{"id":5903,"date":"2019-08-26T10:31:22","date_gmt":"2019-08-26T08:31:22","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5903"},"modified":"2019-08-26T10:31:24","modified_gmt":"2019-08-26T08:31:24","slug":"welche-interessen-haben-macron-merkel-und-die-g7-im-amazonas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5903","title":{"rendered":"Welche Interessen haben Macron, Merkel und die G7 im Amazonas?"},"content":{"rendered":"<p><em>Andre Augusto.<\/em> <strong>Auf dem G7-Gipfel in Frankreich verkauften sich besonders Angela Merkel und Emmanuel Macron als Umweltsch\u00fctzer*innen und stellten sich gegen die Br\u00e4nde im Amazonas und die brasilianische Regierung. Doch hinter<!--more--> der von Bolsonaro gef\u00f6rderten Verw\u00fcstung des Regenwaldes stecken imperialistische Interessen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Zerst\u00f6rung und Verw\u00fcstung der Amazonas erreichte angesichts des Pl\u00fcnderungsdurstes von Bolsonaro und den Kapitalist*innen der Agrarindustrie neue Dimensionen. Die Br\u00e4nde im gr\u00f6\u00dften Regenwald der Welt haben bereits globale Auswirkungen und f\u00fchrten zu einem direkten Konflikt zwischen der rechtsextremen Regierung in Brasilien auf der einen Seite und einigen imperialistischen M\u00e4chten, insbesondere Frankreich, auf der anderen Seite.<\/p>\n<p>Emmanuel Macron, Pr\u00e4sident einer der \u00e4ltesten Kolonialmacht der Erde, versuchte in den letzten Tagen, den globalen Zorn, der durch die Zerst\u00f6rung der \u201egr\u00fcnen Lunge\u201c der Erde durch die brasilianische Agrarwirtschaft ausgel\u00f6st wurde, in seinem Sinne zu benutzen. Auf dem j\u00fcngsten Treffen der G7, auf dem die weltweit f\u00fchrenden Pl\u00fcnderungsm\u00e4chte zusammenkommen, schlug Macron vor, Ma\u00dfnahmen gegen die anhaltende Katastrophe zu ergreifen. Deutsche Medien, wie\u00a0<em>Die Zeit<\/em>, springen ein und schrieben, es sei an der Zeit, Sanktionen gegen Bolsonaro zu verh\u00e4ngen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Amazonas.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5904\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Amazonas.jpg 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Amazonas-300x185.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Amazonas-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/figure>\n<p><strong>Gegenseitige Anschuldigungen<\/strong><\/p>\n<p>In der gegenw\u00e4rtigen Phase des Konflikts beschuldigte Macron seinen brasilianischen Amtskollegen, gelogen zu haben, da er auf dem G20-Gipfel im vergangenen Juni Umweltschutzverpflichtungen eingegangen war. Er erkl\u00e4rte zudem, dass dies die Ratifizierung des Handelsabkommens zwischen der Europ\u00e4ischen Union und dem Mercosur unm\u00f6glich machen w\u00fcrde. Auch Irland meldete sich im selben Ton. Das Handelsabkommen zwischen den beiden Bl\u00f6cken, in Wahrheit ein Unterwerfungspakt f\u00fcr die L\u00e4nder des\u00a0<em>Cono Sur<\/em>\u00a0(die s\u00fcdliche dreieckig zulaufende Spitze Lateinamerikas) unter die Interessen des europ\u00e4ischen Kapitalismus, sieht die Abschaffung der Einfuhrz\u00f6lle auf fast 90 % des bilateralen Handels innerhalb der n\u00e4chsten 15 Jahren vor. Die notwendige Auswirkung davon ist die Vertiefung des brasilianischen Agrar-Exportmodells und die Zunahme der Importe von Produkten der verarbeitenden Industrie und Hochtechnologie.<\/p>\n<p>Seit dem G20-Gipfel f\u00fchren Macron, mit Zustimmung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, und Bolsonaro eine rhetorische Konfrontation, die an Heuchelei kaum zu \u00fcberbieten ist. Die franz\u00f6sische Regierung gibt sich als \u201eder gr\u00f6\u00dfte Verteidiger der biologischen Vielfalt und der Natur\u201c aus und verschanzt sich hinter dem Pariser Abkommen von 2015, w\u00e4hrend Bolsonaro es fertig bringt sich sogar als \u201eK\u00e4mpfer f\u00fcr die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t gegen die koloniale Mentalit\u00e4t der Europ\u00e4er\u201c zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><strong>Unterwerfung unter den Imperialismus<\/strong><\/p>\n<p>Es ist unm\u00f6glich, die biologische Vielfalt und die nat\u00fcrlichen Ressourcen des Amazonas zu verteidigen, ohne die Interessen der Kapitalist*innen im In- und Ausland, von Agrobusiness und imperialistischer Gier, anzugreifen. Denn sie sind es, die den Amazonas zum Brennen bringen. Dieser ist jedoch der gr\u00f6\u00dfte CO2-Speicher der Erde und unter anderem f\u00fcr die Regulierung der Erdtemperatur enorm wichtig.<\/p>\n<p>Weder Bolsonaro noch die F\u00fchrung der Armee, die seit dem Zweiten Weltkrieg strukturell mit den Vereinigten Staaten verbunden sind, haben die souver\u00e4ne Verteidigung der nat\u00fcrlichen Ressourcen zum Ziel. Im Gegenteil ist er ein f\u00fcgsamer Diener von Trump und den Vereinigten Staaten, buchst\u00e4blich ein \u201eSpeichellecker\u201c, der alles abgibt, was er kann, angefangen von dem der Weltraumflughafen von Alc\u00e1ntara in der Provinz Maranh\u00e3o \u00fcber die Privatisierung unz\u00e4hliger staatlicher Unternehmen mit dem Ziel, sie an die Vereinigten Staaten zu liefern (mit der unsch\u00e4tzbaren Hilfe der proimperialistischen Rechtssache Lava Jato), bis hin zur \u00dcbergabe der \u00dcberwachungsarbeit des Amazonas an ein privates US-Unternehmen anstelle des Nationalen Instituts f\u00fcr Weltraumforschung (INPE).<\/p>\n<p>Die reaktion\u00e4ren Ma\u00dfnahmen von Bolsonaro sind direkte Angriffe auf die indigenen V\u00f6lker und Nachkommen der Quilombos (schwarze Rebellenpopulationen w\u00e4hrend der Sklaverei) sowie auf die Existenzgrundlage der gesamten Bev\u00f6lkerung zugunsten des Agrarsektors, der Banken und des Gro\u00dfkapitals.<\/p>\n<p>Das Abkommen mit der Europ\u00e4ischen Union stellt ein weiterer Beweis f\u00fcr seine eklatante Unterwerfung unter den Imperialismus dar. Denn Bolsonaro und seine Regierung haben einen Pakt unterzeichnet, der sklaven\u00e4hnliche Verh\u00e4ltnisse f\u00fcr brasilianische Arbeiter*innen mit sich bringt, ganz im Sinne der Interessen der gro\u00dfen Wirtschaftskonzerne Deutschlands, der Niederlande, Belgiens und Frankreichs, deren kolonialistische Mentalit\u00e4t Bolsonaro zu bek\u00e4mpfen behauptet.<\/p>\n<p><strong>Was sind die tieferen Ursachen f\u00fcr diese Umweltkatastrophe?<\/strong><\/p>\n<p>Unterdessen gehen die Reden von Macron, Merkel oder der britischen Boris Johnson unter anderen imperialistischen Regierungen, nicht \u00fcber das Lippenbekenntnis der \u201eVerteidigung des Amazonas\u201c hinaus: demagogische, zynische und l\u00fcgenhafte Reden. Keiner hat ein Interesse an der Erhaltung der Umwelt.<\/p>\n<p>Das sind gro\u00dfe Pl\u00fcnder*innen. Ihre L\u00fcgen \u00fcber den Schutz des Amazonas sollten eine eindringliche Warnung vor jedweder Illusion sein, dass die gr\u00f6\u00dften Unterdr\u00fccker der Welt eine progressive L\u00f6sung f\u00fcr die Umweltproblematik geben k\u00f6nnten, die durch das von ihnen geleitete kapitalistische System verursacht wird.<\/p>\n<p>Es gibt drei Hauptkonfliktachsen in der gegenw\u00e4rtigen Krise, die zeigen, dass die Brutalit\u00e4t von Bolsonaro nicht dazu f\u00fchren darf, dass wir in die Falle der uners\u00e4ttlichen Interessen des Imperialismus und seiner Monopole geraten, jene effektiven Zerst\u00f6rer der nat\u00fcrlichen Ressourcen auf der ganzen Welt:<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Der Handelskrieg zwischen den USA und China<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Einer der wichtigsten materiellen Faktoren, die die Umweltkrise verursachen, ist die Haltung Brasiliens inmitten des Handelskrieges zwischen Trump und Xi Jinping.<\/p>\n<p>Der Agrobusiness Brasiliens will die Gelegenheit nutzen, die sich f\u00fcr den Getreideexport nach China aufgetan hat. China verh\u00e4ngte Z\u00f6lle auf Soja aus den Vereinigten Staaten als Vergeltung f\u00fcr Trumps Ma\u00dfnahmen gegen dieses Land. Dies verteuerte die US-Soja um rund 75 Milliarden Dollar, so dass die chinesischen K\u00e4ufe von brasilianischem Soja zunahmen. Brasilien hat sich zum gr\u00f6\u00dften Exporteur von Sojabohnen nach China und in die Welt entwickelt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2018, dem ersten Jahr des Handelskrieges, stiegen die brasilianischen Ausf\u00fchre nach China im Vergleich zu 2017 um 35 %, was eine positive Handelsbilanz von 30 Milliarden US-Dollar zur Folge hatte. Am meisten profitierte die Sojabohne mit einem Wachstum von sieben Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<p>Die kriminellen Br\u00e4nde, die der Agrobusiness, ein enger Verb\u00fcndeter Bolsonaros, gelegt hat, zielen auf die Erweiterung der Sojagrenze ab, also die Erweiterung der Gebiete zur Sojaproduktion, insbesondere in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul, deren exponentielle Zunahme durch Umweltzerst\u00f6rung die Profitgier der Kapitalist*innen der Agrarindustrie mit mehr Exporten nach China stillen soll.<\/p>\n<p>Seit 1850, als der Leiter des Nautischen Observatoriums der USA, Matthew Fontaine Maury, vorschlug, dass sein Land B\u00fcrgerkrieg vermeiden und die Expansion der Baumwollproduktion durch Sklavenarbeit fortsetzen sollte, indem es seine gesamte Struktur, einschlie\u00dflich afrikanischer Sklaven, in die brasilianische Amazonasregion verlegte (wie Gerald Home im Buch \u201eThe Distant South\u201c berichtet), haben die Vereinigten Staaten direkte materielle Interessen am Amazonas-Regenwald und interessieren sich nicht f\u00fcr dessen Erhaltung. Dutzende von US-Monopolen und Investmentfonds, deren Produktionsketten mit dem Ressourcenabbau verbunden sin, darunter BlackRock, der weltweit gr\u00f6\u00dfte Verm\u00f6gensverwalter und die Capital Group, Getreideproduzenten wie Cargill und ADM sowie Pharmaunternehmen (Johnson&amp;Johnson und Pfizer), Gentechnik und Kosmetik, beuten den Reichtum der Region aus. Sie profitieren von der Zerst\u00f6rung des Amazonas, der vom Pentagon und der US-Armee sehr gut \u00fcberwacht wird.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Institutionen wie die NASA \u201ebeunruhigende\u201c Informationen \u00fcber den Fortschritt der Zerst\u00f6rung des Dschungels verbreiten. Sie k\u00fcmmern sich nicht um den Amazonas oder die Umwelt, sondern um die Interessen der USA im gr\u00f6\u00dften Regenwald der Welt sowie die Ausnutzung des Handelskrieges durch Trump.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Der Konflikt zwischen den Interessen des europ\u00e4ischen Imperialismus und des brasilianischen Agrobusiness<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Macron hat wie Trump kein weiteres Interesse am Amazonas als die Gesch\u00e4fte seiner Monopole zu sch\u00fctzen. Einige der Unternehmen, die den Amazonas-Regenwald am st\u00e4rksten roden, sind aus Frankreich: Credit Agricole (Frankreichs gr\u00f6\u00dfte Privatkundenbank) und BNP Paribas, Frankreichs reichstes Finanzinstitut, stehen laut einem Bericht von Amazon Watch mit der Entwaldung in Verbindung. Laut demselben Bericht erhalten Unternehmen wie Guillemette &amp; Cie und Groupe Rougier regelm\u00e4\u00dfig Tonnen von Holz vom brasilianischen Unternehmen Benevides Madeiras. Das US-amerikanische Unternehmen Monsanto (das mit dem deutschen Pharmakonzern Bayer fusionierte) und Dreyfuss haben ebenfalls gro\u00dfe Gesch\u00e4fte im Amazonasgebiet. Sie betrachten es als ihren Hinterhof zur kapitalistischen Ausbeutung an. Wie die Vereinigten Staaten wollen auch Frankreich und Deutschland nicht, dass ihre Ackerfl\u00e4chen von der lokalen Agrarwirtschaft Schaden nimmt.<\/p>\n<p>Als alte Kolonialmacht, die unterdr\u00fcckte L\u00e4nder einer brutalen Ausbeutung unterzog, war Frankreich auch f\u00fcr die Liquidation von Natur- und Umweltressourcen in den vier Ecken der Welt verantwortlich. Man braucht nur die Geschichte der blutigen franz\u00f6sischen Kolonisation Afrikas im 19. und 20. Jahrhundert zu nennen. Die Dekolonisationsprozesse zwischen 1950 und 1970 stellten eine neue Phase der r\u00e4uberischen Ausbeutung des afrikanischen Nationalverm\u00f6gens dar, ebenso wie die brutale Vernichtung der Bev\u00f6lkerung von L\u00e4ndern wie Kongo, Guinea, Togo, Mali, Niger, Tschad, Mauretanien und insbesondere Algerien, die zwischen 1954 und 1962 aufeinanderfolgende Massaker an ihrer Bev\u00f6lkerung erlebten. Macrons Demagogie kann nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass Frankreich kein echtes Interesse daran hat, die \u201ebiologische Vielfalt zu respektieren\u201c: Es ist eines der L\u00e4nder, die den Amazonas am meisten zerst\u00f6ren.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Der Streit zwischen Frankreich und Deutschland im Abkommen mit dem Mercosur<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein weiterer Konflikt, der in die Amazonaskrise verwickelt ist, ist der zwischen Frankreich und Deutschland um das Abkommen der Mercosur mit der Europ\u00e4ischen Union. Berlin und Paris teilen das Ziel, die Ausbeutung lateinamerikanischer Arbeiter*innen zu erh\u00f6hen. Die Vereinbarung \u00fcber die Unterwerfung des s\u00fcdlichen Kegels Lateinamerikas unter die europ\u00e4ischen M\u00e4chte beg\u00fcnstigt sie jedoch nicht gleicherma\u00dfen. Hauptgewinner w\u00e4ren deutsche Fahrzeugexporteure, die f\u00fcr den Vertrieb der Automobilproduktion keine Steuern zahlen m\u00fcssten. Unterdessen w\u00fcrde Frankreichs Agrarsektor durch den zollfreien Zugang brasilianischer Produkte zu den europ\u00e4ischen M\u00e4rkten, die es jetzt dominiert, erheblich gesch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Die Agrarpolitik ist eine der S\u00e4ulen der Integration der Europ\u00e4ischen Union und f\u00fcr Frankreich von grundlegender Bedeutung. Es sind die Franzosen, die die Landwirtschaft f\u00fcr den Rest des Kontinents verwalten. Neben Frankreich bestand Irland in der letzten Zeit auch darauf, dass die Europ\u00e4ische Union im Agrarsektor, insbesondere im Fleischsektor, nicht so \u201egro\u00dfz\u00fcgig\u201c sein sollte. Das Abkommen verst\u00f6\u00dft gegen diese Forderungen: Es beinhaltet eine j\u00e4hrliche Quote von 99.000 Tonnen Fleisch mit reduzierten Steuern.<\/p>\n<p>Deshalb droht der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident, das Abkommen zu k\u00fcndigen, und nutzt die Amazonaskrise, die durch den Durst von Bolsonaro nach kapitalistischem Profit ausgel\u00f6st wurde, als Alibi. Macron versucht, den Interessen der franz\u00f6sischen Agrarindustrie zu bedienen, ohne dass dadurch die Ausbeutungsvertr\u00e4ge des S\u00fcdkegels beeintr\u00e4chtigt werden. Auch der irische Premierminister Leo Varadkar k\u00fcndigte an, dass er \u201eangesichts der Ereignisse\u201c die Umsetzung des Abkommens blockieren werde.<\/p>\n<p>Deutschland seinerseits verteidigt die Aufrechterhaltung des Handelsabkommens, denn f\u00fcr Deutschland tun sich chaotischen wirtschaftliche Perspektiven auf, wie die starken rezessiven Signale aufgrund des R\u00fcckgangs des Welthandels (Effekt der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China) ank\u00fcndigen, welche bereits auf seine Industrieproduktion dr\u00fcckt, die stark von den Exporten abh\u00e4ngig ist. Das deutsche Kapital braucht neue Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr seine Produkte, denn in der Abh\u00e4ngigkeit von China und der kriselnden Europ\u00e4ischen Union keinen Ausweg gibt.<\/p>\n<p><strong>Dieser Konflikt ist noch nicht abgeschlossen und hat kein klares Ende<\/strong><\/p>\n<p>Diese drei Elemente vermischen sich in der katastrophalen Umweltkrise Brasiliens. Die Wahrheit ist, dass der Wille der Soja-Gro\u00dfgrundbesitzer*innen in Brasilien, ihr Gesch\u00e4ft mit China zu steigern, mit der Notwendigkeit verschiedener Imperialismen kollidiert, ihr eigenes Gesch\u00e4ft im Amazonasgebiet zu erhalten, was dazu f\u00fchren k\u00f6nnte, dass die Krise im Rahmen der gef\u00e4hrlichen Anzeichen einer neuen Weltrezession au\u00dfer Kontrolle ger\u00e4t.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen die Antipathie zwischen Trump und den Regierungen Frankreichs und Deutschlands nicht aus den Augen verlieren. Bolsonaro zu schlagen ist eine Bewegung, die indirekt einen Angriff auf Trump nahelegt, der ihn als seinen zentralen Verb\u00fcndeten in Lateinamerika hat. Genau in diesem Sinne verk\u00fcndete Trump, dass er vergangenen Freitag mit Bolsonaro telefonierte, und behauptete die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Brasilien \u201enie besser gewesen waren\u201c.<\/p>\n<p><strong>Bolsonaro, Agribusiness und G7: H\u00e4nde weg vom Amazonasgebiet!<\/strong><\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, dass die Expansion von Soja und die Interessen des brasilianischen Agrobusiness \u2013 eng verbunden mit dem Finanzkapital und den Banken \u2013 eine direkte Bedrohung f\u00fcr die Umwelt darstellen. Genauso stimmt es, dass die Uners\u00e4ttlichkeit der ausl\u00e4ndischen imperialistischen und kolonialistischen Regierungen keine geringere Gefahr darstellt. Wenn sie \u00fcber den Amazonas sprechen, dann nur weil sie es vollst\u00e4ndig unter ihren monopolistischen Interessen sehen wollen. Im Kampf gegen Bolsonaro d\u00fcrfen wir nicht vergessen zu fordern, dass die gro\u00dfen kapitalistischen M\u00e4chte ihre H\u00e4nde von unseren nat\u00fcrlichen Ressourcen lassen sollen.<\/p>\n<p>In verschiedenen Teilen der Welt demonstrieren junge Menschen unz\u00e4hlige Male gegen die durch Umweltzerst\u00f6rungen verursachten Klimaver\u00e4nderungen, wie zum Beispiel bei Fridays for Future. In Brasilien sind es junge Menschen, die an vorderster Front die verheerende Politik von Bolsonaro in Frage stellen. Es bedarf eines antikapitalistischen Programms und einer antikapitalistischen Strategie, damit diese junge Generation gemeinsam mit den Arbeiter*innen f\u00fcr ihre Zukunft k\u00e4mpfen kann.<\/p>\n<p>Es ist notwendig, die sofortige Aussetzung aller millionenschweren Safra-Finanztransfers an Gro\u00dfgrundbesitzer*innen und deren sofortige Umlenkung zur Brandbek\u00e4mpfung, Wiederaufforstung und Waldbewirtschaftung, durchzusetzen. Angesichts der Milliarden Dollars, die j\u00e4hrlich in Sojabohnen, Mais und Fleisch auf Kosten der Umwelt- und Menschenverw\u00fcstung exportiert werden, muss eine Kampagne zur Verstaatlichungen ohne Entsch\u00e4digungen der gro\u00dfen Agrarunternehmen und ihre milliardenschwere finanziellen, logistischen und technologischen Ressourcen gestartet werden. Dies impliziert, das staatliche Monopol auf den Handel mit Soja und anderen Produkten, was zur Folge h\u00e4tte, dass der somit entstandene Reichtum der Handvoll Imperialist*innen und Grundbesitzer*innen entzogen w\u00fcrde. Ein staatliches Unternehmen, das von Arbeiter*innen kontrolliert wird, w\u00fcrde den Einsatz der neuesten Technologien erm\u00f6glichen, heute im Dienste der Profitsteigerung und Umweltverw\u00fcstung, um die menschliche Entwicklung und eine andere Beziehung zur Natur und zu allen traditionellen und indigenen V\u00f6lkern zu etablieren.<\/p>\n<p>Eine radikale Agrarreform, die die Abschaffung des r\u00e4uberischen Gro\u00dfgrundbesitzes zur Folge haben sollte, ist eine demokratische Aufgabe, die in Brasilien untrennbar mit der Perspektive einer Arbeiter*innenregierung verbunden ist, die mit dem Kapitalismus bricht. Unter den Regierungen der PT, die wegen ihre Vermittlerrolle mit der Rechten und des Agrobusiness gl\u00e4nzte, wuchsen die Millionen Hektar gro\u00dfer L\u00e4ndereien, die 2015 fast 25 % des BIP ausmachten. Das Projekt der PT f\u00fcr das Land, das heute von der Bolsonaro-Basis unterst\u00fctzt wird, stellt keine Alternative zu der Katastrophe, die von der extremen Rechten verursacht wurde, dar.<\/p>\n<p>Ein solches antikapitalistisches Klassenprogramm w\u00e4re ein m\u00e4chtiger Hebel im Kampf der Arbeiter*innen im ganzen Land, um den Kampf mit den B\u00e4uer*nnen, arme Kleinb\u00e4uer*innen (Quilombolas) und Ureinwohner*innen in ihre H\u00e4nde zu nehmen, um das koloniale und sklavische Erbe der Latifundien abzuschaffen und Land, Kredit und Technologie an alle, die es bearbeiten wollen, zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Es ist dringend, mit aller Kraft und Energie Aktionen gegen die Umweltzerst\u00f6rung durch die Kapitalist*innen, einschlie\u00dflich derer, die sich mit Lammfellen verkleiden wollen, um die Ressourcen der Welt besser zu nutzen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/welche-interessen-haben-macron-merkel-und-die-g7-im-amazonas\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 26. August 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andre Augusto. Auf dem G7-Gipfel in Frankreich verkauften sich besonders Angela Merkel und Emmanuel Macron als Umweltsch\u00fctzer*innen und stellten sich gegen die Br\u00e4nde im Amazonas und die brasilianische Regierung. 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