{"id":641,"date":"2015-08-08T11:59:17","date_gmt":"2015-08-08T09:59:17","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=641"},"modified":"2015-09-02T17:03:08","modified_gmt":"2015-09-02T15:03:08","slug":"ist-syriza-eine-politische-formation-der-mittelschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=641","title":{"rendered":"Ist SYRIZA eine politische Formation der Mittelschichten?"},"content":{"rendered":"<p><em>Nico Biver.<\/em><strong> Betrachtungen \u00fcber die soziale Basis der griechischen Linken. <\/strong>Mit 36,3 Prozent erzielte die Koalition der Radikalen Linken (SYRIZA) im Januar 2015 fast auf das Zehntel genau den gleichen Stimmenanteil wie Salvador Allende bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Chile im September 1970. Bei allen Unterschieden<!--more--> standen beide vor dem Problem, um eine Mehrheit im Volk f\u00fcr tiefgreifende Ver\u00e4nderungen k\u00e4mpfen zu m\u00fcssen. Der chilenischen \u00abUnidad Popular\u00bb gelang es bei den Kommunalwahlen 1971 kurzfristig die absolute Mehrheit zu erringen. Bei den Parlamentswahlen 1973 erzielte sie 42 Prozent der Stimmen.<\/p>\n<p>Die Verhandlungen der neuen griechischen Regierung mit der EU \u00fcber weitere Kredite haben bereits deutlich gemacht, dass ihr Bewegungsspielraum sehr eng ist. Um ein Maximum ihres Regierungsprogramms umzusetzen, ist es deshalb umso wichtiger, dass SYRIZA ihren gesellschaftlichen R\u00fcckhalt verst\u00e4rkt, der geringer ist, als das Wahlergebnis vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Ein Wahlsystem, das den Sieger belohnt<\/strong><\/p>\n<p>Mit 149 von 300 Sitzen hat SYRIZA im Januar fast die absolute Mehrheit errungen. Dadurch entsteht ein falscher Eindruck, denn der W\u00e4hlerwille wurde durch das Wahlsystem verf\u00e4lscht. In Griechenland wurde bis in die 1990er Jahre von jeder Regierung das Wahlrecht ver\u00e4ndert, um es an die Bed\u00fcrfnisse ihrer Parteien anzupassen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Da es den beiden Gro\u00dfparteien Neue Demokratie (ND) und Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK) zunehmend schwerer fiel, allein eine Mehrheit der Parlamentssitze zu erreichen, wurde die Regel eingef\u00fchrt, dass die Partei mit den meisten Stimmen 50 Sitze extra bekommt. Diese Bestimmung kam jetzt SYRIZA zugute. Mit 36,3 Prozent der Stimmen holte sie 49,7 Prozent der Sitze.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Sitzzahl von SYRIZA ist \u00fcberh\u00f6ht, sondern auch das Stimmenergebnis. Grund daf\u00fcr ist ebenfalls die 50-Sitze-Regelung und eine Drei-Prozent- H\u00fcrde. Bei Kopf-an-Kopf-Rennen entschieden sich bei fr\u00fcheren Wahlen viele W\u00e4hler der radikalen Linken am Ende doch f\u00fcr die PASOK, um einen ND-Sieg zu verhindern. \u00c4hnlich verhielten sich rechte W\u00e4hler, die sich auf die ND konzentrierten.<\/p>\n<p><strong>Tab. 1: Wahlergebnisse der linken Parteien<\/strong><\/p>\n<table width=\"615\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"136\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td colspan=\"5\" width=\"239\"><strong>Parlamentswahlen<\/strong><\/td>\n<td width=\"17\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"96\"><strong>EU-Wahlen<\/strong><\/td>\n<td width=\"15\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"112\"><strong>Regionalwahlen<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\"><\/td>\n<td width=\"48\">2007<\/td>\n<td width=\"48\">2009<\/td>\n<td width=\"48\">Mai 2012<\/td>\n<td width=\"48\">Juni 2012<\/td>\n<td width=\"48\">2015<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"48\">2009<\/td>\n<td width=\"48\">2014<\/td>\n<td width=\"15\"><\/td>\n<td width=\"56\">2010<\/td>\n<td width=\"56\">2014<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">SYRIZA<\/td>\n<td width=\"48\">5,04<\/td>\n<td width=\"48\">4,60<\/td>\n<td width=\"48\">16,79<\/td>\n<td width=\"48\">26,89<\/td>\n<td width=\"48\">36,34<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"48\">4,70<\/td>\n<td width=\"48\">26,57<\/td>\n<td width=\"15\"><\/td>\n<td width=\"56\">5,07<\/td>\n<td width=\"56\">17,75<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">KKE<\/td>\n<td width=\"48\">8,15<\/td>\n<td width=\"48\">7,54<\/td>\n<td width=\"48\">8,48<\/td>\n<td width=\"48\">4,50<\/td>\n<td width=\"48\">5,47<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"48\">8,35<\/td>\n<td width=\"48\">6,11<\/td>\n<td width=\"15\"><\/td>\n<td width=\"56\">10,89<\/td>\n<td width=\"56\">8,81<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">sonst. Linkssozialist.*<\/td>\n<td width=\"48\">0,03<\/td>\n<td width=\"48\">0,02<\/td>\n<td width=\"48\">7,07<\/td>\n<td width=\"48\">6,25<\/td>\n<td width=\"48\">0,49<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"48\">0,11<\/td>\n<td width=\"48\">1,46<\/td>\n<td width=\"15\"><\/td>\n<td width=\"56\">2,23<\/td>\n<td width=\"56\">6,68<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">Gr\u00fcne<\/td>\n<td width=\"48\">1,05<\/td>\n<td width=\"48\">2,53<\/td>\n<td width=\"48\">2,93<\/td>\n<td width=\"48\">0,88<\/td>\n<td width=\"48\">0,00<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"48\">6,00<\/td>\n<td width=\"48\">1,66<\/td>\n<td width=\"15\"><\/td>\n<td width=\"56\">2,84<\/td>\n<td width=\"56\">2,15<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">Linksradikale<\/td>\n<td width=\"48\">0,71<\/td>\n<td width=\"48\">0,68<\/td>\n<td width=\"48\">2,49<\/td>\n<td width=\"48\">0,84<\/td>\n<td width=\"48\">0,84<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"48\">0,86<\/td>\n<td width=\"48\">2,15<\/td>\n<td width=\"15\"><\/td>\n<td width=\"56\">1,79<\/td>\n<td width=\"56\">2,27<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\"><em>Gesamt:<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>14,99 <\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>15,37<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>37,76<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>39,37<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>43,14<\/em><\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"48\"><em>20,02<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>37,95<\/em><\/td>\n<td width=\"15\"><\/td>\n<td width=\"56\"><em>22,83<\/em><\/td>\n<td width=\"56\"><em>37,66<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">PASOK, KIDISO<\/td>\n<td width=\"48\">38,10<\/td>\n<td width=\"48\">43,92<\/td>\n<td width=\"48\">13,18<\/td>\n<td width=\"48\">12,28<\/td>\n<td width=\"48\">7,15<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"48\">36,64<\/td>\n<td width=\"48\">8,02<\/td>\n<td width=\"15\"><\/td>\n<td width=\"56\">32,78<\/td>\n<td width=\"56\">16,01<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\"><em>Gesamte Linke<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>53,08 <\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>59,30<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>50,94<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>51,65<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>50,28<\/em><\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"48\"><em>56,67<\/em><\/td>\n<td width=\"48\"><em>45,97<\/em><\/td>\n<td width=\"15\"><\/td>\n<td width=\"56\"><em>55,61<\/em><\/td>\n<td width=\"56\"><em>53,67<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"12\" width=\"615\">Eigene Berechnungen nach den offiziellen Zahlen des griechischen Innenministeriums: http:\/\/www.ypes.gr\/en\/Elections\/*2012 bis 2015 haupts\u00e4chlich die Demokratische Linke (DIMAR)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das Wahlsystem, das bis Mai 2012 ND und PASOK beg\u00fcnstigte, wirkte sich beim Kopf-an-Kopf-Rennen von ND und SYRIZA bei der Wiederholungswahl im Juni 2012 zugunsten dieser beiden Parteien aus. Die Frage, welche Partei den 50-Sitze-Bonus bekommt, f\u00fchrte zu einer starken Polarisierung (siehe Tab. 1).<\/p>\n<p>Die kleineren Parteien sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite brachen ein. Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) fiel von 8,5 auf 4,5 Prozent, die Gr\u00fcnen von 2,9 auf 0,9 und diverse linksradikale Listen von 1,6 auf 0,5 %. Auf der Rechten gab es \u00e4hnliche Einbu\u00dfen. Der rechtsradikale Orthodoxe Volksalarm (LAOS) halbierte sich. Der Anstieg von SYRIZA in der W\u00e4hlergunst zwischen dem 6. Mai und dem 17. Juni 012 macht deutlich, dass nicht politische \u00dcberzeugung sondern taktisches W\u00e4hlen diesen Umschwung verursacht hat. Da SYRIZA im Mai mit 17 Prozent zur st\u00e4rksten linken Kraft wurde, war sie als einzige in der Lage, die ND zu schlagen. Bereits in der ersten Umfrage in der Woche nach dem 6. Mai schnellte die ahlabsicht f\u00fcr SYRIZA auf 27 Prozent hoch.<\/p>\n<p>2015 war die Polarisierung etwas geringer, weil alle Umfragen einen Wahlsieg SYRIZAs voraussahen. KKE und Linksradikale gewannen leicht dazu. Ebenso konnten kleinere b\u00fcrgerliche Parteien wie die Zentrumsunion ihre Ergebnisse verbessern. Das Wahlsystem f\u00fchrt auch dazu, dass Parteien, denen keine Chancen zugebilligt werden, die Drei-Prozent-H\u00fcrde zu erreichen, erst gar nicht zur Wahl antreten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend im Mai 2012 noch elf linke Listen kandidiert haben, waren es 2015 nur noch sieben. Einige Parteien, die nicht kandidierten, riefen zur Unterst\u00fctzung von SYIZA auf. Dazu z\u00e4hlten 2015 die Gr\u00fcnen \u00d6kologen (Schwesterpartei der deutschen Gr\u00fcnen; 2,9 Prozent im Mai 2012), eine Abspaltung der Demokratischen Linken (DIMAR) und zwei Linksabspaltungen der PASOK &#8211; das Soziale Abkommen (0,9 Prozent im Mai 2012) und die Bewegung des jetzigen Au\u00dfenminister Nikos Kotzias. Diese Parteien waren z.T. mit eigenen Kandidaten auf den Listen von SYRIZA vertreten. Seit Mai 2012 ist der Stimmenanteil der kleineren Linksparteien von 21,0 auf 6,8 Prozent im Januar 2015 abgest\u00fcrzt.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Dass bei den Wahlen zum griechischen Parlament die gro\u00dfen Parteien auf Leihstimmen von Anh\u00e4ngern anderer Parteien z\u00e4hlen k\u00f6nnen, zeigt sich auch im Vergleich mit den Europawahlen. Bei ihnen steht weniger auf dem Spiel als wie bei nationalen Wahlen und es gibt weder Bonussitze noch eine Prozenth\u00fcrde. ND und PASOK bekamen jeweils deutlich weniger Stimmen bei den Europa-Wahlen als bei den Parlamentswahlen.<\/p>\n<p>PASOK erzielte von 1981 bis 2009 bei Parlamentswahlen durchschnittlich 42,6 Prozent aber nur 36,9 Prozent bei den EU-Wahlen. SYRIZA (bis 2009; inkl. Vorg\u00e4ngerorganisationen) und die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) hingegen gewannen zwischen einem und sechs Prozent mehr Stimmen und linksradikale Parteien bekamen oft ein Mehrfaches ihrer nationalen Ergebnisse. \u00dcberdeutlich wird dies bei den Wahlen 1981 als Parlament und Europaparlament gleichzeitig gew\u00e4hlt wurden. KKE bekam bei der Europawahl 12,8 Prozent und damit 1,9 Prozent mehr als bei der Parlamentwahl, die KKEes 5,3 statt 1,3 Prozent und die PASOK bekam 8 Prozent weniger als bei der Parlamentswahl.<\/p>\n<p><strong>Der abrupte Aufstieg von SYRIZA<\/strong><\/p>\n<p>Vor f\u00fcnf Jahren h\u00e4tte wohl niemand es f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass SYRIZA heute die Regierung stellen w\u00fcrde. Das B\u00fcndnis d\u00fcmpelte bei 4 bis 5 Prozent in den Umfragen, etwa ebensoviel wie sie in den Wahlen von 2007 und 2009 erzielt hatte. Und sie war alles andere als eine Volkspartei. Unter ihren W\u00e4hlern dominierten nicht Arbeiter und Bauern, sondern Lehrer, Selbst\u00e4ndige, Rechtsanw\u00e4lte und Studierende. 2009, als SYRIZA bei den Parlamentswahlen 5 Prozent erzielte, w\u00e4hlten sie nur 1 Prozent der W\u00e4hler mit geringer Bildung aber 8 Prozent mit Hochschulbildung.<\/p>\n<p>\u00dcberdurchschnittlich stimmten M\u00e4nner, Jugendliche unter 25 und Menschen, die in den 70ern politisiert wurden f\u00fcr SYRIZA. Unterdurchschnittlich vertreten waren Rentner, Bauern, Hausfrauen (je 2 Prozent), Landbewohner (3 Prozent). \u00dcberdurchschnittlich waren es Besch\u00e4ftige im \u00d6ffentlichen Dienst (7 Prozent) sowie Studierende (9 Prozent). Etwas \u00fcber dem Wahlergebnis lagen Stadtbewohner, Arbeitslose (je 6 Prozent) und Unternehmer.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Die W\u00e4hlerstruktur gleicht der der wichtigsten Vorg\u00e4ngerorganisationen Synaspismos (Koalition der Linken, der Bewegungen und der \u00d6kologie) und Kommunistische Partei Griechenland (Inland) (KKEes). Bereits in den 1970ern wird die KKEes als eine Partei beschrieben, die vor allem in den st\u00e4dtischen Zentren gew\u00e4hlt wird und dort am ehesten in den b\u00fcrgerlichen oder kleinb\u00fcrgerlichen Vierteln.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Die Stimmenverteilung nach sozio\u00f6konomischen Kategorien war zwischen KKE und KKEes bei den Parlamentswahlen 1985 v\u00f6llig gegens\u00e4tzlich. W\u00e4hrend die KKE in der Kategorie D\/E (ungelernte und angelernte Arbeiter, Arbeitslose u.\u00e4.) mit 15,1 Prozent den h\u00f6chsten und in der Kategorie A\/B (Unternehmer, Manager, Spitzenbeamten u.\u00e4) mit 3,3 Prozent den n\u00e4chsten Wert erzielte, war es bei der KKEes genau umgekehrt. Sie erzielte in der Kategorie D\/E 1,6 Prozent aber in A\/B 5,9 Prozent. Beide erzielten damals bei Jugendlichen stark \u00fcberdurchschnittlich Ergebnisse.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Als die KKE sich 1968\/69 spaltete, war der Fl\u00fcgel, der die KKEes gr\u00fcnden sollte, sogar in der Mehrheit. Aber binnen weniger Jahre verlor die neue Partei stark an Einfluss. Das lag u.a. daran, dass nach der R\u00fcckkehr zur Demokratie 1974 die dezidiert proeurop\u00e4ische KKEes mehr auf B\u00fcndnisse mit demokratischen Konservativen und Liberalen setzte, um einen weiteren Putsch zu vermeiden, als die Politik der ND-Regierung zu bek\u00e4mpfen. Dies war schon deshalb gewagt, weil die Trennung zwischen rechts und links seit dem Befreiungs- und B\u00fcrgerkrieg 1942-49 tief im kollektiven Bewusstsein der Griechen verankert ist.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hat die PASOK, die sich anfangs als sozialistische, antiimperialistische und Anti-NATO Partei pr\u00e4sentierte, beiden KPs, aber vor allem der KKEes viel Wasser abgegraben.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Die KKEes erzielte in den 1980ern nur noch Wahlergebnisse von unter 2 Prozent. Unter dem Eindruck von Glasnost und Perestroika schlossen sich 1989 die KKE und die 1987 in Griechische Linke (E.AR) umgewandelte KKEes mit anderen Kleinparteien zum B\u00fcndnis Synaspismos zusammen. Die Allianz \u00fcberlebte aber die Beteiligung an einer Regierung mit der ND, um der Korruption und Selbstherrlichkeit der regierenden PASOK ein Ende zu setzen, und den Untergang des Realsozialismus nicht. Eine knappe Mehrheit der KKE verlie\u00df 1991 das B\u00fcndnis, das sich anschlie\u00dfend in die gleichnamige Partei umwandelte, eng mit PASOK kooperierte und M\u00fche hatte, die Drei-Prozent-H\u00fcrde zu \u00fcberwinden. Als sich der linke Fl\u00fcgel mit der Vorstellung durchsetzte, auf Abstand zur PASOK zu gehen und verst\u00e4rkt nach B\u00fcndnispartnern auf der Linken zu suchen, was 2004 zur Gr\u00fcndung von SYRIZA f\u00fchrte, kam es zweimal zu Absplitterungen am rechten Fl\u00fcgel, 2004 und 2010. Der erste Splitter ging bald in der PASOK auf. Aus dem zweiten, der den Gro\u00dfteil der fr\u00fcheren KKEes unter Fotis Kouvelis umfasste, entstand die Demokratische Linke (DIMAR), die SYRIZA von 2010 bis 2014 viele Stimmen kostete.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Der Aufstieg von SYRIZA wurde ausgel\u00f6st durch die Schuldenkrise, die hohe Arbeitslosigkeit und die Zerst\u00f6rung der Sozialsysteme durch die PASOK-Regierung bzw. die 2011 gebildete &#8222;Regierung der Nationalen Einheit&#8220; die von PASOK, ND und LAOS getragen wurde.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Bei der Wahl im Mai 2012 kam es zum Zusammenbruch des bisherigen Parteiensystems. PASOK verlor 30 Prozent und ND 12 Prozent. Der Stimmenanteil der Parteien links von PASOK stieg von 15,4 auf 37,8 Prozent. Gr\u00f6\u00dfter Nutznie\u00dferin war SYRIZA, die mit 16,8 Prozent (+ 12,2) zweitst\u00e4rkste Partei knapp hinter ND wurde. Bei den Wahlen im Juni 2012 und Januar 2015 wuchs der radikal linke Stimmenanteil nur noch langsam auf 39,4 Prozent bzw. 43,1 Prozent. Aber SYRIZA hatte es verstanden, als bestplatzierte linke Partei und als einzige in der Lage, ND zu \u00fcberholen, einen immer h\u00f6heren Anteil der linken Stimmen auf sich zu vereinigen. Inzwischen w\u00e4hlen zwei Drittel der W\u00e4hler, die sich als links bezeichnen SYRIZA und \u00fcber der H\u00e4lfte, die sich in der linken Mitte sehen. Ihr Stimmenanteil stieg von 26,9 Prozent im Juni 2012 auf 36,3 Prozent 2015. Dabei muss man aber auch bedenken, dass die Wahlbeteiligung von 72,2 Prozent 2009 auf 62,4 Prozent in diesem Jahr gefallen ist.<\/p>\n<p>Gemessen an der Zahl der Wahlberechtigten ist der Stimmenanteil von SYRIZA von 3,7 Prozent auf 22,7 Prozent gestiegen. Nach dem Sprung von Mai 2012 ist der Gesamtstimmenanteil der radikalen Linken aber nur noch von 24,0 auf 26,9 Prozent der Wahlberechtigten gewachsen.<\/p>\n<p><strong>Von der Intellektuellen- zur Volkspartei<\/strong><\/p>\n<p>Dabei ist bemerkenswert wie sich die W\u00e4hlerstruktur ver\u00e4ndert hat (siehe Tab. 2). W\u00e4hrend Studierende konstant \u00fcberdurchschnittlich SYRIZA w\u00e4hlen und bei den Altergruppen die 45-bis-55j\u00e4hrigen und die Jugendlichen weiterhin st\u00e4rker als der Rest vertreten sind, hat sich bereits bei den Wahlen 2012 in einigen anderen Kategorien ein enormer Wandel vollzogen.<\/p>\n<p><strong>Tab. 2: Struktur der W\u00e4hler von SYRIZA<\/strong><\/p>\n<table width=\"612\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"110\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td colspan=\"4\" width=\"182\"><strong><em>Parlamentswahlen<\/em><\/strong><\/td>\n<td width=\"17\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"124\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td colspan=\"4\" width=\"179\"><strong><em>Parlamentswahlen<\/em><\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\"><\/td>\n<td width=\"46\">2009<\/td>\n<td width=\"46\">Mai 2012<\/td>\n<td width=\"46\">Juni2012<\/td>\n<td width=\"45\">2015<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\">2009<\/td>\n<td width=\"45\">Mai 2012<\/td>\n<td width=\"45\">Juni2012<\/td>\n<td width=\"45\">2015<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\"><strong><em>Alter<\/em><\/strong><\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"45\"><\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\"><strong><em>Geschlecht<\/em><\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">18-24 Jahre<\/td>\n<td width=\"46\">6,3<\/td>\n<td width=\"46\">20,0<\/td>\n<td width=\"46\">36,5<\/td>\n<td width=\"45\">38,7<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">M\u00e4nner<\/td>\n<td width=\"45\">5,4<\/td>\n<td width=\"45\">14,0<\/td>\n<td width=\"45\">24,8<\/td>\n<td width=\"45\">33,8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">25-34 Jahre<\/td>\n<td width=\"46\">5,0<\/td>\n<td width=\"46\">16,0<\/td>\n<td width=\"46\">33,4<\/td>\n<td width=\"45\">31,7<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">Frauen<\/td>\n<td width=\"45\">3,9<\/td>\n<td width=\"45\">20,0<\/td>\n<td width=\"45\">29,2<\/td>\n<td width=\"45\">39,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">35-44 Jahre<\/td>\n<td width=\"46\">5,6<\/td>\n<td width=\"46\">20,0<\/td>\n<td width=\"46\">31,5<\/td>\n<td width=\"45\">37,9<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\"><strong><em>Bildungsniveau<\/em><\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">45-54 Jahre<\/td>\n<td width=\"46\">5,8<\/td>\n<td width=\"46\">21,0<\/td>\n<td width=\"46\">34,2<\/td>\n<td width=\"45\">43,7<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">niedrig<\/td>\n<td width=\"45\">1,2<\/td>\n<td width=\"45\">10,0<\/td>\n<td width=\"45\">18,5<\/td>\n<td width=\"45\">39,0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">55-64 Jahre<\/td>\n<td width=\"46\">3,7<\/td>\n<td width=\"46\">19,0<\/td>\n<td width=\"46\">26,7<\/td>\n<td width=\"45\">39,4<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">mittel<\/td>\n<td width=\"45\">4,0<\/td>\n<td width=\"45\">18,0<\/td>\n<td width=\"45\">28,9<\/td>\n<td width=\"45\">36,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">mind. 65 J.<\/td>\n<td width=\"46\">1,8<\/td>\n<td width=\"46\">9,0<\/td>\n<td width=\"46\">12,6<\/td>\n<td width=\"45\">28,2<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">hoch<\/td>\n<td width=\"45\">8,4<\/td>\n<td width=\"45\">19,0<\/td>\n<td width=\"45\">27,7<\/td>\n<td width=\"45\">35,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\"><strong><em>T\u00e4tigkeit<\/em><\/strong><\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"45\"><\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\"><strong><em>Region<\/em><\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">Unternehmer<\/td>\n<td width=\"46\">5,3<\/td>\n<td width=\"46\">17,0<\/td>\n<td width=\"46\">22,0<\/td>\n<td width=\"45\">26,8<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">Athen<\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\">21,0<\/td>\n<td width=\"45\">31,2<\/td>\n<td width=\"45\">37,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">Bauern<\/td>\n<td width=\"46\">1,8<\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"46\">20,0<\/td>\n<td width=\"45\">36,8<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">Tessaloniki<\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\">21,0<\/td>\n<td width=\"45\">24,2<\/td>\n<td width=\"45\">34,8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">Freiberufler<\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"46\">30,0<\/td>\n<td width=\"45\">32,9<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">restl.Griechenland<\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\">14,0<\/td>\n<td width=\"45\">25,1<\/td>\n<td width=\"45\">36,2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">H\u00e4ndler<\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"46\"><\/td>\n<td width=\"46\">24,0<\/td>\n<td width=\"45\">36,8<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\"><strong><em>Ideolog. Position<\/em><\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">\u00d6ffentl. Dienst<\/td>\n<td width=\"46\">6,8<\/td>\n<td width=\"46\">22,0<\/td>\n<td width=\"46\">33,2<\/td>\n<td width=\"45\">44,6<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">Links<\/td>\n<td width=\"45\">17,5<\/td>\n<td width=\"45\">38,0<\/td>\n<td width=\"45\">58,9<\/td>\n<td width=\"45\">67,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">Privatwirtschaft<\/td>\n<td width=\"46\">5,8<\/td>\n<td width=\"46\">18,0<\/td>\n<td width=\"46\">34,4<\/td>\n<td width=\"45\">39,5<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">Mitte links<\/td>\n<td width=\"45\">7,1<\/td>\n<td width=\"45\">23,0<\/td>\n<td width=\"45\">39,4<\/td>\n<td width=\"45\">55,2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">Arbeitslose<\/td>\n<td width=\"46\">5,6<\/td>\n<td width=\"46\">22,0<\/td>\n<td width=\"46\">37,4<\/td>\n<td width=\"45\">44,3<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">Mitte<\/td>\n<td width=\"45\">0,9<\/td>\n<td width=\"45\">10,0<\/td>\n<td width=\"45\">18,5<\/td>\n<td width=\"45\">27,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">Rentner<\/td>\n<td width=\"46\">2,3<\/td>\n<td width=\"46\">12,0<\/td>\n<td width=\"46\">17,7<\/td>\n<td width=\"45\">31,6<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">Mitte rechts<\/td>\n<td width=\"45\">0,6<\/td>\n<td width=\"45\">4,0<\/td>\n<td width=\"45\">4,3<\/td>\n<td width=\"45\">8,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">Hausfrauen<\/td>\n<td width=\"46\">1,7<\/td>\n<td width=\"46\">16,0<\/td>\n<td width=\"46\">22,9<\/td>\n<td width=\"45\">35,3<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\">rechts<\/td>\n<td width=\"45\">0,4<\/td>\n<td width=\"45\">3,0<\/td>\n<td width=\"45\">3,5<\/td>\n<td width=\"45\">5,8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"110\">Studierende<\/td>\n<td width=\"46\">8,8<\/td>\n<td width=\"46\">20,0<\/td>\n<td width=\"46\">39,0<\/td>\n<td width=\"45\">42,3<\/td>\n<td width=\"17\"><\/td>\n<td width=\"124\"><strong>WAHLERGEBNIS<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>4,6\u00a0\u00a0 <\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>16,8<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>26,9<\/strong><\/td>\n<td width=\"45\"><strong>36,3<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"11\" width=\"612\">Quellen:2009: gemeinsame Wahltagsbefragung der Meinungsforschungsunternehmen MRB, RASS, Opinion, ALCO, GPO, MARC und Metron. www.metronanalysis.gr\/?download=2820Die Zahlen zu den Wahlen 2012 und 2015 entstammen der Zusammenfassung mehrerer Meinungsumfragen des Meinungsforschungsinstituts Public Issue, die jeweils vor der Wahl durchgef\u00fchrt wurden:Februar bis Mai 2012: www.publicissue.gr\/2011\/koinwniko_profil-sunoxes<\/p>\n<p>Mai bis Juni 2012: www.publicissue.gr\/2043\/koinwniko_profil_6_2012<\/p>\n<p>November 2014 bis Januar 2015: Yiannis Mavris, The social forces of the anti-Memorandum alliance. Who voted for SYRIZA. Change in party support, 2012-2015; www.mavris.gr\/en\/621\/the-social-forces-of-the-anti-memorandum-alliance\/<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Dienst und Privatsektor lagen im Juni 2012 bereits 6 bzw. 7 \u00fcber dem Durchschnitt. 2015 waren es dann 8 und 3 Prozent. Die Zustimmung der Erwerbslosen f\u00fcr SYRIZA stieg auf 22 Prozent im Mai 2012, auf 37 Prozent im Juni und schlie\u00dflich 44 Prozent 2015. Die Umw\u00e4lzung der W\u00e4hlerschaft wird vielleicht am deutlichsten beim Bildungsniveau. Hier wurde die Reihenfolge umgekehrt.<\/p>\n<p>2015 waren unter den SYRIZA-W\u00e4hlern jene mit der geringsten Bildung mit 39 Prozent (+20 Prozent) erstmals am st\u00e4rksten vertreten.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Umfragen im Mai und Juni 2012 ergaben, dass SYRIZA bei Facharbeitern 30 Prozent und bei ungelernten Arbeitern 27 Prozent erreichen konnte. W\u00e4hrend bei den Facharbeitern die ND die st\u00e4rkste Konkurrentin war und PASOK nur noch bei einem Prozent lag, war bei den ungelernten die faschistische Goldene Morgenr\u00f6te SYRIZA mit 25 Prozent auf den Fersen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Die Werte SYRIZAs d\u00fcrften sich 2015 weiter stark verbessert haben. Von den W\u00e4hlern, die sich der Unterschicht zurechnen w\u00e4hlten 2005 44 Prozent SYRIZA (+15,7 %) und 39,1 Prozent untere Mittelschicht.<\/p>\n<p>Diese R\u00fcckkehr zu einem klassenm\u00e4\u00dfigen Wahlverhalten wird auch in den urbanen Zentren deutlich. Hatten KKEes und Synaspismos fr\u00fcher ihre st\u00e4rkste Zustimmung in den b\u00fcrgerlichen Vierteln, ist es heute umgekehrt. In volkst\u00fcmlichen Vierteln Athens wie Drapetsona, Peristeri, Nikaia und Aigaleo erreicht SYRIZA bis zu 45 Prozent der Stimmen, w\u00e4hrend in den Reichenvierteln Ekali, Filothei, Psychico nur 10 bis 15 Prozent erzielt wurden.<\/p>\n<p>2015 wurden die letzten sicheren Hochburgen von ND und PASOK geschleift. Mit Zuw\u00e4chsen von 12 bis 16 Prozent konnte SYRIZA erstmals Ergebnisse nahe am Durchschnitt bei ihren bisher schw\u00e4chsten W\u00e4hlergruppen erzielen: Rentnern, Hausfrauen und Bauern. Auch die Unterschiede in der geographischen Verteilung haben stark abgenommen. Der l\u00e4ndliche Stimmenanteil SYRIZAs liegt jetzt etwa auf gleicher H\u00f6he wie der in urbanen und halburbanen Regionen.<\/p>\n<p><strong>Regierungspartei auf wackeligen Beinen<\/strong><\/p>\n<p>Die Umw\u00e4lzung in der W\u00e4hlerschaft widerspiegelt sich kaum in der Parteientwicklung. SYRIZA ist im Gegensatz zu den Parteien der chilenischen \u00abUnidad Popular\u00bb, die in einem damals an Einwohnern ergleichbaren Land bereits vor Regierungsantritt \u00fcber mehr als 200.000 Mitglieder verf\u00fcgten, eine kleine Partei von 35.000 bis 36.000 Mitgliedern.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Auf ein Mitglied entfielen bei der Januar-Wahl \u00fcber 60 W\u00e4hler.<\/p>\n<p>Der Organisationsgrad ist damit dreimal niedriger als im Durchschnitt der anderen westeurop\u00e4ischen Linksparteien. Er ist vergleichbar mit dem der LINKEN in Westdeutschland, die es 2013 auf ein Mitglied pro 76 W\u00e4hler brachte. Der geringe Organisationsgrad hat mehrere Gr\u00fcnde. Ein Teil der W\u00e4hler z\u00e4hlt nicht zu den Anh\u00e4ngern von Syriza, sondern hat sie aus taktischen Gr\u00fcnden gew\u00e4hlt. SYRIZA leidet ebenfalls unter der allgemeinen Parteienverdrossenheit. Obwohl Griechenland laut den Demoskopen zu den europ\u00e4ischen Gesellschaften mit dem h\u00f6chsten Politisierungsgrad z\u00e4hlt, hatten in einer Umfrage Ende letzten Jahres nur 11 Prozent der Griechen Vertrauen in die politischen Parteien. Diese bildeten damit das Schlusslicht einer Liste, wo an erster Stelle die Armee mit 80 Prozent steht, gefolgt von der Polizei (70 Prozent), dem Volk (67 Prozent) und der Kirche (57 Prozent).<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p><strong>Tab. 3: Mitgliederzahlen von SYRIZA und KKE<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"102\"><strong>Jahr<\/strong><\/td>\n<td width=\"104\"><strong>SYRIZA*<\/strong><\/td>\n<td width=\"95\"><strong>KKE<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">1974<\/td>\n<td width=\"104\"><em>12.000<\/em><\/td>\n<td width=\"95\"><em>18.000<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">1978<\/td>\n<td width=\"104\">12.000<\/td>\n<td width=\"95\">37.000<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">1982<\/td>\n<td width=\"104\">12.000<\/td>\n<td width=\"95\">73.000<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">1987<\/td>\n<td width=\"104\">4.500<\/td>\n<td width=\"95\">62.000<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">1992<\/td>\n<td width=\"104\">22.971<\/td>\n<td width=\"95\">35.000<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">1996<\/td>\n<td width=\"104\">19.000<\/td>\n<td width=\"95\">34.000<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">1999<\/td>\n<td width=\"104\">19.736<\/td>\n<td width=\"95\"><em>30.000<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">2004<\/td>\n<td width=\"104\">16.376<\/td>\n<td width=\"95\"><em>28.000<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">2009<\/td>\n<td width=\"104\">16.124<\/td>\n<td width=\"95\"><em>26.000<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"102\">2014<\/td>\n<td width=\"104\">35.000<\/td>\n<td width=\"95\"><em>25.000<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" width=\"300\">* Bis 1982 KKEes, 1987 Griechische Linke, 1992-2009 Synaspismos<em>Kursiv<\/em>: Sch\u00e4tzungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das dritte Hindernis f\u00fcr die Parteientwicklung ist die Mitgliederstruktur, die weitgehend noch der W\u00e4hlerstruktur vor der Krise entspricht, und die Partei f\u00fcr andere soziale Schichten als die in ihr dominierenden nicht attraktiv macht. Eine Befragung von 1.800 Delegierten auf dem Parteitag von 2013 ergab, dass 73 Prozent von ihnen eine akademische Bildung und weitere 24 Prozent einen mittleren Bildungsgrad hatten. Die meisten waren im \u00f6ffentlichen Dienst besch\u00e4ftigt (28 Prozent) gefolgt von den Selbst\u00e4ndigen und Unternehmern (27 Prozent).<\/p>\n<p>Mit 36 Prozent waren die 55-64j\u00e4hrigen, zwei Prozent vor den 45-54j\u00e4hrigen, die gr\u00f6\u00dfte Altersgruppe. Trotz Verdopplung der Mitgliedschaft im Vergleich zu Synaspismos 2008 (durch Neueintritte und die Vereinigung der 18 Mitgliedsparteien) hat sich an der Struktur wenig ver\u00e4ndert. Bei den auf dem Parteitag 2008 befragten 1.200 Delegierten lag im Vergleich zu 2013 noch die Altersgruppe der 45-bis-54j\u00e4hrigen vorne. Das Durchschnittsalter der Delegierten hat sich mit 50 Jahren (2008: 51) kaum ge\u00e4ndert. Die Besch\u00e4ftigtenstruktur ist \u00e4hnlich \u00a0geblieben. Lediglich der Frauenanteil ist von 26 Prozent auf 32 Prozent angestiegen.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>SYRIZA ist das Ergebnis einer Vereinheitlichung der griechischen Linken. Dieser Erfolg ist aber auch gleichzeitig ihre Achillesferse. Die 18 Gr\u00fcndungsorganisationen sind zum Teil nicht aufgel\u00f6st oder bestehen als Str\u00f6mungen fort. In wichtigen Fragen, wie etwa dem Umgang mit der Schuldenkrise und der Troika, bestehen erhebliche Differenzen. Diese Vielstimmigkeit erschwert nicht nur die Regierungsarbeit sondern auch das organisatorische Wachstum.<\/p>\n<p><strong>Mangelnde gesellschaftliche Verankerung<\/strong><\/p>\n<p>Dass SYRIZA ihre soziale Basis seit Beginn der Schuldenkrise erheblich ausweiten konnte, steht au\u00dfer Zweifel. Aber die soziale Verankerung bleibt erheblich hinter dem rasanten Stimmenzuwachs von 5 Prozent 2009 auf heute 36 Prozent zur\u00fcck. Darauf deutet eine Reihe von Fakten hin.<\/p>\n<p>Bei den Kommunal- und Bezirkswahlen vom Mai 2014 konnte SYRIZA ihre Stimmenzahl zwar mehr als verdreifachen, aber mit 17,8 Prozent lag die Partei 10 Prozent hinter ihrem Parlamentswahlergebnis von Juni 2012 und dem der EU-Wahl zur\u00fcck, die eine Woche sp\u00e4ter stattfand (siehe Tab. 1). Das Wahlergebnis entspricht etwa dem Parlamentsergebnis von Mai 2012. Der Gesamtstimmenanteil der Parteien links der PASOK ist bei den drei Wahlen (Mai 2012, EU 2014 und Kommunal 2014) fast identisch bei knapp 38 Prozent.<\/p>\n<p>Der Abstand zu den Parlamentsergebnissen im Juni 2012 und im Januar 2015 hat zum Teil damit zu tun, dass SYRIZA bei Legislativwahlen Leihstimmen anderer Linksparteien bekommt. Zum anderen spielen bei Lokalwahlen die Kandidaten und ihre lokale Vernetzung eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p><strong>Tab. 4: Parteieneinfluss in den Gewerkschaften<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"395\"><strong>Allgemeine F\u00f6deration der Griechischen Arbeiter (GSEE)<\/strong>Anteil an den Kongressdelegierten in Prozent<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">Jahr<\/td>\n<td width=\"57\">KKE<\/td>\n<td width=\"95\">Andere Linke<\/td>\n<td width=\"66\">SYRIZA*<\/td>\n<td width=\"66\">PASOK<\/td>\n<td width=\"47\">ND<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">1975<\/td>\n<td width=\"57\">16,0<\/td>\n<td width=\"95\">4,8<\/td>\n<td width=\"66\">1,2<\/td>\n<td width=\"66\">8,6<\/td>\n<td width=\"47\">44,0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">1981<\/td>\n<td width=\"57\">7,0<\/td>\n<td width=\"95\">2,0<\/td>\n<td width=\"66\">3,0<\/td>\n<td width=\"66\">11,0<\/td>\n<td width=\"47\">80,0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">1989<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"151\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 37,0<\/td>\n<td width=\"66\">4,0<\/td>\n<td width=\"66\">38,4<\/td>\n<td width=\"47\">18,0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">1995<\/td>\n<td width=\"57\">22,0<\/td>\n<td width=\"95\">7,0<\/td>\n<td width=\"66\">3,0<\/td>\n<td width=\"66\">49,0<\/td>\n<td width=\"47\">20,0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">2001<\/td>\n<td width=\"57\">22,4<\/td>\n<td width=\"95\">4,3<\/td>\n<td width=\"66\"><\/td>\n<td width=\"66\">47,7<\/td>\n<td width=\"47\">20,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">2007<\/td>\n<td width=\"57\">20,9<\/td>\n<td width=\"95\">6,2<\/td>\n<td width=\"66\"><\/td>\n<td width=\"66\">46,5<\/td>\n<td width=\"47\">27,0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">2013<\/td>\n<td width=\"57\">22,2<\/td>\n<td width=\"95\">10,4<\/td>\n<td width=\"66\">8,6<\/td>\n<td width=\"66\">34,5<\/td>\n<td width=\"47\">24,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"395\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"395\"><strong>Gewerkschaftsf\u00f6deration der \u00d6ff. Angestellten (ADEDY)<\/strong>Anteil im 85-sitzigen Generalrat in Prozent<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">1983<\/td>\n<td width=\"57\">15,3<\/td>\n<td width=\"95\">2,4<\/td>\n<td width=\"66\">2,4<\/td>\n<td width=\"66\">52,9<\/td>\n<td width=\"47\">29,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">1989<\/td>\n<td width=\"57\">16,5<\/td>\n<td width=\"95\">5,9<\/td>\n<td width=\"66\">2,4<\/td>\n<td width=\"66\">40,0<\/td>\n<td width=\"47\">36,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">1995<\/td>\n<td width=\"57\">8,2<\/td>\n<td width=\"95\">7,1<\/td>\n<td width=\"66\">2,4<\/td>\n<td width=\"66\">50,6<\/td>\n<td width=\"47\">31,8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">2001<\/td>\n<td width=\"57\">12,9<\/td>\n<td width=\"95\">8,2<\/td>\n<td width=\"66\">3,5<\/td>\n<td width=\"66\">49,4<\/td>\n<td width=\"47\">25,9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">2007<\/td>\n<td width=\"57\">10,6<\/td>\n<td width=\"95\">9,4<\/td>\n<td width=\"66\">4,7<\/td>\n<td width=\"66\">42,4<\/td>\n<td width=\"47\">32,9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"64\">2013<\/td>\n<td width=\"57\">12,9<\/td>\n<td width=\"95\">16,5<\/td>\n<td width=\"66\">21,2<\/td>\n<td width=\"66\">25,9<\/td>\n<td width=\"47\">22,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"395\">*inkl. Vorl\u00e4ufer Kommunistische Partei Griechenlands \u2013 Inland (KKEes) und Synaspismos.Es handelt sich jeweils um den Anteil von Str\u00f6mungen (z.T. mit in der Zeit wechselnden Bezeichnungen), die von den politischen Parteien kontrolliert werden.Die von der KKE kontrollierten Gewerkschaften sind zwar Teil der beiden Dachverb\u00e4nde, nehmen aber nicht an deren Aktivit\u00e4ten teil und agieren nach au\u00dfen unabh\u00e4ngig in der Allgemeinen K\u00e4mpferischen Arbeiterfront (PAME).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Hier hat SYRIZA offensichtlich Nachholbedarf, w\u00e4hrend die anderen Parteien noch von ihrer vergangenen Gr\u00f6\u00dfe zehren k\u00f6nnen. Ein Gradmesser f\u00fcr die gesellschaftliche Verankerung von SYRIZA ist auch ihr Einfluss in gesellschaftlichen Organisationen.<\/p>\n<p>Bei Gewerkschaften und Studierendengremien l\u00e4sst sich der Einfluss der verschiedenen Parteien messen. Ihr Organisationen konkurrieren bei der Wahl der Delegierten zu den Gewerkschaftskongressen ebenso wie bei den landesweiten Studentenwahlen, die j\u00e4hrlich stattfinden. Die KKEes und Synaspismos gelang es nach der R\u00fcckkehr zur Demokratie nie, bestimmenden Einfluss in den Gewerkschaften zu erlangen. Diese wurden nach 1974 zuerst noch von den Konservativen und zum Teil von Faschisten kontrolliert. Grund war ein Delegiertensystem, das Kleinstgewerkschaften von wenigen Mitgliedern \u00fcberproportional Delegierte zusicherte.<\/p>\n<p>Der Kampf f\u00fcr demokratische Delegiertenwahlen dauerte beim Dachverband der Gewerkschaften der Privatwirtschaft GSEE bis Ende der 1980er Jahre. In der Tabelle (Tab. 4) sind deshalb die Stimmenanteile f\u00fcr die linken Fraktionen in den Jahren 1975 und 1981 stark unterbewertet, d\u00fcrften aber die Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse untereinander einigerma\u00dfen korrekt wiedergeben.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaftsgruppen der KKEes in der GSEE erreichten weniger als ein Drittel der Delegierten der KKE. H\u00f6hepunkt des linken Einflusses war das Jahr 1989 als beide gemeinsam kandidierten und 37 Prozent der Delegiertenmandate errangen. Erst nach Beginn der Krise gelang der Gewerkschaftsfraktion von SYRIZA ein bescheidener Zuwachs der Delegiertenzahlen auf zehn Prozent. Das sind halb soviele wie die der Gewerkschaftsgruppierung der KKE. 2013 stellten die Delegierten von PASOK und ND trotz Troika-Politik noch 60 Prozent der Delegierten.<\/p>\n<p>In der Gewerkschaft des \u00d6ffentlichen Dienstes ADEDY lag der Einfluss von SYRIZA stets h\u00f6her als im GSEE. 2013 konnte ihre Gewerkschaftsorganisation mit 17 Prozent der Mitglieder des Generalrates die KKE \u00fcberrunden. Die Hegemonie von PASOK und ND ist erstmals angeschlagen.<\/p>\n<p>Die Verankerung SYRIZAs im Studierendenbereich ist noch geringer als in den Gewerkschaften, und das obwohl SYRIZA bei Parlamentswahlen stets \u00fcberdurchschnittlich von Studierenden gew\u00e4hlt wird und die Partei und ihre Vorg\u00e4ngerorganisation stark akademisch gepr\u00e4gt waren. Bei den allj\u00e4hrlichen Wahlen der Studierenden f\u00fcr ihre Vertretungen (siehe Tab. 5), an denen sich zuletzt etwa 60 Prozent der Studierenden beteiligen, ging der Einfluss ihres Studierendenverbandes Vereinigte Linke (AR.EN.) von 2012 bis 2014 sogar von 7,3 auf 6,3 Prozent zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Tab 5: Parteieneinfluss in Studierendengremien<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"451\"><strong>Wahlen zu den studentischen Gremien an Universit\u00e4ten<\/strong>Anteil der parteinahen Studierendengruppen an den Stimmen in Prozent*<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\"><\/td>\n<td width=\"66\">KKE<\/td>\n<td width=\"85\">SYRIZA**<\/td>\n<td width=\"104\">Linksradikale***<\/td>\n<td width=\"66\">PASOK<\/td>\n<td width=\"57\">ND<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">1975<\/td>\n<td width=\"66\">22,7<\/td>\n<td width=\"85\">16,4<\/td>\n<td width=\"104\">8,0<\/td>\n<td width=\"66\">25,6<\/td>\n<td width=\"57\">16,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">1980<\/td>\n<td width=\"66\">31,3<\/td>\n<td width=\"85\">8,9<\/td>\n<td width=\"104\">16,4<\/td>\n<td width=\"66\">26,8<\/td>\n<td width=\"57\">10,0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">1985<\/td>\n<td width=\"66\">27,2<\/td>\n<td width=\"85\">12,1<\/td>\n<td width=\"104\">3,7<\/td>\n<td width=\"66\">26,3<\/td>\n<td width=\"57\">26,9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">1990<\/td>\n<td width=\"66\">12,4<\/td>\n<td width=\"85\"><\/td>\n<td width=\"104\">17,4<\/td>\n<td width=\"66\">19,3<\/td>\n<td width=\"57\">45,7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">1995<\/td>\n<td width=\"66\">6,3<\/td>\n<td width=\"85\"><\/td>\n<td width=\"104\">7,4<\/td>\n<td width=\"66\">21,7<\/td>\n<td width=\"57\">38,7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">2000<\/td>\n<td width=\"66\">12,5<\/td>\n<td width=\"85\">1,1<\/td>\n<td width=\"104\">9,3<\/td>\n<td width=\"66\">23,8<\/td>\n<td width=\"57\">37,6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">2005<\/td>\n<td width=\"66\">15,5<\/td>\n<td width=\"85\">2,2<\/td>\n<td width=\"104\">11,2<\/td>\n<td width=\"66\">24,9<\/td>\n<td width=\"57\">40,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">2010<\/td>\n<td width=\"66\">14,4<\/td>\n<td width=\"85\">5,3<\/td>\n<td width=\"104\">10,4<\/td>\n<td width=\"66\">31,5<\/td>\n<td width=\"57\">34,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">2012<\/td>\n<td width=\"66\">14,1<\/td>\n<td width=\"85\">7,3<\/td>\n<td width=\"104\">13,3<\/td>\n<td width=\"66\">20,2<\/td>\n<td width=\"57\">38,7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"73\">2015<\/td>\n<td width=\"66\">19,4<\/td>\n<td width=\"85\">7,9<\/td>\n<td width=\"104\">15,1<\/td>\n<td width=\"66\">11,5<\/td>\n<td width=\"57\">39,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"451\">* Seit den 1990er Jahren gibt es keine offiziellen Gesamtergebnisse der allj\u00e4hrlichen Studierendenwahlen mehr, sondern nur noch Bekanntmachungen durch die einzelnen Parteistr\u00f6mungen, die zwar im Einzelnen voneinander abweichen, in der Tendenz aber \u00fcbereinstimmen.** Inkl. der Studierendenorganisationen der Vorg\u00e4nger Kommunistische Partei Griechenlands &#8211; Inland (KKEes) und Synaspismos*** Seit 1995 fast ausschlie\u00dflich EAAK, das B\u00fcndnis aus Studierendengruppen, die meist Teil der Mitgliedsorganisationen von ANTARSYA sind<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Bei der ersten Wahl nach dem Regierungsantritt SYRIZAs am 13. Mai 2015 erzielte AR.EN. eine leichte Verbesserung auf 7,9 Prozent. Der Stimmenanteil der KKE-Organisation ist seit Beginn der 1990er Jahre kontinuierlich auf 19 Prozent angestiegen. Die linksradikale Vereinigte Unabh\u00e4ngige Linke Bewegung (EAAK), die heute dem Parteienb\u00fcndnis ANTARSYA nahesteht, hat sich seit 1995 von 7 auf heute 13 Prozent verbessert. Bemerkenswert ist, dass die Ablehnung von PASOK und ND, wie sie bei den Parlamentswahlen zum Ausdruck kommt, an den Universit\u00e4ten wesentlich schw\u00e4cher ausf\u00e4llt. Lediglich der Einfluss von PASOK ist stark geschwunden.<\/p>\n<p>ND verharrt auf dem hohen Niveau der letzten 25 Jahre. Die Gruppen links von PASOK haben seit 2010 von 30 Prozent auf heute 43 Prozent zugelegt. Profitiert davon hat vor allem die KKE und ANTARSYA. Die radikale Linke war in den 1970ern bis 1982 vorherrschend an den Universit\u00e4ten. Die KKE errang in den 1980ern allein jeweils 30 Prozent der Stimmen bis sich 1989 (aufgrund der Beteiligung an einer Regierung mit der ND) die linke Mehrheit ihrer Jugendorganisation abspaltete.<\/p>\n<p>Der KKEes war es bereits 1978 \u00e4hnlich ergangen. Bis dahin hatte ihr Jugendverband, der von seiner aktiven Rolle im Widerstand gegen das Obristenregime zehrte, bis zu 20 Prozent der Stimmen bei den Studierendenwahlen erreicht. 1987 verlor sie erneut den Gro\u00dfteil der Jugendorganisation, als dieser sich bei der Umwandlung der KKEes in die E.AR mit dem linken Fl\u00fcgel abspaltete. Damit waren beide Parteien Anfang der 1990er Jahre kaum noch in den studentischen Gremien vertreten, wo sich seit Mitte der 1980er Jahre die Konservativen stark an Einfluss gewonnen hatten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>SYRIZA steht vor der Herkulesaufgabem, nach dem Erreichen der Regierung auch an die Macht zu gelangen. Sie hat mit einem Staatsapparat zu tun, der nach jedem Wahlsieg von ND und PASOK mit treuen Anh\u00e4ngern best\u00fcckt wurde und Sicherheitsorganen deren parteipolitischen Pr\u00e4ferenzen bis ins faschistische Lager reichen. Sie wird nicht nur von den Parteien der vorherigen Regierung und den Faschisten bek\u00e4mpft, sondern auch von Linksradikalen und einer Kommunistischen Partei (KKE), die bereits seit langen ein Gleichheitszeichen zwischen SYRIZA und den alten Regierungsparteien gemacht hat. Die m\u00e4chtigeren Gegner aber sind die EU, EZB und IWF, die mit allen Mitteln verhindern wollen, dass ihre Austerit\u00e4tspolitik gestoppt wird, und der SYRIZA-Regierung Mittel zur Verf\u00fcgung stehen, um ihr Programm umzusetzen.<\/p>\n<p>SYRIZA steht deshalb vor der schwierigen Aufgabe, ihre Machtbasis zu verbreitern \u2013 durch den weiteren Aufbau der Partei vor allem in den unteren Schichten und durch eine bessere Verankerung in den gesellschaftlichen Organisationen. Gleichzeitig m\u00fcssen die bisherigen B\u00fcndnispartner gehalten und neue gewonnen werden, die sich einem neoliberalen Kurs widersetzen, in der politischen Mitte aber auch zur Linken. Gro\u00dfe Teile der Anh\u00e4nger von KKE und dem linksradikalen ANTARSYA-B\u00fcndnis w\u00e4hlen bereits SYRIZA bei Parlamentswahlen. Und Umfragen zeigen, dass ein gro\u00dfer Teil der KKE-Anh\u00e4nger mit der neuen Regierung zufrieden sind. Das ist eine Grundlage daf\u00fcr, dieses Spektrum oder zumindest Teile davon f\u00fcr eine Zusammenarbeit zu gewinnen.<\/p>\n<p>Die Bedingungen f\u00fcr eine st\u00e4rkere Verankerung von SYRIA und ihrer Regierung sind gegenw\u00e4rtig g\u00fcnstig. Auch wenn die erste Euphorie sich etwas gelegt hat, genie\u00dfen die Regierung, und ihre bekanntesten Vertreter Alexis Tsipras und Yanis Varoufakis laut Demoskopie weiterhin bei etwa zwei Dritteln der Befragten Zustimmung. Und SYRIZA legt in den Wahlumfragen bei \u00fcber 40 Prozent. Darauf l\u00e4sst sich aufbauen.<\/p>\n<p><em>Marburg, den 24. Mai 2015<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Antonis Pantelis, Stephanos Koutsoubinas und George Gerapetritis, Greece, in: Dieter Nohlen und Philip St\u00f6ver, Elections in Europe. A Data Handbook, 2010, Baden-Baden, S. 808-872<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Einschlie\u00dflich der Demokratischen Linken (DIMAR), einer Rechtsabspaltung des SYRIZA-Vorl\u00e4ufers Synaspismos, aber ohne die PASOK-Abspaltung KIDISO von Giorgios Papandreou<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Siehe: Ergebnisse der Wahltagsbefragung von Metron Analysis, MRB\/ RASS, OPINION\/GPO, ALCO und MARC; www.metronanalysis.gr\/?download=2820<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Siehe: St\u00e9rios Varvaroussis, Le Parti Communiste Grec de l&#8217;Int\u00e9rieur, in: Communisme, Paris, Nr. 17, 1988, S. 88-100<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. ebenda, S. 99<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Zur Geschichte der griechischen radikalen Linken siehe: Heinz A. Richter, Griechenlands Kommunisten, in: Heinz Timmermann (Hg.), Die kommunistischen Parteien Europas. L\u00e4nderstudien und Queranalysen, Baden-Baden 1979, S. 257-308. Dimitri Kitsikis, Populism, Eurocommunism and the KKE, The Communist Party of Greece, in: Michael Waller und Meindert Fennema, Communist Parties in Western Europe. Decline or Adaption?, Oxford 1988, S. 97-113. Ole L. Smith, The Greek Communist Party in the Post-Gorbachev Era, in: David S. Bell (Hg.), Western European Communists and the Collapse of Communism, Providence\/Oxford 1992, S. 87-99. Nicos Kotzias, Die Linke im politischen System Griechenlands und ihre Krise, in Z &#8211; Zeitschrift Marxistische Erneuerung, Frankfurt\/Main, Nr, 9, 1992, S. 64-75. Heinz A. Richter, Die Entwicklung der griechischen Linken 1918-1996, in: Patrick Moreau, Marc Lazar und Gerhard Hirscher (Hg.), Der Kommunismus in Westeuropa. Niedergang oder Mutation?, Landsberg\/Lech, 1998, S. 131-166<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Zur PASOK siehe: Dimitri A. Sotiropoulos, Greece, in: Jean-Michel De Waele, Fabien Escalona und Mathieu Vieira (Hg.), The Palgrave Handbook of Social Democratic Parties in the European Union, Basingstoke 2013, S. 185-205<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. Stathis N. Kalyvas und Nikos Marantzidis, The two Paths of the Greek Communist Movement (1985-2001), in: Joan Botella und Luis Ramiro (Hg.); The Crisis of Communism and Party Change. The Evolution of West European Communist Parties, Barcelona 2003, S. 13-32<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. Michalis Spourdalakis, The Miraculous Rise of the \u201cPhenomenon SYRIZA\u201d, International Critical Thought, London, Band 4, Nr. 3, 2014, S. 354-366; www.tandfonline.com\/doi\/pdf\/10.1080\/21598282.2014.931022<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Zahlen nach: Yiannis Mavris, The social forces of the anti-Memorandum alliance, 11. Februar 2015; www.mavris.gr\/en\/621\/the-socialforces-of-the-anti-memorandum-alliance<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. Christoforos Vernardakis, Die griechische Linke bei den Wahlen 2012: R\u00fcckkehr des klassenspezifischen Wahlverhaltens, in: Transform, Br\u00fcssel, Nr. 11, 2012, S. 91-99; www.transform-network.net\/uploads\/media\/transform_11-2012_dt_web.pdf<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Sebastian Budgen und Stathis Kouvelakis Greece: Phase One, 22. Januar 2015; <a href=\"http:\/\/www.jacobinmag.com\/2015\/01\/phase-one\/\">www.jacobinmag.com\/2015\/01\/phase-one\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Public Issue, The annual survey of Public Issue on Institutions, 13. November 2014; www.publicissue.gr\/en\/1938\/institutions-2014\/<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. Powerpoint-Pr\u00e4sentation der Auswertung der Befragung der Delegierten des ersten SYRIZA-Parteitages; https:\/\/left.gr\/news\/analysitis-ereynas-toy-1oy-synedrioy-toy-syriza und f\u00fcr die Delegiertenbefragung 2008 Julian Marioulas, Die griechische Linke, in: Birgit Daiber,Cornelia Hildebrandt und Anna Striethorst (Hg.), Von Revolution bis Koalition. Linke Parteien in Europa, S. 270-287, hier S. 272f.<\/p>\n<p><em>Quelle: Zusendung von NaO-Berlin.<\/em> <em>Der Titel wurde von der Redaktion <\/em>maulwuerfe.ch <em>gesetzt<\/em><\/p>\n<p><strong>Text in PdF: <a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Biver_Syriza_Verankerung_24052015.pdf\">Biver_Syriza_Verankerung_24052015<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nico Biver. Betrachtungen \u00fcber die soziale Basis der griechischen Linken. Mit 36,3 Prozent erzielte die Koalition der Radikalen Linken (SYRIZA) im Januar 2015 fast auf das Zehntel genau den gleichen Stimmenanteil wie Salvador Allende bei &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7],"tags":[10,43,4],"class_list":["post-641","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-international","tag-breite-parteien","tag-griechenland","tag-strategie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=641"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/641\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":691,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/641\/revisions\/691"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}