{"id":5894,"date":"2019-08-23T11:17:26","date_gmt":"2019-08-23T09:17:26","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5894"},"modified":"2019-08-23T11:17:28","modified_gmt":"2019-08-23T09:17:28","slug":"el-paso-weisse-rassisten-toeten-erneut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5894","title":{"rendered":"El Paso: Wei\u00dfe Rassisten t\u00f6ten erneut"},"content":{"rendered":"<p><em>Dave Stockton. <\/em>Am 3. August wurden 22 Menschen get\u00f6tet und 24 verletzt, als der 21-j\u00e4hrige wei\u00dfe Rassist Patrick Crusius einen Walmart-Laden in El Paso ins Visier nahm, der bei K\u00e4uferInnen mit mexikanischem Hintergrund beliebt ist. Wie Brenton Tarrant, der 51 Menschen<!--more--> bei dem Angriff auf die Moschee von Christchurch (Neuseeland) erschossen hat, ver\u00f6ffentlichte Crusius ein Manifest auf der rechtsextremen Hasswebsite 8chan (Infinitychan), das sich gegen die so genannte \u201ehispanische Invasion in Texas\u201c und die \u201ekulturelle und ethnische Ersetzung\u201c der Wei\u00dfen richtete.<\/p>\n<p>Unter den Opfern waren Jordan Anchondo, die beim Einkaufen von Schulsachen get\u00f6tet wurde, und ihr Mann Andre, der bei einem vergeblichen Versuch get\u00f6tet wurde, seine Frau zu sch\u00fctzen, die wiederum ihr neugeborenes Baby abschirmte. Auch \u00e4ltere Menschen wurden nicht verschont. Raul und Maria Flores, beide 77, die sich vor zwei Jahrzehnten nach El Paso in den Ruhestand zur\u00fcckgezogen haben, und der 90-j\u00e4hrige Luis Alfonso Juarez wurden w\u00e4hrend des Amoklaufs ebenfalls ermordet.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/flat800x800075f.u4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5895\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/flat800x800075f.u4.jpg 800w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/flat800x800075f.u4-300x169.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/flat800x800075f.u4-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n<p>Der mutwillige Mord an diesen unschuldigen Menschen, entmenschlicht von der Politik ihres M\u00f6rders, zeigt, dass in Donald Trumps Amerika Menschen mit lateinamerikanischen Wurzeln neben schwarzen und j\u00fcdischen AmerikanerInnen auf die Hassliste der extremen Rechten mit aufgenommen wurden. In einem Land, das zu einem gro\u00dfen Teil aus MigrantInnen besteht, taten sich die h\u00e4sslichen Kr\u00e4fte des Faschismus an der Einwanderung g\u00fctlich, die von skrupellosen DemagogInnen im Wei\u00dfen Haus ausgenutzt wurde.<\/p>\n<p><strong>Trumps Hass-Kampagne<\/strong><\/p>\n<p>Trumps offener Hass auf MexikanerInnen und MigrantInnen aus Lateinamerika ist dreist und wird auf einer Endlosschleife wiederholt. W\u00e4hrend seiner Pr\u00e4sidentschaftskampagne sagte er: \u201eWenn Mexiko seine Leute schickt, schicken sie nicht die Besten\u2026. Sie bringen Drogen, sie bringen Verbrechen. Sie sind VergewaltigerInnen und einige, nehme ich an, sind gute Menschen.\u201c<\/p>\n<p>Vor weniger als zwei Monaten hat er getwittert: \u201eDas Problem ist, dass Mexiko die Vereinigten Staaten ,missbraucht\u2018, es nimmt, aber nie gibt. So ist es seit Jahrzehnten. Entweder sie stoppen die Invasion unseres Landes durch Drogenh\u00e4ndlerInnen, Kartelle, Menschenh\u00e4ndlerInnen\u2026 KojotInnen und illegale EinwanderInnen, was sie sehr leicht tun k\u00f6nnen, oder unsere vielen Unternehmen und Arbeitspl\u00e4tze, denen es dummerweise erlaubt wurde, s\u00fcdlich der Grenze umzuziehen, werden durch Steuern wieder in die Vereinigten Staaten zur\u00fcckgebracht. Amerika hat genug davon gehabt!\u201c<\/p>\n<p>Die Repr\u00e4sentantenhausabgeordnete f\u00fcr den 14. Kongresswahlbezirk von New York, Alexandria Ocasio-Cortez, brachte es auf den Punkt, als sie erkl\u00e4rte: \u201eDer Pr\u00e4sident ist direkt verantwortlich f\u00fcr das, was in El Paso passiert ist.\u201c<\/p>\n<p>Sie hat Recht.<\/p>\n<p>Diese Provokationen, die zusammen mit seinen sexistischen Angriffen gegen\u00fcber Politikerinnen ein zentrales Element seiner ersten Kampagne verk\u00f6rperten, sollen seine Anh\u00e4ngerInnen f\u00fcr seine zweite Wahlperiode begeistern. Diese rassistische Aufstachelung gegen MexikanerInnen und Fl\u00fcchtlinge, die \u201ein die USA eindringen\u201c, ist eine direkte Ursache f\u00fcr die schreckliche Gewalt, die von Einzelpersonen ausge\u00fcbt wird, die sie als Lizenz nehmen, ihre privaten Beschwerden und Komplexe, real oder imagin\u00e4r, gegen Minderheiten zu verstr\u00f6men. Und Trump hat kein bisschen dagegen. F\u00fcr diesen Pr\u00e4sidenten sind die Opfer der \u201eBaum des Lebens\u201c-Synagoge, von El Paso, Charlottesville und andere nur Kollateralsch\u00e4den.<\/p>\n<p><strong>Rassistische ICE-Razzien<\/strong><\/p>\n<p>Der staatlich sanktionierte Rassismus der Trump-Administration zeigte sich bei der Razzia, die am 7. August in Mississippi auf Gefl\u00fcgelverarbeitungsanlagen rund um Jackson und Canton zielte.<\/p>\n<p>Dies war die gr\u00f6\u00dfte jemals durchgef\u00fchrte Razzia in einem einzigen Staat durch \u201eImmigration and Customs Enforcement\u201c (ICE; Zoll- und Einwanderungsbeh\u00f6rde). 680 ArbeiterInnen mit \u00fcberwiegend mexikanischem Hintergrund wurden bei einer Razzia von einer Armee von 600 schwer bewaffneten ICE-AgentInnen festgenommen.<\/p>\n<p>Dutzende ihrer ver\u00e4ngstigten und verst\u00f6rten Kinder, einige von ihnen Kleinkinder, mussten von Fremden von der Schule abgeholt und in Notunterk\u00fcnfte gebracht werden. Seitdem wurden 300 ArbeiterInnen entlassen. ICE-Au\u00dfenstellen im ganzen Land wurden angewiesen, mindestens zwei Standorte in ihren Regionen als potenzielle Ziele f\u00fcr solche Razzien zu identifizieren. Dar\u00fcber hinaus, sagte Trump, dass \u00dcberf\u00e4lle wie die in Mississippi ein \u201esehr gutes Abschreckungsmittel\u201c f\u00fcr MigrantInnen ohne Papiere seien.<\/p>\n<p><strong>Kampf gegen Trump und Rassismus<\/strong><\/p>\n<p>Trumps Antwort w\u00e4hrend seines zynischen Besuchs in El Paso, wo sich die \u00fcberlebenden Opfer nat\u00fcrlich weigerten, ihn zu sehen, war, das antirassistische, Antifa-Netzwerk ebenso wie Killer wie Crusius zu beschuldigen. Dies entspricht seinen Bemerkungen zu Charlottesville, wo er die Verurteilung des faschistischen Mordes an der Aktivistin Heather Heyer ablehnte und wahnsinniger Weise behauptete, dass die Unite the Right- und antifaschistische Demonstrationen \u201ebeide gute Menschen enthielten\u201c.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Trump selbst kein Faschist ist, ist er gl\u00fccklich, die extreme Rechte, einschlie\u00dflich echter FaschistInnen, zu nutzen, um seine populistische Basis aufzubauen. Indem er zum Beispiel bei seinen Kundgebungen in rassistischen Zurufen schwelgt. Auf seine Frage, was mit den MexikanerInnen geschehen soll, die sich an der texanischen Grenze versammeln, kommentierte er nur grinsend die zur\u00fcckkommende Antwort: \u201eErschie\u00dft sie\u201c!<\/p>\n<p>Trump ist ein klassischer rassistischer US-Populist, der bereit ist, Latinos, schwarze Jugendliche, Muslime und Frauen anzugreifen, die es beispielsweise wagen, seine Frauenfeindlichkeit zu kritisieren. Diese Angriffe sind wesentliche Bestandteile seiner permanenten Stimmungsmache. Und der \u201erespektable\u201c Fl\u00fcgel der Republikanischen Partei ist bereit, sich dieser Stimmungsmache anzuschlie\u00dfen, vielleicht mit ein wenig Kritik an seinen schlimmsten Exzessen, aber meist mit Schweigen. Wenn Trump 2020 scheitert, k\u00f6nnte die von ihm erzeugte \u201eBewegung\u201c wirklich b\u00f6se, ja sogar faschistisch werden.<\/p>\n<p>Die Netzwerke von \u00fcberwiegend jungen und wei\u00dfen AntifaschistInnen, die gemeinhin als Antifa bekannt sind, sowie linke bewaffnete Gruppen zeigen, dass einige Menschen bereit sind, die FaschistInnen herauszufordern, wenn sie versuchen, die Stra\u00dfen zu betreten. Offensichtlich k\u00f6nnen sie wenig tun, um die massenm\u00f6rderische Angriffe von \u201eEinzelt\u00e4terInnen\u201c zu stoppen. Aber wie Boston gezeigt hat, kann, wenn sie zusammen mit der Black Lives Matter-Bewegung mobilisieren und sich die Gewerkschafts- und die DSA-Ortsgruppen ihnen anschlie\u00dfen, der Anstieg rechter Kr\u00e4fte demoralisiert und gestoppt werden.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich besteht die Aufgabe von Revolution\u00e4rInnen darin, die Selbstverteidigung all jener zu organisieren, die angegriffen werden, sei es von den FaschistInnen oder von der Polizei und den Anti-EinwandererInnen-Einheiten. Die ArbeiterInnenbewegung sollte die F\u00fchrung \u00fcbernehmen, wenn es darum geht, sich gegen die rassistischen \u201eJagden nach Illegalen\u201c durch ICE-Horden zu stellen, indem sie massenhaft gewerkschaftliche Organisierung vorantreibt in den Staaten mit \u201eRecht auf Arbeit\u201c (Zwang in prek\u00e4re Jobs) und unter den MigrantInnen.<\/p>\n<p>Die Koordination eines landesweiten Kampfes, der ArbeiterInnenaktivistInnen sowie antirassistische und Frauenbewegungen zusammenfasst, w\u00e4re ein erster Schritt zum Aufbau einer unabh\u00e4ngigen ArbeiterInnenpartei, die den Widerstand auf der Grundlage eines gemeinsamen Programms f\u00fcr ArbeiterInnenmacht und Sozialismus vereinen kann.<\/p>\n<ul>\n<li>Niemand ist illegal: gleiche B\u00fcrgerInnenrechte f\u00fcr alle!<\/li>\n<li>Aufl\u00f6sung der ICE-Einheiten!<\/li>\n<li>Selbstverteidigung gegen rassistische \u00dcberf\u00e4lle und Abschiebungen<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2019\/08\/22\/el-paso-weisse-rassisten-toeten-erneut\/\">arbeiterinnenmacht.de&#8230;<\/a> vom 23. August 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dave Stockton. Am 3. 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