{"id":6372,"date":"2019-11-09T16:11:01","date_gmt":"2019-11-09T14:11:01","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6372"},"modified":"2019-11-09T16:11:48","modified_gmt":"2019-11-09T14:11:48","slug":"30-jahre-lang-betrogen-rechtsruck-massentrauma-und-eine-neue-hoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6372","title":{"rendered":"30 Jahre lang betrogen: Rechtsruck, Massentrauma und eine neue Hoffnung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es sieht d\u00fcster aus zu den offiziellen Feierlichkeiten, die 30 Jahre Betrug an der ostdeutschen Bev\u00f6lkerung zelebrieren. Im Kontrast dazu stehen die weltweiten Aufst\u00e4nde gegen die Folgen des Neoliberalismus. In seinem Diskussionsbeitrag vollzieht Oskar Fischer<!--more--> die Wunden nach, die das 20. Jahrhundert im Bewusstsein hinterlassen hat \u2013 und gibt Gr\u00fcnde f\u00fcr einen Optimismus der neuen Generation.<\/strong><\/p>\n<p>Vor 30 Jahren erlebten die Menschen im Osten\u00a0<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-wende-der-weg-von-einer-revolution-zur-historischen-niederlage-der-arbeiterinnen-und-linken\/\"><strong>eine gro\u00dfe Entt\u00e4uschung, nachdem sie gro\u00dfe\u00a0Hoffnungen<\/strong><\/a>\u00a0hatten. Der Niedergang der DDR war eingebettet in eine Phase weltweite Niederlagen der Massen, die wir\u00a0<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/an-den-grenzen-der-burgerlichen-restauration\/\"><strong>als Neoliberalismus kennen<\/strong><\/a>. Heute, zu den 30-j\u00e4hrigen Feierlichkeiten des Falls der Berliner Mauer, ist die internationale Situation f\u00fcr die Arbeiter*innenklasse eine ganz andere:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/frankreich-die-gelbwesten-kehren-zum-jahrestag-des-sturms-auf-die-bastille-auf-die-strassen-zurueck\/\"><strong>Frankreich<\/strong><\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/chile-und-der-neue-zyklus-des-klassenkampfes-in-lateinamerika\/\"><strong>Chile<\/strong><\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/guatemala-211.html\"><strong>Guatemala<\/strong><\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/ecuador-lenin-moreno-hebt-kuerzungspaket-des-iwf-nach-12-tagen-mobilisierung-auf\/\"><strong>Ecuador<\/strong><\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.leftvoice.org\/selective-grief-and-haitian-resistance\"><strong>Haiti<\/strong><\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/irak-eine-mutige-jugend-die-nichts-mehr-zu-verlieren-hat\/\"><strong>Irak<\/strong><\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/libanon-die-sozialen-und-oekomischen-ursachen-der-massenproteste-teil-i\/\"><strong>Libanon<\/strong><\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/wahlen-im-spanischen-staat-am-10-november-ein-zeichen-der-solidaritaet-mit-dem-katalanischen-volk-setzen\/\"><strong>Katalonien<\/strong><\/a>\u2026 an vielen Orte der Welt stehen die Menschen auf gegen die Zumutungen des Neoliberalismus, der sich 1989\/90 konsolidiert hatte. Es gibt weltweit eine neue Hoffnung \u2013 auf unterschiedlichen Niveaus der K\u00e4mpfe, aber mit einer gemeinsamen Grundlage \u2013, die bei uns noch nicht angekommen ist. Was sind die Bedingungen der \u201eSchockstarre\u201c, die die Arbeiter*innen und Linken in Deutschland l\u00e4hmt und wie werden sie aufgehoben?<\/p>\n<p>Lasst uns daf\u00fcr zuerst eine Bilanz der Feierlichkeiten machen, die zurzeit allerorten von staatlicher Seite her veranlasst werden: In die Malediven fliegen darf man heute auch im Osten\u2026 wenn man es sich leisten kann. Das gilt auch f\u00fcr die freie Studien- und Ausbildungsplatzwahl. Kann man\u00a0<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/dank-hartz-iv-bin-ich-in-armut-aufgewachsen\/\"><strong>nach Hartz IV<\/strong><\/a>\u00a0wirklich noch behaupten, dass es in der BRD keine Arbeitspflicht gibt? Wer keine Arbeit hat, wird bestraft, gedem\u00fctigt und ausgegrenzt.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/der-markt-entzieht-uns-das-recht-auf-wohnen-entziehen-wir-die-wohnungen-dem-markt\/\"><strong>Wohnen<\/strong><\/a>\u00a0und im Alter w\u00fcrdig leben k\u00f6nnen sind keine selbstverst\u00e4ndlichen Dinge im Kapitalismus. Die Bev\u00f6lkerung der DDR erlebte \u00fcber die allgemeinen Zumutungen an die Arbeiter*innenklasse hinaus besondere Angriffe, deren Symbol die Treuhand ist. Die vom Westen eingeleitete Deindustrialisierung hinterlie\u00df nicht nur wirtschaftlich Brachland.<\/p>\n<p>\u00dcber die sozialen Angriffe hinaus fand seit der sogenannten Wende, also der kapitalistischen Wiederherstellung oder Restauration, ein seit dem Faschismus nicht mehr gekanntes Bilderst\u00fcrmen statt: Von der Geschichte bis hin zu Musik und Sport wurde die DDR im kollektiven Ged\u00e4chtnis des \u201ewiedervereinigten\u201c Deutschlands geschliffen. Das Wort \u201eWiedervereinigung\u201c selbst ist ein Hohn, denn die Bev\u00f6lkerung der DDR wurde nicht vereinigt, sondern geschluckt. Die Ostdeutschen werden seitdem 30 Jahre lang\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/C:\/Users\/nas.ads.mwn.de\/ri52wow2\/Desktop\/twitter.com\/heuteshow\/status\/1170259702904754177%3Flang=de\"><strong>l\u00e4cherlich gemacht<\/strong><\/a>, f\u00fcr die Wende-Verheerungen des Westens angeklagt.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/honnecker-gomolka-890x550.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6373\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/honnecker-gomolka-890x550.jpg 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/honnecker-gomolka-890x550-300x185.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/honnecker-gomolka-890x550-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><figcaption><em>Foto: Protest gegen Erich Honecker (Generalsekret\u00e4r des Zentralkomitee der SED bis kurz vor dem Mauerfall 1989) und Alfred Gomolka (erster Ministerpr\u00e4sident von Mecklenburg-Vorpommern nach der \u201cWiedervereinigung\u201d).<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Innere Widerspr\u00fcche der DDR und ein gro\u00dfes Schweigen<\/strong><\/p>\n<p>Und dann ist da noch&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/der-kapitalistische-zauberlehrling-die-nazis-die-ich-rief\/\"><strong>der Wiederaufstieg des besiegt geglaubten Faschismus<\/strong><\/a>, der sich durch den antisemitischen und faschistischen Anschlag von Halle sowie den Erfolg der H\u00f6cke-AfD in Th\u00fcringen als zweitst\u00e4rkste Kraft erneut bemerkbar macht. Wie konnte er wieder so stark werden?<\/p>\n<p>Das Kapital war in der DDR enteignet, also gab es offiziell keinen Faschismus mehr \u2013 obwohl dieser besonders im Kleinb\u00fcrgertum nat\u00fcrlich weiter existierte, wenn auch weit schw\u00e4cher als im Westen. Indes bezeichnete die DDR-B\u00fcrokratie die Mauer zur Einsperrung der Arbeiter*innen als antifaschistisch, den Arbeiter*innenaufstand von 1953 als faschistisch.<\/p>\n<p>Explosiv wuchs der tats\u00e4chliche Faschismus allerdings erst nach dem Ausverkauf der DDR an, angepflanzt durch westdeutsche Nazi-Kader und Geheimdienste,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-wende-und-die-nazis-gespenster-der-buergerlichen-restauration\/\"><strong>gedeihend auf dem Boden sozialer Verw\u00fcstung<\/strong><\/a>&nbsp;nach massenhaften Schlie\u00dfungen und Perspektivlosigkeit der Jugendlichen in bewusst zur Zerschlagung der Konkurrenz deindustrualisierten Gebieten. Die Arbeiter*innenklasse k\u00e4mpfte gegen die massiven Angriffe der Treuhand und der Kapitalist*innen,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/zeitreise\/einfuehrung-bischofferode-doku-100.html\"><strong>von den Kali-Werken<\/strong><\/a>&nbsp;bis hin zu den Werften, doch sie wurde von der westdeutschen Gewerkschaftsb\u00fcrokratie im Stich gelassen \u2013 und das bis heute, wie man es an den ungleichen Tarifvertr\u00e4gen f\u00fcr Ost und West ablesen kann oder daran, dass den Metaller*innen im Osten&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/ig-metall-osten-35-stunden-101.html\"><strong>die 35-Stunden-Woche bis heute verwehrt bleibt<\/strong><\/a>. Dass ihre Hoffnungen mit kapitalistischen Schl\u00e4gen beantwortet und ihre K\u00e4mpfe dagegen von offizieller Seite totgeschwiegen werden \u2013 dieses erneute Schweigen nach einem Massentrauma \u2013, ist pr\u00e4gend f\u00fcr das \u201evereinte\u201c Deutschland.<\/p>\n<p>Die DDR selbst war gepr\u00e4gt&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/war-die-ddr-sozialistisch\/\"><strong>von inneren Widerspr\u00fcchen<\/strong><\/a>, die sie zu Fall brachten: Das Kapital wurde enteignet, doch die Arbeiter*innenklasse \u00fcbte nicht die politische Macht aus, sondern eine b\u00fcrokratische Clique, die die Arbeiter*innen unterdr\u00fcckte. Eine Planwirtschaft wurde eingef\u00fchrt, doch die Produktivkr\u00e4fte blieben durch die Ideologie des \u201eSozialismus in einem Land\u201c national beschr\u00e4nkt, sodass M\u00e4ngel zu verwalten waren.<\/p>\n<p>Diese Widerspr\u00fcche waren ein besonderer Ausdruck des Stalinismus, der die Sowjetunion und alle L\u00e4nder des \u201eOstblocks\u201c gefangen hielt: Die kapitalistischen L\u00e4nder wurden durch die Existenz der defekten Arbeiter*innenstaaten gehemmt, doch ihr vorl\u00e4ufiger Siegeszug des Neoliberalismus nur aufgeschoben; mit der Strategie der \u201e<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/uno-truppen-nach-syrien-gegen-den-humanitaeren-kolonialismus\/\"><strong>friedlichen Koexistenz<\/strong><\/a>\u201c Moskaus wurde der internationale Klassenkampf verhindert. Die Arbeiter*innenklasse in Deutschland&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/70-jahre-befreiung-von-buchenwald\/\"><strong>wurde die Nazis los<\/strong><\/a>, doch die&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/lehren-aus-spanien\/\"><strong>Volksfront-Politik<\/strong><\/a>&nbsp;der Zusammenarbeit mit dem B\u00fcrgertum f\u00fchrte die internationale Arbeiter*innenklasse weltweit in blutige Niederlagen. Die Doppelgesichtigkeit des deformierten, das hei\u00dft von Anfang an defekten, Arbeiter*innenstaats DDR wurde ganz zugunsten des Kapitalismus aufgel\u00f6st, als die B\u00fcrokratie ihn zur kapitalistischen Restauration freigab.<\/p>\n<p>Dass es in Deutschland keine revolution\u00e4re Str\u00f6mung gab, die effektiv f\u00fcr ein vereinigtes sozialistisches Land eintrat, das sich der Staatsb\u00fcrokrat*innen im Osten und der Kapitalist*innen im Westen entledigt, bezahlen die Arbeiter*innen mit nunmehr 30 Jahren Niederlagen. Die Aufst\u00e4ndischen in der ehemaligen DDR, die ihre B\u00fcrokratie absch\u00fctteln, aber nicht ausverkauft werden wollten, erkannten schon sehr bald, dass Kohls \u201ebl\u00fchende Landschaften\u201c erlogen waren. Das damit verbundene Trauma, vor aller Augen um die Fr\u00fcchte des Aufstands betrogen worden zu sein, dass die eigenen K\u00e4mpfe wieder in ein gro\u00dfes Schweigen m\u00fcndeten, das&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/wem-gehort-der-9-november\/\"><strong>geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Widerspr\u00fcchen im kollektiven Bewusstsein<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p><strong>Massentraumata, die man im Kapitalismus nicht verarbeiten kann<\/strong><\/p>\n<p>Der das Massenbewusstsein pr\u00e4gende Pessimismus ist keine individuelle oder ausschlie\u00dflich psychologische Eigenschaft, sondern hat seine politische Quelle in den nicht verarbeiteten Traumata des 20. Jahrhunderts. Sie haben sich angeh\u00e4uft, sind bis zu hundert Jahre alt und stammen aus dem verlorenen Ersten Weltkrieg nach dem Versprechen des Platzes an der Sonne,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/vor-100-jahren-betreten-revolutionaerinnen-in-deutschland-den-rasen\/\"><strong>der gek\u00f6pften Revolution von 1918\/19<\/strong><\/a>, gefolgt von der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/woher-kommt-die-antifa\/\"><strong>kampflosen Niederlage gegen den Faschismus<\/strong><\/a>&nbsp;und der bitteren Nachkriegsjahre, Jahre des Schweigens \u00fcber den Holocaust. Die Quelle des Pessimismus wurde seither immer neu gespeist.<\/p>\n<p>Der siegreiche Faschismus begr\u00fcndete die Angst der Linken vor den Massen, die f\u00fcr einige gar als per se faschistoid gelten, ein Ressentiment der Niederlage. Doch die Traumatisierung der Massen selbst, die aus einer Mischung aus Dem\u00fctigung, Schuld und Schweigen besteht, setzte sich fort: Durch die Teilung Deutschlands und die Beerdigung des Klassenkampfes unter die Mantras der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/was-rosa-luxemburg-zur-sozialpartnerschaft-gesagt-haette\/\"><strong>Sozialpartnerschaft<\/strong><\/a>&nbsp;(West) und der friedlichen Koexistenz (Ost); durch die kapitalistische Restauration 1990 und den Treuhand-Ausverkauf; durch die andauernde Dem\u00fctigung des Ostens; und schlie\u00dflich durch die von der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie erzwungene Wehrlosigkeit der Arbeiter*innenklasse gegen den&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/merkel-kohl-schroeder-eine-regime-analyse-vor-dem-hintergrund-der-buergerlichen-restauration\/\"><strong>Schr\u00f6derianismus<\/strong><\/a>. Wie sollte man angesichts dieser Serie der Trag\u00f6dien, in denen die reformistischen und b\u00fcrokratischen F\u00fchrungen jede effektive Verteidigung verhinderten, noch zuversichtlich sein k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Die Traumata der Arbeiter*innenklasse und der Unterdr\u00fcckten sind vielf\u00e4ltig. Sie speisen sich auch aus dem nicht eingel\u00f6sten Versprechen der sozialen Gleichheit der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/befoerderung-gibts-nur-gegen-sexuelle-gefaelligkeiten-die-unertraegliche-alltaeglichkeit-sexualisierter-gewalt-am-arbeitsplatz\/\"><strong>arbeitenden Frauen<\/strong><\/a>; aus der politischen, kulturellen und sozialen Unterdr\u00fcckung der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/interview-die-gastarbeiterinnen-bei-angela-merkel\/\"><strong>Gastarbeiter*innen<\/strong><\/a>&nbsp;(West) und der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/weinen-um-die-toten-an-der-mauer-und-feiern-der-toten-im-mittelmeer-rechtsextreme-am-9-november\/\"><strong>Vertragsarbeiter*innen<\/strong><\/a>&nbsp;(Ost), die zur Grundlage f\u00fcr die rassistische Spaltung, Ausgrenzung und fehlende Repr\u00e4sentation der Migration in Deutschland wurde; aus den geheimdienstlich unterst\u00fctzen&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/nsu-prozess-urteil-aber-noch-lange-kein-schlussstrich\/\"><strong>Morden des NSU<\/strong><\/a>; und aus dem&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/gefluechtetenfeindlichkeit-und-die-rueckkehr-von-konzentrationslagern\/\"><strong>Lagersystem<\/strong><\/a>, in das Gefl\u00fcchtete gezwungen werden. Es gibt nicht nur die allgemeinen Traumata, sondern sehr viele, die einander \u00fcberlagern.<\/p>\n<p>Der Reformismus in Deutschland ist in einem desolaten Zustand, was sich am sichtbarsten in der SPD ausdr\u00fcckt, aber auch in den&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/linkspartei-zerrieben-zwischen-dem-aufstieg-der-gruenen-und-der-konsolidierung-der-afd\/\"><strong>Sackgassen der Linkspartei<\/strong><\/a>. Gegen\u00fcber dem Aufstieg der Rechten nehmen die sozialdemokratischen und gr\u00fcnen Parteien, die von den Nazis ebenfalls angegriffen werden, eine zugleich \u00e4ngstliche und opportunistische Haltung ein. Ihre Zahnlosigkeit, ihre Passivit\u00e4t ist Ausdruck der Unf\u00e4higkeit, auf das Wiedererstarken des Faschismus eine Antwort zu finden. Es ist der gleiche Faschismus, dessen Zellen in&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/merkel-und-die-ganz-normalen-landser-ueber-die-soziale-basis-des-bonapartismus\/\"><strong>Bundeswehr<\/strong><\/a>,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/pegizei-lka-maik-ist-nur-die-spitze-des-eisbergs\/\"><strong>Polizei<\/strong><\/a>, \u00c4mtern und Parteien, Wehrsportgruppen, Burschen- und Kameradschaften nie besiegt wurden. Dieses Szenario ist m\u00f6glich, weil die Hauptverbrecher*innen des Holocausts in Industrie und Milit\u00e4r&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/antisemitischer-angriff-in-muenchen-schwabing-kein-friede-mit-dem-deutschen-imperialismus\/\"><strong>nach dem Krieg davon kamen<\/strong><\/a>, w\u00e4hrend die Kollektivschuldthese die gesamte Schuld auf die allgemeine Bev\u00f6lkerung ablud \u2013 ein Man\u00f6ver, um den kapitalistischen Inhalt des Nazi-Regimes zu vertuschen.<\/p>\n<p>Wenn es keine Hoffnung gibt, gegen rechts zu gewinnen, wenn die n\u00e4chste Trag\u00f6die unausweichlich scheint, dr\u00fcckt sich die Angst in einer Schockstarre aus \u2013 ein Pessimismus der Lichterketten, der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/chemnitz-der-rechtsstaat-wird-uns-nicht-vor-den-faschistinnen-schuetzen-das-koennen-wir-nur-selber-tun\/\"><strong>demokratische Worth\u00fclsen vom Rechtsstaat anruft<\/strong><\/a>, aber den Rechten Meter um Meter hergibt. Heute ist es deshalb normal, dass der westf\u00e4lische NPD-Autor&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/C:\/Users\/ri52wow2\/AppData\/ri52wow2\/AppData\/Local\/Temp\/taz.de\/Thueringer-AfD-Funktionaer-und-die-NPD\/!5204587\/\"><strong>Landolf Ladig<\/strong><\/a>&nbsp;(a.k.a.&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/nach-chemnitz-afd-fuehrt-die-nazis-in-die-schlacht\/\"><strong>Bj\u00f6rn H\u00f6cke, MdL Th\u00fcringen<\/strong><\/a>) oder der M\u00fcnchner&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/afd-streitet-in-riesa-wie-faschistisch-soll-die-partei-werden\/\"><strong>HJ-Mann Andreas Kalbitz<\/strong><\/a>&nbsp;(ehem. Mitglied der Heimattreuen Jugend, MdL Brandenburg) in die Elefantenrunden des \u00d6ffentlich-Rechtlichen eingeladen werden und dort beanspruchen d\u00fcrfen, wahlweise den \u201eOsten\u201c oder die \u201eDemokratie\u201c zu vertreten. Ja, der westdeutsche&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0UeaQkvdPJI\"><strong>Faschist H\u00f6cke<\/strong><\/a>&nbsp;ist sich nicht zu schade, den Mauerfall&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/news\/2019-07\/13\/die-afd-blickt-auf-die-wende-der-osten-steht-geschlossen\"><strong>f\u00fcr sich zu beanspruchen<\/strong><\/a>! Die offene und dreiste Zurschaustellung der L\u00fcge, die f\u00fcr alle ersichtliche Verdrehung der Realit\u00e4t, ist eine Provokation, ein Mittel der Einsch\u00fcchterung \u2013 dass diese Einsch\u00fcchterung weitgehend folgenlos bleibt, macht Angst.<\/p>\n<p>Die Massentraumata in Deutschland sind zu tief, um von einer Psychotherapeutin oder in einer Untersuchungskommission behandelt zu werden. Allein die Rechnung der Treuhand-Verbrechen kann kein Mensch und keine Institution des deutschen Regimes mehr begleichen, geschweige denn die des Faschismus. Es sind offene Rechnungen zwischen den Klassen, die man nicht vergeben kann, die die Menschen immer wieder neu traumatisieren und l\u00e4hmen. Sie k\u00f6nnen im Kapitalismus nicht beglichen werden, weil diese Gesellschaft auf der Unterwerfung von Menschen unter andere Menschen beruht, die die Wunden Mal um Mal wieder aufbricht und neue hinzuf\u00fcgt.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber rechten Pessimismus und linken Pessimismus<\/strong><\/p>\n<p>Die linke (reformistische) Berichterstattung, die Universit\u00e4ten, die NGOs und die vielen Reform-B\u00fcrokratien f\u00fchren das angeblich fehlende Bewusstsein der Massen immer als Entschuldigung an: dass nicht mehr gestreikt wird; dass antirassistische Kampagnen f\u00fcr die breite Bev\u00f6lkerung schwierig sind; dass man eben nur im Kleinen etwas machen und die Politik eigentlich nicht ver\u00e4ndern k\u00f6nne, und so weiter und so fort. Doch auch die Arbeiter*innen in anderen L\u00e4ndern, die zurzeit in Massen aufstehen, haben Traumata der Diktaturen, Kriege und tieferen sozialen Katastrophen erlebt. Der verbreitete Def\u00e4tismus hat einen \u00dcberhang im \u00dcberbau, in den im Imperialismus besonders starken B\u00fcrokratien also, und er wird immer wieder durchbrochen in den Betrieben, Schulen und Unis selbst, die durch immer&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/warum-der-kampf-gegen-prekarisierung-und-outsourcing-ein-feministischer-kampf-ist\/\"><strong>erneutes Aufbegehren der Prekarisierten<\/strong><\/a>,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/5-jahre-kampf-bei-wombats-5-grosse-lehren-hostels-denen-die-drin-arbeiten\/\"><strong>der von Entlassung bedrohten<\/strong><\/a>,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/fridays-for-future-aktivistinnen-viele-von-uns-fuehlen-sich-von-den-gruenen-ueberhaupt-nicht-vertreten\/\"><strong>der Jugendlichen f\u00fcrs Klima<\/strong><\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/30-000-demonstrieren-in-berlin-zum-frauenkampftag\/\"><strong>f\u00fcr den Feminismus<\/strong><\/a>,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-willkommenskultur-des-deutschen-imperialismus\/\"><strong>der rassistisch unterdr\u00fcckten Gefl\u00fcchteten<\/strong><\/a>, stets neue Hoffnung sch\u00f6pfen. Das Problem ist eben nicht, dass die Menschen nicht k\u00e4mpfen wollen, sondern dass ihre K\u00e4mpfe in Niederlagen gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>In Chile sagen die Menschen nach der Erh\u00f6hung der Fahrpreise in Santiago um 30 Pesos, zurzeit vier Euro-Cent, was&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-rebellion-der-massen-in-chile-und-die-aufgaben-der-revolutionaerinnen\/\"><strong>zum Aufstand<\/strong><\/a>&nbsp;f\u00fchrte: \u201e<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/video-chile-30-jahre-erbe-der-pinochet-diktatur-30-jahre-neoliberalismus\/\"><strong>Es sind nicht die 30 Pesos, es sind die 30 Jahre<\/strong><\/a>\u201c. Gemeint sind die 30 Jahre seit der Diktatur, die den blutig installierten Neoliberalismus fortsetzten. In Frankreich brachte eine Kraftstoffsteuer&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/multitude-doppelmacht-und-revolution-zu-antonio-negris-franzoesischem-aufstand\/\"><strong>das Fass zum \u00dcberlaufen<\/strong><\/a>, nachdem die Arbeitsmarktreform bereits gew\u00fctet und massiven Widerstand der Jugendlichen hervorgerufen hatte. Deutschland ist nicht Frankreich und Deutschland ist nicht Chile, aber die Bev\u00f6lkerung in Deutschland erlebt ebenfalls seit 30 Jahren nicht eingel\u00f6ste Versprechen, garniert mit 30 Jahren sozialen Zumutungen und&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/muenchen-erneut-zehntausende-gegen-pag-und-rechtsruck-auf-der-strasse\/\"><strong>Demokratieabbau<\/strong><\/a>. Ich m\u00f6chte nicht mutma\u00dfen, an welcher konkreten Frechheit sich die n\u00e4chste Aktivit\u00e4t der Arbeiter*innenklasse in Deutschland entz\u00fcndet, sondern ich m\u00f6chte einen Punkt \u00fcber Pessimismus, Optimismus und die Vorbereitung machen.<\/p>\n<p>Der linke und der rechte Pessimismus sind generell unterschiedlich. Der rechte Kulturpessimismus, der sich auf die Romantik und die \u201eb\u00fcrgerliche Revolution\u201c bezieht, r\u00f6hrt nach einem erl\u00f6senden F\u00fchrer wie H\u00f6cke. Dass dieser Mann,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dvFJiPv93gc\"><strong>der seine M\u00e4nnlichkeit wieder entdecken m\u00f6chte<\/strong><\/a>, nun nicht gerade mit einer gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeit gl\u00e4nzt, tut seiner Wirkung auf die Basis keinen Abbruch. Es sind ja&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/trotzki\/1933\/06\/natsoz.htm\"><strong>nicht des K\u00f6nigs Kleider<\/strong><\/a>&nbsp;oder Insignien, die ihm Macht verleihen, sondern es ist seine Beziehung zu den Untergebenen, die sich ihm unterwerfen. Und so ist es nicht das Genie H\u00f6ckes, das ihn vor seiner Basis erhebt, sondern es ist das Bed\u00fcrfnis nach Unterordnung des beleidigten Kleinb\u00fcrgertums, der verzweifelten Deklassierten sowie der ver\u00e4ngstigten und chauvinistischsten Schichten des Proletariats. Ihre eigene Machtlosigkeit angesichts der gro\u00dfen Verwerfungen eines&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/neoliberalismus-und-rechtspopulismus\/\"><strong>niedergehenden Neoliberalismus<\/strong><\/a>&nbsp;dr\u00fcckt sich in dem Bed\u00fcrfnis aus, sich \u00fcber jegliche Dem\u00fctigungen der eigenen Massentraumata zu erheben und selbst zu Unterdr\u00fcckenden zu werden. Die pedantische und verklemmte AfD bekommt mit H\u00f6cke den&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YfTo4jgPveE\"><strong>leicht erregbaren<\/strong><\/a>&nbsp;F\u00fchrer, den sie verdient und der ihr gen\u00fcgt.<\/p>\n<p>Die Rechten brauchen also keine besondere Strategie, denn sie ern\u00e4hren sich vom Verfall des Kapitalismus selbst. Sie werden immer mehr ideologisches Futter haben, je schlechter es l\u00e4uft. Die Linken dagegen brauchen schon eine besondere Strategie, denn die&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/lenin\/1902\/wastun\/kap2b.htm\"><strong>Spontaneit\u00e4t von Massenaktionen ist unzureichend<\/strong><\/a>, um die Herrschaft einer Klasse \u00fcber eine andere aufzuheben oder auch nur den Weg dahin einzuschlagen, ohne von rechten Gegenangriffen \u00fcberrumpelt zu werden \u2013 das zeigte zuletzt auf grausame Weise die reaktion\u00e4re Wende des&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/revolutionaerer-ausweg-aus-dem-arabischen-herbst\/\"><strong>Arabischen Herbstes<\/strong><\/a>. Der linke Pessimismus basiert auf strategischer Ratlosigkeit. In einer Zeit der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-rueckkehr-des-klassenkampfes\/\"><strong>R\u00fcckkehr des internationalen Klassenkampfes in Gro\u00dfbuchstaben<\/strong><\/a>&nbsp;ist dieser Pessimismus nicht nur unangemessen, sondern sch\u00e4dlich.<\/p>\n<p><strong>Der Optimismus braucht ein Programm<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe vorhin davon gesprochen, dass die deutschen Traumata, und damit meine ich nicht nur die Traumata der Deutschen, sondern die&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/was-ist-die-multiethnische-arbeiterinnenklasse\/\"><strong>Traumata in Deutschland<\/strong><\/a>, nicht verarbeitet wurden. Was fehlt, ist eine ehrliche Bilanz. Der Optimismus, f\u00fcr den ich werben m\u00f6chte, soll n\u00e4mlich kein leerer Appell sein, keine Durchhalteparole, wie man sie sich bei der Sozialdemokratie abholen kann. Der revolution\u00e4re Optimismus beruht nicht auf einer positiven Lesart der Weltlage, sondern auf dem heutigen und dem kommenden Klassenkampf.<\/p>\n<p>International kehrt der Klassenkampf auf die Weltb\u00fchne zur\u00fcck, warum sollte er dauerhaft vor Deutschland Halt machen? Gibt es einen magischen Bann, der auf diesem Land liegt, w\u00e4hrend die EU auseinanderf\u00e4llt und die ganze Welt instabiler wird? Nein, K\u00e4mpfe wird es wieder geben und es gibt sie vor allem in den an den Rand und nach unten gedr\u00fcckten Sektoren der Gesellschaft schon jetzt. Die Strategie f\u00fcr diese K\u00e4mpfe besteht darin,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/sommerakademie-debatten-ueber-klimakrise-gruenen-kapitalismus-und-revolutionaere-strategie\/\"><strong>mit denen, die vorangehen, die Arbeiter*innenklasse anzusprechen<\/strong><\/a>&nbsp;und perspektivisch anzuf\u00fchren. Es ist daf\u00fcr gar nicht die Hauptaufgabe, f\u00fcr mehr Kampf zu agitieren, sondern einen gesellschaftlichen Dialog \u00fcber Programm, Theorie,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/ermattung-oder-kampf-zwei-entgegengesetzte-strategien\/\"><strong>Strategie und Methode der Arbeiter*innenklasse<\/strong><\/a>&nbsp;sowie den Inhalt der Organisierung zu suchen. Eine der Vorbereitungsaufgaben heute ist die Verbreitung der Idee, dass die Arbeiter*innenklasse Gewinne einfahren kann, anhand von Beispielen wie den&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/frauenkampftag-im-krankenhaus-pflege-fuer-menschen-statt-profite\/\"><strong>K\u00e4mpfen an den Krankenh\u00e4usern<\/strong><\/a>, die noch klein sind, aber die ihre Kraft nicht ausschlie\u00dflich durch ihre Errungenschaften selbst entfalten, sondern eben durch ihre Beispielhaftigkeit f\u00fcr viele mehr.<\/p>\n<p>Die&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/was-wuerde-eine-eine-wirklich-linke-regierung-in-berlin-machen-oder-wie-wuerde-lenin-gegen-zwangsraeumungen-vorgehen\/\"><strong>\u201elinken\u201c Regierungen<\/strong><\/a>&nbsp;haben sich als nutzlos erwiesen, sie verwalten das Elend der kapitalistischen Restauration nur weiter. Die n\u00f6tigen K\u00e4mpfe m\u00fcssen niedrigere Arbeitszeit und die Anhebung des Lohnniveaus umfassen, sodass es keine Diskriminierung des Ostens mehr gibt. Wir brauchen das Verbot von Massenentlassungen und Schlie\u00dfungen sowie die Verstaatlichung schlie\u00dfender Betriebe, wie es zum Beispiel&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/fuer-den-erhalt-aller-arbeitsplaetze-bei-halberg-guss\/\"><strong>Neue Halberg Guss<\/strong><\/a>&nbsp;bei Leipzig immer wieder drohte oder wovon die Kolleg*innen beim&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/wirtschaft\/regional\/werkzeugmaschinenbau-union-chemnitz-wird-geschlossen-100.html\"><strong>Maschinenbauer Union Chemnitz jetzt bedroht sind<\/strong><\/a>, unter Arbeiter*innenkontrolle. Wir brauchen von Seiten der Gewerkschaften einen Kampf gegen Rechts und f\u00fcr die Gleichstellung migrantischer Arbeiter*innen, mit Mobilisierungen und Streiks statt Sonntagsreden und&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-offene-gesellschaft-der-bosse-wie-merkel-und-coca-cola-den-antirassismus-vereinnahmen-wollen\/\"><strong>Coca-Cola-Antirassismus<\/strong><\/a>. Wir brauchen einen feministischen und antirassistischen Kampf der Arbeiter*innen, die sich nicht spalten lassen, die im Kampf den neoliberalen Chauvinismus der AfD und die Kapitalist*innen konfrontieren. Und f\u00fcr all das brauchen wir einen bundesweiten antib\u00fcrokratischen Kampf um die F\u00fchrung der Gewerkschaften selbst, die in Ost wie West von der Sozialpartnerschaft gefangen gehalten werden.<\/p>\n<p>Diese K\u00e4mpfe m\u00f6gen in Deutschland noch vereinzelt sein, aber mit Fridays for Future ist eine Jugendbewegung da, die an Jugendbewegungen der letzten Jahre anschlie\u00dft, und die ein gro\u00dfes Potenzial hat. Mit ihr betritt eine jugendliche Generation die anf\u00e4ngliche&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/fuer-welche-welt-wollen-wir-kaempfen\/\"><strong>B\u00fchne der Politisierung<\/strong><\/a>, eine Generation, die die gro\u00dfen Niederlagen in Deutschland noch nicht erlebt hat und die zum ersten Mal seit dem Krieg nicht mehr glauben kann, dass es ihr besser gehen wird als ihren Eltern. Diese Generation fragt sich nach den Lebensgrundlagen ihrer Zukunft, angesichts der bereits&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/20-9-der-kapitalismus-zerstoert-den-planeten-lasst-uns-den-kapitalismus-zerstoeren\/\"><strong>stattfindenden \u00f6kologischen Katastrophe<\/strong><\/a>. Es ist also eine Generation, die&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.klassegegenklasse.org\/sommerakademie-debatten-ueber-klimakrise-gruenen-kapitalismus-und-revolutionaere-strategie\/\"><strong>nach einem Programm und nach einer Strategie fragt<\/strong><\/a>, und die nicht isoliert ist wie die Arbeiter*innen im Aufstand von 1989, sondern die sich mit den aufst\u00e4ndischen Jugendlichen \u00fcberall auf der Welt zusammen tun kann. Heute, 30 Jahre nach der Trag\u00f6die f\u00fcr die Arbeiter*innen, bereiten wir uns darauf vor, eine Trag\u00f6die f\u00fcr die Kapitalist*innen zu organisieren.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/30-jahre-lang-betrogen-rechtsruck-massentrauma-und-eine-neue-hoffnung\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 9. November 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sieht d\u00fcster aus zu den offiziellen Feierlichkeiten, die 30 Jahre Betrug an der ostdeutschen Bev\u00f6lkerung zelebrieren. Im Kontrast dazu stehen die weltweiten Aufst\u00e4nde gegen die Folgen des Neoliberalismus. In seinem Diskussionsbeitrag vollzieht Oskar Fischer<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[25,39,34,45,76,83,4,17],"class_list":["post-6372","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","tag-arbeiterbewegung","tag-deutschland","tag-faschismus","tag-neoliberalismus","tag-neue-rechte","tag-stalinismus","tag-strategie","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6372","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6372"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6372\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6375,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6372\/revisions\/6375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}