwischen Stadt und Land, zwischen Mensch und Natur, erkennt Marx die zerst\u00f6rerische Kraft des Kapitals klar und kritisch an und argumentiert, dass der Bruch im universellen Stoffwechsel der Natur zwangsl\u00e4ufig die Verschlechterung der materiellen Voraussetzungen f\u00fcr eine wirklich freie und nachhaltige Entwicklung des Menschen mit sich bringt. Wie Kohei Saito, au\u00dferordentlicher Professor f\u00fcr Wirtschaftspolitik an der Universit\u00e4t Osaka, behauptet: \u201eMarx hat verstanden, dass es [f\u00fcr den Kapitalismus, Anm.d.\u00dc.] grunds\u00e4tzlich keine Rolle spielt, ob ein gro\u00dfer Teil des Planeten f\u00fcr das Leben ungeeignet wird, solange Kapitalakkumulation m\u00f6glich ist\u201c <a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a>.<\/p>\n<p>Aber was zu Zeiten der Gr\u00fcnder des revolution\u00e4ren Marxismus noch ein theoretischer Horizont war, ist in unserer Zeit zu einer unverhohlenen Realit\u00e4t geworden. Die Irrationalit\u00e4t des kapitalistisch-imperialistischen Produktionssystems und seiner Konsummuster hat den Punkt erreicht, das nat\u00fcrliche Gleichgewicht des Planeten und damit die Existenz riesiger Teile der menschlichen Spezies und Millionen anderer Arten, die auf dem Planeten leben, ernsthaft zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Die Teilnehmer*innen der \u201eFridays for Future\u201c-Bewegung, die sich in Europa und der Welt ausdehnt, sind sich dieser Realit\u00e4t zunehmend bewusst. Deshalb verurteilen sie das kapitalistische System als Ursache der aktuellen \u00f6kologischen Krise. Sie wissen sogar, dass hinter den Erkl\u00e4rungen der Klimagipfel nichts anderes steht als Demagogie. Allerdings fehlt ihnen noch eine Strategie, um den Klimawandel zu \u00fcberwinden. Ihre Perspektive reduziert sich auf eine energische Verurteilung und fordert die politischen Vertreter*innen des Kapitals auf, dringende Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. Im besten Fall begr\u00fc\u00dfen sie die Aussicht auf einen \u201eGreen New Deal\u201c (GND), so wie es ein gro\u00dfer Teil der Umweltaktivist*innen in den USA und Europa tut.<\/p>\n<p>In den USA wird diese Politik von einigen Kandidat*innen f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaft der Demokratischen Partei verfolgt, wie Bernie Sanders, Elizabeth Warren oder die selbsternannte \u201edemokratische Sozialistin\u201c Alexandria Ocasio-Cortez. Der GND, so letztere, w\u00fcrde den Vereinigten Staaten innerhalb von 10 Jahren den \u00dcbergang zu 100% erneuerbarer Energie erm\u00f6glichen und gleichzeitig versprechen, Millionen von Arbeitspl\u00e4tzen zu schaffen, die mit dem Aufbau eines effizienten Stromnetzes im ganzen Land verbunden sind, das unter anderem auf erneuerbaren Energien basiert.<\/p>\n<p>Diese Perspektive geht jedoch nicht \u00fcber die Grenzen des amerikanischen Kapitalismus hinaus. Im Gegenteil f\u00f6rdert sie, dass die milliardenschweren Konzerne, die f\u00fcr die aktuelle \u00f6kologische Krise verantwortlich sind, auch diejenigen sind, die die Infrastruktur entwickeln, die aus der Katastrophe f\u00fchren soll. Hierf\u00fcr w\u00fcrden sie \u00fcber erhebliche \u00f6ffentliche Subventionen verf\u00fcgen <a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a>.<\/p>\n<p>Die Idee hinter der Perspektive des \u201eNew Green Deal\u201c oder \u00e4hnlicher Initiativen wie der von den Vereinten Nationen gef\u00f6rderten\u00a0<a href=\"https:\/\/www.un.org\/sustainabledevelopment\/es\/2015\/09\/la-asamblea-general-adopta-la-agenda-2030-para-el-desarrollo-sostenible\/\"><strong>Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung<\/strong><\/a>\u00a0ist, dass die Regierungen der wichtigsten Industriel\u00e4nder der Welt, wenn sie sich der Situation bewusst werden, zusammen mit den Unternehmen in der Lage w\u00e4ren, drastische Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung der Umwelt zu ergreifen. Auf diese Weise k\u00f6nnte eine echte \u201enachhaltige Entwicklung\u201c erreicht werden.<\/p>\n<p>Die wiederholte Verwendung dieses Konzepts ist interessant. Diese Idee ist seit Jahrzehnten in der politischen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Literatur verankert. Es wird sogar von Sektoren der Linken benutzt, die sich antikapitalistisch nennen. Obwohl es viele Definitionen des Konzepts gibt, wurde die charakteristischste 1987 zum ersten Mal formuliert. Sie sagt: \u201eEs ist die Art der Entwicklung, die die aktuellen Bed\u00fcrfnisse der Menschen befriedigt, ohne die F\u00e4higkeit k\u00fcnftiger Generationen zu beeintr\u00e4chtigen, ihre Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen\u201c <a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a>.<\/p>\n<p>Im Kapitalismus werden jedoch nicht die \u201egegenw\u00e4rtigen Bed\u00fcrfnisse\u201c befriedigt. Umso weniger ist zu erwarten, dass dies bei den zuk\u00fcnftigen Generationen der Fall wird. Sowohl der \u201eGreen New Deal\u201c als auch die Agenda 2030, die heute Referenzen f\u00fcr viele der \u201efortschrittlichen\u201c politischen Kr\u00e4fte sind, basieren auf der Idee, dass ein \u201enachhaltiger Kapitalismus\u201c m\u00f6glich ist und dass die Unternehmen, die die aktuelle Krise ausgel\u00f6st haben, zu den Rettern des Planeten werden k\u00f6nnen. Wie man sieht, ist die Idee selbst ein Widerspruch in sich selbst.<\/p>\n<p>Ganz im Gegenteil kann, nach seiner eigenen r\u00e4uberischen Logik, das Kapital sogar von der \u00f6kologischen Katastrophe profitieren. Und in der Tat tut es das. Wie Saito aus \u00f6kosozialistischer Sicht argumentiert,<\/p>\n<p>\u201ekann das Kapital weiterhin von der aktuellen Wirtschaftskrise profitieren, indem es neue Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten wie Geo-Engineering, GMOs, den Kohlemarkt und die Naturkatastrophenversicherung erfindet. Nat\u00fcrliche Grenzen f\u00fchren also nicht zum Zusammenbruch des kapitalistischen Systems. Es kann sogar \u00fcber diese Grenzen hinausgehen, aber die gegenw\u00e4rtige Zivilisationsebene kann nicht \u00fcber bestimmte Grenzen hinaus existieren. Deshalb erfordert ein ernsthaftes Engagement f\u00fcr die globale Erw\u00e4rmung gleichzeitig einen bewussten Kampf gegen den Kapitalismus\u201c <a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fcr Saito \u201ebedeutet der Klimawandel kein Ende des Kapitalregimes\u201c. Auf jeden Fall \u201eist der Kapitalismus viel flexibler, dieses Sozialsystem wird wahrscheinlich \u00fcberleben und weiterhin Kapital akkumulieren, auch wenn eine \u00f6kologische Krise die Zerst\u00f6rung des Planeten verst\u00e4rkt und eine proletarische \u00f6kologische Masse auf der ganzen Welt produziert. Reiche Menschen w\u00fcrden wahrscheinlich \u00fcberleben, w\u00e4hrend die Armen viel anf\u00e4lliger f\u00fcr den Klimawandel sind, obwohl sie daf\u00fcr erheblich weniger verantwortlich sind als die Reichen. Die Armen haben nicht die technologischen und finanziellen Mittel, um sich vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels zu sch\u00fctzen. Der Kampf f\u00fcr Klimagerechtigkeit beinhaltet eindeutig eine Klassenkampfkomponente, wie es beim britischen Kolonialismus in Irland und Indien der Fall war.\u201c<\/p>\n<p><strong>IV.<br \/>\nRevolution\u00e4re Strategie, Arbeiter*innenhegemonie und sozialistische Perspektive<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p>Angesichts einer v\u00f6llig irrationalen Perspektive, zu der uns der Kapitalismus f\u00fchrt, ist die Notwendigkeit drastischer und dringender Ma\u00dfnahmen offensichtlich. Aber diese k\u00f6nnen weder vom guten Willen der Regierungen der imperialistischen M\u00e4chte abh\u00e4ngen, die in erster Linie f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Katastrophe verantwortlich sind, noch von den \u201eneuen fortschrittlichen und gr\u00fcnen Agenden\u201c, die von den gro\u00dfen Unternehmen des \u201egr\u00fcnen Kapitalismus\u201c gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Es ist notwendig, die Gegenwart und die Zukunft durch eine rationale Planung der Weltwirtschaft in unsere H\u00e4nde zu nehmen. Oder wie Marx sagen w\u00fcrde, durch \u201edie Einf\u00fchrung der Vernunft in den Bereich der Wirtschaftsbeziehungen\u201c. Und das ist nur m\u00f6glich, wenn die Planung der Wirtschaft in den H\u00e4nden der einzigen Klasse liegt, die aufgrund ihrer objektiven Situation und ihrer materiellen Interessen ein Interesse daran hat, eine Katastrophe zu vermeiden: der Arbeiter*innenklasse.<\/p>\n<p>Angesichts der Farce der Klimagipfel und der Versprechungen eines \u201egr\u00fcnen Kapitalismus\u201c unter der F\u00fchrung imperialistischer Konzerne ist es notwendig, ein \u00dcbergangsprogramm aufzulegen, das auf eine vollst\u00e4ndige rationale und \u00f6kologische Reorganisation von Produktion, Verteilung und Konsum abzielt.<\/p>\n<p>Dazu ist es notwendig, den Sektor der Energiewirtschaft grundlegend zu reorganisieren und die gro\u00dfen Konzerne zu enteignen, um die Unternehmen unter die demokratische Leitung der Arbeiter*innen und unter die Aufsicht von Verbraucher*innenaussch\u00fcssen zu stellen. Auf diese Weise k\u00f6nnte sich der Energiesektor vollst\u00e4ndig umstrukturieren, was einen raschen \u00dcbergang zur ausschlie\u00dflichen Nutzung erneuerbarer Energiequellen und eine Orientierung an den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung erm\u00f6glichen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist es notwendig, alle Verkehrsunternehmen sowie die gro\u00dfen Automobilunternehmen ohne Entsch\u00e4digung und unter Arbeiter*innenkontrolle zu verstaatlichen, um eine massive Verringerung der Automobilproduktion und des privaten Verkehrs zu erreichen und gleichzeitig den \u00f6ffentlichen Verkehr auf allen Ebenen auszubauen.<\/p>\n<p>Die Verstaatlichung unter direkter Leitung der Arbeiter*innen in solchen Sektoren w\u00e4re nur der erste Schritt zur Verstaatlichung aller strategischen Wirtschaftssektoren der St\u00e4dte und des l\u00e4ndlichen Raums mit dem Ziel, einen wirklich nachhaltigen Gesamtplan zu erstellen.<\/p>\n<p>Dieses Programm, zusammen mit anderen Ma\u00dfnahmen von gebieterischer Notwendigkeit, ist im Rahmen des Kapitalismus offensichtlich unm\u00f6glich zu erreichen. Die Umsetzung erfordert eine revolution\u00e4re Strategie, die die Verantwortlichen der Katastrophe entschlossen konfrontiert. Die Jugendlichen, die heute auf die Stra\u00dfe gehen, um f\u00fcr \u201eKlimagerechtigkeit\u201c zu k\u00e4mpfen, haben die Herausforderung, die Radikalisierung ihres Programms voranzutreiben, um die einzige realistische Perspektive zur Bew\u00e4ltigung der Katastrophe aufzuzeigen: den Klassenkampf voranzutreiben, um dem kapitalistischen System ein Ende zu setzen und alle Triebfedern der Weltwirtschaft in die H\u00e4nde der Arbeiter*innenklasse zu legen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig muss sich die Arbeiter*innenklasse als hegemoniales Subjekt dieses Kampfes positionieren und diese Forderungen nicht nur als Teil des Kampfes um die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen, sondern auch als progressive L\u00f6sung f\u00fcr die zivilisatorische Krise, die der Kapitalismus vorbereitet, aufnehmen.<\/p>\n<p>Dies ist die unerl\u00e4ssliche Voraussetzung f\u00fcr die Schaffung eines solidarischen Systems, das den nat\u00fcrlichen Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur wiederherstellt, die soziale Produktion unter Beachtung der nat\u00fcrlichen Zyklen umstrukturiert, ohne unsere Ressourcen zu ersch\u00f6pfen, und gleichzeitig Armut und soziale Ungleichheiten beendet. Dieses System hat keinen anderen Namen als Sozialismus.<\/p>\n<p>Angesichts der Umweltkatastrophe, die uns bedroht, gewinnt das von Rosa Luxemburg aufgeworfene Dilemma \u201eSozialismus oder Barbarei\u201c wieder an Bedeutung. Am Vorabend des imperialistischen Gemetzels des Ersten Weltkriegs, warnte die gro\u00dfe polnische Revolution\u00e4rin: \u201ewenn das Proletariat nicht seine Klassenpflichten erf\u00fcllt und den Sozialismus verwirklicht, steht uns allen zusammen der Untergang bevor\u201c. F\u00fcr Luxemburg war der Sozialismus kein von der Geschichte vorgegebenes Schicksal; das Einzige \u201eUnvermeidliche\u201c war der Zusammenbruch des Kapitalismus und die Katastrophen, die diesen Prozess begleiten w\u00fcrden, wenn die Arbeiter*innenklasse es nicht verhindern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>In unserem Jahrhundert erneuern sich die Bedingungen f\u00fcr eine Epoche der\u00a0<em>Krisen, Kriege und Revolutionen<\/em>\u00a0und konfrontieren die Arbeiter*innenklasse und die V\u00f6lker der Welt nicht nur mit der Barbarei von Krieg und Elend, sondern auch mit der m\u00f6glichen Zerst\u00f6rung des Planeten. Ein wirklich \u00f6kologisches Projekt, das die Umweltkatastrophe heraufbeschw\u00f6rt, zu der der Kapitalismus uns f\u00fchrt, kann nur erfolgreich sein, wenn es antikapitalistisch ist und die sich Arbeiter*innenklasse subjektiv als Avantgarde aufstellt, dies durch revolution\u00e4ren Kampf durchzusetzen.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst in\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.laizquierdadiario.com\/Capitalismo-cambio-climatico-y-estrategia-socialista-126567\"><strong><em>Contrapunto<\/em><\/strong><\/a><em>, der Sonntagsausgabe von IzquierdaDiario.es<\/em>.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/kapitalismus-klimawandel-und-sozialistische-strategie\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em><br \/>\nvom 22. Juni 2019<\/em><\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a><br \/>\nDas IPCC ist eine Gruppe von Expert*innen, die unter der Schirmherrschaft der<br \/>\nUNO seit 1988 damit beauftragt ist, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum<br \/>\nKlimawandel, seinen Auswirkungen und den zuk\u00fcnftigen Risiken, sowie m\u00f6gliche<br \/>\nAntworten zu bewerten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a><br \/>\nThomas Karl und Kevin Trenberth,&nbsp;<em>Science<\/em>, Dezember 2003.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a><br \/>\nEin Anstieg von 4 oder 5 Grad ist \u00e4quivalent dazu, was in den letzten 18.000<br \/>\nJahren passiert ist, jedoch mit einer radikal anderen Geschwindigkeit.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a><br \/>\nSeit 2013 haben verschiedene Studien eine enge Verbindung zwischen dem<br \/>\nKlimawandel und kriegerischen Prozessen belegt. Im Fall Syriens zeigt die<br \/>\nStudie&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.pnas.org\/content\/112\/11\/3241\/tab-figures-data\"><strong>\u201eClimate<br \/>\nchange in the Fertile Crescent and implications of the recent Syrian drought\u201c<\/strong><\/a>,<br \/>\nangef\u00fchrt von Collin P. Kelley, Richard Seager und Shahrzad Mohtadi, und<br \/>\nver\u00f6ffentlicht im M\u00e4rz 2013 in den&nbsp;<em>Proceedings of the National Academy<br \/>\nof Sciences of the United States of America<\/em>, dass die Erderw\u00e4rmung der<br \/>\n\u201eTropfen\u201c war, \u201eder das Fass zu \u00fcberlaufen brachte\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a><br \/>\n\u201cFact Sheet on Climate Change<br \/>\nand Health,\u201d World Health Organization, February 1, 2018.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Luciano Andr\u00e9s Valencia,<br \/>\n\u201cCapitalismo y cambio clim\u00e1tico\u201d, Izquierda Diario, 2\/12\/2015.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Gilson Dantas, \u201cCalentamiento<br \/>\nglobal, \u00bfhablamos de ciencia o de ideolog\u00eda?\u201d, Izquierda Diario, 5\/12\/2015.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a><br \/>\nDas Kyoto-Protokoll wurde im Jahr 1997 in Japan angenommen. Darin wurde das<br \/>\nZiel festgehalten, die Netto-Emissionen von Treibhausgasen f\u00fcr die wichtigsten<br \/>\nIndustriel\u00e4nder und Schwellenl\u00e4nder zu begrenzen. Das Protokoll sollte nach der<br \/>\nRatifizierung von mindestens 55 L\u00e4ndern in Kraft treten, dessen<br \/>\nGesamtemissionen mindestens 55% der weltweiten CO2-Emissionen darstellten<br \/>\n(gemessen am Niveau von 1990). Das wurde mit der Ratifizierung durch Russland<br \/>\nerreicht und das Protokoll war bis 2012 in Kraft. Die COP18 ratifizierte die<br \/>\nzweite Periode der G\u00fcltigkeit des Protokolls vom 1. Januar 2013 bis zum 31.<br \/>\nDezember 2020. Jedoch haben die USA, Russland und Kanada, neben anderen<br \/>\nL\u00e4ndern, entschieden, das nicht zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a><br \/>\nJorge Riechmann, \u201cEntrevista\u201d, CTXT, 26\/09\/2017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a><br \/>\nZur Vertiefung des Marxschen Konzepts des \u201emetabolischen Bruchs\u201c, siehe John<br \/>\nBellamy Foster, \u201eMarx\u2019s Ecology: Materialism and Nature\u201c, 2000.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.laizquierdadiario.com\/Karl-Marx-comunista-revolucionario-ecologista-126557\"><strong>\u201cKarl Marx: comunista,<br \/>\nrevolucionario\u2026 \u00bfecologista?\u201c<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a><br \/>\nF\u00fcr eine tiefergehende Kritik an der Politik des \u201cGreen New Deal\u201d, siehe&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/ein-green-new-deal-kann-uns-nicht-retten-eine-planwirtschaft-schon\/\"><strong>Ein<br \/>\n\u201eGreen New Deal\u201c kann uns nicht retten. Eine Planwirtschaft schon<\/strong><\/a>, von<br \/>\nWladek Flakin und Robert Belano.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a><br \/>\nWeltkommission f\u00fcr Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen<br \/>\n(\u201eBrundtland-Kommission\u201c): \u201eUnsere gemeinsame Zukunft\u201c. Oxford: Oxford<br \/>\nUniversity Press, 1987.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a><br \/>\nKohei Saito, op. cit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diego Lotito.Die weltweite Jugendbewegung&nbsp;Fridays for Future&nbsp;hat die Frage des Klimawandels ins Zentrum der politischen Agenda geholt. 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