{"id":5722,"date":"2019-08-01T11:33:42","date_gmt":"2019-08-01T09:33:42","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5722"},"modified":"2019-08-01T11:33:43","modified_gmt":"2019-08-01T09:33:43","slug":"solidaritaetsaufruf-mit-dem-kampf-der-arbeiterinnenklasse-im-iran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5722","title":{"rendered":"Solidarit\u00e4tsaufruf mit dem Kampf der Arbeiter*innenklasse im Iran"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aktivist*innen des Solidarit\u00e4tsb\u00fcndnisses der Arbeiterinnenbewegung haben am 29. Juli mit einer Aktion im Gewerkschaftshaus in Frankfurt gewerkschaftliche Solidarit\u00e4t<!--more--> mit den Arbeiter*innen im Iran gefordert. Wir spiegeln hier ihre Erkl\u00e4rung.<\/strong><\/p>\n<p><em>Vorbemerkung:<\/em><\/p>\n<p><em>Inzwischen ist den Aktivist*innen von Verantwortlichen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) versprochen worden, in zwei Wochen eine ausf\u00fchrliche Auseinandersetzung mit der Situation der inhaftierten Arbeiter*innen und Student*innen im Iran zu organisieren.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Trotz staatlicher Repressionen findet ein Widerstand gegen die Herrschaft des kapitalistischen Regimes im Iran statt. Mehr als 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung wurden unter die Armutsgrenze gedr\u00fcckt und ihre wirtschaftliche Lage hat sich derma\u00dfen verschlechtert, dass sie leiden. Das iranische Regime will die Forderungen nach Arbeit, Brot und Freiheit nicht erf\u00fcllen. Allein im Januar 2018 fanden in \u00fcber 100 St\u00e4dten im Iran Streiks und Demonstrationen statt. Gleichzeitig m\u00fcssen unter diesen Umst\u00e4nden hunderttausende Menschen ihr t\u00e4gliches Brot im informellen Arbeitssektor (Kolbar) an den iranischen Grenzen verdienen, w\u00e4hrend das Regime dem \u201eSchwarzmarkt\u201c den Krieg erkl\u00e4rt. Au\u00dferdem werden die Rentner*innen, die Lehrkr\u00e4fte, die Stra\u00dfenkinder und die Stra\u00dfenverk\u00e4ufer*innen verst\u00e4rkt vom Regime unter Druck gesetzt. Einer der bekanntesten Lehrer, Mohammad Habibi, wurde wegen seiner Aktivit\u00e4t f\u00fcr eine unkommerzielle Bildung verhaftet und zu zehn Jahren Haft verurteilt.<\/p>\n<p>Mit der Radikalisierung der Frauenbewegung wurde die staatliche Repression gegen die Frauen versch\u00e4rft. An widerst\u00e4ndigen Frauen werden Exempel statuiert, wie etwa mit den Angriffen gegen die Frauenorganisation \u201eNedaye Zanan\u201c (Die Stimme der Frauen) am 28.07.2019 im Iran. Leyla Hosseinzadeh, die im Januar 2018 erstmals inhaftiert wurde, ist am oben genannten Datum zum zweiten Mal\u00a0inhaftiert worden. Das Regime ist frauen- und arbeiter*innenfeindlich. Das iranische Regime unterdr\u00fcckt auch die demokratischen Forderungen der unterdr\u00fcckten Nationen.<\/p>\n<p>Daher ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet die Zuckerfabrik Haft-Tapeh und die Stahlfabrik in Ahwaz die derzeitige Vorhut der ganzen K\u00e4mpfe sind. Die Arbeiter*innen fordern die Kontrolle \u00fcber die Produktion und wehren sich gegen neoliberale Privatisierungspolitik. Die Hungerl\u00f6hne werden monatelang nicht ausgezahlt. Es sind mehrere Arbeiter*innen und Aktivist*innen in Haft, weil sie gestreikt und f\u00fcr ihre Forderungen viele friedliche Aktionen durchgef\u00fchrt haben. Das iranische Regime hat mindestens 40 Aktivist*innen verhaftet, die am ersten Mai protestiert haben, wie Atefeh Rangriss, Neda Naji, Marziehe Amiri, Anishah Assadolahi, welche bis jetzt hinter Gittern auf ihre Verfahren warten. Die Sprecher der Arbeiter*innen wie Esmail Bakhshi, Ali Nejati und Sepideh Qoliyan, die nach ihrer Entlassung aus dem Gef\u00e4ngnis ihre Folter durch den iranischen Geheimdienst bekannt machten. In Iran sind alle Gewerkschaften illegalisiert, die unabh\u00e4ngig von den staatlichen Institutionen arbeiten. Die Aktivist*innen der Zeitschrift \u201eGaam\u201c (Schritt) wie Sanaz Alahyari, Amirhosein Mohammadifard, Amir Amirgholi, welche nur die Aktivit\u00e4ten und die Streiks von Haft-Tapeh und Foolad Ahwaz bekannt gemacht haben, sitzen seit neun Monaten im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Iran.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5723\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Iran.jpg 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Iran-300x185.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Iran-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/figure>\n<p>Das Regime legitimiert seine Repression gegen jegliche Arbeiter*innen und gesellschaftlichen K\u00e4mpfe durch den Kriegsnebel. Die Lage der Arbeiter*innen in Iran zwingt uns, die gewerkschaftliche Solidarit\u00e4t weltweit und unter anderem in Deutschland neu zu definieren und zu vertiefen.<\/p>\n<p>Daher fordern wir die Gewerkschaften in Deutschland dazu auf, sich ernsthaft und tiefgr\u00fcndig mit den Arbeiter*innen im Iran zu solidarisieren.<\/p>\n<p>Wir fordern, dass eine internationalistisch-gewerkschaftliche Delegation in den Iran\u00a0 reist und dort vor Ort die politischen und juristischen Bedingungen der inhaftierten Sprecher der Arbeiter*innenbewegung untersucht.<\/p>\n<p>Wir fordern die Organisierung von Info- und Solidarit\u00e4tsveranstaltungen in den R\u00e4umlichkeiten der Gewerkschaften in Deutschland.<\/p>\n<p>Wir fordern eine gewerkschaftliche Kundgebung vor der iranischen Botschaft in Berlin.<\/p>\n<p>Frankfurt, 29.07.2019<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4tsb\u00fcndnis der Arbeiterinnenbewegung<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/aufruf-zur-internationalistischen-solidaritaet-mit-dem-kampf-der-arbeiterinnenklasse-im-iran\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 1. August 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktivist*innen des Solidarit\u00e4tsb\u00fcndnisses der Arbeiterinnenbewegung haben am 29. 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