{"id":7399,"date":"2020-03-23T13:08:53","date_gmt":"2020-03-23T11:08:53","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7399"},"modified":"2020-03-23T13:08:54","modified_gmt":"2020-03-23T11:08:54","slug":"schwellenlaender-auf-der-kippe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7399","title":{"rendered":"Schwellenl\u00e4nder auf der Kippe"},"content":{"rendered":"<p><em>Tomasz Konicz. <\/em><strong>Bei l\u00e4nger anhaltender Krise drohen weiten Teilen der angeschlagenen Semiperipherie \u00f6konomische Zusammenbr\u00fcche.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Wirtschaftskrise scheint eine Regel zu best\u00e4tigen, die bislang in den meisten kapitalistischen Krisensch\u00fcben konstatiert werden musste &#8211; je weiter eine Region von den Zentren des kapitalistischen Weltsystems zu finden ist, desto schwerer der Krisenverlauf. Dies scheint auch in diesem Fall f\u00fcr die Semiperipherie des sp\u00e4tkapitalistischen Weltsystems zu gelten. Einstmals als k\u00fcnftige &#8222;Lokomotiven der Weltwirtschaft&#8220; gehandelt, stellt sich f\u00fcr die meisten Schwellenl\u00e4nder inzwischen nur noch die Frage, wie schwer die Rezessionen oder Einbr\u00fcche verlaufen werden, die durch den aktuellen Krisenschub ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Die \u00f6konomischen Krisenfaktoren, die L\u00e4nder wie Brasilien, T\u00fcrkei, Russland, Mexiko oder S\u00fcdafrika derzeit destabilisieren, sind &#8211; mit ja unterschiedlicher Gewichtung &#8211; durchaus \u00e4hnlich gelagert. Der gegenw\u00e4rtige Krisenschub, initiiert durch eine St\u00f6rung der globalen Produktionsketten und die folgernden Konjunktureinbr\u00fcche, droht den best\u00e4ndig wachsenden, globalen Schuldenberg zum Einsturz zu bringen, wobei diesmal die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Kapitalismus-kaputt-4684452.html\">Unternehmensschulden im Zentrum<\/a>\u00a0der sich entfaltenden Finanzkrise stehen.<\/p>\n<p>Einerseits flieht Kapital in &#8222;sichere H\u00e4fen&#8220;, also in den Dollarraum, was die\u00a0<a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/surging-u-dollar-next-big-061231003.html\">US-W\u00e4hrung rasch aufwertet<\/a>. Seit Ende Januar verlor etwa der mexikanische Peso rund 20 Prozent seines Wertes gegen\u00fcber dem Greenback, \u00e4hnlich hart erwischte es Russland. In S\u00fcdostasien ist vor allem Indonesiens Rupie mit einem Minus von knapp neun Prozent betroffen, aber auch Indiens W\u00e4hrung musste Rekordverluste gegen\u00fcber dem Dollar hinnehmen.<\/p>\n<p>Die Schockwellen, die das globale Finanzsystem destabilisieren, f\u00fchren somit zu Kapitalabfl\u00fcssen aus den Schwellenl\u00e4ndern, die sich pl\u00f6tzlich in der klassischen Schuldenfalle wiederfinden. Die Zinsen der in Devisen aufgenommenen Kredite steigen, w\u00e4hren die eigene W\u00e4hrung abwertet und die Bedienung der Kredite bei konjunkturellen Vollbremsungen oder manifesten Rezessionen immer schwieriger, in der Tendenz gar unm\u00f6glich wird.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"394\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/global_ho-ed2c90f317297490.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7400\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/global_ho-ed2c90f317297490.png 700w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/global_ho-ed2c90f317297490-300x169.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n<p><strong>Die Schuldenfalle schnappt zu<\/strong><\/p>\n<p>Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/69fc6e2a-69d3-11ea-a3c9-1fe6fedcca75\">Financial Times<\/a>\u00a0(FT) beschrieb unter Berufung auf Zahlen des Institute of International Finance in einer \u00dcberblicksdarstellung die pl\u00f6tzlichen Kapitalabfl\u00fcsse aus der Semiperipherie, die in ihrer Dramatik alles Bisherige in der \u00fcberreichten Krisengeschichte des kapitalistischen Weltsystems in den Schatten stellen. Binnen zweier Monate nach Ausbruch des gegenw\u00e4rtigen Krisenschubs seien demnach von ausl\u00e4ndischen Investoren 78 Milliarden Dollar aus den Schwellenl\u00e4ndern abgezogen worden, wobei erst der Vergleich mit der Finanzkrise von 2008 die Dimensionen dieser Kapitalabfl\u00fcsse klarmacht.<\/p>\n<p>Laut FT sei in den ersten 60 Tagen des gegenw\u00e4rtigen Krisenschubs dreimal so viel Kapital aus der Semiperipherie abgezogen worden wie im Vergleichszeitraum 2008. Dies komme einem &#8222;pl\u00f6tzlichen Stopp&#8220; der Kapitalfl\u00fcsse gleich, erkl\u00e4rte ein Analyst gegen\u00fcber der Wirtschaftszeitung, was zu einer gravierenden Versch\u00e4rfung der Finanzierungsbedingungen von Privathaushalten, Wirtschaft und Staat in den betroffenen L\u00e4ndern f\u00fchren werde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Peripherie des sp\u00e4tkapitalistischen Weltsystems, f\u00fcr die sogenannte &#8222;Dritte Welt&#8220;, sieht es bereits jetzt d\u00fcster aus: Die Gesamtverschuldung der subsaharischen L\u00e4nder Afrikas ist zwischen 2008 und 2019 von 235 Milliarden US-Dollar auf 634 Milliarden gestiegen. F\u00fcr \u00f6konomische oder medizinische Krisenma\u00dfnahmen gibt es in dieser Region schlicht keinen Man\u00f6vrierraum. Im Klartext: Das subsaharische Afrika droht in den kommenden Monaten von einer Welle von Finanzkrisen verw\u00fcstet zu werden, wie sie die Region zuletzt w\u00e4hrend der gro\u00dfen Schuldenkrise der 3. Welt in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts durchlitt.<\/p>\n<p>Die Priorit\u00e4tensetzung des IWF bei der Krisenbek\u00e4mpfung scheint die sehr schwere Lage der \u00e4rmsten \u00d6konomien, die unter ihrer Schuldenlast zusammenzubrechen drohen, zu zementieren. Von den rund 1000 Milliarden an Krisenkrediten, die der IWF in Schieflage geratenen Volkswirtschaften zur Verf\u00fcgung stellen will, sind nur 50 Milliarden f\u00fcr Schwellenl\u00e4nder vorgesehen. F\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder soll es 14 Milliarden an zinsfreien Krediten geben.<\/p>\n<p>Doch auch die einstmaligen &#8222;Lokomotiven der Weltwirtschaft&#8220; in der Semiperipherie verf\u00fcgen kaum noch \u00fcber effektive Instrumente, um die kommenden konjunkturellen Einbr\u00fcche \u00e4hnlich effektiv zu mindern, wie w\u00e4hrend der Krise von 2008\/09, da es eben diese damaligen Krisenma\u00dfnahmen waren, die zur Erh\u00f6hung ihrer Staatsverschuldung beitrugen. Zudem haben viele Schwellenl\u00e4nder eigentlich schon seit 2016 mit\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Anatomie-einer-Liquiditaetsblase-3375280.html?seite=all\">Kapitalabfl\u00fcssen und Finanzkrisen<\/a>\u00a0zu k\u00e4mpfen, die durch die Zinswende der Fed ausgel\u00f6st wurden.<\/p>\n<p>Auf den Punkt gebracht: Der Krisenschub von 2008\/09 traf Schwellenl\u00e4nder, die Jahre st\u00fcrmischen Wachstums erfahren haben, als sie im Rahmen der damals aufsteigenden Immobilienblasen als Rohstofflieferanten und verl\u00e4ngerte Werkb\u00e4nke der Zentren fungierten, w\u00e4hrend sich nun viele dieser \u00d6konomien &#8211; etwa Brasilien oder die T\u00fcrkei Erdogans &#8211; bereits in Krisen befinden, die 2016 getriggert worden sind. Was vielen politischen Funktionseliten in diesen Staatsapparaten nun bleibt, um die Konjunktur zu st\u00fctzen, ist die Wahl zwischen Pest und Cholera: Sie k\u00f6nnen die Zinsen senken, um die Konjunktur zu st\u00fctzen &#8211; was aber die Abwertung der eigenen W\u00e4hrung beschleunigt und den Schuldendienst erschwert.<\/p>\n<p>L\u00e4nder wie Brasilien, S\u00fcdafrika oder Indien verf\u00fcgen &#8222;\u00fcber keinen finanziellen Spielraum&#8220;, um mit milliardenschweren Konjunkturma\u00dfnahmen den Absturz abzufangen, warnte ein Analyst gegen\u00fcber der FT, wobei die kapitalistische Politik diesmal ohnehin kaum noch langfristige Optionen zur Krisenbek\u00e4mpfung habe: &#8222;Die wichtigste Sache ist, dass wir in sechs Monaten aufwachen k\u00f6nnen, nur um festzustellen, dass wir keine Kugeln mehr haben.&#8220; Es stelle sich die Frage, ob es bei einem kurzfristigen Schock bleibe, der schon jetzt in vielen Schwellenl\u00e4ndern &#8222;sehr schlimme&#8220; Folgen haben werde, hie\u00df es in der FT. Wenn sich aber die Krise hinziehe, dann w\u00fcrden Volkswirtschaften wie Brasilien, S\u00fcdafrika, Indien oder die T\u00fcrkei in eine &#8222;sehr tiefe Krise&#8220; verfallen.<\/p>\n<p>Wie schlimm wird es im besten Fall werden? Die Investmentbank JPMorgan geht in einer j\u00fcngst publizierten Prognose davon aus, dass &#8211; mit der wichtigen Ausnahme Chinas &#8211; die meisten Schwellenl\u00e4nder\u00a0<a href=\"https:\/\/www.theguardian.pe.ca\/business\/reuters\/coronavirus-to-send-emerging-economies-into-recession-by-mid-year-jpmorgan-426523\/\">sich zur Jahresmitte in einer Rezession<\/a>\u00a0befinden werden. Demnach werden Regionen wie Lateinamerika, der Mittlere Osten und Afrika im laufenden Quartal durchweg zweistellige Kontraktionen des Bruttoinlandsprodukts gegen\u00fcber dem Vergleichszeitraum 2019 verkraften m\u00fcssen. Bei der T\u00fcrkei wird beispielsweise ein Minus von 17,2 Prozent, im Fall Mexikos von 15,5 Prozent erwartet. Diese Einbr\u00fcche sind nur dann zu stemmen, wenn sie kurzfristig bleiben und von einer raschen konjunkturellen Erholung abgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p><strong>Preisverfall \u00d6l<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend die eigene W\u00e4hrung an Wert verliert und so die Schuldenberge immer schneller wachsen, m\u00fcssen viele Volkswirtschaften der Semiperipherie \u00fcberdies fallende Exporteinnahmen verkraften. Der zweite Krisenfaktor, der vor allem die Rohstoffexporteure unter den Schwellenl\u00e4ndern hart trifft, ist der\u00a0<a href=\"https:\/\/naija247news.com\/2020\/03\/19\/revealed-how-the-oil-crash-is-hitting-emerging-market-currencies\/\">massive Preisverfall bei Rohstoffen und Energietr\u00e4gern, insbesondere beim Roh\u00f6l<\/a>.<\/p>\n<p>Der Ausbruch des gegenw\u00e4rtigen Krisenschubs ging mit einem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Coronavirus-Absturz-der-Oelpreise-und-neuer-Schwarzer-Montag-4678921.html\">Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland<\/a>\u00a0einher, die sich nicht auf F\u00f6rderquoten einigen konnten und nun den Markt mit billigen Roh\u00f6l \u00fcberschwemmten. In Wechselwirkung mit der Krise und der konjunkturellen Vollbremsung lie\u00df dies den Pries f\u00fcr den Energietr\u00e4ger auf ein sehr niedriges Niveau von\u00a0<a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/quote\/CL=F?p=CL=F\">weniger als 25 US-Dollar<\/a>\u00a0das Barrel fallen.<\/p>\n<p>Besonders f\u00fcr Russland ist dies ein Desaster, da das Land &#8211; mit Ausnahme seines Milit\u00e4risch-Industriellen Komplexes &#8211; nur bei dem Export von Rohstoffen und Energietr\u00e4gern global konkurrenzf\u00e4hig ist. Die wirtschaftliche Entwicklung der Russischen F\u00f6deration ist direkt an die\u00a0<a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/oil-gamble-upended-putin-promise-045825788.html\">Entwicklung der Weltpreise bei Energietr\u00e4gern<\/a>\u00a0gekoppelt. Um einen ausgeglichenen Staatshaushalt vorzulegen, braucht der Kreml einen Roh\u00f6lpreis von rund 40 US-Dollar, ab einem durchschnittlichen Preisniveau von circa 25 US-Dollar bei dem fossilen Energietr\u00e4ger droht Russland auf l\u00e4ngere Sicht eine Rezession.<\/p>\n<p>Die Preise f\u00fcr Roh\u00f6l sind in dem vergangenen Monat um\u00a0<a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/quote\/CL=F?p=CL=F\">rund 50 Prozent<\/a>\u00a0auf weniger als 25 US-Dollar abgeschmiert, sodass der Kreml inzwischen aktiv werden musste. Aus den R\u00fccklagen, die Moskau aufbaute, wurden umgerechnet 4 Milliarden US-Dollar mobilisiert, um Unternehmen, die von der Krise betroffen sind, st\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Zugleich wurde bekannt, dass das Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes f\u00fcr dieses Jahr aufgegeben werden musste &#8211; Moskau geht nun von einem Defizit von einem Prozent aus.<\/p>\n<p>Sollte sich der besagte Absturz des russischen Rubels fortsetzen, drohen \u00fcberdies Zinserh\u00f6hungen, um die Kapitalflucht zu verringern. In einem solchen Fall k\u00f6nnte die in j\u00fcngsten Prognosen f\u00fcr dieses Jahr erwartete konjunkturelle Stagnation in eine Rezession umschlagen.<\/p>\n<p><strong>Auf der Kippe: Destabilisierung oder Normalisierung?<\/strong><\/p>\n<p>Mitunter drohen die anstehenden \u00f6konomischen Verwerfungen in etlichen Regionen zu einer zus\u00e4tzlichen geopolitischen Destabilisierung zu f\u00fchren, da etliche der wirtschaftlich hart bedr\u00e4ngten autorit\u00e4ren Regime der Semiperipherie in \u00e4u\u00dferer Expansion ein Ventil f\u00fcr zunehmende innere Widerspr\u00fcche suchen k\u00f6nnten. Konkret: Der j\u00fcngste Krisenschub k\u00f6nnte zu neuen Kriegen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Dies gilt insbesondere f\u00fcr die T\u00fcrkei unter Recep Tayyip Erdogan, die bereits mit schweren \u00f6konomischen Verwerfungen zu k\u00e4mpfen hatte, als der j\u00fcngste globale Krisenschub einsetzte. In den vergangenen Monaten hat Erdogan &#8211;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Tuerkei-Merkels-zivilisatorischer-Tabubruch-4645780.html\">mit kr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung von Bundeskanzlerin Merkel<\/a>\u00a0&#8211; ein imperialistisches Abenteuer nach dem anderen initiiert, um vom wirtschaftlichen Verfall im Land abzulenken.<\/p>\n<p>Neben dem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Der-Krieg-der-Neuen-Rechten-4569842.html\">v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Kurden Nordsyriens<\/a>, der Eskalationsstrategie in Idlib und der Provokation einer Fl\u00fcchtlingskrise an der griechischen Grenze, versuchte sich Ankara auch als dominierende Macht im \u00f6stlichen Mittelmeer, um\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Erdogans-Mare-Nostrum-4651081.html\">Rohstoffe und Energietr\u00e4ger<\/a>\u00a0in dieser Region, die sich in griechischen oder zypriotischen Gew\u00e4ssern befinden, f\u00fcr sich zu sichern.<\/p>\n<p>Nun droht der T\u00fcrkei ein weiterer \u00f6konomischer Schock, der die\u00a0<a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/coronavirus-could-mean-back-back-160831370.html\">nach der W\u00e4hrungskrise von 2018 sich erholende \u00d6konomie vollends abst\u00fcrzen<\/a>\u00a0lie\u00dfe. Da die Bundesregierung auch weiterhin im Rahmen ihrer Kollaborationspolitik bereit ist, die imperialistischen Abenteuer Erdogans\u00a0<a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/internationale-politik\/id_87542776\/angela-merkel-in-der-syrien-krise-erdogan-soll-mehr-geld-bekommen.html\">mit Milliardenbetr\u00e4gen<\/a>\u00a0zu goutieren, d\u00fcrfte Erdogan seinen aggressiven Kurs in Reaktion auf die zunehmenden \u00f6konomischen Verwerfungen noch intensivieren.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Ausnahme in der Riege der Schwellenl\u00e4nder bildet das staatskapitalistische China, dessen Wirtschaft laut IWF erste Anzeichen einer Normalisierung erfahren soll, da nach offiziellen Zahlen es keine Neuinfektionen in der &#8222;Werkstatt der Welt&#8220; mehr gebe, sodass viele Betriebe wieder ihre\u00a0<a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/IWF-sieht-Anzeichen-von-Normalisierung-article21658738.html\">Produktion aufnehmen<\/a>\u00a0w\u00fcrden. Sollte es sich bei diesen Berichten des IWF und der chinesischen Staatsoligarchie um mehr als blo\u00dfes Wunschdenken oder Durchhalteparolen handeln, dann k\u00f6nnte dies den Beginn einer Normalisierung einleiten, die eventuell auch Teile der Semiperipherie vor dem totalen Absturz bewahren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Einen eindeutigen Indikator daf\u00fcr, dass diese Berichte durchaus eine gewisse Substanz haben, bietet die stabile\u00a0<a href=\"https:\/\/finance.yahoo.com\/news\/china-yuan-looks-unshakable-face-074517549.html\">Entwicklung der chinesischen W\u00e4hrung<\/a>, die im Gegensatz zu den W\u00e4hrungen vieler anderer Volkswirtschaften gegen\u00fcber dem Dollar nicht massiv abwertete. Eigentlich stellt eine rasche Erholung der chinesischen \u00d6konomie die einzige realistische Chance dar, den totalen, langfristigen Wirtschaftscrash noch zu verhindern und es bei einer schweren Krise in diesem Jahr zu belassen &#8211; auch wenn diese wirtschaftliche Erholung\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Das-Virus-die-Weltwirtschaft-und-das-Klima-4679329.html\">einer \u00f6kologischen Katastrophe<\/a>\u00a0gleichk\u00e4me.\u00a0(<em>Tomasz Konicz<\/em>)<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Schwellenlaender-auf-der-Kippe-4687731.html\"><em>Telepolis&#8230;<\/em><\/a><em> vom 23. M\u00e4rz 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tomasz Konicz. Bei l\u00e4nger anhaltender Krise drohen weiten Teilen der angeschlagenen Semiperipherie \u00f6konomische Zusammenbr\u00fcche.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7],"tags":[18,45,22],"class_list":["post-7399","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-international","tag-imperialismus","tag-neoliberalismus","tag-politische-oekonomie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7399","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7399"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7399\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7401,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7399\/revisions\/7401"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7399"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7399"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7399"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}