{"id":7305,"date":"2020-03-17T10:19:50","date_gmt":"2020-03-17T08:19:50","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7305"},"modified":"2020-03-17T10:19:52","modified_gmt":"2020-03-17T08:19:52","slug":"spanien-5000-arbeiterinnen-von-mercedes-stoppen-die-produktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7305","title":{"rendered":"Spanien: 5000 Arbeiter*innen von Mercedes stoppen die Produktion"},"content":{"rendered":"<p><em>Roberto Jara. <\/em><strong>Die Besch\u00e4ftigten des Mercedes-Werks im baskischen Vitoria-Gasteiz haben die Produktionslinien gestoppt. Das Unternehmen mit 5.000 Besch\u00e4ftigten hatte sich geweigert, die Schlie\u00dfung zu vollziehen, und erhielt so die Ansteckungsgefahr aufrecht.<\/strong> <!--more--><strong>Der Streik der Arbeiter*innen zeigt uns, wie wir uns angesichts der Gier der Bosse vor dem Coronavirus sch\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Ruf \u201cSchlie\u00dfung jetzt!\u201d und unter Applaus haben die Arbeiter*innen des Mercedes-Werks in Vitoria-Gasteiz, der gr\u00f6\u00dften Fabrik im Baskenland mit 5.000 Arbeitspl\u00e4tzen, das Flie\u00dfband mit Sit-ins gestoppt. Damit wandten sie sich gegen die Entscheidung des Unternehmens, das Werk wegen der Coronavirus-Krise nicht zu schlie\u00dfen. Als die gr\u00f6\u00dfte Fabrik in einer der St\u00e4dte, die das Epizentrum des Coronavirus ist, die Produktion nicht einstellen wollte, haben die Besch\u00e4ftigten selbst gesagt: Genug ist genug.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/esp.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7306\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/esp.jpg 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/esp-300x185.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/esp-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/figure>\n<p>Der Betriebsrat hat nach tagelangen Forderungen an die Unternehmensleitung nach der Schlie\u00dfung aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden, auf die die Bosse nur mit Ablehnung reagierten, endlich mit allen Sektoren der Fabrik gesprochen, um die Schlie\u00dfung mit einem Vollstreik ab Beginn der Fr\u00fchschicht am Montag, dem 16. M\u00e4rz, durchzusetzen, der vorerst 8 Tage dauern wird.<\/p>\n<p>Wie Roberto Pastor, Generalsekret\u00e4r der Gewerkschaftssektion der CCOO bei Mercedes-Benz Vitoria, berichtet, wurden weder die Sicherheitsma\u00dfnahmen eingehalten noch der Abstand zwischen den Menschen. Die Entscheidung, nicht zu schlie\u00dfen, kam von den B\u00fcros der Gesch\u00e4ftsleitung, die vollkommen sicher und isoliert waren, w\u00e4hrend die Arbeiter*innen in das Werk gedr\u00e4ngt wurden.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter wird das Unternehmen Einzelheiten \u00fcber die Schlie\u00dfung bekannt geben, die die Belegschaft wirksam gemacht hat. Auch die Verantwortungslosigkeit und die Gier der Bosse im Automobilsektor wird durch Schlie\u00dfungen wie diese abgeschnitten. In einigen F\u00e4llen aufgrund des Dominoeffekts von einem Werk zum anderen, wenn Teile fehlen, und in anderen, wie in diesem Fall, aufgrund der T\u00e4tigkeit des organisierten Personals selbst. So stehen in den n\u00e4chsten Tagen weitere m\u00f6gliche Schlie\u00dfungen gro\u00dfer Fabriken wie Opel oder PSA an, die sich am Horizont abzeichnen.<\/p>\n<p>Aber nicht nur im Automobilsektor verbreitet sich Emp\u00f6rung bei denjenigen, die weiterhin zur Arbeit gehen m\u00fcssen, obwohl sie nicht in zur Bek\u00e4mpfung des Virus wesentlichen Bereichen arbeiten, und die das Gef\u00fchl haben, dass sie \u201czum Schlachthof\u201d gef\u00fchrt werden, um die Taschen der Kapitalist*innen weiter zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Es war die Selbstorganisation der Belegschaft, welche die Durchsetzung von Gesundheitsma\u00dfnahmen erm\u00f6glichte, die das Unternehmen nicht anwenden wollte. Das ist ein Beispiel, das auf andere Sektoren \u00fcbertragen werden sollte, die aus einer prek\u00e4reren Position heraus ebenfalls anprangern, wie sie angesichts der Pandemie unter gef\u00e4hrlichen Bedingungen arbeiten und sich auf dem Weg zur Arbeit dr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Wie die Gewerkschaftssektion ELA in ihrem Kommuniqu\u00e9 feststellt: \u201cWir verstehen nicht, dass die B\u00fcrger*innen aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben, und dass das gr\u00f6\u00dfte Unternehmen im Baskenland es dem Schicksal \u00fcberl\u00e4sst, ob wir in dieser Krise zu einer katastrophalen Situation beitragen\u201d.<\/p>\n<p>Tatsache ist, dass zeitgleich mit der Verallgemeinerung repressiver Ma\u00dfnahmen im Namen der Quarant\u00e4ne Millionen von Menschen weiterhin unn\u00f6tigen Risiken ausgesetzt sind, um weiter produzieren zu k\u00f6nnen. Aber die Mercedes-Belegschaft gibt uns einen anderen Weg vor, so wie es auch die Besch\u00e4ftigten in italienischen Fabriken in den letzten Tagen angesichts der Unt\u00e4tigkeit der Bosse getan haben.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/spanien-5000-arbeiterinnen-von-mercedes-stoppen-die-produktion-aufgrund-der-untaetigkeit-des-unternehmens\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 17. M\u00e4rz 2020 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roberto Jara. Die Besch\u00e4ftigten des Mercedes-Werks im baskischen Vitoria-Gasteiz haben die Produktionslinien gestoppt. 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