{"id":7676,"date":"2020-04-26T09:33:46","date_gmt":"2020-04-26T07:33:46","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7676"},"modified":"2020-04-26T09:33:47","modified_gmt":"2020-04-26T07:33:47","slug":"fluchtursache-nestle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7676","title":{"rendered":"Fluchtursache Nestl\u00e9"},"content":{"rendered":"<p><em>Jan Braunholz. <\/em><strong>Als ich vor 20 Jahren mit den Dreharbeiten zu meiner Filmdokumentation \u00b4Cafe Rebeldia` \u00fcber zapatistische Kaffeestrukturen und die Kaffeekrise in Mexico begann, war mir noch nicht klar, wie dieser weltgr\u00f6\u00dfte Lebensmittelkonzern<!--more--> den Alltag in Mexico bestimmt. Angefangen vom Anbau bis hin zur Kaffeekultur und Kaffeekonsum sind sie marktbestimmend und setzten auch die politischen Eckpunkte mit konkreten Einflu\u00dfnahmen bis in die h\u00f6chsten Entscheidungsgremien der mexikanischen Regierung. Ich werde dies an ein paar Beispielen verdeutlichen.<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr ihren Nescafe importiert Nestl\u00e9 seit Jahren billigen Robusta Roh-Kaffee aus Vietnam, Brasilien, Indonesien und Ecuador nach Mexico. Es regte sich st\u00e4ndig Protest von den mexikanischen Kaffeeproduzenten gegen diese Importe. Die Idee von Nestl\u00e9 war nun folgende, n\u00e4mlich den Robusta-Kaffee vor Ort anzubauen und es begannen vor 20 Jahren erste Anbauprojekte in der Gegend von Tezonapa im Bundesstaat Veracruz, welches folglich zum Epizentrum von Nestl\u00e9s Kaffeeanbauplanungen wurde. Die Kaffeeproduzenten gerieten dadurch in noch gr\u00f6\u00dfere Abh\u00e4ngigkeiten, weil sie nur noch einen Abnehmer haben, n\u00e4mlich die Firma Nestl\u00e9 mit dem vorgeschalteten gro\u00dfen Zwischenh\u00e4ndler AMSA (Agroindustrias Mexico S.A.), deren Kaffee-Verarbeitungsanlage, dem Beneficio und ihren Coyoten, den kleinen Zwischenh\u00e4ndlern.<\/p>\n<p>Genau dies geschieht auch wieder zur derzeitigen Ernte von Januar-M\u00e4rz in Ixthuatlan de Caf\u00e9 in der N\u00e4he von Huatusco bei Cordoba im Bundesstaat Veracruz. Dort befindet sich ein gro\u00dfes Beneficio von AMSA, die zum ECOM Kaffee Konzern geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Sie arbeiten als Aufk\u00e4ufer f\u00fcr Nestl\u00e9 und bestimmen den Preis in der Gegend. Die mehr als 12.000 Kaffeebauern der Region k\u00f6nnen nur Kaffeekirschen abliefern. In anderen Landesteilen wird meist Caf\u00e9 Pergamino gekauft, der schon kirschenlose, gesch\u00e4lte Kaffee, der noch eine Pergamin-Haut hat. Dieser wird mit ca. 25-30 Pesos\/Kg (ca. 1 Euro) entlohnt. D.h. Caf\u00e9 Cereza bringt ihnen von vornherein einen schlechten Preis: ca 4-5 Pesos das Kilo Kaffeekirschen (ca. 20 Eurocent), f\u00fcr Nespresso mit AAA Aufschlag ca 7,50 Pesos\/kg.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"512\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bienvenidos-a-Ixthuatlan-de-cafe-c-Jan-Braunholz-768x512-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7677\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bienvenidos-a-Ixthuatlan-de-cafe-c-Jan-Braunholz-768x512-1.jpg 768w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bienvenidos-a-Ixthuatlan-de-cafe-c-Jan-Braunholz-768x512-1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<p>Das war Anfang M\u00e4rz 2020, als ich vor Ort war \u2013 ein Hungerlohn im Vergleich zu den gigantischen Erl\u00f6sen, die Nespresso f\u00fcr ihren Alukapsel-Espresso bekommt: ca. 70 Euro pro Kilogramm. Der Kaffeebauer Carlos Hernandez Maduro sagte es ganz deutlich: \u201eEs ist nicht rentabel, der Preis ist ganz unten und es ist eine sehr geringe Ernte\u201c. Dies infolge der Roya-Pilz-Pest, die zu Ernteausf\u00e4llen von 80-90% gef\u00fchrt hat. Sie kommen nicht auf die Produktionskosten und es gab bereits Proteste und Stra\u00dfenblockaden wegen der Preispolitik vor dem Beneficio, doch ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Das die Ernteerl\u00f6se nicht die Investitionen herein bringen und kaum zum \u00dcberleben reichen hat eine immense Migration zur Folge. Zum Beispiel in der Sierra Zongolica (Bergkette bei Cordoba) sind die Kaffeebauern direkt abh\u00e4ngig von dem Zwischenh\u00e4ndler Christian Garey aus Cordoba, der ihnen nur 6,5 Pesos\/kg zahlt und auch an das AMSA Beneficio in Ixthuatlan verkauft. In mehreren D\u00f6rfern stehen dort t\u00e4glich Busse, die die verarmte Bev\u00f6lkerung nach Mexico City bringt, in der Hoffnung, dort einen besser bezahlten Job zu bekommen.<\/p>\n<p>Der Lebensmittelkonzern Nestl\u00e9 beherrscht in Mexico und speziell in Veracruz ganze Landstriche und ist der Hauptverursacher von einer immer stetig ansteigenden Migration. Sie haben neue, gro\u00dfe Robusta-Kaffee-Anbau Projekte in der K\u00fcsten-Region von Veracruz vor, die die ganze Struktur vor Ort ver\u00e4ndern wird und geben sich dabei innovativ und nachhaltig. Diese Ziele haben sie auch beim Sustainability Kongre\u00df des Deutschen Kaffeeverbandes am 5. Juni 2019 im Vorfeld der letztj\u00e4hrigen Kaffeemesse World Of Coffee WOC in Berlin vorgestellt. Es um die Nespresso AAA Fairtrade Projekte in Kolumbien, die vom Projektleiter Karsten Ranitzsch in einer sch\u00f6nen, bilderreichen Powerpoint Pr\u00e4sentation dargereicht wurden.<\/p>\n<p>Bei meinen Nachfragen zur Preispolitik von Nestl\u00e9 in Mexico und zum Nespresso Projekt in Veracruz reagierte Hr.Ranitzsch etwas ungehalten. Er sagte wortw\u00f6rtlich: \u201eIch bin nicht von Nestl\u00e9 sondern von Nespresso\u201c! Erstauntes Raunen erf\u00fcllte den Saal und ich konnte mein L\u00e4cheln nicht verbergen. Ich fragte, warum dort so viele Proteste und Streiks seien? Worauf er antwortete: \u201eWoher haben Sie das\u201c? Ich dann : \u201eVon der Kaffee-Kleinbauernorganisation CNOC\u201c! Er antwortete etwas aufbrausend: \u201eIch kenne Ihre Artikel\u201c worauf ich dann sagte: \u201eNa dann kennen Sie ja auch die Situation vor Ort und die Preise\u201c worauf er abbrach und ging. Das Kaffee-Fachpublikum war etwas erstaunt und das Panel war beendet. Diese Reaktion hatte mich nicht \u00fcberrascht und ich nahm mir vor, diese Nestl\u00e9 AAA Fairtrade Vorzeige Projekte in Kolumbien im Januar\/Februar 2020 zu besuchen.<\/p>\n<p>Ich suchte mir eins der beiden Nespresso-Projekte aus, weil ich dort in der N\u00e4he von Medellin auch andere Projekte besuchen wollte. Also fuhr ich von Bogota \u00fcber Manizales nach Aguadas Caldas zur Cooperativa de Caficultores de Aguadas. Die Region Caldas ist eine der Haupt-Kaffeeanbauzonen Kolumbiens und man sah kaum noch die Auswirkungen der Roya Kaffee Pest(Kaffee-Rost). Die Federacion Nacional Cafetalero (FNC) hat dort hervorragende Arbeit geleistet und vielfach mit den Variet\u00e4ten Colombia und Castillo die Cafetales (Kaffee-Anbaufl\u00e4chen) renoviert. Dank eines Kontaktes zur Uni Medellin traf ich Produzenten in der N\u00e4he von Aguadas. Die Coop ist Fairtrade zertifiziert ID 831 und ist im Nestl\u00e9 AAA Programm und fungiert als Gro\u00dfaufk\u00e4ufer in der Region f\u00fcr Nestl\u00e9. Der Kaffeekooperativen-Preis von 850.000 Pesos COP (2,11 $ USD) pro Carga \u00e0 125 Kilo(wird vorgegeben von der FNC. Hinzu kommen Qualit\u00e4tsdifferentiale, die aber sehr unterschiedlich ausfallen k\u00f6nnen. Der von Fairtrade lizensierte Zwischenh\u00e4ndler und Exporteur Expocafe kauft bei der Coop Aguadas zum Minimum Fairtrade Preis von 1,40 $ USD \/ Pfund + 20 US Cent Pr\u00e4mie\/Pfund, d.h. pro Kg 2,80 + 40 cent = 3,20 $ USD \/Kg. Expocafe verkauft wiederum an Nestl\u00e9\/Nespresso \u00e4hnlich wie AMSA in Mexico.<\/p>\n<p>Allerdings zahlte die Coop Aguadas den Produzenten Ende Januar einen Nespresso Grundpreis pro Pfund von 7.320 COP \/ (1.05 $ USD) mit der AAA Zulage dann 7.840 COP ( 1,12 $ USD) einen sogenannten \u201eFarmgate Price\u201c, der Preis den letztendlich die Kaffeebauern bekommen. Dieser Farmgate Preis ist aber im Fairtrade FT Zertifizierungsproze\u00df nicht gelistet, sondern der Free on Board FOB-Preis(der Preis im Exporthafen) und da mu\u00dfte ich doch mal bei Max Havelaar CH, dem Fairhandels Zertifizierer in der Schweiz nachfragen, was sie mit der Nestle Zentrale in Vevey\/Schweiz ausgehandelt haben, denn einen fast 1\/3 Abzug f\u00fcr die Kaffeebauern von ca. 50 US Cent ist entschieden zu hoch im fairen Handel.<\/p>\n<p>Zwar hat die Kooperative eigene Kosten wie L\u00f6hne +Technik , aber das Problem ist die Trazabilidad, die R\u00fcckf\u00fchrbarkeit, das Preisfixing und die fehlenden Oualit\u00e4tsdifferentiale bei der Coop Aguadas. Zwar kommen noch zus\u00e4tzliche Pr\u00e4mien von Rainforest Alliance und Starbucks Best Practices von jeweils ca 1,05 $ USD hinzu, aber die haben erstmal nichts mit dem Minimum Preis von Fairtrade zu tun. Die Nachfrage bei Simon Aebi von Max Havellaar Schweiz ergab folgende Antwort: \u201eF\u00fcr Farmgate gibt es keinen Mindestpreis im FT-System\u201c und \u201eF\u00fcr Grosskooperativen gibt es \u00fcbrigens keine Sonderkonditionen bez. Mindestpreis und Pr\u00e4mie\u201c. Es obliegt also allein der Leitung der Coop Aguadas welchen Preis sie an ihre Mitglieder weiter geben. In dem Fall ohne Qualit\u00e4tspotential was andere FT Coops wie zum Beispiel die Coop Red Ecol Sierra aus Santa Marta\/Sierra Nevada ,die nach Deutschland zu El Puente und Caf\u00e9 Libertad exportieren, g\u00e4nzlich anders handhaben.<\/p>\n<p>Dort wird ein dreifaches Qualit\u00e4tsdifferential angewendet und die Bauern kommen ohne Abz\u00fcge damit immer \u00fcber den FT Minimumpreis von 1.40 USD \/Pfund+20 Cent Pr\u00e4mie! Ein Produzent von der Coop Aguadas formulierte es so: \u201eDie Preise der Federacion seien sehr trist, wenn sie nur f\u00fcr den Preis verkaufen m\u00fc\u00dften\u201c.<\/p>\n<p>Meine folgliche Anfrage bei Nestl\u00e9\/Nespresso in Frankfurt\/M und Vevey wurde nicht direkt beantwortet, sondern mit Zeitverz\u00f6gerung durch deren PR Agentur Weber Shandwick Frau Bordeloi. Sie best\u00e4tigte im Wesentlichen meine Recherchen und die Aussagen von FT Max Havelaar CH : \u201eDer von Ihnen genannte Preis von 7.480 pesos\/kg l\u00e4sst sich so erkl\u00e4ren, dass sich der Fairtrade Mindestpreis von USD 1.40\/lb auf den free on board (FOB)-Preis bezieht. Von diesem Preis gehen in Lateinamerika durchschnittlich ca. 70 % (der genaue Anteil wird mit den jeweiligen Kooperativen festgelegt) an die Bauern, die restlichen 30 % werden in die Kooperative investiert f\u00fcr Aspekte wie Administration und Infrastruktur\u201c. Bei Coop Aguadas sind es folglich ca. 63 % Abzug! Die Kooperativen Leitung von Red Ecol Sierra, mit der ich l\u00e4nger \u00fcber die Problematik diskutierte, wollte diese \u201eFarmgate Price\u201c-Problematik auch beim n\u00e4chsten kolumbianischen Fairtrade-Treffen diskutieren.<\/p>\n<p>Doch das war noch alles vor Covid-19. Der Fairtrade Kongre\u00df am 25.3.2020 in Berlin ist auch verschoben worden. Dort wollte ich entsprechende Fragen ins Podium einbringen. Bei Vorabanfragen an Transfair Deutschland wurde ich auf den Kongre\u00df verwiesen bzw. an Max Havelaar Schweiz.<\/p>\n<p>Beim Nespresso Projekt in Aguadas gibt einen AAA Aufschlag von 3 US-Cent, ebenso in Ixthuatlan 3 US-Cent. Die Erkl\u00e4rung der Nestle Agentur liest sich so: \u00b4Ein wichtiger Aspekt ist die faire Bezahlung der Bauern. Als Mitglied im AAA-Programm bekommen die Bauern von Nespresso eine AAA-Pr\u00e4mie und f\u00fcr zus\u00e4tzlich Fairtrade-zertifizierten Kaffee zahlt Nespresso zudem eine Pr\u00e4mie von USD 0.20\/lb(Pfund) an die Kooperative, mit der Initiativen f\u00fcr die soziale Absicherung von Bauern wie z.B. das Pensionskassenprogramm AAA Farmer Future Program oder einen Klimaschutzversicherung unterst\u00fctzt werden\u00b4. Die 3 US-Cent wurden konkret nicht benannt.<\/p>\n<p>Kommen wir zur\u00fcck nach Mexico, nach Veracruz, wo Nestl\u00e9 ein gro\u00dfes Robusta Kaffee Anbauprojekt plant, nebst neuer Fabrik im Industriepark der Stadt Veracruz. Insgesamt eine Investition von 200 Millionen $ US Dollar nach ihren eigenen Angaben, davon allein 154 Millionen in die Fabrik. Der Deal wurde vom mexikanischen Pr\u00e4sidenten Andr\u00e9s Manuel L\u00f3pez Obrador, kurz AMLO, pers\u00f6nlich abgesegnet und unterzeichnet.<\/p>\n<p>Ich er\u00f6rterte dies mit dem Vorsitzenden der Kaffee-Kleinbauernorganisation CNOC, Fernando Celis in Mexico City. Er erl\u00e4uterte die Zusammenh\u00e4nge und die immense Ausdehnung des Robusta Projekt Vorhabens. Insgesamt sollen 150.000 Hektar neue Kaffeeanbaufl\u00e4che entstehen, davon 80.000 in der K\u00fcstenebene n\u00f6rdlich von Veracruz Stadt. Diese sollen die bisherigen Robusta Kaffee Importe aus Vietnam, Brasilien, Indonesien und Ecuador ersetzen. Dabei wird es dem Nestl\u00e9 Konzern auch leicht gemacht, denn einige ehemalige Manager sind inzwischen in Regierungsposten gewechselt wie z.B. Vicente Roma im Agrarministerium SADER, Eduard Cadenas im Agrar Ministerium Veracruz, Ernesto Faust ist jetzt Senator in Veracruz ,vorher bei AMSA. Da lassen sich auch leicht die Gelder des Fonds \u00b4Sembrando Vida`(das Leben s\u00e4hen) beantragen und durchschleusen f\u00fcr den Robusta-Kaffeeanbau, also ein Steuergeldgeschenk von AMLO, welches noch mehr arbeitslose Bauern und Landarbeiter provozieren wird, die nach Norden ziehen. Der umstrittene Fond sollte eigentlich f\u00fcr Wiederaufforstungsprogramme sein, um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Doch es wird \u00e4hnlich argumentiert, wie beim Palm\u00f6l-Anbau, denn schlie\u00dflich seien dies ja auch gr\u00fcne Pflanzen und Arbeitspl\u00e4tze! \u201eDiese Politik der Gro\u00dfkonzern-F\u00f6rderung erzeugt massenweise Migration und es wird leider kein Mittel dagegen geben\u201c, meint Fernando Celis. Dabei gibt es auch sehr gute Robusta Qualit\u00e4ten, wie z.B. bei der Coop Ismam in Chiapas, die sowohl Bio\/Fairtrade Hochland-Arabica, als auch Bio\/FT Robusta in tiefer gelegenen Gebieten anbauen und an Weltpartner und Gepa in Deutschland liefern. Der Durchschnitts-Robusta-Produktionpreis weltweit lag bei 50 $ US-Dollar f\u00fcr 100 Pfund Rohkaffee laut OIC Organisation International de Cafe. \u00c4quivalent dazu werden in Mexico f\u00fcr ein Quintal (47 kg) nicht mehr als 900 Pesos\/35 $ USD bezahlt. Nestl\u00e9 will 50 Quintal pro Hektar erzeugen und das bei m\u00f6glichst niedrigen Produktionskosten mit Erntemaschinen und wenig Human Capital. Das wird auch den Absatz der Arabica Produktion beeinflussen in Mexico, die generell Schattenb\u00e4ume ben\u00f6tigt und hohen Einsatz von Arbeitskraft. Mit einem deutlichen Preisverfall wird zu rechnen sein, sagt Fernando Celis. Die Folgen sind leider jetzt schon allzu deutlich: massenweise Landflucht. Diese Konsequenzen waren auch Thema beim Specialty Coffee Meeting von SCA Specialty Coffee Association, SADER, Amecafe und anderen Kaffeeorganisationen in Mexico City am 20.\/21. Februar 2020. Dort ging es um die Folgen der Roya-Pest-Krise und um Erschlie\u00dfung neuer M\u00e4rkte. Diverse Vertreter der Regierung und Kaffeeorganisationen munterten mit ihren Beitr\u00e4gen das Fachpublikum auf. In Arbeitsgruppen wurde beraten und es gab eine Menge interessante Ideen um auch das Konsumverhalten zu mehr Qualit\u00e4t zu bewegen. Fairhandel und Direct Trade waren nat\u00fcrlich auch Thema und es wurden entsprechende Initiativen z.B. von Femcafe\/Veracruz vorgestellt. Gro\u00dfkonzerne wie Nestl\u00e9 oder gro\u00dfe H\u00e4ndler wie AMSA, Rothfos\/Neumann-Caf\u00e9 California, Olam, Volcaf\u00e9 etc. waren nicht vertreten.<\/p>\n<p>Das Nestl\u00e9-Gro\u00dfprojekt war nur am Rande Thema, denn es ist seit Jahren virulent. Nur durch den aktuellen Corona-Shock k\u00f6nnte es m\u00f6glicherweise doch noch gestoppt werden, denn der Absatz von Kaffee ging in den letzten zwei Wochen schon merklich zur\u00fcck. Ob es den Absatz der Gro\u00dfkonzerne genauso betrifft wird man sehen. In den kleinen R\u00f6stereien hierzulande ist jetzt schon teilweise -70% bis -80% Umsatzr\u00fcckgang wegen geschlossener Caf\u00e9s und Restaurants. Das hei\u00dft es sind keine guten Aussichten zur Zeit und es b\u00f6te sich an, eventuelle Mitnahme-Effekte, sprich Aufk\u00e4ufe von gro\u00dfen Firmen durch die Monopol Beh\u00f6rden zu unterbinden. Hinsichtlich der eklatanten Gewaltsituation ist jetzt schon ein stark erh\u00f6hter Anstieg der T\u00f6tungsdelikte von Paramilit\u00e4rs gegen Oppositionelle, Umweltsch\u00fctzer und Feministinnen in Kolumbien zu verzeichnen. Ein leider sehr heftiger Corona Effekt. Auch in Mexico ist das ebenso der Fall.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/non.copyriot.com\/fluchtursache-nestle\/\"><em>non.copyriot&#8230;<\/em><\/a><em> vom 26. April 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jan Braunholz. Als ich vor 20 Jahren mit den Dreharbeiten zu meiner Filmdokumentation \u00b4Cafe Rebeldia` \u00fcber zapatistische Kaffeestrukturen und die Kaffeekrise in Mexico begann, war mir noch nicht klar, wie dieser weltgr\u00f6\u00dfte Lebensmittelkonzern<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7,5],"tags":[87,18,55,22],"class_list":["post-7676","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-international","category-kampagnen","tag-arbeitswelt","tag-imperialismus","tag-oekologie","tag-politische-oekonomie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7676"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7676\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7678,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7676\/revisions\/7678"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}