{"id":6596,"date":"2019-12-11T17:38:16","date_gmt":"2019-12-11T15:38:16","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6596"},"modified":"2019-12-11T17:40:34","modified_gmt":"2019-12-11T15:40:34","slug":"die-perspektive-des-generalstreiks-in-frankreich-und-seine-gegnerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6596","title":{"rendered":"Die Perspektive des Generalstreiks in Frankreich und seine Gegner*innen"},"content":{"rendered":"<p><em>Juan Chingo. <\/em><strong>In diesem Artikel schildert der Autor die Streiks und Demonstrationen der letzten Tage in Frankreich: die anf\u00e4ngliche Dynamik eines politischen Generalstreiks, dessen Potenzial aber von den Gewerkschaftsf\u00fchrungen begrenzt<!--more--> wird; die Versammlungen, Streik- und Koordinierungsaussch\u00fcsse, die Einheit mit den Gelbwesten und Studierenden als Schl\u00fcssel zur Entwicklung der Bewegung und schlussendlich die Perspektiven der revolution\u00e4ren Linken.<\/strong><\/p>\n<p>Der erfolgreiche landesweite Streik- und Demonstrationstag am 5. Dezember und in den darauffolgenden Tagen, wo Streiks in verschiedenen strategischen Sektoren wie der SNCF (Eisenbahn) und der RATP (Pariser Metro) stattfanden, zeigt einen qualitativen Sprung im Klassenkampf in Frankreich und vielleicht in der ganzen Welt. Die Serie von Revolten, die von den Gilets Jaunes (Gelbe Westen) vor fast einem Jahr initiiert wurde, hat sich von Hongkong bis in den Libanon ausgebreitet, durch Algerien und den Sudan und zuletzt mit Gewalt in Lateinamerika (hier kombiniert mit starken Schl\u00e4gen der Konterrevolution wie in Bolivien), deren fortgeschrittenste Spitze der chilenische Aufstand ist. Aber im Unterschied zu diesen Prozessen dominiert in der gegenw\u00e4rtigen Bewegung in Frankreich ein Teil der strategisch wichtigen Sektoren des Proletariats und seine Methoden \u2013 die L\u00e4hmung von Produktion und Zirkulation.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/arton144825-890x550.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6597\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/arton144825-890x550.jpg 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/arton144825-890x550-300x185.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/arton144825-890x550-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/figure>\n<p>Dies ist auch in Frankreich selbst eine Neuheit, denn die letzten sozialen Bewegungen in diesem Land hatten \u2013 auch wenn sie verschiedene Sektoren im Streik zusammenf\u00fchrten \u2013 als zentrale Erscheinungsform die Aktionstage, das hei\u00dft den Aufruf zu Demonstrationen auf der Stra\u00dfe.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Dieses Mal war der Streik bei der RATP (dem Unternehmen, das den st\u00e4dtischen Verkehr in der Region Paris verwaltet) sowie bei \u00e4hnlichen Unternehmen in den anderen gro\u00dfen St\u00e4dten Frankreichs enorm; bei der SNCF (dem Eisenbahnunternehmen) erfasste der Streik alle Berufsgruppen, einschlie\u00dflich eines gro\u00dfen Teils der Vorarbeiter*innen und des Verwaltungspersonals; ein nicht unerheblicher Prozentsatz streikte in den Fluggesellschaften wie Air France, EasyJet und anderen Fluggesellschaften, die einen gro\u00dfen Teil ihrer Fl\u00fcge strichen. Auch Sektoren, die oft an vorderster Front stehen \u2013 wie die Arbeiter*innen der acht bestehenden Raffinerien, von denen sieben bestreikt wurden, und in Marseille der petrochemische Sektor des Berr\u00e9-Sees \u2013, verzeichneten laut CGT dort Streikbeteiligungen, die \u201cseit den 1970er Jahren nicht mehr erreicht wurden\u201d. Die gro\u00dfe \u00dcberraschung f\u00fcr die Regierung war die hohe Streikbeteiligung bei den Lehrer*innen: In Kinderg\u00e4rten und Grundschulen streikten am Donnerstag 55 Prozent der Besch\u00e4ftigten der Schulen im ganzen Land und 78 Prozent in Paris. Tats\u00e4chlich blieb die \u00fcberwiegende Mehrheit der 650 Schulen der Hauptstadt am Donnerstag geschlossen und mehr als hundert waren auch am Freitag dicht.<\/p>\n<p>Eine weitere \u00dcberraschung f\u00fcr die Regierung war die landesweite Ausdehnung des Protestes, der neben Paris auch in anderen Metropolen sowie in mehreren kleinen und mittleren St\u00e4dten des Landes zum Ausdruck kam. Schlie\u00dflich betraf der Streik auch den Privatsektor \u2013 mit der Neuheit, dass sich Besch\u00e4ftigte vieler kleiner und mittlerer Betriebe, die diese Art von Bewegung oft fremd sind, entweder einzeln<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>&nbsp;oder gemeinsam<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>&nbsp;dem Kampf angeschlossen haben. Wie wir sehen k\u00f6nnen, fand der Aufstand der Gelbwesten nicht umsonst statt; er h\u00e4rtete nicht nur die strategischen Sektoren der Arbeiter*innenbewegung ab und gab ihnen Moral, sondern brachte neuen Sektoren von Arbeiter*innen den Protest und sogar die historischen Methoden der Arbeiter*innenklasse nahe, die jahrzehntelang von den Gewerkschaftsf\u00fchrungen ignoriert worden waren.<\/p>\n<p><strong>Die anf\u00e4ngliche Dynamik eines politischen Generalstreiks, dessen Potenzial aber von den Gewerkschaftsf\u00fchrungen begrenzt wird<\/strong><\/p>\n<p>Es ist klar, dass es sich beim aktuellen Streik nicht nur darum handelt, Druck auszu\u00fcben. Es geht um viel mehr. Die Basis war entt\u00e4uscht von den vereinzelten Aktionstagen und vom krachenden Scheitern des \u201cPerlenstreiks\u201d (der darin bestand, drei Monate lang immer an zwei von f\u00fcnf Tagen zu streiken), der von den Gewerkschaftsf\u00fchrungen im Eisenbahnsektor organisiert wurde. Heute setzt die Basis andere Methoden durch \u2013 inspiriert von der Revolte der Gelbwesten und beginnend mit dem RATP-Streik am 13. September, bei dem die Beteiligung enorm war und der sich dann mit wilden Streiks auf die SNCF ausweitete. Aber ist das nun schon der GENERALSTREIK? Wie Trotzki sagte:<\/p>\n<p><em>Die wesentliche Bedeutung des Generalstreiks, unabh\u00e4ngig von den Teilerfolgen, die er haben, aber auch nicht haben kann, liegt darin, dass er revolution\u00e4r die Machtfrage stellt. Indem das Proletariat die Fabriken, den Transport, alle Verkehrsmittel \u00fcberhaupt, die Elektrizit\u00e4tswerke usw. stillegt, l\u00e4hmt es damit nicht nur die Produktion, sondern auch die Regierung. Die Staatsgewalt h\u00e4ngt in der Luft. Sie muss entweder das Proletariat durch Hunger und Gewalt z\u00e4hmen, es so zwingen. den b\u00fcrgerlichen Staatsapparat wieder in Gang zu setzen, oder aber dem Proletariat Platz machen. F\u00fcr welche Losungen und aus welchem Anlass der Generalstreik auch ausbricht, stellt er, wenn er die eigentlichen Massen ergreift und diese Massen wirklich kampfentschlossen sind, unvermeidlich alle Klassen der Nation vor die Frage: wer soll Herr im Hause sein? (Leo Trotzki: Wohin geht Frankreich? (2. Teil), Ende M\u00e4rz 1935).<\/em><\/p>\n<p>Offensichtlich sind wir noch nicht soweit. Aber es besteht kein Zweifel daran, dass das Potenzial daf\u00fcr vorhanden ist. Es gibt einen allgemeinen \u00dcberdruss gegen\u00fcber der Regierung, die \u00fcber die Frage der Rentenreform hinausgeht. Die Unterst\u00fctzung von 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr den Streik ist eines der Anzeichen daf\u00fcr. Aber angesichts dieser Realit\u00e4t versuchen die F\u00fchrungen, die in den vergangenen Jahren nacheinander \u00fcber jede einzelne der Errungenschaften der Arbeiter*innen verhandelt haben und sich Anfang Dezember letzten Jahres der Bewegung der Gelbwesten widersetzten, diese Bewegung, in der sie nicht die Initiative hatten und die sie aktuell nicht aufhalten k\u00f6nnen, dennoch so weit wie m\u00f6glich einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaftskoordinierung rief am vergangenen Freitag unter der Leitung der CGT zu einem neuen branchen\u00fcbergreifenden Streiktag am Dienstag, den 10. Dezember, auf. Es besteht kein Zweifel daran, dass dieser Aufruf genutzt werden sollte, um den Streik zu bekr\u00e4ftigen und zu verl\u00e4ngern. Aber trotz ihrer \u201ck\u00e4mpferischen\u201d Aussagen achten sie darauf, zu keinem unbegrenzten Generalstreik aufzurufen. Mit dem Argument, die Verantwortung und die Entscheidung den Arbeiter*innen auf lokaler Ebene zu \u00fcberlassen, lassen die Gewerkschaftsf\u00fchrungen sich die Freiheit, die Verhandlungen mit der Regierung fortzusetzen. Und \u2013 eine unglaubliche Tatsache! \u2013 zu keinem Zeitpunkt haben sie \u2013 auch nicht die k\u00e4mpferischeren Gewerkschaftsf\u00fchrungen \u2013 die seit Monaten laufenden Verhandlungen aufgegeben, obwohl klar ist, dass die Arbeiter*innen die Rentenreform als Ganzes ablehnen. Am Montag hat die CGT-F\u00fchrung, trotz der Durchschlagskraft des 5. Dezember, die Gesundheitsministerin Agnes Buzyn besucht.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir also glauben, dass diese Reform zur\u00fcckgeschlagen wird, wenn sie weiterhin mit der Regierung verhandeln? Die CGT schl\u00e4gt eine andere Reform vor, aber kann sich irgendjemand vorstellen, dass eine progressive Renten- und Sozialversicherungsreform durchgesetzt werden k\u00f6nnte, ohne Macron und seinen neoliberalen Plan zu besiegen? Offensichtlich nicht, und deshalb sollte die erste Forderung der Gewerkschaftsf\u00fchrungen dieselbe sein, die die Gelbwesten letztes Jahr auf die Stra\u00dfe trugen: \u201cMacron, R\u00fccktritt!\u201d. Aber die CGT-F\u00fchrung h\u00fctet sich davor wie vor der Pest, diese Perspektive aufzugreifen, die den Streik bewusst auf die Ebene eines politischen Generalstreiks bringen w\u00fcrde. Aus diesem Grund fordert die CGT-F\u00fchrung keinen unbefristeten Generalstreik, da dies z\u00f6gerliche Sektoren ermutigen und den Besch\u00e4ftigten in kleinen und mittleren Unternehmen, die ohne jegliche Gewerkschaftsvertretung oder Kampftradition isoliert sind, Sicherheit geben k\u00f6nnte. Gleichwohl gibt es in diesen Sektoren die Tendenz, gegen weitere Repressionen durch die Bosse k\u00e4mpfen zu wollen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>&nbsp;Wenn die CGT-F\u00fchrung die Forderungen auf alle Arbeiter*innen und Massensektoren ausdehnen w\u00fcrden, insbesondere auf die Besch\u00e4ftigten der gro\u00dfen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, in denen von Amazon bis Peugeot niedrige L\u00f6hne und eine harte Despotie der Bosse herrschen, sowie auf die Besch\u00e4ftigten der gro\u00dfen Superm\u00e4rkte oder auf die konzentrierten Industriesektoren der Vend\u00e9e, w\u00fcrden sie die zentralen Sektoren der Privatwirtschaft dazu antreiben, sich der Bewegung anzuschlie\u00dfen. Das w\u00fcrde den Streik verallgemeinern und in einen Generalstreik verwandeln.<\/p>\n<p>Eine F\u00fchrung, die wirklich gewinnen will, kann sich nicht allein darauf verlassen, wie die CGT-F\u00fchrung tendenziell argumentiert, dass Demonstrationen und Streiks, wenn sie andauern, von allein eine Dynamik der Ausweitung auf andere Sektoren, wie junge Menschen oder Besch\u00e4ftigte privater Unternehmen, entwickeln. Ein echter \u201cGeneralstab\u201d des Streiks sollte einen Plan haben, um dies zu erreichen. Wie Rosa Luxemburg bereits in der Vergangenheit gegen die Ermattungsstrategie der Anf\u00fchrer der deutschen Sozialdemokratie argumentierte: \u201cDer Plan, Massenstreiks als ernste politische Klassenaktion blo\u00df mit Organisierten zu unternehmen, ist \u00fcberhaupt ein g\u00e4nzlich hoffnungsloser. Soll der Massenstreik oder vielmehr sollen die Massenstreiks, soll der Massenkampf einen Erfolg haben, so mu\u00df er zu einer wirklichen Volksbewegung werden, d. h. die breitesten Schichten des Proletariats mit in den Kampf ziehen.\u201d Im gleichen Sinne sagt sie:<\/p>\n<p><em>.\u2026 die Klassenbewegung des Proletariats [darf] niemals als Bewegung der organisierten Minderheit aufgefa\u00dft werden. Jeder wirklich gro\u00dfe Klassenkampf mu\u00df auf der Unterst\u00fctzung und Mitwirkung der breitesten Massen beruhen, und eine Strategie des Klassenkampfes, die nicht mit dieser Mitwirkung rechnete, die blo\u00df auf die h\u00fcbsch ausgef\u00fchrten M\u00e4rsche des kasernierten kleinen Teils des Proletariats zugeschnitten w\u00e4re, ist im Voraus zum kl\u00e4glichen Fiasko verurteilt.<\/em><\/p>\n<p>Der Aufstand der Gelbwesten, die einen Teil der \u00e4rmsten Sektoren des Proletariats darstellen, steht stellvertretend daf\u00fcr, um sich aktiv daran zu erinnern. Ein potenziell noch gef\u00e4hrlicheres Risiko f\u00fcr die Bosse k\u00f6nnte sich in den Betrieben selbst \u00e4u\u00dfern. Das ist die Angst, die sich im j\u00fcngsten Bericht des Verbandes Entreprise&amp;Personnel \u2013 einem Personalberatungsgremium, das seit einem halben Jahrhundert das soziale Klima seiner Mitglieder untersucht \u2013 ausdr\u00fcckt. Der Bericht stellt die Frage: \u201cWas ist, wenn die Bewegung der Gelbwesten (\u2026) sich in die Betriebe verlagert?\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n<p>Dies ist jedoch nicht das Ziel der CGT-F\u00fchrung: die gegenw\u00e4rtigen oder latenten revolution\u00e4ren Energien der breiteren Schichten des Proletariats freizusetzen und alle zentralen strategischen Reserven zu nutzen, um zu gewinnen. Die CGT-F\u00fchrung zielt nur darauf ab, sich unter Berufung auf die ungew\u00f6hnliche Mobilisierung der Massen wieder als St\u00fctzpfeiler der franz\u00f6sischen Variante der \u201cSozialdemokratie\u201d zu positionieren, angesichts von Macrons Politik des schwachen Bonapartismus, Gewerkschaften und andere Verb\u00e4nde zu \u00fcbergehen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>&nbsp;Im Moment gibt sich die CGT damit zufrieden, der Bewegung zu folgen, um sie einzurahmen und zu kanalisieren.<\/p>\n<p>Schlimmer noch: Die unmittelbare Gefahr besteht darin, dass angesichts der St\u00e4rke des 5. Dezember und seiner Kontinuit\u00e4t einige Gewerkschaftsf\u00fchrungen versuchen einen korporatistischen Ausweg aus der Situation zu finden, indem sie auf die falschen Zugest\u00e4ndnisse der Regierung eingehen, um mit hohen Kosten den Kern der Rentenreform zu retten. Das w\u00fcrde einem Dolchstoss in den R\u00fccken der Dynamik der Mobilisierung gleichkommen. Unter diesem Blickwinkel wird die kommende Woche entscheidend daf\u00fcr sein, ob die Streikenden dieses erste gro\u00dfe Hindernis \u00fcberwinden k\u00f6nnen, das f\u00fcr sie vorbereitet wird, indem sie die Dynamik des Streiks und seinen Umfang st\u00e4rken.<\/p>\n<p><strong>Die Aufgabe des Augenblicks: Der Streik muss den Streikenden geh\u00f6ren, durch wirkliche Versammlungen, Streikkomitees und Koordination<\/strong><\/p>\n<p>Im Gegensatz zu dem \u201cPerlenstreik\u201d, der die Versammlungen liquidiert hatte, gab es diesmal viele Versammlungen in der SNCF (und in geringerem Ma\u00dfe in den RATP-Zentren), obwohl sie sich in vielen F\u00e4llen auf Reden von Gewerkschaftsfunktion\u00e4r*innen reduzierten, also auf Informations- oder Konsultationsversammlungen und nicht auf echte souver\u00e4ne Versammlungen mit Entscheidungsbefugnis. Vorl\u00e4ufig ist auch die Wahl von Streikkomitees nur in der Minderheit der F\u00e4lle erfolgt. Aus organisatorischer Sicht gab es beim Lehrer*innenstreik Versammlungen, die Dutzende und manchmal Hunderte von Lehrer*innen zusammenbrachten, wie es in Paris in mehreren St\u00e4dten am Rande der Hauptstadt der Fall war, insbesondere in Montreuil, aber auch in Toulouse und Marseille. Auch fr\u00fchere Netzwerke von branchen\u00fcbergreifenden Versammlungen wurden sowohl in der Region Paris als auch in der Provinz reaktiviert. Etwas Neues: Das Treffen der streikenden Sektoren, das von den Arbeiter*innen der SNCF und der RATP am 6. Dezember in Saint Lazare einberufen wurde, dem sich auch andere Sektoren wie Lehrer*innen und Gelbwesten anschlossen, organisiert die entschlossensten Sektoren der Avantgarde, die in einigen F\u00e4llen ein Mandat von ihren Basisversammlungen erhalten hatten. Sie nehmen sich vor, dazu beizutragen, das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis im Sinne der tiefgreifenden Dynamik der Situation zu \u00e4ndern. Diese Organisationselemente an den Arbeitspl\u00e4tzen k\u00f6nnten sich ausbreiten, wenn der Beginn des Streiks den Kampf der Gelbwesten reaktiviert und die Organisation sowie die bekannten Versammlungen an den Kreisverkehren wieder aufnimmt.<\/p>\n<p>Der Kampf f\u00fcr die Arbeiter*innendemokratie ist nicht nur eine demokratistische Tr\u00e4umerei. Sie ergibt sich aus der Notwendigkeit zu handeln, zum Beispiel die Selbstverteidigung zu organisieren, Streikposten aufzustellen, um nicht nur zu \u00fcberzeugen, sondern wirksam gegen Streikbrecher*innen vorzugehen, alternative Transportmittel f\u00fcr die Streikenden oder kollektive Kindertagesst\u00e4tten f\u00fcr ihre Kinder zu organisieren. Gleichzeitig sind sie ein Element der Kontrolle \u00fcber die Gewerkschaftsf\u00fchrungen \u2013 in der Perspektive, sie vollst\u00e4ndig zu \u00fcberwinden und den Streik selbst zu leiten. In den 1930er Jahren erkl\u00e4rte Trotzki die h\u00f6llische Dialektik zwischen der Entwicklung des Streiks und der Notwendigkeit der Selbstorganisation und behauptete, dass<\/p>\n<p><em>.\u2026 die Vorbereitung des Generalstreiks [wird] auf dem Papier bleiben, wenn die k\u00e4mpfende Masse in der Person ihrer verantwortlichen Organe nicht selber diese Aufgabe im Angriff nimmt\u2026 Nur Aktionskomitees, die die wichtigsten Zentren des Landes umfassen, werden den Augenblick f\u00fcr den \u00dcbergang zu entschiedeneren Methoden des Kampfes w\u00e4hlen k\u00f6nnen, dessen F\u00fchrung ihnen rechtm\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt.<\/em><\/p>\n<p>Diese Frage ist von zentraler Bedeutung, um beispielsweise mit der Errichtung von Streikposten mit Hilfe externer Kr\u00e4fte den bestehenden Legalismus zu brechen, denn anders als 1995 ist jede T\u00e4tigkeit innerhalb des Unternehmens, sei es die Besetzung von Bahnh\u00f6fen oder die Blockade von Gleisen, Grund f\u00fcr schwere Disziplinarma\u00dfnahmen gegen Eisenbahner*innen. Wenn die gegenw\u00e4rtige Bewegung triumphieren will, muss sie den konservativen Widerstand der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie gegen jede autonome Selbstt\u00e4tigkeit der Basis brechen, ebenso wie die Ablehnung jeder Vertretungsdelegation, wie sie in gewissem Ma\u00dfe durch die Bewegung der Gelbwesten zum Ausdruck kommt, wodurch eine Zentralisierung und Koordination der Streikenden verhindert wird, die f\u00fcr die Festlegung der n\u00e4chsten Schritte unerl\u00e4sslich ist; eine Delegation, die immer unter der Kontrolle der Basis und somit mit einem Mandat und widerrufbar sein muss. Souver\u00e4ne Versammlungen, Streikkomitees und die echte Koordination der Massen im Kampf sind das R\u00fcckgrat des Streiks.<\/p>\n<p><strong>Eine neue Generation von Arbeiter*innen und die Notwendigkeit einer vereinten revolution\u00e4ren Partei, um zu gewinnen<\/strong><\/p>\n<p>Alle Hindernisse k\u00f6nnen \u00fcberwunden werden, ebenso wie die M\u00f6glichkeiten des Streiks, wenn sich die neue aufstrebende Arbeiter*innengeneration diese Kampfmethode zu eigen macht. In dem ber\u00fchmten Schlag vom Juni 1936 sah Trotzki die zuk\u00fcnftigen Gener\u00e4le der proletarischen Armee auftauchen. Er schrieb damals:<\/p>\n<p><em>Die Haupteroberung der ersten Welle besteht darin, dass in den Werkst\u00e4tten und Fabriken F\u00fchrer hervortraten. Es entstanden die Elemente f\u00fcr lokale und bezirkliche St\u00e4be. Die Masse kennt sie. Sie kennen einander. Die echten Revolution\u00e4re werden Verbindung mit ihnen suchen. So hat die erste Selbstmobilisierung der Massen die ersten Elemente der revolution\u00e4ren F\u00fchrung bezeichnet und zum TeiI herausgebildet. Der Streik hat den gigantischen Organismus der Klasse aufger\u00fcttelt, belebt, erneuert. Die alte Organisationsh\u00fclle ist noch l\u00e4ngst nicht abgestreift, im Gegenteil, h\u00e4lt sich noch ziemlich fest. Doch unter ihr macht sich bereits die neue Haut bemerkbar. (\u201cDie franz\u00f6sische Revolution hat begonnen\u201d, 9. Juni 1936).<\/em><\/p>\n<p>Um den russischen Revolution\u00e4r zu paraphrasieren, k\u00f6nnte man sagen, dass eine \u201cneue Haut\u201d der franz\u00f6sischen Arbeiter*innenbewegung zu erscheinen beginnt, auch wenn sie in ihren Handlungen aufgrund des jahrelangen R\u00fcckschritts der Arbeiter*innenorganisierung und des Bewusstseins noch weniger fortgeschritten ist. Sie ist angesichts der historischen Krise der franz\u00f6sischen Gewerkschaften \u2013 die \u00fcberhaupt nicht mehr mit dem Gewicht reformistischer Gewerkschaften und Parteien wie der SFIO oder der PCF, weder 1936 noch 1968, vergleichbar sind \u2013 dazu gezwungen, eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter eine Rolle zu spielen.<\/p>\n<p>Nicht umsonst macht die Unternehmer*innenzeitung Les Echos die Bourgeoisie auf neue Gesichter und Trends aufmerksam. In einem Artikel mit dem Titel \u201cStreik wegen Renten am 5. Dezember: Streikende und \u2018Gelbwesten\u2019, die neue Generation der Rebellen\u201d gibt sie einige Beispiele f\u00fcr das, was wir sagen: \u201cDies best\u00e4tigt die Geschichte von Adel Gouabsia, Gewerkschaftsdelegierter Unsa und RER-Zugf\u00fchrer auf der Linie A: \u2018Bei der Methode gibt es eine Imitation der Gelbwesten in unserem Streik: Er beginnt von der Basis und kommt sehr stark zum Vorschein. Es sind wir und niemand sonst, der die Entscheidungen trifft.\u2019 Mit 49, davon 19 in der RATP, \u20182.500 Euro pro Monat inklusive Boni\u2019, trug er im vergangenen Jahr eine gelbe Weste, wie andere Kollegen in den Vororten: \u2018Wenn wir um 4:30 Uhr morgens anfangen, haben wir nur unser Auto, um zur Arbeit zu fahren.\u2019 Heute nutzt er seine freien Tage, um an \u00f6ffentlichen Versammlungen, Arbeitsaustauschen oder Universit\u00e4ten teilzunehmen: \u2018Wir m\u00fcssen uns st\u00e4rker vermischen\u2019, sagt er. Und bevor er uns verl\u00e4sst, m\u00f6chte er betonen: \u2018Es besteht der Wunsch nach Selbstorganisation.\u2019&nbsp;\u201d<\/p>\n<p>Aber weit davon entfernt, ein isoliertes Beispiel zu sein, signalisiert dies einen Trend- und Wertewandel bei einer neuen Generation von Arbeiter*innen. Der Artikel f\u00e4hrt fort: \u201cWenn wir den Gewerkschaftern zuh\u00f6ren, sind die Neuen am Engagement interessiert. \u2018Vor zehn Jahren haben wir die \u2018ich zuerst\u2019-Generation erlebt, aber in den letzten vier oder f\u00fcnf Jahren \u00e4ndert sich das\u2019, hei\u00dft es in der Gewerkschaft Unsa-Traction. Sie betonen: \u201950 Prozent der Gewerkschaftsdelegierten sind unter 35 Jahre alt.\u2019 Oft schlechter dran als die \u00c4lteren, sind sie sensibler gegen\u00fcber Ungerechtigkeiten, haben aber keinen kollektiven Aktionskodex und wollen in allem eine Stimme haben.\u201d Diese neue Riege junger Arbeiterf\u00fchrer*innen ist aufgerufen, eine f\u00fchrende und herausragende Rolle im aktuellen H\u00e4rtetest und in der historischen Periode der Sch\u00e4rfung des Klassenkampfes zu spielen, welche der Aufstand der Gelbwesten im November 2018 er\u00f6ffnete und die dieser Generalstreik in strategischen Sektoren der Arbeiter*innenklasse nun best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Als R\u00e9volution Permanente, revolution\u00e4re Str\u00f6mung der NPA, sagen wir \u2013 w\u00e4hrend wir gleichzeitig alle unsere Kr\u00e4fte f\u00fcr den Impuls des Streiks, die Koordination der Versammlungen und der Komitees der Streikenden, die Einheit mit den Gelbwesten, den Studierenden usw. einsetzen \u2013, dass unter den neuen Riegen, die in den Kampf eintreten, diejenigen Subjekte sind, die der Kern einer vereinigten revolution\u00e4ren Arbeiter*innenpartei sein m\u00fcssten. Es ist an der Zeit, dass die F\u00fchrungen der wichtigsten Organisationen der radikalen Linken Verantwortung \u00fcbernehmen und alle ihre Energien f\u00fcr dieses Ziel einsetzen, von dem nicht nur der aktuelle Kampf, sondern auch die Zukunft der proletarischen Revolution in Frankreich abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien am 8. Dezember 2019 auf Spanisch in&nbsp;<\/em><a href=\"http:\/\/www.laizquierdadiario.com\/La-perspectiva-concreta-de-la-huelga-general-en-Francia-y-sus-adversarios\"><strong><em>Ideas de Izquierda<\/em><\/strong><\/a><em>&nbsp;und auf Franz\u00f6sisch bei&nbsp;<\/em><a href=\"https:\/\/www.revolutionpermanente.fr\/La-perspective-concrete-de-la-greve-generale-et-ses-adversaires\"><strong><em>R\u00e9volution Permanente<\/em><\/strong><\/a><em>.<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-konkrete-perspektive-des-generalstreiks-in-frankreich-und-seine-gegnerinnen\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 11. Dezember 2019<\/em><\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Wie Sophie B\u00e9roud sagt: \u201cDie Mobilisierungen gegen das CPE-Gesetz im Jahr 2006, gegen die Rentenreform im Jahr 2010 oder gegen das Arbeitsrecht im Jahr 2016 dauerten mehrere Monate und waren gepr\u00e4gt von \u2018Aktionstagen\u2019, das hei\u00dft Protestaufrufen, um auf die Stra\u00dfe zu gehen. In einigen Sektoren, wie zum Beispiel Raffinerien, gab es Blockaden der Maschinen und l\u00e4ngere Streiks. Aber diese Art von Praxis, die im Herbst 1995 sowohl in der Post, bei EDF (staatlicher Energiekonzern) als auch in Krankenh\u00e4usern und Verwaltungen noch sehr pr\u00e4sent war, ist seitdem seltener geworden: Es ist nicht so, dass die Konfliktbereitschaft und die Arbeitsniederlegung verschwunden seien, aber sie sind sie st\u00e4rker lokal begrenzt, Einrichtung f\u00fcr Einrichtung. Insbesondere im privaten Sektor finden die l\u00e4ngsten Streiks und Streiks in der Regel im Zusammenhang mit spezifischen Problemen des Unternehmens statt\u201d (Le Monde, 6.12.2019).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Die Beispiele sind zahlreich. Nehmen wir dieses Beispiel, das in Le Monde zitiert wird: \u201cNoriah Ayad, 59, arbeitet als technische Sekret\u00e4rin in einem Architekturstudio. Die in eine gelbe Weste gekleidete, bald 60-j\u00e4hrige Frau erkl\u00e4rt, dass sie noch nie zuvor in ihrem Leben eine Streikank\u00fcndigung gemacht hat.\u201d<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ein Mitarbeiter der Nationalversammlung erz\u00e4hlt von der beispiellosen Beteiligung dieses Sektors am Streik: \u201cF\u00fcr uns ist es historisch wichtig, eine soziale Bewegung zu haben. Es gibt Beamte der Kategorie A, B, C, Arbeiter, Sekret\u00e4rinnen, Hausmeister, Administratoren im Streik, das gab es noch nie! Wir sind hier gegen die Rentenreform, und um auch die beispiellosen Angriffe auf den parlamentarischen \u00f6ffentlichen Dienst seit zwei Jahren anzuprangern, ist es klar, mit welcher Verachtung wir behandelt werden.\u201d<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vor dem 5. Dezember waren die Symptome offensichtlich. So sagt ein Gewerkschaftsfunktion\u00e4r: \u201c&nbsp;\u2018Wir haben mehr als 1.000 Streikaufrufe im privaten Sektor und in v\u00f6llig unterschiedlichen Bereichen erhalten\u2019, sagte David Gistau, Konf\u00f6deralsekret\u00e4r der CGT in L\u2019Express. Zu denjenigen, die bereits ihre Mobilisierung angek\u00fcndigt haben: der Agrar-Lebensmittelsektor mit mehr als 300 Streiks, zum Beispiel in Carambar, Perrier, Haribo. Auch der metallurgische Sektor reagierte mit 200 Aufrufen, ebenso wie der private Verkehr, darunter LKW-Fahrer und der gewerbliche Sektor mit Carrefour, G\u00e9ant oder Casino. Bei Air France mobilisieren wir auch. Die Bewegung verspricht, \u2019sehr gut \u00fcberwacht zu werden\u2019, warnt Joel Le Jeannic, Mitglied des nationalen B\u00fcros von Air South, das das Bodenpersonal vertritt. [\u2026] Der Gewerkschaftsvertreter ist \u00fcberrascht, dass er die Besch\u00e4ftigten nicht \u00fcberzeugen muss. Sie kamen, um nach einer Gewerkschaftsorganisation zu fragen. Ebenso wie die CGT, die viele Anrufe von Mitarbeitern von Unternehmen erhielt, in denen sie nicht vertreten war, und nach Einzelheiten \u00fcber Streiks in der Privatwirtschaft erkundigte.\u201d<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Angesichts der negativen Seite des Voranschreitens der Fragmentierung des Proletariats in der Hitze des Aufstands der Gelben Westen sagt dieser Arbeitgeberverband: \u201cHeute hat das Modell des fordistischen Unternehmens, in dem der Arbeitnehmer erst mit der Rente aus dem Unternehmen ausschied, in dem die Gewerkschafter seine gesamte Karriere verfolgt haben, aufgeh\u00f6rt zu existieren. Jetzt wechseln wir unser Unternehmen, gehen zum Subunternehmer oder werden selbstst\u00e4ndig. Aber wir m\u00fcssen auch bedenken, dass sich die Struktur der Teams ver\u00e4ndert hat. Ein Mitarbeiter kann mit einem Selbst\u00e4ndigen und Mitarbeitern anderer Unternehmen an einem Projekt arbeiten. Die Herausforderung f\u00fcr die Arbeitgeber besteht darin, Instrumente zu schaffen, die es erm\u00f6glichen, dass sich alle diese Profile vertreten f\u00fchlen [.\u2026] Die Gruppen w\u00fcrden wirtschaftliche, soziale und soziale Akteure zusammenbringen und so die anarchische Konstitution rahmenloser Gruppen und Gespr\u00e4chspartner sowie das Risiko einer sozialen Explosion vermeiden.\u201d<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Das ist es, was ein typischer b\u00fcrgerlicher Progressiver wie Laurent Joffrin, Direktor der Lib\u00e9ration, begr\u00fc\u00dft: \u201cEin Tag des Protestes, aber auch ein Tag der Rache. Die Gewerkschaften, die als todgeweiht, verstimmt und unf\u00e4hig galten, Mitarbeiter zu mobilisieren, die von neuen Formen des Kampfes \u00fcberw\u00e4ltigt waren und Demonstrationen ohne Demonstranten veranstalteten, haben diesmal ihre Dominanz und Repr\u00e4sentativit\u00e4t gezeigt. Schlechte Nachrichten f\u00fcr die Regierung, die mit einem massiven Protest konfrontiert ist. Aber wenn wir die unmittelbare politische Debatte beiseitelassen, dann sind das im Grunde genommen gute Nachrichten f\u00fcr die Sozialdemokratie. Diesmal scheint es, dass ein erkl\u00e4rtes Ereignis auf einer vorgeplanten Route, mit einem erfahrenen Ordnungsdienst und klaren Slogans, seine Ziele erreichen kann (nat\u00fcrlich nur die unmittelbaren), die gewaltt\u00e4tigen Minderheiten, die die Demonstration mit ihren illegalen und kontraproduktiven Aktionen h\u00e4tten verhindern k\u00f6nnen, so weit wie m\u00f6glich einschr\u00e4nken. Diese massiven und friedlichen Prozessionen in Paris und im \u00fcbrigen Frankreich stehen im Gegensatz zu denen der Gelben Westen, die aufrichtige Wut zum Ausdruck brachten, aber jede Logik der Repr\u00e4sentation oder Verhandlung ablehnten und zu Exzessen f\u00fchrten, die durch die faktische Abwesenheit einer Organisation erleichtert wurden.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juan Chingo. In diesem Artikel schildert der Autor die Streiks und Demonstrationen der letzten Tage in Frankreich: die anf\u00e4ngliche Dynamik eines politischen Generalstreiks, dessen Potenzial aber von den Gewerkschaftsf\u00fchrungen begrenzt<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,5],"tags":[8,25,29,61,26,62,42,83,4,21,17],"class_list":["post-6596","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-kampagnen","tag-altersvorsorge","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitskaempfe","tag-frankreich","tag-gewerkschaften","tag-rosa-luxemburg","tag-sozialdemokratie","tag-stalinismus","tag-strategie","tag-trotzki","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6596"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6596\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6599,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6596\/revisions\/6599"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}