{"id":5731,"date":"2019-08-02T10:21:05","date_gmt":"2019-08-02T08:21:05","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5731"},"modified":"2019-08-02T10:21:06","modified_gmt":"2019-08-02T08:21:06","slug":"chile-eine-bilanz-von-7-wochen-vollstreik-der-lehrerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5731","title":{"rendered":"Chile: Eine Bilanz von 7 Wochen Vollstreik der Lehrer*innen"},"content":{"rendered":"<p><em>La Izquierda Diario Chile.<\/em> <strong>Die Mobilisierungsmacht der Lehrer*innen schw\u00e4chte die chilenische Regierung, auch wenn die Bildungsministerin Cubillos ihnen nur Brotkrumen gab. W\u00e4re mehr m\u00f6glich gewesen? In den Augen vieler Lehrer*innen wurde<!--more--> der Streik verfr\u00fcht beendet, obwohl wichtige Punkte nicht gesichert waren und der Streik noch viel mehr h\u00e4tte ausgebreitet werden k\u00f6nnen \u2013 durch die Einheit aller organisierten Arbeiter*innen, Sch\u00fcler*innen und Eltern Chiles.<\/strong><\/p>\n<p>Chiles Lehrer*innen wissen, wie man k\u00e4mpft. In der letzten Zeit stie\u00dfen sie drei landesweite Streikprozesse an: die Rebellion der Basis Ende 2014, den 57-t\u00e4gigen Streik gegen Reform des Lehramts im Jahr 2015 und den 7-w\u00f6chigen landesweiten Streik im Jahr 2019.<\/p>\n<p>Die Lehrer*innenbewegung ist neben der Studierendenbewegung die Hauptgegnerin der Regierungen des ehemaligen Mitte-Links-B\u00fcndnisses\u00a0<em>Concertaci\u00f3n<\/em>\u00a0und der Rechten. Ihr Kampf brach nach dem Streik der Hafenarbeiter*innen und der Bewegung gegen die Ermordung des indigenen Aktivisten Camilo Catrillanca aus, die den sozialen Frieden der zweiten Regierung des neoliberalen Sebasti\u00e1n Pi\u00f1era zerst\u00f6rte. Der Lehrer*innenstreik war eines der Hauptereignisse des Klassenkampfes 2019 in Lateinamerika, neben den wichtigen Demonstrationen von Millionen Menschen in Brasilien gegen die Rentenreform des rechten Jair Bolsonaro, der mit Pi\u00f1era verb\u00fcndet ist.<\/p>\n<p><strong>Ein 7-w\u00f6chiger Streik, der das Land ersch\u00fctterte und die Sympathie von Millionen Menschen erlangte<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Jahr errang die Lehrer*innenbewegung breite Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung, was seit Jahrzehnten nicht mehr der Fall war: Millionen von Menschen zeigten Sympathie f\u00fcr einen landesweiten Streik von Lehrer*innen gegen die Verwahrlosung der \u00f6ffentlichen Bildung und die Diskriminierung von Lehrer*innen der Sonderschulen und der Vorschulen.<\/p>\n<p>Dies zeigte sich in sozialen Netzwerken und auf den Stra\u00dfen: der Marsch der Lehrer*innen nach Valparaiso, der von den Bewohner*innen der K\u00fcstenstadt empfangen wurde, die mit T\u00f6pfen und Pfannen L\u00e4rm machten, und die massiven Versammlungen von Eltern und Erziehungsberechtigten. Ende Juni positionierte sich die Gewerkschaft der Hafenarbeiter*innen zugunsten der Lehrer*innen und erkl\u00e4rte, dass sie f\u00fcr Streiks zur Verf\u00fcgung stehen. Die Ortsgruppen der streikenden Lehrer*innen entwickelten mehrere Initiativen: Lieder, Unterricht unter offenem Himmel, Stra\u00dfenblockaden, offene Versammlungen, Demonstrationen mit T\u00f6pfen und Pfannen sowie kulturelle Aktivit\u00e4ten. Die erste Demonstration hatte mehr als 90.000 Teilnehmer*innen aus dem ganzen Land.<\/p>\n<p>In einigen St\u00e4dten f\u00fchrte diese Unterst\u00fctzung zum Zusammenfluss und aktiver Solidarit\u00e4t zwischen verschiedenen Sektoren der organisierten Arbeiter*innenklasse. In Antofagasta trafen sich Bergleute aus Chuquicamata, Hilfslehrer*innen, Erziehungsberechtigte, Vertreter*innen lokaler Streiks wie Conveyor und Lehrer*innen aus der ganzen Region. Die Bewegung hatte es geschafft, die Bildungsministerin Marcela Cubillos, die im Parlament immer weniger Unterst\u00fctzung bekam, in die Mangel zu nehmen.<\/p>\n<p><strong>Ein Streik, der der Gewerkschaftsf\u00fchrung aus der Kontrolle glitt<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2016 brachten die Gewerkschaftswahlen Mario Aguilar an die Spitze der Lehrer*innengewerkschaft und f\u00fchrten damit zum ersten Gewerkschaftssieg der neuen Mitte-Links-Formation\u00a0<em>Frente Amplio (FA)<\/em>\u00a0in landesweiten Arbeiter*innenorganisationen. Im Jahr 2015 war der Sektor von Aguilar kritisch gegen\u00fcber dem damaligen Vorsitzenden Jaime Gajardo, der nach einem Aufruf des damaligen Bildungsministers einen Streik abgebrochen hatte. Diese als \u201etelefonazo\u201c (Telefonanruf) bekannt gewordene Aktion kostete ihn schlie\u00dflich die F\u00fchrung. Angesichts der Unzufriedenheit der Lehrer*innen konnte Mario Aguilar, ein Mitglied der Humanistischen Partei (PH) und Teil der FA, diese Infragestellung der internen Demokratie der Lehrer*innengewerkschaft kanalisieren und f\u00fchrte Befragungen als eine Methode gegen Gajardos \u201eTelefonanruf\u201c ein. Obwohl die Entscheidung \u00fcber wichtige Fragen so demokratisiert wurde, beh\u00e4lt diese Methode die Einschr\u00e4nkung der demokratischen politischen Diskussion bei und macht es unm\u00f6glich, von der Basis aus einen Mobilisierungsplan vorzubereiten, der \u00fcber die wenigen M\u00f6glichkeiten hinausgeht, die auf einen Stimmzettel passen.<\/p>\n<p>Mario Aguilar verfolgte einen Plan, der auf zwei Strategien basierte: Treffen mit Autorit\u00e4ten und Durchf\u00fchrung landesweiter Befragungen zu wichtigen Entscheidungen der Bewegung. Beide Methoden hielten die Lehrer*innen passiv, w\u00e4hrend die Treffen mit der Regierung sowie die runden Tische mit Technokrat*innen und rechten Parlamentarier*innen und der ehemaligen Concertaci\u00f3n scheiterten. Der Druck der Basis, einen Mobilisierungsplan durchzuf\u00fchren, f\u00fchrte allm\u00e4hlich zur Planung des landesweiten Vollstreiks, der am 3. Juni begann. 80% der Lehrer*innen im kommunalen Sektor nahmen daran teil, eine noch h\u00f6here Beteiligung gab es in den weit voneinander entfernten Regionen wie Valpara\u00edso, Antofagasta, Atacama, Concepci\u00f3n und Osorno.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Chile.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5732\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Chile.jpg 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Chile-300x185.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Chile-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><figcaption>Die St\u00e4rke und F\u00fchrung der chilenischen Lehrer*innen wurde einmal mehr unter Beweis gestellt <\/figcaption><\/figure>\n<p>Dies war der erste Streik, der ausschlie\u00dflich von Aguilar und der Humanistischen Partei gef\u00fchrt wurde. Er blieb nicht ohne Widerspr\u00fcche und Polemiken. Erstens basierten die w\u00f6chentlichen Mobilisierungspl\u00e4ne auf der Erhaltung (und nicht der Ausweitung) der Kr\u00e4fte. Es gab weder einen Aufruf an den staatlich subventionierten privaten Schulen, noch wurden die Angebote zum gemeinsamen Kampf der Hafenarbeiter*innen angenommen. Noch weniger gab es einen Anreiz f\u00fcr die Gemeinden, in denen die Lehrer*innen sich nicht mobilisierten, dies zu tun, um die Kr\u00e4fte zu erh\u00f6hen. Nach der starken Demonstration von 90.000 Lehrer*innen, die in der ersten Woche des Streiks durch die Alameda (die Hauptverkehrsstra\u00dfe der Hauptstadt Santiago) marschierten, gab es keine andere Initiative, die nicht einfach dazu f\u00fchrte, die existierende Basis des Streiks zu verschlei\u00dfen.<\/p>\n<p>Es wurden auch keine wichtigen Beispiele f\u00fcr die Koordinierung der K\u00e4mpfe aufgenommen, wie sie von der Versammlung der Lehrer*innen der Schule Patricio Cariola von Antofagasta und der Lehrer*innen-Gruppierung\u00a0<em>Nuestra Clase<\/em>\u00a0(\u201eUnsere Klasse\u201c) vorangetrieben wurden. Diese hatten zusammen mit anderen Lehrer*innen die Koordinierung der Aktion mit den Minenarbeiter*innen von Chuquicamata angestrebt, wobei sie in einer Versammlung von mehr als dreitausend Bergleuten applaudiert wurden. Sie f\u00fchrten auch eine gemeinsame Aktion mit den Streikenden von Conveyor aus dem Industriesektor von La Negra durch, um einige der Hauptstra\u00dfen von Antofagasta zu blockieren.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass die offizielle F\u00fchrung der Lehrer*innengewerkschaft die Koordination nicht gef\u00f6rdert hat, um die Chancen f\u00fcr einen Lehrer*innenstreik zu vervielfachen, hat mit einem gr\u00f6\u00dferen Problem zu tun: der Strategie der\u00a0<em>Frente Amplio<\/em>\u00a0als politisches B\u00fcndnis. Die\u00a0<em>Frente Amplio<\/em>\u00a0setzte nicht darauf, die Reformpl\u00e4ne der Regierung durch den Klassenkampf zu besiegen, Lehrer*innen mit Bergleuten oder Walmartarbeiter*innen [die sich ebenfalls im Streik befanden, Anm. d. \u00dc.] zu vereinen, als das m\u00f6glich war; sie setzte darauf, soziale K\u00e4mpfe als Druckmechanismen in bestehenden Institutionen zu nutzen. Deshalb war es f\u00fcr sie auch logisch, zeitgleich mit dem wichtigsten Streik der Arbeiter*innen der letzten Zeit eine wahrhafte Parade an Treffen mit Minister*innen wie Innenminister Chadwick oder Bildungsministerin Cubillos selbst zu machen, bei denen die FA-Politiker*innen Camila Rojas und Senator J. I. Latorre anboten, mit den Lehrer*innen zu vermitteln.<\/p>\n<p>Dennoch wurde der Streik fortgesetzt, und die Befragungen zeigten immer wieder die Ablehnung der Reaktionen der Regierung und die \u00dcberzeugung, den unbefristeten Streik fortzusetzen.<\/p>\n<p>Ohne Strategiewechsel vergingen die Wochen, bis Aguilar sich schlie\u00dflich gegen den Streik aussprach \u2013 obwohl in der sechsten Streikwoche immer noch 70% der Bev\u00f6lkerung dem Streik zustimmten. Gerade als die Unzufriedenheit mit der Regierung zunahm, begann der Streik von Walmart, aber die B\u00fcrokratie der Lehrer*innengewerkschaft beschloss, den Streik schnell abzuw\u00fcrgen, obwohl er noch an Schlagkraft h\u00e4tte zunehmen und in kurzer Zeit das erobern zu k\u00f6nnen, was in Wochen vorher nicht erreicht wurde.<\/p>\n<p>Nach 35 Tagen Kampf und nachdem er zwei Angebote der Regierung abgelehnt hatte, forderte der Pr\u00e4sident der Lehrer*innengewerkschaft, Mario Aguilar, die Lehrer*innen auf, den dritten und letzten Vorschlag des Bildungsministeriums (der von den Lehrer*innen als Verarsche definiert wurde) anzunehmen und die Mobilisierung zu beenden. Ihm zufolge war das Treffen am 8. Juli \u201eeine Errungenschaft\u201c und es war an der Zeit, den Streik zu beenden, denn die Ersch\u00f6pfung sei bereits offensichtlich gewesen.<\/p>\n<p>Es gab jedoch noch Kampfgeist und Bereitschaft, den Streik fortzusetzen. In den einzelnen Regionen blieb die Bewegung stark und nur wenige Gemeinden der Hauptstadtregion hatten beschlossen, den Streik aufzugeben, w\u00e4hrend sie auf das nationale Ergebnis warteten. Der def\u00e4tistische Diskurs des Sektors von Aguilar und seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Angebot der Regierung schafften es, gro\u00dfe Teile der Streikbewegung zu demoralisieren, indem sie die mit der Methode des nationalen Streiks eroberte Einheit brachen. Die Befragung vom 10. Juli best\u00e4tigte dies. Mit etwas mehr als 200 Stimmen setzte sich die Option durch, den Streik fortzusetzen und das letzte Angebot der Regierung abzulehnen. Nach diesem Patt wartete die Gewerkschaftsf\u00fchrung noch 8 weitere Tage bis zu einer geschlossenen landesweiten Versammlung, die eine Wiederholung der Methode definierte: eine neue Befragung, anstatt mit den Lehrer*innen im Kampf \u00fcber den Aktionsplan zu diskutieren, der \u00fcber das Entweder-Oder \u201eStreik oder Nicht-Streik\u201c hinausgeht.<\/p>\n<p><strong>Doppelter Diskurs der Kommunistischen Partei: Unterst\u00fctzung in Worten und Desorganisation in der Praxis<\/strong><\/p>\n<p>In allen landesweiten Befragungen sprach sich die stalinistische Kommunistische Partei innerhalb der Lehrer*innenbewegung und mit ihrer Bewegung \u201eManuel Guerrero\u201c f\u00fcr den Streik und die Ablehnung der Brotkrumen der Regierung aus. Viele der von ihnen organisierten Lehrer*innen in den Gemeinden waren jedoch nicht im Streik und taten nichts f\u00fcr den Streik der von ihnen gef\u00fchrten Gewerkschaftsorganisation: der CUT. Das wurde zu einem Hindernis f\u00fcr den Triumph der Forderungen der Lehrer*innen. Ein schamloser Doppeldiskurs, w\u00e4hrend die KP vor einigen Jahren ihre Basis im Streik ebenfalls verraten hatte.<\/p>\n<p><strong>Zwei gegens\u00e4tzliche Bilanzen: Vertrauen und Misstrauen<\/strong><\/p>\n<p>Die Gewerkschaftsf\u00fchrung um Aguilar hat nun folgende Elemente einer Bilanz durchgesetzt: Wichtige Siege wurden erzielt, wie z.B. das Treffen mit der Ministerin, bei dem sie sich f\u00fcr bestimmte Gesetzesentw\u00fcrfe ausgesprochen hat. Aber die Lehrer*innen konnten ihre Kr\u00e4fte nicht erh\u00f6hen, wegen der Unnachgiebigkeit der Regierung und wegen der \u201eilloyalen\u201c und \u201eunethischen\u201c Politik von Lehrer*innen, die f\u00fcr den Streik gestimmt h\u00e4tten, ohne sich dann an ihm zu beteiligen. Von der Gruppierung\u00a0<em>Nuestra Clase<\/em>\u00a0haben wir auf die Kr\u00e4fte der Lehrer*innen gesetzt, und in den entscheidenden Wochen haben wir sehr deutlich gesagt, dass wir uns f\u00fcr die Ausweitung des Streik einsetzen m\u00fcssen, indem wir einen nationalen Streik aller Sektoren einberufen, der durch gemeinsame Versammlungen vorbereitet wird, die f\u00fcr Eltern und Erziehungsberechtigte, Sch\u00fcler*innen und Studierende, Arbeiter*innen und die Frauenbewegung offen sind. Diese Option war dank der breiten Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung und dem Angebot der Einheit aus mehreren Sektoren durchaus m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Inmitten der Amtszeit von Pi\u00f1era wurde die Rolle der vorherrschenden Gewerkschaftsf\u00fchrungen demonstriert: die Eind\u00e4mmung und Demobilisierung k\u00e4mpferischer Sektoren, um einen direkten Zusammensto\u00df mit Regierung und Parlament zu vermeiden. Ihre Strategie f\u00fchrt nur dazu, unzureichende Zugest\u00e4ndnisse zu erhalten und die in Frage gestellte Regierung und ihren Reformplan vor der Krise zu bewahren. Wenn die Stra\u00dfen leer sind, wird es f\u00fcr die Regierung von Pi\u00f1era zweifellos einfacher sein, zu den Vereinbarungen mit der Christdemokratischen Partei von Bachelet zur\u00fcckzukehren, um die Regierungspl\u00e4ne durchzusetzen: die Reform des Gesundheitssystems, der Renten und des Bildungssektors.<\/p>\n<p>In den Augen vieler Lehrer*innen wurde deutlich, dass der Streik verfr\u00fcht abgebrochen wurde, dass wichtige Punkte nicht gesichert waren und dass viel mehr h\u00e4tte getan werden k\u00f6nnen, um die Kr\u00e4fte durch die Einheit aller organisierten Arbeiter*innen in Chile zu erweitern, an einem gro\u00dfen landesweiten Streiktag aller Sektoren und aller sozialen Forderungen, der eine Regierung, die zutiefst arbeiter*innenfeindlich ist, h\u00e4tte zu Tode verletzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wiederholung der Befragungen? Oder einen Plan von Basisversammlungen, um unsere Kr\u00e4fte neu zu ordnen und die Bewegung zu erweitern<\/p>\n<p>Im Moment beabsichtigt die b\u00fcrokratische F\u00fchrung von Aguilar, nach zwei Wochen Ruhe und ohne jegliche Initiative eine nationale Befragung zu wiederholen, bei der sie die Lehrer*innen erneut fragen werden, ob der Streik fortgesetzt werden soll oder nicht. Diese Methode spaltet die Lehrer*innen und demoralisiert sie. Anstatt Niederlagen zu organisieren, sollte die Lehrer*innengewerkschaft eine Neugruppierung der Kr\u00e4fte organisieren. Wir von\u00a0<em>Nuestra Clase<\/em>\u00a0glauben, dass es in diesem Moment notwendig und am demokratischsten ist \u2013 unabh\u00e4ngig von der geschlossenen Befragung f\u00fcr oder gegen Streik \u2013, zu Vollversammlungen auf Gemeindeebene aufzurufen, um zu entscheiden, welche Formen der Mobilisierung es sein werden, um weiterhin f\u00fcr die Forderungen der Lehrer*innen zu k\u00e4mpfen. Und zugleich braucht es eine Politik der Reorganisierung mit anderen Kr\u00e4ften: Auf \u00f6ffentliche Versammlungen mit Erziehungsberechtigten, Sch\u00fcler*innen, Studierenden und Bildungsarbeiter*innen sollte \u00fcber die Probleme der \u00f6ffentlichen Bildung diskutiert und in diesem zweiten Halbjahr ein gro\u00dfes nationales Treffen zur St\u00e4rkung der \u00f6ffentlichen Bildung in allen Bereichen einberufen werden.<\/p>\n<p><strong>Lasst uns eine k\u00e4mpferische, klassenk\u00e4mpferische und antib\u00fcrokratische Str\u00f6mung in der Lehrer*innengewerkschaft aufbauen!<\/strong><\/p>\n<p>Um diese Politik zu f\u00f6rdern und eine neue Praxis und Strategie des Kampfes in der Lehrer*innenbewegung zu erobern, in der die Einheit mit der gesamten Arbeiter*innenklasse und die demokratische Diskussion \u00fcber die Mobilisierungspl\u00e4ne vorherrschen, m\u00fcssen wir eine starke Gruppierung in jeder Gemeinde des Landes schaffen. Bisher schlugen die kritischsten Sektoren wie die \u201eBewegung f\u00fcr die Einheit der Lehrer*innen\u201c durch ihren Vorsitzenden Eduardo Gonz\u00e1lez (Teil des Nationalvorstands der Lehrer*innengewerkschaft) vor, den Streik in eine soziale Bewegung f\u00fcr \u00f6ffentliche Bildung umzuwandeln, wie es die es die Bewegung der Besetzung der Universit\u00e4ten von 2011 getan hatte. Aber wie h\u00e4tte dieses Ziel deutlicher erreicht werden k\u00f6nnen? Durch eine alternative Orientierung zu der von Aguilar. Diese Gruppe jedoch wich von dem Plan und der Ausrichtung der offiziellen F\u00fchrung nur leicht ab, und gemeinsam schloss sich Eduardo Gonzalez der Erkl\u00e4rung an, die ein Ende des Streiks forderte und zur Demoralisierung von Sektoren der Lehrer*innen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Wir von der Gruppierung von Lehrer*innen und Bildungsarbeiter*innen\u00a0<em>Nuestra Clase<\/em>rufen alle Lehrer*innen auf, die mit dieser Bilanz und den Schritten, die wir vorschlagen, einverstanden sind, sich zu organisieren, die Lehren aus diesem wichtigen Prozess in der Geschichte der Lehrer*innenbewegung gemeinsam zu diskutieren und sich\u00a0<em>Nuestra Clase<\/em>anzuschlie\u00dfen, um den Kampf f\u00fcr die Demokratisierung der Lehrer*innengewerkschaft und f\u00fcr ein antikapitalistisches anti-unternehmerisches Bildungsprogramm, das die \u00f6ffentliche Bildung st\u00e4rkt, fortzusetzen: durch ein Ende der marktf\u00f6rmigen Bildung und hin zu einem nationalen \u00f6ffentlichen Bildungssystem, das auf der Wiederverstaatlichung von Schulen und der demokratischen Kontrolle der Gemeinden, der Einheit mit anderen Arbeiter*innensektoren und dem Vertrauen in die Kr\u00e4fte unserer Mobilisierungen unabh\u00e4ngig von irgendeinem Sektor der ehemaligen\u00a0<em>Concertaci\u00f3n<\/em>\u00a0und der Rechten beruht.<\/p>\n<p><em>* Artikel auf der Grundlage\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.laizquierdadiario.cl\/Un-balance-del-paro-docente-y-el-rol-de-la-conduccion-del-Frente-Amplio-y-Mario-Aguilar\"><strong><em>Stellungnahme von \u201eNuestra Clase\u201c<\/em><\/strong><\/a><em>, Gruppierung von Lehrer*innen und Bildungsarbeiter*innen in Chile.<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/chile-eine-bilanz-von-7-wochen-vollstreik-der-lehrerinnen\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 2. August 2019 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La Izquierda Diario Chile. Die Mobilisierungsmacht der Lehrer*innen schw\u00e4chte die chilenische Regierung, auch wenn die Bildungsministerin Cubillos ihnen nur Brotkrumen gab. W\u00e4re mehr m\u00f6glich gewesen? 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