{"id":7376,"date":"2020-03-22T11:55:44","date_gmt":"2020-03-22T09:55:44","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7376"},"modified":"2020-03-22T11:55:45","modified_gmt":"2020-03-22T09:55:45","slug":"covid-19-die-arbeiterinnenklasse-braucht-ihr-eigenes-aktionsprogramm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7376","title":{"rendered":"Covid-19: Die ArbeiterInnenklasse braucht ihr eigenes Aktionsprogramm"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Virus-Infektion hat sich zu einer Pandemie entwickelt. Die Zahl der Infizierten steigt weltweit \u2013 und sie wird das auch weiter tun. Praktische alle Regierungen der Welt \u2013 einschlie\u00dflich fast aller, die noch vor kurzem die Gefahr verharmlosten oder bestritten<!--more--> \u2013 haben sich zu drastischen Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Infektion entschlossen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Eind\u00e4mmung der Krankheit, fl\u00e4chendeckende medizinische Versorgung der Bev\u00f6lkerung, Sicherung der Grundbed\u00fcrfnisse und die schnellst m\u00f6gliche Entwicklung eines Impfstoffes stellen zentrale gesellschaftliche Ziele dar. Sie entsprechen dem Bed\u00fcrfnis von Milliarden.<\/p>\n<p><strong>Kein Vertrauen in die b\u00fcrgerlichen Regierungen!<\/strong><\/p>\n<p>Die Erfahrung \u2013 nicht zuletzt jene der vergangenen Monate \u2013 verdeutlicht jedoch, dass diese Aufgabe weder den b\u00fcrgerlichen Regierungen noch den KapitalistInnen \u00fcberlassen werden darf.<\/p>\n<p>Manche Regierungen haben die Gefahr untersch\u00e4tzt, manche haben die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Sachlage get\u00e4uscht, mittlerweile haben alle zu Ma\u00dfnahmen gegriffen, die den einzelnen Menschen die Verantwortung \u00fcberlassen und die Lasten aufhalsen, w\u00e4hrend sie immer versucht haben die \u201eWirtschaft\u201c, also die KapitalistInnen und die besitzenden Klassen des jeweiligen Landes zu sch\u00fctzen und ihnen zu helfen. Selbst wo sie die Pandemie einzud\u00e4mmen versuchen, bewegen sich ihre Ma\u00dfnahmen im Widerspruch zwischen den Interessen der Bev\u00f6lkerung nach wirksamen Schutz ihrer Gesundheit und den Verwertungsinteressen des Kapitals.<\/p>\n<p>Zu den nun in vielen L\u00e4ndern durchgesetzten Ma\u00dfnahmen geh\u00f6ren die Schlie\u00dfungen von Schulen und Gesch\u00e4ften, aber auch die Einschr\u00e4nkung der Reisefreiheit, Abriegelung der Grenzen, Einschr\u00e4nkungen der Bewegungsfreiheit.<\/p>\n<p>Zugleich werden grundlegende demokratische und gewerkschaftliche Rechte der Massen beschnitten und ausgesetzt. Ein Aussetzen von Urlaubsreisen und die Streichung von Fl\u00fcgen in diese Tourismusgebiete stellt in der aktuellen Situation sicher eine vern\u00fcnftige Ma\u00dfnahme dar. Anders verh\u00e4lt es sich mit der Abschottung der staatlichen Au\u00dfengrenzen, die vor allem Gefl\u00fcchtete und MigrantInnen trifft, also besonders unterdr\u00fcckte und ausgebeutete Schichten der ArbeiterInnenklasse. Die Regierungen nutzen die berechtigte Angst der Bev\u00f6lkerung, um dieser Ma\u00dfnahmen zu legitimieren. Sie \u00fcberlassen Millionen einer besonders gef\u00e4hrlichen Situation in Gefl\u00fcchtetenlagern und Sammelunterk\u00fcnften, deren auch ohne Corona-Gefahr menschenunw\u00fcrdiger und barbarischer Charakter noch auf die Spitze getrieben wird.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"625\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1280px-SARS-CoV-2_49534865371-800x625-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7377\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1280px-SARS-CoV-2_49534865371-800x625-1.jpg 800w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1280px-SARS-CoV-2_49534865371-800x625-1-300x234.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1280px-SARS-CoV-2_49534865371-800x625-1-768x600.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/figure>\n<p>Zugleich wird f\u00fcr alle deutlich, dass die neo-liberale Austerit\u00e4tspolitik der letzten Jahrzehnte, die Ausd\u00fcnnung der Gesundheitswesens, dessen Privatisierungen, die Zerschlagung soziale Sicherungssysteme das Virus weitaus gef\u00e4hrlicher macht. Selbst in den reichsten imperialistischen Staaten droht der \u201eKollaps\u201c eines chronisch untersorgten, gem\u00e4\u00df den Profitinteressen zugerichteten Gesundheitssystems.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Freizeiteinrichtungen wie Bibliotheken, B\u00e4der, Bars, Restaurants, Kinos geschlossen und Veranstaltungen untersagt werden, soll die Produktion der privaten Unternehmen m\u00f6glichst weiterlaufen. Die Besch\u00e4ftigen sollen allenfalls im \u201eHome-Office\u201c improvisieren. Wo dies nicht m\u00f6glich ist, sollen \u201esystemrelevante\u201c Unternehmen weiter laufen, andere m\u00f6glichst rasch wieder die Produktion aufnehmen.<\/p>\n<p>So versuchten gro\u00dfe Autokonzerne wie DaimlerMercedes und Fiat, M\u00f6belh\u00e4user wie Ikea, Transportunternehmen und viele andere selbst in den Risikogebieten Norditaliens oder Spaniens, in Frankreich wie Deutschland lange die Profitmaschine am Laufen zu halten \u2013 mit der willf\u00e4hrigen Unterst\u00fctzung der Regierungen und der EU. Es war nicht die Einsicht der ManagerInnen und KapitaleignerInnen, die vielerorts den Stopp der Anlagen erzwang, sondern das Aussetzen globaler Lieferketten und der spontane Streiks von ArbeiterInnen wie in Italien oder Spanien. \u00c4hnlich agieren auch die Regierungen au\u00dferhalb Europas \u2013 schlie\u00dflich soll das Kapital angesichts einer beginnenden globalen Rezession und dramatische Einbr\u00fcche an den B\u00f6rsen keine \u201ezus\u00e4tzlichen\u201c Einbu\u00dfen erleiden.<\/p>\n<p><strong>Profit oder Gesundheit<\/strong><\/p>\n<p>Wieder einmal wird deutlich, dass im Kapitalismus nur die Profitinteressen \u201esystemrelevant\u201c sind \u2013 dazu setzen die Unternehmen die Gesundheit ihrer Besch\u00e4ftigten bewusst aufs Spiel. Diese Politik verdeutlicht, welchen Klasseninteressen die Regierungen und Staatsapparate dienen \u2013 und stellen so zugleich ein Hindernis f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Pandemie und die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung dar.<\/p>\n<p>Pandemien oder Seuchen erfordern nat\u00fcrlich in jeder Gesellschaft \u2013 nicht nur in einer kapitalistischen \u2013 Zwangsma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Ausbreitung von Erkrankungen, zumal wenn noch keine Impfstoffe gefunden sind. Daher stellt die Einschr\u00e4nkung des sozialen Kontakts zwischen den Menschen oder die Schlie\u00dflich von zur Versorgung der Bev\u00f6lkerung nicht notwendigen L\u00e4den, kulturellen oder Freizeiteinrichtungen einen durchaus sinnvollen Schritt dar.<\/p>\n<p>Zugleich darf jedoch die Einschr\u00e4nkung demokratischer und gewerkschaftlicher Rechte nicht einfach hingenommen werden. Im Gegenteil. Wenn die ArbeiterInnenklasse, wenn die Unterdr\u00fcckten verhindern wollen, dass die Pandemie und die mit ihr einhergehende und sich versch\u00e4rfende Krise des Kapitalismus nicht auf ihre Kosten \u201egel\u00f6st\u201c werden, brauchen sie Organisation, Kommunikation, politische Diskussion und Gegenwehr \u2013 und vor allem ein Aktionsprogramm zur Mobilisierung. Dieses Programm muss\u00a0 entschlossene Ma\u00dfnahmen zum Kampf gegen die Pandemie enthalten, einschlie\u00dflich von Forderungen an den Staat, was z. B. die Ressourcen f\u00fcr medizinische Versorgung betrifft.\u00a0 Es muss zugleich und vor allem auch ein Programm zur Mobilisierung der ArbeiterInnenklasse und alle nicht-ausbeutenden Schichten der Bev\u00f6lkerung sein, um Ma\u00dfnahmen durchzusetzen, die den privat-kapitalistischen Verwertungsinteresse zuwiderlaufen und Organe der ArbeiterInnenkontrolle zu etablieren.<\/p>\n<p><strong>Forderungen<\/strong><\/p>\n<p>Bei allen konkreten Unterschieden zwischen den L\u00e4ndern m\u00fcssen die Organisationen der ArbeiterInnenklasse, allen voran die Gewerkschaften, f\u00fcr folgende Ma\u00dfnahmen eintreten:<\/p>\n<ul>\n<li>Kostenlose Gesundheitsversorgung f\u00fcr alle \u2013 von Test bis zur Unterbringung in Krankenh\u00e4usern und zur Intensivmedizin. Die Kosten daf\u00fcr m\u00fcssen aus der Besteuerung der Gewinne und gro\u00dfen Verm\u00f6gen bestritten werden.<\/li>\n<li>Ausbau des Gesundheitswesens, Ankurbelung der Produktion von Mitteln zur Bek\u00e4mpfung der Pandemie (Test-Kits, Desinfektionsmittel, Atemschutz, \u2026), sachliche Information der Bev\u00f6lkerung, Einstellung von medizinischem Personal und HelferInnen, unter Kontrolle der Gewerkschaften und der Besch\u00e4ftigten. Massiver Ausbau der Intensivmedizin.<\/li>\n<li>Aufhebung des Gesch\u00e4ftsgeheimnisse und alle Forschungsergebnisse staatliche wie privater Institute; internationale Koordinierung der Anstrengung zur Entwicklung eines Impfstoffes, der allen Menschen kostenlos zur Verf\u00fcgung steht.<\/li>\n<li>Koordination aller Forschungen und Entwicklungsbem\u00fchungen statt Wettbewerb um den schnellsten Profit: In rund drei\u00dfig Jahren Forschung zu HIV haben wir gesehen, dass einerseits jede Firma versucht, ihre Forschung und Entwicklung geheim zu halten, deshalb wurde viel (auch \u00f6ffentliches) Geld in parallele Forschung gesteckt und wurde dann jedes m\u00f6gliche Pr\u00e4parat mit h\u00f6chstem Profit zu verkaufen versucht. Deshalb muss die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen der Kontrolle von Privatfirmen, einzelner L\u00e4ndern oder Bl\u00f6cken entrissen werden. Alle Untersuchungen und Ergebnisse m\u00fcssen \u00f6ffentlich im Netz verf\u00fcgbar sein. Eine internationale Kommission gew\u00e4hlt aus SpezialistInnen soll die Entscheidungen, welche Teams in welche Entwicklung forschen, koordinieren.<\/li>\n<li>Entsch\u00e4digungslose (Wieder)Verstaatlichung der privatisierten Teile des Gesundheitswesens, der pharmazeutischen und medizintechnischen Industrie, um die Ressourcen zu b\u00fcndeln und unter Kontrolle der Besch\u00e4ftigten und ihrer Gewerkschaften zu stellen.<\/li>\n<li>Einstellung aller Arbeiten und T\u00e4tigkeiten, die zur Aufrechterhaltung der Grundversorgung der Bev\u00f6lkerung nicht n\u00f6tig sind. Ausgenommen davon w\u00e4ren u. a.\u00a0 Arbeit im Gesundheitswesen, Transport, Feuerwehr, Lebensmittelproduktion, medizinischer Forschung, Kommunikation. Welche T\u00e4tigkeiten f\u00fcr die Menschen systemrelevant sind, welche weiter betreiben werden und welche nicht, muss von der arbeitenden Bev\u00f6lkerung, nicht von den KapitalbesitzerInnen und ihren Regierungen entscheiden werden.<\/li>\n<li>Volle Bez\u00fcge f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten, die nicht zur Arbeit gehen. Extrazahlungen f\u00fcr alle im Gesundheitswesen und anderen Bereichen, die unter Einsatz ihrer Gesundheit weiter arbeiten m\u00fcssen. Sollten sich Unternehmen weigern, diesen Ma\u00dfnahmen folge zu leisten, sollten sie ohne Entsch\u00e4digung enteignet werden. Schnelle Einarbeitungen in den wirklich relevanten Berufssektoren, wie dem Krankenhaus- und Versorgungswesen.<\/li>\n<li>Keine Aussetzung der Rechte von Besch\u00e4ftigten durch Erlasse und Selbsterm\u00e4chtigung von Unternehmen durch Anordnung von Mehrarbeit, Home-Office, Samstag- oder Sonntagsarbeit, Versetzungen etc. Statt die schwachen Rechte der Arbeitenden jetzt noch zu \u00fcbergehen, ist es im Gegenteil n\u00f6tig Kontrollaussch\u00fcsse in den Unternehmen und \u00fcbergreifend zu bilden, die alle Ma\u00dfnahmen der Beh\u00f6rden und der Unternehmen kontrollieren und gegebenenfalls untersagen!<\/li>\n<li>Aussetzen aller Miet- und Kreditzahlungen f\u00fcr die arbeitende Bev\u00f6lkerung sowie f\u00fcr kleine Gesch\u00e4fte, L\u00e4den, Restaurants, die wegen zur Zeit schlie\u00dfen m\u00fcssen; Enteignung der gro\u00dfen Immobilienkonzerne wie Deutsche Wohnen, Vonovia und Co. Sofortige Enteignung von leerstehendem Wohnraum um diesen Bed\u00fcrftigen, wie Gefl\u00fcchteten und Obdachlosen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/li>\n<li>Keine Abschottung der Grenzen; keine Aufhebung des Asylrechts, sondern offene Grenzen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete, Abschaffung des Lagersystems, Stoppt aller Abschiebungen und Entlassung aller Abschiebegefangenen. Fl\u00fcchtlinge sollen wie alle anderen Einreisenden medizinisch getestet und, im Fall einer Infektion, medizinisch und sozial versorgt werden. Streichung der Schulden der halb-kolonialen L\u00e4nder, massive Unterst\u00fctzung zum Aufbau von medizinischen Einrichtungen in diesen, bezahlt aus den Extraprofiten der imperialistischen Konzerne und Staaten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>ArbeiterInnenkontrolle<\/strong><\/p>\n<p>Gegen die Pandemie und f\u00fcr die dazu notwendigen Ma\u00dfnahmen nimmt der Kampf um ArbeiterInnenkontrolle eine Schl\u00fcsselrolle ein. Gewerkschaften, Vertrauensleute, Betriebsr\u00e4te m\u00fcssen dabei eine aktive Rolle spielen. Auch die reformistischen Parteien, SPD und Linkspartei, reihen sich im Austausch f\u00fcr Ma\u00dfnahmen der sozialen Abfederung den Vorschl\u00e4gen von Merkel und Co. unter \u2013 einschlie\u00dflich der Einschr\u00e4nkung demokratische Rechte (bis zu einer m\u00f6glichen Ausgangssperre).<\/p>\n<p>Die Politik der \u201eSozialpartnerschaft\u201c und Klassenzusammenarbeit erweist sich dabei wieder einmal als Hindernis. W\u00e4hrend DGB-Chef Hofmann mit Unternehmerverb\u00e4nden und Regierung den nationalen Schulterschluss \u00fcbt, werden Millionen Lohnabh\u00e4ngige, vor allem alle Unorganisierten, Arbeitslosen oder prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten in die Rolle rein passiver ZuschauerInnen gedr\u00e4ngt, die entweder weiter arbeiten m\u00fcssen oder vor dem Bildschirm die Ereignisse verfolgen.<\/p>\n<p>Dabei bieten die modernen Medien selbst M\u00f6glichkeiten, die Isolation der Menschen zumindest teilweise zu durchbrechen. Besch\u00e4ftigte und GewerkschafterInnen, politische Kampagnen und Initiativen k\u00f6nnen sich auch \u00fcber diese Medien vernetzen, Audio- und Video-Konferenzen durchf\u00fchren; Menschen, die arbeiten (m\u00fcssen), k\u00f6nnen sich auch betrieblich koordinieren unter Ber\u00fccksichtigung einfacher Sicherheitshinweise.<\/p>\n<p>Das Streik-, Versammlungs- und Demonstrationsrecht muss daher verteidigt werden. Gegen Ma\u00dfnahmen, die die Kosten der Krise auf die ArbeiterInnen abw\u00e4lzen, die rassistische Unterdr\u00fcckte diskriminieren oder aussperren, brauchen wir auch alle Mittel um k\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. Wenn wir sicherstellen wollen, dass Millionen keinen Lohn- und Einkommensverlust erleiden, dann werden wir k\u00e4mpfen m\u00fcssen \u2013 weder Regierung noch Kapital oder SozialpartnerInnen werden uns Geschenke machen. Wir brauchen also mehr Organisiertheit, um unsere Interessen zu verteidigen. Wir ben\u00f6tigen Kampforgane wie Aktionskomitees und Organe der ArbeiterInnenkontrolle, die demokratisch legitimiert und ihrer Basis verantwortlich sind.<\/p>\n<p>Gerade weil Kapital und Regierung auch die Lasten \u2013 und damit auch Risiken der Pandemie der Masse aufb\u00fcrden wollen und werden \u2013 darf jene nicht leichtfertig die fl\u00e4chendeckende Einschr\u00e4nkung demokratischer Rechte hinnehmen. Sie muss vielmehr diese m\u00fchsam erk\u00e4mpften Errungenschaften nutzen, um ein wirksames Programm zur Bek\u00e4mpfung der Pandemie durchzusetzen. Der Kampf um unsere Gesundheit und gegen die sich ausbreitende Wirtschaftskrise sind aufs Engste miteinander verbunden. Um ihn erfolgreich zu f\u00fchren, reicht es nicht, sich auf unmittelbare Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Krankheit zu beschr\u00e4nken \u2013 wir m\u00fcssen auch die gesellschaftlichen Ursachen ins Visier nehmen, die das Virus erst so gef\u00e4hrlich machen. Dass der Kampf gegen die Krankheit entschlossene Ma\u00dfnahmen gegen die Profitmacherei und die Marktwirtschaft erfordert, ist kein Zufall. Dieser Umstand verdeutlicht vielmehr, dass der Kapitalismus selbst zu einer Todesgefahr f\u00fcr die Menschheit geworden ist.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2020\/03\/20\/corona-gefahr-aktionsprogramm\/\"><em>arbeiterinnenmacht.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 22. M\u00e4rz 2020 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Virus-Infektion hat sich zu einer Pandemie entwickelt. Die Zahl der Infizierten steigt weltweit \u2013 und sie wird das auch weiter tun. 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