{"id":7756,"date":"2020-05-08T10:42:49","date_gmt":"2020-05-08T08:42:49","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7756"},"modified":"2020-05-08T10:43:20","modified_gmt":"2020-05-08T08:43:20","slug":"invasion-venezuelas-gescheitert-us-soeldner-festgenommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7756","title":{"rendered":"Invasion Venezuelas gescheitert \u2013 US-S\u00f6ldner festgenommen"},"content":{"rendered":"<p><em>Bill Van Auken. <\/em>Letzten Sonntag sowie am Montag scheiterten zwei Invasionen an der K\u00fcste Venezuelas. Die Operationen wurden von schwer bewaffneten und von den USA gef\u00fchrten S\u00f6ldnergruppen durchgef\u00fchrt. Die Coronavirus-Pandemie, die in den USA<!--more--> weiter w\u00fctet und dort bereits unz\u00e4hlige Menschen das Leben gekostet hat, hat in keiner Weise dazu gef\u00fchrt, dass der US-Imperialismus seine r\u00e4uberischen und kriminellen geostrategischen Interessen in S\u00fcdamerika oder weltweit zur\u00fcckstellt.<\/p>\n<p>Die erste der beiden Landungen ereignete sich am fr\u00fchen Sonntagmorgen in der Stadt Maputo, die kaum eine halbe Autostunde von der venezolanischen Hauptstadt Caracas entfernt liegt. Dabei wurden acht der an der Invasion beteiligten M\u00e4nner get\u00f6tet, darunter auch der Anf\u00fchrer der Gruppe, ein ehemaliger Hauptmann der venezolanischen Armee, der unter dem Namen \u201ePantera\u201c (Panther) bekannt ist. Alle weiteren wurden gefangen genommen.<\/p>\n<p>Eine zweite Gruppe landete am Montag auf der Halbinsel Chuao, die ebenfalls an der Karibikk\u00fcste Venezuelas westlich von Caracas liegt. Die bewaffneten Invasoren wurden von einheimischen Fischern entdeckt, die sie an die venezolanischen Sicherheitskr\u00e4fte \u00fcbergaben.<\/p>\n<p>Unter den Gefangenen befindet sich Josnars Adolfo Baduel, der an einer Serie von Putschversuchen zentral beteiligt war. Er ist der Sohn eines ehemaligen venezolanischen Verteidigungsministers, der wegen Korruption ins Gef\u00e4ngnis kam. Auch zwei amerikanische Staatsb\u00fcrger wurden bei der Landung festgenommen: Luke Denman (34) und Airan Berry (41), die beide als ehemalige Angeh\u00f6rige von US-Spezialeinheiten identifiziert wurden. Baduel gab bei den venezolanischen Beh\u00f6rden an, dass beide Amerikaner laut ihren Aussagen f\u00fcr die pers\u00f6nlichen Sicherheitskr\u00e4fte von US-Pr\u00e4sident Donald Trump arbeiten.<\/p>\n<p>Venezolanische Beamte haben den Medien P\u00e4sse und Milit\u00e4rausweise der beiden gefangen genommenen Amerikaner sowie Fotos von gr\u00f6\u00dferen Mengen Waffen, die bei den S\u00f6ldern sichergestellt wurden, vorgelegt. Ebenfalls ver\u00f6ffentlicht wurde ein Video des Verh\u00f6rs mit Denman. Darin sagt er aus, dass das Ziel seiner Mission darin bestanden habe, die Kontrolle \u00fcber einen Flugplatz in Caracas zu \u00fcbernehmen. Dort h\u00e4tte er die Ankunft von Flugzeugen erwarten sollen, die Venezuelas Pr\u00e4sident Maduro in die USA bringen sollten. Auf die Frage, wer die Operation geleitet habe, antwortete er: \u201ePr\u00e4sident Donald Trump.\u201c<\/p>\n<p>Im Zentrum der Operation stand ein gewisser Jordan Goudreau, der als Angeh\u00f6riger der US-Spezialeinheit \u201eGreen Berets\u201c im Iran und in Afghanistan stationiert war. Heute leitet er in Florida eine private Sicherheitsfirma namens SilverCorp USA.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"333\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/007n2pol-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7757\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/007n2pol-1.jpg 500w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/007n2pol-1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption>Solidarit\u00e4tsdemonstration von gestern vor der US-Botschaft in Mexico gegen die st\u00e4ndigen Destabilisierungsinterventionen des US-Imperialismus in Venezuela. Quelle: <br \/> <a href=\"https:\/\/www.jornada.com.mx\/2017\/06\/17\/politica\/007n2pol\">jornada.mx&#8230;<\/a> <strong>Foto Jos\u00e9 Antonio L\u00f3pez<\/strong> <\/figcaption><\/figure>\n<p>Laut eigener Aussage sei Goudreau von Keith Schiller, Trumps langj\u00e4hrigem Leibw\u00e4chter und ehemaligem Direktor des Oval Office, mit rechten Kr\u00e4ften in Venezuela in Kontakt gebracht und \u00fcber deren Putschpl\u00e4ne, die von den USA unterst\u00fctzt werden, unterrichtet worden. Unterdessen sind Videos aufgetaucht, die Goudreau als Sicherheitsmann bei Kundgebungen Trumps zeigen.<\/p>\n<p>Goudreaus Verbindungen zu den amerikanischen Geheimdiensten und der venezolanischen Rechten wurden im Februar 2019 bekannt. Er wurde damals angeheuert, um f\u00fcr die Sicherheit bei einem Konzert an der venezolanisch-kolumbianischen Grenze zu sorgen, das von dem britischen Milliard\u00e4r Richard Branson gesponsert wurde. Die Veranstaltung war Teil der Operation der CIA mit dem Ziel, vermeintliche Hilfskonvois als \u201eTrojanisches Pferd\u201c nach Venezuela einzuschleusen.<\/p>\n<p>Goudreau bekannte sich \u00f6ffentlich dazu, f\u00fcr die j\u00fcngste Operation verantwortlich zu sein und behauptete, sie sei nach wie vor mit dem Ziel im Gange, \u201edie Regierung Maduro zu st\u00fcrzen.\u201c Er sagte weiter, dass trotz des kl\u00e4glichen Scheiterns der Invasion andere Elemente innerhalb Venezuelas weiterhin aktiv seien und bald damit beginnen w\u00fcrden, \u201etaktische Ziele anzugreifen\u201c, mit anderen Worten: eine Welle terroristischer Anschl\u00e4ge auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem best\u00e4tigte Goudreau die G\u00fcltigkeit eines Vertrags zwischen ihm und Juan Guaid\u00f3, der im Internet kursiert. Guaid\u00f3 ist die rechte politische Randfigur, die sich im Januar letzten Jahres eigenm\u00e4chtig zum \u201e\u00dcbergangspr\u00e4sidenten\u201c Venezuelas erkl\u00e4rte, und dessen Regierung von Washington und seinen Verb\u00fcndeten umgehend zur \u201erechtm\u00e4\u00dfigen Vertretung\u201c der venezolanischen Bev\u00f6lkerung gesalbt wurde.<\/p>\n<p>Ebenfalls ver\u00f6ffentlicht wurde die Aufzeichnung eines auf Englisch gef\u00fchrten Gespr\u00e4chs zwischen Goudreau und Guaid\u00f3. Die Marionette der US-Regierung erkl\u00e4rt sich darin bereit, 213 Millionen Dollar f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der bewaffneten Intervention an Goudreaus Sicherheitsunternehmen zu zahlen. Die Summe wird durch die von den USA gestohlenen venezolanischen \u00d6lressourcen garantiert.<\/p>\n<p>Goudreau erkl\u00e4rte, dass Guaid\u00f3 die versprochenen Zahlungen nie geleistet habe. Doch wie auch immer die genaue Vereinbarung lautete \u2013 klar ist, dass irgendjemand f\u00fcr die Organisation sowie den Einsatz der S\u00f6ldnerarmee an der K\u00fcste Venezuelas bezahlt hat. Ob es die Marionette oder der Puppenspieler selbst war ist dabei unerheblich.<\/p>\n<p>Dass Guaid\u00f3, der vor etwas mehr als einem Jahr versuchte, einen Milit\u00e4rputsch anzuzetteln, noch nicht hinter Gittern sitzt, ist in erster Linie darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass Maduros kleinb\u00fcrgerliche \u201eBolivarische Sozialisten\u201c in ihm immer noch jemanden sehen, der potenziell mit dem US-Imperialismus vermitteln kann. Die traditionelle Oligarchie des Landes ist bestrebt, eine Einigung zur Rettung des venezolanischen Kapitalismus zu erreichen und eine revolution\u00e4re Explosion von unten zu verhindern.<\/p>\n<p>Auf die versuchte Invasion Venezuelas angesprochen, behauptete Trump, er wisse dar\u00fcber nichts. Seine Regierung habe \u201enichts damit zu tun\u201c.<\/p>\n<p>US-Au\u00dfenminister Mike Pompeo gab auf einer Pressekonferenz am Mittwoch eine etwas vorsichtigere Antwort. Er erkl\u00e4rte: \u201eDie US-Regierung war an dieser Operation nicht direkt beteiligt.\u201c. Er sei au\u00dferdem \u201enicht bereit, das weiterzugeben, was wir \u00fcber den Vorfall wissen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die zwei gefangenen US-S\u00f6ldner werde die Regierung, so Pompeo, \u201ejedes Mittel einsetzen, das uns zur Verf\u00fcgung steht, um zu versuchen, sie wieder zur\u00fcck zu holen.\u201c<\/p>\n<p>Auf welcher Grundlage die USA eine R\u00fcckf\u00fchrung der S\u00f6ldner fordern k\u00f6nnte, erkl\u00e4rte der Au\u00dfenminister nicht. Kann es auch nur den geringsten Zweifel geben, dass zwei ausl\u00e4ndische Staatsb\u00fcrger, die bei einer Invasion der USA mit dem Ziel, Pr\u00e4sident Trump zu entf\u00fchren oder zu t\u00f6ten, gefangen genommen w\u00fcrden, mit einer Verurteilung wegen Terrorismus und anschlie\u00dfend lebenslanger Haft oder schlimmerem rechnen m\u00fcssten?<\/p>\n<p>Die bewaffneten \u00dcberf\u00e4lle finden im Kontext einer Kampagne des \u201emaximalen Drucks\u201c gegen Venezuela statt. Das Land ist l\u00e4hmenden Sanktionen ausgesetzt, die einem Kriegszustand gleichkommen. Durch ein faktisches Embargo werden die \u00d6lexporte des Landes unterbunden und die Einfuhr dringend ben\u00f6tigter Medikamente und medizinischer Hilfsg\u00fcter verhindert, was schon vor dem Coronavirus den Tod zehntausender Menschen zur Folge hatte. Seit dem Ausbruch der Pandemie hat der US-Imperialismus die Sanktionen nur noch versch\u00e4rft. Washington versucht, sich Krankheit und Tod als Waffen zunutze zu machen, um die Bev\u00f6lkerung Venezuelas zu unterwerfen und einen Regimewechsel durchzusetzen.<\/p>\n<p>Selbst als die Zahl der Corona-Todesopfer in den USA anstieg und die Wirtschaft einbrach, ordnete Trump die Entsendung einer Task Force der Marine in die Gew\u00e4sser vor Venezuelas Karibikk\u00fcste an \u2013 angeblich, um den Drogenhandel zu bek\u00e4mpfen. Allerdings wird die Masse der Drogen \u00fcber Kolumbien, den Pazifischen Ozean und Mittelamerika in die USA geschmuggelt \u2013 unter dem Schutz der rechten Verb\u00fcndeten Washingtons in den Regierungen von Kolumbien, Honduras und Guatemala. Die Zerst\u00f6rer und Kriegsschiffe, die f\u00fcr Eins\u00e4tze in K\u00fcstenn\u00e4he konzipiert wurden, sind f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des Drogenhandels ungeeignet.<\/p>\n<p>Die sch\u00e4bigen Ereignisse an der K\u00fcste Venezuelas erinnern an die dunkelsten Kapitel der langen Geschichte des US-Imperialismus in S\u00fcdamerika. Sie ist gepr\u00e4gt von milit\u00e4rischer Aggression, halbkolonialer Ausbeutung und polizeistaatlicher Unterdr\u00fcckung. Bei fr\u00fcheren fehlgeschlagenen Interventionen des US-Imperialismus \u2013 einschlie\u00dflich der Invasion Kubas im Jahr 1961 \u2013 stritten Beamte in Washington eine Beteiligung der USA zun\u00e4chst ebenfalls kategorisch ab. \u00c4hnlich verhielt sich die amerikanische Regierung auch bei der illegalen Operation zur Unterst\u00fctzung der Contras in Nicaragua in den 1980er Jahren. Sie gab das Abstreiten erst auf als der CIA-Mitarbeiter Eugene Hasenfus mit einem Flugzeug, das Waffen an die Contras liefern sollte, abgeschossen wurde.<\/p>\n<p>Sowohl die Invasion in der Schweinebucht als auch die Iran-Contra-Aff\u00e4re l\u00f6sten in Washington verheerende politische Krisen aus und wurden von den amerikanischen Medien mit Argusaugen verfolgt. Die Informationen \u00fcber die von den USA orchestrierte, aber fehlgeschlagene Invasion Venezuelas blieben in den Medien indessen beinahe unkommentiert. Auch von den Demokraten, der angeblichen Opposition gegen Trump, kam nicht ein Wort der Kritik. Von Biden bis Sanders stehen sie allesamt hinter der Operation, um einen Regimewechsel in Venezuela durchzusetzen.<\/p>\n<p>Die versuchte Invasion Venezuelas dient den Interessen der amerikanischen Oligarchie und soll den US-Energieriesen die ungehinderte Kontrolle \u00fcber die \u00d6lreserven des Landes \u2013 die gr\u00f6\u00dften Vorkommen auf dem Planeten \u2013 einbringen. Auch der wachsende Einfluss Chinas und Russlands in Venezuela und S\u00fcdamerika als einer Region, die der US-Imperialismus seit langem als seinen \u201eHinterhof\u201c betrachtet, soll zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Inmitten der globalen Coronavirus-Pandemie, die das Leben von Millionen Menschen bedroht, verfolgen die USA ihre imperialistischen Interessen weiter mit milit\u00e4rischer Aggression. Sie drohen dadurch einen neuen Weltkrieg zu entfachen, der Milliarden Menschenleben fordern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Nur die Arbeiterklasse, die sich \u00fcber nationale Grenzen hinweg in einem gemeinsamen Kampf f\u00fcr das Ende des Kapitalismus vereint, kann einen Ausweg aus dieser ernsten Bedrohungen f\u00fcr das \u00dcberleben der Menschheit aufzeigen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/05\/08\/vene-m08.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 8. Mai 2020 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bill Van Auken. 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