{"id":6615,"date":"2019-12-12T18:51:29","date_gmt":"2019-12-12T16:51:29","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6615"},"modified":"2019-12-12T18:51:30","modified_gmt":"2019-12-12T16:51:30","slug":"proletarische-frauen-vom-ddr-stalinismus-zum-brd-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6615","title":{"rendered":"Proletarische Frauen \u2013 vom DDR-Stalinismus zum BRD-Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p><em>Ute Mann (Erstver\u00f6ffentlichung 1998). <\/em>Die Einbeziehung der Frauen in die gesellschaftliche Produktion als Garantie f\u00fcr die \u00f6konomische Unabh\u00e4ngigkeit und politische Selbstst\u00e4ndigkeit galt als der wichtigste Schritt auf dem Weg zur<!--more--> Gleichberechtigung. Frauen waren als Arbeitskr\u00e4fte eine wichtige Ressource der Planwirtschaft v.\u00a0a. nach dem Krieg, als Arbeitskr\u00e4fte knapp waren und massenhafte Abwanderungen durch das Verlassen der DDR Richtung Westen die Lage weiter erschwerten. Bis in die 1960er Jahre waren Frauen beinahe vollst\u00e4ndig in die Arbeitswelt integriert. (1)<\/p>\n<p><strong>Integration der Frauen in den Produktionsprozess<\/strong><\/p>\n<p>Das niedrigere Produktivit\u00e4tsniveau in der DDR (wie in allen stalinistischen Staaten) machte immer einen hohen Einsatz menschlicher Arbeitskr\u00e4fte notwendig. Doch von den Industriegesellschaften der Nachkriegszeit war die DDR das einzige Land, das kontinuierlich Bev\u00f6lkerungsverluste erlitt. Zwischen 1948 und 1989 schrumpfte die Bev\u00f6lkerung um 2,7 Millionen auf 16,4 Millionen. Frauen waren auf formalrechtlicher und politischer Ebene gleichgestellt und stellten einen gro\u00dfen Teil der Arbeitskraft. Das Motiv des DDR-Stalinismus, Erleichterungen f\u00fcr Frauen einzuf\u00fchren, war der wirtschaftliche Aufbau, der Aufbau des \u201eSozialismus\u201c in einem halben Land.<\/p>\n<p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs trat die KPD zun\u00e4chst f\u00fcr den Aufbau eines \u201eneuen demokratischen Deutschlands\u201c auf kapitalistischer Grundlage ein. Die diesem Ziel entsprechende Volksfrontkonzeption spiegelte sich auch in der Frauenpolitik wider. Nachdem bereits 1945 die Sowjetische Milit\u00e4radministration in Deutschand (SMAD) die eigenst\u00e4ndigen ArbeiterInnenkomitees liquidiert und durch Volksfrontorgane ersetzt hatte, sollten nun auch die nach Kriegsende entstandenen antifaschistischen Frauenaussch\u00fcsse in solche umgewandelt werden. Ziel war es, \u201eFrauen aller Klassen auf breitester Basis\u201c zu umfassen, um sie f\u00fcr die Aufbauarbeit f\u00fcr ein \u201edemokratisches Deutschland\u201c zu gewinnen.<\/p>\n<p>Anfang 1947 gab es in der sowjetischen Besatzungszone 7.451 Frauenaussch\u00fcsse, die ca. 250.000 Frauen umfa\u00dften. Um diese Aussch\u00fcsse besser kontrollieren zu k\u00f6nnen, wurden sie per SMAD-Befehl aufgel\u00f6st und mit den Organisationen des Demokratischen Frauenbunds Deutschlands (DFD), der am 8. M\u00e4rz 1947 gegr\u00fcndet wurde, zusammengeschlossen. Der DFD gab sich programmatisch \u00fcberparteilich, war aber dennoch eine Frontorganisation der SED, die 1946 aus der Fusion von KPD und SPD hervorgegangen war.<\/p>\n<p>Das DFD-Programm hob hervor, dass \u201ezum ersten Male die sozialistischen Frauen mit den Frauen aus den b\u00fcrgerlichen Parteien und den parteilosen Frauen den Grundstein zu einer einheitlichen demokratischen Frauenbewegung legten\u201c. Mit dieser programmatischen Erkl\u00e4rung verzichtete der DFD auf eine konsequente Interessenvertretung der Arbeiterinnen, um die Klassenzusammenarbeit mit den b\u00fcrgerlichen Parteien nicht zu gef\u00e4hrden. Ein Ergebnis dieser Politik war, dass die spezifischen Interessen von Proletarierinnen \u2013 immerhin die Mehrzahl aller Frauen \u2013 politisch nicht artikuliert wurden und viele substantielle Fragen der Stellung der arbeitender Frauen in Produktion und Gesellschaft weder diskutiert noch gel\u00f6st werden konnten.<\/p>\n<p>Auf dem 2. Parteitag der SED im September 1947 wurde eine Resolution zur Frauenfrage verabschiedet, die zwar einige Verbesserungen f\u00fcr Frauen enthielt (\u00d6ffnung und Zugang zu allen f\u00fcr Frauen geeigneten Berufen; Ausbau von Einrichtungen, die der Erwerbst\u00e4tigen die Sorge um den Haushalt und die Familie erleichtern); wesentliche Voraussetzungen f\u00fcr die Emanzipation der Frau wurden jedoch nicht geschaffen. Die Zust\u00e4ndigkeit der Frauen f\u00fcr die Reproduktionsarbeit innerhalb der Familie wurde gar nicht erst in Frage gestellt. Die umfassende Einbeziehung der Frauen in den Produktionsprozess war ebenso wenig das Ziel dieser Resolution wie die Vergesellschaftung der Hausarbeit als einer Grundvoraussetzung f\u00fcr die Frauenbefreiung.<\/p>\n<p>Der Arbeitskr\u00e4ftemangel in der Nachkriegswirtschaft machte es aber notwendig, Frauen in gro\u00dfem Umfang f\u00fcr den Wiederaufbau und die Produktion heranzuziehen. Per SMAD-Befehl wurde daher das Prinzip der gleichen Entlohnung eingef\u00fchrt. Au\u00dferdem sollte die Berufsnomenklatur \u00fcberarbeitet werden. Beides stie\u00df auf den Widerstand der m\u00e4nnlichen Arbeiterschaft und deren Gewerkschaftsvertretungen. Statt die proletarischen Frauen zur Durchsetzung ihrer Interessen zu mobilisieren, wurden auf b\u00fcrokratischem Wege Frauenkommissionen eingesetzt, welche die Durchf\u00fchrung der Beschl\u00fcsse kontrollieren sollten. Dieses rein administrative Vorgehen der StalinistInnen war aber kaum dazu geeignet, die historisch \u00fcberkommene Benachteiligung der Frau in der Gesellschaft zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrokratismus statt Frauenbefreiung<\/strong><\/p>\n<p>Dazu h\u00e4tte es einer breiten politischen Debatte in ArbeiterInnenbewgung und Gesellschaft bedurft, die sich schonungslos mit gesellschaftlichen Strukturen, Traditionen und Praktiken auseinandersetzt, die Frauen an einer gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hindern. Diese (f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen) schmerzhafte Debatte wurde jedoch auf unterstem Niveau ausgetragen. Nicht die Frauen selbst artikulierten ihre Bed\u00fcrfnisse in organisierter Form, sondern der b\u00fcrokratische Apparat bestimmte und legte fest. Wichtige Grundformen von Frauenunterdr\u00fcckung \u2013 die Familie und die im privaten Rahmen erledigte Hausarbeit \u2013 standen nicht zur Disposition. So wurden auf dem Altar einiger Verbesserungen f\u00fcr Frauen die historischen Grundvoraussetzungen der Befreiung der Frau geopfert.<\/p>\n<p>Die Schwangerschaftsunterbrechung wurde aufgrund medizinischer, ethischer und sozialer Indikation wegen der nach Kriegsende herrschenden materiellen Not und dem enormen Bedarf an weiblichen Arbeitskr\u00e4ften zun\u00e4chst erlaubt. Doch schon 1950 wurde das Verbot wieder eingef\u00fchrt. \u00c4nderungen des Ehegesetzes entfernten v.\u00a0a. die nationalsozialistischen Bestimmungen. Dieses Hin und her gerade in der Abtreibungsfrage verweist sehr deutlich darauf, dass die stalinistische Frauenpolitik nicht an einer Strategie der Frauenbefreiung, sondern an konjunkturellen Erfordernissen der Entwicklung und an der R\u00fccksicht auf b\u00fcrgerliche Vorstellungen und Traditionen orientiert war.<\/p>\n<p>Das traditionelle dreigliedrige Schulsystem wurde durch die achtklassige Pflichtschule f\u00fcr alle ersetzt. Bereits im Fr\u00fchjahr 1946 wurde in den L\u00e4ndern der SBZ das \u201eGesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule\u201c verabschiedet. 1959 wurde die zehnj\u00e4hrige Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule zur Pflichtschule. Die Erweiterte Oberschule mit den Klassen 11 und 12 f\u00fchrte zum Abitur. (2)<\/p>\n<p><strong>Tradierte Rollenverteilung<\/strong><\/p>\n<p>Die Einheitsschule kann man als einen ersten Schritt begr\u00fc\u00dfen, um die bildungspolitische Benachteiligung f\u00fcr Frauen aufzuheben. Auch im Bereich der h\u00f6heren Bildung (Abitur, Hochschulstudium) gelang es, die Benachteiligung von M\u00e4dchen und Frauen im Wesentlichen zu \u00fcberwinden. Allerdings blieb die Rollenverteilung \u2013 M\u00e4nner eher technisch\/praktisch, Frauen eher \u201ehumanistisch\u201c \u2013 weitgehend erhalten. 1948 l\u00f6ste der FDGB die gewerkschaftlichen Frauenkommissionen auf. 1949 beschloss die SED die Aufl\u00f6sung der Betriebsorganisationen des DFD, deren Hauptt\u00e4tigkeitsfeld nunmehr der kommunale Bereich sein sollte. Bis Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hatte der DFD knapp 1,5 Millionen. Mitglieder. Nur 30\u00a0% von ihnen waren j\u00fcnger als 53 Jahre. Der Verband richtete in Bezirks- und Kreisst\u00e4dten insgesamt 210 \u201eBeratungszentren f\u00fcr Haushalt und Familie\u201c ein. Seit 1967 unterhielt der DFD Frauenakademien f\u00fcr politische Schulung sowie f\u00fcr Veranstaltungen mit kultureller und hauswirtschaftlicher Thematik, was die staatstragende Rolle und Aufrechterhaltung der frauenfeindlichen Ideologie durch den DFD deutlich macht. Statt Instrument der \u00dcberwindung der Benachteiligung der Frau war der DFD vielmehr ein organisatorischer Rahmen f\u00fcr das \u201eAusleben\u201c der traditionellen Rolle der Frauen.<\/p>\n<p>Die Illusion, ein geeintes, neutrales Deutschland zu schaffen, wurde durch die unterschiedliche Praxis in den Besatzungszonen zerst\u00f6rt. W\u00e4hrend der Osten den Gro\u00dfteil der Reparationen an die UdSSR leisten musste, griff im Westen 1948 die Hilfe des Marshallplans. Frauen stellten die einzige verf\u00fcgbare Arbeitskraftreserve dar. Daher sollten ihnen gesetzliche Ma\u00dfnahmen den Eintritt in das Erwerbsleben erleichtern. Mitte der 1950er Jahre stagnierte der weibliche Besch\u00e4ftigungsstand, was zum Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und des Dienstleistungssektors f\u00fchrte. Wichtige gesetzliche Ma\u00dfnahmen dieser Zeit waren die verfassungsm\u00e4\u00dfige Verankerung der Gleichberechtigung der Geschlechter, des Prinzips der Lohngleichheit und die Aufhebung der Benachteiligung unehelicher Kinder und deren Eltern. Gleichzeitig jedoch wurden Ehe und Familie weiterhin als Grundlage des Gemeinschaftslebens angesehen und unter den Schutz des Staates gestellt.<\/p>\n<p>Die Einbeziehung der Frauen in die produktive Arbeit stie\u00df jedoch auf den Widerstand der M\u00e4nner. Viele Betriebe weigerten sich, Frauen entsprechend ihrer Qualifikation oder \u00fcberhaupt einzustellen. Die zunehmende Kritik der Frauen daran zwang die SED, deren Organisation auf betrieblicher Ebene zu unterst\u00fctzen, um die M\u00e4nner, v.\u00a0a. die Gewerkschaftfunktion\u00e4re, unter Druck zu setzen. 1952 empfahl das Politb\u00fcro der SED, die Wahl von Frauenaussch\u00fcssen \u00fcberall dort, wo eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl Frauen arbeitet, zu unterst\u00fctzen. Bis Ende 1961 entstanden so ca. 20.000 Frauenaussch\u00fcsse mit ca. 140.000 Mitarbeiterinnen, von denen drei Viertel parteilos waren. Obwohl die Gewerkschaften zur Zusammenarbeit mit den Aussch\u00fcssen verpflichtet waren, kam es dennoch immer wieder zu Konflikten, so dass letztere Mitte der 1960er Jahre von der SED gegen ihren Willen den Betriebsgewerkschaftsleitungen unterstellt wurden.<\/p>\n<p><strong>Degenerierter ArbeiterInnenstaat<\/strong><\/p>\n<p>Die Probleme der gleichberechtigten Integration von Frauen in den Produktionsprozess sind allerdings nicht nur einer verfehlten Frauenpolitik der SED oder m\u00e4nnlichen Ressentiments geschuldet. Vielmehr dr\u00fccken sie ein allgemeines Problem aller degenerierten ArbeiterInnenstaaten aus. Es zeigte sich immer wieder, dass selbst positive Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Lage der Frauen, die es ohne Zweifel gab, im Widerspruch zu den starren, b\u00fcrokratischen Verh\u00e4ltnissen der Gesellschaft insgesamt standen. Solange z.\u00a0B. die Kindererziehung fast ausschlie\u00dflich in der Zust\u00e4ndigkeit der Frauen lag \u2013 und dieser Umstand wird ja gerade durch die Aufrechterhaltung der tradierten Familienstrukturen konserviert \u2013, waren nach wie vor nahezu ausschlie\u00dflich Frauen f\u00fcr die Betreuung kranker Kinder zu Hause zust\u00e4ndig, was zu mehr Ausf\u00e4llen an Arbeitsstunden f\u00fchrte. Unter diesen Umst\u00e4nden war es klar, dass BetriebsmanagerInnen lieber M\u00e4nner als Frauen besch\u00e4ftigten. Was dieses und viele andere Beispiele zeigen, ist die prinzipielle Unm\u00f6glichkeit, selbst Teilverbesserungen langfristig durchzusetzen, wenn die grundlegenden, strategischen Aufgaben nicht gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Die \u201eZentralverwaltung sowjetischen Typs\u201c wurde in mehreren Etappen in der DDR eingef\u00fchrt. Von 1952 bis 1985 sank der Anteil des Privateigentums auf 4,6\u00a0%. Bis auf 6\u00a0% wurde die Agrarfl\u00e4che in LPGen eingebracht. Der Anteil der Selbstst\u00e4ndigen an der Gesamtzahl der Erwerbst\u00e4tigen (1955 noch 20\u00a0%) sank bis 1988 auf 2\u00a0%. 1986 gab es 224 Industriekombinate, in denen die Volkseigenen Betriebe (VEB) zusammengeschlossen waren. In den Kombinaten wurde auch ein Gro\u00dfteil der Forschungspolitik, der Freizeit- und Feriengestaltung, der sozialen Sicherheit u.\u00a0v.\u00a0m. bestimmt.<\/p>\n<p><strong>Qualifizierung<\/strong><\/p>\n<p>Bis Ende der 1950er Jahre war die Wirtschaft von der starken Abwanderung v.\u00a0a. qualifizierter Arbeitskr\u00e4fte belastet (ca. 3 Millionen fl\u00fcchteten aus der DDR), die erst durch den Mauerbau gestoppt wurde. Nun ging es nicht mehr zuerst um die quantitative Einbeziehung von Frauen in den Produktionsprozess, sondern um den Ausgleich des erh\u00f6hten Bedarfs an qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften. Dies f\u00fchrte zur Aufstellung von Frauenf\u00f6rderungspl\u00e4nen, zum Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und der Ausdehnung von Dienstleistungen. Der DFD unterhielt seit 1967 Frauenakademien f\u00fcr politische Schulung und Veranstaltungen mit kultureller und hauswirtschaftlicher Thematik. In Bezirks- und Kreisst\u00e4dten richtete der DFD 210 \u201eBeratungszentren f\u00fcr Haushalt und Familie\u201c ein. Dennoch wurde der DFD aufgrund seiner Funktion als Transmissionsriemen der herrschenden Kaste in das weibliche Proletariat hinein nie zur Organisation, der sich die Frauen zur Artikulierung ihrer Interessen bedient h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Bildungsoffensive wurde von der Staatsf\u00fchrung eine Reihe von Frauenf\u00f6rderungsma\u00dfnahmen beschlossen wie Frauensonderstudium oder verst\u00e4rkte Qualifizierung von Frauen f\u00fcr technische Berufe. Frauen konnten sich nun f\u00fcr ihre berufliche Aus- und Weiterbildung freistellen lassen. Das Arbeitskollektiv musste jedoch den Produktionsausfall ausgleichen. Da auch in der DDR-\u00d6konomie die Entwicklung des Konsumg\u00fctersektors vernachl\u00e4ssigt wurde, vergr\u00f6\u00dferten Schlangestehen und der Mangel an effektiven Haushaltsger\u00e4ten die Arbeitslast der Frauen. Auch die Einf\u00fchrung eines monatlichen Hausarbeitstages, f\u00fcr den berufst\u00e4tige Frauen von der Arbeit freigestellt waren, war eine widerspr\u00fcchliche Ma\u00dfnahme: einerseits galt die gesellschaftliche Anerkennung von Hausarbeit als notwendig und wurde in diesem Fall sogar bezahlt, andererseits wurde diese T\u00e4tigkeit wieder traditionell der Frau zugeordnet, was ihre Rolle als Aschenputtel nurmehr verfestigte und offiziell sanktionierte.<\/p>\n<p>Hier soll auch auf ein grunds\u00e4tzliches Problem der Gleichberechtigung der Frau in der DDR hingewiesen werden: die Doppelbelastung durch Beruf einerseits und Familie, Haushalt andererseits. Die Unterentwicklung des Dienstleistungssektors, der mangelhafte Grad der Vergesellschaftung der Hausarbeit und ein mangelhaftes Angebot an G\u00fctern des t\u00e4glichen Bedarfs brachten es mit sich, dass die Bew\u00e4ltigung des Alltagslebens sehr m\u00fchsam und aufw\u00e4ndig war. Dieser Aufwand wurde zum gro\u00dfen Teil von Frauen und nicht von M\u00e4nnern bew\u00e4ltigt. Die Gleichberechtigung stellte sich so in der Praxis oft einfach als Doppelbelastung der Frauen dar. Die relativ gute Kinderbetreuung konnte die Frauen zwar entlasten, jedoch das Problem der \u00dcberbelastung nat\u00fcrlich nicht l\u00f6sen. Allgemein wurde in den Jahrzehnten des Stalinismus deutlich, dass eine grunds\u00e4tzliche \u00c4nderung der Stellung der Frau in der Gesellschaft nicht m\u00f6glich ist, ohne dass das allgemeine Niveau der Produktivit\u00e4t hoch ist, dadurch die Arbeitszeit deutlich verk\u00fcrzt und somit auch die tradierte Arbeitsteiligkeit (die nicht nur eine zwischen Man und Frau ist) \u00fcberwunden werden kann. Wie sollen Frauen am gesellschaftlichen und politischen Leben aktiv teilhaben, wenn die gesamte Zeit f\u00fcr Arbeit, Eink\u00e4ufe etc. ben\u00f6tigt wird?<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"755\" height=\"424\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DDR-Frauen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6616\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DDR-Frauen.jpg 755w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/DDR-Frauen-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 755px) 100vw, 755px\" \/><figcaption><em>Frauen in Dresden 1974. (imago \/ Ulrich H\u00e4ssler)<\/em> Quelle: https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/frauen-in-der-ddr-permanent-am-limit.1148.de.html?dram:article_id=369112 <\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Reaktion\u00e4re Familienpolitik<\/strong><\/p>\n<p>Neben den Qualifizierungskampagnen traten verst\u00e4rkt reaktion\u00e4re, familienpolitische Ma\u00dfnahmen in den Vordergrund, z.\u00a0B. wurde aufgrund steigender Scheidungsziffern die Eheaufl\u00f6sung erschwert. Trotzdem war eine Ehescheidung sowohl juristisch als auch finanziell im Vergleich zu den Regelungen der BRD einfacher. Ideologisch wurde diese \u201eWende\u201c 1965 mit dem Inkrafttreten des Familiengesetzes, das die Familie als \u201ekleinste Zelle der sozialistischen Gesellschaft\u201c definierte, untermauert. Die Familie war auch im Stalinismus eine Einheit der sozialen Kontrolle und Disziplin. (3)<\/p>\n<p>Nach dem Mauerbau verzeichnete die DDR dennoch die niedrigste Geburtenrate der Welt. Auch die familienpolitischen Ma\u00dfnahmen konnten nicht zur Konstanz der Bev\u00f6lkerungzahl beitragen. Im Westen glichen seit Ende der 1960er Jahre die hohen Geburtenraten der GastarbeiterInnen die Bev\u00f6lkerungszahl aus. In der DDR war der Ausl\u00e4nderanteil mit ca. 1\u00a0% sehr gering, au\u00dferdem dehnte sich die Familienpolitik (wie auch die sonstige Rechtssprechung) nicht auf die ausl\u00e4ndischen EinwohnerInnen aus. Vietnamesinnen z.\u00a0B. wurden bei Eintreten der Schwangerschaft in ihr Heimatland zur\u00fcckgeschickt. Trotz der Bildungsoffensive konzentrierten sich die Hauptbereiche f\u00fcr Frauen im mittleren administrativen Bereich, in sozialhelferischen T\u00e4tigkeiten oder in schwerer, monotoner Fabrikarbeit, z.\u00a0B. am Flie\u00dfband. Gesellschaftlicher Aufstieg hing au\u00dferdem ganz wesentlich von der Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber der herrschenden Kaste und ihren Institutionen ab. Die Verbesserung der Karrierem\u00f6glichkeiten wirkte sich aber st\u00e4rker auf Frauen der B\u00fcrokratenschicht aus, w\u00e4hrend M\u00e4nner weiterhin das Management besetzten.<\/p>\n<p>Die von M\u00e4dchen und Jungen bevorzugten Ausbildungsbereiche unterschieden sich in der DDR kaum von denen der Jugendlichen in der BRD. Hier wie dort, damals wie heute konzentrierte sich die Mehrheit der Auszubildenden auf wenige Berufe. Trotz aller Betonung der Gleichheit f\u00fcr ArbeiterInnen, Bauern\/B\u00e4uerinnen und Intelligenz, trotz aller Behauptungen, die Chancengleichheit f\u00fcr ArbeiterInnenkinder zu erh\u00f6hen und v.\u00a0a. ArbeiterInnen- und Bauern-\/B\u00e4uerinnenkinder studieren lassen zu wollen, war auch in der DDR die Ausbildungschance von Akademikerkindern h\u00f6her als von Kindern mit Eltern, die eine acht- bis zehnj\u00e4hrige Schulzeit absolviert hatten. Andererseits gab es eine Reihe von Ma\u00dfnahmen, um der traditionellen Benachteiligung von Nichtakademikerkindern positiv entgegenzuwirken. So waren der Anteil und v.\u00a0a. die realen Chancen f\u00fcr ArbeiterInnenkinder zu studieren besser als in der BRD.<\/p>\n<p>Die stalinistische Methode zur Produktionssteigerung war nicht eine Verst\u00e4rkung der Technologie-Investition, sondern meist eine rein quantitative Ausdehnung der Produktion. Durch die b\u00fcrokratische Unterdr\u00fcckung und G\u00e4ngelung des Proletariats wurden nicht nur der Anreiz sondern auch fast alle strukturellen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Planung und Verbesserung der Produktion beschnitten. Daher mussten die Anzahl der Arbeitskr\u00e4fte erh\u00f6ht und auch Frauen in Industrie und Landwirtschaft eingesetzt werden. Gleichzeitig erforderte das aber auch, f\u00fcr eine ausreichende Anzahl von Arbeitskr\u00e4ften in der Zukunft zu sorgen, was durch die Geburtenf\u00f6rderung erreicht werden sollte.<\/p>\n<p><strong>Beruf und Familie<\/strong><\/p>\n<p>Seit Mitte der 1960er Jahre f\u00fchrten sinkende Geburtenraten und steigende Scheidungsquoten zu einer frauenpolitischen Kurskorrektur: Frauenpolitik wurde in Familien- und M\u00fctterpolitik umgewandelt. Die Drei-Kind-Familie wurde propagiert, um die einfache Reproduktion zu gew\u00e4hrleisten. Das 1950 wieder eingef\u00fchrte Abtreibungsverbot hatte die Zahl illegaler Abtreibungen in die H\u00f6he schnellen lassen, was 1972 dazu f\u00fchrte, dass die Schwangerschaftsunterbrechung gesetzlich freigegeben wurde (4) \u2013 \u00fcbrigens das einzige Gesetz, bei dem die Volkskammer keine Einstimmigkeit erzielen konnte! Sozialpolitische Ma\u00dfnahmen wie Ehekredite, staatliche Geburtenhilfe, Erh\u00f6hung des Schwangerschafts- und Wochenurlaubs, Arbeitszeitverk\u00fcrzungen f\u00fcr berufst\u00e4tige M\u00fctter auf 40 Stunden bei vollem Lohnausgleich und Babyjahr flankierten diesen Wandel.<\/p>\n<p>Solche Ma\u00dfnahmen trugen zwar begrenzt fortschrittlichen Charakter, verfestigten aber auf der anderen Seite auch die Rolle der Frau in der Familie. M\u00e4nner konnten diese Rechtsanspr\u00fcche nicht gleichberechtigt wahrnehmen, was die Zust\u00e4ndigkeit der Frauen f\u00fcr den famili\u00e4ren Bereich untermauerte und ihre Unterdr\u00fcckung festigte. Hinsichtlich der zahlenm\u00e4\u00dfigen Integration der Frauen in die Erwerbsarbeit und der damit verbundenen \u00f6konomischen Unabh\u00e4ngigkeit trug die Frauenpolitik der DDR durchaus emanzipatorische Z\u00fcge, die zu einem \u201eGleichstellungsvorsprung der DDR gegen\u00fcber der BRD\u201c f\u00fchrte. Ende der 1980er Jahre waren rund 90\u00a0% aller Frauen berufst\u00e4tig, davon hatten 87\u00a0% eine abgeschlossene Berufsausbildung. Kinderbetreuungseinrichtungen deckten 95\u00a0% des Bedarfs ab. (5) Allerdings war diese Gleichberechtigung nicht von den Frauen erk\u00e4mpft. Sie war \u201ef\u00fcr Frauen gemacht\u201c und reproduzierte den Traditionalismus im Geschlechterverh\u00e4ltnis. Frauenarbeit hie\u00df auch quasi \u201ewesenhafte\u201c Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Kinder, Familie und Hausarbeit. Sexismus in der Erziehung und strenge Arbeitsteilung waren die Norm. M\u00e4dchen wurden gedr\u00e4ngt, sozialhelferische und wenig qualifizierte Berufe zu ergreifen. Nur einigen wenigen Vorzeige-Arbeiterinnen wurden M\u00f6glichkeiten gegeben, in m\u00e4nnerdominierte Bereiche vorzudringen.<\/p>\n<p><strong>Polarisierung<\/strong><\/p>\n<p>Die Familienpolitik beg\u00fcnstigte soziale Polarisierungen zwischen den Geschlechtern wie gravierende Einkommensunterschiede, Differenzen hinsichtlich beruflicher Entwicklungsverl\u00e4ufe wie auch unterschiedliche Zeitressourcen von M\u00e4nnern und Frauen. Ein Drittel der Frauen war teilzeitbesch\u00e4ftigt. Die Entlohnung in typischen Frauenberufen lag im Durchschnitt ein Drittel unter jener der M\u00e4nner, was den Vorteil der \u00f6konomischen Unabh\u00e4ngigkeit vom Mann wieder schm\u00e4lerte. Die Trennung vom Mann bedeutete auch im Stalinismus einen Verlust an Lebensstandard. Auch in der DDR besetzten Frauen die unteren R\u00e4nge der betrieblichen Hierarchie und jene gesellschaftlichen Arbeitsfelder, die neben einem geringeren Durchschnittseinkommen auch einen niedrigeren Status besa\u00dfen, w\u00e4hrend M\u00e4nner weiterhin das politische Leben in Partei, Betrieben und Gewerkschaften dominierten.<\/p>\n<p>Die Notwendigkeit, Beruf und Mutterschaft miteinander zu vereinbaren, f\u00fchrte dazu, dass Frauen h\u00e4ufiger als M\u00e4nner in Berufe wechselten, die unterhalb ihrer Qualifikation lagen, oder dass sie Qualifizierungsm\u00f6glichkeiten nur beschr\u00e4nkt wahrnehmen konnten und beruflich nicht so flexibel waren. Auch bildungspolitische Beschr\u00e4nkungen und betriebliche Rekrutierungsstrategien trugen zur Aufrechterhaltung von geschlechtsspezifischen Branchenaufteilungen bei. Trotz existierender Frauenf\u00f6rderungspl\u00e4ne erm\u00f6glichten sie den Betrieben, die b\u00fcrokratische Entscheidung \u00fcber die Vergabe von Ausbildungspl\u00e4tzen, den Anteil weiblicher Lehrlinge gering zu halten. Nach der familienpolitischen Wende stiegen die Scheidungsquoten, was nur scheinbar ein Widerspruch ist und eine gewisse Rebellion der Frauen ausdr\u00fcckt. Erstens hatte die Frauenpolitik die Frauen ver\u00e4ndert, die M\u00e4nner aber kaum. Zweitens blieben die Frauen dennoch in traditionellen Geschlechterstrukturen und Stereotypen gefangen. Steigende Scheidungsquoten gingen mit hohen Wiederverheiratungsraten einher. (6) Der Anteil der nichtehelichen Lebensgemeinschaften betrug dagegen im Osten wie im Westen ca. 8\u00a0%.<\/p>\n<p>80\u00a0% der Mitte der 1980er Jahre befragten Jugendlichen hatten in der Schule die Erfahrung gemacht, dass man nicht sagen durfte, was man dachte, ohne Nachteile bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen. Formalismus und Routine bestimmten den Schulalltag. Der \u201evormundschaftliche\u201c Staat verl\u00e4ngerte sich auf diese Weise in die Schule hinein und verwies die Sch\u00fclerInnen auf die Position der Unm\u00fcndigen, Abh\u00e4ngigen, Geleiteten. Die Familie war f\u00fcr viele eine vertraute Alternative, eine Art Gegenstruktur. M\u00e4nner waren trotz der Berufst\u00e4tigkeit der Frau immer noch die Hauptverdiener. Auch die Arbeitsteilung in der Familie erfolgte nach geschlechtsspezifischem Muster und pr\u00e4gte die Wertorientierungen Heranwachsender. Bis heute hat die Familie f\u00fcr die Ostdeutschen einen hohen Stellenwert, dabei haben die Auffassungen \u00fcber geschlechtsspezifische Zust\u00e4ndigkeiten \u00fcberdauert. (7)<\/p>\n<p><strong>Widerspr\u00fcche<\/strong><\/p>\n<p>Die Errungenschaften der DDR in Bezug auf die Gleichberechtigung der Frauen waren vielf\u00e4ltig, unzureichend und widerspr\u00fcchlich. Dem hohen Grad der Einbeziehung von Frauen ins Berufsleben (v.\u00a0a. auch im Bereich der Industrie im Vergleich zum Westen), ihrer gr\u00f6\u00dferen \u00f6konomischen Unabh\u00e4ngigkeit und damit zusammenh\u00e4ngend ihrem gr\u00f6\u00dferen Sebstbewu\u00dftsein standen auf der anderen Seite eine enorme Doppelbelastung im Alltag und eine nach wie vor \u00fcberproportional starke Einbindung in Familie und Haushalt und das Fehlen eigenst\u00e4ndiger Organisations- und Artikulationsm\u00f6glichkeiten in Politik und Gesellschaft gegen\u00fcber. Die sozialen Errungenschaften der DDR \u2013 die Planung der Wirtschaft, die Abschaffung des Privateigentums und die weitgehende \u00dcberwindung der Klassendifferenzierung \u2013 waren eine Basis, die nicht nur positiv f\u00fcr die Durchsetzung der Gleichberechtigung der Frau, sondern historisch gesehen sogar eine unverzichtbare Bedingung f\u00fcr die Erreichung dieses Zieles ist.<\/p>\n<p>Doch die Herrschaft der b\u00fcrokratischen Kaste der StalinistInnen verhinderte eine wirkliche Emanzipation der Frau doppelt: zum einen durch eine Frauenpolitik, die die vom Marxismus postulierte Ziele und Bedingungen ihrer Befreiung ignorierte und sie stattdessen den bornierten Bed\u00fcrfnissen der Reproduktion ihres starren Gesellschaftsgef\u00fcges opferte; zum anderen, indem die B\u00fcrokratie die Weiterentwicklung der Gesellschaft Richtung Sozialismus blockierte und das Proletariat als deren Akteur fesselte. Das Beispiel von 40 Jahren DDR zeigt die historische M\u00f6glichkeit der Frauenbefreiung im Sozialismus wie auch die Unm\u00f6glichkeit, dieses Ziel mit den Mitteln des Stalinismus zu erreichen.<\/p>\n<p><strong>Kapitalistische Restauration<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund der Wiedervereinigung mit der imperialistischen BRD hat der Restaurationsprozess im Osten Deutschlands eine gewisse Sonderstellung in der Restauration Osteuropas.<\/p>\n<p>Trotz fast vollst\u00e4ndiger Integration der Frauen in das Erwerbssystem der DDR war die geschlechtsspezifische Aufteilung der Erwerbsarbeit kaum in Frage gestellt, in manchen Bereichen eher noch versch\u00e4rft worden. Relativ stabil blieben auch die f\u00fcr weibliche Erwerbsarbeit typischen Merkmale wie niedrigere Bezahlung typischer Frauenberufe; geringere Aufstiegschancen; schlechtere Bedingungen, h\u00f6here Qualifikationen auch tats\u00e4chlich anzuwenden. F\u00fcr die Frauen der DDR wirkte Westdeutschland attraktiv durch die vermeintlichen demokratischen und individuellen Freiheiten, durch seinen Reichtum, das Konsumg\u00fcterangebot, die moderne Kleidung und durch gewisse sexuelle Freiheiten der Frauen des Westens.<\/p>\n<p>Diese Attraktivit\u00e4t ging schnell verloren, als Marktpreise f\u00fcr Wohnen, Nahrung, Kinderbetreuung usw. bezahlt werden mussten. Die Einkommen im Osten stagnieren, w\u00e4hrend f\u00fcr Sozialversicherungspflichtige die Beitragsbemessungsobergrenzen weiter angepasst und die Beitragss\u00e4tze zur gesetzlichen Krankenversicherung angehoben wurden. F\u00fcr die Frauen Ostdeutschlands, die keine Alternative zum Hausfrauendasein haben, wurde die Abh\u00e4ngigkeit vom Einkommen des Mannes zur Kette, die sie an die Familie schmiedete. Merkmale feminisierter Armut schlagen nun auch voll auf den Osten Deutschlands durch. Hauptgruppen sind wie im Westen alleinerziehende M\u00fctter, arbeitslose Frauen und Frauen (Witwen) ohne eigene Versichertenrente. Dazu kommt, dass bei Frauen aller Altersgruppen Einkommensarmut h\u00e4ufiger auftritt als bei M\u00e4nnern. Auch schon w\u00e4hrend der Wende gab es Aktionen von Frauen f\u00fcr das Weiterbestehen der Kindereinrichtungen und der fortschrittlicheren Abtreibungsgesetze. Frauen waren auch aktiv im Kampf gegen den Stalinismus.<\/p>\n<p>Mit wachsendem Selbstbewusstsein der reaktion\u00e4ren Kr\u00e4fte lie\u00dfen die Mobilisierungen der Frauen jedoch nach. Das lag u.\u00a0a. auch daran, dass es in den Organisationen der ArbeiterInnenbewegung in der DDR (SED, FDGB) keine eigenst\u00e4ndigen Organisations- und Artikulationsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Frauen gab und in der Wendezeit dieses Problem kaum gesehen wurde bzw. der Kampf darum durch die Gr\u00fcndung alternativer Organisationen wie dem Unabh\u00e4ngigen Frauenverband (UFV) ersetzt wurde.<\/p>\n<p>Mit dem Umschlagen der Revolution in die Konterrevolution \u00e4nderten sich auch die Themen und die Organisationen der Frauen. Obwohl sie in Gestalt des UFV 1989 am \u201eRunden Tisch\u201c teilnahmen, wurden im Zuge der Restauration ihre Interessen von allen Parteien \u00fcbergangen.<\/p>\n<p>Der FDGB, dem vor der Wende fast alle Werkt\u00e4tigen angeh\u00f6rten, l\u00f6ste sich am 30. September 1990 formal auf, nachdem er auf seinem letzten Kongre\u00df die Satzung so ge\u00e4ndert hatte, dass sich der Organisationsbereich des DGB nun auch auf die f\u00fcnf neuen L\u00e4nder und Ost-Berlin erstreckte. Es gab nur Einzel\u00fcbertritte vom FDGB in den DGB, die Organisationsstrukturen in den neuen Bundesl\u00e4ndern wurden faktisch neu aufgebaut. Die \u00dcbernahme von Funktion\u00e4rInnen des FDGB in den DGB war selten.<\/p>\n<p>Im ersten Jahr der Einigung konnte der DGB im Osten zun\u00e4chst einen h\u00f6heren Organisationsgrad verbuchen als im Westen, aber bedingt durch Arbeitslosigkeit und die Umstrukturierung der Wirtschaft ging er wieder zur\u00fcck. Ende 1992 hatte der DGB 11 Millionen Mitglieder, davon 7,9 Millionen in den alten und 3,1 Millionen in den neuen Bundesl\u00e4ndern. Der Anteil der weiblichen Mitglieder betrug in der Gruppe der ArbeiterInnen 32\u00a0%, in der Gruppe der Angestellten 56,4\u00a0% und bei den BeamtInnen 22,3\u00a0%.<\/p>\n<p><strong>Gewerkschaften<\/strong><\/p>\n<p>Zum Absinken des gewerkschaftlichen Organisationsgrades hat die Politik der Gewerkschaftsf\u00fchrung selbst in einem nicht unerheblichen Ma\u00dfe beigetragen. Das deutsche Kapital zehrt noch heute, fast ein Jahrzehnt nach der Wende, von der Bereitwilligkeit der Gewerkschaftsf\u00fchrung, das Proletariat im Kampf gegen die sozialen Auswirkungen der Restauration zur\u00fcckzuhalten und die Spaltung in ost- und westdeutsche ArbeiterInnenklasse zu zementieren. Noch immer erhalten die ArbeiterInnen im Osten einen geringeren Lohn als im Westen. Wie wenig die von der Gewerkschaftsf\u00fchrung f\u00fcr den Osten favorisierten Abwiegelungsmodelle wie \u201eBesch\u00e4ftigungsgesellschaften\u201c, ABM u.\u00a0\u00e4., die v.\u00a0a. dazu dienten, den Anschein vor\u00fcbergehender Strukturanpassungsma\u00dfnahmen aufrechtzuerhalten, geeignet sind, einen \u201egesamtgesellschaftlichen Ausgleich der sozialen H\u00e4rten\u201c der Restauration zu erreichen, wird nun, nachdem der kurze Nach-Wende-Boom vorbei ist und die Krise auf Gesamtdeutschland durchschl\u00e4gt, immer offensichtlicher.<\/p>\n<p>Der seit Juni 1990 festzustellende \u00fcberproportionale Anteil von Frauen an den Arbeitslosen ist ein klares Indiz daf\u00fcr, dass der Umbau des Wirtschaftssystems in der Ex-DDR keineswegs geschlechtsneutral verl\u00e4uft. (8) Der im April 1991 erstmalig in den neuen L\u00e4ndern durchgef\u00fchrte Mikrozensus zeigte, dass die Erwerbsquote der Frauen von ca. 90\u00a0% auf 73\u00a0% gesunken war. Zwischen 1990 und 1992 wurden 2\/3 der ostdeutschen Industrie zerst\u00f6rt. 1992 waren nur noch 750.000 in Industrie und Handel vollbesch\u00e4ftigt. Das entsprach etwa einem Viertel des Besch\u00e4ftigungsstandes von 1990. Die landwirtschaftliche Produktion sank bis Mitte 1992 auf die H\u00e4lfte. 1989 hatte die ostdeutsche Wirtschaft 9,6 Mio. Besch\u00e4ftigte. 1992 waren 4 Mio. davon arbeitslos, in Kurzarbeit oder (als PendlerInnen, PensionistInnen, Hausfrauen u.\u00a0\u00e4.) vom Arbeitsmarkt verschwunden. (9)<\/p>\n<p><strong>Arbeitslosigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Dabei erwies sich zun\u00e4chst nicht so sehr das Entlassungsrisiko als geschlechtsspezifisch. Vielmehr sind die Chancen, ein neues Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis einzugehen, f\u00fcr Frauen geringer. 1995 betrug die \u201estille Reserve\u201c, die keine Chance zu einem Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt hat, 2,3 Millionen. Immer gr\u00f6\u00dfer werdende Zahlen an Langzeitarbeitslosen und die sinkende Bezugsdauer von Arbeitslosengeld f\u00fchren dazu, dass die Zahl jener, die gleich an die Sozialbeh\u00f6rden verwiesen werden, w\u00e4chst. So gab es 1995 300.000 Besch\u00e4ftigte, die auf Sozialhilfe angewiesen und 2,5 Mio. Arbeitslose (Ostdeutschland), die wegen der niedrigen Lohnersatzleistungen teilweise zus\u00e4tzlich auf Sozialhilfe angewiesen waren.<\/p>\n<p>Die strukturellen Ver\u00e4nderungen des Erwerbssystems sind gekennzeichnet durch einen nachhaltigen Branchenumbau. Grundtendenz ist dabei die Verminderung des Frauenanteils innerhalb der verschiedenen Wirtschaftsbereiche. Diese Tendenz setzt sich unabh\u00e4ngig durch, ob es sich um eine Branche im Aufschwung, eine niedergehende oder stagnierende handelt, oder ob es sich um eher m\u00e4nner- oder frauentypische Erwerbsfelder handelt:<\/p>\n<p>\u2013 In der DDR frauentypische Branchen werden zu Mischbranchen (Handel, Banken, Versicherungen u.\u00a0a. Dienstleistungen). Unter den Bedingungen eines ver\u00e4nderten Arbeitsmarktes reflektieren M\u00e4nner verst\u00e4rkt auf diese Bereiche. In den privatisierten Ex-Treuhandfirmen des Dienstleistungsbereiches ist bis 1992 der Frauenanteil von 71\u00a0% auf 53\u00a0% zur\u00fcckgegangen. Au\u00dferdem stagnieren die prim\u00e4ren Dienstleistungen und die einfachen B\u00fcrot\u00e4tigkeiten, w\u00e4hrend die qualifizierten sekund\u00e4ren Dienstleistungsbereiche ausgeweitet werden.<\/p>\n<ul>\n<li>Mischbranchen werden zu m\u00e4nnerdominierten Branchen (\u00fcbriges verarbeitendes Gewerbe, Landwirtschaft, Verkehr, Bahn, Post).<\/li>\n<li>Traditionell schon zu DDR-Zeiten m\u00e4nnertypische Branchen schlie\u00dfen sich weiter gegen Frauenerwerbsarbeit ab (Bergbau, Energiegewinnung, Bauwirtschaft, Metall-\/Elektroindustrie). (10)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Geschlechtsspezifisch differenzierte Entwicklungsverl\u00e4ufe sind auch hinsichtlich der beruflichen Stellung zu beobachten. Bereits im Fr\u00fchjahr 1991 waren kaum noch Frauen in Leitungspositionen besch\u00e4ftigt. Bei hochqualifizierten F\u00fchrungs- und Berufspositionen betr\u00e4gt der Frauenanteil deutlich unter einem Zehntel. (Nur bei einigen akademischen Berufen sind die Frauen in der \u00dcberzahl: Lehrerinnen 55\u00a0%, Schulleitung jedoch nur 20\u00a0%, \u00c4rztinnen und Apothekerinnen 46\u00a0%). (11) Damit haben sich auch die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern weiter verst\u00e4rkt. W\u00e4hrend 1991 von den m\u00e4nnlichen Erwerbst\u00e4tigen 7\u00a0% ein Nettoeinkommen von mehr als 5.000 Mark monatlich hatten, waren es bei den Frauen nur 0,8\u00a0%.<\/p>\n<p>Frauen sind auch h\u00e4ufiger als M\u00e4nner von Kurzarbeit betroffen, da sie h\u00e4ufiger in Kleinbetrieben ohne Zuschusszahlungen t\u00e4tig sind und sich auf Verwaltungs- und Dienstleistungsberufe konzentrieren, die auch in kurzarbeitenden Betrieben von Entlassungen betroffen sind.<\/p>\n<p>Einzelne Berufsgruppen sind \u00fcberproportional von Frauen besetzt: Tierpflege, Textilverarbeitung, Warenkaufleute, B\u00fcrofachkr\u00e4fte, \u00e4rztliche Pflege- und Hilfsberufe, Sozialpflegeberufe, Reinigungsdienste. (12) Weniger als 36 Stunden w\u00f6chentlich arbeiten 3,4\u00a0% der M\u00e4nner und 32,6\u00a0% der Frauen. 1991 betrug der Anteil der Frauen bei den Selbstst\u00e4ndigen 25,7\u00a0%, bei den mithelfenden Familienangeh\u00f6rigen 84\u00a0%, bei den BeamtInnen 22,3\u00a0%, bei den Angestellten 56,2\u00a0% und bei den ArbeiterInnen 29,8\u00a0%.<\/p>\n<p><strong>Erwerbsneigung<\/strong><\/p>\n<p>Die Erwerbsneigung ostdeutscher Frauen ist wie die Orientierung auf die prinzipielle Vereinbarkeit von Beruf und Familie nahezu ungebrochen. F\u00fcr 1991 seien folgende Vergleichszahlen f\u00fcr erwerbst\u00e4tige Frauen mit Kindern genannt: Von 100 Frauen der Altersgruppe der 25\u201329-J\u00e4hrigen arbeiteten in den neuen Bundesl\u00e4ndern 81, in den alten Bundesl\u00e4ndern 50; von der Altersgruppe der 30\u201334-J\u00e4hrigen arbeiteten in den neuen Bundesl\u00e4ndern 84 und in den alten 54. Eine m\u00f6glichst kontinuierliche Erwerbst\u00e4tigkeit der Frauen geh\u00f6rt nicht nur zu den kulturellen Erfahrungen der Frauen, sondern auch der M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Ostdeutsche M\u00e4nner halten es zu 93\u00a0% f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich, dass ihre Partnerin erwerbst\u00e4tig ist, wenn keine Kinder im Haushalt leben (75\u00a0% der westdeutschen M\u00e4nner). Ist ein Kleinkind zu versorgen, so sind 54\u00a0% der ostdeutschen M\u00e4nner f\u00fcr eine Teilzeitbesch\u00e4ftigung der Frau (21\u00a0% der westdeutschen M\u00e4nner). Unter diesen Bedingungen pl\u00e4dieren 78\u00a0% der westdeutschen M\u00e4nner f\u00fcr einen Ausstieg aus dem Beruf (ostdeutsche 37\u00a0%). (13) F\u00fcr die Mehrzahl der ostdeutschen Frauen vollzieht sich der Ausstieg aus der Erwerbsarbeit nicht als familienbedingte Unterbrechung, sondern als unfreiwilliger Verlust des Arbeitsplatzes.<\/p>\n<p><strong>Warteschleife<\/strong><\/p>\n<p>Dementsprechend zeigen sie durchaus Mobilit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t, wenn es darum geht, sich auf neue Arbeitszusammenh\u00e4nge einzulassen: Qualifizierung, ABM-Ma\u00dfnahmen und Projektbesch\u00e4ftigung werden als Mittel gesehen, um sich im Erwerbssystem zu halten. 2 Mio. insgesamt \u201eentlasteten\u201c 1995 den Arbeitsmarkt durch solche \u201earbeitsmarktpolitischen Instrumente\u201c. 500.000 hatte der \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte \u201ezweite Arbeitsmarkt\u201c (ABS, ABM, \u00a7249 AFG) zur gleichen Zeit aufgesogen. Die Besch\u00e4ftigung von Frauen nimmt auch auf dem \u201edritten Arbeitsmarkt\u201c zu, der durch die Legalisierung der Besch\u00e4ftigung von Arbeitslosen oder Sozialhilfeempf\u00e4ngerInnen au\u00dferhalb des Tarifsystems entsteht und st\u00e4ndig w\u00e4chst. Gleichzeitig nimmt die \u201egeringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigung\u201c (nicht versicherungspflichtige Teilzeitarbeit unter 20 Stunden) zu. 1995 waren in der gesamten BRD 2,5 Mio. \u201egeringf\u00fcgig besch\u00e4ftigt\u201c.<\/p>\n<p>Im Zuge h\u00e4rter werdender Verteilungsk\u00e4mpfe werden sich die geschlechtsspezifischen Differenzierungslinien wie die zwischen den einzelnen Frauengruppen auch entlang solcher Merkmale wie Mutterschaft oder kinderlos, alleinerziehend oder mit Partner, Kinderanzahl usw. vertiefen. Die ausschlie\u00dfliche Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Haushalt und Kinder schr\u00e4nkt die r\u00e4umliche und zeitliche Mobilit\u00e4t der Frauen ein. Die weitere Schlie\u00dfung von Kinderbetreuungseinrichtungen und die Verk\u00fcrzung der \u00d6ffnungszeiten unter dem Vorwand der \u201egeburtenschwachen Jahrg\u00e4nge\u201c f\u00fchren zu weiterer Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>Frauen, insbesondere Ostfrauen, z\u00e4hlen schon heute zu den \u201eUnterversorgungsrisikogruppen\u201c genauso wie kinderreiche Haushalte in Ost und West. Das materielle Lebensniveau sinkt eindeutig mit steigender Kinderzahl. Sinkende Geburtenraten (14) wie r\u00fcckl\u00e4ufige Eheschlie\u00dfungs- (15) und Scheidungsquoten (16) zeigen, dass auch im Osten die Risiken der Individualisierung durch eine ver\u00e4nderte Lebensplanung minimiert werden sollen. (17) Vor allem Alleinerziehende (18) \u2013 \u00fcberwiegend Frauen; der Anteil der alleinerziehenden M\u00e4nner betrug 1991 in Deutschland 14\u00a0% \u2013 sind in den neuen Bundesl\u00e4ndern von den Umstellungen auf dem Arbeitsmarkt betroffen. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind v.\u00a0a. der Wegfall des Kinderbetreuungsnetzes, die zeitlichen und r\u00e4umlichen Grenzen f\u00fcr Umschulungsm\u00f6glichkeiten oder die durch die \u00dcberbelastung bedingte erhebliche Reduktion von sozialen Kontakten.<\/p>\n<p>Nur 3\u00a0% der ostdeutschen Frauen k\u00f6nnen sich ein Leben als \u201eHausfrau\u201c vorstellen. 2\/3 der Frauen w\u00fcrde auch arbeiten, wenn sie das Geld nicht br\u00e4uchten. Aber inzwischen sind es fast 46\u00a0%, die eine Unterbrechung der Erwerbsarbeit f\u00fcr die Kinderbetreuung ins Auge fassen (Dreiphasenmodell). (19) Arbeitslosigkeit und Mangel an bezahlbaren wie an Kinderbetreuungseinrichtungen \u00fcberhaupt zwingen die Frauen oft, zu Hause zu bleiben. Gleichzeitig sind immer mehr Besch\u00e4ftigte zu schlecht bezahlter Arbeit gezwungen. (20)<\/p>\n<p><strong>Ungleichheit<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl sich im Westen Deutschlands die Quoten der Chancengleichheit durch verbesserte h\u00f6here Schulbildung bei Jungen und M\u00e4dchen angeglichen haben, wobei die M\u00e4dchen in vielen Positionen sogar eine deutliche \u00dcberlegenheit zeigen, so ist die Schlechterstellung von Frauen in der sp\u00e4teren Arbeits- und Berufswelt eindeutig dokumentierbar.<\/p>\n<p>Entgegen den Behauptungen der durch die Wende endlich erreichten \u201eFreiheit\u201c erweist sich die deutsche Nachwende-Realit\u00e4t als wenig segensreich f\u00fcr Frauen. Unter dem Druck des mit der Restauration wiedereingef\u00fchrten Mehrwertgesetzes als Grundprinzip des Wirtschaftens sind eine ganze Reihe von sozialpolitischen Errungenschaften der DDR entweder beseitigt, eingeschr\u00e4nkt oder kaum noch erschwinglich geworden. Weniger oder kaum noch erschwingliche Kinderbetreuung stellt Frauen st\u00e4rker als in der DDR vor die Alternative Beruf oder Kinder.<\/p>\n<p>Wachsender Leistungsdruck in den Arbeitsverh\u00e4ltnissen erschwert eine Berufst\u00e4tigkeit f\u00fcr Frauen (v.\u00a0a. mit Kindern) zus\u00e4tzlich. Trotz gewisser Verbesserungen und Erleichterungen im Alltagsleben ist die traditionelle Rolle der Frau innerhalb von Familie und Haushalt weiter ungebrochen und teilweise sogar verst\u00e4rkt worden. Dazu tr\u00e4gt auch das \u00fcber die Medien massiv verbreitete tradierte Frauenbild bei.<\/p>\n<p>Vor allem aber ist die Stellung der Frauen innerhalb der ArbeiterInnenbewegung und im Klassenkampf keine bessere als zu Zeiten der DDR. Gerade eine solch eigenst\u00e4ndige und aktive Beteiligung von Frauen im Klassenkampf ist aber die entscheidende Bedingung f\u00fcr die \u00dcberwindung der Benachteiligung und Unterdr\u00fcckung von Frauen in der Gesellschaft. Der DFD bildete in der Volkskammer eine eigene Fraktion, der zuletzt 35 Frauen angeh\u00f6rten und deren hauptamtliche Funktion\u00e4rinnen \u2013 \u00fcberwiegend SED-Mitglieder \u2013 die Aufgabe hatten, die Politik der Partei im DFD durchzusetzen.<\/p>\n<p>Mit dem Entstehen der Oppositionsbewegung der DDR Ende der siebziger und in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden auch reine Frauengruppen um \u00f6kologische oder friedenssichernde Fragen wie z.\u00a0B. die Initiative \u201eFrauen f\u00fcr den Frieden\u201c, die sich aus Protest gegen das 1982 verabschiedete neue Wehrdienstgesetz gegr\u00fcndet hatte, dem zufolge im Verteidigungsfall auch Frauen eingezogen werden sollten. Diese Frauengruppen, die zusammen etwa 300 Mitglieder z\u00e4hlten, trafen sich unter dem Dach der evangelischen Kirche.<\/p>\n<p>Noch 1948 hatte die SMAD die Gr\u00fcndung der Evangelischen Kirche Deutschlands in Eisenach als \u201ekirchliche Vorwegnahme der staatlichen Wiedervereinigung\u201c begr\u00fc\u00dft. Die katholischen Bist\u00fcmer Fulda, Osnabr\u00fcck, Paderborn und W\u00fcrzburg ragten in das DDR-Territorium, was zusammen mit der Gr\u00fcndung der EKD und den alle zwei Jahre im Wechsel stattfindenden Katholikentagen und evangelischen Kirchentagen eine gesamtdeutsche Klammer bildete. Obwohl die SED bestrebt war, den Einfluss der Kirchen zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, und zuletzt der Anteil der Kirchenzugeh\u00f6rigkeit deutlich unter 30\u00a0% (in den Industriezentren unter 10\u00a0%) gesunken war, lie\u00df sich die stalinistische Partei von der \u201eWelt\u00f6ffentlichkeit\u201c, die sie an das \u201ewelthistorische Erbe\u201c gemahnte, und im Interesse der \u201efriedlichen Koexistenz\u201c zu einem kirchenpolitischen Zickzackkurs verleiten.<\/p>\n<p>Die Kirche stellte den DDR-Oppositionellen die Kommunikationshilfe zur Verf\u00fcgung, mit der sie Kontakt mit Gleichgesinnten au\u00dferhalb der DDR unterhalten konnten. Die DDR-Oppositionellen, auch die Frauengruppen, waren stark von westlichen Ideologien wie Pazifismus und Feminismus beeinflusst und konnten sich nicht aus der Kleinb\u00fcrgerlichkeit der B\u00fcrgerbewegung l\u00f6sen. Ihre Forderungen umfassten Quotenregelungen auf allen Parteiebenen, f\u00fcr alle Funktionen und Mandate, spezielle Frauengremien im Staatsapparat, in Parteien und Gewerkschaften sowie flexible, familienorientierte Arbeitszeiten. Diese Forderungen \u00fcbernahmen w\u00e4hrend der Wende \u2013 mal st\u00e4rker, mal weniger betont \u2013 alle Parteien, so auch die DDR-CDU, die mit 46\u00a0% den st\u00e4rksten Frauenanteil hatte.<\/p>\n<p><strong>Am \u201eRunden Tisch\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Slogan \u201eOhne Frauen ist kein Staat zu machen\u201c konstituierte sich im Dezember 1989 der UFV als Dachverband von damals 20 Gruppierungen. Er ging mit der Gr\u00fcnen Partei eine Listenverbindung f\u00fcr die Volkskammerwahl ein, die er jedoch wieder l\u00f6ste, weil sich f\u00fcr ihn durch seine Listenplazierung keine Parlamentssitze ergaben. Im Februar 1990 geh\u00f6rten dem Verband bereits 34 Frauengruppen an. Sie gaben sich ein Statut und ein Programm und \u00f6ffneten sich 1992 auch f\u00fcr westdeutsche Mitglieder.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass Mitglieder der Berliner Basisgruppen ohne Wissen der Provinzgruppen Vorsitz und Sprecherfunktion in der Organisation \u00fcbernahmen, zeigt, dass sich Strukturen und Befugnisse trotz aller Betonung der \u201eBasisdemokratie\u201c ohne wirkliche demokratische Legitimation durchsetzten. Die Berliner Gruppen entschieden auch \u00fcber die Teilnahme und personelle Vertretung am \u201eRunden Tisch\u201c. Der UFV hatte im Kabinett der klassenkollaborationistischen Modrow-Regierung einen Ministerrang inne. (21)<\/p>\n<p>Der Verband sah sich als eine eigenst\u00e4ndige politische Interessengemeinschaft von Frauen und als Bestandteil der weltweiten Frauenbewegung, die \u201ef\u00fcr die Abschaffung unterdr\u00fcckender Herrschafts- und Denkstrukturen k\u00e4mpft, die eine gewaltlose, demokratische, \u00f6kologisch stabile, sozial gerechte und multikulturelle Welt schaffen will\u201c. Grunds\u00e4tzliche Fragen wurden allerdings schon bald von akuten existentiellen Problemen \u00fcberlagert. Die Frauengruppen setzten sich nun vorrangig f\u00fcr den Erhalt des sozialen Besitzstandes ein.<\/p>\n<p>Soziale Sicherung der individuellen Existenz und Wohlfahrt, die sich in erster Linie \u00fcber Erwerbsarbeit herstellt, wurde in den letzten Jahrzehnten f\u00fcr Frauen immer wichtiger und hat heute schon fast den traditionellen Ausgleich der Lastenverteilung \u00fcber die lebenslange Versorgerehe abgel\u00f6st \u2013 auch weil die Verl\u00e4sslichkeit dieses Arrangements abnimmt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die BRD \u2013 wie f\u00fcr andere imperialistische L\u00e4nder auch \u2013 gab es in den letzten Jahrzehnten einen R\u00fcckgang der Schwerindustrie und der Fabrikarbeit bei einer gleichzeitigen Ausweitung der Leichtindustrie und des Dienstleistungssektors. (22) Auff\u00e4llige Merkmale dieser Entwicklung der Produktionsstruktur sind der R\u00fcckgang der Besch\u00e4ftigten in Land- und Forstwirtschaft, der R\u00fcckgang der Selbstst\u00e4ndigen und mithelfenden Familienangeh\u00f6rigen, der Anstieg der unselbstst\u00e4ndig Besch\u00e4ftigten auf fast neun Zehntel aller Erwerbst\u00e4tigen und der enorme Anstieg der Besch\u00e4ftigten im Dienstleistungssektor.<\/p>\n<p><strong>Modernisierungstheorie<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Prozess, der dem Anstieg von Frauenarbeit zugrunde liegt, wird in der feministischen Debatte mit \u201eModernisierung der kapitalistischen Gesellschaft\u201c bezeichnet und jetzt einfach auf die Ex-DDR \u00fcbertragen. D.\u00a0h., der Restaurationsprozess wird mit nachholender \u201eModernisierung\u201c gleichgesetzt, bei dessen Abschluss sich die Lage der Frauen auf das westliche Niveau eingepegelt haben wird.<\/p>\n<p>Inhalt der \u201eModernisierungstheorie\u201c ist, dass in allen sich industrialisierenden L\u00e4ndern Urbanisierung, Alphabetisierung, politische Teilhabe, Differenzierung und Autonomie, soziale und geographische Mobilit\u00e4t ansteigen und die traditionelle und lokale Orientierung notwendigerweise einer nationalen und schlie\u00dflich kosmopolitischen weichen m\u00fcsse. Auf die kapitalistische Wiedervereinigung bezogen hei\u00dft das: Die Mehrheit der B\u00fcrgerInnen der DDR habe das Gesellschaftssystem der BRD mit Konkurrenz, Marktwirtschaft, Konsum, Mobilit\u00e4tsm\u00f6glichkeit und Wohlfahrtsstaat als eines ohne Alternative anerkannt. Eindeutige \u201eModernisierungsr\u00fcckst\u00e4nde\u201c habe es bei der Ausbildung von sozialen Bewegungen und Pluralismus, von Partizipation und einer Differenzierung der Lebensformen und Lebensstile gegeben und diese w\u00fcrden jetzt nachgeholt.<\/p>\n<p>Diese auf reinem Empirismus aufgebaute Theorie l\u00e4sst die Grundlagen, auf denen ein Gesellschaftssystem aufgebaut ist, den Boden, auf dem Urbanisierung, Alphabetisierung, Mobilit\u00e4t oder politische Teilhabe gedeihen und vergehen k\u00f6nnen, v\u00f6llig au\u00dfer Acht. Soziale Bewegungen und Pluralismus erscheinen so als \u201eErrungenschaften\u201c der in der \u201eModernisierung\u201c am weitesten fortgeschrittenen Staaten und nicht als Ausdruck der Widerspr\u00fcchlichkeiten des jeweiligen Gesellschaftssystems.<\/p>\n<p>So \u00fcbersieht der Feminismus eine der bedeutendsten Ver\u00e4nderungen in der Gesellschaft der Ex-DDR \u2013 ihre Differenzierung in Klassen aufgrund der \u00c4nderung der Eigentumsverh\u00e4ltnisse. Auch die Frauen geh\u00f6ren nunmehr unterschiedlichen Klassen an. Ihre verschiedenen objektiven Interessen sind mit einheitlich geschlechtsspezifischer Politik nicht mehr vereinbar.<\/p>\n<p><strong>Denunziation<\/strong><\/p>\n<p>Zwar schlossen sich die FeministInnen nicht im vollen Ausma\u00df der b\u00fcrgerlichen Meinungsmache an, die alle Errungenschaften der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Ex-DDR als \u201estalinistische Misswirtschaft\u201c denunzierte, aber sie erkl\u00e4rten, dass der \u201eGleichstellungsvorsprung\u201c f\u00fcr die Frauen der EX-DDR ihnen geschenkt worden sei und sie jetzt, wo es die \u201efreigiebige\u201c Hand der B\u00fcrokratie nicht mehr g\u00e4be, um ihre Rechte genauso k\u00e4mpfen m\u00fcssten wie die Frauen im Westen.<\/p>\n<p>Im Westen hatte allerdings der Feminismus wesentlichen Anteil daran, den Kampf der Frauen von dem des Proletariats zu trennen und ihn auf diese Weise in die Irre zu f\u00fchren. Auch in der Frage der Wiedervereinigung ging der Feminismus von einer f\u00fcr alle Frauen geltenden Ausgangslage aus. Auf der Ost-West-Frauenkonferenz 1990 hatten die westlichen FeministInnen nur ihre ewige Litanei \u00fcber das \u00fcberall gleiche Patriarchat parat und enthielten sich jeder geistigen Anstrengung \u00fcber die Aufgaben, vor denen sich die Frauen in der Ex-DDR angesichts der bevorstehenden Einengung ihres Lebens durch die Restauration gestellt sahen.<\/p>\n<p>So ignorierte der Feminismus die grundlegende Aufgabe f\u00fcr das deutsche Proletariat, die Restauration auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu verhindern und die politische Revolution zu einer sozialen im Westen auszuweiten. F\u00fcr ihn gab es die Frage der Errichtung einer Klassengesellschaft nicht. Die Aufgabe sollte vielmehr hei\u00dfen, positive Errungenschaften der Frauen im Osten auch auf den Westen zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p><strong>Feministische Ingnoranz<\/strong><\/p>\n<p>Zu den positiven Errungenschaften z\u00e4hlte f\u00fcr die FeministInnen an vorderster Stelle die Fristenregelung f\u00fcr den Schwangerschaftsabbruch, aber schon nicht mehr unbedingt der Bestand an betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtungen. So kam von den FeministInnen bezeichnenderweise keinerlei Unterst\u00fctzung f\u00fcr den zehnw\u00f6chigen Kitastreik im Fr\u00fchjahr 1990 im Westen Berlins. Andererseits ist es dem Feminismus strukturell auch schwer m\u00f6glich, selbst effektive Kampfschritte zu setzen, da der Feminismus sich ja eben gerade als \u201eunabh\u00e4ngig\u201c von der ArbeiterInnenbewegung sieht und aus diesem Grunde auch nichts dazu unternimmt, in den ArbeiterInnenorganisationen selbst daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen, \u201eFrauenthemen\u201c zu einem integralen Bestandteil der Politik dieser Organisationen zu machen. Unterst\u00fctzung kam vor allem aus dem Ostteil der Stadt, wo es gleichzeitig Aktionen von Frauen gegen die Schlie\u00dfung von betriebseigenen Kinderbetreuungseinrichtungen gab.<\/p>\n<p>Der Feminismus besteht auf der unabh\u00e4ngigen Organisierung von Frauen, um die Gleichheit mit den M\u00e4nnern in der Gesellschaft durchzusetzen. Er sieht den Kampf der Frauen als abgetrennt und unabh\u00e4ngig vom Klassenkampf, statt sich daf\u00fcr einzusetzen, dass der Kampf gegen Frauenunterdr\u00fcckung ein Teil des Kampfes der gesamten ArbeiterInnenklasse wird. Mit dem Argument, dass die Interessen der Frauen sich nicht nur von den M\u00e4nnern unterschieden, sondern ihnen sogar entgegengesetzt seien, lehnt er eine gemeinsame Organisierung mit den M\u00e4nnern ab und pl\u00e4diert f\u00fcr den Zusammenschluss der Frauen aller Klassen. Diese Position schw\u00e4cht die ArbeiterInnenbewegung.<\/p>\n<p>Radikale FeministInnen gei\u00dfeln die Unf\u00e4higkeit der b\u00fcrokratischen Gesellschaften und meinen, das Leid der Frauen dort habe gezeigt, dass der Sozialismus keine Garantie f\u00fcr die Frauenbefreiung sei. Tats\u00e4chlich war die Vergesellschaftung der Hausarbeit in der DDR v\u00f6llig ungen\u00fcgend (wie \u00fcbrigens, wenn auch in anderer Weise auch im Kapitalismus), die Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt war gro\u00df. Viele Errungenschaften waren auf einem so schlechten Niveau, so dass kurz nach der Wende viele Frauen froh waren, zu Hause bleiben zu k\u00f6nnen, um sich um die Familie zu k\u00fcmmern. Solange sie in der schlecht organisierten, h\u00e4ufig monotonen und m\u00fchseligen Betriebsarbeit steckten, schien ihnen das attraktiv. Der radikale Feminismus \u00fcbersieht aber, dass diese Gesellschaften nie sozialistisch waren, sondern eine B\u00fcrokratie die der ArbeiterInnenklasse zustehende Macht an sich gerissen hatte. Der \u201edemokratische\u201c Kapitalismus wurde von der Opposition (auch von den Frauengruppen), von westlichen Medien und PolitikerInnen und sogar von den StalinistInnen selbst als Ausweg aus der Krise der Planung gepriesen. Inzwischen haben auch die Frauen in der Ex-DDR gemerkt, dass ihnen der Kapitalismus keine Perspektive bietet.<\/p>\n<p>Der \u201esozialistische Feminismus\u201c, wenngleich weniger separatistisch, teilt dennoch die Idee, dass die Strukturen der Frauenunterdr\u00fcckung getrennt von anderen Ausbeutungs- und Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnissen existieren. Diese Idee des eigenst\u00e4ndigen Patriarchats l\u00e4sst ihn ebenfalls zu der Aussage kommen, dass Frauen sich \u201eautonom\u201c organisieren sollten.<\/p>\n<p><strong>Kleinb\u00fcrgerlich<\/strong><\/p>\n<p>Die \u201esozialistischen Feministinnen\u201c betreiben in Wirklichkeit eine Politik, die den Interessen kleinb\u00fcrgerlicher Frauen entgegenkommt (z.\u00a0B. deren Aufstieg in F\u00fchrungspositionen). Dabei bedienen sie sich durchaus systemkonformer Methoden, die sie sonst als typisch f\u00fcr das patriarchalische Machtgef\u00fcge anprangern, wie z.\u00a0B. im Fall der gest\u00fcrzten hessischen Umweltministerin Margarethe Nimsch, die es als ihre feministische Pflicht ansah, eine Parteifreundin zu beg\u00fcnstigen, oder der Hamburger Sozialsenatorin, die familienorientiert genug war, einer Institution, der ihr Mann als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer diente, einen satten Auftrag zuzuschanzen.<\/p>\n<p>Sozialistische FeministInnen stehen h\u00e4ufig im Dienst der reformistischen Parteien, die zwar verbal f\u00fcr die Emanzipation eintreten, konkret jedoch h\u00e4ufig Sozialabbau vorantreiben, der zu Lasten der Frauen geht (z.\u00a0B. Privatisierung von Betrieben, \u00f6ffentlichem Dienst und Sozialf\u00fcrsorge).<\/p>\n<p>Den \u201esozialistischen Feminismus\u201c interessieren die Sorgen und Probleme der Mehrheit der proletarischen Frauen in Wirklichkeit nicht. Die Begeisterung \u00fcber den virtuellen Feminismus von Gleichstellungsbeauftragten, Frauenministerien und Quotenregelungen verleugnet die Realit\u00e4t, die f\u00fcr die Mehrheit der Frauen, trotz gr\u00f6\u00dferer Einbeziehung in Produktion und gesellschaftliche Funktionen weiterhin in Unterdr\u00fcckung, Schlechterstellung, Abh\u00e4ngigkeit vom Mann und Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Familie besteht.<\/p>\n<p>Die Frauenarbeitsgemeinschaft LISA der PDS fasst \u201eAnalyse\u201c und \u201eProgramm\u201c in zwei S\u00e4tze: \u201eFrauen d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger zur Anpassung an m\u00e4nnliche Wert- und Lebensvorstellungen gezwungen sein. Frauendiskriminierung zu beseitigen, setzt nicht nur rechtliche Gleichstellung voraus, sondern erfordert Umdenken in allen Lebensbereichen.\u201c (23)<\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rte Ziel der PDS hei\u00dft \u201edemokratischer Sozialismus\u201c und soll aus Marktwirtschaft mit parlamentarischer Demokratie und ganz viel sozialer Gerechtigkeit bestehen. Da passt es schlecht, dass es eben die Marktwirtschaft, das kapitalistische System ist, das aus der Frauenunterdr\u00fcckung gen\u00fcgend Vorteile zieht, um sie st\u00e4ndig weiter zu reproduzieren. Nicht der Kapitalismus, sondern angeblich m\u00e4nnliche Wert- und Lebensvorstellungen zwingen Frauen, zu niedrigeren L\u00f6hnen zu arbeiten, zwingen sie, zu geb\u00e4ren, zwingen sie in ungesch\u00fctzte und Teilzeitarbeitsverh\u00e4ltnisse usw. Warum sollten M\u00e4nner dann umdenken und warum hat die PDS \u2013 deren Frauenanteil unter dem der M\u00e4nner liegt \u2013 die von LISA aufgestellten, durchaus begr\u00fc\u00dfenswerten Forderungen wie ersatzlose Streichung des \u00a7218 StGB oder gleichen Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit \u00fcberhaupt \u00fcbernommen?<\/p>\n<p><strong>Reformismus<\/strong><\/p>\n<p>Vom Stalinismus, der die ArbeiterInnenklasse im Namen einer \u201efriedlichen Koexistenz mit dem Kapitalismus\u201c niederhielt, ist die PDS zu einem sozialdemokratischen Reformismus konvertiert, der keine Klassen mehr kennt, sondern nur noch individuelle \u201eWert- und Lebensvorstellungen\u201c, die je nach Interpretationsbedarf in von den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen abgekoppelte Gegens\u00e4tze gestellt werden: \u201ekonservativ und reformerisch\u201c, \u201erechts und links\u201c, \u201em\u00e4nnlich und weiblich\u201c.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ziehen auch die M\u00e4nner der ArbeiterInnenklasse handfeste Vorteile aus der Frauenunterdr\u00fcckung: Sie erhalten im allgemeinen bessere L\u00f6hne und haben meist bessere Arbeitsbedingungen als die Frauen. Zus\u00e4tzlicher Nutzen erw\u00e4chst ihnen daraus, dass die Frauen den Gro\u00dfteil der Hausarbeit oft zus\u00e4tzlich zur Lohnarbeit machen. Die Familienstruktur verfestigt diese Situation, die sexistische Ideologie der m\u00e4nnlichen Dominanz in ihr bringt die M\u00e4nner dazu, ein Verhalten anzunehmen, das die Frauen direkt unterdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Aber die Vorteile, die M\u00e4nner der ArbeiterInnenklasse aus der Frauenunterdr\u00fcckung ziehen, sind in historischem Ausma\u00df so gering, dass die Nachteile, die sich aus der Frauenunterdr\u00fcckung ergeben, unvergleichlich schwerer wiegen. Flexibilisierte Arbeitszeiten, schlechtere Arbeitsbedingungen und geringere L\u00f6hne der Frauen \u00fcben auf jene der M\u00e4nner einen st\u00e4ndigen Druck aus. Im Verbund mit der sexistischen Ideologie wird eine Spaltung innerhalb der Klasse aufrechterhalten, die ihre kollektive Kraft schw\u00e4cht. Das Proletariat insgesamt hat ein historisches Interesse am Sturz des Kapitalismus, um der Frauenunterdr\u00fcckung die gesellschaftliche Grundlage zu entziehen. Die M\u00e4nner der ArbeiterInnenklasse sind daher die strategischen Verb\u00fcndeten der Frauen im Kampf gegen das kapitalistische System.<\/p>\n<p><strong>Verschleierung<\/strong><\/p>\n<p>Diese Tatsache zu verschleiern, sind alle feministischen Richtungen, erst recht der b\u00fcrgerliche Feminismus in Gestalt des Deutschen Frauenrates, bem\u00fcht. Der Deutsche Frauenrat (DF) ging 1969 aus dem \u201eInformationsdienst f\u00fcr Frauenfragen\u201c hervor, in dem sich 1951 nach dem Zweiten Weltkrieg neu oder wieder gebildete Frauenverb\u00e4nde zusammengeschlossen hatten. Er versteht sich in der Traditionslinie des Bundes Deutscher Frauenvereine und \u201ewill Ver\u00e4nderungen ausschlie\u00dflich auf den \u00fcblichen Wegen des herrschenden Gesellschaftssystems erreichen\u201c. Dazu mu\u00df sich der DF als \u201e\u00fcberparteiliche und -konfessionelle Dachorganisation\u201c \u201eam Konsens seiner Mitglieder orientieren\u201c.<\/p>\n<p>Die Vielfalt der Mitglieder spiegelt sich im Vorstand, in dem die Bundesfrauenvertretung des Deutschen BeamtInnenbundes, der Deutsche \u00c4rztInnenbund, der Deutsche JuristInnenbund, die Evangelische Frauenarbeit, der Katholische Deutsche Frauenbund, der Deutsche Sportbund, der JournalistInnenbund, der Deutsche Landfrauenverband und \u2013 der DGB vertreten sind. Die Monatszeitschrift des DF \u201eInformationen f\u00fcr die Frau\u201c wird vom Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. In allen 16 Bundesl\u00e4ndern gibt es Landesfrauenr\u00e4te, die eng mit dem Deutschen Frauenrat zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Dass die Existenz dieser Organisation kaum bekannt ist, obwohl sie nach eigenen Aussagen elf Millionen Frauen einschlie\u00dflich Mehrfachmitgliedschaften vertritt, zeigt, wie wenig die Belange der proletarischen Frauen und damit die tats\u00e4chlichen Probleme, vor denen der Kampf f\u00fcr die Frauenemanzipation gestellt ist, in diesem Gremium zum Zuge kommen. Zur Erinnerung an die Gr\u00fcndung des BDF vor 100 Jahren organisierte der Deutsche Frauenrat am 5. M\u00e4rz 1994 eine Kundgebung in Bonn gegen die \u201efortw\u00e4hrende Benachteiligung der weiblichen Bev\u00f6lkerung\u201c. Nur drei Tage sp\u00e4ter, am Internationalen Frauentag des gleichen Jahres, hatte der DF zur Benachteiligung von Frauen nicht mehr viel zu sagen.<\/p>\n<p>Diese Organisation existiert trotz aller gleichstellungspolitischen Phrasen nur, um die Interessen und den Kampf der Frauen der Aufrechterhaltung des b\u00fcrgerlichen Systems unterzuordnen. Die Organisationen der proletarischen Frauen haben darin nichts verloren.<\/p>\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p>(1) \u201eBeteiligung am Erwerbsleben\u201c, Quelle: Statistisches Bundesamt.<\/p>\n<p>(2) Mit einer Abiturientenquote von 13\u00a0% lag die DDR deutlich unter jener der BRD mit ca. 35\u00a0% pro Altersjahrgang.<\/p>\n<p>(3) Lesart nach \u201eKleines politisches W\u00f6rterbuch\u201c: \u201e\u2026In der sozialistischen Gesellschaft entwickelt sich die Familie auf der Grundlage des gleichen sozialen Verh\u00e4ltnisses ihrer Mitglieder zum sozialistischen Eigentum und der vollen Gleichberechtigung von Mann und Frau immer mehr zu einer stabilen Lebensgemeinschaft, in der die F\u00e4higkeiten und Eigenschaften Unterst\u00fctzung finden, die das Verhalten der Menschen als sozialistische Pers\u00f6nlichkeit bestimmen. Insbesondere f\u00fcr die Charakterbildung der Kinder, ihre Erziehung zu gesunden, lebensfrohen, allseitig gebildeten Menschen und bewussten Staatsb\u00fcrgerInnen haben harmonische Familienbeziehungen eine gro\u00dfe Bedeutung. Weil die Stabilit\u00e4t der Familie au\u00dferordentlich wichtig f\u00fcr die Weiterentwicklung der ganzen Gesellschaft ist, garantiert die Verfassung der DDR u.\u00a0a. jedem\/r B\u00fcrgerIn das Recht auf Achtung, Schutz und F\u00f6rderung seiner\/ihrer Ehe und Familie\u2026\u201c<\/p>\n<p>(4) In der BRD wurde 1974 der Schwangerschaftsabbruch unter bestimmten Voraussetzungen legalisiert.<\/p>\n<p>(5) Quelle: \u201eInitial 4\u201c: Artikel \u201eDeutschlands Frauen nach der Wende\u201c von Hildegard Maria Nickel.<\/p>\n<p>(6) In den alten Bundesl\u00e4ndern waren von den 23,4 Millionen Haushalten 1991 9,4 Millionen, d.\u00a0h. ca. 40\u00a0% Familienhaushalte, davon 51\u00a0% Familienhaushalte mit einem Kind und 37,8\u00a0% mit zwei Kindern. In den neuen L\u00e4ndern und Ost-Berlin sind die Zahlen ganz \u00e4hnlich: 50,9\u00a0% Familienhaushalte mit einem Kind, 40,8\u00a0% mit zwei Kindern.<\/p>\n<p>(7) Quelle: \u201eInitial4\u201c: Artikel \u201eDeutschlands Frauen nach der Wende\u201c von Hildegard Maria Nickel.<\/p>\n<p>(8) \u201eErwerbst\u00e4tige nach Wirtschaftsbereichen in Deutschland, April 1991\u201c, in: Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c, S.185.<\/p>\n<p>(9) 1,2 Millionen waren als arbeitslos registriert. Der gr\u00f6\u00dfere Teil war in \u201earbeitsmarktpolitischen Ma\u00dfnahmen\u201c untergebracht bzw. verschwand durch Kurzarbeit, Fr\u00fchpensionierung u.\u00a0\u00e4. aus der Statistik.<\/p>\n<p>(10) Quelle: \u201eInitial 4\u201c: Artikel von Hildegard Maria Nickel: \u201eDeutschlands Frauen nach der Wende\u201c.<\/p>\n<p>(11) \u201eFrauenanteile in Spitzenpositionen verschiedener Institutionen, aus Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c, S. 247.<\/p>\n<p>(12) \u201eTypische\u201c Frauenberufe sind v. a. HauswirtschaftsgehilfInnen und -verwalterInnen (97,1\u00a0%), SprechstundenhelferInnen (99,6\u00a0%), Kinderg\u00e4rtnerInnen und -pflegerInnen (98,6\u00a0%), Krankenschwestern und -pfleger (83,6\u00a0%) und Verk\u00e4uferInnen (80,2\u00a0%) \u2013 alle Zahlen 1984 f\u00fcr die alten Bundesl\u00e4nder. (Quelle: Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c).<\/p>\n<p>(13) Quelle: \u201eInitial 4\u201c: Artikel von Hildegard Maria Nickel: \u201eDeutschlands Frauen nach der Wende\u201c.<\/p>\n<p>(14) Gegen\u00fcber 1990 gab es 1991 einen Geburtenr\u00fcckgang um 39,6\u00a0%. Dieses drastische Geburtentief verringerte sich 1992 nochmals um 18,1\u00a0%. (Quelle: Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c).<\/p>\n<p>(15) Der R\u00fcckgang der Eheschlie\u00dfungen gegen\u00fcber 1990 betrug 1991 50,4\u00a0% und sank 1992 gegen\u00fcber 1991 auf 4,5\u00a0%. (Quelle: Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c).<\/p>\n<p>(16) Der R\u00fcckgang der Ehescheidungen betrug von 1990 auf 1991 72\u00a0%. (Quelle: Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c).<\/p>\n<p>(17) Tabelle \u201eEhescheidungen in der BRD\/DDR bzw. alten und neuen Bundesl\u00e4ndern\u201c, in: Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c, S. 127.<\/p>\n<p>(18) 1991 betrug der Prozentanteil nichtehelicher Geburten in Deutschland 15\u00a0% mit einem sehr hohen Anteil von 40\u00a0% in den neuen Bundesl\u00e4ndern. (Quelle: Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c).<\/p>\n<p>(19) Quelle: \u201eInitial 4\u201c: Artikel von Hildegard Maria Nickel: \u201eDeutschlands Frauen nach der Wende\u201c.<\/p>\n<p>(20) Wenn man als Schwellenwert f\u00fcr Armut zugrunde legt, dass weniger als 50\u00a0% des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens verf\u00fcgbar sind, so mussten 1992 6,5\u00a0% aller westdeutschen Haushalte und 12,7\u00a0% aller ostdeutschen Haushalte als arm bezeichnet werden. (Quelle: Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c).<\/p>\n<p>(21) Der einzige gr\u00f6\u00dfere Erfolg des UFV war, ma\u00dfgeblich daran mitgewirkt zu haben, dass f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit auf dem Gebiet der Ex-DDR die im Vergleich zum Westen fortschrittlichere Fristenregelung zum Schwangerschaftsabbruch weiterbestand. Dies spiegelt sich bis 1992 auch in den Zahlen wider: In den alten L\u00e4ndern wurden 75.000 Schwangerschaften legal abgebrochen, davon fast 90\u00a0% aus \u201eschwerer Notlage\u201c, in den neuen L\u00e4ndern (mit etwa einem Viertel der Bev\u00f6lkerung) wurden 44.000 Schwangerschaften abgebrochen.<\/p>\n<p>(22) \u201eAnteile der Produktionssektoren an der Gesamtzahl der Erwerbst\u00e4tigen in Deutschland seit 1950 in %\u201c und Tabelle \u201eBeitr\u00e4ge der Wirtschaftsbereiche zum Bruttoinlandsprodukt im fr\u00fcheren Bundesgebiet in %\u201c (Quelle: Bernd Sch\u00e4fer: \u201eGesellschaftlicher Wandel in Deutschland\u201c, S.183 f.). \u2013 In der DDR betrug 1990 der Anteil des prim\u00e4ren Sektors 8,2\u00a0%, des sekund\u00e4ren 44,8\u00a0% und des terti\u00e4ren 47\u00a0%, wobei die v\u00f6llig andere Struktur des terti\u00e4ren Sektors zu ber\u00fccksichtigen ist. Der Dienstleistungssektor war vernachl\u00e4ssigt, da er als nicht-produktiv galt und dementsprechend in der Bilanzierung des gesellschaftlichen Gesamtprodukts nicht auftauchte.<\/p>\n<p>(23) \u201eFeminismus und PDS\u201c, Internetseite der Frauenarbeitsgemeinschaft LISA in der PDS.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2019\/11\/06\/vom-regen-in-die-traufe\/\"><em>Revolution\u00e4rer Marxismus 52&#8230;<\/em><\/a><em> vom 12. Dezember 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ute Mann (Erstver\u00f6ffentlichung 1998). Die Einbeziehung der Frauen in die gesellschaftliche Produktion als Garantie f\u00fcr die \u00f6konomische Unabh\u00e4ngigkeit und politische Selbstst\u00e4ndigkeit galt als der wichtigste Schritt auf dem Weg zur<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[87,39,32,45,83],"class_list":["post-6615","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","tag-arbeitswelt","tag-deutschland","tag-frauenbewegung","tag-neoliberalismus","tag-stalinismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6615"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6615\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6617,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6615\/revisions\/6617"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}