{"id":7669,"date":"2020-04-25T11:39:00","date_gmt":"2020-04-25T09:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7669"},"modified":"2020-04-25T11:39:01","modified_gmt":"2020-04-25T09:39:01","slug":"nein-zu-ueberhasteten-schuloeffnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7669","title":{"rendered":"Nein zu \u00fcberhasteten Schul\u00f6ffnungen!"},"content":{"rendered":"<p><em>Christian Gebhardt. <\/em>Lange hat es gedauert. Zuerst galten Kinder und Jugendliche angeblich \u00fcberhaupt nicht als gef\u00e4hrdet. Es hie\u00df, sie w\u00fcrden von dem Corona-Virus zwar infiziert werden k\u00f6nnen, aber gesundheitlich sei nichts zu bef\u00fcrchten. Es w\u00e4re<!--more--> viel unverantwortlicher, die Schule zu schlie\u00dfen, da ansonsten ihre Eltern nicht zur Arbeit gehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Dieses \u201eArgument\u201c galt bis Mitte M\u00e4rz, also bis kurz vor dem Beschluss der Schulschlie\u00dfungen. Die Ausbreitung der Pandemie zwang zu einem Kurswechsel. Die sozialen Auswirkungen der Schulschlie\u00dfungen \u2013 Vereinsamung, Verst\u00e4rkung der sozialen Ungleichheiten beim home-schooling, Fehlen fest jeder Vorbereitung der Sch\u00fclerInnen, LehrerInnen und Eltern \u2013 spielten damals noch keine Rolle. Das Schuljahr sollte auf Teufel komm raus durchgezogen werden.<\/p>\n<p><strong>E-Learning \u2013 ein Erfolgskonzept?<\/strong><\/p>\n<p>Dann kam die \u201eOnline-Wende\u201c. Innerhalb weniger Tage, ja Stunden wurden die Schulen geschlossen. Kein\/e Sch\u00fclerIn werde dadurch einen Nachteil erhalten. Schlie\u00dflich w\u00fcrden ausreichend Online-Angebote geschaffen und alles ohne weiteres daheim weitergehen k\u00f6nnen. Dieses \u201eohne weiteres\u201c war schnell abzusehen: Sch\u00fclerInnen aus \u00e4rmeren Haushalten waren durch die jetzige Situation st\u00e4rker daran gehindert, ordentlich digital zu lernen (<a href=\"http:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2020\/03\/24\/leben-unter-corona-aus-der-sicht-eines-lehrers\/\">Leben unter Corona \u2013 aus der Sicht eines Lehrers<\/a>).<\/p>\n<p>Die derzeitige Situation \u2013 unter anderem geschaffen durch das jahrelange Verschlafen notwendiger digitaler Versorgung aller Schulen, LehrerInnen und Sch\u00fclerInnen unabh\u00e4ngig von ihrer Herkunft \u2013 verst\u00e4rkte die Ungleichheit der Bildung weiterhin. Ein effektives Lernen unabh\u00e4ngig von der sozialen Herkunft des jeweiligen Kindes ist in der derzeitigen Situation nicht realistisch.<\/p>\n<p>Stattdessen sollte daran gearbeitet werden, die Kerngruppen zu verkleinern, jedeN Sch\u00fclerIn mit einer digitalen Ausstattung zu versorgen sowie R\u00e4umlichkeiten zur Verf\u00fcgung zu stellen (z.\u00a0B. Stadtbibliotheken, Eingliederung in die Notfallbetreuung in den Schulen), in denen Sch\u00fclerInnen, die zuhause \u00fcber keine r\u00e4umlichen Voraussetzungen verf\u00fcgen, ohne Stress lernen k\u00f6nnen. Nur so k\u00f6nnte es den Lehrkr\u00e4ften sowie den Sch\u00fclerInnen erm\u00f6glicht werden, ein effektiv Lernen zu gestalten und daran teilzunehmen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Schule.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7670\" width=\"559\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Schule.jpg 500w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Schule-300x214.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 559px) 100vw, 559px\" \/><\/figure>\n<p><strong>Zur\u00fcck zur Normalit\u00e4t \u2013 aber wie?<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem nun die Schulschlie\u00dfungen \u00fcber vier Wochen andauern, war die Diskussion der letzten Tage rund um die allgemeinen Lockerungsbem\u00fchungen auch immer stark von der Frage gepr\u00e4gt: \u201eWann k\u00f6nnen wir die Schulen wieder \u00f6ffnen?\u201c<\/p>\n<p>Anders als noch vor den Schlie\u00dfungen waren die Argumente nun nicht ausschlie\u00dflich die, dass es den Eltern so schnell wie m\u00f6glich wieder erm\u00f6glicht werden sollte, die Arbeit wieder aufnehmen zu k\u00f6nnen. Neben diesem Argument wurde pl\u00f6tzlich auch auf die soziale Ungleichheit der derzeitigen Situation hingewiesen und ,wie schwer es vielen Familien f\u00e4llt, mit dieser Situation umzugehen. Ganz nach dem Motto \u201espalte und herrsche\u201c werden hier die Interessen der Eltern gegen die der Sch\u00fclerInnen und der Gesellschaft insgesamt ausgespielt.<\/p>\n<p>Bemerkenswert auch, dass der selektive Charakter des E-Learnings pl\u00f6tzlich jenen auff\u00e4llt, die ansonsten den Klassencharakter des Schulsystems verteidigen und f\u00fcr Privatisierung und verst\u00e4rkte Auslese eintreten.<\/p>\n<p>Aber gut, dass wir sogenannte \u201eExpertInnen\u201c haben, denen uneingeschr\u00e4nkt und ohne Probleme geglaubt werden kann. Dumm nur, wenn sich diese in den wesentlichen Dingen widersprechen. Forderte die Nationale Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, die Schulf\u00f6rderung direkt nach den Osterferien mit den j\u00fcngsten Klassen zu beginnen, kam von den ExpertInnen des Robert-Koch-Institutes (RKI) die Empfehlung, mit den \u00e4lteren Jahrg\u00e4ngen zu beginnen, da sich diese eher an die Hygienevorschriften halten k\u00f6nnten. Von Seiten der Regierungen des Bundes und der L\u00e4nder wurde sich nun am 15. April darauf verst\u00e4ndigt, dem Rat des RKI zu folgen. Die Schulen sollen nun noch bis zum 4. Mai geschlossen bleiben und danach soll mit dem Unterricht der Abschlussklassen erneut begonnen werden. Wie dieser Unterricht sowie die notwendigen Infrastrukturen (Schulweg, Pausenregelungen etc.) gestaltet werden sollen, soll nun durch die KultusministerInnenkonferenz (KMK) bis zum 29. April erarbeitet werden.<\/p>\n<p>Doch manche L\u00e4nder preschen vor \u2013 ohne dass irgendwelche hygienischen oder sonstigen Voraussetzungen, z.\u00a0B. Grundreinigungen der Schulen, schon fl\u00e4chendeckend gew\u00e4hrleistet sind. Diese Sonderregelungen sehen Bund und L\u00e4nder ausdr\u00fccklich vor. Bundesl\u00e4nder, die schon zeitnah das Abhalten ihrer Abschlusspr\u00fcfungen (z.\u00a0B. das Abitur) angek\u00fcndigt haben, sollen auch schon vor dem Stichtag ihre Schulen wieder \u00f6ffnen d\u00fcrfen. Der Berliner Senat hat angek\u00fcndigt, in der kommenden Woche, vom 20.\u201324. April, mit dem Lateinabitur anfangen zu wollen. Ab 27.4. sollen weitere Schulen ge\u00f6ffnet werden. In Rheinland-Pfalz sollen die Sch\u00fclerInnen der Abschlussklassen ebenfalls schon Anfang n\u00e4chster Woche wieder den Unterricht besuchen. Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will ab 23. April die Schulen wieder teilweise \u00f6ffnen.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungen auf Teufel komm raus?<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage der Abschl\u00fcsse wird ebenfalls von allen PolitikerInnen hochgehalten, spielen sie doch in einer kapitalistischen Leistungsgesellschaft eine wichtige ideologische Rolle. JedeR soll unter Stress und Druck beweisen, dass die Bereitschaft und F\u00e4higkeit zur Leistungserbringung im System vorhanden ist. Unabh\u00e4ngig ob nun die Schulen wieder voll starten k\u00f6nnen oder nicht, sollen die Pr\u00fcfungen f\u00fcr die Sch\u00fclerInnen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter durchgezogen werden.<\/p>\n<p>Auch wenn argumentiert werden kann, dass der Gro\u00dfteil des Lernstoffes schon vor der Schulschlie\u00dfung im Unterricht behandelt wurde, fehlen wichtige Bestandteile einer gut organisierten Pr\u00fcfungsvorbereitung: die \u00dcbung, Wiederholung und Vernetzung von Lernstoff der letzten Jahre. Klar kann sich theoretisch im Selbststudium daheim der Inhalt beigebracht und f\u00fcr die Pr\u00fcfungen gelernt werden. Aber das wichtige, begleitete \u00dcben mit einer Lehrkraft sowie das gemeinsame Abfragen und Lernen mit Mitsch\u00fclerInnen f\u00e4llt in der jetzigen Situation wieder denen zu, die durch ihre famili\u00e4re Situation eine ruhige und feste Lernatmosph\u00e4re vorfinden.<\/p>\n<p>Zu Recht protestieren Elternvertretungen, Gewerkschaften und Sch\u00fclerInnen gegen Pr\u00fcfungen unter diesen Bedingungen. Eine erste Wirkung hat das erzielt. Das Land Hessen will allen Sch\u00fclerInnen eine Versetzung in die h\u00f6heren Klassen erlauben.<\/p>\n<p><strong>Was k\u00fcmmert mich die Virusgefahr von gestern?<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00fcberhastete Wiederer\u00f6ffnung der Schulen darf jedoch nicht nur im Zusammenhang mit schulischen Fragen betrachtet werden. Die Bundesregierung und die L\u00e4nder setzen unter dem Druck der UnternehmerInnenverb\u00e4nde auf ein m\u00f6glichst rasches Hochfahren der Wirtschaft, also darauf, m\u00f6glichst viele wieder zur Arbeit zu schicken, Gesch\u00e4fte und Restaurants zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Eltern wieder in den Betrieb m\u00fcssen, sollen die Sch\u00fclerInnen an den Schulen betreut werden. Es greift somit zu kurz, nur die Schulpolitik an den Pranger zu stellen. Schlie\u00dflich m\u00fcssen die Unternehmen wieder Gewinn machen \u2013 und das ist im Kapitalismus eben systemrelevant und allemal wichtiger als Demokratie und Gesundheit. Damit die Eltern wieder ungest\u00f6rt zur Arbeit k\u00f6nnen, sollen die Kinder und Jugendlichen in die Schule. Mit deren \u00d6ffnung wird bewusst das Risiko einer erneuten st\u00e4rkeren Ausbreitung der Pandemie, einer zweiten Welle in Kauf genommen. Die Verantwortung f\u00fcr eine m\u00f6gliche Steigerung der Infektionszahlen versuchen Bund und L\u00e4nder dabei, vorsorglich auf LehrerInnen und Sch\u00fclerInnen abzuw\u00e4lzen, die sich unter unverantwortlichen Bedingungen eben \u201everantwortlich\u201c zu verhalten h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong>Nein zur Schul\u00f6ffnung! Nein zum Pr\u00fcfungsabenteuer!<\/strong><\/p>\n<p>Zu Recht sprechen sich mehr und mehr GewerkschafterInnen sowie die GEW, LehrerInnenvereinigungen, Eltern- und Sch\u00fclerInnenvertretungen gegen die \u00fcberhastete \u00d6ffnung der Schulen aus.<\/p>\n<p>Der DGB spricht sich u.\u00a0a. auch aus obigen Gr\u00fcnden zusammen mit der GEW daf\u00fcr aus, in diesem Schuljahr keine Abschlusspr\u00fcfungen mehr durchzuf\u00fchren. Die Gleichbehandlung der Pr\u00fcflinge sei nicht gegeben. Wir unterst\u00fctzen diese Forderung, die Pr\u00fcfungen f\u00fcr alle Schultypen abzusagen. Aber damit ist es alleine nicht getan, lassen sich doch nur durch die Forderung nach Absage einer Abschlusspr\u00fcfung schnell \u00c4ngste und Unsicherheiten gegeneinander ausspielen: \u201eWerde ich dann von meinem Betrieb \u00fcbernommen?\u201c, \u201eWerde ich eine Anstellung mit einem Corona-Abschluss finden?\u201c, \u201eWie kann ich meinen Abischnitt dann noch verbessern, um mich f\u00fcr meinen Wunschstudiengang bewerben zu k\u00f6nnen?\u201c<\/p>\n<p>Diese Fragen schwirren vielen derzeit bei der Diskussion um die Abschlusspr\u00fcfungen im Kopf umher. Anders ist es nicht zu erkl\u00e4ren, warum Landessch\u00fclerInnenvertretungen wie die aus Baden-W\u00fcrttemberg sich daf\u00fcr stark machen, zwar die Pr\u00fcfungen abzusagen, es aber freigestellt sein soll, sich einer freiwilligen Pr\u00fcfung zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zur Notenverbesserung unterziehen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Die richtige Forderung der GEW und des DGB nach Aussetzung der Pr\u00fcfungen in diesem Jahr sollte daher noch durch weitere Forderungen erg\u00e4nzt werden. Nur mit einem solchen Forderungskatalog kann der Druck von den Sch\u00fclerInnen, den Eltern und Erziehungsberechtigten genommen werden, um auch das h\u00e4usliche Miteinander in Zeiten von Ausgangssperren zu vereinfachen. R\u00fchrt viel Druck und Stress doch auch daher, dass ein Schuljahr unter schwierigen Bedingungen \u201enormal\u201c zu Ende gef\u00fchrt werden soll.<\/p>\n<p>Wir fordern deshalb:<\/p>\n<ul>\n<li>Nein zur \u00fcberhasteten Schulwiederer\u00f6ffnung. Die Gewerkschaft GEW, VertreterInnen der LehrerInnen, Sch\u00fclerInnen und Eltern \u2013 nicht Schulbeh\u00f6rden, Staat oder sog. \u201eExpertInnen\u201c m\u00fcssen dar\u00fcber entscheiden, wann die Schule er\u00f6ffnet wird oder nicht.<\/li>\n<li>Dies bedeutet auch die Erarbeitung eines Umbauplans der Schulen, um sie f\u00fcr eine \u201eandere Schule\u201c in Zeiten von Corona fit zu machen: Ausbau von Klassenzimmern um kleiner Klassengruppe zu erm\u00f6glichen, Einrichtung von Teststationen um die Sch\u00fclerInnen und LehrerInnen und Verwaltungsangestellte in den Schulen regelm\u00e4\u00dfig testen zu k\u00f6nnen. Ein solcher Umbauplan und Umbauma\u00dfnahmen macht es notwendig \u00fcber eine l\u00e4ngere Schulschlie\u00dfung nachzudenken.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Ausstattung aller Sch\u00fclerInnen mit kostenlosen digitalen Endger\u00e4ten um die individuelle Teilnahme an den E-learningangeboten zu gew\u00e4hrleisten.<\/li>\n<li>Die Versetzung aller Sch\u00fclerInnen in die n\u00e4chsth\u00f6here Klassenstufe.<\/li>\n<li>Absage aller Abschlusspr\u00fcfungen an allen Schultypen und Anerkennung des Abschusses f\u00fcr alle Schulabg\u00e4ngerInnen (Abitur, andere Abschlusspr\u00fcfungen). Abschaffung des Numerus Clausus (NC) an den Universit\u00e4ten und freier Zugang zur Uni f\u00fcr alle Abg\u00e4ngerInnen.<\/li>\n<li>Sicherung der Ausbildung f\u00fcr alle Schulabg\u00e4ngerInnen. Sollten die Unternehmen Azubis nicht einstellen, m\u00fcssen sie f\u00fcr deren Ausbildung zahlen (Umlage) und soll die Ausbildung durch den Staat bei voller Verg\u00fctung gesichert werden.<\/li>\n<li>\u00dcbernahme aller Azubis in ihren Lehrbetrieb. Sollte die \u00dcbernahme aufgrund von Schlie\u00dfungen nicht m\u00f6glich sein, sollen diese Betriebe entsch\u00e4digungslos enteignet,\u00a0 die Azubis bei vollen Tarifl\u00f6hnen \u00fcbernommen werden. Sie sollen f\u00fcr gesellschaftlich n\u00fctzliche Arbeit (z.\u00a0B. im Gesundheitswesen, f\u00fcr die Wiederer\u00f6ffnung der Schulen im Herbst, f\u00fcr \u00f6kologische Erneuerung) etc. besch\u00e4ftigt werden.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Neueinstellung zus\u00e4tzlicher Lehrkr\u00e4fte, die Verringerung der Klassenteiler und der Deputatsstunden. Die Schulen werden sich im kommenden Schuljahr mit einer inhomogeneren Sch\u00fclerInnenschaft auseinandersetzen m\u00fcssen. Hierf\u00fcr m\u00fcssen Bedingungen geschaffen werden, um es den Schulen zu erm\u00f6glichen, mit dieser umzugehen.<\/li>\n<li>F\u00fcr eine massive Ausweitung der Bildungsbudgets, Ausbau von Schulen und Kitas. Schluss mit der Privatisierung der Schulen, Privatschulen in \u00f6ffentliche Hand. F\u00fcr eine gemeinsame Schule aller unter Kontrolle von LehrerInnen, Sch\u00fclerInnen und VertreterInnen der Lohnabh\u00e4ngigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir werden diese Forderungen aber nicht geschenkt bekommen. Die DGB-Gewerkschaften m\u00fcssen mit ihrer Burgfriedenspolitik brechen. Die GEW muss nicht nur kritisieren, sondern vor allem mobilisieren. Anstatt Politik zusammen mit den Unternehmen zu gestalten, sollte sie eher eine Bewegung f\u00fcr die Durchsetzung ihrer Forderungen aufbauen.<\/p>\n<p>Es sollte zusammen mit den Sch\u00fclerInnenvertretungen sowie den Elternbeir\u00e4ten an einem Boykott der Abschlusspr\u00fcfungen gearbeitet werden. Auch wenn die derzeitige Situation die offensive Mobilisierung auf den Stra\u00dfen erschwert, sollten Mittel der Verweigerung und des Streiks benutzt werden, um die diesj\u00e4hrigen Pr\u00fcfungen zu stoppen.<\/p>\n<p>Sch\u00fclerInnen, Bewegungen wie FridaysforFuture, die Gewerkschaften und die gesamte ArbeiterInnenbewegung sollten gegen die Schulpolitik von Bund und L\u00e4ndern aktiv werden und sie bestreiken! Gewerkschaften und Sch\u00fclerInnenvertretungen sollten nicht nur online protestieren, sondern auch an den Schulen den Kampf aufnehmen. Der f\u00fcr den 24. April geplante O<a href=\"https:\/\/www.klima-streik.org\/\">nline-Klimastreik<\/a>\u00a0sollte gerade angesichts der vorgezogenen Schul\u00f6ffnungen zum Fanal f\u00fcr einen realen Streik werden!<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2020\/04\/19\/nein-zu-uberhasteten-schuloffnungen\/\"><em>arbeiterinnenmacht.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 25. April 2020 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian Gebhardt. Lange hat es gedauert. Zuerst galten Kinder und Jugendliche angeblich \u00fcberhaupt nicht als gef\u00e4hrdet. Es hie\u00df, sie w\u00fcrden von dem Corona-Virus zwar infiziert werden k\u00f6nnen, aber gesundheitlich sei nichts zu bef\u00fcrchten. 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