{"id":7556,"date":"2020-04-08T15:16:01","date_gmt":"2020-04-08T13:16:01","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7556"},"modified":"2020-04-08T15:16:02","modified_gmt":"2020-04-08T13:16:02","slug":"italien-der-widerstand-der-arbeiterklasse-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7556","title":{"rendered":"Italien: Der Widerstand der Arbeiterklasse geht weiter"},"content":{"rendered":"<p>Wenn sich in den letzten Tagen in bundesdeutschen Medien die Meldungen h\u00e4ufen, in Italien beruhige sich die Lage \u2013 so kann dies nur bewertet werden als Hilfestellung f\u00fcr die Absichten der Unternehmerverb\u00e4nde Italiens, m\u00f6glichst schnell<!--more--> die T\u00e4tigkeit wieder aufzunehmen. (Eine Kampagne, die nat\u00fcrlich auch \u00e4hnliche Bestrebungen in der BRD unterst\u00fctzt). Die Menschen in Italien erleben dies keineswegs so, sondern k\u00e4mpfen mit einem Alltag, der immer problematischer wird. Die gewerkschafts\u00fcbergreifende Streikbewegung der letzten M\u00e4rzwoche hatte nicht nur die Absichten der Unternehmen massiv durchkreuzt und behindert, sondern auch den Pakt von Unternehmen, Regierung und gro\u00dfen Gewerkschaftsverb\u00e4nden, der mindestens 12 Millionen Menschen zur Arbeit gezwungen hatte, zum Muster ohne Wert werden lassen, der daher nachgebessert werden musste. Auf diesen Erfahrungen aufbauend wird jetzt ein Kampf fortgef\u00fchrt gegen die Pl\u00e4ne der Unternehmen und f\u00fcr die soziale Absicherung aller \u2013 auch jener sehr vielen Menschen, die ohne Papiere arbeiten und leben, unter \u00fcblen Bedingungen, und deren wesentliche Rolle bei der allt\u00e4glichen T\u00e4tigkeit in der italienischen Wirtschaft inzwischen \u2013 z\u00e4hneknirschend \u2013 allgemein anerkannt werden muss, was auch eine Bankrotterkl\u00e4rung der Hasskampagnen der italienischen Rechten bedeutet. Siehe zur aktuellen Lage in Italien unsere aktuelle Materialsammlung \u201eSoziale Sicherheit f\u00fcr alle \u2013 gegen die Normalisierungspl\u00e4ne der Unternehmerverb\u00e4nde Italiens\u201c vom 08. April 2020:<\/p>\n<p><strong>\u201eSoziale Sicherheit f\u00fcr alle \u2013 gegen die Normalisierungspl\u00e4ne der Unternehmerverb\u00e4nde Italiens\u201c<\/strong><\/p>\n<p><em>(08. April 2020)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/revoltmag.org\/articles\/wir-wollen-unsere-rechte-kollektive-regularisierung-jetzt\/\">\u00a0\u201eWir wollen unsere Rechte \u2013 kollektive Regularisierung\u00a0jetzt!\u201c von Potere al Popolo am 06. April 2020 beim re:volt magazine<\/a>\u00a0(in deutscher \u00dcbersetzung) zur Situation und den Forderungen der \u201epapierlosen\u201c und hier muss wirklich gesagt werden \u201earbeitenden Massen\u201c: \u201e\u2026\u00a0<em>Doch w\u00e4hrend die gro\u00dfen Einzelhandelsunternehmen inmitten der gesundheitlichen Notlage und der \u00f6konomischen Krise ihre Gewinne steigern, zahlen die rund 350.000 Landarbeiter*innen den Preis daf\u00fcr;\u00a0nach Angaben\u00a0von \u00c4rzt*innen f\u00fcr Menschenrechte arbeitet weniger als die H\u00e4lfte der Landarbeiter*innen mit einem regul\u00e4ren Arbeitsvertrag. Die migrantischen Landarbeiter*innen \u2013 die sogenannten braccianti \u2013 lebten und arbeiteten schon vor der aktuellen Corona-Krise unter prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen. Ihre Lage ist determiniert von einer Gesetzgebung, die den arbeitenden Migrant*innen keinen automatischen Zugang zur Aufenthaltsbewilligung und somit zu den nationalen Sozial- und Gesundheitsdiensten gew\u00e4hrt. Ihre papierlose Existenz hat sich nun jedoch aus mindestens zwei Gr\u00fcnden weiter prekarisiert: Die Einschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit verunm\u00f6glicht es ihnen, in die Regionen Italiens zu reisen, in denen die fr\u00fchj\u00e4hrliche Obst- und Gem\u00fcseernte beginnt (in Apulien f\u00fcr Tomaten, im Piemont f\u00fcr \u00c4pfel usw.); In den verschiedenen Zeltlagern entlang der Felder (Arbeitsorte) herrschen Unterbringungsbedingungen, die es ihnen nicht erlaubt, sich vor einer Covid-Ansteckung zu sch\u00fctzen: kein flie\u00dfendes Wasser, infrastrukturelle Unm\u00f6glichkeit, sichere Abst\u00e4nde einzuhalten, und so weiter. \u00c4hnliche Probleme haben die Care-Arbeiter*innen, die sich t\u00e4glich um die Hausarbeiten und um die \u00e4lteren Menschen unserer Gesellschaft k\u00fcmmern. Die Alterung der Gesellschaft und die Entscheidung des Staates, die Last der Pflege, die die \u00e4lteren Menschen ben\u00f6tigen, nach dem Diktat der liberalen Ideologie auf die Familien und nicht auf den \u00f6ffentlichen Wohlfahrtsstaat zu verlagern, haben zur Bildung einer Armee von Care-Arbeiter*innen gef\u00fchrt: Nach den j\u00fcngsten Daten\u00a0gibt es etwa rund zwei Millionen Care-Arbeiter*innen, von denen weniger als die H\u00e4lfte (etwa 865.000) einen regul\u00e4ren Arbeitsvertrag besitzen und die gro\u00dfe Mehrheit Frauen aus Osteuropa sind<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p>\u201e<em>40% der Fr\u00fchlingsernte stehen auf dem Spiel, Landwirtschaftsministerin\u00a0Bellanova\u00a0ist daran, dank den \u201cgr\u00fcnen Bewilligungen\u201d der\u00a0EU\u00a0ein Abkommen mit\u00a0Rum\u00e4nien\u00a0zu finden, um 100.000 Landarbeiter*innen nach\u00a0Italien\u00a0zu holen<\/em>\u201c\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/Mau_Ri_83\/status\/1247066687373008906\">am 06. April 2020 im Twitter-Kanal von Maurizio C.<\/a>\u00a0zur keineswegs \u201emigrantenfreundlichen\u201c Reaktion der italienischen Regierung, die Kurzzeit-Eins\u00e4tze will\u2026<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/capitalism-virus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7557\" width=\"563\" height=\"408\"\/><\/figure>\n<p><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7532\">\u201eErwacht die italienische Arbeiterklasse?\u201c von Alexis Vassiley am 06. April 2020 in deutscher \u00dcbersetzung bei den Maulw\u00fcrfen<\/a>\u00a0fasst die Entwicklung der Streikbewegung mit dem bisherigen H\u00f6hepunkt am 25. M\u00e4rz 2020 und ihre Ursachen nochmals zusammen: \u201e\u2026\u00a0<em>W\u00e4hrend in Italien oft \u00fcber ein gutes Gesundheitssystem berichtet wird, liegt das Verh\u00e4ltnis von Betten zu Bev\u00f6lkerung bei 3,6\/1.000, gegen\u00fcber 5,8\/1.000 im Jahr 1998 und einem der niedrigsten in der OECD. Siebzigtausend Betten sind im Rahmen der neoliberalen Gegenreformen verschwunden und f\u00fcr \u00fcber 37 Milliarden Euro wurden die Kapazit\u00e4ten in den letzten Jahren abgebaut. Die Arbeitspl\u00e4tze wurden viel zu sp\u00e4t geschlossen \u2013 Die Epidemie war bereits voll ausgebrochen. Allein in der Lombardei gab es 4.000 Tote. Schon damals wurden Dinge wie die Reifenproduktion und die Waffenherstellung als \u00ablebensnotwendige\u00bb Industrien angesehen. Die von dem Regierungserlass ausgenommenen Industrien besch\u00e4ftigen sch\u00e4tzungsweise 12 Millionen Lohnabh\u00e4ngige. (\u2026) Die Streiks dr\u00e4ngten die Regierung, mehr Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um die nicht lebensnotwendige Produktion einzustellen. Die landesweiten Streiks am 25. M\u00e4rz hatten laut dem italienischen Sozialisten Piero Maestri zwei Merkmale: \u00abErstens deckte der Streik eine Reihe von verschiedenen Industriesektoren ab: Chemie, Luftverkehr, Metallarbeiter, der von den gro\u00dfen Gewerkschaftsverb\u00e4nden CGIL-CISL-UIL organisiert wurde\u00bb, erkl\u00e4rt er per E-Mail. \u00abZweitens, ein landesweiter Generalstreik, zu dem die Unione Sindacale di Base und andere Basisgewerkschaften aufgerufen haben. Die Besch\u00e4ftigten des Gesundheitswesens beteiligten sich auch durch Solidarit\u00e4tsfotos und symbolische einmin\u00fctige Unterbrechungen\u00bb. (\u2026) In Fabriken wie GKN, Piaggio, Electrolux und Fincantieri \u2013 die \u00fcber eine starke Basisorganisation verf\u00fcgen \u2013 hatten sich die Besch\u00e4ftigten neben denen von FIAT-Chrysler bereits Geh\u00f6r verschafft. Starke Streiks gab es in der Logistik, wo die Basisgewerkschaft Si-Cobas bereits seit mehreren Jahren organisiert ist. Ciro Tappeste und Giuliana Martieri berichteten am 26. M\u00e4rz in Left Voice, dass f\u00fcr etwa 10 Tage nach der Unterzeichnung des Protokolls \u00abdie Aktivit\u00e4ten durch Streiks in mehreren Sektoren, in denen \u201aBasisgewerkschaften\u2018 aktiv sind, ausgesetzt oder gel\u00e4hmt wurden\u00bb. \u00abSeit Montag, dem 23. M\u00e4rz, als [Premierminister Giuseppe] Conte auf die Forderungen der Arbeitgeber reagierte, ist die Situation eskaliert, mit Streiks im Luftfahrtsektor, insbesondere bei Leonardo (36.000 Besch\u00e4ftigte), Gavio und LGS, aber auch bei der Safilo-Brillengruppe (wo die Gewerkschaften vorgeschlagen haben, die Luxusproduktion auf die Herstellung von Schutzmasken umzustellen), und in der Metallverarbeitung in Padua, wo die Besch\u00e4ftigten \u2026 am 24. M\u00e4rz f\u00fcr 48 Stunden streikten\u00bb.<\/em>..\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operaicontro.it\/2020\/04\/05\/il-prefetto-di-taranto-ha-deciso-si-lavora-e-si-vende-anche-col-coronavirus\/\">\u201eIL PREFETTO DI TARANTO HA DECISO SI LAVORA E SI VENDE ANCHE COL CORONAVIRUS\u201c am 06. April 2020 bei Operai Contro<\/a>\u00a0meldet, dass der B\u00fcrgermeister von Taranto in seinem neuen Erlass vom 03. April dem Dr\u00e4ngen von Arcelor Mittal nach Wiederaufnahme von Produktion und Vertrieb nachgegeben hat, seine Beschr\u00e4nkungen vom vorherigen Dekret aufzuheben und dem Unternehmen zu erlauben, 3.500 Besch\u00e4ftigte sowie 2.000 Besch\u00e4ftigte von Subunternehmen zur Arbeit zu zwingen, trotz der vorhandenen F\u00e4lle von Infektionen. Die Reaktion der gro\u00dfen Gewerkschaften: Keine. Und diese Meldung steht hier stellvertretend f\u00fcr eine ganze Reihe \u00e4hnlicher Nachrichten aus allen Ecken des Landes \u2013 und vermutlich noch f\u00fcr eine ganze Reihe mehr solcher Vorg\u00e4nge, die erst gar nicht in den b\u00fcrgerlichen Medien auftauchen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.usb.it\/leggi-notizia\/coronavirus-usb-no-alla-riapertura-delle-attivita-non-essenziali-stato-di-agitazione-nazionale-di-tutto-il-settore-privato-1738.html\">\u201eCoronavirus, USB: no alla riapertura delle attivit\u00e0 non essenziali, stato di agitazione nazionale di tutto il settore privato\u201c am 06. April 2020 beim Gewerkschaftsbund USB<\/a>\u00a0ist der Aufruf der Basisgewerkschaft, den Widerstand landesweit zu organisieren, um eine Wiederaufnahme der Produktion in nicht lebensnotwendigen Bereichen zu verhindern, wie sie von den Unternehmern und ihren Verb\u00e4nden gefordert und betrieben wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/italien\/gewerkschaften-italien\/nach-ihrer-niederlage-durch-die-streikbewegung-ende-maerz-mobilisieren-italiens-unternehmerverbaende-alles-um-doch-alle-produktion-und-dienstleistung-wieder-aufzunehmen-und-stossen-auf-wach\/Per%20un%20patto%20d%E2%80%99azione:%20mozione%20finale%20assemblea%202%20aprile\">\u201ePer un patto d\u2019azione: mozione finale assemblea 2 aprile\u201c am 06. April 2020 bei SI Cobas<\/a>\u00a0ist der Bericht \u00fcber und die Entschlie\u00dfung einer landesweiten virtuellen Versammlung am 02. April, an der rund 150 Personen als Vertreterinnen und VertreterDutzender politischer, sozialer und gewerkschaftlicher Organisationen teilnahmen,\u00a0 die gemeinsame Aktionen vereinbarten. Das Ergebnis besteht vor allem in einem gemeinsamen Forderungskatalog, der insgesamt 13 Punkte umfasst, die nicht zuletzt durch eine gemeinsame Aktionswoche direkt vor dem 1. Mai erk\u00e4mpft werden sollen. Der Katalog umfasst die Einrichtung einer Sondersteuer von 10% auf die reichsten 10% des Landes, die etwa 400 Milliarden Euro einbringen w\u00fcrde ebenso, wie die Fortzahlung des Einkommens aller, die w\u00e4hrend der Epidemie zu Hause sind, die sofortige Gleichstellung aller zur Beseitigung der Diskriminierung breiter Teile der arbeitenden Menschen, die dies ohne Papiere tun und solche Forderungen wie die Verteidigung des Streikrechts unter dem Motto \u201eWer arbeitet, darf auch streiken\u201c und die Streichung geplanter Milit\u00e4rausgaben\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rassegna.it\/articoli\/compriamo-sottomarini-e-la-gente-muore-in-ospedale\">\u201e\u00abCompriamo sottomarini e la gente muore in ospedale\u00bb\u201c am 04. April 2020 bei Rassegna Sindacale<\/a>\u00a0ist ein Interview von Stefano Milani mit Gino Strada, der vor allem den Widerspruch kritisiert, zwischen den aktuellen Notwendigkeiten im Gesundheitsbereich und der Tatsache, dass gerade in diesen Tagen die Regierung den Kauf neuer U-Boote beschlossen hat\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sindacatounaltracosa.org\/2020\/04\/03\/coronavirus-quale-il-ruolo-della-cgil\/\">\u201eCoronavirus: quale il ruolo della\u00a0CGIL?\u201c am 03. April 2020 bei Il sindicato \u00e8 un\u2019altra cosa<\/a>\u00a0ist ein Beitrag, in dem ausgehend von den Positionen der organisierten Opposition im gr\u00f6\u00dften Gewerkschaftsbund CGIL dessen Rolle in der aktuellen Situation diskutiert wird. Dabei wird insbesondere hervor gehoben, dass der Streik am 25. M\u00e4rz 2020 wesentliche Verbesserungen erreicht habe, zu dem aber nur die Metallgewerkschaft im Bezirk Lombardei (zusammen mit zahlreichen Basisgewerkschaften) aufgerufen und mobilisiert habe, nicht aber der Verband. Was als ein wesentlicher Fehler bewertet wird, der f\u00fcr weitere Aktionen unbedingt vermieden werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.derfunke.de\/rubriken\/solidaritaet\/2647-ein-internationaler-aufruf-der-italienischen-arbeiterinnen-an-die-arbeiterinnen-der-welt\">Ein internationaler Aufruf von italienischen ArbeiterInnen an die ArbeiterInnen der Welt\u201c am 02. April 2020 bei Der Funke<\/a>\u00a0ist die deutsche \u00dcbersetzung eines Aufrufes aus Italien, in dem eine Basisgruppierung unter anderem darauf abhebt: \u201e\u2026\u00a0<em>Dieser Aufruf geht an die ArbeiterInnen der Welt, weil es sich hier nicht um ein rein italienisches Problem handelt, sondern um ein weltweites. Das Virus kennt keine nationalstaatlichen Grenzen, so wie auch die Wirtschaftskrise keine Grenzen kennt. Wir glauben, dass aus unseren Erfahrungen Lehren f\u00fcr die ArbeiterInnen anderer L\u00e4nder gezogen werden k\u00f6nnen. Die italienische Regierung hat die gesamte Bev\u00f6lkerung aufgerufen, zuhause zu bleiben, um die Verbreitung der Krankheit einzud\u00e4mmen. Doch das gilt nicht f\u00fcr Millionen ArbeiterInnen, die gezwungen sind, auch in gesellschaftlich nicht notwendigen Industrien und Sektoren zu arbeiten. Der einzige Grund, warum wir gezwungen sind zu arbeiten, ist, dass wir den Profit der Eigent\u00fcmer der Unternehmen sicherstellen m\u00fcssen. Die Regierung weigert sich, die Schlie\u00dfung aller gesellschaftlich nicht notwendigen Produktionsbetriebe anzuordnen und gef\u00e4hrdet damit unsere Gesundheit und die Gesundheit unserer Familien, weil sie dadurch einer h\u00f6heren Infektionsgefahr ausgesetzt sind. Unsere Gesundheit wird auf dem Altar des Profits geopfert. Die Besch\u00e4ftigten im Gesundheitssystem sind mit einer noch schlimmeren Situation konfrontiert. Die Krankenh\u00e4user sind zu Zentren der Ansteckungsgefahr geworden. Das medizinische Personal muss die PatientInnen versorgen, ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen und ohne die dringend notwendigen Coronatests zur Verf\u00fcgung gestellt zu bekommen. Das Gesundheitssystem kollabiert wortw\u00f6rtlich unter dem Druck der Pandemie. Das ist die Folge von jahrelanger Unterfinanzierung und der Privatisierung des Gesundheitssystems. Als f\u00fchrende Gewerkschaftsfunktion\u00e4rInnen, Betriebsr\u00e4tInnen und einfache ArbeiterInnen glauben wir, dass es notwendig ist, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wir verlangen, dass alle Fabriken und Betriebe, die keine gesellschaftlich notwendigen G\u00fcter produzieren, geschlossen bleiben und die Unternehmen den Lohn zur G\u00e4nze weiterbezahlen. Wenn die Unternehmer sich weigern, diese Forderung umzusetzen, dann m\u00fcssen wir \u00fcberall, wo es m\u00f6glich ist, in den Streik treten. Die Streiks, die in Italien, Frankreich, Spanien, in den USA, Kanada und anderen L\u00e4ndern bereits ausgebrochen sind, best\u00e4tigen, dass die ArbeiterInnen in allen L\u00e4ndern sehr gut den Ernst der Lage verstehen und nicht l\u00e4nger bereit sind, als Schlachtvieh f\u00fcr die Profitwirtschaft herzuhalten<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/04\/07\/ital-a07.html\">\u201eAus Angst vor Hungerunruhen: 20.000 Soldaten nach S\u00fcditalien verlegt\u201c von Allison Smith am 07. April 2020 bei wsws<\/a>\u00a0zur \u201eOption\u201c Armee-Einsatz, die auch in Italien Formen annimmt: \u201e\u2026\u00a0<em>Anstatt jedoch finanzielle Unterst\u00fctzung und Nahrungsmittel bereitzustellen, fordern die italienischen Regionalr\u00e4te eine verst\u00e4rkte Milit\u00e4r- und Polizeipr\u00e4senz. Der Regionalrat von Sizilien hat sich k\u00fcrzlich auf Artikel 31 des sizilianischen Statuts berufen, der der Region die Befugnis verleiht, \u201edie Leitung der staatlichen Sicherheitsdienste (einschlie\u00dflich Milit\u00e4r und Polizei) zu \u00fcbernehmen, um wirksam und unverz\u00fcglich auf alle staatlichen Notsituationen zu reagieren, die die \u00f6ffentliche Ordnung, Gesundheit und Sicherheit in der Region oder einem Teil davon beeintr\u00e4chtigen\u201c. Artikel 31, der bisher noch nie angewendet wurde, stellt dem Regionalpr\u00e4sidenten Polizei und Armee zur Verf\u00fcgung, um jede Form von Protest oder Klassenkampf zu unterdr\u00fccken, die als Folge der Covid-19-Pandemie in Italien auftreten k\u00f6nnte. \u00dcber den Regionalpr\u00e4sidenten von Sizilien, Nello Musumeci, sagte der Journalist Giacinto Pipitone im\u00a0Giornale di Sicilia: \u201eMusumeci tut seit Wochen so, als bef\u00e4nden wir uns im Krieg.\u201c Die st\u00e4ndigen Anschuldigungen gegen die italienische Bev\u00f6lkerung sind \u00fcberheblich und reaktion\u00e4r. Sowohl die Medien als auch die herrschende Klasse versuchen, die \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit davon abzulenken, dass die Regierung unf\u00e4hig ist, mit der Pandemie fertig zu werden. Sie w\u00e4lzen die Schuld f\u00fcr die kriminelle Vernachl\u00e4ssigung des Staats von den Spitzenbeamten auf die Menschen ab, obwohl diese in Quarant\u00e4ne leben und nicht einmal mehr die finanziellen Mittel haben, um Lebensmittel und andere Gebrauchsg\u00fcter zu kaufen. Dieselbe Mitarbeiterin des Lebensmittelgesch\u00e4fts erz\u00e4hlte der\u00a0WSWS, dass etwa 20 Prozent ihrer Kunden staatliche Unterst\u00fctzung beziehen, und dass viele Kleinunternehmer aufgrund der Pandemie nun ohne jegliches Einkommen dastehen. Eine Freundin besitzt ein Reiseb\u00fcro, und alle ihre Buchungen werden in diesem Jahr storniert, so dass sie praktisch \u00fcber Nacht kein Einkommen mehr hat. Sie muss jedoch Kontrollpunkte der Polizei und der Armee passieren, weswegen sie eine Selbsterkl\u00e4rung mit sich f\u00fchrt, dass sie auf dem Weg zur Arbeit sei. Die Regierung versucht, mit dem Armeeeinsatz davon abzulenken, dass die herrschende Klasse f\u00fcr die kriminell versp\u00e4tete Reaktion auf das Virus verantwortlich ist. Gleichzeitig reagierte sie auf den Ausbruch von spontanen Massenstreiks in ganz Italien und auf internationaler Ebene. Arbeiter protestieren gegen die offizielle Covid-19-Politik und fordern das Recht auf Schutz im eigenen Land. Die Regierung versucht offensichtlich, ihre Position gegen die Arbeiterklasse zu st\u00e4rken<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<ul>\n<li>Siehe zum Thema z.B.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/irland\/gewerkschaften-irland\/alternative-gewerkschaftliche-aufrufe-gegen-die-reaktionaere-offensive-von-kapital-und-regierungen-die-angeblich-dem-virus-gelten-soll\/\">Alternative Gewerkschaftliche Aufrufe gegen die reaktion\u00e4re Offensive von Kapital und Regierungen \u2013 die angeblich dem Virus gelten soll<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/italien\/gewerkschaften-italien\/nach-ihrer-niederlage-durch-die-streikbewegung-ende-maerz-mobilisieren-italiens-unternehmerverbaende-alles-um-doch-alle-produktion-und-dienstleistung-wieder-aufzunehmen-und-stossen-auf-wach\/\">labournet.de&#8230;<\/a> vom 8. April 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn sich in den letzten Tagen in bundesdeutschen Medien die Meldungen h\u00e4ufen, in Italien beruhige sich die Lage \u2013 so kann dies nur bewertet werden als Hilfestellung f\u00fcr die Absichten der Unternehmerverb\u00e4nde Italiens, m\u00f6glichst schnell<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[25,29,87,121,44,26,75,17],"class_list":["post-7556","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitskaempfe","tag-arbeitswelt","tag-covid-19","tag-gesundheitswesen","tag-gewerkschaften","tag-italien","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7556"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7556\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7558,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7556\/revisions\/7558"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}