{"id":6454,"date":"2019-11-20T09:20:08","date_gmt":"2019-11-20T07:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6454"},"modified":"2019-11-20T09:20:09","modified_gmt":"2019-11-20T07:20:09","slug":"es-sind-immer-die-gleichen-die-die-arbeitsplaetze-vernichten-und-das-klima-killen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6454","title":{"rendered":"Es sind immer die gleichen: die, die Arbeitspl\u00e4tze vernichten und das Klima killen!"},"content":{"rendered":"<p><em>Vernetzung f\u00fcr k\u00e4mpferische Gewerkschaften (VKG), Aufruf von GewerkschafterInnen zur Unterst\u00fctzung des globalen Klimastreiks am 29. November und der Aktionen von Ende Gel\u00e4nde!. <\/em>Die Klima-Proteste bringen das Land und die ganze Welt in Bewegung<!--more--> und ein Gro\u00dfteil unserer Gewerkschaften unterst\u00fctzen sie. Das ist gut so!<\/p>\n<p>Denn die eigentlichen Verursacher der Klimakatastrophe, die gro\u00dfen Konzerne \u2013 seien es die Energie- oder die Automobilkonzerne \u2013 interessiert es nicht, ob sie die Umwelt zerst\u00f6ren und damit die ganze Menschheit in eine existentielle Krise st\u00fcrzen. F\u00fcr sie z\u00e4hlt nur der Profit.<\/p>\n<p>Aber die Realit\u00e4t ist auch, dass viele Betriebs- und Personalr\u00e4te und gro\u00dfe Teile der Belegschaften jede Umwelts\u00fcnde mitmachen, wenn die Unternehmen mit Arbeitsplatzvernichtung drohen. Dann werden weiter W\u00e4lder f\u00fcr Braunkohle abgeholzt, Kernkraftwerke weiterbetrieben und dicke Verbrennermotoren in \u00fcberdimensionierte SUVs gebaut.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t ist, dass aus solchen Betrieben so gut wie keine Mobilisierung zum Klimastreik am 20.9. stattgefunden hat und es gab schon fr\u00fcher die Bilder vom Hambacher Forst, als ArbeiterInnen gegen die DemonstrantInnen standen. Beim \u201eKohlegipfel\u201c der Bundesregierung stimmten auch die VertreterInnen einem extrem sp\u00e4ten Ausstieg und Milliardensubventionen f\u00fcr die Konzerne zu.<\/p>\n<p>So bleibt von der Solidarit\u00e4t mit der globalen Umweltbewegung und den Aktionen von Friday for Future nur ein Lippenbekenntnis mit schalem Beigeschmack.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"334\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Klima.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6455\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Klima.png 625w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Klima-300x160.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/figure>\n<p>Verantwortlich daf\u00fcr sind auch die F\u00fchrungen der gro\u00dfen Gewerkschaften wie der IG Metall und der IG BCE, die den notwendigen Kampf gegen die zunehmenden zerst\u00f6rerischen Auswirkungen der fossilen Energieerzeugung und der Autoindustrie (um nur die Augenscheinlichsten anzuf\u00fchren) gegen den Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen stellen, selbst wenn sie bei anderen Gelegenheiten von \u201e\u00f6kologischer Erneuerung\u201c und Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel sprechen. Und damit die Durchsetzung dieser beiden Ziele in den Augen der meisten Besch\u00e4ftigten als un\u00fcberwindbaren Widerspruch hinstellen. Das f\u00fchrt auch dazu, dass GewerkschafterInnen bei Auseinandersetzung auf unterschiedlichen Seiten stehen. W\u00e4hrend die IG BCE zusammen mit RWE Pro-Kohleabbau-Demos organisierte, unterst\u00fctzte ver.di (richtigerweise) die Gegendemo.<\/p>\n<p>Diese Spaltung wollen und m\u00fcssen wir aber \u00fcberwinden. GewerkschafterInnen d\u00fcrfen sich nicht l\u00e4nger vor den Karren \u201eihrer\u201c Unternehmen spannen lassen. Wenn jetzt die Unternehmen mit der Vernichtung von zehntausenden Stellen drohen, dann werden dieses Problem und der Druck noch gr\u00f6\u00dfer. Alle Konzernzentralen begr\u00fcnden den Abbau mit der Konjunktur, aber alle, die das irgendwie k\u00f6nnen, schieben die Schuld auf die Klimabewegung und die \u201ePolitik\u201c, die angeblich nicht im Interesse der Arbeitspl\u00e4tze entscheide.<\/p>\n<p>Das ist verlogen und dagegen wehren wir uns: alle Bundesregierungen haben immer Gesetze nach dem Wunsch der Unternehmen gemacht, besonders aber f\u00fcr die Autoindustrie und die Energie-Branche. Genau deshalb wurden die Klimaziele, die auf einem anderen Papier standen, nicht erreicht, w\u00e4hrend e.on, RWE, EnBW und Vattenfall der Ausstieg aus Atom und Braunkohle mit Milliardengeschenken vergoldet wurden. Diese Zugest\u00e4ndnisse an die Profitinteressen retten letztlich auch keine Arbeitspl\u00e4tze, sondern versch\u00e4rften nur die \u00f6kologische Krise und treiben au\u00dferdem einen Keil zwischen die Lohnabh\u00e4ngigen.<\/p>\n<p>Wenn die IG Metall als gr\u00f6\u00dfte Industriegewerkschaft verlangt, dass \u201edie Transformation \u00f6kologisch und sozial sein soll\u201c, dann ist das Ziel richtig. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass die Unternehmen solange sie k\u00f6nnen die Umwelt sch\u00e4digen, wenn es Profit bringt. Genauso wie sie alle anderen Kosten ihrer Entscheidungen auf die Gesellschaft abw\u00e4lzen, von den krankmachenden Arbeitsbedingungen bis zur Arbeitslosigkeit, wenn das ihre Kassen klingeln l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fclerInnen haben richtig erkannt, dass Demos, die niemand weh tun, die politisch Verantwortlichen nicht beeindrucken. Sie haben mit Schulstreiks begonnen. Am 20.9., dem internationalen Streiktag kam pl\u00f6tzlich die Frage auf, ob Gewerkschaften ebenfalls zum Streik aufrufen, ob das erlaubt sei. Am 29. November findet der n\u00e4chst globale Aktionstag statt \u2013 und die Gewerkschaften sind gefordert, diesen nicht nur verbal, sondern durch betriebliche Aktionen und Arbeitsniederlegungen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wir sagen, es ist n\u00f6tig: Es ist n\u00f6tig, weil die Unternehmen nicht einfach weiter Entscheidungen auf Kosten unserer Zukunft f\u00e4llen d\u00fcrfen! Es ist n\u00f6tig, weil die Regierungen nicht weiter die Unternehmen finanziell entlasten d\u00fcrfen! Es geht nicht nur um Demos w\u00e4hrend der Arbeitszeit, es geht um die Wahrnehmung des politischen Streiks, um den n\u00f6tigen \u00f6konomischen und politischen Druck aus\u00fcben zu k\u00f6nnen. Dazu braucht es eine Perspektive, die den Kampf gegen den Klimawandel als Teil des Kampfes f\u00fcr die Interessen der gesamten arbeitenden Bev\u00f6lkerung begreift. Wir treten daf\u00fcr ein:<\/p>\n<ul>\n<li>umweltsch\u00e4dliche Produktion zu stoppen, den schnellst m\u00f6glichen Ausstieg aus dem Braunkohletagbau durchzusetzen und die Besch\u00e4ftigten ohne Einkommensverlust umzuschulen.<\/li>\n<li>die Entscheidungen \u00fcber Forschung und Entwicklung offenzulegen und betrieblich und gesellschaftlich durch die lohnabh\u00e4ngigen Besch\u00e4ftigten und KonsumentInnen zu kontrollieren.<\/li>\n<li>Arbeitsplatzverlagerung zu blockieren und Betriebsschlie\u00dfungen zu verhindern<\/li>\n<li>eine kollektive Arbeitszeitverk\u00fcrzung auf 30 Wochenstunden sofort bei vollem Lohn- und Personalausgleich durchzusetzen<\/li>\n<li>eine Konversion durchzusetzen, die nicht auf Kosten der Arbeitspl\u00e4tze geht, sondern die Besch\u00e4ftigten in diesen Prozess einbeziehen. Denn sie verf\u00fcgen \u00fcber das Know-how wie zuk\u00fcnftige umweltfreundliche Arbeitspl\u00e4tze aussehen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>die Kapitalsteuern massiv zu erh\u00f6hen und die Verm\u00f6genssteuer wieder einzuf\u00fchren.<\/li>\n<li>die gro\u00dfen Konzerne unter Kontrolle der Besch\u00e4digten zu enteignen, um einen demokratischen Plan zum \u00f6kologischen Umbau der Produktion und der Infrastruktur durchzusetzen!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir fordern die DGB-Gewerkschaften auf, am 29.11. den globalen Klimastreik zu unterst\u00fctzen und sich mit den Aktionen von \u201eEnde Gel\u00e4nde\u201c vom 29.11. zum 1.12. zu solidarisieren!<\/p>\n<p>Vernetzung f\u00fcr k\u00e4mpferische Gewerkschaften (VKG), verabschiedet am 10.11.2019<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2019\/11\/19\/es-sind-immer-die-gleichen-die-die-arbeitsplaetze-vernichten-und-das-klima-killen\/\"><em>arbeiterinnenmacht.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 20. November 2019 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vernetzung f\u00fcr k\u00e4mpferische Gewerkschaften (VKG), Aufruf von GewerkschafterInnen zur Unterst\u00fctzung des globalen Klimastreiks am 29. November und der Aktionen von Ende Gel\u00e4nde!. 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