{"id":6193,"date":"2019-10-18T09:20:37","date_gmt":"2019-10-18T07:20:37","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6193"},"modified":"2019-10-18T09:20:39","modified_gmt":"2019-10-18T07:20:39","slug":"brecht-die-macht-der-fossilen-giganten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6193","title":{"rendered":"Brecht die Macht der \u201eFossilen Giganten\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><i><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">David Reisinger<\/span><\/i><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">. <b>Sp\u00e4testens ab den fr\u00fchen 1980er-Jahren wussten f\u00fchrende Erd\u00f6lunternehmen wie Shell und Exxon Mobil \u00fcber die verheerenden klimatischen Auswirkungen ihres Industriezweiges Bescheid. Die Unternehmen machten nicht nur weiter wie bisher, sondern versuchten die Bedrohung durch den Klimawandel zu vertuschen. Auch<\/b><\/span><!--more--><b style=\"font-family: Arial, sans-serif; font-size: 9pt;\">nach dem Pariser Klimaabkommen von 2015 wird den \u201eFossilen Giganten\u201c durch einen regelrechten Geldregen aus der Finanzbranche die Expansion erm\u00f6glicht.<\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Im Juli 1978\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/wie-exxon-den-klimawandel-entdeckte-und-leugnete\/1374674\">alarmierte<\/a>\u00a0James Black, f\u00fchrender Wissenschafter von\u00a0<i>ExxonMobil,\u00a0<\/i>die Unternehmensf\u00fchrung, dass eine Verdoppelung der CO2-Konzentration in der Atmosph\u00e4re zu einer Erh\u00f6hung der weltweiten Temperatur um zwei bis drei Grad Celsius f\u00fchren k\u00f6nnte. 1982\u00a0<a href=\"http:\/\/insideclimatenews.org\/sites\/default\/files\/documents\/1982%20Exxon%20Primer%20on%20CO2%20Greenhouse%20Effect.pdf\">warnte<\/a>\u00a0die Wissenschaftsabteilung des Unternehmens vor den Folgen des Klimawandels und \u201epotentiell katastrophalen Ereignissen, die in Betracht gezogen werden m\u00fcssen\u201c.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Anstatt auf erneuerbare Energie umzusteigen oder ihr Wissen zumindest \u00f6ffentlich zu machen, tat das Management von\u00a0<i>ExxonMobil<\/i>\u00a0das genaue Gegenteil. Kurzfristige \u00f6konomische Schwierigkeiten, ein Absacken der \u00d6lpreise Mitte der 1980er-Jahre, dienten der Unternehmensf\u00fchrung als Rechtfertigung, die gesamte wissenschaftliche Belegschaft, die sich mit den Auswirkungen der Verbrennung fossiler Brennstoffe besch\u00e4ftigte, zu feuern.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><b><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Bezahlte Klimawandelleugner<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Gleichzeitig unterst\u00fctzte\u00a0<i>Exxon Mobile<\/i>\u00a0Ende der 1980er-Jahre das\u00a0<i>American Petroleum Institute<\/i>\u00a0(API) bei der Gr\u00fcndung der\u00a0<i>Global Climate Coalition\u00a0<\/i>(GCC). Eine Pseudo-NGO, die von allen gro\u00dfen Mineral\u00f6lkonzernen und Autoherstellern der USA unterst\u00fctzt wurde, und deren Aufgabe darin bestand, den menschengemachten Klimawandel durch pseudo-wissenschaftliche Studien zu leugnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Alleine in den Kampf gegen das Kyoto-Protokoll, in welchem sich die Industriel\u00e4nder verpflichteten, ihre Emissionen um durchschnittlich 5,2% gegen\u00fcber dem Stand von 1990 zu reduzieren,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/interactive\/2018\/08\/01\/magazine\/climate-change-losing-earth.html\">investierte\u00a0<\/a>die GCC 13 Millionen Dollar. Mit Erfolg: Die USA ratifizierte das Abkommen nicht. Erst 2002 nach der Macht\u00fcbernahme von George W. Bush stellte die GCC ihre Arbeit ein. Einerseits war sie \u00f6ffentlich in die Kritik geraten und andererseits erwartete sie sich von Bush keine Politik, die ihren Interessen widersprechen w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><b><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Lobbying<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Die Einstellung der T\u00e4tigkeit des GCC f\u00fchrte aber nicht zu einem Umdenken in der Klimapolitik der f\u00fchrenden Erd\u00f6lkonzerne. Nach wie vor existieren Think-Tanks, die nicht mehr versuchen, den menschengemachten Klimawandel als Ganzes zu leugnen, sondern die darauf abzielen, die Bedrohung herunterzuspielen. Seit 2010\u00a0<a href=\"https:\/\/corporateeurope.org\/en\/2019\/04\/eu-parliamentarians-buckle-under-exxonmobil-lobby-pressure\">investierte<\/a>\u00a0<i>ExxonMobil<\/i>\u00a0bis zu 35 Millionen Euro in Lobbying-Aktivit\u00e4ten in der EU. Es zielt darauf ab, die EU-Klimapolitik zu verz\u00f6gern und abzumildern. Am 21. M\u00e4rz 2019 lud das EU-Parlament den Konzern zu einem Hearing \u00fcber dessen Klimawandelleugnung ein. Doch die Konzernspitze weigerte sich schlicht und ergreifend zu erscheinen. W\u00e4hrend die EU zu feige ist, die Topmanager notfalls von der Polizei in Handschellen vorf\u00fchren zu lassen, verf\u00fcgen sechs\u00a0<i>Exxon<\/i>-Lobbyisten \u00fcber Abzeichen, dank derer sie im EU-Parlament aus und ein spazieren k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Gleichzeitig\u00a0<a href=\"https:\/\/corporateeurope.org\/en\/2019\/03\/climate-arson\">veranstaltete<\/a>\u00a0<i>Exxon<\/i>\u00a0seit 2014 ganze 27 Treffen mit f\u00fchrenden B\u00fcrokraten der EU-Kommission. Ihr bester Freund ist Dominique Ristori. Dieser traf sich vier Mal mit Vertretern des Konzerns und ist wundersamerweise der Chef der\u00a0<i>EU-Generaldirektion Energie<\/i>. Wohlgemerkt, dies sind nur die Treffen, die auf dem offiziellen\u00a0<a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/transparencyregister\">EU-Transparenz-Register<\/a>\u00a0einsehbar sind. Sp\u00e4testens seit Ibiza sollten wir wissen, die spannenden Treffen zwischen Politik und Wirtschaft finden im Hinterzimmer statt.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><b><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Peanuts<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Global betrachtet\u00a0<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/business\/2019\/mar\/22\/top-oil-firms-spending-millions-lobbying-to-block-climate-change-policies-says-report\">investieren<\/a>\u00a0die f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften privaten Erd\u00f6lkonzerne 200 Millionen Dollar j\u00e4hrlich in Lobbying gegen Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung des Klimawandels. Etwa dieselbe Summe wird in Werbekampagnen investiert, in denen ein gr\u00fcnes Image der Konzerne aufgebaut werden soll. Diese Zahlen offenbaren die widerliche Doppelmoral der f\u00fchrenden Erd\u00f6lkonzerne, trotzdem kratzt das Problem des Lobbyings nur an der Spitze des Eisberges. Auch wenn die 35 Mio. Euro, die ein Konzern wie\u00a0<i>Exxon<\/i>\u00a0in Lobbyingaktivit\u00e4ten investiert, f\u00fcr den Hausverstand wie eine riesige Summe klingen, im Kontext eines Gewinns von 21.000 Mio. Dollar (21 Mrd. Dollar)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/energie\/us-konzern-oelriese-exxon-macht-6-milliarden-dollar-quartalsgewinn\/23938742.html\">betrachtet<\/a>, den\u00a0<i>Exxon<\/i>\u00a02018 einfuhr, d\u00fcrften sie nicht mal an der Portokasse kratzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Die staatliche Politik stellt keine ernsthafte Gef\u00e4hrdung f\u00fcr die Profite der \u201eFossilen Giganten\u201c dar. Zur ernsthaften Ma\u00dfnahmen wie Enteignung und Verbote von fossilen Brennstoffen ist aktuell kein Staat der Welt bereit und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sie dies demn\u00e4chst \u00e4ndern werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><b><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Staaten f\u00f6rdern weiter<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Eine j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte\u00a0<a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/fossil-fuels\/publication\/OECD-IEA-G20-Fossil-Fuel-Subsidies-Reform-Update-2019.pdf\">OECD-Studie<\/a>\u00a0zeigt. W\u00e4hrend staatliche Subventionen f\u00fcr fossile Brennstoffe zwischen 2013 und 2016 minimal zur\u00fcckgingen, begannen sie zwei Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen wieder zu steigen. Die Studie untersuchte 76 L\u00e4nder, welche gemeinsam f\u00fcr 94% des weltweiten CO2-Aussto\u00dfes verantwortlich sind. 2017 stiegen die F\u00f6rderung f\u00fcr fossile Brennstoffe um 5% auf beeindruckende 340 Milliarden US-Dollar. Besonders der \u00d6l- und Gas-Sektor profitiert von den F\u00f6rderungen, w\u00e4hrend die f\u00fcr Kohle langsam zur\u00fcckgehen. In \u00d6sterreich werden j\u00e4hrlich 3,25 Milliarden Euro an klimasch\u00e4dlichen Subventionen\u00a0<a href=\"https:\/\/kurier.at\/politik\/inland\/325-milliarden-ministerium-zeigt-liste-klimaschaedlicher-subventionen\/400594916\">ausbezahlt<\/a>.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\">Direkte finanzielle F\u00f6rderungen sind aber nur eine der Strategien, durch die Staaten versuchen ihre \u201eFossilen Giganten\u201c konkurrenzf\u00e4hig zu halten. Beispielsweise unterst\u00fctze Bundeskanzler Kurz und Ex-Ministerin Schramb\u00f6ck die OMV dabei, sich Konzessionsabkommen f\u00fcr zwei \u00d6lfelder in Abu Dhabi zu sichern. Die Laufzeit betr\u00e4gt 40 Jahre. Einige der gr\u00f6\u00dften Erd\u00f6lkonzerne geh\u00f6ren Staaten wie Saudi-Arabien.\u00a0<i>Saudi Aramco<\/i>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.manager-magazin.de\/finanzen\/artikel\/saudi-aramco-boersengang-wohl-im-november-a-1285832.html\">machte<\/a>\u00a0vergangenes Jahr den doppelten Gewinn von Apple, 111 Milliarden US-Dollar, und plant aktuell seinen B\u00f6rsengang. Der potentiell gr\u00f6\u00dfte B\u00f6rsengang der Weltgeschichte wird zu einem Geldregen f\u00fcr die fossile Energiewirtschaft f\u00fchren. Genauso verfolgen die USA das Ziel, 2010 zum ersten Mal seit 1953 mehr Energie zu exportieren als zu importieren. Daf\u00fcr werden die \u201eFossilen Giganten\u201c mit dem exzessiven Ausbau des Frackings unterst\u00fctzt. Politik und Wirtschaft verfolgen dieselben Interessen.<\/span><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"740\" height=\"495\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sch\u00fcler-gegen-BlackRockc-Black-Rock\u00b4s-a-big-problem.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6194\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sch\u00fcler-gegen-BlackRockc-Black-Rock\u00b4s-a-big-problem.jpg 740w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Sch\u00fcler-gegen-BlackRockc-Black-Rock\u00b4s-a-big-problem-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><figcaption>Sch\u00fcler_innen demonstrieren vor der\u00a0<em>BlackRock<\/em>-Zentrale in San Francisco. Foto: Black Rock\u2019s a big problem<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Investitionen der Banken<\/strong><\/p>\n<p>Falls die Staaten versagen w\u00fcrden, g\u00e4be es noch die Finanzbranche als gr\u00f6\u00dften F\u00f6rderer der fossilen Energiewirtschaft. Seit dem Pariser Klimaabkommen\u00a0<a href=\"http:\/\/www.ran.org\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Banking_on_Climate_Change_2019_vFINAL1.pdf\">stiegen<\/a>\u00a0die Investitionen der am Weltmarkt f\u00fchrenden Banken in den fossilen Energiezweig von 612 Milliarden US-Dollar 2016 auf beeindruckende 654 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018. Diese Summen sind wiederum nur ein minimaler Teil der gesamten Investitionen in den Energie-Sektor.<\/p>\n<p>Die \u00d6konomen Carol Olsen und Frank Lenzmann argumentieren: Der Gro\u00dfteil des Geldes f\u00fcr fossile Brennstoffe stammt aus dem sogenannten Shadow Banking. Beispielsweise verf\u00fcgt der gr\u00f6\u00dfte Verm\u00f6gensverwalter der Welt,\u00a0<em>BlackRock,\u00a0<\/em>\u00fcber unfassbare 6.840 Milliarden US-Dollar Investitionsgeld (der Gesamtwert der j\u00e4hrlich in \u00d6sterreich hergestellten Waren und Dienstleistungen, das Bruttoinlandsprodukt, liegt bei vergleichbar l\u00e4cherlichen 422 Milliarden US-Dollar).\u00a0<em>BlackRock<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.blackrocksbigproblem.com\/\">investiert<\/a>\u00a0exzessiv in fossile Brennstoffe. Das Unternehmen ist der gr\u00f6\u00dfte Investor in Kohle und geh\u00f6rt in sechs der sieben gr\u00f6\u00dften Erd\u00f6lunternehmen zu den drei Hauptaktion\u00e4ren. W\u00e4hrend sich das Unternehmen nach au\u00dfen hin als \u201eGr\u00fcn\u201c darstellt, setzt es seine Aktienmacht bei den Erd\u00f6lunternehmen ein, um Klima-Resolutionen zu\u00a0<a href=\"https:\/\/www.blackrocksbigproblem.com\/\">verhindern<\/a>. In \u00d6sterreich\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sn.at\/wirtschaft\/oesterreich\/oesterreichische-fonds-setzen-auf-fossile-energietraeger-41385859\">investieren<\/a>\u00a091% der Finanzfonds in fossile Brennstoffe.<\/p>\n<p><strong>Kapitalismus<\/strong><\/p>\n<p>Andreas Malm, Autor des lesenswerten Buches\u00a0<em>Fossil Capital<\/em>, fasst zusammen: \u201eJe st\u00e4rker das globale Kapital geworden ist, desto st\u00e4rker nimmt der CO2-Aussto\u00df zu. Von 1870 bis 2014 wurde ein Viertel aller kumulierten CO2-Emissionen in den letzten f\u00fcnfzehn Jahren des Zeitraums ausgesto\u00dfen.\u201c Hinter den \u201eFossilen Giganten\u201c steht ein ganzes Geflecht aus Banken, Hedgefonds, Verm\u00f6gensverwaltern und Staaten.<\/p>\n<p>Ein\u00a0<a href=\"https:\/\/www.ipcc.ch\/sr15\/\">Sonderbericht<\/a>\u00a0des Weltklimarates IPCC analysiert: Um das 1,5% Grad Ziel von Paris zu erreichen, muss der Aussto\u00df von Kohlendioxid bis 2030 um 40% gegen\u00fcber dem Stand von 2010 gesenkt werden und bis 2050 bei null liegen. Noch immer werden zwischen 80 und 85% des globalen Prim\u00e4renergieverbrauches durch fossile Brennstoffe gedeckt, so der j\u00e4hrliche\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bp.com\/content\/dam\/bp\/business-sites\/en\/global\/corporate\/pdfs\/energy-economics\/statistical-review\/bp-stats-review-2019-full-report.pdf\">Energiereport<\/a>\u00a0von BP.<\/p>\n<p>Auch wenn es richtig ist, dass der Anteil an erneuerbaren Energien stetig zunimmt, passiert dies viel zu langsam. Davon abgesehen, f\u00fchrt die Zunahme erneuerbarer Energien in einer nicht geplanten Wirtschaft zur Steigerung des Konkurrenzkampfes unter den Energieanbietern. Dies kann wiederum zur Folge haben, dass sich die Preise f\u00fcr Energie verringern und dadurch der Verbrauch steigt, was wiederum verst\u00e4rkte Investitionen in fossile Energietr\u00e4ger zur Folge haben kann. Dieses Ph\u00e4nomen ist als Rebound-Effekt bekannt und macht deutlich, wieso nur eine demokratische Planwirtschaft die Erde retten kann. 2018 stieg die globale Energienachfrage um 2,9%, so stark wie seit 2010 nicht mehr. Die steigende Nachfrage ist unter anderem auch ein Produkt des Klimawandels, denn sie kann auf die \u201egro\u00dfe Zahl an extrem hei\u00dfen und extrem k\u00fchlen Tagen und dem damit zusammenh\u00e4ngenden steigenden Einsatz von K\u00fchl- und Heizungssystemen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden\u201c, so der Energiereport von BP.<\/p>\n<p>Diese Fakten zeigen uns, eine Energiewende ist nur m\u00f6glich, wenn wir die Macht der \u201eFossilen Giganten\u201c brechen. Einen Schritt in die richtige Richtung machten Schulstreikende in England, die die\u00a0<em>Royal Shakespeare Company\u00a0<\/em>dazu aufforderten, ihre Kooperation mit BP zu beenden. Wir brauchen mehr davon!<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/linkswende.org\/brecht-die-macht-der-fossilen-giganten\/\"><em>linkswende.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 18. Oktober 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>David Reisinger. Sp\u00e4testens ab den fr\u00fchen 1980er-Jahren wussten f\u00fchrende Erd\u00f6lunternehmen wie Shell und Exxon Mobil \u00fcber die verheerenden klimatischen Auswirkungen ihres Industriezweiges Bescheid. 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