{"id":6352,"date":"2019-11-06T16:42:55","date_gmt":"2019-11-06T14:42:55","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6352"},"modified":"2019-11-06T16:42:56","modified_gmt":"2019-11-06T14:42:56","slug":"der-kampf-bei-den-eisenbahn-werkstaetten-officine-in-bellinzona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6352","title":{"rendered":"Der Kampf bei den Eisenbahn-Werkst\u00e4tten Officine in Bellinzona"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><i><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Rainer Thomann. <\/span><\/i><strong><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Im Herbst 2009 habe ich Euch zum ersten Mal \u00fcber den Kampf bei den Eisenbahnwerkst\u00e4tten Bellinzona\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/archiv.labournet.de\/internationales\/ch\/sbbsieg.html\">(s. Labournet)\u00a0<\/a><span style=\"color: #373737;\">und der metallverarbeitenden Fabrik\u00a0INNSE in Mailand\u00a0<\/span><a href=\"http:\/\/archiv.labournet.de\/internationales\/it\/innseindex.html\">(s. Labournet)<\/a><span style=\"color: #373737;\">\u00a0berichtet. Jetzt, 10 Jahre sp\u00e4ter und im Oktober 2019, habe ich nochmals die gleiche Aufgabe \u00fcbernommen.<\/span><\/span><\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Damals war es eine Art \u201eBegr\u00fcssungsreferat\u201c, das \u2013 getragen von der hoffnungsvollen Aufbruchsstimmung in jenem Jahr \u2013 von Optimismus spr\u00fchte und mit der rhetorischen Frage endete:\u00a0<i>\u201eWelches Werk wird die deutsche INNSE?\u201c<\/i>\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"https:\/\/gewerkschaftslinke.hamburg\/archiv\/download\/130423__Sieg_der_Arbeiter_bei_INNSE_Mailand.pdf\">(s. Gewerkschaftslinke Hamburg)<\/a><span style=\"color: #373737;\">\u00a0So gesehen ist es heute ein \u201eAbschiedsreferat\u201c, das ich nun vortragen\u00a0werde.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Die Aufbruchsstimmung ist l\u00e4ngst verflogen und hat \u2013 wenigstens bei mir \u2013 einer grossen Ern\u00fcchterung Platz gemacht. Inzwischen wissen wir nicht nur, dass es keine \u201edeutsche INNSE\u201c gegeben hat, auch die beispielhaften K\u00e4mpfe (Officina Bellinzona und INNSE Mailand) haben nicht zu einem dauerhaften Sieg der Belegschaften gef\u00fchrt. Der \u201elange Atem der Arbeiter\u201c, \u00fcber den die WOZ noch im April 2012 berichtete\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"https:\/\/static.woz.ch\/1216\/sbb-werkstaetten-bellinzona\/der-lange-atem-der-arbeiter\">(s. WOZ)<\/a><span style=\"color: #373737;\">, ist von Jahr zu Jahr schw\u00e4cher geworden. Mehr und mehr ein kaum noch vernehmbarer Hauch, ist er ganz erstorben, nachdem das Herz des Widerstands: die Einheit der Belegschaft, gebrochen war. Bei Grabreden ist es \u00fcblich, auf das Leben der Verstorbenen zur\u00fcckzublicken.\u00a0<b>In diesem Sinne sollen hier nochmals die wichtigsten Etappen des Kampfes gegen die Schliessung der Officina Bellinzona festgehalten werden.<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Im April 2008, nach 33 Tagen Streik und Betriebsbesetzung und nachdem in Bellinzona mehr als zehntausend Menschen auf die Strasse gegangen waren, wurde die SBB-Spitze von der Schweizer Regierung gezwungen, mit den Vertretern der Belegschaft und den Gewerkschaften an einem \u201eRunden Tisch\u201c \u00fcber die Zukunft der Officina Bellinzona zu verhandeln. Damit waren die Schliessungspl\u00e4ne vorl\u00e4ufig vom Tisch und der erfolgreiche Streik fand weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus grosse Beachtung.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Ende Mai 2008 fand auf Initiative des Officina-Streikkomitees ein erstes Vernetzungstreffen statt, das unter dem Motto stand: \u201eSchaffen wir zwei, drei viele Officine!\u201c. Rund zweihundert Personen nahmen daran teil. Beim zweiten Treffen, wenige Monate sp\u00e4ter, waren es nochmals mehr, darunter auch einige aus unserem Kreis. Dennoch zeigte sich sp\u00e4testens nach einem Jahr, dass nicht \u201ezwei, drei, viele Officine\u201c geschaffen, sondern lediglich \u201ezwei, drei, vier Treffen\u201c durchgef\u00fchrt wurden \u2013 das vierte und letzte im Herbst 2009. Bald einmal war klar, dass nur ganz wenige Aktivistinnen und Aktivisten weiterhin versuchten, das Beispiel Officina andern Belegschaften im Kampf gegen die Schliessung ihres Betriebes schmackhaft zu machen. Einige Jahre lang traten sie als \u201eNetzwerk Arbeitsk\u00e4mpfe\u201c in Erscheinung und nahmen auch regelm\u00e4ssig am j\u00e4hrlichen Officina-Fest teil.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Bei der Wiederaufnahme der Arbeit nach dem siegreichen Streik waren die Machtverh\u00e4ltnisse im Betrieb auf den Kopf gestellt. Das Management war arg in der Defensive und stand sozusagen mit dem R\u00fccken zur Wand. Sehr deutlich zu sehen ist das im zweiten Dokumentarfilm von Danilo Catti\u00a0<i>\u201e1 due 100 Officine\u201c<\/i>\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/www.swissfilms.ch\/de\/film_search\/filmdetails\/-\/id_film\/918202309B6242B5A3C547866A174D12\">(s. SwissFilms)<\/a><span style=\"color: #373737;\">, der \u2013 mit Ausnahme von einigen wenigen Auff\u00fchrungen im Jahr 2011 \u2013 leider bis heute der \u00d6ffentlichkeit nicht zur Verf\u00fcgung steht. Als ein Angestellter nach dem Streik die rote Officina-Fahne in seinem B\u00fcro aufh\u00e4ngen will, wird er von seinem Chef daran gehindert. Darauf wendet er sich ans Streikkomitee, das die Fahne eigenh\u00e4ndig an der Wand befestigt und dem Chef droht, er solle aufpassen, wie er sich verhalte. Denn ohne den Streik w\u00e4re jetzt das Werk geschlossen und auch er h\u00e4tte seinen Arbeitsplatz verloren. In einer andern Szene sieht man, wie der Werksdirektor den Arbeitern Vorw\u00fcrfe macht, die Anzahl der im letzten Monat reparierten G\u00fcterwagen sei v\u00f6llig ungen\u00fcgend. Darauf entgegnet ihm ein Arbeiter vor versammelter Belegschaft, wenn er glaube, es liege mehr drin, dann solle er doch gef\u00e4lligst herkommen und selbst Hand anlegen\u2026<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Die beiden Beispiele, so belanglos sie scheinen m\u00f6gen, sind wichtig, um zu verstehen, weshalb der Kampf nach mehr als zehn Jahren in einer Niederlage endete. Die Machtverh\u00e4ltnisse im Betrieb sind das R\u00fcckgrat jedes Arbeitskampfes (abgesehen von den ritualisierten und institutionalisierten Streiks, die von einer Gewerkschaftsf\u00fchrung ausgerufen und nach Belieben wieder abgebrochen werden). Mit dem Streik und vor allem mit der Werksbesetzung wurde dem offiziellen Besitzer, den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die faktische Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber den Betrieb entzogen. Ein solcher Schritt der Belegschaft (wenn er nicht bloss symbolischer Natur ist und nach wenigen Tagen oder sogar Stunden r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wird) endet in der Regel mit einem Sieg wie in Bellinzona oder in einer Niederlage wie beim SPAR-Tankstellenshop in Baden-D\u00e4ttwil\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/schweiz\/arbeitskaempfe-schweiz\/streik-beim-spar-tankstellenshop-in-dattwil\/\">(s. Labournet 2013)<\/a><span style=\"color: #373737;\">. Es liegt auf der Hand, dass die SBB-Spitze nach der Wiederaufnahme der Arbeit im April 2008 danach trachtete, m\u00f6glichst schnell wieder Herr im Haus zu werden bzw. nach ihren Worten: die Normalit\u00e4t wiederherzustellen. Denn mit der durch den Streik und die Betriebsbesetzung ausgel\u00f6sten Dynamik hatten die Arbeiter das Allerheiligste der\u00a0 kapitalistischen Produktionsweise angetastet: die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber die Produktionsmittel und damit \u00fcber das eigene Leben.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Nach dem Ende des Streiks im April 2008 wurde der Kampf jahrelang auf zwei Ebenen weitergef\u00fchrt. Einerseits im Betrieb mit dem t\u00e4glichen Kleinkrieg zwischen Belegschaft und Management, andrerseits am \u201eRunden Tisch\u201c bei den regelm\u00e4ssigen Verhandlungen \u00fcber die Zukunft der Tessiner SBB-Werkst\u00e4tten. Selbstverst\u00e4ndlich standen beide Ebenen in einer direkten Beziehung zueinander und beide Seiten k\u00e4mpften sowohl\u00a0 im Betrieb als auch auf der Verhandlungsebene hartn\u00e4ckig im ihre Interessen. Dabei zeigte es sich, dass die Belegschaft, je l\u00e4nger die Auseinandersetzung dauerte, mehr und mehr in die Defensive geriet, bis das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis schliesslich zugunsten der SBB-Spitze kippte. Dies geschah nach meiner Beobachtung im Jahr 2016, nachdem ein Ultimatum der Belegschaft an die die SBB-F\u00fchrung keine Wirkung gezeigt hatte und die angedrohten Kampfmassnahmen ausblieben. In den Jahren zuvor war es noch m\u00f6glich gewesen, jeden neuen Angriff auf die Arbeitspl\u00e4tze erfolgreich abzuwehren.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Der Ablauf war stets derselbe: Die SBB hielten sich nicht an getroffene Vereinbarungen und Vertr\u00e4ge, krebste dann aber zur\u00fcck, sobald sie auf entsprechenden Widerstand stiess. So wurden der Officina im November 2011 bereits zugesicherte Auftr\u00e4ge mit fadenscheinigen Begr\u00fcndungen entzogen. Die Massnahme h\u00e4tte kurzfristig zum Abbau von rund 100 Arbeitspl\u00e4tzen und sp\u00e4ter, infolge der mangelnden Auslastung der Infrastruktur, zur Schliessung des ganzen Werkes gef\u00fchrt. Nachdem die Belegschaft eine Protestresolution verfasst hatte und nachdem sowohl die regionale Politik als auch der Mediator am \u201eRunden Tisch\u201c ihr den R\u00fccken gest\u00e4rkt hatten, gab die SBB-Zentrale das Auftragsvolumen unverz\u00fcglich zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Manif_del_30.marzo_2008_12_000-300x225.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6353\"\/><figcaption>Demonstration in Bellizona am 30. M\u00e4rz 2008 <\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Vordergr\u00fcndig wurde \u00fcber Arbeitspl\u00e4tze und Auslastung des Werkes gestritten, im Hintergrund standen andere Interessen. Wenn ein Unternehmer seine Arbeiter lieber entl\u00e4sst als sie weiter auszubeuten, gibt er stets eine mangelnde Rendite als Begr\u00fcndung an, w\u00e4hrend der wahre Grund vertuscht wird. Praktisch bei jeder traditionsreichen Fabrik mit einem grossen Grundst\u00fcck, das den Appetit der Immobilienspekulation geweckt hat, kann man das aufzeigen. Erst recht trifft das nat\u00fcrlich auf die Officina Bellinzona zu, mit ihrem riesigen Gel\u00e4nde (100\u2018000 Quadratmeter) an zentraler Lage unmittelbar neben dem Bahnhof. Erstmals an die \u00d6ffentlichkeit durchgesickert war gegen Ende 2012 ein \u201eProjekt AREA\u201c, mit dem k\u00fcnftige Nutzungsm\u00f6glichkeiten des Officina-Grundst\u00fccks abgekl\u00e4rt werden sollten \u2013 ganz unverbindlich und ohne jede konkrete Absicht, wie die SBB damals betonten. Der Projektgruppe angeh\u00f6rt hatte auch ein gewisser Silvio Tarchini, der laut \u201eBilanz\u201c als \u201eBaul\u00f6we\u201c 2004 erstmals in der Liste der reichsten Schweizer aufgetaucht war. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter wurde AREA offiziell begraben, zumindest sollte in den Augen der Tessiner \u00d6ffentlichkeit dieser Anschein erweckt werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">In den Vertr\u00e4gen von 2013 und 2014 zur Schaffung eines sog. \u201eKompetenzzentrums\u201c verpflichteten sich die SBB, in den n\u00e4chsten 5 \u2013 7 Jahren f\u00fcr eine mit den Vorjahren vergleichbare Auftragslage in den Werkst\u00e4tten von Bellinzona zu sorgen. Ausserdem wurde der Officina eine gr\u00f6ssere Autonomie gegen\u00fcber der SBB-Zentrale zugestanden. Daraufhin schrieben die Zeitungen, f\u00fcr die n\u00e4chsten 10 bis 15 Jahre sei die Zukunft der Officina gesichert. Offenbar waren diese Vertr\u00e4ge, um die vorher jahrelang diskutiert und verhandelt worden war, ein reines Ablenkungsman\u00f6ver. Denn die Realit\u00e4t stand in krassem Widerspruch zu den eingegangenen Verpflichtungen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Waren es 2012 noch 470\u2018000 j\u00e4hrliche Arbeitsstunden, so sanken diese zuerst auf 430\u2018000, dann auf etwa 400\u2018000 und im Herbst 2015 wurde ein weiterer R\u00fcckgang auf 300\u2018000 angek\u00fcndigt. Als Antwort auf diesen offensichtlichen Vertragsbruch marschierten am 13. Oktober 2015 rund 200 Officina-Arbeiter mit ihren Unterst\u00fctzer_innen zum Regierungsgeb\u00e4ude in Bellinzona und besetzten es kurzzeitig\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/schweiz\/arbeitskaempfe-schweiz\/officina-bellinzona-der-kampf-geht-weiter\/\">(s. Labournet 2015: Der Kampf geht weiter)<\/a><span style=\"color: #373737;\">. Empfangen wurden sie von einem Tessiner Regierungsmitglied sowie von der Pr\u00e4sidentin des Kantonsparlamentes, die beide den Arbeitern ihre Unterst\u00fctzung versprachen. Diese beschr\u00e4nkte sich allerdings auf einen sehr diplomatisch formulierten Brief an die SBB-Spitze, worin festgestellt wurde, dass der aktuelle Auftragsr\u00fcckgang m\u00f6glicherweise gegen die unterzeichneten Vertr\u00e4ge verstosse.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Der Protestmarsch vom Oktober 2015 war die letzte gr\u00f6ssere Mobilisierung der Officina-Arbeiter. Danach beschr\u00e4nkte sich der Widerstand auf Protesterkl\u00e4rungen, die von der Belegschaftsversammlung beschlossen wurden, sowie im Fr\u00fchjahr 2016 auf ein Ultimatum: Falls bis zum 15. April keine konkreten Schritte erfolgten, werde die Arbeiterversammlung \u00fcber die erforderlichen Massnahmen beschliessen, um die Zukunft der Officina zu gew\u00e4hrleisten. Die Frist verstrich ungenutzt, die SBB-Spitze wollte es offenbar auf eine erneute Konfrontation ankommen lassen. Als die angedrohten Protestaktionen anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung des NEAT-Basistunnels im Juni ausblieben, war die Schw\u00e4che der Belegschaft nicht mehr zu \u00fcbersehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Im Herbst 2016 beauftragte Andreas Meyer, der oberste Chef der SBB, den Schriftsteller Hanspeter Gschwend, einen Text mit dem Titel \u201eVisionen und Erscheinungen im Tessin\u201c\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/www.rsi.ch\/news\/ticino-e-grigioni-e-insubria\/Lopuscolo-Visioni-e-apparizioni-8222596.html\/BINARY\/L%27opuscolo%20Visioni%20e%20apparizioni\">(s. Riseup)<\/a><span style=\"color: #373737;\">\u00a0zu schreiben, dessen Vorwort er gleich selber verfasste. Darin wird die Geschichte eines fiktiven Gespr\u00e4chs zwischen einem gegenw\u00e4rtigen, vision\u00e4ren und weitsichtigen SBB-Manager und einem verstorbenen B\u00fcrgermeister des ausgehenden 19. Jahrhunderts erz\u00e4hlt. Diesem wird u.a. der folgende Satz in den Mund gelegt: \u201eZu meiner Zeit musste man im Namen der Industrie die G\u00e4rten opfern, und heutzutage muss die Industrie zur\u00fcckweichen, um Platz zu schaffen f\u00fcr ein modernes Stadtzentrum mit Wohnungen in unmittelbarer Bahnhofsn\u00e4he sowie Einkaufsgesch\u00e4ften, B\u00fcros, Handel und Dienstleistungen, alles hier in der N\u00e4he.\u201c Die seltsame Schrift war ein Versuchsballon, der Tessiner Bev\u00f6lkerung die Verlagerung bzw. Schliessung der Officina schmackhaft zu machen. Zu diesem Zweck lud Meyer die Abgeordneten des Tessiner Kantonsparlamentes f\u00fcr den 8. November 2016 um 18 Uhr zu einem Treffen ein, um seine Visionen zu pr\u00e4sentieren. Das Streikkomitee rief auf denselben Zeitpunkt zu einer Protestkundgebung am Bahnhof Bellinzona auf, worauf Meyer das Treffen aus terminlichen Gr\u00fcnden kurzfristig absagte.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Zur Protestkundgebung eingefunden hatten sich an jenem kalten Novemberabend kaum viel mehr als einige Dutzend Personen. Nicht gekommen waren, abgesehen von einem kleinen Kern um das Streikkomitee, die Arbeiter der Officina. Anwesend war daf\u00fcr Mario Branda, der sozialistische B\u00fcrgermeister von Bellinzona, der an keinem Officina-Fest fehlte und der sich stets als Freund der Officina ausgab. So hatte er 2013, am Fest zum 5. Jahrestag des Streiks, erkl\u00e4rt, das Gel\u00e4nde, auf dem die Officina steht, geh\u00f6re zwar den SBB, einer allf\u00e4lligen Umzonung w\u00fcrde er sich jedoch mit aller Kraft entgegenstellen. Auch an der Protestkundgebung vor dem Bahnhof ergriff er das Wort, um den Anschein zu erwecken, er st\u00fcnde auf der Seite der Anwesenden. Wenige Monate sp\u00e4ter, am 3. Februar 2017, erkl\u00e4rte er in einem Zeitungsinterview, eine Verlagerung der Officina an einen andern Ort sei kein Tabu mehr. Und im Juli 2017 brachte die NZZ eine Reportage \u00fcber Bellinzona und dessen B\u00fcrgermeister, der sich \u201eals nicht allzu rot, sondern als pragmatischer, konsensorientierter Exekutivpolitiker\u201c entpuppt habe. Ausserdem berichtete die NZZ, dieser habe \u201evon einer m\u00f6glichen Verlagerung der SBB-Werkst\u00e4tten\u201c gesprochen und davon, dass sich die frei werdende Fl\u00e4che neben dem Bahnhof f\u00fcr den Wohnungsbau nutzen liesse\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/wirtschaftsraum-bellinzona-eine-stadt-probt-den-aufbruch-ld.1307122\">(s. NZZ 2017)<\/a><span style=\"color: #373737;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Am 11. Dezember 2017, also ziemlich genau ein Jahr und einen Monat nach jener Protestkundgebung am Bahnhof Bellinzona, unterzeichneten SBB, Kanton Tessin und Stadt Bellinzona eine Absichtserkl\u00e4rung, wonach in den Bau einer neuen Officina 360 Millionen Franken investiert werden sollen. Die H\u00e4lfte davon finanzieren die SBB, 60 Millionen kommen aus Bundesgeldern, 100 Millionen zahlt der Kanton Tessin und 20 Millionen die Stadt Bellinzona, die daf\u00fcr 45\u2018000 Quadratmeter des Grundst\u00fccks erh\u00e4lt, auf dem die heutige Officina steht und das sich im Besitz der SBB befindet. Im neuen Werk, das ab 2026 den Betrieb aufnehmen soll, w\u00fcrden noch rund 200 Personen arbeiten, also etwa die H\u00e4lfte der heute Besch\u00e4ftigten. Offen blieb, wie es w\u00e4hrend der achtj\u00e4hrigen \u00dcbergangsphase weitergehen wird. Damit war das Schicksal der Officina Bellinzona besiegelt. Meyer hatte sein Ziel erreicht und die Tessiner Politik auf seine Seite ziehen k\u00f6nnen. Die Belegschaft stand vor vollendeten Tatsachen, ihre Vertreter waren in die Entscheidung nicht einmal einbezogen worden.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Der Verein \u201eH\u00e4nde weg von den Officine\u201c, der nach dem Streik 2008 zur Unterst\u00fctzung des Kampfes um die Weiterf\u00fchrung der Officina Bellinzona gegr\u00fcndet worden war, lud auf den 16. Dezember 2017 zu einer \u00f6ffentlichen Versammlung in der legend\u00e4ren \u201ePittureria\u201c ein. Der Stadtpr\u00e4sident von Bellinzona, ebenfalls Mitglied des Vereins, verteidigte die\u00a0 Absichtserkl\u00e4rung\u00a0 und verliess anschliessend die Halle unter \u00e4hnlichen Umst\u00e4nden wie seinerzeit der SBB-Manager am 7. M\u00e4rz 2008. Die Versammlung beschloss, die letzte vermeintliche Trumpfkarte auszuspielen: das von 15\u2018000 Tessinerinnen und Tessinern unterzeichnete Volksbegehren aus dem Jahre 2008, das die Schaffung eines Technologiepools auf dem Gel\u00e4nde der heutigen Officina verlangte. Es war seinerzeit auf Eis gelegt, aber nie zur\u00fcckgezogen worden und sollte nun der Volksabstimmung unterbreitet werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Damit verlagerte sich der Arbeitskampf endg\u00fcltig auf die institutionelle Ebene. Eine Ebene, auf der nicht das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis im Betrieb entscheidend ist, sondern die Machtverh\u00e4ltnisse in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft. Auf diesem Terrain k\u00f6nnen Arbeitsk\u00e4mpfe \u2013 d.h. K\u00e4mpfe, die direkt dem Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital entspringen \u2013 in aller Regel nur verloren werden. W\u00e4ren die Chancen, eine solche Volksabstimmung zu gewinnen, unmittelbar nach dem Streik im Jahre 2008 noch einigermassen intakt gewesen, so konnte diese Strategie zehn Jahre sp\u00e4ter lediglich die sich abzeichnende Niederlage bekr\u00e4ftigen. Mitte Mai 2019 lehnten die Tessiner Stimmberechtigten das Volksbegehren mit einer allzu deutlichen Mehrheit von 65 Prozent ab.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Und die Arbeiter der Officina? Es war jeweils nicht zu \u00fcbersehen, dass am Officina-Fest jedes Jahr nur ein kleiner Teil der Anwesenden zur Belegschaft geh\u00f6rte. Meistens die gleichen Gesichter, nicht wenige von ihnen bereits in Rente. Und von den \u201eglorreichen Sieben\u201c des Streikkomitees von 2008 waren nur drei \u00fcbriggeblieben: einer war wegen politischer bzw. pers\u00f6nlicher Differenzen ausgetreten, einer hatte sich aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden zur\u00fcckgezogen, einer hatte sich erschossen und einer war seit Jahren pensioniert. Es liegt auf der Hand, dass unter diesen Umst\u00e4nden das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis im Betrieb nicht mehr das gleiche war wie 2008. Offenbar war es der SBB-F\u00fchrung gelungen, die \u201eNormalit\u00e4t\u201c, wie sie es nannte, wiederherzustellen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Unmissverst\u00e4ndlich klar wurde das im Fr\u00fchling 2019, als die Tessiner Zeitungen berichteten, die Mehrheit der Officina-Arbeiter sei gegen das Volksbegehren. In einem offenen Brief an die SBB-Spitze hatten 207 von ihnen ihre Besorgnis ausgedr\u00fcckt, dass die SBB bei einer Annahme der Volksinitiative ihre Pl\u00e4ne zum Bau einer neuen Officina zur\u00fcckziehen k\u00f6nnten. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und die Hoffnung, unter jenen zu sein, die am neuen Ort weiterbesch\u00e4ftigt w\u00fcrden, hatten die Belegschaft gespalten. H\u00e4lt man sich vor Augen, wie sich die SBB in den vergangenen zehn Jahren an Abmachungen und Vertr\u00e4ge gehalten haben, so sind erhebliche Zweifel angebracht, ob die angeblich \u201emodernste Bahnwerkst\u00e4tte Europas\u201c, wie sie in der NZZ gelobt wurde\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/schweiz\/sbb-modernstes-industriewerk-soll-in-bellinzona-gebaut-werden-ld.1454402\">(s. NZZ 24.1.2019)<\/a><span style=\"color: #373737;\">, \u00fcberhaupt je gebaut wird. Und wie viele Personen dann tats\u00e4chlich dort arbeiten werden, steht erst recht in den Sternen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Da in der Officina Bellinzona die Kraft f\u00fcr einen kollektiven Widerstand offenbar nicht mehr vorhanden ist, sucht jeder f\u00fcr sich einen individuellen Ausweg \u2013 so wie \u00fcberall. Damit ist in der Tat \u201edie Normalit\u00e4t\u201c wiederhergestellt, d.h. die l\u00e4hmende Angst, den Arbeitsplatz und damit die wirtschaftliche Existenz zu verlieren. Eine Angst, die gef\u00fcgig macht und daf\u00fcr sorgt, dass die Lohnsklaven sich mit ihrem Schicksal abfinden und zufrieden sind, dass sie Arbeit haben \u2013 Hauptsache Arbeit, gleich zu welchen Bedingungen!<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Was bleibt, ist die Frage, ob die Niederlage h\u00e4tte vermieden werden k\u00f6nnen. Wahrscheinlich nicht, muss man leider lakonisch feststellen. Dennoch sollen hier ein paar grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen angestellt werden. Der Arbeitskampf im Jahre 2008 konnte nur gewonnen werden, weil es dem Streikkomitee gelungen war, die Mehrheit der Tessiner Bev\u00f6lkerung hinter sich zu scharen. Also auch Menschen, die den besitzenden Klassen angeh\u00f6ren und normalerweise einem Arbeiterstreik ablehnend gegen\u00fcber stehen. Dieses B\u00fcndnis weit \u00fcber die eigene Belegschaft und die eigene Klasse hinaus, bis in die \u201eMitte der Gesellschaft\u201c, wenn man so sagen kann, war gleichzeitig ein zweischneidiges Schwert.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Um die b\u00fcrgerlichen Kr\u00e4fte, die auch im Verein \u201eH\u00e4nde weg von den Officine\u201c aktiv mitwirkten, nicht vor den Kopf zu stossen und so den Druck auf die SBB-Spitze und die Tessiner Politik aufrechtzuerhalten, musste man R\u00fccksicht nehmen und die Wortwahl entsprechend anpassen. Augenf\u00e4llig war das anl\u00e4sslich des Officina-Festes im Jahre 2015. Einige Monate vorher hatte die Belegschaft eines Industriebetriebs in Mendrisio gegen einen massiven Lohnabbau gestreikt. Als G\u00e4ste f\u00fcr die Podiumsdiskussion am Fest eingeladen waren jedoch nicht Arbeiter aus dem bestreikten Betrieb von Mendrisio, sondern Vertreter der Tessiner Politik, die \u2013 rechte wie linke \u2013 in einer Sprache miteinander diskutierten, die auch f\u00fcr Leute mit italienischer Muttersprache unverst\u00e4ndlich war.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Eine andere Episode aus dem Jahre 2012 verdeutlicht die Problematik: Am Officina-Fest im April stellten wir in einem Redebeitrag unser Netzwerk Arbeitsk\u00e4mpfe vor und betonten:<i>\u00a0\u201eDie F\u00e4higkeit, die Grenzen des eigenen\u00a0Betriebs, der eigenen Berufsgattung und der eigenen Nation zu \u00fcberschreiten, ist ein grundlegender\u00a0Bestandteil der Selbsterm\u00e4chtigung der Arbeiterklasse. Wenn sich die Arbeitsk\u00e4mpfe in der eigenen Fabrik,\u00a0im eigenen Kampf einschliessen, ohne Bezug auf die gesamte Gesellschaft, werden sie \u2013 fr\u00fcher oder sp\u00e4ter \u2013\u00a0einer nach dem andern erlahmen, so dass das Kapital das dominierende Element bleibt und seine Lohnsklaverei\u00a0versch\u00e4rfen wird.\u201c<\/i>\u00a0\u00a0<\/span><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"https:\/\/debatteforum.files.wordpress.com\/2012\/05\/redebeitrag_netzwerk_officina-fest2012.pdf\">(s. Redebeitrag Netzwerk Arbeitsk\u00e4mpfe 2012)<\/a><span style=\"color: #373737;\">\u00a0Nachher kam Gianni Frizzo, der Streikf\u00fchrer von 2008, zu uns und meinte: \u201eWas ihr gesagt habt, ist richtig. Aber das ist sehr, sehr schwierig.\u201c Er hatte zweifellos Recht. Trotzdem stellt sich die Frage, ob es nicht besser gewesen w\u00e4re, diesen schwierigen Weg wenigstens zu versuchen, statt alle Kr\u00e4fte in die Aufrechterhaltung eines B\u00fcndnisses zu stecken, das auf Dauer ohnehin nicht bestehen konnte.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Ich habe mich bem\u00fcht, meinen Bericht so sachlich und emotionslos wie m\u00f6glich zu verfassen. Dennoch schimmert die Entt\u00e4uschung nur allzu oft durch. Ich habe mir stets vorgenommen, lieber zu schweigen als Resignation und Pessimismus zu verbreiten. Deshalb werde ich bis auf weiteres wohl besser schweigen. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Beenden m\u00f6chte ich deshalb mein \u201eAbschiedsreferat\u201c mit dem Schlusssatz der Grussbotschaft von Gianni Frizzo an die deutschen Arbeiterinnen und Arbeiter, anl\u00e4sslich der Filmvorf\u00fchrungen in Hamburg, Berlin und Salzgitter im Juni 2009. Ein Satz, der mir auch heute noch aus dem Herzen spricht: \u201eH\u00e4nde weg von den Arbeiterinnen und Arbeitern! Und kein \u00d6l, sondern Sand ins Getriebe der Macht!\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><i><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif; color: #373737;\">Quelle: <\/span><\/i><span style=\"font-size: 9.0pt; font-family: 'Arial',sans-serif;\"><a href=\"https:\/\/gewerkschaftslinke.hamburg\/2019\/11\/01\/eisenbahn-werkstaetten-officine-in-bellinzona-2008-2019-der-lange-kampf-gegen-die-schliessung\/\"><i>gewerkschaftslinke.hamburg&#8230;<\/i><\/a><i> vom 6. November 2019<\/i><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rainer Thomann. Im Herbst 2009 habe ich Euch zum ersten Mal \u00fcber den Kampf bei den Eisenbahnwerkst\u00e4tten Bellinzona\u00a0(s. Labournet)\u00a0und der metallverarbeitenden Fabrik\u00a0INNSE in Mailand\u00a0(s. Labournet)\u00a0berichtet. Jetzt, 10 Jahre sp\u00e4ter und im Oktober 2019, habe ich &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,5,3],"tags":[25,29,87,26,45],"class_list":["post-6352","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-kampagnen","category-schweiz","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitskaempfe","tag-arbeitswelt","tag-gewerkschaften","tag-neoliberalismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6352","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6352"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6352\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6354,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6352\/revisions\/6354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}