{"id":6586,"date":"2019-12-10T09:50:47","date_gmt":"2019-12-10T07:50:47","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6586"},"modified":"2019-12-10T09:50:49","modified_gmt":"2019-12-10T07:50:49","slug":"klasse-identitaet-und-sozialistische-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6586","title":{"rendered":"Klasse, Identit\u00e4t und sozialistische Strategie"},"content":{"rendered":"<p><em>Josefina Martinez.<\/em> <strong>Eine Rezension von Asad Haider\u2019s \u201cMistaken Identity: Race and Class in the Age of Trump\u201d, die die Debatte zwischen \u201caufst\u00e4ndischer Universalit\u00e4t\u201d (\u201cinsurgent universality\u201d), \u00f6konomistischer \u201cKlassenpolitik\u201d<!--more--> und dem Kampf f\u00fcr die Hegemonie des Proletariats aufgreift.<\/strong><\/p>\n<p>Asad Haider ist Herausgeber und einer der Gr\u00fcnder des\u00a0<em>Viewpoint Magazine<\/em>, sowie Absolvent der University of California in Santa Cruz. In seinem Buch \u201cMistaken Identity: Race and Class in the Age of Trump\u201d (Verso, 2018) (\u201cMissverstandene Identit\u00e4t: \u2018race\u2019 und Klasse im Trumpschen Zeitalter\u201d, A.d.\u00dc.). kritisiert er die \u201cIdentit\u00e4tspolitik\u201d und deren Einfluss auf die Zersplitterung sozialer Bewegungen. Hierf\u00fcr st\u00fctzt sich der Autor auf seine eigenen Erfahrungen als Aktivist in den USA.<\/p>\n<p>\u201cMistaken Identity\u201d entwickelt die These, dass \u201cIdentit\u00e4tspolitik\u201d in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen hat, antirassistische Bewegungen zu neutralisieren. In Haiders Worten:<\/p>\n<p>Ich definiere die Identit\u00e4tspolitik als die Neutralisierung<em>\u00a0von Bewegungen gegen rassistische Unterdr\u00fcckung. Es ist die Ideologie, die sich herausgebildet hat, um sich dieses emanzipatorische Erbe zum Zweck der F\u00f6rderung politischer und wirtschaftlicher Eliten anzueignen.\u201d<\/em><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Dodge.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6587\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Dodge.jpg 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Dodge-300x185.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Dodge-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><figcaption><em>Foto: Schwarze Automobilarbeiter*innen w\u00e4hrend des Aufstands der 1968er Dodge Revolutionary Union Movement (DRUM) in Detroit (General Baker). (<\/em><a href=\"https:\/\/www.izquierdadiario.es\/Clase-diversidad-y-estrategia-socialista-un-debate-en-la-izquierda-norteamericana\"><strong><em>Izquierda Diario<\/em><\/strong><\/a><em>)<\/em> <\/figcaption><\/figure>\n<p>In einem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.versobooks.com\/blogs\/4002-zombie-manifesto\"><strong>sp\u00e4teren Artikel<\/strong><\/a><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> erkl\u00e4rt Haider, dass die \u201cNeutralisierungshypothese\u201d ihm erlaubt, eine Linie zwischen fr\u00fcheren sozialen Bewegungen und dem neoliberalen multikulturellen Diskurs zu ziehen.<\/p>\n<p>Haider ist der Auffassung, um den Rassismus in der heutigen Gesellschaft zu bek\u00e4mpfen, m\u00fcsse man den methodischen Ausgangspunkt umgehen, den die \u201cIdentit\u00e4tspolitik\u201d etabliert habe. Diese Politik sehe Unterdr\u00fcckung als etwas, das auf individueller Ebene passiert. Daraus folgend bedeute die Anwesenheit einer Schwarzen Person in einer Machtposition auf jeden Fall einen Fortschritt, unabh\u00e4ngig davon, welche Politik diese Person vertritt. So werde es in der Linken zur allgemeinen Haltung, dass das Wichtigste sei, seine \u201cPrivilegien zu pr\u00fcfen\u201d \u2014 als k\u00f6nnte Unterdr\u00fcckung durch eine \u00dcbung in individueller Selbstwahrnehmung umgekehrt werden.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu verwendet Haider als allgemeine Definition: \u201c\u2018Rasse\u2019 ist keine Idee oder Identit\u00e4t: Sie wird durch materielle Beziehungen von Herrschaft und Unterwerfung erzeugt.\u201d Und er best\u00e4rkt, dass es eine \u201cmaterielle Beziehung ist, die nicht von der \u00f6konomischen getrennt, aber auch nicht auf sie reduziert werden kann.\u201d<\/p>\n<p>\u201cMistaken Identity\u201d verfolgt die K\u00e4mpfe Schwarzer Menschen in den USA zur\u00fcck bis ins 19. Jahrhundert. Das Buch analysiert die von der Gro\u00dfen Depression bestimmten 1930er und die Entstehung der B\u00fcrgerrechtsbewegungen in den 1960ern. Haider konzentriert sich darauf, die Momente der gr\u00f6\u00dften sozialen Konfrontationen hervorzuheben. Momente, in denen die Bewegungen Elemente des Antikapitalismus und des Klassenkampfes aufgriffen. Diese Momente wurden aus der offiziellen Geschichte getilgt, ein Versuch die lange Geschichte Schwarzer K\u00e4mpfe in den USA in eine \u201czivile\u201d Bewegung f\u00fcr rechtliche Gleichheit umzuschreiben.<\/p>\n<p>Wie Haider aufzeigt, ist seit den 1960ern und 1970ern eine Elite Schwarzer Personen in Machtpositionen entstanden. Diese Elite benutzt die nationalistische Logik von klassen\u00fcbergreifender Einheit, um ihre eigenen Klassenprivilegien zu verstecken. In diesem Zusammenhang verweist er auf die<em>\u00a0Black Panther<\/em>, die den antirassistischen Kampf mit antikapitalistischem Kampf verbanden, im Kontext der allgemeinen politischen Radikalisierung der Zeit. Einer der interessantesten Punkte des Buches ist, wie Haider die Konsolidierung einer Elite innerhalb der antirassistischen Bewegung analysiert. Als die Bewegung ihre radikalsten Forderungen fallen liess, war die Demokratische Partei in der Lage, sie zu vereinnahmen.<\/p>\n<p>Als Folge wurden \u201cdie fortschrittlichen Sprachen der neuen sozialen Bewegungen, getrennt von ihren Wurzeln, als neue Strategie der herrschenden Klasse \u00fcbernommen.\u201d Seinen H\u00f6hepunkt fand dieser Prozess in der Verbundenheit der Schwarzen Eliten zu Barack Obamas neoliberaler Politik.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem \u00fcbernimmt Haider ein Argument der der US-amerikanischen Philosophin Wendy Brown \u00fcber die Rolle des Staates in der Identit\u00e4tspolitik seit den 1980ern. Die Anerkennung der \u201cLeiden\u201d bestimmter Gruppen durch den Staat definiert diese Gruppen als Opfer. Indem sie fordern, der neoliberale Staat m\u00f6ge den Schaden regulieren oder kontrollieren, nehmen Individuen ihre Rolle als Opfer, und nicht als Subjekte ihrer eigenen Emanzipation, an. In Anlehnung an Brown weist Haider darauf hin, dass \u201cIdentit\u00e4tspolitik\u201d auf einer \u201cRenaturalisierung\u201d des Kapitalismus aufbaut, in der kapitalistische soziale Beziehungen nicht l\u00e4nger hinterfragt werden.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich bietet Haider eine Perspektive auf die Beziehung zwischen dem Universellen und dem Besonderen an. Er weist darauf hin, dass der einzige Weg, f\u00fcr eine Perspektive der \u201cuniversellen\u201d Emanzipation zu k\u00e4mpfen, darin besteht, so zu k\u00e4mpfen, dass gar keine Gruppe unterdr\u00fcckt bleibt.<\/p>\n<p>An dieser Stelle greift er zu etwas, das Marx in \u201c<a href=\"http:\/\/www.mlwerke.de\/me\/me01\/me01_347.htm\"><strong>Zur Judenfrag<\/strong><\/a>e\u201d behandelt: In diesem Werk hinterfragt Marx den falschen Universalismus des b\u00fcrgerlichen Staates und der \u201cErkl\u00e4rung der Menschen- und B\u00fcrgerrechte\u201d (verabschiedet 1789 zur Zeit der franz\u00f6sischen Revolution, A.d.\u00dc.). Er zeigt, dass sie nichts mehr war als eine Erkl\u00e4rung der \u201cRechte des Mitglieds der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, d.h. des egoistischen Menschen, des vom Menschen und vom Gemeinwesen getrennten Menschen\u201d.<\/p>\n<p>Im selben Stil verweist Haider auf die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/reference\/archive\/toussaint-louverture\/1799\/proclamation.htm\"><strong>ber\u00fchmte Antwort<\/strong><\/a>, die der haitianische Revolution\u00e4r Toussaint L\u2019Ouverture 1799 Napoleon Bonaparte gab:<\/p>\n<p>\u201cWir wollen keine zuf\u00e4llige Freiheit, die nur uns allein zugestanden wird. Wir wollen die absolute Annahme des Prinzips, dass jeder Mensch, sei er rot, schwarz oder wei\u00df geboren, niemals das Eigentum von seinesgleichen sein kann.\u201d<\/p>\n<p>Aus diesem Zitat leitet Haider die Notwendigkeit ab, das Erbe einer \u201caufst\u00e4ndischen Universalit\u00e4t\u201d (\u201cinsurgent universality\u201d) aufzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Eine R\u00fcckkehr zu \u201cnationaler\u201d Klassenpolitik?<\/strong><\/p>\n<p>In einem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.jacobinmag.com\/2018\/08\/mistaken-identity-asaid-haider-review-identity-politics\"><strong>vom Magazin<em>\u00a0Jacobin<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichten Artikel<\/strong><\/a>\u00a0vertritt Melissa Naschek die Hypothese, \u201c\u2018Mistaken Identity\u2019 versucht, die Schranken der Identit\u00e4tspolitik zu \u00fcberwinden, aber f\u00fchrt uns letztendlich in die gleiche Sackgasse.\u201d Naschek behauptet, Haiders L\u00f6sungen seien unzureichend, denn man m\u00fcsse erst definieren, ob \u201cIdentit\u00e4tspolitik Freund oder Feind sozialistischer Politik ist\u201d. Ihre eigene Antwort l\u00e4sst keinen Raum f\u00fcr Mehrdeutigkeit:<\/p>\n<p>\u201cW\u00e4hrend \u201cMistaken Identity\u201d darlegen kann, wie die Ideologie und Rhetorik der \u201cIdentit\u00e4t\u201d als Waffe gegen die Arbeiter*innenklasse verwendet wurde, fehlt ein plausibles Argument daf\u00fcr, dass sie jemals ein Segen f\u00fcr sozialistische Politik sein k\u00f6nnte.\u201d<\/p>\n<p>Naschek stellt Haiders Idee eine \u201caufst\u00e4ndischen Universalit\u00e4t\u201d als abstrakten Antikapitalismus in Frage, der in der Realit\u00e4t daran scheitere, das Konzept einer \u201cPatchwork-Massenbewegung\u201d zu \u00fcberwinden:<\/p>\n<p>\u201cAnstelle von Aktionen auf der Grundlage von Klasse schl\u00e4gt Haider vor, dass Aktivist*innen sich um ihre \u201ceigenen\u201d Probleme k\u00fcmmern und durch Osmose zu einer Massenbewegung werden k\u00f6nnen. Im Gegenteil: Koalitionen der Arbeiter*innenklasse werden von Arbeiter*innen gebildet, die sich auf der Grundlage ihrer gemeinsamen Ausbeutung zusammenschlie\u00dfen, nicht von getrennten Interessen, die im Abstrakten dem \u201cAntikapitalismus\u201d zustimmen.\u201d<\/p>\n<p>Haider h\u00e4lt laut Naschek an der \u201cliberalen kulturalistischen Logik mit seiner Behauptung fest, Schwarze Selbstbestimmung und Sozialismus seien voneinander abh\u00e4ngig\u201d.<\/p>\n<p>Gegen einen identit\u00e4tsbasierten Partikularismus, der angeblich die Arbeiter*innenklasse fragmentiert, schl\u00e4gt Naschek einen klassenbasierten Universalismus und \u201ceine Strategie vor, die in der Lage ist, eine gen\u00fcgend starke Kraft in der Gesellschaft anzusammeln, um Forderungen nicht nur zu artikulieren, sondern auch zu verwirklichen\u201d.<\/p>\n<p>Und was w\u00e4re diese Strategie? F\u00fcr Naschek ist es ein Programm, das auf \u00f6konomischen Forderungen und bescheidenen reformistischen Ma\u00dfnahmen basiert: \u201cErschwingliche medizinische Versorgung, ein lebenswerter Planet, qualitativ hochwertige Bildung sowie Respekt und Sicherheit am Arbeitsplatz.\u201d Ein Programm, das aus ihrer Sicht von Bernie Sanders verk\u00f6rpert wird:<\/p>\n<p>\u201cHeute entsteht \u2013 mit der Popularit\u00e4t von Bernie Sanders und einem Wiederaufleben der Gewerkschaften \u2013 endlich wieder die Grundlage f\u00fcr ein politisches Programm, das in der Lage ist, die Solidarit\u00e4t der Arbeiter*innenklasse voranzutreiben. Stattdessen m\u00f6chte Haider, dass wir uns an das Modell wenden, mit dem die Arbeiter*innenklasse seit Jahren scheitert: rhetorische Akzeptanz des identit\u00e4tsbasierten Partikularismus auf implizite Kosten des klassenbasierten Universalismus.\u201d<\/p>\n<p>In einem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/socialism-universalism-and-anti-anti-racism\"><strong>bei\u00a0<em>Left Voice<\/em>\u00a0ver\u00f6ffentlichten Artikel<\/strong><\/a>\u00a0argumentieren Warren Montag und Joseph Serrano zu Recht gegen das, was sie US-amerikanischen \u201clinken Anti-Anti-Rassismus\u201d nennen. Ein Beispiel f\u00fcr diese Denkweise finden sich in Nascheks Argumenten, die behauptet, dass einige \u00f6konomische Reformen \u2013 im Rahmen des Systems \u2013 den Rassismus (zusammen mit allen anderen Formen der Unterdr\u00fcckung) verschwinden lassen w\u00fcrden. Eine solche Position h\u00e4lt \u201cdie Selbstorganisation der besonders Unterdr\u00fcckten f\u00fcr spaltend und ein Hindernis f\u00fcr die Verwirklichung dieser Reformen\u201d.<\/p>\n<p>Montag und Serrano argumentieren weiter gegen die Vorstellung, dass Rassismus nur eine \u201cBegleiterscheinung\u201d der \u00f6konomischen Basis sei, die automatisch verschwinden w\u00fcrde, wenn Ungleichheiten durch einige soziale Reformen beseitigt werden. Sie sagen:<\/p>\n<p>\u201cRassismus ist keine Begleiterscheinung, keine Reihe von Illusionen oder Ideen, die sich einfach verfl\u00fcchtigen, wenn sich die \u00f6konomischen Bedingungen \u00e4ndern. Im Gegenteil existiert Rassismus als ein Komplex von praktischen und institutionellen, staatlichen und nichtstaatlichen Formen der Unterwerfung, N\u00f6tigung und Gewalt. Weder Polizeikugeln noch Abschiebegef\u00e4ngnisse, noch die au\u00dfergesetzlichen und \u00fcblichen Formen des gewaltsamen wei\u00dfen Rassismus k\u00f6nnen einfach durch Lohnsteigerungen und ein h\u00f6heres Ma\u00df an gewerkschaftlicher Organisierung zum Verschwinden gebracht werden. Nicht einmal die sozialistische Umw\u00e4lzung kann an sich den Rassismus beenden, der in Gewohnheiten und Br\u00e4uchen weiter besteht, die sich nur durch einen langen Kampf \u00e4ndern werden.\u201d <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die Autoren hinterfragen den \u00f6konomischen Reduktionismus von Positionen wie der von Naschek. Sie weisen darauf hin, dass diese vermeintliche Verteidigung des \u201cklassenbasierten Universalismus\u201d in Wirklichkeit nichts anderes als \u00d6konomismus ist \u2014 eine opportunistische Anpassung an die wei\u00dfe Arbeiter*innenklasse und ihre Vorurteile. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Kampf nicht zwischen \u201cUniversalismus\u201d und \u201cPartikularismus\u201d stattfindet, sondern zwischen zwei \u201cantagonistischen Universalismen\u201d. Der erste ist ein falscher Universalismus, der behauptet, dass bestimmte Forderungen einigen wenigen \u00f6konomischen Teilma\u00dfnahmen untergeordnet werden m\u00fcssen; der andere ist ein Universalismus, der \u201cdie tiefen, strategischen und strukturellen Verbindungen zwischen kapitalistischer Ausbeutung und rassischer Unterdr\u00fcckung versteht\u201d.<\/p>\n<p>Dementsprechend geben sie das Beispiel des\u00a0<em>Revolutionary Union Movement<\/em>\u00a0in Detroit Ende der 1960er Jahre. Nach der brutalen Unterdr\u00fcckung der Unruhen in Detroit im Jahr 1967 begannen Schwarze Arbeiter*innen in den Autowerken der Stadt, sich zu organisieren. Sie sahen sich dem Rassismus der Bosse und der Feindseligkeit der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie gegen\u00fcber. Sie f\u00fchrten Streiks in mehreren Fabriken wie Chrysler und Ford durch:<\/p>\n<p>\u201cIhre Organisierung an der Basis und ihre wilden Streiks, die im Mai 1968 begannen, entfremdeten nicht nur die wei\u00dfen Arbeiter*innen nicht, sondern zogen auch eine betr\u00e4chtliche Zahl in den Kampf hinein und spielten eine wichtige Rolle bei der Initiierung einer militanten multiethnischen Basisbewegung in einer Reihe von Schl\u00fcsselindustrien.\u201d<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p><strong>Klasse, Diversit\u00e4t und Hegemonie<\/strong><\/p>\n<p>Eines ist sicher: Die Frage der Klasse taucht tats\u00e4chlich in den Debatten der Linken wieder auf. Sie ist nicht ausschlie\u00dflich der US-amerikanischen Linken vorbehalten, sondern entwickelt sich international \u2014 nach mehreren Jahrzehnten, in denen die Idee des Verschwindens der Arbeiter*innenklasse von einer gro\u00dfen Zahl linker Intellektueller unkritisch \u00fcbernommen wurde. Es gab eine Zeit, in der allein das Reden \u00fcber die Existenz der Arbeiter*innenklasse als etwas \u201cAltes\u201d oder \u201cPr\u00e4historisches\u201d galt. Jetzt sind die Debatten \u00fcber Klasse unvermeidlich geworden, und das ist ein interessantes Symptom der Zeit, in der wir leben.<\/p>\n<p>Paradoxerweise begann die Debatte jedoch als Reaktion auf zwei konservative Ph\u00e4nomene, die Brexit-Abstimmung in England und den Einzug Donald Trumps im Wei\u00dfen Haus. Seitdem haben verschiedene Str\u00f6mungen der reformistischen Linken versucht, zu erkl\u00e4ren, warum bestimmte Sektoren der Arbeiter*innenklasse und der verarmten Mittelschicht f\u00fcr Trump (oder f\u00fcr die extreme Rechte von Le Pen in Frankreich) stimmten. Ihre Schlussfolgerung ist, dass sie, um die Wahlgrundlage der Rechten zur\u00fcckzugewinnen, ein Programm eines \u201cWohlfahrtschauvinismus\u201d vertreten m\u00fcssen. Mit anderen Worten, \u00f6konomische Ma\u00dfnahmen der sozialen Umverteilung im nationalen Rahmen, unter dem Motto \u201cUnsere Arbeiter zuerst\u201d. Sie glauben, dass Themen wie der Kampf gegen Rassismus, gegen imperialistische Unterdr\u00fcckung oder gegen die Unterdr\u00fcckung von Frauen \u201cspaltend\u201d sein k\u00f6nnen. Dies basiert auf dem rein wahltaktischen Kalk\u00fcl zu glauben, die Behandlung von Fragen des Rassismus oder des Geschlechts w\u00fcrde die reformistische Linke daran hindern, ihre W\u00e4hler*innenbasis zu erweitern.<\/p>\n<p>Aber diese korporatistische und nationalistische Herangehensweise an das Problem der Klasse ist nicht ganz neu. Sie war ein pr\u00e4gendes Merkmal der Politik der B\u00fcrokratien der Arbeiter*innenbewegung in verschiedenen historischen Momenten, die im Gegensatz zu der Methode und Strategie des revolution\u00e4ren Marxismus steht.<\/p>\n<p>Gegen jede korporatistische Definition von \u201cKlasseninteressen\u201d\u00a0<a href=\"http:\/\/www.mlwerke.de\/me\/me16\/me16_409.htm\"><strong>wies Marx zun\u00e4chst darauf hin<\/strong><\/a>, dass der Rassismus der englischen Arbeiter*innen gegen\u00fcber den irischen Arbeiter*innen zu einer Spaltung in der Arbeiter*innenklasse f\u00fchrte. Diese Spaltung, die von der Bourgeoisie gef\u00f6rdert wurde, enthielt \u201cdas wahre Geheimnis der Erhaltung ihrer Macht\u201d:<\/p>\n<p>\u201c[D]ie englische Bourgeoisie<em>\u00a0[hat] das irische Elend nicht nur ausgenutzt, um durch die\u00a0<\/em>erzwungene Einwanderung\u00a0<em>der armen Iren die Lage der Arbeiterklasse in England zu verschlechtern, sondern sie hat \u00fcberdies das Proletariat in zwei feindliche Lager gespalten. Das revolution\u00e4re Feuer des keltischen Arbeiters vereinigt sich nicht mit der soliden, aber langsamen Natur des angels\u00e4chsischen Arbeiters. Im Gegenteil, es herrscht in\u00a0<\/em>allen gro\u00dfen Industriezentren Englands<em>\u00a0ein tiefer Antagonismus zwischen dem irischen und englischen Proletarier. Der gew\u00f6hnliche englische Arbeiter ha\u00dft den irischen als einen Konkurrenten, der die L\u00f6hne und den\u00a0<\/em>standard of life |Lebensstandard|<em>\u00a0herabdr\u00fcckt. Er empfindet ihm gegen\u00fcber nationale und religi\u00f6se Antipathien.<\/em><\/p>\n<p><em>Er betrachtet ihn fast mit denselben Augen, wie die\u00a0<\/em>poor whites<em>\u00a0|armen Wei\u00dfen| der S\u00fcdstaaten Nordamerikas die schwarzen Sklaven betrachteten. Dieser Antagonismus zwischen den Proletariern in England selbst wird von der Bourgeoisie k\u00fcnstlich gesch\u00fcrt und wachgehalten. Sie wei\u00df, da\u00df diese Spaltung das<\/em>\u00a0wahre Geheimnis der Erhaltung ihrer Macht<em>\u00a0ist.\u201d <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><strong>[4]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Diese Tendenz verst\u00e4rkte sich in der imperialistischen Epoche erheblich, als die verallgemeinerte Auspl\u00fcnderung der Kolonien es erm\u00f6glichte, dass sich in den zentralen L\u00e4ndern eine \u201cArbeiteraristokratie\u201d bildete. Dies wurde zur materiellen Grundlage f\u00fcr das Entstehen starker B\u00fcrokratien in den Gewerkschaften, aber auch f\u00fcr \u00f6konomistische, revisionistische und reformistische Tendenzen in den Arbeiter*iinnenparteien. Rosa Luxemburg, Lenin, Trotzki und die revolution\u00e4ren Marxist*innen k\u00e4mpften zu verschiedenen Zeiten gegen sie. Der H\u00f6hepunkt dieser nationalistischen Auffassung von der Arbeiter*innenklasse manifestierte sich in der Katastrophe von 1914, als die Zweite Internationale f\u00fcr Kriegskredite stimmte und die Interessen der internationalen Arbeiter*innenklasse aufgab, um sich stattdessen den Nationalismus der imperialistischen Nationen zu eigen zu machen.<\/p>\n<p>Die Dritte Internationale hingegen wurde nach der Russischen Revolution mit dem Aufruf zum Kampf um die Macht der Arbeiter*innen, f\u00fcr die Emanzipation der Frauen und die Selbstbestimmung aller unterdr\u00fcckten V\u00f6lker, einschlie\u00dflich der Schwarzen Menschen in den USA, gegr\u00fcndet. In einem Bericht \u00fcber die Situation in den USA f\u00fcr den Zweiten Kongress der Kommunistischen Internationale 1920 erkl\u00e4rte John Reed:<\/p>\n<p>\u201cDie Kommunisten d\u00fcrfen sich nicht fernhalten von der Bewegung der Schwarzen, die ihre soziale und politische Gleichberechtigung fordert und die sich gegenw\u00e4rtig, im Augenblick des schnellen Wachstums des Rassenbewu\u00dftseins [sic!], rasch unter den Schwarzen Massen verbreitet. Die Kommunisten m\u00fcssen diese Bewegung ausn\u00fctzen, um die L\u00fcge der b\u00fcrgerlichen Gleichberechtigung und die Notwendigkeit der sozialen Revolution hervorzuheben, die nicht nur alle Arbeiter aus der Sklaverei erl\u00f6sen wird, sondern auch das einzige Mittel zur Befreiung des geknechteten Schwarzen Volkes ist.\u201d <a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>In gleicher Weise\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/archive\/trotsky\/works\/1940\/negro1.htm\"><strong>betonte Leo Trotzki<\/strong><\/a>, wie wichtig es ist, die spezifischen Forderungen der Schwarzen Bewegung in das revolution\u00e4re Programm aufzunehmen und den Kampf um Selbstbestimmung voll zu unterst\u00fctzen. <a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Viele andere Beispiele k\u00f6nnten angef\u00fchrt werden, aber dieser \u00dcberblick soll nur zeigen, dass reduktionistische oder korporatistische Positionen \u2013 die die Bedeutung des Kampfes gegen Rassismus oder Geschlechterunterdr\u00fcckung als Teil der Klassenpolitik au\u00dfer Acht lassen \u2013 weit entfernt sind von der revolution\u00e4r-marxistischen Tradition.<\/p>\n<p>Angesichts der postmodernen und neoliberalen Verschiebung der \u201cIdentit\u00e4tspolitik\u201d und ihrer Instrumentalisierung durch die herrschenden Klassen stellt eine reformistische Politik keine echte Alternative dar. Die reformistische Verteidigung der angeblich \u201cuniversellen\u201d Interessen einer nationalen Arbeiter*innenklasse ist eigentlich nur ein Vorwand, um eine*n Kandidat*in in den Vorwahlen der Demokratischen Partei zu unterst\u00fctzen. Diese Partei hat in der Vergangenheit nur eine Art von \u201cUniversalismus\u201d verteidigt, n\u00e4mlich den der kapitalistischen Gro\u00dfkonzerne und der imperialistischen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika.<\/p>\n<p>Donald Trump f\u00fchrt immer mehr Angriffe auf die Rechte von migrantischen Teilen der Arbeiter*innenklasse durch und hat mit dem Pr\u00e4sidenten von Mexiko einen Pakt geschlossen, um das Milit\u00e4r an die Grenze zu schicken. In diesem Zusammenhang ist jeder Diskurs \u00fcber \u201cKlassenpolitik\u201d reaktion\u00e4r, wenn er nicht ber\u00fccksichtigt, dass die US-Arbeiter*innenklasse aus Migrant*innen und Frauen besteht.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu dieser Karikatur der \u201cKlassenpolitik\u201d sollten wir weder eine R\u00fcckkehr zur Identit\u00e4tspolitik noch einen abstrakten Antikapitalismus ohne eine klare Strategie im Sinne einer \u201cBewegung der Bewegungen\u201d vorschlagen. Es ist wichtig festzustellen, dass die blo\u00dfe Kombination von Bewegungen als Strategie zur Bek\u00e4mpfung des Kapitalismus unzureichend ist. Wir brauchen eine politische Strategie, die den Begriff der Hegemonie wieder aufnimmt. Das hei\u00dft, die Bedeutung der Zentralit\u00e4t der Arbeiter*innenklasse im Kampf gegen alle Formen der Unterdr\u00fcckung \u2013 ob aufgrund von Geschlecht, \u201cRasse\u201d oder Sexualit\u00e4t \u2013 im Rahmen eines antikapitalistischen und revolution\u00e4ren Kampfes f\u00fcr eine bessere Gesellschaft zu erkennen.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst auf Spanisch am 16. Juni 2019 auf\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.izquierdadiario.es\/Clase-diversidad-y-estrategia-socialista-un-debate-en-la-izquierda-norteamericana\"><strong><em>IzquierdaDiario.es \/ Contrapunto<\/em><\/strong><\/a>. Diese Version basiert auf der englischen \u00dcbersetzung, ver\u00f6ffentlicht am 5. Juli 2019 auf\u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/class-identity-and-socialist-strategy\"><strong>LeftVoice.org<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Artikel<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-intersektionalitaet-und-marxismus-debatten-ueber-geschlecht-race-und-klasse\/\"><strong>Feminismus, Intersektionalit\u00e4t und Marxismus: Debatten \u00fcber Geschlecht, \u201erace\u201c und Klasse<\/strong><\/a><strong><br \/><\/strong>Josefina \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge von Marxismus und Unterdr\u00fcckungsmerkmalen<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/ueber-theorie-und-strategie-im-kampf-fuer-eine-nicht-patriarchale-gesellschaft\/\"><strong>\u00dcber Theorie und Strategie im Kampf f\u00fcr eine nicht-patriarchale Gesellschaft<\/strong><\/a><strong><br \/><\/strong>Andrea D\u2019Atri und Matias Maiello \u00fcber die Vorraussetzungen, eine umfassende Befreiung von Frauen und INT*-Personen zu erk\u00e4mpfen<\/li>\n<li>Diese beiden Artikel sind tief und theoretisch, wer darauf gerade keine Lust hat, kann zum Beispiel einen Blick in erste Ausgabe der KgK Printzeitung werfen:<br \/><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/was-fuer-einen-feminismus-brauchen-wir\/\"><strong>Was f\u00fcr einen Feminismus brauchen wir?<\/strong><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/klasse-identitaet-und-sozialistische-strategie\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 10. Dezember 2019<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Asad Haider, \u201cZombie Manifesto,\u201d Verso Blog, 1. September 2018.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Warren Montag and Joseph Serrano, \u201cSocialism, Universalism and Anti-Anti-Racism,\u201d Left Voice, 7. Mai 2019.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Karl Marx, \u201cKonfidentielle Mitteilung\u201d, 28. M\u00e4rz 1870.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Der zweite Kongress der kommunistischen Internationale, Protokoll der Verhandlungen vom 19.Juli in Petrograd und vom 23.Juli bis 7.August 1920 in Moskau (S. 157, 2. Absatz):<br \/>Die Redaktion hat sich vorbehalten, den verwendeten Begriffe f\u00fcr Schwarze zu ersetzen.<a href=\"http:\/\/ciml.250x.com\/archive\/comintern\/german\/2_congress_of_the_communist_international%20_1921_german.pdf\"><strong>http:\/\/ciml.250x.com\/archive\/comintern\/german\/2_congress_of_the_communist_international%20_1921_german.pdf<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Leon Trotsky, \u201cOn Black Nationalism, Documents on the Negro Struggle.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Josefina Martinez. Eine Rezension von Asad Haider\u2019s \u201cMistaken Identity: Race and Class in the Age of Trump\u201d, die die Debatte zwischen \u201caufst\u00e4ndischer Universalit\u00e4t\u201d (\u201cinsurgent universality\u201d), \u00f6konomistischer \u201cKlassenpolitik\u201d<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7],"tags":[25,23,32,13,14,4,21],"class_list":["post-6586","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-international","tag-arbeiterbewegung","tag-buecher","tag-frauenbewegung","tag-marx","tag-postmodernismus","tag-strategie","tag-trotzki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6586","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6586"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6586\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6588,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6586\/revisions\/6588"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6586"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6586"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6586"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}