{"id":7290,"date":"2020-03-16T14:51:59","date_gmt":"2020-03-16T12:51:59","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7290"},"modified":"2020-03-16T14:52:00","modified_gmt":"2020-03-16T12:52:00","slug":"das-monster-vor-der-tuer-der-corona-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7290","title":{"rendered":"Das Monster vor der T\u00fcr: Der Corona-Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p>Polizeiaufgebote wie sonst h\u00f6chstens bei irgendwelchen Gipfeltreffen der herrschenden Klasse, geschlossenen Grenzen wie sonst bei Orban, Trump und Konsorten sowie Hausarrest, von Spaniens Sozialdemokraten verh\u00e4ngt. Die Art und Weise, wie die b\u00fcrgerliche<!--more--> Politik auf das Virus reagiert ist mehr als eindeutig: Gehorcht, tut nichts \u2013 au\u00dfer, nat\u00fcrlich, malochen. Worauf wiederum die Gewerkschaftsbewegung ausgesprochen unterschiedlich reagiert \u2013 soziale Bewegungen auch. Die einen legen ihr Hauptaugenmerk \u2013 auf die Wirtschaft, ihr Funktionieren und tun, was sie am liebsten tun: Ihre Existenz qua Zusammenarbeit mit Unternehmen und Regierung rechtfertigen. Die anderen sehen es absolut nicht ein, dass bei der Kapitalverwertung die gro\u00dfe Ausnahme im Notstandsregime gemacht werden soll und fordern Unternehmensschlie\u00dfungen \u2013 oder betreiben sie gleich selbst. Fordern mehr Sicherheit \u2013 und organisieren sie selbst. Kein ganzer Zufall, dass dabei immer wieder (im Auland) bundesdeutsche Unternehmen bestreikt werden, wie zuerst ThyssenKrupp in Italien und jetzt VW im spanischen Navarra \u2013 die scheinen besonders gewohnt daran zu sein, Sonderrechte zu haben. In einem Europa, das aktuell ein Zentrum der Virus-Auswirkungen ist, kommt es auch darauf an, festzuhalten, wer sich an den getroffenen Ma\u00dfnahmen \u201eerfreut\u201c. Unsere umfangreiche (wenn auch bei Weitem nicht vollst\u00e4ndige) und kommentierte Materialsammlung \u201eDas Monster vor der T\u00fcr: Der Corona-Kapitalismus\u201c vom 16. M\u00e4rz 2020 soll ein Beitrag dazu sein, sich zu orientieren \u201ewas jetzt richtig ist\u201c \u2013 und sich nicht dem Notstandsdiktat aus Hilflosigkeit zu ergeben:<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/corona-it.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7291\" width=\"476\" height=\"476\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/corona-it.jpg 200w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/corona-it-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 476px) 100vw, 476px\" \/><\/figure>\n<p><strong>\u201eDas Monster vor der T\u00fcr: Der Corona-Kapitalismus\u201c<\/strong><\/p>\n<p><em>(16. M\u00e4rz 2020)<\/em><\/p>\n<p>Diese Materialsammlung besteht aus verschiedenen Teilen: Sie umfasst sowohl erste kritische Beitr\u00e4ge zur aktuellen Entwicklung eines Notstandsregimes quer durch die Welt, einige der konkreten politischen Ma\u00dfnahmen die dabei getroffen wurden samt ihrer Vorgeschichte, als auch die gewerkschaftlichen Reaktionen darauf \u2013 und die Debatten, die innerhalb und um die Gewerkschaften dabei entstehen oder wieder aufkommen. Und verschiedene Beitr\u00e4ge zu beeinflussten Arbeits- und Lebensbedingungen sowie zum aufkeimenden Widerstand, wie etwa die Streiks gegen zwangsweise verordnete Arbeit oder Versuche solidarischer Selbstorganisation.<\/p>\n<p><strong>Beitr\u00e4ge zu einer kritischen Haltung zu den Bedingungen \u201erund um das Virus\u201c \u2013 und der staatlichen Reaktion darauf<\/strong><\/p>\n<p>Die Beitr\u00e4ge in diesem Teil befassen sich vor allen Dingen mit der Kritik an Notstandsregimes, wie sie aktuell entfaltet werden und deren Vorgeschichte und Voraussetzungen\u00a0 gesellschaftlicher Art<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wildcat-www.de\/aktuell\/a113_monster.html\">\u201eDie kapitalistische Globalisierung l\u00e4sst sich biologisch nicht aufrechterhalten\u201c von Mike Davies am 14. M\u00e4rz 2020 bei Wildcat<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0ist die deutsche \u00dcbersetzung eines zwei Tage zuvor erschienen Beitrags, der sich zwar vor allem mit den konkreten Verh\u00e4ltnissen in den USA befasst, die aber eben nicht so besonders einmalig sind, dass sie sich nicht auch vergleichbar anderswo finden lie\u00dfen. Darin hebt er unter anderem \u2013 nachdem er darauf verwiesen hat, dass bei gro\u00dfen Epidemien immer die Menschen in Armutsregionen besonders betroffen sind \u2013 hervor: \u201e<em>Unter der Grippewelle 2018 z.B. brachen in den ganzen USA die Krankenh\u00e4user zusammen. Damals wurde der schockierende Mangel an Krankenh\u00e4usern nach 20 Jahren profitgetriebener K\u00fcrzungen bei den station\u00e4ren Aufnahmekapazit\u00e4ten deutlich (die Just-in-time-Lagerhaltung im Gesundheitswesen). Die ebenfalls von der Marktlogik getriebenen Schlie\u00dfungen von Privat- und Stiftungskrankenh\u00e4usern und der Pflegekr\u00e4ftemangel hatten verheerende Auswirkungen auf das Gesundheitswesen in \u00e4rmeren und l\u00e4ndlichen Gegenden. Die Last wurde auf unterfinanzierte \u00f6ffentliche Krankenh\u00e4user und Versorgungseinrichtungen f\u00fcr Armeeveteranen abgew\u00e4lzt. Die Notaufnahmen dieser Einrichtungen sind jetzt schon \u00fcberfordert mit saisonalen Infektionen. Wie sollen sie mit der bevorstehenden \u00dcberlastung durch lebensbedrohliche F\u00e4lle fertig werden? (\u2026) Die Altenpflegebranche, die in den USA 2,5 Millionen alte Menschen verwahrt \u2013 die meisten davon Leistungsempf\u00e4nger von\u00a0Medicare\u00a0\u2013, ist schon lange ein nationaler Skandal. Laut\u00a0New York Times\u00a0sterben jedes Jahr 380\u00a0000 Heiminsassen, weil die Heime einfache Infektionen nicht richtig behandeln. Viele Heime \u2013 besonders in den S\u00fcdstaaten \u2013 halten es f\u00fcr billiger, Strafen f\u00fcr Vers\u00e4umnisse in der Pflege zu zahlen, als zus\u00e4tzliches Personal einzustellen und ausreichend zu schulen. Seattle, wo Pflegeheime Zentren des Ausbruches sind, zeigt, dass Dutzende oder vielleicht Hunderte von Pflegeheimen Corona-Virus-Hotspots werden k\u00f6nnten, deren f\u00fcr einen Mindestlohn schuftende Besch\u00e4ftigte die rationale Entscheidung f\u00e4llen werden, zu Hause zu bleiben, um ihre eigenen Familien zu sch\u00fctzen. In diesem Fall k\u00f6nnte das System zusammenbrechen, und wir sollten nicht erwarten, dass die Nationalgarde die Bettpfannen leert. Die Epidemie hat sofort die krasse Klassenspaltung im Gesundheitswesen offengelegt: Diejenigen mit einer guten Krankenversicherung, die auch von zu Hause arbeiten oder lehren k\u00f6nnen, sind bequem isoliert, so lange sie die Vorsichtsma\u00dfnahmen befolgen. Besch\u00e4ftigte im \u00f6ffentlichen Dienst oder andere Gruppen von gewerkschaftlich organisierten ArbeiterInnen mit anst\u00e4ndiger Krankenversicherung werden vor schwierige Entscheidungen zwischen Lohn und Schutz gestellt werden. Gleichzeitig werden Millionen von ArbeiterInnen in Niedriglohn-Dienstleistungen und Landwirtschaft, KontingentarbeiterInnen ohne Krankenversicherung, Arbeitslose und Obdachlose den W\u00f6lfen vorgeworfen. Selbst wenn Washington doch noch das Testfiasko in den Griff bekommt und gen\u00fcgend Testsets zur Verf\u00fcgung stellt, werden die nicht Versicherten immer noch f\u00fcr die Tests bezahlen m\u00fcssen. Die Arztrechnungen werden steigen, und gleichzeitig verlieren Millionen von ArbeiterInnen ihren Job und ihre daran gebundene Krankenversicherung. Kann es ein st\u00e4rkeres, dringenderes Argument f\u00fcr\u00a0Medicare f\u00fcr Alle\u00a0geben? Aber eine allgemeine Krankenversicherung w\u00e4re nur ein erster Schritt. Es ist gelinde gesagt entt\u00e4uschend, dass weder Sanders noch Warren in den Vorwahl-Debatten die Tatsache thematisiert haben, dass die gro\u00dfen Pharmaunternehmen die Erforschung und Entwicklung von neuen Antibiotika und Virostatika an den Nagel geh\u00e4ngt haben. Von den 18 gr\u00f6\u00dften Pharmafirmen haben 15 diesen Bereich v\u00f6llig aufgegeben<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/acta.zone\/giorgio-agamben-coronavirus-etat-dexception\/\">\u201eCoronavirus et \u00e9tat d\u2019exception\u201c von Giorgio Agamben am 26. Februar 2020 bei acta.zone<\/a>\u00a0ist ein Beitrag, der von der Feststellung des italienischen\u00a0<em>Consiglio Nazionale delle Ricerche ausgeht, es gebe keine solche Epidemie in Italien \u2013 und darauf aufbauend eine knappe Argumentation entwickelt, die kritisiert, dass der Ausnahmezustand mit unterschiedlichsten Begr\u00fcndungen und Anl\u00e4ssen, immer mehr zum normalen Regierungsparadigma werde. Die umfassende und eindeutige Militarisierung der Gesellschaft durch die umgehend erlassenen Sonderbestimmungen werde mit ausgesprochen vagen Formulierungen begr\u00fcndet und lasse somit die Option auf weitere Versch\u00e4rfungen offen.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/non.copyriot.com\/das-coronavirus-und-der-ausnahmezustand\/\">\u201eDas Coronavirus und der Ausnahmezustand\u201c am 15. M\u00e4rz 2020 bei non.copyriot<\/a>\u00a0ist die deutsche \u00dcbersetzung (von Sebastian Lotzer) eines Beitrags von Tiqqun von wenigen Tagen zuvor (dessen englische Fassung Grundlage der \u00dcbersetzung war). Darin wird zur Reaktion des Konkurrenzsubjekts auf die Entwicklung fest gehalten:\u00a0<em>\u201e\u2026\u00a0Der andere, nicht weniger beunruhigende Faktor ist der Zustand der Angst, der sich in den letzten Jahren offensichtlich in den K\u00f6pfen der einzelnen Individuen ausgebreitet hat und der sich in ein reales Bed\u00fcrfnis nach kollektiven Panikzust\u00e4nden \u00fcbersetzt, f\u00fcr die die Epidemie wieder den idealen Vorwand bietet. So wird in einem Teufelskreis die von den Regierungen auferlegte Beschr\u00e4nkung der Freiheit im Namen des Wunsches nach Sicherheit akzeptiert, der von eben diesen Regierungen, die jetzt eingreifen, um ihn zu befriedigen, hervorgerufen wurde. Dieses \u201cwirkliche Bed\u00fcrfnis nach kollektiven Panikzust\u00e4nden\u201d ist der Kern des Hobbes\u2019schen Gesellschaftsvertrags. Um vom Naturzustand (der durch den Krieg aller gegen alle charakterisiert ist) zur Zivilgesellschaft (die durch die Abwendung des Krieges aller gegen alle charakterisiert ist) zu gelangen, geht es darum, dank der Vernunft einen Vertrag zu akzeptieren, in dem alle \u201cgewinnen\u201d w\u00fcrden, da die B\u00fcrger, indem sie sich ihm unterwerfen, Sicherheit und Freiheit finden w\u00fcrden, indem sie vom Mythos des Naturzustandes zur K\u00fcnstlichkeit der Zivilgesellschaft \u00fcbergehen. Die Ersetzung einer Fiktion durch eine andere, aber diese Erz\u00e4hlungen haben offensichtlich reale Auswirkungen. Um die Stabilit\u00e4t des Staates zu gew\u00e4hrleisten, muss der F\u00fcrst Angst erzeugen und aufrechterhalten und gleichzeitig den Schutz seiner B\u00fcrger gew\u00e4hrleisten. Mit anderen Worten, es wird garantiert, dass diese nicht gewaltsam sterben (paradigmatischer Tod im Naturzustand nach Hobbes). Es ist daher kein Zufall, dass Hobbes einer der ersten war, der den K\u00f6rper als Metapher f\u00fcr den Staat betrachtete, und er ist heute (nicht umsonst) der meiststudierte Philosoph der Universit\u00e4ten f\u00fcr Politikwissenschaften von Paris bis Melbourne. Von der politischen K\u00f6rperlichkeit bis zum K\u00f6rper eines jeden Menschen verkauft uns\u00a0Newspeak\u00a0die Idee, dass man sich um uns k\u00fcmmert, w\u00e4hrend es zumindest seit den Arbeiten von Canguilhem und Foucault offensichtlich ist, dass der K\u00f6rper das Ziel par excellence der souver\u00e4nen Macht ist.<\/em>..\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/mundschutz-und-maulkorb-vom-doppelcharakter-der-praevention\">\u201eMundschutz und Maulkorb \u2013 Vom Doppelcharakter der Pr\u00e4vention\u201c von G\u00f6tz Eisenberg am 30. Januar 2020 bei Hinter den Schlagzeilen<\/a>\u00a0hatte zu der Zeit noch vor allem die VR China als Gegenstand der Analyse, die unter anderem folgendes enthielt: \u201e\u2026\u00a0<em>Ebola und das Corona-Virus k\u00f6nnten zu unserer Pest werden, zur Pest des globalen Zeitalters. An den Gegenma\u00dfnahmen ist mir die Parallele aufgefallen: das Territorium, auf dem die Krankheit aufgetreten ist, abschlie\u00dfen, die Menschen gegeneinander isolieren, ihre Vermischungen aufdecken und unterbinden, die Kranken und die Noch-nicht-Kranken einer umfassenden Kontrolle unterwerfen. Foucault hat in seinem Buch\u00a0\u00dcberwachen und Strafen\u00a0gezeigt, wie sich in der fr\u00fchen Neuzeit im Kampf gegen die Pest die Disziplinierungsmodelle der Ordnung des Raums und die Techniken der \u00dcberwachung herausbilden, die dann f\u00fcr die Disziplinargesellschaft typisch werden und sich verallgemeinern. (\u2026) All diese von Foucault beschriebenen Praktiken im Umgang mit der Pest finden wir nun aktuell in den Reaktionen auf das neuartige Corona-Virus wieder. In China hat man zun\u00e4chst einmal 18 St\u00e4dte mit zusammen 56 Millionen Einwohnern abgeriegelt und von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten. Menschen werden unter Quarant\u00e4ne gestellt, einen Mundschutz zu tragen wird zur Pflicht erkl\u00e4rt,\u00a0 Stra\u00dfen werden gesperrt, Autos werden an Stra\u00dfensperren angehalten, ihre Insassen einer Kontrolle unterzogen. Zugverkehr und Fl\u00fcge werden eingestellt. Man m\u00f6chte erreichen, dass die Menschen bleiben, wo sie \u201ewohnhaft\u201c sind. Das Wort wohnhaft bekommt einen eigenartigen Doppelsinn. Die Leute sollen sich zu Hause einriegeln. Fernsehbilder zeigen lauter total vermummte Marsmenschen in wei\u00dfen Schutzanz\u00fcgen, die den Kampf gegen das Virus aufnehmen. Riesige Spezialkliniken mit Tausenden von Betten sollen innerhalb von wenigen Tagen aus dem Boden gestampft werden. Peking, Hongkong und Schanghai haben den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Im gesamten \u00f6ffentlichen Verkehr werden Fieber-Messstationen eingerichtet. Das alles geschieht zum Schutz der Bev\u00f6lkerung, all diese Ma\u00dfnahmen dienen der Krankheits-Pr\u00e4vention. Was aber geschieht noch? Man \u00fcbt Praktiken der pr\u00e4ventiven Konterrevolution. Der Virus, um den es letztlich und eigentlich geht, ist der Virus des Aufstands, den die Macht f\u00fcrchtet wie die Pest. Die chinesische Staatsf\u00fchrung f\u00fcrchtet die Ausbreitung des Honkong-Virus, von dem viele Einwohner dieser Stadt seit L\u00e4ngerem befallen sind. Im ganzen Land scheinen sich Unzufriedenheit und Unruhe auszubreiten. Eine prosperierende Wirtschaft l\u00e4sst die fortdauernde Unterdr\u00fcckung und sklavenartige Existenz von Arbeitermassen nicht mehr gerechtfertigt erscheinen, der geradezu obsz\u00f6ne Reichtum Einzelner und korrupter Cliquen l\u00e4sst viele Chinesinnen und Chinesen am kommunistischen Charakter der Gesellschaft zweifeln..<\/em>.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.interventionistische-linke.org\/corona\/dalli-alluntore-packt-den-giftsalber\">\u201e\u00bbDalli all\u2018untore!\u00ab \u2013 \u00bbPackt den Giftsalber!\u00ab\u201c im M\u00e4rz 2020 beim Blog der Interventionistischen Linken<\/a>\u00a0ist die \u00dcbersetzung (von Alex, IL D\u00fcsseldorf) eines Beitrags des Kollektivs Laboratorio Occupato Morion aus Venedig (also einer der ersten Notstandszonen Italiens), worin es hei\u00dft: \u201e\u2026\u00a0<em>Das Coronavirus produziert aus sozialer Sicht zwei scheinbar gegens\u00e4tzliche,vergiftete Fr\u00fcchte. Die erste Frucht ist die weithin gef\u00fcrchtete Psychose, die zweite (aus anthropologischer Sicht besorgniserregendere) ist eine allgemein um sich greifende Selbstdisziplinierung innerhalb einer bereits stark atomisierten und individualisierten Gesellschaft. Es gibt heute eine subtile Grenze zwischen der Aufforderung, Verantwortungsbewusstsein f\u00fcr die kollektive Gesundheit zu zeigen, und der freiwilligen Reduktion jede*r Einzelnen von uns auf eine* individualisierte* Verteidiger*in (auch unbewusst) von Staatsr\u00e4son und nationaler Einigkeit. Tats\u00e4chlich erleben wir eine entmutigende \u00dcberlappung dieser spannungsreichen Pole und der beste Ort dies zu beobachten sind die sozialen Medien. Man k\u00f6nnte sagen, dass es in Wirklichkeit keinen Gegensatz gibt zwischen den Paradigmen der Biomacht und des Ausnahmezustands. Aus einer politischen Perspektive betrachtet k\u00f6nnen wir nicht \u00fcbersehen, wie die Aufforderung, die kollektive Verantwortung f\u00fcr die Verlangsamung der Infektionsrate durch Isolation zu \u00fcbernehmen, tats\u00e4chlich als selbstdisziplinierende Biomacht fungiert, in perfekter Harmonie mit dem Ausnahmezustand, der uns vor ein paar Tagen im Stil einer italienischen Farce auferlegt wurde. Es ist jedoch eine Farce, die uns ein St\u00fcck weit weniger frei zur\u00fcckl\u00e4sst als zuvor. W\u00e4hrend zu Zeiten der Schands\u00e4ule, der Pest noch mit organisierten religi\u00f6sen Prozessionen zum Zweck der Erl\u00f6sung begegnet wurde, wissen wir heute, dass \u00f6ffentliche Versammlungen gef\u00e4hrlich sind. Eine Sache hat sich jedoch nicht ge\u00e4ndert, die h\u00e4ssliche Gewohnheit der Multitude auf die Giftsalber zu zeigen. Im 17. Jahrhundert \u00fcbernahm mit Unterst\u00fctzung der Herrschenden die Gemeinschaft der Prozessionsteilnehmer*innen diese Aufgabe, heute wird sie auf die digitale Sph\u00e4re \u00fcbertragen. Und die digitale Community ist ein nicht so bedeutungsleerer Ausdruck, wie wir manchmal geneigt sind anzunehmen. Also auf geht\u2018s! \u201cPackt den Giftsalber!\u201c Packt diejenigen, die sich treffen, die diskutieren, die sich zusammen mit anderen nicht paralysieren lassen vom Terror. In dieser Erz\u00e4hlung wird der voraussichtliche Zusammenbruch des \u00f6ffentlichen Gesundheitssystems in Italien vollst\u00e4ndig der Figur des Deserteurs zugeschrieben. In Zeiten, in denen sich die institutionelle Sprache militarisiert, ist der Verr\u00e4ter nicht derjenige, der die Bev\u00f6lkerung entwaffnet, die Luft jahrzehntelang verschmutzt, die \u00f6ffentliche Gesundheit geschw\u00e4cht hat, sondern derjenige, der die politischen Tatsachen hinter dem medizinischen Dispositiv beleuchtet, und der versucht andere Formen gemeinschaftlichen Lebens inmitten der Krise zu finden<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><strong>Die im konkreten etwas verschiedenen Ma\u00dfnahmen der Regierungen verschiedener L\u00e4nder zur Einsetzung des Notstandsregimes und ihr Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>Wozu auch \u2013 einleitend \u2013 ein paar besonders krasse F\u00e4lle der Kategorie \u201edurchsichtig\u201c geh\u00f6ren und ebenfalls einige wenige Verweise auf die \u00f6konomischen Verursacher und auch Profiteure aktueller Knappheit<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/HaitiInfoProj\/status\/1239290561443463169\">\u201eHaiti\u2019s borders closed &amp; protests banned due 2 CORONAVIRUS\u201c am 15. M\u00e4rz 2020 beim Haiti Info Project<\/a>\u00a0(Twitter) berichtet von der vielleicht durchsichtigsten Ma\u00dfnahme, die eine Regierung unter dem Vorwand des Virus getroffen hat: Der Pr\u00e4sident Haitis (der noch 3 W\u00e4hler hat: Die USA, die EU und jene Bande, die von der Korruption profitiert) l\u00e4sst die Grenzen schlie\u00dfen und \u2013 Demonstrationen verbieten\u2026 ein Virus, der das (politische) \u00dcberleben retten soll\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/anfdeutsch.com\/aktuelles\/corona-krise-libanon-schliesst-seine-grenze-zu-syrien-17885\">\u201eCorona-Krise: Libanon schlie\u00dft seine Grenze zu Syrien\u201c am 14. M\u00e4rz 2020 bei der ANF<\/a>\u00a0meldet eine weitere Ma\u00dfnahme in der Qualit\u00e4t wie auf Haiti: \u201e\u2026\u00a0<em>Der Libanon macht Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus seine Grenzen zu Syrien dicht. Die Grenzschlie\u00dfung beginnt kommenden Montag und ist Teil eines Ma\u00dfnahmenpakets, das die libanesische Regierung am Freitag nach einer Krisensitzung mit Vertreter*innen internationaler Hilfsorganisationen beschlossen hat. F\u00fcr Staatsb\u00fcrger*innen, die sich im Ausland aufhalten, soll es jedoch m\u00f6glich sein, in das Land zur\u00fcckzukehren. Im Libanon gibt es nach Angaben des Roten Kreuzes offiziell bislang drei best\u00e4tigte Todesf\u00e4lle und 77 Coronavirus-Infektionen. Das Land pflegt enge Kontakte zum Iran, der von dem Sars-CoV-2 genannten Virus stark betroffen ist<\/em>\u2026\u201c \u2013 mit umwerfender Logik: Wegen Iran \u2013 Syrien\u2026und (vielleicht) ein Problem weniger, da sich die Ausbeutung der Fl\u00fcchtlinge in der eigenen Krise nicht mehr so richtig lohnt\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sendika63.org\/2020\/03\/turkish-police-capture-and-detain-two-journalists-who-dared-report-on-coronavirus-580112\/\">\u201eTurkish police capture and detain two journalists who dared report on coronavirus\u201c am 14. M\u00e4rz 2020 bei Sendika.org<\/a>\u00a0berichtet, dass die t\u00fcrkische Regierung eine uralte Politik gegen \u00dcberbringer von Nachrichten fortsetzt: Es gibt keinen Virus hier. Und wer dar\u00fcber berichtet, ist vermutlich Terrorist \u2013 und wird eben festgenommen, wie es laut dieser Meldung zwei Journalisten aus Antalya passiert ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Grenzschliessung-wegen-Coronavirus\/!5668563\/\">\u201eAls vereintes Europa gegen Corona\u201c von Anja Kr\u00fcger am 15. M\u00e4rz 2020 in der taz online<\/a>\u00a0kommentiert die neuen innereurop\u00e4ischen Grenzziehungen auf \u2013 unter anderem \u2013 d\u00e4nisch-sozialdemokratische Initiative und weist immerhin darauf hin, wer sich dar\u00fcber freuen mag: \u201e\u2026\u00a0<em>Viel wird auch davon abh\u00e4ngen, wie die Krise bew\u00e4ltigt wird. Doch dass die R\u00fcckkehr ins Na\u00adtio\u00adnale einmal rasch und rigide vollzogen wurde, wird bei GegnerInnen der europ\u00e4ischen Vereinigung Begehrlichkeiten wecken. Was einmal geht, geht immer wieder. Deshalb m\u00fcssen die Regierungen in den EU-Staaten und die EU-Kommission jetzt Signale gegen nationale Egoismen senden. Das ist so wichtig wie nie zuvor in der Geschichte der europ\u00e4ischen Gemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Die deutsche Regierung ist mit ihrem Exportverbot von Corona-Schutzmitteln auch in die europ\u00e4ischen Nachbarstaaten genau gegens\u00e4tzlich vorgegangen. So etwas darf sich nicht wiederholen. Gerade die Pandemie zeigt, wie wichtig ein vereintes Europa ist, in dem die gleichen Standards gelten und in dem Schutzma\u00dfnahmen grenz\u00fcberschreitend und mit Blick auf die Auswirkungen in allen L\u00e4ndern veranlasst werden<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Ganz-Spanien-im-merkwuerdigen-Alarmzustand-4683104.html\">\u201eGanz Spanien im merkw\u00fcrdigen \u201cAlarmzustand\u201d\u201c von Ralf Streck am 15. M\u00e4rz 2020 bei telepolis<\/a>\u00a0berichtet \u00fcber die ersten Auswirkungen der Regierungsdekrete: \u201e\u2026\u00a0<em>Nun sollen viele Menschen in Spanien zuhause bleiben. So will es nun die spanische Regierung. Schon am Freitag gegen 15 Uhr hatte der Regierungschef Pedro S\u00e1nchez den \u201cAlarmzustand\u201d angek\u00fcndigt, allerdings brauchte seine Regierung noch einmal 30 Stunden, um ihn real zu verk\u00fcnden und um konkrete Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. Erst am Samstag gegen 20 Uhr verk\u00fcndete sie der spanische Regierungschef. Weitere 30 Stunden waren sinnlos verstrichen, fast acht Stunden war zwischenzeitlich im Kabinett \u00fcber das Vorgehen gestritten worden. Und auch mit dem Alarmzustand wurde Madrid, das sich zu einem der gr\u00f6\u00dften Infektionsherde weltweit entwickelt hat, nicht abgeriegelt. Von den bisher gez\u00e4hlten 289 Toten findet sich mit 213 die \u00fcberwiegende Mehrheit in der Hauptstadt. Dort ist auch etwa die H\u00e4lfte aller offiziell mit dem Covid-19 infizierten Personen (derzeit fast 7500) registriert worden. Doch statt am Freitag Madrid zu sperren, gab es lange Staus auf den Ausfallstra\u00dfen der Hauptstadt in Richtung Andalusien und Valencia, zahllose Menschen verlie\u00dfen fluchtartig die Hauptstadt. Allen mit \u201cgutem Beispiel\u201d voran der ehemalige rechte Regierungschef Jos\u00e9 Mar\u00eda Aznar und seine Ehefrau. Auch sie fuhren in ihr Ferienhaus in Marbella. Aber an den K\u00fcsten von Valencia, Murcia und Andalusien waren die Hauptst\u00e4dter alles andere als willkommen. Zum Teil bauten dort Einwohner Barrikaden. Sie f\u00fcrchten, dass dar\u00fcber das Virus aus Madrid importiert wird, sie das Gesundheitssystem \u00fcberlasten und Superm\u00e4rkte leerkaufen. Die Madrider verst\u00fcnden die Quarant\u00e4ne offenbar als eine Art Urlaub, hie\u00df es im S\u00fcden emp\u00f6rt. Es war ein unverantwortliches Vorgehen der sozialdemokratischen Regierung zuzulassen, dass aus dem gr\u00f6\u00dften Infektionsherd im Land das Virus in alle Landesteile getragen werden kann. Telepolis hatte schon vor zwei Wochen festgestellt, dass das Virus im Land au\u00dfer Kontrolle ist. Reagiert hatte die spanische Regierung in der gesamten Zeit nicht. Ihr Vorgehen bewegte sich auf einem \u00e4hnlichen Niveau wie das der rechten Regionalregierung Madrids.<\/em>..\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.antiimperialista.org\/de\/content\/vorsicht-ausnahmezustand\">\u201eVorsicht Ausnahmezustand\u201c am 15. M\u00e4rz 2020 beim Antiimperialistischen Lager<\/a>\u00a0zu den \u00f6sterreichischen Notstandsma\u00dfnahmen der Kurz und Anh\u00e4ngsel: \u201e\u2026\u00a0<em>Sehr schnell ist es gegangen, dass auch in \u00d6sterreich der Corona-Ausnahmezustand verh\u00e4ngt wurde. Denn zun\u00e4chst dachte man, dass es wieder ein chinesisches oder asiatisches Problem sei. Doch dann kam die Sache mit der italienischen Krise bedrohlich nahe. Und die plakative \u00dcberforderung des lombardischen Gesundheitssystems scheint auch der Ausl\u00f6ser daf\u00fcr gewesen zu sein, dass die \u00f6sterreichische Regierung zu so radikalen Ma\u00dfnahmen griff. F\u00fcr das erste scheint die Bev\u00f6lkerung das zu akzeptieren und die Popularit\u00e4tswerte von Schwarzgr\u00fcn werden wahrscheinlich ansteigen. Die fast schon unter den t\u00fcrkisen R\u00e4dern befindlichen Gr\u00fcnen k\u00f6nnen jetzt vom Zusammenr\u00fccken und Solidarit\u00e4t reden \u2013 hinter Eliten, die drei Jahrzehnte neoliberalen Kahlschlag betrieben haben und die gesellschaftliche Solidarit\u00e4t zerst\u00f6rten. Auch wenn Ma\u00dfnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung von SARS II sicher notwendig sind, darf nicht vergessen werden, dass diese Eliten daf\u00fcr verantwortlich sind, dass unser Gesundheitssystem ausged\u00fcnnt wurde. Mehr noch, es gibt keinen Anlass anzunehmen, dass sie nicht versuchen werden ihre neoliberale Agenda mittels der Notma\u00dfnahmen fortzusetzen. Und dagegen ist Vorsicht und auch Widerstand geboten. Am Anfang zerrissen sich die Medien noch das Maul \u00fcber China, wo die B\u00fcrokratie den Ausbruch zu vertuschen suchte und zumindest einer der warnenden \u00c4rzte dann tragisch selbst an der Krankheit verstarb. Die Herrschaft der bei den Neoliberalen so verhassten, weil so erfolgreichen staatskapitalistischen Kommunisten sei bedroht. Doch dann warf Peking das Ruder herum, setzte dutzende Millionen unter radikale Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen und lies die Bagger anr\u00fcckten, die innerhalb weniger Tage Notspit\u00e4ler aus dem Boden stampften. Es wurde stiller im westlichen Mainstream und man faselte, dass in der \u201eoffenen Gesellschaft\u201c solche Ma\u00dfnahmen nicht m\u00f6glich seien. Und China m\u00fcsse das mit einer wirtschaftlichen Redimensionierung seiner Rolle in der Welt bezahlen. Als dann die Neuinfektionen tats\u00e4chlich zur\u00fcckgingen, w\u00e4hrend in Europa die Panik ausbrach, erscheint das chinesische Modell sogar als Vorbild. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Dabei muss man sagen, dass es auch andere M\u00f6glichkeiten gibt. Singapur und Taiwan schafften es mit rigorosen polizeistaatlichen Ma\u00dfnahmen, die initiale Verbreitung zu unterbinden. S\u00fcdkorea gelang dies nicht, aber durch die staatlich organisierte Testung und ein funktionsf\u00e4higes Gesundheitswesen konnte die Ausbreitungskurve gesenkt werden, ohne die zerr\u00fcttenden chinesischen Ma\u00dfnahmen. Virusmutationen scheinen ein Naturph\u00e4nomen zu sein, aber zum Problem werden sie durch mangelnde Vorbereitung der Gesellschaft. Und das h\u00e4ngt vor allem mit dem neoliberalen Kahlschlag in Europa und USA zusammen\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/aktuell\/a112_socialcontagion.html\">\u201eMikrobiologischer Klassenkampf in China\u201c am 10. M\u00e4rz 2020 bei Wildcat<\/a>\u00a0ist eine \u00dcbersetzung aus der China-Zeitschrift Chuang \u00fcber das inzwischen nahezu exemplarische Vorgehen der chinesischen Regierung:<em>\u00a0\u201e\u2026 Denn offenbar ist, dass die Leute trotz der Regierungsappelle zum Abstandhalten bald gezwungen sein werden, sich zu \u00bbversammeln\u00ab, um sich der Produktion zu widmen. Den letzten Sch\u00e4tzungen zufolge wird die Epidemie Chinas Wirtschaftswachstum auf f\u00fcnf Prozent verlangsamen, unterhalb der bereits alarmierenden Wachstumsziffer von sechs Prozent im vergangenen Jahr, der niedrigsten in drei Jahrzehnten. Einige Analysten haben prognostiziert, das Wachstum im ersten Quartal k\u00f6nnte auf vier Prozent oder noch tiefer sinken, und es k\u00f6nnte hieraus eine weltweite Rezession entstehen. Eine bislang undenkbare Frage wurde gestellt: Was kommt eigentlich auf die Weltwirtschaft zu, wenn der chinesische Hochofen erkaltet? In China selbst ist der Verlauf dieser Ereignisse schwer vorauszusagen, doch hat der Augenblick bereits einen raren Prozess des gemeinschaftlichen Fragens und der Besinnung auf die Gesellschaft ausgel\u00f6st. Die Epidemie hat (nach den vorsichtigsten Sch\u00e4tzungen) nahezu 80 000 Menschen direkt infiziert. Doch 1,4 Milliarden hat sie einen Schock vermittelt, der ihren Alltag unter dem Kapitalismus grell beleuchtete und sie in einem Augenblick der Verunsicherung zur Selbstbesinnung zwang. Zeitgleich stellten sich Alle eine Reihe tiefgreifender Fragen: Was wird mit mir? Mit meinen Kindern, meiner Familie, meinen Freunden? Wird es f\u00fcr uns genug zu essen geben? Wird mein Einkommen gezahlt? Wird mein Gesch\u00e4ft sich rentieren? Wer tr\u00e4gt hier f\u00fcr alles die Verantwortung? Auf ungewohnte Weise entspricht die Einzelerfahrung der eines Massenstreiks \u2013 aber eines solchen, der in seiner nicht-spontanen, von oben verordneten und insbesondere unfreiwilligen Total-Atomisierung die Grundr\u00e4tsel unserer strangulierten politischen Gegenwart ebenso klar hervortreten l\u00e4sst, wie die Massenstreiks des letzten Jahrhunderts die Widerspr\u00fcche ihrer \u00c4ra erhellten. Die \u00bbQuarant\u00e4ne\u00ab erscheint somit wie ein Streik, der seiner gemeinschaftsbezogenen Charakteristika beraubt aber gleichwohl geeignet ist, sowohl der Psyche als auch der Volkswirtschaft einen tiefgreifenden Schock zu versetzen. Schon dieser Umstand allein macht sie bedenkenswert. (\u2026) Gleichzeitig ist die Qualit\u00e4t der Produkte auf den einheimischen M\u00e4rkten oft gef\u00e4hrlich schlecht. Seit Jahrzehnten produziert die chinesische Industrie hochwertige Exporte, die nach den h\u00f6chsten globalen Standards f\u00fcr den Weltmarkt hergestellt werden. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise fertige Ger\u00e4te wie iPhones, aber auch Zulieferteile wie Computerchips. Die Waren jedoch, die f\u00fcr den Verbrauch auf dem heimischen Markt vorgesehen sind, sind von miserabler Qualit\u00e4t und rufen regelm\u00e4\u00dfig Skandale sowie tiefes \u00f6ffentliches Misstrauen hervor. Die vielen F\u00e4lle sind ein deutliches Echo auf Sinclairs \u00bbDer Dschungel\u00ab und andere Geschichten aus dem Amerika des Vergoldeten Zeitalters<\/em><a href=\"https:\/\/www.wildcat-www.de\/aktuell\/a112_socialcontagion.html#fn12\"><em>12<\/em><\/a><em>. Der gr\u00f6\u00dfte Fall aus j\u00fcngster Zeit, der Melamin-Milch-Skandal von 2008, hinterlie\u00df ein Dutzend tote und Zehntausende kranker, in Krankenh\u00e4user eingewiesene Kinder (obwohl m\u00f6glicherweise Hunderttausende davon betroffen waren). Seitdem ersch\u00fctterten eine Reihe von Skandalen die \u00d6ffentlichkeit: 2011, als in Restaurants im ganzen Land Abfall-\u00d6l aus Fettabscheidern gefunden wurde, oder 2018, als fehlerhafte Impfstoffe mehrere Kinder t\u00f6teten, und dann ein Jahr sp\u00e4ter, als Dutzende ins Krankenhaus eingeliefert wurden, weil gef\u00e4lschte Impfstoffe gegen humane Papillomviren verabreicht worden waren. Weniger krasse Geschichten passieren noch viel h\u00e4ufiger und bilden eine vertraute Kulisse f\u00fcr jeden, der in China lebt: aus Kostengr\u00fcnden mit Seife verschnittene T\u00fctensuppen; Unternehmer, die an mysteri\u00f6sen Ursachen verendete Schweine in Nachbard\u00f6rfer verkaufen; detaillierte Klatschgeschichten dar\u00fcber, in welchen Imbissen man am ehesten krank wird. Bevor das Land St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ins kapitalistische Weltsystem integriert wurde, wurden Dienste wie die Gesundheitsversorgung in China \u00fcber das\u00a0danwei-System betrieblicher Sozialleistungen (vor allem in den St\u00e4dten) oder von lokalen Gesundheitszentren mit ihren zahlreichen \u00bbBarfu\u00dfmedizinern\u00ab (vor allem, aber nicht nur auf dem Land) kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Erfolge der sozialistischen Gesundheitsf\u00fcrsorge wie auch die Erfolge im Bereich der Bildung und Alphabetisierung waren so gro\u00df, dass selbst die sch\u00e4rfsten Kritiker des Landes sie anerkennen mussten. Die Wurmerkrankung Schistosomiasis, die das Land jahrhundertelang geplagt hat, war in Kernchina praktisch vollst\u00e4ndig ausgemerzt, und kam mit Nachdruck zur\u00fcck, als das sozialistische Gesundheitssystem abgebaut wurde. Die Kindersterblichkeit ging stark zur\u00fcck, und trotz der mit dem \u00bbGro\u00dfen Sprung nach vorn\u00ab verbundenen Hungersnot stieg die Lebenserwartung zwischen 1950 und den fr\u00fchen 1980er Jahren von 45 auf 68 Jahre. Impfungen und allgemeine Hygienema\u00dfnahmen setzten sich durch, grundlegende Informationen \u00fcber Ern\u00e4hrung und Gesundheit sowie der Zugang zu elementaren Medikamenten waren kostenlos und f\u00fcr alle zug\u00e4nglich. Gleichzeitig vermittelten die Barfu\u00df-Mediziner einem gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung grundlegendes, wenn auch begrenztes medizinisches Wissen; sie trugen so zum Aufbau eines robusten, von unten nach oben aufgebauten Gesundheitssystems unter Bedingungen materieller Armut bei. Wir sollten nicht vergessen, dass China damals pro Kopf \u00e4rmer war als das durchschnittliche Land im subsaharischen Afrika heute. Seitdem haben Nachl\u00e4ssigkeit und Privatisierung dieses System erheblich verschlechtert, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als die rasche Verst\u00e4dterung und die unregulierte industrielle Produktion von Haushaltsgegenst\u00e4nden und Lebensmitteln eine umfassende Gesundheitsf\u00fcrsorge erst recht notwendig gemacht h\u00e4tten \u2013 ganz zu schweigen von Lebensmittel-, Drogen- und Sicherheitsvorschriften. Heute gibt China nach Angaben der WHO 323 USD pro Kopf f\u00fcr \u00f6ffentliche Gesundheitsversorgung aus. Diese Zahl ist selbst im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern mit \u00bboberem mittlerem Einkommen\u00ab niedrig: ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte von dem, was Brasilien, Belarus und Bulgarien ausgeben..<\/em>.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Coronavirus-Dabeisein-ist-Alles-4683015.html\">\u201eCoronavirus: Dabeisein ist Alles\u201c von Wassilis Aswestopoulos am 15. M\u00e4rz 2020 bei telepolis<\/a>\u00a0berichtet \u00fcber die grellen Widerspr\u00fcche zur offiziellen \u201eBleibt zuhause\u201c Politik in Griechenland unter anderem: \u201e\u2026\u00a0<em>Der Brauch, das Feuer in Olympia zu entz\u00fcnden und danach mit einer Fackelstafette zum Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit zu bringen, von wo es dann vom jeweiligen Veranstalter abgeholt wird, geht auf eine Idee f\u00fcr die Spiele von 1936 zur\u00fcck. Eine Abschaffung dieser durchaus negativ belasteten Tradition h\u00e4tte in Zeiten von Corona durchaus begr\u00fcndet werden k\u00f6nnen. Das Nationale Olympische Komitee entschied anders. Es begrenzte die Ehreng\u00e4ste bei der Zeremonie der Entz\u00fcndung des Feuers und lie\u00df dann den Schauspieler Gerard Butler als einen der ersten L\u00e4ufer nach Sparta antreten. (\u2026) Nachdem die Show um Butler vorbei war, entdeckte das NOK Griechenlands, dass die Menschenansammlung beim Staffellauf keine sehr gute Idee war. So wurde kurzerhand der Lauf der \u00fcbrigen Staffelteilnehmer \u201caus Verantwortung f\u00fcr die Gesundheit der B\u00fcrger\u201d abgesagt. Noch nicht abgesagt sind die religi\u00f6sen Veranstaltungen im Land. Die Heilige Synode der griechischen Kirche m\u00f6chte am Montag tagen, um \u00fcber die Situation rund um das Virus und die Pandemie zu diskutieren. Bis dahin gilt noch der letzte Entscheid der Synode, dass ein Kirchenbesuch samt Eucharistie f\u00fcr Gl\u00e4ubige vollkommen ungef\u00e4hrlich ist. Nur im Kleingedruckten bemerkt die Synode, dass alte und vorerkrankte Menschen auch zuhause bleiben k\u00f6nnten. Die Kirche diskutiert auch Open Air Messen, bei denen zahlreichen Bisch\u00f6fen zufolge das gemeinsame Abendmahl aus einem Kelch und mit einem L\u00f6ffel f\u00fcr alle nicht ansteckend sein soll. Zudem k\u00fcssen die Gl\u00e4ubigen traditionell die Ikonen in ihren Kirchen, eine Tradition, die jedem Epidemiologen die Schwei\u00dfperlen auf die Stirn treiben m\u00fcsste. Dennoch finden sich gl\u00e4ubige \u00c4rzte und Epidemiologen, welche auch dies als ungef\u00e4hrlich darstellen. Das gesetzlich verordnete Versammlungsverbot gilt offenbar nicht f\u00fcr die Kirchen. Die Macht der Kirche ist so gro\u00df, dass bei einschl\u00e4gigen Fernsehdiskussionen zum Thema Kirchenvertreter ihre Version der Epidemie-Vorsorge pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen und \u00c4rzten als gleichwertige Experten gegen\u00fcber gestellt werden.<\/em>..\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Coronavirus-Pandemie-in-den-USA\/!5671727\/\">\u201eDie USA sind schlecht vorbereitet\u201c von Dorothea Hahn am 15. M\u00e4rz 2020 in der taz online<\/a>\u00a0zur Situation in den USA nachdem Trump seine bisherige Leugnung zugunsten eines Notstandsprogramms aufgegeben hatte: \u201e\u2026\u00a0<em>Nach Angaben der American Hospital Association hat das 320-Millionen-EinwohnerInnen-Land nur insgesamt 924.107 Krankenhausbetten. Davon befinden sich 97.776 auf Intensivstationen. Doch die meisten dieser Betten sind auch ohne Pandemie bereits belegt. Und in Jahren mit starken Grippewellen mussten die Krankenh\u00e4user Zelte aufbauen, um \u00fcberhaupt alle PatientInnen behandeln zu k\u00f6nnen. Jetzt bef\u00fcrchten die GesundheitsexpertInnen, dass die Intensivstationen auf dem H\u00f6hepunkt der Coronakrise aus allen N\u00e4hten platzen werden. Es mangelt zudem dramatisch an medizinischem Personal. In New York beklagt Lisa Baum von der Krankenschwestergewerkschaft Nurses Union eine \u201eextreme Unterbesetzung\u201c. Solche Klagen von GewerkschafterInnen kommen auch aus anderen Teilen der USA. Bis Samstagabend testeten die USA 2.726 Personen positiv. 55 Menschen sind bis zum selben Zeitpunkt an dem Virus gestorben. Der Bundesstaat Washington an der Westk\u00fcste ist mit 572 Infizierten und 40 Toten der bislang am st\u00e4rksten betroffene, dicht gefolgt vom Bundesstaat New York mit 525 Infizierten und zwei Toten sowie Kalifornien mit 340 F\u00e4llen und f\u00fcnf Toten. Unter den Infizierten sind unter anderem ein Pilot von American Airlines und zwei Abgeordnete der New Yorker State Assembly. (\u2026) Aber in dem gr\u00f6\u00dften Schulbezirk, in New York City mit 1,1 Millionen Kindern an \u00f6ffentlichen Schulen, blieben die Schulen weiterhin offen. B\u00fcrgermeister Bill de Blasio rechtfertigt sein Festhalten an offenen \u00f6ffentlichen Schulen \u2013 in der Stadt mit am Samstag 183 Coronavirusinfizierten \u2013 unter anderem damit, dass ein gro\u00dfer Teil der Sch\u00fcler auf die Schulmahlzeiten angewiesen ist. Er erkl\u00e4rte au\u00dferdem, dass sowohl Krankenh\u00e4user und Labors und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens als auch die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel \u2013 insbesondere die Subway \u2013 nicht mehr gen\u00fcgend Personal h\u00e4tten, wenn die Eltern von Schulkindern zu Hause bleiben m\u00fcssten, um sich um ihre Kinder zu k\u00fcmmern. Doch immer mehr Eltern in New York City behalten ihre Kinder schon jetzt zu Hause, um sie vor Ansteckungen zu sch\u00fctzen. Und die LehrerInnen-Gewerkschaft New York Teachers Union droht dem B\u00fcrgermeister mit einem Streik am Wochenanfang, falls er die Schulen nicht schlie\u00dft<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/international\/trump-cuts-programs-responsible-for-fighting-coronavirus-2020-2\/?r=US&amp;IR=T\">\u201eTrump spent the past 2 years slashing the government agencies responsible for handling the coronavirus outbreak\u201c von Sonam Sheth und Gina Heeb am 25. Februar 2020 beim Business Insider<\/a>\u00a0berichtet von der Politik der Trump-Regierung gegen\u00fcber den Centers for Disease Control and Prevention \u2013 die aus einer kontinuierlichen Reduzierung der f\u00fcr diese bereit gestellten Gelder bestand, was dazu f\u00fchrte, dass die CDC beispielsweise eine ganze von Laboren hat, die nicht mehr in vollem Umfang funktionieren\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/independentmediainstitute.org\/publisher-portal\/?article_id=5141\">\u201eHeadline: Donald Trump Is Using the Coronavirus Crisis to Attack Social Security\u201c von Nancy J. Altman am 11. M\u00e4rz 2020 beim Independent Media Institute<\/a>\u00a0ist ein Beitrag, in dem deutlich gemacht werden soll, dass verschiedene von Trumps konkreten Ma\u00dfnahmen sozialpolitischer Art, hier vor allem die eingef\u00fchrte M\u00f6glichkeit \u2013 bisher zeitweise \u2013 Sozialabgaben zu reduzieren in ihrer langfristigen Wirkung einen weiteren Abbau des ohnehin nicht besonders ausgebauten Sozialsystems der USA bedeuten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unison.org.uk\/news\/press-release\/2020\/03\/legacy-government-austerity-cuts-hygiene-nightmare-coronavirus-crisis-says-unison\/\">\u201eLegacy of government austerity cuts is a hygiene nightmare during coronavirus crisis\u201c am 04. M\u00e4rz 2020 bei Unison<\/a>\u00a0ist eine entsprechende Bilanzierung der Haushaltspolitik der Regierung Gro\u00dfbritanniens \u2013 also der Auswirkungen der Kahlschlagpolitik und Privatisierung der Neoliberalen im Gesundheitswesen bis hin zur heutigen eindeutigen \u00dcberforderung dieses Systems.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.repubblica.it\/salute\/2020\/03\/05\/news\/coronavirus_lo_studio_in_10_anni_-37_miliardi_alla_sanita_italiana-250314358\/\">\u201eCoronavirus, lo studio: in un decennio 37 miliardi in meno alla sanit\u00e0 italiana\u201c am 05. M\u00e4rz 2020 bei La Reppublica<\/a>\u00a0meldet zu einer Studie \u00fcber die Entwicklung des Gesundheitssystems in Italien in den letzten zehn Jahren deren grundlegende Zahlen: Zehn Jahre lang stiegen die Ausgaben f\u00fcr das Gesundheitswesen \u2013 immer unterhalb der Inflationsrate. Was 10.000 Betten weniger bedeutet und 397 geschlossene Abteilungen, sowie die Schlie\u00dfung zahlreicher kleinerer Hospit\u00e4ler auf dem Lande\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/coronavirus-gefahren-ursachen-loesungen\/?fbclid=IwAR1MKmYAJCQr1j20DEnEJN07PLHZU1X57yfV4IIttIT-cOpRV_o-sNaIYtE\">\u201eCoronavirus: \u00bbDie Agrarindustrie w\u00fcrde Millionen Tote riskieren.\u00ab\u201c\u00a0 am 11. M\u00e4rz 2020 bei marx21.de<\/a>\u00a0ist ein Interview (bzw. seine \u00dcbersetzung) von Yaak Pabst mit dem Evolutionsbiologen Rob Wallace \u00fcber die Gefahren von Covid-19, die Verantwortung der Agrarindustrie und nachhaltige L\u00f6sungen zur Bek\u00e4mpfung von Infektionskrankheiten. Darin unterstreicht Wallace unter anderem: \u201e\u2026\u00a0<em>Die Nutzung der Coronakrise, um die neuesten autokratischen Kontrollm\u00f6glichkeiten zu testen, ist ein Kennzeichen des aus den Fugen geratenen Katastrophenkapitalismus. Im Hinblick auf die \u00f6ffentliche Gesundheit halte ich mich lieber an Vertrauen und Mitgef\u00fchl, die wichtige Variablen bei einer Epidemie sind. \u00a0Ohne beides verlieren die Regierungen die Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung. Wir brauchen ein Gef\u00fchl der Solidarit\u00e4t und des gegenseitigen Respekts, um solche Bedrohungen gemeinsam zu \u00fcberstehen. Selbstquarant\u00e4ne mit geeigneter Unterst\u00fctzung, ausgebildete Nachbarschaftshilfe, Lebensmittelwagen, die von T\u00fcr zu T\u00fcr fahren, Arbeitsbefreiung und Arbeitslosenversicherung \u2013 damit kann diese Art von Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl erzeugt werden, das wir ben\u00f6tigen. Reiseverbot und Grenzschlie\u00dfung sind Forderungen, mit denen die radikale Rechte eine \u00bbRassifizierung\u00ab der inzwischen globalen Krankheiten erreichen will. Das ist nat\u00fcrlich Unsinn. Da sich das Virus bereits \u00fcberall verbreitet, ist jetzt das einzig Sinnvolle daf\u00fcr zu sorgen, dass das \u00f6ffentliche Gesundheitswesen so belastbar wird, dass es keine Rolle spielt, wer mit einer Infektion auftaucht. Wir haben die Mittel, um Infektionen zu behandeln und zu heilen. Und nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir aufh\u00f6ren, den Menschen in anderen L\u00e4ndern ihr Land zu stehlen und die Massenauswanderung damit \u00fcberhaupt erst weiter anzufachen. Wir k\u00f6nnen daf\u00fcr sorgen, dass die Krankheitserreger gar nicht erst entstehen. Um das Ausbrechen neuer Virusinfektionen einzuschr\u00e4nken, muss die Nahrungsmittelproduktion radikal ver\u00e4ndert werden. Die Unabh\u00e4ngigkeit der Landwirte und ein starker \u00f6ffentlicher Sektor k\u00f6nnen den umweltbedingten Sperrklinkeneffekt und unkontrollierte Infektionen eind\u00e4mmen. Dazu geh\u00f6rt auch die F\u00f6rderung der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen und einer strategischen Wiederaufforstung, sowohl auf der Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe, als auch regional. Tiere m\u00fcssen sich vor Ort fortpflanzen d\u00fcrfen, um Immunit\u00e4tsmechanismen weiterzugeben. Es geht darum, eine gerechte Produktion mit einem gerechten Warenkreislauf zu verbinden. Dazu geh\u00f6rt auch die Subventionierung der \u00f6kologischen Landwirtschaft und der Verkaufspreise sowie Programme f\u00fcr Verbraucher. Diese Projekte m\u00fcssen vor den Zw\u00e4ngen, die die neoliberale Wirtschaft Einzelpersonen und Gemeinschaften gleicherma\u00dfen auferlegt, gesch\u00fctzt und gegen die Bedrohung durch die vom Kapital geleitete staatliche Unterdr\u00fcckung verteidigt werden<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.elsaltodiario.com\/coronavirus\/ratas-fondos-buitres-alimentan-crisis-covid19\">\u201eLas ratas y buitres que se alimentan de la crisis del coronavirus\u201c von Yago \u00c1lvarez Barba am 15. M\u00e4rz 2020 bei El Salto Diario<\/a>\u00a0schlie\u00dflich ist ein Beitrag, der sich mit der ganz aktuellen Spekulationswelle befasst, die versucht, aus m\u00f6glichen Konkursen spanischer Unternehmen Geld zu schlagen, wobei in erster Linie die entsprechenden Aktivit\u00e4ten des Bridgewater-Fonds berichtet werden, aber auch von anderen konkurrierenden Banden, die eben deswegen als \u201eGeier\u201c bezeichnet werden, weil sie sich \u00fcber jedes Aas hermachen und keine Scheu kennen.<\/p>\n<p><strong>Auswirkungen des Virus-Regimes auf Arbeits- und Lebensbedingungen<\/strong><\/p>\n<p>Wozu zu bemerken ist, dass es sich hierbei nur um einzelne Schlaglichter aus verschiedenen L\u00e4ndern handeln kann \u2013 mit einem Schwerpunkt auf Unternehmens-Diktaten, die kein Notstandsregime zu verhindern versucht und die soziale Situation insbesondere prek\u00e4r Besch\u00e4ftigter. Inklusive der Berichterstattung \u00fcber die Lebensbedingungen vor allem \u00e4rmerer Menschen ergibt sich daraus denn doch ein erster Gesamtbild der Auswirkungen, die wohl in vielen L\u00e4ndern weitgehende Gemeinsamkeiten haben werden<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/revoltmag.org\/articles\/arbeiten-zeiten-des-coronavirus\/\">\u201eArbeiten in Zeiten des\u00a0Coronavirus\u201c von Maurizio Coppola am 13. M\u00e4rz 2020 beim re:volt Magazine<\/a>\u00a0zu den italienischen Verh\u00e4ltnissen: \u201e\u2026\u00a0<em>In Italien wird also weiter produziert. Wie sieht es nun aber derzeit in den \u201everborgenen St\u00e4tten der Produktion\u201c aus? Eine besondere Aufmerksamkeit gilt zun\u00e4chst einmal den Gesundheitsarbeiter*innen. Seit dem Ausbruch des Virus werden in TV und Presse ihre \u201eHeld*innengeschichten\u201c tagt\u00e4glich erz\u00e4hlt: Arbeitstage von bis zu 18 Stunden, keine Ruhetage, konstant den Gefahren der Ansteckung ausgesetzt. Doch die Gesundheitsarbeiter*innen selbst lehnen diese Held*innengeschichten ab. Sie sagen, es gehe nicht darum, die individuelle Anstrengung der einzelnen Arbeiter*innen hervorzuheben, sondern auf die systemischen M\u00e4ngel des italienischen Gesundheitssystems \u2013 Unterfinanzierung und Umstrukturierung \u2013 hinzuweisen, die dazu f\u00fchrten, dass in Zeiten des Ausnahmezustandes die Gesundheitsarbeiter*innen fast \u00fcbermenschliche Anstrengungen an den Tag legen m\u00fcssen. Sie berichten auch davon, dass es konstant an individuellen Schutzvorkehrungen [sogenannte \u201edpi\u201c, dispositivi di protezione individuale] mangelt, dass die Intensivstationen total \u00fcberbelegt sind und somit andere Krankenhausbereiche auf Kosten anderer Patient*innen zu Intensivstationen umgewandelt werden m\u00fcssen, dass st\u00e4ndig \u00c4rzt*innen und Pfleger*innen fehlen, so dass in einigen F\u00e4llen Medizinstudierende rekrutiert werden, um diese L\u00fccken zu f\u00fcllen und so weiter. (\u2026) Auch in vielen Call Center wird mehr gearbeitet als zuvor, vor allem in Betrieben, die Auftr\u00e4ge von \u00f6ffentlichen Institutionen \u00fcbernommen haben und w\u00e4hrend diesen Zeiten zus\u00e4tzliche Hotline-Dienste anbieten. In einem Call Center in Napoli wurden einige Ma\u00dfnahmen getroffen (die Zuweisung eines fixen Computers, Sicherheitsdistanz von einem Meter), andere hingegen nicht (fehlende Seife und Desinfektionsmittel in den WCs). Manche Ma\u00dfnahmen grenzen ans Absurde, wie beispielsweise die Aufforderung, Kaffeeautomaten auszuschalten, um \u201eunn\u00f6tige Menschenansammlungen zu vermeiden.\u201c Die Betriebsleitung des Call Center lehnt weiterhin den Vorschlag der Hausarbeit ab; die Arbeiter*innen sind aufgrund der zus\u00e4tzlichen Dienste hingegen gezwungen, \u00dcberstunden zu leisten. Kaum eine Stimme haben diejenigen, die ohne Vertrag, irregul\u00e4r und daher ohne Sozialversicherungsschutz arbeiten: Care-Arbeiter*innen m\u00fcssen aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause bleiben, vor allem diejenigen, die mit alten Menschen arbeiten; (Schein-)Selbst\u00e4ndige sind nicht erwerbslosenversichert und riskieren nun einen l\u00e4ngeren Lohnausfall, falls smart working nicht umsetzbar ist; junge Arbeiter*innen ohne Vertrag, die in Bars, Restaurants oder anderen \u201eZuliefererbetrieben\u201c des Tourismus (vor allem in den St\u00e4dten) t\u00e4tig sind, wurden aufgrund der Verordnung von einem Tag auf den anderen entlassen und sind nun ohne Job. F\u00fcr diese Sektoren sehen die Verordnungen der Regierung bis heute keine L\u00f6sungen vor<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/374467.coronavirus-in-spanien-virus-und-klassenfrage.html\">\u201eVirus und Klassenfrage\u201c von Carmela Negrete am 14. M\u00e4rz 2020 in der jungen welt<\/a>\u00a0\u00fcber die Auswirkungen auf die arme Bev\u00f6lkerung in Spanien: \u201e\u2026\u00a0<em>Neben Hilfen, die Firmen und Arbeiter bekommen sollen, wie etwa eine Fortzahlung von 75 Prozent des Lohnes im Falle eines quarant\u00e4nebedingten Arbeitsausfalls, k\u00fcndigte er an, sich insbesondere um diejenigen k\u00fcmmern zu wollen, die bereits vor dem Ausbruch der Pandemie unter Armut gelitten hatten. Dazu z\u00e4hlen vor allem Menschen, die bislang t\u00e4glich in Suppenk\u00fcchen versorgt werden mussten, nun aber aufgrund von Schlie\u00dfungen nicht mehr dort essen k\u00f6nnen. 25 Millionen Euro hat die Koalitionsregierung nun f\u00fcr die Subventionierung von Schulessen bereitgestellt, die trotz Schlie\u00dfung der Bildungseinrichtungen teilweise im Notbetrieb weiter funktionieren m\u00fcssen. Zudem sicherte sie zu, dass die Lebensmittelversorgung garantiert werde. Welche Ma\u00dfnahmen daf\u00fcr konkret sorgen sollen, lie\u00df sie offen. NGO wie \u00bbSave the Children\u00ab warnen seit Tagen vor einer schwierigen Versorgungssituation f\u00fcr Familien, die in den am meisten von Covid-19 betroffenen Regionen unter Armut leiden, und sprechen von einem \u00bbNotfall im Notfall\u00ab. Allein in Madrid leben 93.000 Kinder in Armut. Wenn die Regierung sich dazu gezwungen sieht, wie in anderen Regionen mit vielen Krankheitsf\u00e4llen, das \u00f6ffentliche Leben noch weiter einzuschr\u00e4nken, wird das Problem, wie diese noch etwas zu essen bekommen, noch gr\u00f6\u00dfer werden. In Madrid hat die Regierung mittlerweile mit der Registrierung der Kinder begonnen, die in der Vergangenheit bereits eine subventionierte Mahlzeit bekommen hatten. W\u00e4hrend dessen m\u00fcssen sie weiterhin auf Unterst\u00fctzung warten. Im Baskenland sind 13 Prozent aller Kinder auf Essenssubventionen angewiesen, aber die baskische Regierung hat bislang keine Ma\u00dfnahmen vorgenommen \u2013 obwohl die Schulen im Moment geschlossen sind. Betroffen sind jedoch nicht nur Kinder, auch Rentner essen oft gratis oder f\u00fcr ein sehr geringen Beitrag in \u00bbSozialzentren\u00ab. Viele von diesen werden gerade angesichts der Covid-19-Pandemie geschlossen. In der kleinen andalusischen Provinz C\u00f3rdoba mit ihren 780.000 Einwohnern bekommen nun 1.100 Rentner Essen nach Hause geliefert. Spanien ist in Autonomieregionen aufgeteilt, weshalb es von Region zu Region unterschiedlich ist, welche und ob Ma\u00dfnahmen getroffen werden, die den besonders Betroffenen helfen. Auch Migranten ohne Papiere leiden besonders stark unter der durch das Coronavirus ausgel\u00f6sten sozialen Krise. Am vergangenen Sonnabend wurde im s\u00fcdspanischen Lepe eine Demonstration von Erdbeerpfl\u00fcckern von den Beh\u00f6rden unter Verweis auf das Virus abgesagt. Die migrantischen Arbeiter klagen an, dass es in ihren H\u00fctten nicht einmal Leitungswasser zum Trinken gebe \u2013 geschweige denn, um sich damit die H\u00e4nde zu waschen<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201e<em>Take a look: millions of Americans who work for McDonalds<\/em>\u00a0<em>and other hugely powerful corporations won\u2019t get paid if they get sick<\/em>\u201c\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/MaryKayHenry\/status\/1238912485467590656\">am 14. M\u00e4rz 2020 im Twitter-Kanal von Mary Kay Henry<\/a>\u00a0ist ein Tweet der Vorsitzenden der gr\u00f6\u00dften US-Einzelgewerkschaft SEIU mit einem Schaubild, in dem all jene Gro\u00dfunternehmen des Landes (samt der Zahl ihrer Besch\u00e4ftigten) erfasst sind, die im Krankheitsfall nichts bezahlen. Was alleine bei McDonalds \u00fcber eine halbe Million Menschen macht. Auch der anschlie\u00dfende Threat ist ausgesprochen lesenswert, um verschiedene Aspekte der sozialen Wirklichkeit in den USA ein bisschen n\u00e4her kennen zu lernen (und auch manche Argumentation von Verteidigern des Kapitalismus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lainformacion.com\/empresas\/amazon-casos-coronavirus-almacenes-espana-descarta-cerrarlos\/6551741\/\">\u201eAmazon confirma tres casos de Covid-19 en dos almacenes pero descarta cerrarlos\u201c von Jesus Martinez am 14. M\u00e4rz 2020 bei La Informacion<\/a>\u00a0berichtet davon, dass in spanischen Amazon-Lagern in Madrid und Barcelona bis dahin zwei F\u00e4lle von Erkrankungen best\u00e4tigt waren \u2013 das Unternehmen sich aber rundweg weigert, die Forderung nach Schlie\u00dfung zu erf\u00fcllen. Im Gegenteil: Ab kommender Woche werden neue Zeitarbeitskr\u00e4fte eingestellt \u2013 weil zunehmend mehr Menschen nicht mehr einkaufen gehen, sondern im Netz bestellen\u2026<\/p>\n<p>\u201e<em>Por lo tanto, NO a la subconTRATA de las Kellys en los Hospitales<\/em>\u201c\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/LasKellysBCN\/status\/1239115701840941056\">am 15. M\u00e4rz 2020 im Twitter-Kanal der \u201eKellys\u201c Barcelona<\/a>\u00a0ist sowohl eine Kritik an der aktuellen Praxis lokaler Krankenh\u00e4user, neue Subunternehmen\u00a0 f\u00fcr die Reinigung zu engagieren, als auch ein Solidarit\u00e4tsaufruf, den dort\u00a0 bereits besch\u00e4ftigten Kolleginnen beizustehen, die sich gegen diese Ma\u00dfnahmen zur Wehr setzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/globalnews.ca\/news\/6675521\/coronavirus-saskatchewan-union-nurses-coronavirus-covid-19-masks\/\">Coronavirus: Saskatchewan nurses union says it\u2019s not getting proper protective gear\u201c von Gabriela Panza-Beltrandi am 13. M\u00e4rz 2020 in den Global News<\/a>\u00a0berichtet vom Protest der Krankenschwestern-Gewerkschaft in der kanadischen Provinz Saskatchewan \u2013 der sich dagegen richtet, dass oftmals nicht ausreichende und manches Mal gar kein Sicherheitsvorkehrungen und \u2013Ausr\u00fcstung zur Verf\u00fcgung gestellt werden\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1134299.corona-verschaerfte-doppelbelastung.html\">\u201eVersch\u00e4rfte Doppelbelastung\u201c von Felix Lill am 15. M\u00e4rz 2020 in neues deutschland online<\/a>\u00a0\u00fcber den Alltag Alleinerziehender in Japan: \u201e\u2026\u00a0<em>Neben den erkrankten Personen belastet die aktuelle Krise um Covid-19 vor allem die Alleinerziehenden, meistens M\u00fctter. Weil Japan kein gemeinsames Sorgerecht kennt, tragen immer noch Frauen den Gro\u00dfteil der Verantwortung f\u00fcr die Kindererziehung. Dar\u00fcber hinaus ist ihre die Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt in Japan besonders gro\u00df. Bei alleinerziehenden M\u00fcttern liegt der Anteil relativer Armut bei 56 Prozent. F\u00fcr die meisten ist es daher schlicht unm\u00f6glich, bei der Arbeit zur\u00fcckzustecken, um sich voll dem Kind zu widmen. Ende Februar empfahl Premierminister Shinzo Abe allen Schulen im Land, zun\u00e4chst f\u00fcr zwei Wochen zu schlie\u00dfen. Das Coronavirus hatte zu dem Zeitpunkt rund 900 Personen im Land infiziert, deren Infektionsrouten sich in vielen F\u00e4llen nicht nachverfolgen lie\u00dfen. Weil die Regierung angesichts ihres teils unbeholfenen Krisenmanagements um das Kreuzfahrtschiff Diamond Princess in der Kritik stand, signalisierte sie fortan Entschlossenheit. Neben Schulschlie\u00dfungen wurde Menschen geraten, von zu Hause aus zu arbeiten und die t\u00e4gliche Rushhour zu meiden<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.europe-solidaire.org\/spip.php?article52425\">\u201eLettre d\u2019Italie au temps du Coronavirus \u2014 R\u00e9pondre \u00e0 la crise sur trois plans\u201c von Potere al Popolo am 13. M\u00e4rz 2020 bei Europe Solidaire<\/a>\u00a0dokumentiert, berichtet \u2013 unter anderem \u2013 von den Aktivit\u00e4ten der linken Organisation in drei Bereichen: Zum einen die Besch\u00e4ftigten der \u201eInternet-Kaufh\u00e4user\u201c (in erster Linie auch hier Amazon, versteht sich) die aufgrund der Situation noch viel mehr arbeiten sollen, als ohnehin und keineswegs unter besonders gesicherten Bedingungen. Zum zweiten die Besch\u00e4ftigten der Call Center, f\u00fcr die dasselbe gilt, was den Arbeitsaufwand betrifft. Und schlie\u00dflich die Saison-Besch\u00e4ftigten, vor allem \u2013 aber nicht nur \u2013 in Landwirtschaft und Tourismus, wo vor allem darum gek\u00e4mpft wird, dass sie bei Nichtbesch\u00e4ftigung aufgrund der aktuellen Krise Erwerbslosengeld erhalten. In einer uns zugesandten \u00dcbersetzung des Briefes (mit Dank an MD) hei\u00dft es im abschlie\u00dfenden Absatz: \u201e<em>Unsere Antwort auf die Krise war dreierlei: Wir haben uns in unseren Gemeinden organisiert, um auf die unmittelbaren Bed\u00fcrfnisse einzugehen; wir haben die K\u00e4mpfe der Arbeiterinnen und Arbeiter vor Ort (auch rechtlich) unterst\u00fctzt und umfassendere Forderungen gestellt. Wir glauben, dass der einzige Ausweg aus dieser Katastrophe darin besteht, unsere F\u00e4higkeit zum kollektiven Handeln und zur Koordinierung zu entwickeln. Deshalb raten wir fortschrittlichen Organisationen an, die das Geschehen in Italien von au\u00dfen beobachten, mit der Organisation zu beginnen und Forderungen zur Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit ihrer Gemeinden zu stellen<\/em>\u201c Potere al Popolo 13. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><strong>Positionen, Reaktionen und Debatten in Gewerkschaften und sozialen Bewegungen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ei-ie.org\/en\/detail\/16662\/council-of-global-unions-joint-statement-covid-19-urgent-economic-stimulus-and-workplace-measures-required\">\u201eCouncil of Global Unions Joint Statement | COVID-19 Urgent Economic Stimulus and Workplace Measures Required\u201c vom 11. M\u00e4rz 2020<\/a>\u00a0(hier bei der Erziehungs-Internationale dokumentiert) fasst die Positionen der IGB-Gewerkschaften zur aktuellen Virus-Krise zusammen und hat dabei drei Orientierungspunkte f\u00fcr die Regierungen: Die Sicherung der Einkommen der Besch\u00e4ftigten, Ma\u00dfnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft und internationale Zusammenarbeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.actu.org.au\/actu-media\/media-releases\/2020\/actu-calls-for-two-weeks-paid-special-leave-for-all-workers\">\u201eACTU calls for two weeks paid special leave for all workers\u201c vom 11. M\u00e4rz 2020<\/a>\u00a0ist der Aufruf des australischen Gewerkschaftsbundes, 14 Tage bezahlten Sonderurlaub zu beschlie\u00dfen, um die Auswirkungen der Nichtbesch\u00e4ftigung zu verhindern. \u00c4hnliche Kampagnen mehrerer Verb\u00e4nde gibt es auch in einer ganzen Reihe weiterer L\u00e4nder, so etwa in Gro\u00dfbritannien, wo der TUC eine Unterschriftenkampagne f\u00fcr Krankengeld f\u00fcr Alle organisiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ccoo.es\/b49d117971509aae8a8f04c47efa2247000001.pdf\">\u201eDOCUMENTO DE PROPUESTAS CONJUNTAS\u201c im M\u00e4rz 2020 beim Gewerkschaftsbund CCOO<\/a>\u00a0dokumentiert die gemeinsamen Entschlie\u00dfungen der beiden gr\u00f6\u00dferen spanischen Verb\u00e4nde mit den Unternehmerverb\u00e4nden und der Regierung, die durchaus ins internationale Bild, wie oben knapp skizziert, passen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cnt.es\/noticias\/ante-la-epidemia-de-covid-19-y-su-impacto-en-la-clase-trabajadora\/\">\u201eAnte la epidemia de COVID-19 y su impacto en la clase trabajadora\u201c am 13. M\u00e4rz 2020 bei der CNT<\/a>\u00a0sind die Gegenvorschl\u00e4ge der anarchosyndikalistischen Basisgewerkschaft \u2013 wie sie auch von vielen anderen alternativen Gewerkschaften in Spanien vertreten werden: Die im Wesentlichen darauf abzielen, die Situation der Besch\u00e4ftigten, Erwerbslosen und Autonomen abzusichern auf Kosten der gro\u00dfen Aktiengesellschaften des Landes (IBEX 35) und der Besteuerung der Investment-Fonds.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.cgil.it\/cgil-cisl-uil-sottoscritto-con-governo-protocollo-di-regolamentazione-delle-misure-per-il-contrasto-e-il-contenimento-della-diffusione-del-virus-covid-19-negli-ambienti-di-lavoro\/\">\u201eCgil, Cisl, Uil: sottoscritto con Governo \u201cprotocollo di regolamentazione delle misure\u201c am 14. M\u00e4rz 2020 beim Gewerkschaftsbund CGIL<\/a>\u00a0dokumentiert das Abkommen der drei italienischen gr\u00f6\u00dferen Verb\u00e4nde mit Regierung und Unternehmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sindacatounaltracosa.org\/2020\/03\/14\/protocollo-confindustria-sindacati-drammaticamente-insufficiente-e-in-ritardo-chiudere-per-decreto-tutti-i-posti-di-lavoro-non-essenziali\/\">\u201eProtocollo Confindustria-sindacati drammaticamente insufficiente e in ritardo. Chiudere per decreto tutti i posti di lavoro NON\u00a0essenziali!\u201c am 14. M\u00e4rz 2020 bei Il Sindicato \u00e8 un altra cosa<\/a>\u00a0ist die Stellungnahme der organisierten Opposition im gr\u00f6\u00dften italienischen Verband (CGIL), worin eben dieses Abkommen scharf als v\u00f6llig ungen\u00fcgend kritisiert wird und abermals die Forderung erhoben wird, alle nicht zentral wichtigen Bereiche der Wirtschaft und der sonstigen Einrichtungen zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/solidaires.org\/Le-coronavirus-et-le-capitalisme-deux-epidemies-a-combattre-19573\">\u201eLe coronavirus et le capitalisme\u00a0: deux \u00e9pid\u00e9mies \u00e0 combattre\u00a0!\u201c am 14. M\u00e4rz 2020 beim Gewerkschaftsbund SUD Solidaires<\/a>\u00a0ist eine Erkl\u00e4rung des alternativen Gewerkschaftsbundes auf die Fernsehansprache des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten, in der die \u00dcberschrift bereits die Orientierung deutlich macht: Virus und Kapitalismus sind zwei Epidemien, die es zu bek\u00e4mpfen gilt \u2013 und auch die Sonderma\u00dfnahmen der Regierung werden nicht verhindern, dass der soziale Kampf in diesen Zeiten weiter gehe.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/saftu.org.za\/protect-us-and-we-will-protect-each-other-saftu-call-on-ramaphosa-governmentthe-war-against-covid-19-must-be-fully-engaged-with-working-class-support\/\">\u201eThe War against COVID-19 must be Fully Engaged with Working-Class Support\u201c am 15. M\u00e4rz 2020 beim Gewerkschaftsbund SAFTU<\/a>\u00a0ist ein Aufruf an die s\u00fcdafrikanische Regierung, nicht nur auf die \u201esoziale Distanzierung\u201c zu setzen, sondern auf solidarische Beziehungen in Staat und Gesellschaft. Was vor allem bedeute, sich um die am meisten gef\u00e4hrdeten Menschen zu k\u00fcmmern \u2013 die nicht oder prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten und ihnen Raum f\u00fcr Aktivit\u00e4ten zu geben. Erst die massive Beteiligung der Arbeiterklasse am Kampf gegen das Virus k\u00f6nne diesen erfolgreich gestalten \u2013 und dies bedeute uter anderem und vor allem in der aktuellen Situation eine Kehrtwende in der Politik der Demontage des \u00f6ffentlichen Dienstes vorzunehmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo.php?fbid=814332135717262&amp;set=a.105980343219115&amp;type=3&amp;theater&amp;ifg=1\">\u00a0\u201eCommon Position Of European Trade Unions On The Developments Because Of The Coronavirus\u201c am 13. M\u00e4rz 2020 im Facebook Account von Petros Petrou<\/a>\u00a0dokumentiert eine gemeinsame Stellungnahme von elf Gewerkschaften verschiedener europ\u00e4ischer L\u00e4nder (darunter die griechische Pame und Unterorganisationen der franz\u00f6sischen CGT, sowie etwa die LAB aus dem Baskenland, insgesamt eine Zusammensetzung, die einige Gewerkschaften aus dem Weltgewerkschaftsbund enth\u00e4lt) in der die Verteidigung der Interessen der ArbeiterInnen in den Mittelpunktgestellt wird \u201eangesichts einer Krise, die keineswegs nat\u00fcrlich zustanden gekommen\u201c sei \u2013 und f\u00fcr die auch die Verantwortlichen aufkommen m\u00fcssten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/links.org.au\/britain-coronavirus-social-crisis-open-letter-trade-union-movement-labour-transformed\">\u201eBritain: On the Coronavirus and the social crisis \u2013 An open letter to the Trade Union movement from Labour Transformed\u201c am 12. M\u00e4rz 2020 im australischen Links<\/a>\u00a0dokumentiert, ist ein offener Brief des gewerkschaftsoppositionellen Netzwerks im britischen Gewerkschaftsbund, in dem gefordert wird, der Verband solle entschieden f\u00fcr eine Schlie\u00dfung aller nicht essentiellen Wirtschaftsunternehmen eintreten und dies auch gegen die konservative Regierung durchzusetzen, f\u00fcr den Fall, dass diese sich weigere, der Forderung nachzukommen.<\/p>\n<p><strong>Widerstandsaktionen entwickeln sich<\/strong><\/p>\n<p>\u201e<em>Nach heftigen Protesten der Gewerkschaften f\u00e4hrt VW die Produktion in Pamplona herunter<\/em>\u201c am\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/RaulZelik\/status\/1239286015141064704\">15. M\u00e4rz 2020 im Twitter-Kanal von Raul Zelik<\/a>\u00a0berichtet von einer Mitteilung des Gewerkschaftsbundes LAB \u00fcber die erfolgreiche Aktion der Belegschaft des VW Werkes in Navarra, womit die Unternehmensleitung gezwungen wurde zu tun, was sie nicht wollte. (Ohne jetzt andere Kapitalisten loben zu wollen sei dazu darauf verwiesen, dass zur selben Zeit als das feine Unternehmen VW sich noch rundweg weigerte, die ebenfalls nicht unbekannte Firma Ford bereits den Schlie\u00dfungsprozess eingeleitet hatte\u2026)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/portocanal.sapo.pt\/noticia\/212956\/\">\u201eCovid-19: Sindicato exige medidas excecionais \u00e0 Autoreuropa\u201c am 15. M\u00e4rz 2020 im Sapo-Portocanal<\/a>\u00a0meldet, dass die Betriebsgewerkschaft bei VW Portugal (Autoeuropa) von der Gesch\u00e4ftsleitung fordert, Sicherheitsma\u00dfnahmen zu treffen, von denen bisher nichts zu bemerken sei, sonst m\u00fcsse die Belegschaft selbst daf\u00fcr sorgen\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/en\/articles\/2020\/03\/14\/shap-m14.html\">\u201eWalkout at Fiat Chrysler Windsor Assembly over coronavirus danger\u201c von Shannon Jones am 14. M\u00e4rz 2020 bei wsws<\/a>\u00a0berichtet vom Streik im gr\u00f6\u00dften kanadischen FCA-Werk, angesichts der Unt\u00e4tigkeit des Unternehmens nach Feststellung einer Erkrankung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.resumenlatinoamericano.org\/2020\/03\/14\/argentina-resumen-gremial-y-social-aeronavegantes-suspenden-los-servicios-en-los-aviones-hasta-que-se-controle-el-brote-de-coronavirus-docentes-de-entre-rios-paran-cinco-dias-pidiendo-aumento-salar\/\">\u201eAeronavegantes suspenden los servicios en los aviones\u201c am 14. M\u00e4rz 2020 bei Resumen Latinoamericano<\/a>\u00a0berichtet von der andauernden Streikaktion der argentinischen Gewerkschaft der Flugbegleiter, die nicht nur bessere Sicherheitsvorkehrungen fordern, sondern zumindest auch eine Ausd\u00fcnnung der Flugpl\u00e4ne.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/en\/articles\/2020\/03\/14\/lond-m14.html\">\u201eLondon postal workers take strike action over coronavirus concerns\u201c am 14. M\u00e4rz 2020 bei wsws<\/a>\u00a0meldet die Streikaktion bei der Londoner Post, wobei es darum ging, dass die Gesch\u00e4ftsleitung versuchte, eine Erkrankung zu verheimlichen\u2026<\/p>\n<p>\u201e<em>Gr\u00e8ve sauvage dans les d\u00e9p\u00f4ts de bus TEC Li\u00e8ge-Verviers<\/em>\u201c\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/contre_capital\/status\/1238365424280051712\">am 13. M\u00e4rz 2020 im Twitter-Kanal von Conseils Ouvriers<\/a>\u00a0berichtet von einem (erfolgreichen) selbstorganisierten Streik der Busfahrer im belgischen L\u00fcttich die f\u00fcr mehr Sicherheitsausr\u00fcstungen und ver\u00e4nderte Schichteins\u00e4tze aktiv wurden \u2013 ohne jemand um Erlaubnis zu fragen\u2026Eine Meldung, die hier auch stellvertretend stehen soll f\u00fcr noch eine ganze Reihe weitere solcher Meldungen aus mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern \u00fcber entsprechende Streikaktivit\u00e4ten einzelner Belegschaften.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/bayareaintifada\/posts\/2231033446999277\">\u201eHow are you supposed to wash your hands regularly if you have no running water or soap?\u201c von Jonathan Withall am 14. M\u00e4rz 2020 bei der Bay Area Intifada<\/a>\u00a0(Facebook) ist ein Beitrag, der die schwierigen Bedingungen der Organisation von Solidarit\u00e4t in \u00e4rmeren Gegenden nicht nur der Bay (San Francisco) sondern der ganzen Welt behandelt, wo H\u00e4nde waschen schon mangels Wasser zum Problem wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.europe-solidaire.org\/spip.php?article52421\">\u201eUnited States \u2014 Coronavirus and community activism\u201c von Jonathan Neale am 06. M\u00e4rz 2020 bei Europe Solidaire<\/a>\u00a0ist ein ausf\u00fchrlicher Bericht \u00fcber die selbstst\u00e4ndige Organisierung von Solidarit\u00e4t in verschiedenen Communities der USA.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/clajadep.lahaine.org\/?p=26685\">\u201eLa guerra contra el coronavirus es asumida por vecinos de Gasteiz, Pa\u00eds Vasco\u201c am 15. M\u00e4rz 2020 bei Clajadep-LaHaine<\/a>\u00a0berichtet von selbstorganisierter Solidarit\u00e4t der Nachbarschaften im Baskenland \u2013 unter Umgehung des Notstandsregimes\u2026<\/p>\n<p>To be continued\u2026<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/das-monster-vor-der-tuer-der-corona-kapitalismus\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 16. M\u00e4rz 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Polizeiaufgebote wie sonst h\u00f6chstens bei irgendwelchen Gipfeltreffen der herrschenden Klasse, geschlossenen Grenzen wie sonst bei Orban, Trump und Konsorten sowie Hausarrest, von Spaniens Sozialdemokraten verh\u00e4ngt. Die Art und Weise, wie die b\u00fcrgerliche<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7,5,3],"tags":[121,39,61,26,75,49,28,46,17],"class_list":["post-7290","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-international","category-kampagnen","category-schweiz","tag-covid-19","tag-deutschland","tag-frankreich","tag-gewerkschaften","tag-italien","tag-repression","tag-spanien","tag-usa","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7290"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7290\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7292,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7290\/revisions\/7292"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}