{"id":6881,"date":"2020-01-21T09:14:28","date_gmt":"2020-01-21T07:14:28","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6881"},"modified":"2020-01-21T09:14:29","modified_gmt":"2020-01-21T07:14:29","slug":"oekologiebewegung-kapitalismus-ist-das-problem-kein-teil-der-loesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6881","title":{"rendered":"\u00d6kologiebewegung: Kapitalismus ist das Problem, kein Teil der L\u00f6sung"},"content":{"rendered":"<p><em>Peter Schaber. <\/em>Hannah Hollemans Buch \u00fcber die\u00a0<a href=\"https:\/\/yalebooks.yale.edu\/book\/9780300230208\/dust-bowls-empire\">\u201eDust Bowl\u201c<\/a>, eine der gr\u00f6\u00dften Umweltkatastrophen der j\u00fcngeren Geschichte, beginnt mit einer Erinnerung: Alles sei schlimmer und schlimmer geworden, bezeugt Melt White, einer der \u00dcberlebenden. <!--more-->Der Staub verdunkelte den Tag, alles wurde schwarz. Die Sandst\u00fcrme zerst\u00f6rten die Lungen der Kinder. Eine H\u00f6lle auf Erden, \u201eviele Menschen starben\u201c und \u201eeinige dachten, es sei ein Eingriff Gottes, eine Strafe.\u201c Etwa 7500 Menschen starben, Hunderttausende flohen. Die in den 1930er-Jahren unter dem Namen \u201eDust Bowl\u201c, auf Deutsch etwa Staubsch\u00fcssel, Ver\u00f6dung und Austrocknung der Great Plains in den USA und Kanada wurde zu einem Synonym f\u00fcr eine Umweltkatastrophe schlechthin. John Steinbeck schrieb \u00fcber ihre Auswirkungen Romane, Woodie Guthrie besang sie.<\/p>\n<p>Die historische \u201eDust Bowl\u201c ist einige Jahrzehnte vorbei. Aber der Fall bleibt exemplarisch, nicht nur, weil \u201eDustbowlifizierung\u201c, also die menschengemachte Ver\u00f6dung von B\u00f6den und ganzen Regionen, nicht aufgeh\u00f6rt hat, ein Problem zu sein. Die historische \u201eDust Bowl\u201c zeigt ein paar Aspekte ganz deutlich: Eingebettet war sie in eine Phase des (wei\u00dfen) Siedlerkolonialismus, ihr ging die Vertreibung der indigenen Bev\u00f6lkerung vorher. Die Ursache der Katastrophe liegt in einer Wirtschaftsweise, die so schnell wie m\u00f6glich so viel wie m\u00f6glich aus der Erde rausholen will. Cash, Cash, Cash \u2013 nach uns kommt die Sintflut.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/220px-Dust_Bowl_-_Dallas_South_Dakota_1936.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6882\" width=\"491\" height=\"368\"\/><figcaption>Bild: South Dakota, 1936. Quelle: Wikipedia<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und, so Hannah Holleman, in den Jahrzehnten vor der Katastrophe h\u00e4uften sich sowohl Warnungen vor der Bodenerosion wie es zugleich \u201ezureichendes Wissen und technisches Know-How gab, um die wachsende Krise anzugehen\u201c. Trotzdem passierte sie. Mehr noch: Seit damals hat sich an den verheerenden Auswirkungen kapitalistischer Agrikultur nichts ge\u00e4ndert. Man verlie\u00df nie jenen Weg, der da hei\u00dft: Business as usual.<\/p>\n<p><strong>I<\/strong><\/p>\n<p>Die Nacht vom 2. auf den 3. September 1984, Slums in der indischen Provinzhauptstadt Bhopal. Familien sitzen in ihren selbstgebauten H\u00fctten, diejenigen, die man sp\u00e4ter \u201e\u00dcberlebende\u201c nennen wird. Ihre Zeugnisse wird die Autorin\u00a0<a href=\"https:\/\/www.palgrave.com\/gp\/book\/9780230608115#aboutAuthors\">Suuroopa Mukherjee viel sp\u00e4ter zusammentragen<\/a>. \u201eWas verbrennst du, dass es mir die Kehle zuschn\u00fcrt\u201c, wird sich eine \u00dcberlebende an die Frage eines Mannes erinnern. \u201eMir ist pl\u00f6tzlich sehr hei\u00df geworden\u201c, wird sich ein Rikscha-Fahrer erinnern. Und dass er dann nachhause ging, sich hinlegte, um 2:30 aufwachte, als Rauch unter seiner T\u00fcr hindurch in den Raum kroch. \u201eDa fing das Husten an\u201c.<\/p>\n<p>Konservativen Sch\u00e4tzungen zufolge starben in dieser Nacht und in darauffolgenden Tagen in Bhopal etwa 8000 Menschen bei einem \u201eUnfall\u201c in einer riesigen Chemiefabrik des US-Konzerns Union Carbide Corporation (UCC). 40 Tonnen giftiges Gas traten aus, Hunderttausende leiden unter Sp\u00e4tfolgen der Verseuchung \u2013 noch Generationen sp\u00e4ter. Bis heute ist\u00a0<a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/science\/archive\/2018\/07\/the-worlds-worst-industrial-disaster-is-still-unfolding\/560726\/\">der Ort kontaminiert<\/a>\u00a0und niemand f\u00fchlt sich verantwortlich, die Verschmutzungen zu beseitigen. Die Ursachen auch hier, in den Worten von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/umwelt-gesellschaft\/wirtschaft\/bhopal-die-andauernde-katastrophe\">Greenpeace<\/a>: \u201eDie Hauptursache f\u00fcr das Desaster lag in der Unternehmenspolitik begr\u00fcndet, ohne R\u00fccksicht auf die Menschen Profit zu machen.\u201c Die Katastrophe war keine der Technik. Sondern des Gesch\u00e4ftsmodells.<\/p>\n<p>Union Carbide Corporation geh\u00f6rte dann zu Dow Chemical, also jenem Konzern, der Agent Orange f\u00fcr den Vietnamkrieg herstellte \u2013 mit unaussprechlichen Folgen f\u00fcr Mensch und Natur in dem vom Imperialismus angegriffenen Land. Dow Chemical \u2013 nunmehr nach einer Fusion 2017 als DowDupont \u2013 hat heute nat\u00fcrlich ein \u201eSustainability\u201c \u2013 Department und man kann sich auf der Homepage des Chemieriesen neben gr\u00fcnen Bildchen von B\u00e4umen durchlesen, wie der Konzern f\u00fchrend in Nachhaltigkeit werden will und wie gut er jetzt schon der Welt hilft.<\/p>\n<p>Das Greenwashing-Gesabbel hat das Milliardenunternehmen nat\u00fcrlich nicht davon abgehalten, weiter die Umwelt zu zerst\u00f6ren, wof\u00fcr Dow dann auch auf\u00a0<a href=\"https:\/\/www.peri.umass.edu\/toxic-100-air-polluters-index-2018-report-based-on-2015-data\">Nummer 1 der aktuellen Toxic-100-Liste<\/a>\u00a0der gr\u00f6\u00dften Luftverpester rangiert.<\/p>\n<p>Auch nach Bhopal hie\u00df es also: Business as usual.<\/p>\n<p><strong>II<\/strong><\/p>\n<p>Noch j\u00fcngeren Datums ist ein anderes, ebenfalls global rezipiertes Mega-Event der Umweltzerst\u00f6rung: Die \u00d6lpest im mexikanischen Golf von 2010. Die meisten werden sich an die schockierenden Bilder der brennenden Plattform und der mit \u00d6l \u00fcberzogenen Pelikane erinnern; und an die Schlagzeilen, die von der gr\u00f6\u00dften Katastrophe dieser Art sprachen. Auch hier wei\u00df man: Die Arbeiter*innen der \u201eDeepwater Horizon\u201c wussten, dass mit der \u00d6lplattform etwas nicht stimmt. Was tat die Betreiberfirma? Man lie\u00df einfach die Alarme und Sicherheitsmechanismen abstellen, damit es auf dem Weg in den Abgrund nicht piepst oder blinkt.<\/p>\n<p>Die Folgen der Katastrophe f\u00fcr die Region sind bis heute dramatisch. Und was passierte? Die Muttergesellschaft der Betreiberfirma, Britisch Petroleum (BP), musste Schadenersatz zahlen, entlie\u00df den zust\u00e4ndigen CEO Anthony Bryan Hayward \u2013 mit 1,5 Millionen Dollar Abfindung und 17 Millionen Dollar Pension. Die Beseitigung der Sch\u00e4den erfolgte, wie man es von einer Firma wie BP erwarten w\u00fcrde. Rund 1 Million Liter einer Chemikalie \u2013 Corexit 9500 \u2013 wurde auf das \u00d6l gespr\u00fcht, um es unter die Meeresoberfl\u00e4che zu dr\u00fccken. Im Aufsichtsrat der Firma, die Corexit herstellt, sitzt auch BP selbst. Corexit ist selbst giftig, in Gro\u00dfbritannien ist es verboten. Anwohner*innen, interviewt in dem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9iWecz_mIGw\">Film \u201eDie Gr\u00fcne L\u00fcge\u201c<\/a>\u00a0von Werner Boote und Kathrin Hartmann, beschreiben die \u201eReinigung\u201c von BP als beinahe sch\u00e4dlicher als die \u00d6lkatastrophe selbst.<\/p>\n<p>BP sieht das anders. Man klopfte sich auf die Schulter, weil man so selbstlos und schnell reagiert hatte. Und wie jeder andere Multi dieser Gr\u00f6\u00dfe, setzt man auf gelegentliches \u201eGreenwashing\u201c, betont die eigenen Leistungen bei der F\u00f6rderung \u201ealternativer Energien\u201c und beteuert, Schritt f\u00fcr Schritt weg vom \u00d6l zu wollen. Auch BP ver\u00f6ffentlicht brav seine \u201eSustainability\u201c-Reports mit irgendwelchem Blabla. Und auch BP ist auf der Toxic-100-Liste, auf Platz 14.<\/p>\n<p>So dramatisch Deep-Water-Horizon war, und so viele sich auch den Kinofilm dazu reingezogen haben: F\u00fcr BP war danach Business as usual.<\/p>\n<p><strong>III<\/strong><\/p>\n<p>In ihrem Buch \u00fcber die \u201eDust Bowl\u201c schreibt Hannah Holleman, sichtlich verwundert: \u201eSieht man sich die Grauen und die menschliche Trag\u00f6die der 1930er-Dust-Bowl an, m\u00f6chte man meinen, unsere Gesellschaft w\u00fcrde alle ihre Kr\u00e4fte zusammennehmen, um zu verhindern, dass eine solche \u00f6kologische und soziale Verheerung sich wiederholt. Und doch wiederholen wir nicht nur die Fehler der Vergangenheit in viel gr\u00f6\u00dferem Rahmen, sondern diejenigen, die mit der Macht und dem Kapital ausgestattet sind, um es zu k\u00f6nnen, verfeinern die Methoden \u00f6kologischer Zerst\u00f6rung und sozialer Verelendung weit \u00fcber die Vorstellungskraft von Dust-Bowl-\u00dcberlebenden wie Melt White hinaus.\u201c<\/p>\n<p>Warum eigentlich? Warum wiederholen sich Generation um Generation vorhersehbare \u00f6kologische und soziale Desaster? Und was k\u00f6nnten wir tun, damit das nicht mehr passiert? Eines der fundamentalen Probleme in der \u00d6kologiebewegung ist, dass uns jeden Tag, in Schule, Universit\u00e4ten, Medien, Filmen, B\u00fcchern, durch Expert*innen und Politiker*innen die Umkehrung einer einfachen Wahrheit eingeredet wird. Das Unm\u00f6gliche \u2013 n\u00e4mlich die Folgen des Kapitalismus mit kapitalistischen Mitteln zu beseitigen \u2013 wird als einzig \u201erealistische\u201c M\u00f6glichkeit pr\u00e4sentiert. Und das einzig f\u00fcr das \u00dcberleben der Menschheit Realistische \u2013 n\u00e4mlich die \u00dcberwindung des Kapitalismus \u2013 wird im besten Fall als jugendliche Spinnerei, im schlimmsten Fall als Weg in die Katastrophe diffamiert.<\/p>\n<p>Es sind die Auswirkungen dieses ideologischen Angriffs, der dann dazu f\u00fchrt, dass auch engagierte Aktivist*innen dem Irrtum erliegen, Antikapitalismus sei nicht notwendig, um die Welt zu retten. Als Jakob Augstein k\u00fcrzlich die prominente Fridays-For-Future-Sprecherin Luisa Neubauer fragte, wie sie\u00b4s mit dem Kapitalismus h\u00e4lt,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/jaugstein\/joe-kaeser-glaubt-das-wirklich\">antwortet<\/a>e sie: \u201eIdeologische K\u00e4mpfe entzweien uns und f\u00fchren zu einer Starre. Ich f\u00e4nde es nice, w\u00fcrden wir mal besprechen, was in den n\u00e4chsten drei Jahren passieren sollte.\u201c Ihre These ist: Man kann die drohende Menschheitskatastrophe abwenden, wenn man technisch und durch Gesetzesnovellen eingreift. Und das k\u00f6nne man unter den jetzigen Macht- und Produktionsverh\u00e4ltnissen machen. Wenn man dann auch noch gegen den Kapitalismus sein will, okay, aber das eine und das andere hat f\u00fcr sie offenbar nichts miteinander zu tun.<\/p>\n<p><strong>IV<\/strong><\/p>\n<p>Aber das Gegenteil ist der Fall. Unrealistisch sind nicht die Rufe nach der \u00dcberwindung des Kapitalismus. Unrealistisch ist es, zu glauben, die Katastrophe lie\u00dfe sich abwenden, wenn wir auf \u201eEinsicht\u201c politischer Entscheidungstr\u00e4ger*innen und \u201eVerantwortung\u201c von Konzernen setzen. Der Kapitalismus kennt keine \u201eBeschr\u00e4nkung\u201c oder \u201eZ\u00e4hmung\u201c, die ihn davon abhalten w\u00fcrde, zum Zwecke der Akkumulation von Kapital Mensch und Natur zu vernutzen. Wird ein Bereich dieser schrankenlosen Anh\u00e4ufung unattraktiver \u2013 aus welchen Gr\u00fcnden auch immer \u2013 wandert Kapital zwar in einen anderen, aber nur, weil diese Wanderungsbewegung \u201egr\u00fcn\u201c angemalt wird, \u00e4ndert sich nichts am Wesen des Mensch-Natur-Verh\u00e4ltnisses im Kapitalismus. Und das hat sich seit seiner Durchsetzung nicht ver\u00e4ndert. Wie Karl Marx schrieb, entwickelt die kapitalistische Produktion zwar Technik und Kombination des Produktionsprozesses, aber nur \u201eindem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergr\u00e4bt: die Erde und den Arbeiter.\u201c<\/p>\n<p>Anders gesagt: H\u00e4tte Joe Kaeser anstatt die Siemens-Beteiligung an der Kohle-Mine in Adani durchzuziehen stattdessen in eine Lithium-Mine f\u00fcr Elektroautobatterien im chilenischen Antofagasta investiert, w\u00e4ren wir der \u201eWeltrettung\u201c auch keinen Schritt n\u00e4her gekommen. Konzerne haben ein Ziel: Profit. Und sie haben in den vergangenen Jahrzehnten und manche in Jahrhunderten Methoden und Techniken entwickelt, um den zu erzielen. Verschlie\u00dft sich ihnen ein Gesch\u00e4ftsfeld, ziehen sie in ein anderes. Dr\u00fcckt man ihnen Emissionspapiere auf, bereichern sie sich eben am\u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/anlagestrategie\/zertifikate\/nachrichten\/emissionszertifikate-das-milliardengeschaeft-mit-dem-abgashandel-seite-2\/3531832-2.html?ticket=ST-563193-Ahaah6Hm5v5tjhxcqXTH-ap6\">Emissionshandel<\/a>.<\/p>\n<p>Ihren Zweck, Profit zu machen, bem\u00e4nteln Konzerne immer schon mit den h\u00fcbschesten Phrasen. War es in Zeiten einer k\u00e4mpferischen Arbeiter*innenbewegung en vogue zu betonen, wie fair man seine Untergebenen behandelt und wie viele Arbeitspl\u00e4tze man schafft, so passt zu klima- und umweltbewegteren Zeiten eben ein anderer Diskurs: Nachhaltigkeit, \u201eGr\u00fcne\u201c Technologien, Umweltfreundlichkeit in der entsprechenden \u00c4sthetik.<\/p>\n<p><strong>V<\/strong><\/p>\n<p>Der Kapitalismus ist letztlich mehr als eine bestimmte Weise zu wirtschaften. Der kurdische Revolution\u00e4r Abdullah \u00d6calan beschreibt ihn als das j\u00fcngste Entwicklungsstadium eines ganzen Zivilisationsstrangs, der auf der endlosen Anh\u00e4ufung von Mehrprodukt\/Mehrwert sowie der Konzentration gesellschaftlicher Macht beruht. Seine \u00dcberwindung ist ein universeller Prozess, der alle gesellschaftlichen Bereiche einschlie\u00dft: Von patriarchalem Verhalten \u00fcber das vorherrschende szientistische Wissenschaftsparadigma bis zu den defizit\u00e4ren Formen b\u00fcrgerlicher \u201eDemokratie\u201c, vom Privateigentum an den Produktionsmitteln \u00fcber den Finanzsektor bis zur Staatlichkeit und ihrem Grenzregime.<\/p>\n<p>Das ist eine Mammutaufgabe und deshalb sch\u00fcchtert es ein. Man glaubt, es w\u00e4re einfacher und sicherer, erst mal ne Nummer kleiner aufzutischen. H\u00e4ufig tendiert man dazu, wenn man eines der Probleme identifiziert hat, das der Kapitalismus aufwirft, zu sagen: L\u00f6sen wir erst mal das. Alles auf einmal ist ja unrealistisch. Aktuell hie\u00dfe das dann: Sorgen wir erstmal f\u00fcr die Reduktion von Treibhausgasen, den Rest k\u00f6nnen wir auch danach machen, denn hier dr\u00e4ngt es. Eine solche Herangehensweise tut so, als w\u00fcrde sie \u201erealistisch\u201c sein, weil sie einen \u00fcberschaubaren Themenbereich angeht.<\/p>\n<p>Aber wenn man den tausendmal gesagten Satz, dass es \u201esystem change\u201c braucht, um im \u201eclimate change\u201c nicht abzusaufen, ernst nimmt, dann ist das kleinteilige Flicken mit der vom Kapitalismus gezimmerten Nadel genauer betrachtet eben doch unrealistischer. Am Versuch der \u00dcberwindung des Kapitalismus kann man scheitern; am Versuch der Fortsetzung des Kapitalismus wird man definitiv scheitern.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/lowerclassmag.com\/2020\/01\/17\/oekologiebewegung-kapitalismus-ist-das-problem-kein-teil-der-loesung\/\"><em>lowerclassmag.com&#8230;<\/em><\/a><em> vom 21. Januar 2020<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter Schaber. Hannah Hollemans Buch \u00fcber die\u00a0\u201eDust Bowl\u201c, eine der gr\u00f6\u00dften Umweltkatastrophen der j\u00fcngeren Geschichte, beginnt mit einer Erinnerung: Alles sei schlimmer und schlimmer geworden, bezeugt Melt White, einer der \u00dcberlebenden. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,7],"tags":[55,58,22,17],"class_list":["post-6881","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-international","tag-oekologie","tag-oekosozialismus","tag-politische-oekonomie","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6881"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6881\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6883,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6881\/revisions\/6883"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}