{"id":6964,"date":"2020-01-29T11:43:11","date_gmt":"2020-01-29T09:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6964"},"modified":"2020-01-29T11:43:13","modified_gmt":"2020-01-29T09:43:13","slug":"die-waldbraende-in-australien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=6964","title":{"rendered":"Die Waldbr\u00e4nde in Australien"},"content":{"rendered":"<p><em>Hanns Graaf \/ Paul Pfundt. <\/em>Wie in jedem Sommer brennen in Australien W\u00e4lder und Buschland. Das Ausma\u00df der Feuer in diesem Jahr ist besonders gro\u00df. Mindestens 28 Menschen und etwa eine halbe Milliarde Tiere sind tot, fast sechs Mill. Hektar Land sind verbrannt<!--more--> \u2013 eine Fl\u00e4che so gro\u00df wie Bayern. Zudem sind enorme materielle Sch\u00e4den zu beklagen. W\u00e4hrend die Feuer fr\u00fcher eher ein Problem einiger l\u00e4ndlicher Gegenden waren, betreffen sie heute fast alle Bundesstaaten und sind auch f\u00fcr die gro\u00dfen St\u00e4dte eine Bedrohung, v.a. durch den sch\u00e4dlichen Rauch.<\/p>\n<p>Die Br\u00e4nde sind jedoch nicht nur f\u00fcr die Australier eine Herausforderung \u2013 sie werden auch zum Anlass genommen, den Hype um die Klimakatastrophe erneut anzufachen. Fast alle Medien und auch die linke Szene werden nicht m\u00fcde, den Klimawandel f\u00fcr die besonders ausgedehnten australischen Feuer verantwortlich zu machen. Wir wollen deshalb hier unter die Lupe nehmen, was an den Behauptungen der Klima-Alarmisten dran ist.<\/p>\n<p><strong>Sind die aktuellen Br\u00e4nde \u201ehistorisch beispiellos\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Hier kann zun\u00e4chst darauf verwiesen werden, dass es auch schon fr\u00fcher Br\u00e4nde \u00e4hnlichen Ausma\u00dfes wie heute gegeben hat. So verbrannten etwa 1851 bei den sog. \u201eBlack Thursday\u201c-Buschfeuern ca. 5 Mill. Hektar nur im Staat Victoria. Am 13. Januar 1939 brannten an nur einem (!) Tag 2 Mill. Hektar und 3.700 Geb\u00e4ude wurden zerst\u00f6rt. Zum Vergleich: Bis zum 8. Januar 2020 war \u2013 nach mehreren Wochen \u2013 eine Fl\u00e4che von 17 Mill. Hektar betroffen und knapp 6.000 Geb\u00e4ude waren zerst\u00f6rt. Die aktuellen Br\u00e4nde stellen also keine so gro\u00dfe Ausnahme dar, wie oft behauptet wird. Die folgende Grafik zeigt, dass es fr\u00fcher sogar noch schlimmere Br\u00e4nde gegeben hat. Das nehmen die Klima-Alarmisten aber nicht zur Kenntnis, weil sie die Betrachtung l\u00e4ngerer Zeitperioden scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Das Bild zeigt, dass es 2003 und 1975 sogar wesentlich schlimmere Br\u00e4nde gab. Dabei muss noch bedacht werden, dass die Bev\u00f6lkerungszahl, die Bebauung und damit auch die Sch\u00e4den fr\u00fcher geringer waren, was Vergleiche relativiert.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Australia-bushfires-hectares-burned-by-year-scaled-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6965\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Australia-bushfires-hectares-burned-by-year-scaled-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Australia-bushfires-hectares-burned-by-year-scaled-300x225.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Australia-bushfires-hectares-burned-by-year-scaled-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption> Quelle: <a href=\"https:\/\/www.drroyspencer.com\/wp-content\/uploads\/Australia-bushfires-hectares-burned-by-year-scaled.jpg\">https:\/\/www.drroyspencer.com\/wp-content\/uploads\/Australia-bushfires-hectares-burned-by-year-scaled.jpg<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Was sind die Brandursachen?<\/strong><\/p>\n<p>Der von den meisten Medien und den \u201e\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen\u201c pr\u00e4sentierte Grund f\u00fcr das enorme Ausma\u00df der Feuer ist nat\u00fcrlich \u2013 der Klimawandel. Tats\u00e4chlich ist es in den letzten Jahrzehnten in Australien um ca. ein Grad w\u00e4rmer geworden. Auch die Temperaturen im Dezember 2019, als die ersten Br\u00e4nde ausbrachen, lagen \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Verursacht wurden sie konkret dadurch, dass die Wassertemperaturen des Pazifiks um Australien besonders hoch waren. Hier zeigt sich erneut, wie wichtig f\u00fcr das Klimageschehen und die Temperaturen die Meeresstr\u00f6mungen und deren Periodizit\u00e4t sind. Gerade diesen Klima-Faktor ignoriert die IPCC-konforme Wissenschaft hartn\u00e4ckig.<\/p>\n<p>Etliche Forscher haben darauf hingewiesen, dass das Wetter in Australien in starkem Ma\u00dfe durch den \u201eIndian Ocean Dipole\u201c (IOD) beeinflusst wird. Dabei handelt es sich um ein Ph\u00e4nomen, bei dem warmes und kaltes Wasser zwischen der afrikanischen Ostk\u00fcste und Indonesien hin und her schwappt und auch den Pazifik beeinflusst. 2019 befand sich der IOD in einer sehr starken positiven Phase und zeigte f\u00fcr die letzten 60-80 Jahre Rekordwerte. In Folge dessen gab es in Australien hohe Temperaturen und sehr wenig Niederschl\u00e4ge.<\/p>\n<p>Doch die Temperaturen sind f\u00fcr die Waldbrandgefahr weitgehend irrelevant. Ob die Lufttemperaturen 2 oder 3 Grad h\u00f6her oder tiefer sind, spielt keine Rolle. Das hindert Scharfmacher wie Prof. Rahmstorf vom PIK aber nicht daran, seine Klein-Fritzchen-Logik \u201eJe w\u00e4rmer, desto mehr Waldbr\u00e4nde\u201c zu verbreiten. Entscheidend sind aber zwei (nat\u00fcrliche) Klimafaktoren: die Trockenheit und der Wind. In Australien ist es im Sommer immer sehr trocken, die Varianz ist relativ gering und nicht entscheidend daf\u00fcr, wie stark es brennt. Doch 2019 war bereits der Fr\u00fchling zu warm und zu trocken, in manchen Gegenden gab es so wenig Niederschlag wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich steigt mit den Temperaturen die Verdunstung, d.h. es regnet mehr, aber nicht unbedingt dort, wo die Verdunstung stattfindet. Auch lt. Theorie des IPCC m\u00fcssten Verdunstung und Niederschl\u00e4ge mit der zunehmenden Erw\u00e4rmung ansteigen. Doch die Daten zeigen diesbez\u00fcglich global keine signifikante Ver\u00e4nderung, sondern lediglich eine ganz leichte Zunahme von Niederschl\u00e4gen. Soviel zur Behauptung, dass es immer mehr D\u00fcrren geben w\u00fcrde. Auch die immer wieder kolportierte These, dass es immer mehr Waldbr\u00e4nde gebe, stimmt nicht, wie die globalen und nationalen Daten zeigen.<\/p>\n<p>Der \u201eKlimawandel an sich\u201c, d.h. die Temperatur, ist also nicht die Ursache f\u00fcr das australische Feuerinferno.<\/p>\n<p><strong>Gesellschaftliche Ursachen<\/strong><\/p>\n<p>Ein Aspekt der Klimahysterie ist, dass andere Ursachen als die vom CO2 getriebenen Temperaturen oft \u2013 bewusst oder unbewusst \u2013 ausgeblendet werden. Es ist fatal, dass auch die \u201eanti-kapitalistische\u201c Linke dieses Spiel gedankenlos mitspielt.<\/p>\n<p>Der Feuerwehrverband der Brandregion New South Wales (NSW) weist die Behauptung, dass die Brandkatastrophe ihre Ursache in einer Klimaver\u00e4nderung habe, energisch zur\u00fcck. Die \u201eVolunteer Rural Fire Fighters\u201c (VFFA) haben jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Buschfeuern. Auch die Australische Akademie der Wissenschaften hat in ihren offiziellen Erkl\u00e4rungen bisher die Erw\u00e4hnung eines urs\u00e4chlichen Zusammenhangs zwischen den Br\u00e4nden und dem Klimawandel vermieden. Von diesen Statements erfahren wir in unseren \u00f6ffentlich-rechtlichen Medien nat\u00fcrlich nichts.<\/p>\n<p>In der Erkl\u00e4rung der VFFA hei\u00dft es:\u00a0<em>\u201eDie Volunteer Firefighters Association (VFFA), das Gremium, das die Stimme der freiwilligen l\u00e4ndlichen Feuerwehrleute in NSW vertritt, widerlegt die Behauptung gr\u00fcner Alarmisten, dass der Klimawandel die Ursache der j\u00fcngsten Buschbr\u00e4nde in New South Wales ist.\u201c<\/em>\u00a0(\u00dcbersetzung hier und im folgenden: google-translater)<\/p>\n<p>Peter Cannon, Pr\u00e4sident des VFFA, sagt:\u00a0<em>\u201eEs ist l\u00e4cherlich, dem Klimawandel die Schuld zu geben, wenn wir wissen, dass es in Australien weitaus schlimmere Buschbr\u00e4nde gegeben hat, die bis in die fr\u00fchen Tage der europ\u00e4ischen Besiedlung zur\u00fcckreichen, einschlie\u00dflich des Black Saturday Victoria 2009, der NSW Bushfires 1994, des Ash Wednesday Victoria 1983, der Blue Mountains NSW 1968 und des Black Tuesday Hobart 1967 und Black Friday Victoria 1939. (\u2026) Die eigentliche Schuld liegt bei den Gr\u00fcnen und ihrer Ideologie, da sie sich weiter gegen unsere Bem\u00fchungen zur Gefahrenreduzierung in den k\u00fchleren Monaten stellen, diese unterh\u00f6hlen und verhindern, dass private Landbesitzer ihr Land roden, um das Buschfeuerrisiko zu verringern. Die Gefahrenreduzierung ist das einzige bew\u00e4hrte Managementinstrument, mit dem Feuerwehrleute auf dem Land die Intensit\u00e4t und Ausbreitung von Buschbr\u00e4nden verringern k\u00f6nnen.\u201c Cannon fordert: \u201eAusweitung der Fl\u00e4che, die durch vorgeschriebenes Brennen auf buschfeuergef\u00e4hrdeten Fl\u00e4chen behandelt wird, von derzeit weniger als 1% auf mindestens 5% pro Jahr, wie von (\u2026) vielen f\u00fchrenden Buschfeuerexperten empfohlen. (\u2026) Integrierte Gefahrenreduzierung durch vorgeschriebene Verbrennungs- und erg\u00e4nzende Methoden wie Hieb, Beweidung und Anbau.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich f\u00fchrte also der Einfluss der \u201eGr\u00fcnen\u201c auf die Umweltpolitik in puncto Brandbek\u00e4mpfung zu einer Verschlechterung der Situation und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Br\u00e4nde eskalieren.<\/p>\n<p>Ein zentrales Problem bei der Feuerausbreitung ist das Liegenlassen der abgeernteten Eukalyptus-\u00c4ste und des Blattwerks nach der Ernte. Dieses Altholz ist besonders trocken und durch den hohen Restgehalt an \u00e4therischen \u00d6len besonders brennbar. Das kontrollierte Abbrennen bzw. Ber\u00e4umen dieser Brennstoffe wurde durch \u201egr\u00fcne\u201c Bestimmungen unterbunden oder erschwert. Dasselbe Problem beklagten die Feuerwehren auch in Kalifornien, wo es 2019 ebenfalls zu umfangreichen Br\u00e4nden kam. Auch dort kritisierten sie, dass immer neue Wohngebiete direkt an oder in die W\u00e4lder gebaut werden, so dass die Sch\u00e4den zunehmen. Auch dort wurde das Ber\u00e4umen des Altholzes durch die Beh\u00f6rden \u2013 Dank des Einflusses \u201egr\u00fcner\u201c Gruppen auf sie \u2013 verboten.<\/p>\n<p>Letztlich steht dahinter das Problem, dass im Kapitalismus immer weniger Fachleute entscheiden, sondern ideologisierte Politiker und B\u00fcrokraten oder aber kurzsichtige Profitinteressen. Das Eine ist so schlimm wie das Andere. Doch die linke Szene sieht immer nur die Profiteure, das andere Milieu von \u00d6ko-Hasardeuren und \u201egr\u00fcnen\u201c Obskuranten sieht sie nicht als Problem \u2026<\/p>\n<p><strong>Ignoranz<\/strong><\/p>\n<p>Buschbr\u00e4nde geh\u00f6ren zu Australien wie K\u00e4ngurus und Koalas. Bevor die europ\u00e4ischen Siedler begannen, Feuer nur als Feind zu betrachten und es zu bek\u00e4mpfen, brannte es regelm\u00e4\u00dfig im australischen Busch. Die Aborigines nutzten das Feuer f\u00fcr die Jagd und sie sammelten das Unterholz. Dadurch war weniger brennbarer Stoff in den W\u00e4ldern. Die wei\u00dfen Siedler jedoch bek\u00e4mpften \u00fcber Jahrzehnte jedes Feuer. So nahm die Menge an Totholz \u2013 der \u201efuel load\u201c \u2013 zu. Dadurch brennt es heute intensiver. Der \u201eSpiegel\u201c zitiert einen Feuerwehrmann zum Umgang mit dem Feuer: \u201eDer Umgang der Wei\u00dfen mit dem australischen Feuer ist eine 200 Jahre lange Geschichte der Arroganz. Es wird ausschlie\u00dflich als Bedrohung erlebt.\u201c So haben die australischen Buschfeuer auch mit dem Kolonialismus zu tun.<\/p>\n<p>Die zunehmende Hitze und die h\u00e4ufigeren Trockenperioden haben auch damit zu tun, dass in Australien immer mehr Waldfl\u00e4chen zu Viehweiden werden. Einige Studien gehen davon aus, dass etwa 50% des Regens fehlt, weil die W\u00e4lder zur K\u00fchlung und als Wasserspeicher fehlen. Auch hier ist es nicht nur das Klima, sondern der Mensch, der die Situation negativ beeinflusst.<\/p>\n<p>Neben dem kontrollierten Abbrennen dienen auch andere Methoden dem Brandschutz: weidendes Vieh, welches niedrigen Bewuchs frisst, das Anlegen von Feuerschneisen, das Stauen von Gew\u00e4ssern und das Anlegen von L\u00f6schwasser-Reserven sowie die Wald\u00fcberwachung. Letztere ist wichtig, weil f\u00fcr Waldbr\u00e4nde auch weltweit oft absichtliche oder unabsichtliche Brandstiftung die Ursache ist.<\/p>\n<p>Viele dieser Ma\u00dfnahmen sind jedoch inzwischen verboten oder derart b\u00fcrokratisch erschwert, dass sie zu selten durchgef\u00fchrt werden. So wurden in Australien Farmer, die die Umgebung von Totholz und Pflanzen aus Brandschutzgr\u00fcnden ges\u00e4ubert hatten, mit hohen Geldstrafen belegt.<\/p>\n<p>Das Verbot jeder Bearbeitung von Buschland ist eine der Hauptursachen f\u00fcr die enorme Ausweitung der Br\u00e4nde in diesem Sommer.<\/p>\n<p>Dazu kommt noch, dass die Regierung und viele regionale Instanzen die notwendigen Mittel f\u00fcr den Brandschutz nicht gew\u00e4hrt haben \u2013 entgegen dem Trend der zur\u00fcckgehenden Niederschl\u00e4ge in Teilen Australiens, welche die Brandgefahr potentiell erh\u00f6hen. Anstatt sich auf die nat\u00fcrlichen periodischen Schwankungen des Klimas einzustellen, wird Klimahysterie verbreitet, die der \u201enormalen\u201c Reaktion auf Klima und Wetter schadet, stattdessen aber der \u201egr\u00fcnen\u201c Szene und den hinter ihr stehenden \u201egr\u00fcnen\u201c Investoren n\u00fctzt. It\u00b4s capitalism, stupid!<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/aufruhrgebiet.de\/2020\/01\/die-waldbraende-in-australien\/#more-1371\"><em>aufruhrgebiet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 29. Januar 2020<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hanns Graaf \/ Paul Pfundt. Wie in jedem Sommer brennen in Australien W\u00e4lder und Buschland. Das Ausma\u00df der Feuer in diesem Jahr ist besonders gro\u00df. 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