{"id":7868,"date":"2020-05-22T11:54:46","date_gmt":"2020-05-22T09:54:46","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7868"},"modified":"2020-05-25T11:04:23","modified_gmt":"2020-05-25T09:04:23","slug":"feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7868","title":{"rendered":"Feminismus und Marxismus: Eine n\u00f6tige Strategiedebatte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die argentinische Marxistin und Feministin Andrea D&#8217;Atri, Gr\u00fcnderin der internationalen sozialistisch-feministischen Gruppierung&nbsp;<em>Pan y Rosas (Brot und Rosen)<\/em>, bringt mit diesem Beitrag die Frage der Strategie zur\u00fcck in die feministische Auseinandersetzung. Sie argumentiert<!--more--> \u2013 gegen die postmodernen und populistischen Str\u00f6mungen, die den ewigen Widerstand fetischisieren oder einen allgemeinen Antikapitalismus predigen und dabei den Staat und die gewerkschaftlichen, sozialen und politischen B\u00fcrokratien au\u00dfer Acht lassen \u2013 f\u00fcr die Notwendigkeit des Aufbaus revolution\u00e4rer Fraktionen in den Massenorganisationen der Arbeiter*innen und in der feministischen Bewegung.<\/strong><\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist ein Vorabdruck aus dem Sammelband&nbsp;<\/em><a href=\"https:\/\/www.unrast-verlag.de\/vorankuendigungen\/where-have-all-the-rebels-gone-detail\"><strong><em>\u00bbWhere have all the Rebels gone?\u00ab<\/em><\/strong><\/a><em>, herausgegeben von Christopher Wimmer, der im M\u00e4rz 2020 im UNRAST-Verlag erscheint. Wir danken dem Verlag f\u00fcr die freundliche Genehmigung des Vorabdrucks.<\/em><\/p>\n<p>Nach drei langen Jahrzehnten der Stabilit\u00e4t beginnt die neoliberale Hegemonie aufgrund der kapitalistischen Krise, die 2008 begann und seither ungel\u00f6st ist, Risse zu bekommen. Davon zeugen auch einige soziale Bewegungen, die in den letzten Jahren entstanden sind, wie die&nbsp;<em>Indignados<\/em>&nbsp;in Spanien,&nbsp;<em>Occupy Wall Street<\/em>&nbsp;von 2011 oder auch die internationale feministische Bewegung, die mit dem Schrei \u00bbNi una menos\u00ab (Nicht eine weniger) Mitte 2015 in Argentinien entstanden ist und sich von dort \u00fcber die ganze Welt ausbreitete. Es scheint sich bei diesen Protesten nicht nur um ein vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen zu handeln. Diese Mobilisierung gegen Feminizide und gegen Gewalt an Frauen, an der sich in Argentinien eine Million Menschen beteiligte, hatte \u203aansteckenden\u2039 Charakter: Der Aufruf \u00fcberschritt schnell die Grenzen Argentiniens und am selben Tag schlossen sich andere L\u00e4nder Lateinamerikas der Aktion an. Im folgenden Jahr gingen in Italien Tausende Frauen mit dem gleichen Ruf nach \u00bbNon una di meno\u00ab gegen sexistische Gewalt auf die Stra\u00dfe, w\u00e4hrend in Polen zum Streik gegen die weitere Einschr\u00e4nkung des Rechts auf Abtreibung aufgerufen wurde.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/atri.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7869\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/atri.jpg 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/atri-300x185.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/atri-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><\/figure>\n<p>Am 21. Januar 2017 protestierte dann mehr als eine halbe Million Menschen, \u00fcberwiegend Frauen, in Washington gegen Trump, der gerade die Pr\u00e4sidentschaft der Vereinigten Staaten angetreten hatte. Sp\u00e4ter verbreiteten sich dann in den sozialen Medien Kampagnen gegen sexistische Gewalt, wie der Hashtag #MeToo in den USA oder #BalanceTonPorc in Frankreich.<\/p>\n<p>2018 riefen die Frauen in Island zu einem Tag auf, an dem alle lohnabh\u00e4ngigen Frauen ab 14:55 Uhr ihre Arbeit niederlegen sollten. Damit wollten sie auf die Lohnl\u00fccke von 26 Prozent im Vergleich zu den M\u00e4nnern hinweisen. In Spanien eroberte der Hashtag #YoS\u00edTeCreo (Ich glaube dir) die sozialen Medien. Er dr\u00fcckte den Protest gegen ein Gerichtsurteil aus, mit dem eine Gruppe M\u00e4nner vom Vorwurf freigesprochen wurde, bei einem Volksfest gemeinsam eine junge Frau vergewaltigt zu haben. Dieser Fall wurde als \u00bbLa Manada\u00ab (das Rudel) bekannt. Au\u00dferdem gab es Massendemonstrationen von Frauen in verschiedenen St\u00e4dten Brasiliens, die sich gegen den damaligen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro richteten \u2013 der mittlerweile nach einer Stichwahl Pr\u00e4sident des Landes geworden ist.<\/p>\n<p>Am 8. M\u00e4rz 2018, dem internationalen Frauentag, beteiligten sich in 170 L\u00e4ndern \u2013 von 194, die von der UNO anerkannt werden \u2013 Feminist*innen am ersten internationalen feministischen Streik. Im Januar 2019 gingen Feminist*innen in Spanien unter dem Motto \u00bbNicht einen Schritt zur\u00fcck bei Gleichheit und Diversit\u00e4t. Unsere Rechte sind nicht verhandelbar\u00ab erneut auf die Stra\u00dfe, auch um sich gegen die ultrarechte Partei Vox zu stellen. Und auch in diesem Jahr gab es erneut am 8. M\u00e4rz einen zweiten internationalen feministischen Streik, mit gro\u00dfen Demonstrationen in verschiedenen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Auch wenn der Feminismus, der im Schatten des Neoliberalismus entstanden ist, immer noch eine gewisse Vorherrschaft genie\u00dft \u2013 besonders im&nbsp;<em>common sense<\/em>, den die Massenmedien verbreiten \u2013, wird diese Art des Feminismus doch zunehmend hinterfragt. Die weltweiten Demonstrationen zeigen genau dies.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Ivanka Trump oder Marine Le Pen es wagen, einige ihrer zutiefst reaktion\u00e4ren politischen und ideologischen Positionen als feministisch darzustellen, entstehen auf der anderen Seite aber wieder populare, dekoloniale, antirassistische, antiimperialistische und antikapitalistische Feminismen. Sie prangern die Mitverantwortung des neoliberalen Feminismus f\u00fcr die Politik der K\u00fcrzungsprogramme, der Flexibilisierung, des Abbaus des Sozialstaats und der zunehmenden Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverh\u00e4ltnisse an.<\/p>\n<p><strong>Widerstand leisten oder den Sieg vorbereiten?<\/strong><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen dabei sehen, wie durch diese aktuelle feministische Welle auch die Kritik erweitert und vertieft wird. Die Feminist*innen kritisieren die strukturellen Grundlagen der patriarchalen Herrschaft, ohne dabei konkrete Forderung nach gesetzlichen Reformen und \u00f6konomischen Verbesserungen zu vergessen und zu vernachl\u00e4ssigen. Dadurch machen sie sichtbar, dass f\u00fcr Frauen etwas grunds\u00e4tzlich falsch l\u00e4uft in dieser Gesellschaft, in der wir leben \u2013 auch wenn wir dem politischen Regime mal mehr und mal weniger Rechte abgerungen haben. In den letzten Jahren beginnt sich in immer gr\u00f6\u00dferen Kreisen der Aktivist*innen die Vorstellung durchzusetzen, dass Patriarchat und Kapitalismus miteinander zusammenh\u00e4ngen \u2013 auch wenn dieser Zusammenhang h\u00e4ufig noch diffus bleibt und die Konzeptualisierung des Verh\u00e4ltnisses wenig einheitlich ist.<\/p>\n<p>Anders gesagt: Der Kampf gegen die patriarchale Unterdr\u00fcckung beginnt verst\u00e4rkt einen antikapitalistischen Inhalt zu bekommen. Und zwar nicht so sehr deshalb, weil ein klares Bewusstsein \u00fcber die untrennbare Einheit von Produktion und Reproduktion herrsche. Ebenso wenig, weil die Bewegung pl\u00f6tzlich f\u00fcr einen radikalen Umsturz eintreten w\u00fcrde. Sondern vielmehr, weil es immer offensichtlicher wird, dass die kapitalistischen Demokratien es nicht einmal schaffen, die grundlegendsten Forderungen nach Freiheit und Gleichheit abschlie\u00dfend zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gibt es unter den Intellektuellen und Vordenkerinnen, die Teil dieses kritischen Horizonts antikapitalistischer Positionen in der aktuellen feministischen Bewegung sind, weiterhin Theoretisierungen und Postulate, die nicht \u00fcber den Vorschlag des (fr\u00f6hlichen) politischen Widerstands hinausgehen. Angesichts der m\u00f6glichen Folgen der kapitalistischen Krise, die weiterhin den N\u00e4hrboden f\u00fcr antidemokratische Politik bildet, gilt es, diese Schw\u00e4che der Verk\u00fcrzung lieber fr\u00fcher als sp\u00e4ter zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Der Fokus auf Widerstand ist eine Schw\u00e4che, da Menschen schon immer Widerstand gegen all jene Existenzbedingungen geleistet haben, die sie zu Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung verurteilt haben. Wie es Daniel Bensa\u00efd gut beschrieben hat, ist dieser Akt der Auflehnung \u00bbin erster Linie ein Akt der Selbsterhaltung, die erbitterte Verteidigung einer Unversehrtheit, die von der Zerst\u00f6rung bedroht ist.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote1sym\"><strong><sup>1<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;Ebenso setzt der Widerstand die fortdauernde Existenz dessen voraus, gegen das Widerstand geleistet werden soll. Er setzt auch voraus, dass diejenigen, die einem erlittenen Angriff eine organische, lebendige, fast reflexhafte Antwort entgegensetzen, in ihrer Opferrolle verdinglicht und verstetigt werden. Der Widerstand braucht also keine Theorie und keine Politik; er wird nahezu automatisch aus dem Instinkt zur Selbsterhaltung heraus geleistet. Zusammengefasst: Der Widerstand braucht keine Strategie.<\/p>\n<p>Deshalb ist in den politischen und theoretischen Debatten, die im Rahmen dieser neuen feministischen Bewegung aufgekommen sind und die sich auf Widerstand beschr\u00e4nken, eine Strategie auch noch nicht pr\u00e4sent und absehbar, selbst wenn dort von Antikapitalismus gesprochen wird. Ganz so als ob der Kampf der Frauen nur Widerstand bleiben sollte und er sich nicht den Sieg zum Ziel setzen w\u00fcrde. Ganz so, als ob die M\u00f6glichkeit des Sieges nicht einmal Teil der Vorstellungskraft der Bewegung w\u00e4re.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns ist es wichtig \u2013 und wir beharren darauf \u2013, \u00fcber diese Leerstelle in den aktuellen Debatten nachzudenken. Denn was hei\u00dft es, wenn in den Stra\u00dfen Argentiniens die Frauen demonstrieren und singen: \u00bbNieder mit dem Patriarchat, es wird fallen, es wird fallen, hoch mit dem Feminismus, er wird siegen, er wird siegen\u00ab. Wie muss man diesen Slogan verstehen, der sich in der ganzen spanischsprachigen Welt verbreitet hat? Wie werden antikapitalistische Positionen anschlussf\u00e4hig an all die vielen Frauen in fernen und unterschiedlichen Stra\u00dfen, die zum gleichen Rhythmus dieser Parole tanzen?<\/p>\n<p><strong>Der unendliche Skeptizismus des Widerstands ohne Siege<\/strong><\/p>\n<p>Aber damit diese Fragen zum Teil der Debatten der antikapitalistischen Feminismen werden, m\u00fcssen wir die unheilvolle Situation \u00fcberwinden, in der wir uns gegenw\u00e4rtig befinden: Die Frage der Strategie wurde in den letzten Jahrzehnten, die ohne Revolutionen abliefen, vergessen. Das erkl\u00e4rt bis zu einem gewissen Grade auch die Abwesenheit dieses Begriffs in den heutigen Debatten.<\/p>\n<p>Der kapitalistische Staat hat gezeigt, dass er nicht nur ein Zwangsapparat ist, sondern auch wie nie zuvor Mechanismen zur Eingliederung verschiedener Interessen entwickelt hat, gegen die wir auch ank\u00e4mpfen m\u00fcssen \u2013 dies bringt die zus\u00e4tzliche Schwierigkeit mit sich, dass sie dem Anschein nach gut f\u00fcr uns seien. Es ist jedoch von zentraler Bedeutung, dieses Ph\u00e4nomen der Verbindung von Zugest\u00e4ndnissen und Repression in all seinen Dimensionen zu erfassen und zu verstehen, um die Entwicklung eines antikapitalistischen Feminismus neu denken zu k\u00f6nnen. Dies trifft ebenso auf andere soziale Bewegungen zu, die heute, wenn auch noch auf diffuse Weise, dieses Gesellschaftssystem angreifen, das immer gr\u00f6\u00dferes Elend f\u00fcr die Mehrheit der Menschheit bedeutet und die Zerst\u00f6rung des Planeten vorantreibt.<\/p>\n<p>Zwischen dem Ende der 1960er- und dem Anfang der 1980er-Jahre hatte die Bourgeoisie mit einem Aufstieg der Massen zu k\u00e4mpfen, der nicht nur die Herrschaft der Kapitalist*innen infrage stellte, sondern auf der anderen H\u00e4lfte des Planeten auch die Stabilit\u00e4t der stalinistischen B\u00fcrokratien bedrohte. Die Weltordnung nach den Konferenzen von Jalta und Potsdam w\u00e4re zusammengebrochen, h\u00e4tte es nicht den Verrat \u2013 durch die Einhegung und Assimilation \u2013 derjenigen Organisationen gegeben, die eigentlich auf der Seite der Massen zu stehen schienen. So war hier keine blutige Konterrevolution gegen die Massen notwendig, auf welche die Bourgeoisie zu anderen Zeitpunkten ohne Z\u00f6gern zur\u00fcckgriff. Wie Emilio Albamonte und Mat\u00edas Maiello schreiben: \u00bbUnter den neuen Bedingungen nach dem Krieg und zur Eind\u00e4mmung der Revolution entfaltete sich mit dem sogenannten \u203akeynesianischen Wohlfahrtsstaat\u2039 eine neue Grundlage f\u00fcr den Reformismus in den zentralen L\u00e4ndern. Gleichzeitig wurde in der Peripherie ein Prozess der \u203aDekolonialisierung\u2039 von oben unternommen, der die antikoloniale Revolution allerdings nicht eind\u00e4mmen konnte. Diese beiden Prozesse, zusammen mit der Enteignung der Bourgeoisie \u203avon oben\u2039 in den L\u00e4ndern Osteuropas, die unter der Besatzung der Roten Armee standen, waren Bestandteile einer Antwort auf den Aufschwung der K\u00e4mpfe in der direkten Nachkriegszeit. Sie bildeten eine \u203apassive Revolution\u2039 in gro\u00dfem Umfang.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote2sym\"><strong><sup>2<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Angesichts der Unzul\u00e4nglichkeiten des Parlamentarismus f\u00fcr die Aufrechterhaltung der b\u00fcrgerlichen Hegemonie weitete sich der Staat in die Zivilgesellschaft aus und integrierte, assimilierte, kooptierte und erschuf dort neue b\u00fcrokratische und hierarchische Organisationen. Sie stehen mit einem Fu\u00df in den Bewegungen, reichen den herrschenden Klassen aber die Hand. So tragen sie deren und ihre eigenen Interessen in die Bewegungen hinein, befrieden diese und bekommen im Austausch von den herrschenden Klassen einige Zugest\u00e4ndnisse f\u00fcr ihre jeweiligen Bereiche.<\/p>\n<p>Das Ende der Periode der Radikalisierung der Massen, das durch die imperialistische Gegenoffensive erzwungen wurde, war gleichzeitig der Beginn von den unterschiedlichen und zahlreichen (intellektuellen) Hirngespinsten, die von einem Sieg einer \u203aallgegenw\u00e4rtigen Macht\u2039 sprachen, die unsere Leben durchringen w\u00fcrde, unsere K\u00f6rper formen und unsere Begehren und Diskurse durchziehen w\u00fcrde. Perry Anderson schreibt \u00fcber die Periode nach der Niederlage und der Einhegung des 1968 begonnen Kampfzyklus, dass die Macht \u00bbjegliche historische Bestimmtheit\u00ab verloren hat. Es gebe \u00bbweder bestimmte Machthaber noch spezifische Ziele, denen die Aus\u00fcbung der Macht dient.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote3sym\"><strong><sup>3<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;Diese absolut gesetzte und damit unbestimmte Biomacht sei repressiv und marginalisierend. Sie etabliere die gesellschaftliche Norm und agiere nicht nur negativ, sondern produziere positiv auch das Verworfene, das Anormale, das Marginale.<\/p>\n<p>Durch ein solches Verst\u00e4ndnis von Macht wird die Notwendigkeit der herrschenden Klassen, den Staatsapparat zu kontrollieren, um das Privateigentum an Produktionsmitteln zu sch\u00fctzen (und die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft der enteigneten Mehrheit zu garantieren), von allen anderen Machtverh\u00e4ltnissen abgespalten. Dieses Machtverh\u00e4ltnis erschafft, reproduziert, legitimiert und vertieft die Unterordnung der Mehrheit der Menschen unter eine Minderheit. Diese unmaterialistische Konzeptualisierung von Macht entstand im Kontext der Weiterentwicklung sozialer Kontrollmechanismen, die nach den Niederlagen der Linken, die wir zu Beginn der 1980er-Jahre verorten k\u00f6nnen, ein bis dahin unbekanntes Ausma\u00df erreichten. Durch eine solche besondere und einseitige Lekt\u00fcre des Ph\u00e4nomens der Macht wurde der fortbestehende Klassenantagonismus zugunsten der Vision einer Gesellschaft, die durchdrungen sei von der Mikrophysik der Macht, verschleiert. Jedoch gibt es immer noch den Antagonismus zwischen einer Klasse, die eine kleine Minderheit ausmacht und weltweit in immer weniger H\u00e4nden den Gro\u00dfteil des Besitzes konzentriert, und der Klasse, die eine immer gr\u00f6\u00dfere Mehrheit umfasst, und deren Arbeit ausgebeutet wird \u2013 und die st\u00e4ndig w\u00e4chst, indem gewaltsam neue Kontinente und Millionen neuer (und diverser) \u203aLohnsklaven und -sklavinnen\u2039 in die Logik des Kapitals integriert werden.<\/p>\n<p>Wenn nun die Macht allm\u00e4chtig ist, w\u00e4re auch der Klassenkampf unm\u00f6glich geworden. Die L\u00f6sung dieses Problems wird nun nicht darin gesehen, dieser Situation eine permanente Revolution entgegenzusetzen, sondern \u2013 wie bereits erw\u00e4hnt \u2013 lediglich einen unendlichen und sich ewig wiederholenden Widerstand. Wenn der Staat nicht mehr \u00bbder Punkt [ist], an dem sich diese Macht- und Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse in einer bestimmten historischen Konfiguration verbinden und miteinander abstimmen\u00ab, sondern nur ein weiteres Machtverh\u00e4ltnis, \u00bbkann sich die programmatische Strategie in der Summe der Widerst\u00e4nde aufl\u00f6sen.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote4sym\"><strong><sup>4<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;Ohne die M\u00f6glichkeit des Sieges reduziert sich diese Strategie zu einem Nichts.<\/p>\n<p><strong>Apokalypse oder Integration?<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Rahmen wird die Kritik am Marxismus, der zu einer Karikatur gemacht wurde, um seinen Beitrag zum entschlossenen Kampf der Frauen herunterzuspielen, zu einem groben und unehrlichen Man\u00f6ver, das mit einem Federstrich mehr als eineinhalb Jahrhunderte theoretischer, programmatischer, politischer und organisatorischer Anstrengungen einfach so f\u00fcr nichtig zu erkl\u00e4ren versucht.<\/p>\n<p>Gleichwohl ist es ohne Zweifel wichtig, einzugestehen, dass der Fortbestand dieser Karikatur des Marxismus nicht nur auf das Konto der gl\u00fchenden Verteidiger*innen der neoliberalen Ordnung geht, die vom Ende der Geschichte reden, das von der Herrschaft der kapitalistischen Demokratien besiegelt worden w\u00e4re. Ebenso wenig sind es allein die neuen Bonapartismen und ultrarechten Bewegungen, die in den letzten Jahren aufgekommen sind. Es ist auch ein \u203aVerdienst\u2039 von siebzig Jahren stalinistischem Regime in der ehemaligen Sowjetunion und den L\u00e4ndern Osteuropas sowie der Rolle der kommunistischen Parteien im Rest der Welt. Wie ein Alptraum existiert diese Erfahrung im Ged\u00e4chtnis der Massen weiter \u2013 vor allem in Europa. Dagegen vorzugehen, ist f\u00fcr diejenigen von uns, die sich weiterhin auf den Marxismus beziehen, noch immer eine notwendige und beschwerliche Aufgabe. Wir m\u00fcssen diesem Marxismus aufgrund dieser Geschichte voller Verrat das Adjektiv \u00bbrevolution\u00e4r\u00ab hinzuf\u00fcgen, um \u2013 nicht immer erfolgreich \u2013 einen Unterschied zu denen zu markieren, die im Namen des Marxismus lediglich seine Zerst\u00f6rung durchf\u00fchrten.<\/p>\n<p>Aber ebenso haben diejenigen, die die Perspektive einer sozialistischen Regierung der Arbeiter*innen gleich mit aufgegeben haben, wenn sie mit dem stalinistischen Regime des \u203aRealsozialismus\u2039 abrechnen, deutlich gemacht, dass sie sich weigern, gegen den realen Kapitalismus vorzugehen. So wurden sie \u2013 trotz einiger hochtrabender Reden \u2013 schlie\u00dflich zu dessen Kompliz*innen. \u00bbIch halte es f\u00fcr logisch, dass die kommunistischen und sozialistischen Parteien des entwickelten kapitalistischen Westens nicht nur ihre Taktik, sondern ihre gesamte Strategie auf Grundlage demokratischer Spielregeln entwickeln\u00ab, sagte beispielsweise der Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei Spaniens, Santiago Carrillo, im Jahr 1977 und l\u00e4utete damit die \u00c4ra des Eurokommunismus ein.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote5sym\"><strong><sup>5<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;Und die Bourgeoisie begann, Hand in Hand mit der Sozialdemokratie und dem Stalinismus ebenso wie mit den Gewerkschaftsb\u00fcrokratien, das Spiel des Neoliberalismus zu spielen, in dem die arbeitenden und armen Massen nur zu verlieren hatten.<\/p>\n<p>Einige Jahrzehnte sp\u00e4ter \u2013 scheinbar am anderen Ende des politischen Spektrums \u2013 erneuerten sich die Utopien der zapatistischen Selbstverwaltungsgebiete (<em>\u00bbCaracoles\u00ab<\/em>) sowie der&nbsp;<em>R\u00e4te der guten Regierung<\/em>&nbsp;oder der solidarischen \u00d6konomien, mit denen die Zapatistas ihr schieres \u00dcberleben sichern wollten. \u00bbIn der heutigen Situation (\u2026) m\u00fcssen wir die Welt \u00e4ndern, auch wenn wir nicht wissen wie. Es funktioniert nicht durch den Staat, es ist ein kollektiver Prozess, fragend schreiten wir voran, aber Teil dieses Prozesses, in dem wir fragend voranschreiten, ist es, der Vorstellung freien Lauf zu lassen, nicht wahr? Sich neue Formen des Kampfes, neue Formen der Organisation vorzustellen, mit unserer Fantasie\u00ab, antwortete John Holloway in einem Interview von 2002.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote6sym\"><strong><sup>6<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;Aber es ist auch klar, dass die Fantasie alleine nicht die Belagerung und Repression durch Milit\u00e4r und Paramilit\u00e4rs verhindern wird, genauso wenig wirtschaftliche Blockaden oder neue Grenzen. Sie allein wird es nicht aufhalten, dass wir im Elend und der Zerst\u00f6rung leben, in die der Kapitalismus den Planeten treibt.<\/p>\n<p>Schlussendlich nahm sich die real existierende Linke darauf nur noch vor, \u203aden Kapitalismus menschlicher zu gestalten\u2039, die \u203aDemokratie zu radikalisieren\u2039 oder \u203adie Revolution zu machen, ohne die Macht zu \u00fcbernehmen\u2039. Dies sind verschiedene Wege, eine bessere Zukunft zu erreichen und dabei der (zweifellos schwierigen) Aufgabe auszuweichen, sich dem real existierenden kapitalistischen Staat entgegenzusetzen.<\/p>\n<p>Die verschiedenen anti-neoliberalen Feminismen sind von diesen Perspektiven oder von verschiedenen Varianten davon nicht verschont geblieben. Egal ob sie die Perspektive der Apokalypse oder der Integration in das kapitalistische System vor Augen haben, ob sie sich vor dem Kampf um die Macht dr\u00fccken oder sich in die Institutionen des politischen Regimes eingraben: diese verschiedenen Str\u00f6mungen scheinen sich vorzustellen, dass der Aufbau einer k\u00fcnftigen Gesellschaft der Geschlechtergerechtigkeit m\u00f6glich ist, ohne sich allzu sehr die H\u00e4nde schmutzig machen zu m\u00fcssen. Diesen Str\u00f6mungen gelingt sogar das Kunstst\u00fcck, Frauen dazu aufzurufen, sich gegen den patriarchalen Kapitalismus aufzulehnen, ohne dabei jedoch zu erw\u00e4hnen, dass daf\u00fcr der Staat angegriffen und zerst\u00f6rt werden muss.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote7sym\"><strong><sup>7<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;Das ist ein wirkliches Problem, denn die Befreiung der unterdr\u00fcckten und ausgebeuteten Massen ist im Kapitalismus unm\u00f6glich \u00bbnicht nur ohne gewaltsame Revolution,&nbsp;<em>sondern auch ohne Vernichtung<\/em>&nbsp;des von der herrschenden Klasse geschaffenen Apparates der Staatsgewalt.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote8sym\"><strong><sup>8<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Dies haben die Niederlagen gezeigt, die schwer auf den Schultern der Massen lasten. Auch wenn es denjenigen nicht gef\u00e4llt, die sich einen sch\u00f6nen Platz im Schatten der Institutionen des Regimes suchen \u2013 auf die Gefahr hin, sich in ihrer b\u00fcrokratischen Korruption zu verfangen \u2013, und ebenso wenig denen, die sich an die R\u00e4nder fl\u00fcchten, um frei zu bleiben vom Schmutz der Politik \u2013 auf die Gefahr hin, nur sich selbst zu retten.<\/p>\n<p><strong>Den Himmel (und den kapitalistischen Staat) im Sturm erobern<\/strong><\/p>\n<p>Wo wir von Revolutionen sprechen\u2026 Welche Bedeutung kann eine R\u00fcckkehr zu diesem Begriff haben, rund ein Jahrhundert nach der proletarischen Revolution, durch die die Arbeiter*innenklasse in Russland die Macht ergriffen hatte? Welche Bedeutung kann sie haben auch besonders f\u00fcr Frauen und f\u00fcr diese neue feministische Welle, die die Kontinente im 21. Jahrhundert durchzieht? Nun, die Bedeutung liegt darin, dass die Mobilisierungen von Frauen heute, ein Jahrhundert sp\u00e4ter, die jeden 8. M\u00e4rz die Metropolen ersch\u00fcttern, uns aufzeigen, dass wir \u2013 auf mehreren Ebenen \u2013 verglichen mit dieser historischen Tat der Massen ein Jahrhundert im R\u00fcckstand sind. Es zeigt auch, dass die durch die Schl\u00e4ge der Krise abgenutzten kapitalistischen Demokratien ihre Zwangsmechanismen immer offener zeigen m\u00fcssen \u2013 auf Kosten der Zugest\u00e4ndnisse des Wohlfahrtsstaats, die zuvor den gesellschaftlichen Konsens gesichert hatten.<\/p>\n<p>Eine Revolution, die mit einem wilden Streik der Textilarbeiterinnen am 8. M\u00e4rz 1917 begann, endete acht Monate sp\u00e4ter mit dem Sturm auf das Winterpalais und der Eroberung der Macht durch die Arbeiter*innenklasse. Ein Sturm, der einen Sprung ins Ungewisse bedeutete, und in dem auch die Gewohnheiten, die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Sexualit\u00e4t und das Alltagsleben sich neugestalteten. Die Frauen erhielten das Recht, ein Ausweisdokument zu besitzen, das Recht auf Scheidung, auf Abtreibung. Die Ungleichheit zwischen ehelichen und unehelichen Kindern wurde aufgehoben, Frauen erhielten Zugang zu Bildung und Arbeit in allen Berufen, die Kriminalisierung der Homosexualit\u00e4t wurde aufgehoben. Das Recht der Frauen, zu w\u00e4hlen und gew\u00e4hlt zu werden, wurde eingef\u00fchrt, fortschrittliche Ma\u00dfnahmen zur Vergesellschaftung der Hausarbeit wurden unternommen\u2026 und all dies, w\u00e4hrend \u00bbnicht nur die Revolution, sondern auch der Weltkrieg, der B\u00fcrgerkrieg, die D\u00fcrre und die Plagen das alte Russland vollst\u00e4ndig auf den Kopf stellten. Die Kr\u00e4fte aller sozialen Klassen, die untereinander gek\u00e4mpft hatten, ersch\u00f6pften sich oder erloschen. (\u2026) Ende der 1920er-Jahre hatten Krankheiten, Hunger und niedrige Temperaturen allein siebeneinhalb Millionen Russ*innen get\u00f6tet, w\u00e4hrend der Krieg vier Millionen Opfer gekostet hatte.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote9sym\"><strong><sup>9<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;Es ist klar, dass wir die Bedingungen, in denen wir k\u00e4mpfen m\u00fcssen, nicht selbst w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Aber es macht einen gro\u00dfen Unterschied, ob man auf diesen Moment vorbereitet ist oder nicht.<\/p>\n<p>Diese proletarische Revolution, die von den Textilarbeiterinnen ausging \u2013 eine der am st\u00e4rksten unterdr\u00fcckten Schichten der russischen Arbeiter*innenklasse \u2013, richtete sich gegen das autokratische Zarenregime und entwickelte sich weiter zur bis dahin radikalsten Transformation der kapitalistischen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse. Ihr Echo hallt nach in den Stimmen der Frauen, die heute auf ihren Demonstrationen \u2013 in den unterschiedlichsten Sprachen und mit den verschiedensten Ausdr\u00fccken \u2013 anprangern, dass die \u00bbGleichheit vor dem Gesetz (\u2026) noch nicht Gleichheit im Leben\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote10sym\"><strong><sup>10<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;bedeutet. Schlimmer noch: dass sogar die \u00bbGleichheit vor dem Gesetz\u00ab ein Versprechen ist, dass die kapitalistischen Demokratien nicht mehr abgeben k\u00f6nnen, ohne sich zutiefst daf\u00fcr sch\u00e4men zu m\u00fcssen. Denn Millionen von Menschen ohne Papiere sind neuen Formen der Versklavung unterworfen, leben unter Bedingungen extremer Prekarisierung, werden verfolgt, kriminalisiert oder wie Abfall behandelt \u2013 wenn sie nicht ihr Grab in der mexikanischen W\u00fcste finden, die bereits jetzt schon von Leichen gepflastert ist, oder im kristallklaren und finsteren Grund des Mittelmeers. Das Paradies liegt nie auf der anderen Seite der Grenze. Es gibt einige, die den Schiffsbruch oder die Repression der Grenzpolizei \u00fcberleben, aber es gibt keine kollektive Rettung.<\/p>\n<p>Daher reicht ein nahezu unbegrenztes Vertrauen in die pure Kunstfertigkeit der sozialen Bewegungen nicht aus, die versuchen, unbeschmutzt von einer \u203aungesunden\u2039 Einmischung in die verrostete Politik zu agieren. Ebenso gen\u00fcgt es nicht, sich auf eine Abgrenzung von der Marktlogik durch die solidarische \u00d6konomie, die feministische Selbstverwaltung oder \u00e4hnliche Varianten zu st\u00fctzen, um sich vor den Gr\u00e4ueltaten des Kapitalismus zu bewahren. Denn es ist f\u00fcr uns klar, dass es keine M\u00f6glichkeit des Ausbruches aus der geschlechtlichen Unterdr\u00fcckung und der Ausbeutung der Klassengesellschaft geben kann, die beide dieses verfaulte System strukturieren, in dem wir leben. Doch wenn es keinen m\u00f6glichen Ausweg f\u00fcr Millionen Menschen gibt und wir gleichzeitig nicht akzeptieren wollen, die naturalisierte Rolle als Opfer, die (nur) Widerstand leisten k\u00f6nnen, einzunehmen, m\u00fcssen wir notwendigerweise diskutieren, wie wir den patriarchalen Kapitalismus zerst\u00f6ren, bevor er uns und den gesamten Planeten zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Vor einem Jahrhundert war eine Revolution notwendig, um am Ende einige Reformen zu erreichen, die das Leben der Frauen tiefgreifend ver\u00e4nderten \u2013 und die selbst f\u00fcr die damals fortgeschrittensten kapitalistischen Demokratien unerh\u00f6rt waren. Welchen effizienteren und realistischeren Weg gibt es heute, wenn es noch nicht mal mehr Raum zu geben scheint, um lediglich einen Kapitalismus \u203amit menschlichem Antlitz\u2039 zu verwirklichen?<\/p>\n<p>Wenn die Perspektive der sozialistischen Revolution die einzige wirklich realistische ist, um die Lebensbedingungen von Millionen von Menschen grundlegend zu \u00e4ndern, ist es notwendig zur Frage der Strategie zur\u00fcckzukehren. Denn es gibt keine Erfahrung, die uns aufzeigen w\u00fcrde, dass wir den Sozialismus mit der schrittweisen Eroberung von R\u00e4umen, Institutionen und kleinen Nischen innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft selbst erschaffen k\u00f6nnten. Genauso wenig k\u00f6nnen sich die Aufst\u00e4nde, Ausschreitungen und Massenaktionen allein in dauerhafte Siege verwandeln, zu denen in den sozialen Medien von allen und niemandem aufgerufen wird.<\/p>\n<p>Anders als die Bourgeoisie, die ihre wirtschaftliche Kraft entwickelte, bevor sie dem&nbsp;<em>Ancien R\u00e9gime<\/em>&nbsp;die politische Macht entriss \u2013 wobei sie sich auf die Allianz mit den armen Massen st\u00fctzen konnte \u2013, m\u00fcssen die vom Kapitalismus ausgebeuteten und unterdr\u00fcckten Massen jeden Versuch der Sabotage des herrschenden Systems, jedes St\u00fcck verweigerten Mehrwert, jede illegale Aktion in Verteidigung legitimer Rechte teuer bezahlen. Deshalb ben\u00f6tigt die sozialistische Revolution die vorherige Organisierung der Ausgebeuteten und der Unterdr\u00fcckten, die sich f\u00fcr genau dieses Ziel vereinen m\u00fcssen. Es bedarf des Bewusstseins \u00fcber diese Ziele: Es bedarf der Strategie.<\/p>\n<p><strong>Vom \u203awas\u2039 zum \u203awie\u2039 \u00fcbergehen<\/strong><\/p>\n<p>Um auf die erw\u00e4hnte Parole der argentinischen Frauen zur\u00fcckzukommen: Es erscheint uns notwendig, auf die vagen Bedeutungsinhalte hinzuweisen, die dieses \u00bbHoch mit dem Feminismus, er wird siegen, er wird siegen\u00ab annehmen kann. Auch wenn dieser Slogan auf den Demonstrationen immer wiederholt wird, ist unklar, was dieser \u00bbSieg\u00ab f\u00fcr die heutige Frauenbewegung sein soll, die auf der ganzen Welt f\u00fcr so unterschiedliche und diverse Ziele auf die Stra\u00dfen geht: gegen die geschlechtliche Lohnl\u00fccke, gegen die Feminizide und die Gewalt aufgrund des Geschlechts, f\u00fcr das Recht auf Abtreibung, gegen die Wahlerfolge der politischen Rechten, gegen Zwangsr\u00e4umungen und Arbeitslosigkeit, f\u00fcr den Sturz einer Regierung oder um das Justizsystem zu kritisieren, gegen die Kriminalisierung der Proteste und der Migration, f\u00fcr die Anerkennung der Reproduktionsarbeit und gegen die Bel\u00e4stigung am Arbeitsplatz\u2026<\/p>\n<p>Dabei gibt es durchaus Fortschritte. So wird beispielsweise die Idee eines automatischen Sturzes des patriarchalen Systems \u2013 ganz so als ob dieser objektiv im Ablauf der Ereignisse vorprogrammiert w\u00e4re \u2013 von der Bewegung intuitiv und ironisch infrage gestellt. Auf Demonstrationen, auf denen die Mehrheit noch vom unausweichlichen Niedergang des Patriarchats summt, gibt es auch Schilder, auf denen zu lesen ist: \u00bbEs [das Patriarchat] wird nicht fallen, wir werden es st\u00fcrzen\u00ab. Dies ist ein&nbsp;<em>flashforward<\/em>&nbsp;auf den Stra\u00dfen, noch lange bevor die Debatten des antikapitalistischen Feminismus zu dieser Frage vorgedrungen sind.<\/p>\n<p>Diese elliptische Aussage l\u00e4sst sich leicht nachempfinden, sie ist f\u00fcr die Frauen klar verst\u00e4ndlich, die in den letzten Jahren auf die Stra\u00dfen gegangen sind. Sie weist bereits auf die Existenz eines aktiven kollektiven Subjekts hin, muss aber noch in Programm und Strategie \u00fcbersetzt werden. Das hei\u00dft, es muss vom \u203awas\u2039 zum \u203awie\u2039 \u00fcbergegangen werden. Das Patriarchat wird nicht fallen, wir m\u00fcssen es niederrei\u00dfen. Aber wie machen wir das? Wie die Geschichte zeigt, fiel der Sieg im Kampf der Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten nie vom Himmel und wenn der Sieg eine Aufgabe ist, braucht es die subjektive Bereitschaft, ihn bewusst vorzubereiten.<\/p>\n<p>Deshalb glauben wir, dass die derzeitige neue feministische Welle mit ihren Massendemonstrationen, Streiks und anderen Massenaktionen, Debatten \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Feminismus und Marxismus f\u00fchren sollte. Denn die demokratischen und sozialen Forderungen, die auf den Demonstrationen der Frauen gerufen werden, die antirassistischen, antiimperialistischen und antikapitalistischen programmatischen Erkl\u00e4rungen einiger Bereiche der feministischen Bewegung zwingen uns ebenso wie der Klassenkampf, in dem die Frauen eine bedeutende Rolle einnehmen, dazu, einmal mehr auf Streitfragen zur\u00fcckzukommen, die seit einigen Jahrzehnten ungel\u00f6st sind. Sie wurden begraben, ausgegraben und mehr als einmal wieder beerdigt.<\/p>\n<p>Ebenso ist es von entscheidender Bedeutung, wie wir das Verh\u00e4ltnis zwischen Identit\u00e4tspolitik und Klassenpolitik denken. Wie etablieren wir Allianzen zwischen der Arbeiter*innenklasse (die heute so weiblich ist wie nie zuvor) und anderen sozialen Gruppen, die auch vom Kapitalismus unterdr\u00fcckt werden? Wie k\u00e4mpfen wir daf\u00fcr, dass demokratische Forderungen in der Arbeiter*innenklasse Geh\u00f6r finden? Wir m\u00fcssen auf all diese Punkte zur\u00fcckkommen. Aber vor allem ist es notwendig, \u00bbwieder die W\u00fcrfel der strategischen Vernunft zu werfen.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote11sym\"><strong><sup>11<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Den Sturz des Patriarchats vorbereiten: die Aufgabe des antikapitalistischen Feminismus<\/strong><\/p>\n<p>Wie muss sich nun ein antikapitalistischer Feminismus vorbereiten, der nicht das ewige Lied des Widerstands singen will, dass sich ohne eine Perspektive auf den Sieg abfindet? Zuallererst m\u00fcssen politischer Freund und Feind klar bestimmt werden. In der Krise der neoliberalen Hegemonie \u2013 und damit auch der Krise des Feminismus gleicher Pr\u00e4gung \u2013 greifen nicht nur die Varianten des Rechtspopulismus um sich, sondern auch andere politische Initiativen, die auf die eine oder andere Weise die b\u00fcrgerlichen Demokratien st\u00fctzen. Angesicht dieser Krise muss man den politischen Streit mit ihnen suchen.<\/p>\n<p>Die lohnabh\u00e4ngige Klasse wird von der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie wie von einer politischen Polizei \u00fcberwacht, damit sie in der Verteidigung ihrer Rechte nicht \u00fcber ihre engen Grenzen schl\u00e4gt, die das Regime ihr setzt. Daran arbeiten die B\u00fcrokratien der sozialen Bewegungen zeitgleich mit, indem sie verhindern, dass sich die demokratischen K\u00e4mpfe mit der Gesamtheit der Forderungen der Arbeiter*innenklasse verbinden. Anstatt die Kr\u00e4fte der Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten, die ja die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung ausmachten, zu b\u00fcndeln und in eine antikapitalistische und revolution\u00e4re Richtung zu lenken, f\u00fchrt die Politik der B\u00fcrokratien zum genauen Gegenteil, zur Spaltung und Befriedung.<\/p>\n<p>Die lohnabh\u00e4ngigen Klassen bleiben somit untergeordnet unter b\u00fcrgerlich-nationalistische, neoliberale oder reaktion\u00e4r-populistische F\u00fchrungen. W\u00e4hrenddessen gewinnen die Neoreformismen mit ihrem kleinb\u00fcrgerlichen Charakter Einfluss innerhalb der Jugend in den urbanen Zentren, die Zugang zu einer h\u00f6heren formalen Bildung haben. Aber \u00bbder Kampf um die Hegemonie setzt voraus, die klar abgegrenzten R\u00e4ume zu \u00fcberschreiten, die die Bourgeoisie der Arbeiter*innenbewegung erm\u00f6glicht, um dort ein f\u00fcr die kapitalistische Klassenherrschaft harmloses politisches Spiel zu spielen. Heute sind diese Grenzen schon zu eng, wie es durch sein Negativbeispiel das Ph\u00e4nomen des \u203aNeoreformismus\u2039 zeigt. In einer \u203ages\u00e4ttigten\u2039 politischen Struktur wie der gegenw\u00e4rtigen, ist es nur durch den Kampf, in seinem vollst\u00e4ndigsten Sinne, m\u00f6glich, dass sich eine revolution\u00e4re Kraft den Weg bahnt.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote12sym\"><strong><sup>12<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Ist der antikapitalistische Feminismus f\u00fcr eine solche revolution\u00e4re Perspektive bereit? Ist die Arbeiter*innenklasse bereit, die F\u00fchrung in Form der Gewerkschaftsb\u00fcrokratien zu \u00fcberwinden, die ihr heute die H\u00e4nde bindet? F\u00fcr beides reicht es nicht, in kleinen Zirkeln zu feministischen Streiks aufzurufen und sich dann hinzusetzen und darauf zu warten, dass diese stattfinden. Daf\u00fcr ist es notwendig, einen Kampf zu f\u00fchren, der damit anf\u00e4ngt, revolution\u00e4re Fraktionen in den Massenorganisationen der Arbeiter*innen aufzubauen. Diese m\u00fcssen die F\u00e4higkeit entwickeln, die B\u00fcrokratie zu besiegen und zu \u00fcberwinden. So kann sich die Arbeiter*innenbewegung aus ihrem Korsett befreien und die Einheit mit anderen gesellschaftlichen Bereichen vorantreiben, im Kampf f\u00fcr all die Forderungen, die in der gro\u00dfen Mehrheit der Menschen Widerhall finden.<\/p>\n<p>Solche Verbindungen m\u00fcssen auch zu den sozialen Bewegungen gesucht werden. Aktuell werden diese mehrheitlich von Jugendlichen und Studierenden in den urbanen Zentren getragen. An ihren Protesten nehmen die Teilnehmer*innen vor allem als \u00bbStaatsb\u00fcrger*innen\u00ab teil, das hei\u00dft, als staatlich regulierte Individuen und nicht mit der Kraft als Teil einer Klasse. Daher ist es dort notwendig, Br\u00fccken hin zu der gesellschaftlichen Mehrheit der lohnabh\u00e4ngigen Klasse zu schlagen, in der Frauen heute mehr als 40 Prozent ausmachen. Die Existenz dieser sozialen Bewegungen wie der Feminismus, die in den letzten Jahren weltweit die politische B\u00fchne betreten haben, er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit, antikapitalistische und revolution\u00e4re Fl\u00fcgel aufzubauen, die sich gegen ihre eigenen B\u00fcrokratien auflehnen. Die B\u00fcrokratien der sozialen Bewegungen sind zwar weniger sichtbar als die in den Gewerkschaften, aber sie bet\u00e4tigen sich auch im Feminismus, um ihn mithilfe verschiedener b\u00fcrgerlicher politischer Varianten dem kapitalistischen Staat unterzuordnen.<\/p>\n<p>Deshalb ist es ein politischer Kampf: \u00bbEs handelt sich um den Kampf der Bewegungen, den Klassenkampf; aber auch um den politischen Kampf, den wir heute f\u00fchren m\u00fcssen, indem wir diejenigen entlarven, die sich als kleinere \u00dcbel verkaufen. Sie repr\u00e4sentieren das freundlichste Gesicht der kapitalistischen Demokratien angesichts der Delegitimierung der traditionellen Varianten der kapitalistischen Regime.\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote13sym\"><strong><sup>13<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;Es ist der Kampf, der verhindern will, dass das kapitalistische System die feministische Bewegung integrieren und assimilieren kann, die gerade heute beginnt, es infrage zu stellen.<\/p>\n<p>Millionen lohnabh\u00e4ngige Arbeiterinnen und Arbeiter sind verantwortlich f\u00fcr die Energieversorgung und die Telekommunikation, sie fahren die Verkehrsmittel, die die Zirkulation von Waren und Arbeitskraft garantieren, sie realisieren die \u203aunsichtbare\u2039 Arbeit der Reinigung \u2013 all dies erm\u00f6glicht es dem Kapitalismus, t\u00e4glich zu funktionieren. Diese ausgebeutete Klasse \u2013 die immer weiblich und \u203arassifiziert\u2039 ist \u2013 hat nicht nur die Macht in ihren H\u00e4nden, die gro\u00dfen Metropolen lahmzulegen, indem sie das Funktionieren der Wirtschaft unterbrechen und die kapitalistischen Gewinne sch\u00e4digen kann, sondern sie ist auch in der Lage, Allianzen mit anderen Sektoren der Massen kn\u00fcpfen, die vom Kapital unterdr\u00fcckt werden.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote14sym\"><strong><sup>14<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Wenn wir dieses Potential nicht nutzen, f\u00fchren wir uns selbst unausweichlich in die Niederlage. Wenn wir den Kapitalismus t\u00f6dlich verletzen wollen, m\u00fcssen wir auf unserer Seite die Millionen Frauen (und M\u00e4nner) haben, die \u00fcber diese Kampfkraft verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Siegen bedeutet mehr, als sich zu widersetzen. Wir wollen nicht nur bei der Verteidigung unseres elementarsten Rechtes aufs \u00dcberleben stehenbleiben, w\u00e4hrend unser gesellschaftlicher Anteil unter den Schl\u00e4gen des Kapitals immer kleiner wird. Die Bourgeoisie besitzt die Macht des Staates, um all die Ausbeutung und Pl\u00fcnderung hinter einer immer weiter br\u00f6ckelnden Fassade zu verschleiern. Sie besitzt auch das Gewaltmonopol, um den Status quo aufrechtzuerhalten, wenn ersteres nicht mehr ausreicht. Wir m\u00fcssen daran arbeiten, dass wir \u203aauf unserer Seite\u2039 auf die Kr\u00e4fte der Mehrheit der Gesellschaft z\u00e4hlen k\u00f6nnen. Es gilt, daran zu erinnern, dass das revolution\u00e4re Potential dieser Kr\u00e4fte immer noch so bedrohlich ist, dass die herrschende Klasse ihnen nicht zu k\u00e4mpfen erlaubt, damit ihr nicht die Macht entrissen wird, und es stattdessen bestenfalls zum passiven Widerstand verurteilt wird.<\/p>\n<p>Unser Ziel muss es sein, die Funktionsweise der \u00d6konomie und die kollektive Verwaltung des \u00d6ffentlichen tiefgreifend zu demokratisieren. Daf\u00fcr ist es wichtig, dass wir heute \u2013 in der Vorbereitungszeit \u2013 nicht nur K\u00e4mpfe begleiten, unsere K\u00f6rper in Bewegung setzen und auf die Stra\u00dfen gehen, sondern auch politische und ideologische Debatten f\u00fchren, damit ein Gro\u00dfteil der Bewegung sich diese Perspektive zu eigen macht. Millionen Unterdr\u00fcckte und Ausgebeutete wollen \u00bbdie erbitterte Verteidigung einer Unversehrtheit, die von der Zerst\u00f6rung bedroht ist\u00ab<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote15sym\"><strong><sup>15<\/sup><\/strong><\/a>&nbsp;hinter sich lassen und, wenn die gesammelten Kr\u00e4fte und die Bedingungen es zulassen, in die Offensive gehen, um den Sieg zu erringen.<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote1anc\"><strong>1<\/strong><\/a>.Bensa\u00efd, Daniel: R\u00e9sistances. Essai de taupologie g\u00e9n\u00e9rale. Par\u00eds 2001, S. 29. Eigene \u00dcbersetzung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote2anc\"><strong>2<\/strong><\/a>.Albamonte, Emilio\/Maiello, Mat\u00edas: Estrategia socialista y arte militar. Buenos Aires 2017, S. 529. Eigene \u00dcbersetzung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote3anc\"><strong>3<\/strong><\/a>.Anderson, Perry: In the Tracks of Historical Materialism. London 1983, S. 59. Eigene \u00dcbersetzung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote4anc\"><strong>4<\/strong><\/a>.Bensa\u00efd, Daniel: Elogio de la pol\u00edtica profana. Barcelona 2009, S. 165. Eigene \u00dcbersetzung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote5anc\"><strong>5<\/strong><\/a>.Carrillo, Santiago: Eurocomunismo y Estado. Barcelona 1977. Eigene \u00dcbersetzung.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote6anc\"><strong>6<\/strong><\/a>. Quirarte, Benjam\u00edn: Cambiar el mundo sin tomar el poder.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nodo50.org\/fzln-jalisco\/entrevista1.html\"><strong>Interview mit John Holloway<\/strong><\/a>. Eigene \u00dcbersetzung.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote7anc\"><strong>7<\/strong><\/a>. Vgl.: D\u2019Atri, Andrea\/Murillo, Celeste:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-fuer-die-99-prozent-strategien-im-widerstreit\/\"><strong>Feminismus f\u00fcr die 99 Prozent: Strategien im Widerstreit<\/strong><\/a>.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote8anc\"><strong>8<\/strong><\/a>. Lenin, Wladimir I.: Staat und Revolution. In: Ders.: Werke, Bd. 25. Berlin 1972, S. 400. Hervorhebung im Original.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote9anc\"><strong>9<\/strong><\/a>. Andrea D\u2019Atri, Andrea: Abrir paso a las m\u00e1s profundas y verdaderas reformas. Buenos Aires 2011, S. 18. Eigene \u00dcbersetzung.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote10anc\"><strong>10<\/strong><\/a>. Lenin, Wladimir I.: An die Arbeiterinnen. In: Ders.: Werke, Bd. 30. Berlin 1961, S. 363.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote11anc\"><strong>11<\/strong><\/a>. Bensa\u00efd, Daniel: Fragmentos descre\u00eddos. Barcelona 2010, S. 18. Eigene \u00dcbersetzung.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote12anc\"><strong>12<\/strong><\/a>. Albamonte\/Maiello 2017, S. 551. Eigene \u00dcbersetzung.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote13anc\"><strong>13<\/strong><\/a>. D\u2019Atri\/Murillo. A.a.O.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote14anc\"><strong>14<\/strong><\/a>. D\u2019Atri, Andrea:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.revolutionpermanente.fr\/Deconstruire-le-feminisme-civilisationnel-A-propos-d-Un-Feminisme-Decolonial-de-Francoise-Verges\"><strong>D\u00e9construire le f\u00e9minisme civilisationnel. \u00c0 propos d\u2019Un F\u00e9minisme D\u00e9colonial<\/strong><\/a>, de Francoise Verg\u00e8s. Eigene \u00dcbersetzung.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/#sdfootnote15anc\"><strong>15<\/strong><\/a>. Bensa\u00efd 2001, a.a.O. Eigene \u00dcbersetzung.<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/feminismus-und-marxismus-eine-noetige-strategiedebatte\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 22. Mai 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die argentinische Marxistin und Feministin Andrea D&#8217;Atri, Gr\u00fcnderin der internationalen sozialistisch-feministischen Gruppierung&nbsp;Pan y Rosas (Brot und Rosen), bringt mit diesem Beitrag die Frage der Strategie zur\u00fcck in die feministische Auseinandersetzung. Sie argumentiert<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7,5],"tags":[90,23,32,12,13,4,21,17],"class_list":["post-7868","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-international","category-kampagnen","tag-argentinien","tag-buecher","tag-frauenbewegung","tag-lenin","tag-marx","tag-strategie","tag-trotzki","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7868","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7868"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7868\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7905,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7868\/revisions\/7905"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7868"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7868"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}