{"id":6667,"date":"2019-12-20T11:27:52","date_gmt":"2019-12-20T09:27:52","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6667"},"modified":"2019-12-20T11:27:54","modified_gmt":"2019-12-20T09:27:54","slug":"von-der-fragmentierung-zur-hegemonie-scheidewege-des-heutigen-klassenkampfes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6667","title":{"rendered":"Von der Fragmentierung zur Hegemonie: Scheidewege des heutigen Klassenkampfes"},"content":{"rendered":"<p><em>Matias Maiello.<\/em> <strong>Auf der ganzen Welt \u2013 von Chile und Bolivien bis zum Irak und Algerien \u2013 ist eine neue Welle des Klassenkampfes ausgebrochen. Wie nutzt die Arbeiter*innenklasse diese Dynamik, um Massenbewegungen zu vereinen und eine Kraft aufzubauen, die<!--more--> tats\u00e4chlich in der Lage ist, die bestehenden Regime zu st\u00fcrzen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Karte der Ausbr\u00fcche der Massenbewegung in Lateinamerika verzeichnet heute viel mehr Punkte als die des Zyklus 2000\u20132003 oder die des Jahres 2013, die auf Brasilien zentriert war. Puerto Rico, Honduras, Haiti, Ecuador, Chile, Kolumbien bis hin zum Widerstand gegen den Putsch in Bolivien: Diese aufst\u00e4ndischen Prozesse markieren das Szenario des Klassenkampfes. Es sind Prozesse, die mit ihren Besonderheiten und Eigendynamiken verschiedene Momente und Situationen durchlaufen. Jedoch bilden sie einen gemeinsamen Zyklus, der \u2013 alles deutet darauf hin \u2013 gekommen ist, um zu bleiben.<\/p>\n<p>In\u00a0<a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6420\"><strong>fr\u00fcheren Artikeln<\/strong><\/a>\u00a0haben wir einige markante Aspekte dieses neuen Zyklus des Klassenkampfes auf internationaler Ebene angesprochen. Die historische Krise des Kapitalismus trifft nicht alle Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten auf die gleiche Weise, weder im Allgemeinen noch in jedem Land. Wir haben diese Heterogenit\u00e4t mit der Unterscheidung zwischen den relativen und absoluten Verlierer*innen der sogenannten \u201cGlobalisierung\u201d verbildlicht. Das Zusammenkommen beider Sektoren, insbesondere das Auftreten letzterer, verleiht diesem Zyklus im Vergleich zu dem von 2010\u201313 einen gewaltt\u00e4tigeren und explosiveren Charakter, zumindest was die \u201cwestlichen\u201d L\u00e4nder betrifft.<\/p>\n<p>Nun werden dieser heterogene und \u201cstaatsb\u00fcrgerliche\u201d Charakter, in dem sich die Bewegung auszudr\u00fccken pflegt \u2013 obwohl viele ihrer Protagonist*innen Teil der Arbeiter*innenklasse sind \u2013 von Regierungen und Regimen genutzt, um zu man\u00f6vrieren und Sektoren der Klasse mittels einer Kombination von Zugest\u00e4ndnissen und Repression voneinander zu spalten. Dabei k\u00f6nnen sie auf die unersetzliche Zusammenarbeit der Gewerkschaftsb\u00fcrokratien z\u00e4hlen. Ein echtes Labor in diesem Sinne, wie es Frankreich einst w\u00e4hrend der Rebellion der Gelbwesten war, ist heute Chile \u2013 der wichtigste Prozess, den Lateinamerika heute durchl\u00e4uft und der sich bereits seit mehr als 40 (mittlerweile fast 60, Anm. d. \u00dc.) Tagen entwickelt.<\/p>\n<p>Die strategische Frage ist nun, wie es diesen Explosionen des Klassenkampfes gelingt, sich in dieser Dynamik nicht zu ersch\u00f6pfen, sondern die betreffenden Regime zu besiegen und die M\u00f6glichkeit zu er\u00f6ffnen, eine neue Gesellschaftsordnung zu schaffen. Wie wird ein dazu f\u00e4higer politisch-sozialer Block gestaltet? Die Hegemonie der Arbeiter*innen, um die verschiedenen Sektoren im Kampf zu vereinen, ist von entscheidender Bedeutung. Sie findet keinen klaren Weg f\u00fcr ihre Entwicklung, und ist weit davon entfernt. Die derzeitigen Prozesse werfen jedoch neue Bedingungen daf\u00fcr auf.<\/p>\n<p><strong>Was sich in der Arbeiter*innenklasse ge\u00e4ndert hat und was nicht<\/strong><\/p>\n<p>Eine Vielzahl von Theorien hat verk\u00fcndet, dass die Arbeiter*innenklasse verschwindet oder sich so sehr ver\u00e4ndert hat, dass sie hoffnungslos schwach geworden ist. Von Andr\u00e9 Gorz\u2019 \u201cAbschied vom Proletariat\u201d \u00fcber Jeremy Rifkins \u201cEnde der Arbeit\u201d bis hin zu denen, die jetzt behaupten, dass im Kapitalismus neue Technologien die Lohnarbeit ersetzen w\u00fcrden. In Toni Negris Autonomismus \u00fcbergibt die Arbeiter*innenklasse ihren Platz der \u201cMultitude\u201d. Im Postmarxismus von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe ist der obligatorische Ausgangspunkt die Aufgabe des \u201cKlassenessentialismus\u201d. Demnach ist die Einheit der Arbeiter*innenklasse, wenn sie heterogen und fragmentiert ist, nicht mehr als eine symbolische Einheit, sie hat keine andere strategische Grundlage als ein Dogma, und wenn sie erreicht wird, w\u00fcrde sie der demokratischen Artikulation zuwiderlaufen.<\/p>\n<p>Sicher ist, dass sich die Arbeiter*innenklasse in den letzten Jahrzehnten wie nie zuvor in der Geschichte ausgebreitet hat, aber durch die neoliberale imperialistischen Offensive viel heterogener wurde und einen weitgehenden Prozess der Fragmentierung durchlief (feste und befristete Arbeitspl\u00e4tze, Outsourcing, Vertragslose, Arbeitslose, \u201cEinheimische\u201d, Migrant*innen usw.), was zu einer Trennung zwischen Arbeiter*innen \u201cerster\u201d und \u201czweiter\u201d Klasse (letztere machen fast die H\u00e4lfte der Arbeiter*innenklasse weltweit aus, mit einem besonderen Gewicht von Frauen und Jugendlichen) zur Folge hatte. Dieser Prozess ging Hand in Hand mit den R\u00fcckschritten der Gewerkschaften, die trotzdem weiterhin die am weitesten verbreiteten Arbeiter*innenorganisationen sind. Was sich jedoch nicht ge\u00e4ndert \u2014 und sogar weiterentwickelt \u2014 hat, ist das Tiefgr\u00fcndigste, was der Klasse ihre unverwechselbare St\u00e4rke verleiht: Die Arbeiter*innenklasse h\u00e4lt nach wie vor alle\u00a0<a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6635\"><strong>\u201cstrategischen Positionen\u201d<\/strong><\/a>, die die Gesellschaft funktionieren lassen (Verkehr, Gro\u00dfindustrie, Dienstleistungen usw.).<\/p>\n<p>So wurde beispielsweise in Chile, der Wiege des Neoliberalismus, seit dem 1978 von Jos\u00e9 Pi\u00f1era (dem Bruder des jetzigen Pr\u00e4sidenten) verfassten Arbeitsplan und dem Arbeitsgesetzbuch ein Modell der Prekarit\u00e4t und Despotie der Unternehmer*innen verankert, das unter den Regierungen des Mitte-Links-B\u00fcndnisses\u00a0<em>Concertaci\u00f3n<\/em>\u00a0fortgesetzt wurde. Das massiv ausgeweitete Outsourcing strukturiert den chilenischen Kapitalismus. In verschiedenen Bereichen wie der Telekommunikation ist es fast verallgemeinert. Im Bergbau gibt es mehr Outgesourcte als Festangestellte. In Codelco, dem staatlichen Kupferbergbau-Konzern, gab es bis 2010 beispielsweise etwas mehr als 19.000 Festangestellte und mehr als 40.000 Outgesourcte. Heute bilden die Bergleute weiterhin den Zweig, der mehr als 10% zum chilenischen BIP beitr\u00e4gt und 27% des weltweiten Kupfers produziert. Die H\u00e4fen von San Antonio betreiben weiterhin einen der wichtigsten H\u00e4fen des S\u00fcdpazifiks. Die gesamte Telekommunikation des Landes h\u00e4ngt immer noch von dieser Legion von Outgesourcten ab. Das Gleiche gilt f\u00fcr die Eisenbahnen, die Industrie und alle grundlegenden Sektoren der chilenischen Wirtschaft.<\/p>\n<p>Das Besetzen der \u201cstrategischen Positionen\u201d gibt der Arbeiter*innenklasse die F\u00e4higkeit, diese lahmzulegen \u2013 und mit ihnen das Funktionieren der Gesellschaft selbst. Es gibt keine andere Kraft \u2013 einer anderen Bewegung oder Klasse \u2013, die eine so definierende und entscheidende F\u00e4higkeit hat; dies ist grundlegend, wenn wir \u00fcber die Frage der Revolution nachdenken. Die Besetzung dieser strategischen Positionen versetzt sie zudem in die Lage, eine unabh\u00e4ngige Macht zu artikulieren, die die ausgebeutete und unterdr\u00fcckte Bev\u00f6lkerung aus den Produktionseinheiten (Unternehmen, Fabrik, Schule, Land usw.) heraus mit ihrer Selbstorganisation und Selbstverteidigung verbinden kann, um den kapitalistischen Staat zu besiegen. Aus der Kontrolle dieser Schl\u00fcsselpositionen f\u00fcr soziale Produktion und Reproduktion kann eine neue (sozialistische) Ordnung geschaffen werden, die den Kapitalismus ersetzt und in der Lage ist, die Gesellschaft von Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung zu befreien.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten, die Arbeiter*innenklasse wurde nicht unwiederbringlich geschw\u00e4cht. Sie hat sich ver\u00e4ndert und ist fragmentiert, beh\u00e4lt aber ihre strategische St\u00e4rke. Nat\u00fcrlich kann diese Kraft auf korporative Weise von den spezifischen Sektoren genutzt werden, die sie von den Interessen der \u00fcbrigen Klasse und der Bev\u00f6lkerung trennen, genauso kann sie entweder nicht genutzt werden oder sie kann dank Gewerkschaftsb\u00fcrokratien und kapitalistischer Erpressung einged\u00e4mmt werden. Aber in allen F\u00e4llen kehrt die Hegemonie der Arbeiter*innen in den Bereich des M\u00f6glichen zur\u00fcck und wird zu einer politischen und strategischen Frage. Wirklich neu ist, dass der Ausbruch der Massenbewegung und der neue Zyklus des Klassenkampfes, den wir erleben, neue und bessere Bedingungen f\u00fcr die L\u00f6sung dieser Frage schaffen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Maiello-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6669\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Maiello-1.jpg 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Maiello-1-300x185.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Maiello-1-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/figure>\n<p><strong>Die Arbeiter*innenklasse, die Jugend und die \u201cBewegungen\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Guy Standing\u00a0<a href=\"https:\/\/elpais.com\/elpais\/2019\/11\/11\/opinion\/1573500549_401501.html\"><strong>schrieb k\u00fcrzlich<\/strong><\/a>, dass die Rebellionen auf der ganzen Welt, und insbesondere in Chile, Rebellionen des \u201cPrekariats\u201d sind. In seinem Buch\u00a0<em>El precariado, una nueva clase social<\/em>\u00a0(Das Prekariat, eine neue soziale Klasse) erkl\u00e4rt er dieses Konzept, mit dem er sich insbesondere auf die Arbeiter*innenjugend bezieht, die unsichere, instabile Arbeitspl\u00e4tze, sowie prek\u00e4re Arbeitsvertr\u00e4ge hat und insgesamt einem instabilen Leben ausgesetzt ist. Die Beschreibung passt zu vielen der Protagonist*innen der Mobilisierungen und Aktionen, die die Situation Chiles in den letzten Wochen gepr\u00e4gt haben. Junge Menschen, die gr\u00f6\u00dftenteils kein \u201clegales\u201d Streikrecht am Arbeitsplatz oder in der Gewerkschaft haben, aber sich von ihrem Arbeitsplatz entfernen, um auf die Stra\u00dfe zu gehen. Denn sie sind davon \u00fcberzeugt, dass sie dem Regime, das von der Pinochet-Diktatur geerbt wurde, nichts schuldig sind. Nat\u00fcrlich geht es Standing in seiner Konzeption darum, das \u201cPrekariat\u201d als eine neue Klasse aufzustellen, um den anderen Teil der Klasse von der Bildfl\u00e4che zu entfernen<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Aber was w\u00fcrde passieren, wenn diese Jugend definitiv auf das Bewusstsein der \u201cstabilen\u201d Arbeiter*innenbewegung einwirkt, wenn sie in die Produktionseinheiten geht und ihren Blick auf die \u201cstrategischen Positionen\u201d wirft?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat uns eine der k\u00e4mpferischen Gewerkschaften, die seit Beginn der Rebellion ein Protagonist der Generalstreiks war, die Hafengewerkschaft \u201cUni\u00f3n Portuaria\u201d, etwas dar\u00fcber zu sagen. Es ist eine \u201cde facto\u201d-Organisation, hat aber aufgrund ihrer strategischen Position eine enorme reale Macht. Wie Frank Gaudichaud betont, hat sie nicht nur historische Solidarit\u00e4tsstreiks angef\u00fchrt, sondern es ist ihr auch gelungen, die m\u00e4chtigsten Kapitalist*innen des Landes an einen Verhandlungstisch zu zwingen \u2013 \u00fcber die K\u00f6pfe der Vermittler hinweg: \u201cBei den Hafenarbeiter*innen bleibt die Zugeh\u00f6rigkeit zur Gewerkschaft bestehen, obwohl die Vertr\u00e4ge mit den Verlade-Firmen eine Dauer von 8 Stunden haben und nichts gew\u00e4hrleistet, dass sie am n\u00e4chsten Tag, der n\u00e4chsten Woche oder dem n\u00e4chsten Monat wieder eingestellt werden k\u00f6nnen. Das zweite Merkmal und die zweite Schwierigkeit, die sie von der traditionellen Gewerkschaftsbewegung unterscheidet, ist, dass sie, um ihre Aktionen unter sich aushandeln zu k\u00f6nnen, in der Tat den Schleier l\u00fcften und die Unternehmer*innen auf der Gegenseite \u00a0so zwingen, sich als solche zu konstituieren\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Dies stellt eine unverzichtbare Infragestellung der Bedingungen des Outsourcings dar, bei der der die \u00fcbergeordnete Firma bei jedem Kampf oder Forderung der Angestellten hinter der untergeordneten Firma verborgen bleibt.<\/p>\n<p>Es geht hier jedoch nicht nur um die Arbeiter*innenjugend. Die Frauenbewegung, die sich in vielen L\u00e4ndern zu einer m\u00e4chtigen Massenbewegung entwickelt hat, findet in Chile eine der wichtigsten Ausdrucksformen auf internationaler Ebene. So fand am diesj\u00e4hrigen 8. M\u00e4rz in Chile die gr\u00f6\u00dfte Mobilisierung in Lateinamerika statt \u2014 und eine der massivsten im Land seit dem Fall der Diktatur. Gleichzeitig hat die chilenische Studierendenbewegung einige der wichtigsten K\u00e4mpfe ihrer Art in der letzten Zeit gef\u00fchrt. Im Jahr 2006 waren es \u201cdie Pinguine\u201d, die gegen die vom Pinochetismus eingeleitete Privatisierung der Bildung k\u00e4mpften. Es folgten massive K\u00e4mpfe an den Universit\u00e4ten um frei zug\u00e4ngliche Bildung im Jahr 2011. Es war kein Zufall, dass mit der \u201cMassenumgehung\u201d der Drehkreuze die Wut katalysiert werden konnte, die schlie\u00dflich die Z\u00fcndschnur der aktuellen Rebellion entz\u00fcndete. Auch die indigenen Mapuche-Gemeinschaften, die f\u00fcr die R\u00fcckgabe ihres Landes, das Recht auf nationale Selbstbestimmung und gegen staatliche Repression k\u00e4mpfen. Am 14. November fanden Mobilisierungen statt, ein Jahr nach der brutalen Ermordung von Camilo Catrillanca, einem Mapuche-Aktivisten, durch die Polizei.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich liegt es im Interesse von Pi\u00f1era und des Regimes, dass sich all diese Kr\u00e4fte unorganisiert, als eine Reihe von unverbundenen Forderungen \u00e4u\u00dfern, damit sie \u201cvon oben\u201d mit den B\u00fcrokratien des \u201cTisches der sozialen Einheit\u201d und den Parlamentarier*innen der Frente Amplio und der Kommunistischen Partei verhandeln k\u00f6nnen. Gaudichaud hat Recht, wenn er darauf hinweist: \u201cOhne organisierte Arbeiter*innen werden die territorialen, indigenen, bildungspolitischen, \u00f6kologischen, feministischen und stadtpolitischen K\u00e4mpfe das Modell nicht \u00fcberwinden \u2013 geschweige denn \u2018abrei\u00dfen\u2019 \u2013 k\u00f6nnen, obwohl sie eine gro\u00dfe F\u00e4higkeit zur Mobilisierung und sogar zur Erringung bemerkenswerter Siege gegen den Staat oder gro\u00dfe Rohstoffunternehmen gezeigt haben. Aber ohne die anderen sozialen Bewegungen und die k\u00e4mpfenden Gemeinschaften ist die Arbeiter*innenbewegung dazu verurteilt, weiterhin in der Fragmentierung zu versinken und nur f\u00fcr wenige lohnabh\u00e4ngige Fraktionen partielle Verbesserungen zu fordern\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Die strategische Verbindung materieller Kr\u00e4fte und ihre Feinde<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der Frage, wie man verschiedene Forderungen und Kampfformen von st\u00e4dtischen und l\u00e4ndlichen Arbeiter*innen, Arbeitslosen, Arbeiterinnen, ruinierten Bauern*B\u00e4uerinnen und den \u201cMillionen Bed\u00fcrftige[n], an die die reformistischen F\u00fchrer niemals denken\u201d, verbinden kann, wenn die gro\u00dfen Prozesse des Klassenkampfes in Gang gesetzt werden, argumentierte Trotzki im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/trotzki\/1938\/uebergang\/ueberg2.htm#sow\"><strong>\u00dcbergangsprogramm<\/strong><\/a>:\u00a0<em>\u201cDie Geschichte hat auf diese Frage bereits eine Antwort gegeben: durch\u00a0<\/em>Sowjets<em>, die die Vertreter aller k\u00e4mpfenden Schichten vereinen. Niemand hat bisher eine andere Organisationsform vorschlagen k\u00f6nnen, und es ist zweifelhaft, da\u00df man je eine finden kann.\u201d<\/em>\u00a0Heute, mehr als 80 Jahre nach dem Schreiben dieser Worte, ist keine bessere und demokratischere Form erfunden worden, auch wenn dies Laclaus Postmarxismus nicht gef\u00e4llt. Deshalb ist\u00a0<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/trotzki\/1937\/10\/90jahrekm.htm\"><strong>Trotzkis Hinweis<\/strong><\/a> darauf, dass kein revolution\u00e4res Programm existieren kann, ohne den Vorschlag, Organisationen der Selbstorganisation und der Einheitsfront der Massen wie den \u201cSowjets\u201d oder R\u00e4ten aufzubauen, nach wie vor g\u00fcltig.<\/p>\n<p>Daraus ergibt sich die Bedeutung der Entwicklung von Koordinationen und Organen der Selbstorganisation, die perspektivisch der Keim f\u00fcr zuk\u00fcnftige R\u00e4te sein k\u00f6nnen, einer alternativen Macht der Arbeiter*innenklasse und der Unterdr\u00fcckten. Sie sind jedoch nicht nur wichtig wegen der Perspektive, die sie er\u00f6ffnen, sondern auch weil die Organismen der Selbstorganisation, selbst in ihren Anfangsformen, f\u00fcr die am weitesten fortgeschrittenen Sektoren der Bewegung von grundlegender Bedeutung sind, um die r\u00fcckst\u00e4ndigsten zu beeinflussen und dem Handeln des Regimes entgegenzuwirken, das auf die Fragmentierung der Arbeiter*innenklasse selbst und ihrer Verb\u00fcndeten setzt und die er\u00f6ffneten Breschen f\u00fcr seine Politik nutzt. Die Selbstorganisation kann auch die Perspektiven von Taktiken wie der Arbeiter*inneneinheitsfront (\u201cgemeinsam schlagen, getrennt marschieren\u201d) gegen die B\u00fcrokratie st\u00e4rken, um die Aktionseinheit der Arbeiter*innenbewegung durchzusetzen. Wiederum k\u00f6nnen die \u201cstrategischen Positionen\u201d mit dem Territorium, die Gewerkschaften mit den \u201cBewegungen\u201d, die Jugendlichen mit dem Rest der Arbeiter*innen, etc. verbunden werden, sowie die Selbstverteidigung gegen Repressionen organisiert werden.<\/p>\n<p>Unsere Genoss*innen der Partei Revolution\u00e4rer Arbeiter*innen (PTR) in Chile sind ein treibender Teil der Initiativen in diesem Sinne. Die wichtigste ist zweifellos Das\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/chile-was-sind-die-komitees-fuer-notfaelle-und-schutz\/\"><strong>Komitee f\u00fcr Notf\u00e4lle und Schutz<\/strong><\/a>\u00a0in Antofagasta, der Hauptstadt derjenigen Region, die rund 50% der nationalen Bergbauproduktion ausmacht. Das Komitee verbindet unter anderem Arbeiter*innen aus der Bildung, dem \u00f6ffentlichen Dienst, den H\u00e4fen, Studierende, Anwohner*innen, Menschenrechtsorganisationen, Kommunikationsexpert*innen, sowie soziale und politische Organisationen. Es gibt den Verwundeten medizinische Hilfe und leistet Rechtsbeistand bei Verfolgung durch den Staat. Es hat auch wichtige Aktionen der Einheitsfront gef\u00f6rdert, wie die Demonstration von 25.000 Menschen am 12. Dezember gemeinsam mit Sektoren der Gewerkschaftszentrale CUT. Ein weiteres wichtiges Element der organisatorischen Verbindung waren an diesem Tag die Streikposten, die die Bewohner*innen der Armenviertel auf den Stra\u00dfen zu den Minen durchf\u00fchrten, so dass die Bergleute ihre Arbeit niederlegen und an den Mobilisierungen teilnehmen konnten. Gleichzeitig beh\u00e4lt das Komitee die Perspektive eines Generalstreiks bis zum Sturz der Regierung Pi\u00f1eras und all ihrer Repression bei. Es forderte, der Politik der Regierung mit ihrer Farce der Konstituierenden Versammlung nicht zu vertrauen und f\u00fcr eine freie und souver\u00e4ne Verfassunggebende Versammlung einzutreten, in der es die Arbeiter*innen und Armen sind, die \u00fcber die L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme der gro\u00dfen Mehrheit entscheiden und diese organisieren.<\/p>\n<p>Dies sind zun\u00e4chst noch kleine Beispiele, aber im Falle einer Verallgemeinerung und Entwicklung von Organisationen wie dem Notfall- und Schutzkomitee, w\u00fcrde die konkrete M\u00f6glichkeit einer strategischen Artikulation von Kr\u00e4ften durch Selbstorganisation und die Einheitsfront aufgeworfen werden. In den 1970er Jahren wurde begonnen, die\u00a0<em>cordones industriales<\/em>\u00a0zu entwickeln. Jedoch schafften sie es nicht, sich in eine echte alternative (bewaffnete) Macht zu verwandeln, was vor allem auf die Politik der Kommunistischen und Sozialistischen Parteien zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich haben diese Tendenzen Feinde. Die \u00dcberwindung der Fragmentierung geschieht alles andere als automatisch. Es ist nicht nur eine soziale Spaltung, sondern die gesamte Struktur des kapitalistischen Staates ist darauf ausgerichtet, diese zu verst\u00e4rken. Die Integration der Massenorganisationen mit ihren jeweiligen B\u00fcrokratien in den Staat ist ein wesentliches Element, angefangen bei den Gewerkschaften \u2013 die im Falle Chiles von der Bourgeoisie systematisch geschw\u00e4cht wurden \u2013, aber auch bei den \u201cBewegungen\u201d. Nat\u00fcrlich kommen andere Arten von Mechanismen dazu, zum Beispiel, wie Perry Anderson<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>\u00a0es ausdr\u00fcckt, \u201cdie wirtschaftlichen Zw\u00e4nge, die direkt wirken, um die Macht der b\u00fcrgerlichen Klasse zu st\u00e4rken: unter anderem die Angst vor Arbeitslosigkeit oder Entlassung\u201d.<\/p>\n<p>Als all dies zu scheitern drohte, wie am Tag des Generalstreiks am 12. November \u2013 dem wichtigsten seit dem Fall der Diktatur \u2013, schlossen sich die b\u00fcrgerlichen Parteien sofort in einem Hinterzimmer ein, um eine neue gro\u00dfe T\u00e4uschung zu verhandeln; das sogenannte \u201cAbkommen f\u00fcr sozialen Frieden und die neue Verfassung\u201d, dem sich auch ein Teil der Frente Amplio anschloss und so versuchte, einen Teil der Bewegung von den Stra\u00dfen zu entfernen. Gleichzeitig treiben sie Gesetze gegen die Jugendlichen, die mobilisiert bleiben und mit Repression konfrontiert werden, voran: das \u201cAnti-Vermummungs-Gesetz\u201d sowie das Gesetz, das die Streitkr\u00e4fte zum \u201cSchutz kritischer Infrastrukturen\u201d auf die Stra\u00dfen bringt, ohne den Ausnahmezustand ausrufen zu m\u00fcssen, um den Staat in den \u201cstrategischen Positionen\u201d zu sch\u00fctzen. In diesem Zusammenhang war es beim j\u00fcngsten Streik am 26. November die Aufgabe des \u201cTisches der sozialen Einheit\u201d, sicherzustellen, dass dieser nicht \u00fcber ein gewisses Ma\u00df an Druck hinausgeht, und am n\u00e4chsten Tag setzten sie sich zu Verhandlungen mit der Regierung zusammen. Auch an diesem Tag handelte die Regierung durch brutale Repressionen in den Armenvierteln, um zu verhindern, dass die Bewohner*innen hinausgehen und Streikposten wie die am 12. November durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>All diese Ma\u00dfnahmen sind fast spiegelbildlich, um die Einheit zu verdeutlichen, die an diesem Streiktag am 12. November zwischen Arbeiter*innen, Jugendlichen und der armen Bev\u00f6lkerung gezeigt worden war und die einen wichtigen Sektor der Mittelschicht zu den Mobilisierungen hinzog. Sie schafften es nicht zu verhindern, dass sich an diesem Freitag (den 29. November, Anm. d. \u00dc.) Tausende von Menschen auf den wichtigsten Pl\u00e4tzen des Landes gegen die Repression versammelten.<\/p>\n<p><strong>Klasse, Partei und F\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wirkt die Aktion der Massenbewegung, um Clausewitz zu umschreiben, nicht auf ein regloses Material, \u201csondern gegen ein lebendes, das reagiert\u201d, daher das Spiel von \u201cAktion und Reaktion\u201d, das verschiedene Momente eines Klassenkampfes, Momente des Fortschritts und des R\u00fcckzugs konfiguriert, in denen die Bewegung eher offensiv oder defensiv ist. Die Bourgeoisie selbst nimmt dies nat\u00fcrlich zur Kenntnis, so dass Pi\u00f1era von seiner ersten Aussage \u201cWir befinden uns im Krieg\u201d zu den mickrigen Zugest\u00e4ndnissen seiner \u201cSozialagenda\u201d \u00fcberging, um dem Streiktag und Mobilisierung am 23. Oktober zuvorzukommen. Nach dem Wendepunkt des 12. November startete das Regime das Man\u00f6ver des \u201cAbkommens f\u00fcr sozialen Frieden und die neue Verfassung\u201d, um dann die Repression gegen die weiterhin Demonstrierenden zu vertiefen. Sogar in Brasilien, demjenigen Land der Region, in dem die Offensive gegen die Arbeiter*innen am tiefsten ist, k\u00fcndigte Paulo Guedes, Wirtschaftsminister von Bolsonaro, in dieser Woche an, dass er bestimmte Angriffe wie die K\u00fcrzungen in der Verwaltung wegen des regionalen Kontextes der Klassenk\u00e4mpfe verschieben w\u00fcrde \u2014 w\u00e4hrend die anderen nat\u00fcrlich weitergehen.<\/p>\n<p>Aus der Sicht der Arbeiter*innenklasse geht es um das gleiche, aber umgekehrt. Deshalb beginnt die Wichtigkeit des Aufbaus einer revolution\u00e4ren Partei nicht am Tag des Sturms auf den Winterpalais<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Es ben\u00f6tigt eine revolution\u00e4re politische Organisation, die in der Lage ist, die Avantgarde durch jede dieser Situationen und Momente der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse zu formen. Auf diese Weise m\u00fcssen eigene Str\u00f6mungen in den Gewerkschaften, in der Studierendenbewegung, in der Frauenbewegung, in den Massenorganisationen aufgebaut werden \u2013 in der Perspektive der Entwicklung von Organismen der Selbstorganisation (R\u00e4te), die in der Lage sind, Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse zu bewegen, um die B\u00fcrokratien erfolgreich zu bek\u00e4mpfen und die Schranken abzubauen, die die Arbeiter*innenklasse selbst und ihre Verb\u00fcndeten auseinander halten.<\/p>\n<p>Diese und keine andere war die Geschichte des Bolschewismus unter Lenins F\u00fchrung. Von seinen Anf\u00e4ngen in der russischen Sozialdemokratie, bereicherte er sich st\u00e4ndig durch die (theoretischen und praktischen) Erfahrungen der internationalen sozialistischen Bewegung als Teil der Zweiten Internationale, schlug zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor, in die Streikwelle einzugreifen und die Idee zu \u00fcberwinden, dass sich die Arbeiter*innen nur dem wirtschaftlichen Kampf widmen sollten und versuchen sollten, zu echten \u201cVolkstribunen\u201d zu werden, indem sie eine Zeitung und ein Netzwerk von Kadern in ganz Russland entwickelten. Sp\u00e4ter, in der Revolution von 1905, lernten sie in die Offensive zu gehen, sich die Neuheit der Sowjets anzueignen und den Aufstand in Moskau zu organisieren. Auf die anschlie\u00dfende Niederlage folgte der Kampf darum, die revolution\u00e4ren Grundlagen der Partei gegen die Skepsis, die die Sozialdemokratie betraf, beizubehalten. Dann, angesichts des Aufschwungs der Arbeiter*innen von 1912, \u00f6ffnete die Partei ihre T\u00fcren weit, um die Arbeiter*innen zu organisieren, die in den Kampf traten. Die\u00a0<em>Prawda<\/em>\u00a0wurde gegr\u00fcndet, eine Zeitung mit gro\u00dfer Verbreitung, die j\u00e4hrlich 11.000 Zusendungen von Arbeiter*innen erhielt, die sich \u00fcber ihre Arbeitsbedingungen beschwerten, die wirtschaftlich von Hunderten von Arbeiter*innenkreisen unterst\u00fctzt wurde. Der Bolschewismus bereicherte sich durch die Erfahrungen mit der revolution\u00e4ren Nutzung der parlamentarischen Trib\u00fcne (Duma) in verschiedenen Perioden. 1914, vor dem Ersten Weltkrieg, f\u00fchrte Lenin in der Minderheit einen Kampf f\u00fcr den revolution\u00e4ren Internationalismus.<\/p>\n<p>Jahre sp\u00e4ter, im Februar 1917, brach die Revolution aus und besiegte das zaristische Regime. Lenin und die meisten der wichtigsten bolschewistischen F\u00fchrer*innen waren im Exil. Trotzki fragte sich sp\u00e4ter, wer dann die Februarrevolution angef\u00fchrt hatte. Und er antwortete: die von Lenin ausgebildeten Arbeiter*innen. Er bezog sich genau auf diese ganze Vorgeschichte der Fortschritte und R\u00fcckschl\u00e4ge, in der die bolschewistische Partei diese Avantgarde geformt hatte. Dieselben bolschewistischen K\u00e4mpfer*innen und dieselbe Avantgarde, auf die Lenin sich bei seiner R\u00fcckkehr im April 1917 st\u00fctzte, um der bolschewistischen Partei einen revolution\u00e4ren Kurs mit dem Vorschlag \u201calle Macht den Sowjets\u201d gegen die vers\u00f6hnlerische Politik eines ganzen Sektors ihrer F\u00fchrung aufzuzwingen. Mit dieser Vorhut st\u00e4rkte er die Partei von ihrer Basis aus, ebenso wie ihre F\u00fchrung durch die Einbeziehung von Anf\u00fchrer*innen wie Trotzki, die den Erfolg des Aufstands im Oktober erm\u00f6glichten. Ohne all dies ist der Triumph der russischen Revolution nicht zu verstehen.<\/p>\n<p>Eine revolution\u00e4re Partei kann nicht im Moment der Revolution improvisiert werden; ohne den Lernprozess der Momente des Fortschritts und des R\u00fcckzugs des Klassenkampfes, ohne die Assimilation der unterschiedlichsten Erfahrungen, ist es nicht m\u00f6glich, sie aufzubauen. Die derzeitigen Prozesse, wie wir sie beschrieben haben, bieten neue und bessere Bedingungen, um f\u00fcr die Hegemonie der Arbeiter*innen zu k\u00e4mpfen. Das ist notwendig f\u00fcr den Triumph der Massenbewegung und f\u00fcr die Er\u00f6ffnung der M\u00f6glichkeit, eine neue soziale Ordnung zu schaffen. Im Falle Chiles ist die massive Explosion der Jugend, die bereit ist, sich dem Regime zu stellen, ein Beispiel daf\u00fcr. Um diese K\u00e4mpfe herum, von heute an und in den verschiedenen Momenten des Prozesses, k\u00e4mpfen unsere Genoss*innen der PTR im Rahmen ihrer Kr\u00e4fte f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer revolution\u00e4ren Partei. Zusammen mit ihnen sind wir von der PTS und unseren Schwesterorganisationen in verschiedenen L\u00e4ndern an diesen K\u00e4mpfen beteiligt. Worum es geht, ist, die Erfahrungen jedes Landes, jedes Prozesses aus einer internationalistischen Perspektive zu nutzen. Wir sind \u00fcberzeugt, dass es au\u00dferhalb dieser Erfahrungen, dieses Lernens und seiner Schlussfolgerungen und unabh\u00e4ngig davon, wie viele diplomatische Vereinbarungen auf dem Papier getroffen werden, heute keinen wirklichen Kampf f\u00fcr den Wiederaufbau der Vierten Internationale geben kann.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst am 1. Dezember 2019 in\u00a0<\/em><a href=\"http:\/\/www.laizquierdadiario.com\/De-la-fragmentacion-a-la-hegemonia-encrucijadas-de-la-lucha-de-clases-actual\"><strong><em>Ideas de Izquierda<\/em><\/strong><\/a><em>.<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/von-der-fragmentierung-zur-hegemonie-scheidewege-des-heutigen-klassenkampfes\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 20. Dezember 2019<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> F\u00fcr eine Diskussion der Thesen von Standing siehe: Del Ca\u00f1o, Nicol\u00e1s, Rebelde o precarizada, Buenos Aires, Ariel, 2019.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Gaudichaud, Franck, \u201cPensando las fisuras del neoliberalismo \u2018maduro\u2019. Trabajo, sindicalismo y nuevos conflictos de clases en el Chile actual\u201d, Revista Theomai n\u00ba36, 2017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Gaudichaud, Franck, a.a.O.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Anderson, Perry, \u201cAntonio Gramsci: eine kritische W\u00fcrdigung, Berlin, Olle &amp; Walter, 1979.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Gemeint ist der H\u00f6hepunkt der Oktoberrevolution, die Macht\u00fcbernahme des Regierungsgeb\u00e4udes durch die Petrograder Arbeiter*innen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"blob:https:\/\/maulwuerfe.ch\/5978173b-f875-4540-9c53-51fb5306ab1a\" alt=\"\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matias Maiello. Auf der ganzen Welt \u2013 von Chile und Bolivien bis zum Irak und Algerien \u2013 ist eine neue Welle des Klassenkampfes ausgebrochen. 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