{"id":7927,"date":"2020-05-27T11:05:12","date_gmt":"2020-05-27T09:05:12","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7927"},"modified":"2020-05-27T14:54:47","modified_gmt":"2020-05-27T12:54:47","slug":"bangladesch-naeherinnen-kaempfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=7927","title":{"rendered":"Bangladesch&#8217;s N\u00e4herInnen k\u00e4mpfen!"},"content":{"rendered":"<p>Man muss nicht viel \u00fcber Bangladesch wissen, um zu verstehen, dass die Corona-Krise hier zu extremen Bedingungen f\u00fchren wird: Das Virus war \u00fcber zur\u00fcckkehrende Arbeitsmigranten ins Land gekommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Italien. Das<!--more--> Gesundheitssystem ist darauf kaum vorbereitet: F\u00fcr die 170 Millionen Bangladeschis gibt es gerade mal 1170 Intensivbetten. Ende April gibt es, soweit man es einsch\u00e4tzen kann, noch relativ wenig Erkrankte und Tote, die Tendenz ist allerdings steigend.<\/p>\n<p>Schon jetzt leiden Millionen Menschen unter den wirtschaftlichen Auswirkungen: der Export von Kleidung ist eingebrochen, generell sind die meisten Betriebe und Gesch\u00e4fte geschlossen. Tausende ArbeiterInnen in Europa verdienen kein Geld, das sie zur\u00fcckschicken k\u00f6nnten, und in Bangladesch sitzen viele mit best\u00e4tigten Visa fest und k\u00f6nnen nicht ausreisen um ihre Arbeit anzutreten.<a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fn1\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<p>\u00bbWegen der Pandemie k\u00f6nnen wir uns weder einen neuen Job suchen, noch unsere Wohnung verlassen, die wir nicht mehr zahlen k\u00f6nnen\u00ab<\/p>\n<p>F\u00fcr viele bedeutet der Lockdown den Wegfall ihrer Einkommen: Nach der Studie einer NGO sanken die Einkommen von an der Armutsgrenze lebenden Haushalten im Vergleich zum Februar um etwa 71 Prozent. Im Durchschnitt geben diese Haushalte jetzt 25 Prozent weniger f\u00fcr Lebensmittel aus. Stark ansteigende Lebensmittelpreise reduzieren die Einkaufsm\u00f6glichkeiten noch weiter. Plastisch ausgedr\u00fcckt konnte sich ein normaler Rickschafahrer im Februar von seinem Tageseinkommen noch die Zutaten f\u00fcr sechs bis sieben Portionen eines (sehr) einfachen Reis-Gerichts f\u00fcr vier Personen leisten.<a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fn2\"><sup>2<\/sup><\/a>&nbsp;Mitte April waren es nicht mal mehr zwei ganze Portionen. Dazu kommt, dass bis zum 13.4. nur vier Prozent der Bev\u00f6lkerung \u00fcberhaupt Hilfen erhalten haben.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"557\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/bang.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7928\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/bang.jpg 800w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/bang-300x209.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/bang-768x535.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Bangladeshs N\u00e4herinnen bei ihrem neuesten Streik<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>\u00bbWas bringt es, den Lockdown zu beachten, ohne was zu essen?\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>In Dakha haben im April mehrfach Hunderte f\u00fcr die Verteilung von Lebensmitteln in ihren Vierteln protestiert. Die von der Regierung aufgelegten Hilfsma\u00dfnahmen, immerhin in H\u00f6he von 8,9 Milliarden Dollar, kommen kaum bei den Armen und in den Slums an: die von Armee und NGOs verteilten Hilfspakete sind nur ein Tropfen auf dem hei\u00dfen Stein. Die meisten Hilfen von der Regierung oder von NGOs laufen \u00fcber Geld\u00fcberweisungen, f\u00fcr die man man ein Handy mit Guthaben braucht (was viele in der Krise nicht mehr bezahlen k\u00f6nnen) und ein mobiles Konto, was kaum jemand hat.<\/p>\n<p>Immer wieder gibt es auch Proteste f\u00fcr die Anerkennung als \u00bbFrontarbeiter\u00ab, denen die Regierung eine Krankenversicherung finanziert. Zuletzt haben sich Zollbeamten daf\u00fcr eingesetzt, in diese Liste aufgenommen zu werden.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften und wichtigsten Proteste bisher gingen von den N\u00e4herInnen in der Bekleidungsindustrie aus. Wie fast alle ArbeiterInnen sehen sie sich einer doppelten Bedrohung ausgesetzt, dem Virus und der Krise, die ihre Jobs bedroht.<\/p>\n<p>Schon Anfang M\u00e4rz machten die ersten Fabriken zu, weil wegen der angeordneten Schlie\u00dfung der L\u00e4den und Kaufh\u00e4user in den Ziell\u00e4ndern Bestellungen storniert wurden und viele gro\u00dfe Bekleidungsunternehmen wie&nbsp;<em>Walmart<\/em>, H&amp;M und&nbsp;<em>Primark<\/em>&nbsp;sich weigerten, schon produzierte Waren anzunehmen oder zu bezahlen. Es geht dabei um Auftr\u00e4ge im Wert von 3,17 Milliarden Dollar oder eine Milliarde Kleidungsst\u00fccke in 1150 Fabriken mit 2,3 Millionen ArbeiterInnen (Stand: 24.4.20). Als Ende M\u00e4rz ein Aufschrei durch westliche Medien ging, sahen sich einige gro\u00dfe H\u00e4ndler gezwungen, zumindest die Bezahlung der schon produzierten und in der Produktion befindlichen Waren zuzusagen. Aber die Verluste sind trotzdem massiv, dazu haben viele Unternehmer diese Gelder nicht an die Arbeiter weitergegeben.<a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fn3\"><sup>3<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Am 26.3. wurden dann die meisten Fabriken auf Anordnung der Regierung bis zum 4. April geschlossen, viele ArbeiterInnen gingen f\u00fcr diese Zeit aufs Land, um Geld zu sparen. Die Regierung verl\u00e4ngerte den Lockdown zwar, aber Exportfabriken mit offenen Auftr\u00e4gen durften die Produktion wieder aufnehmen. Das f\u00fchrte zu einer chaotischen Massenr\u00fcckkehr der ArbeiterInnen in die Fabrikviertel. Weil gro\u00dfe Teile des Nahverkehrs eingestellt waren, kamen sie zu Fu\u00df, auf Fahrr\u00e4dern und Rikschas, mit horrenden Kosten f\u00fcr die einzelne ArbeiterIn. Sie kamen auf Druck der Arbeitgeber zur\u00fcck, auch die Angst um den Job spielte eine Rolle. Im Vordergrund standen aber die ausstehenden L\u00f6hne f\u00fcr die vergangenen Monate, in einigen Fabriken war noch nicht mal der Februarlohn vollst\u00e4ndig gezahlt worden. Angesichts der vielfachen Reiset\u00e4tigkeit wurden alle Fabriken mit Strafandrohung wieder geschlossen.<a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fn4\"><sup>4<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>\u00bbBeendet die Erpressung der Unternehmer\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Die ArbeiterInnen waren nun wieder in den St\u00e4dten \u2013 und nat\u00fcrlich wurden nach der erzwungenen Fabrikschlie\u00dfung die ausstehenden L\u00f6hne nicht ausgezahlt. Mindestens 36 gro\u00dfe Exportfabriken haben den Lockdown arbeitsrechtlich als Katastrophenfall durchgef\u00fchrt: die Arbeiter haben dann nur auf 50 Prozent von Lohn und Zuschl\u00e4gen Anspruch (und selbst das nur f\u00fcr 45 Tage pro Jahr!). Bei Wiederaufnahme der Arbeit gilt der alte Arbeitsvertrag weiter und die ArbeiterIn beh\u00e4lt ihre h\u00f6here Lohnstufe.<\/p>\n<p>Der Druck zu k\u00e4mpfen war gro\u00df: Nach einer Befragung von 88 N\u00e4herInnen aller Lohngruppen Anfang April waren 15 Prozent pleite und konnten nur noch anschreiben lassen, auch der Rest hatte nur noch Bargeld f\u00fcr 16 Tage. Ein Drittel hat den Kauf von Lebensmitteln reduziert, 70 Prozent haben aufgeh\u00f6rt Geld nachhause zu schicken, ihre Miete zu zahlen oder Zinsen zu bedienen. 43 Prozent der Befragten haben kein Geld mehr ein Handyguthaben zu kaufen.<\/p>\n<p>Ohne sich von den Quarant\u00e4ne-Regeln beschr\u00e4nken zu lassen (die ArbeiterInnen in beengten Wohnverh\u00e4ltnissen mit viel zu wenig sanit\u00e4ren Einrichtungen ohnehin nicht einhalten k\u00f6nnen), organisierten sie Proteste vor den Fabriken, die sp\u00e4testens ab dem 12.4. regelm\u00e4\u00dfig bis zu 20 000 Menschen auf die Stra\u00dfen brachten.<\/p>\n<p>Meist sind es mehrere Hundert bis wenige Tausend, die vor den Fabriken die Lohnauszahlung und die R\u00fccknahme der Katastrophenregeln fordern. Den Protesten merkte man die Kampferfahrungen aus den letzten Jahren deutlich an. Fast nie bleiben ArbeiterInnen aus einer Fabrik allein, es kommen immer welche aus anderen Fabriken dazu. Gerade die ArbeiterInnen aus kleineren Fabriken werden dadurch sichtbarer.<\/p>\n<p>Trotzdem haben die jetzigen Proteste einen anderen Charakter als in den letzten Jahren; offensichtlich sind es keine Streiks, aber auch die Zusammensetzung ist anders, weil weniger AnwohnerInnen aus dem Viertel dabei sind. H\u00e4ufig setzen die Proteste die Blockade von Hauptstra\u00dfen und Autobahnen als strategisches Mittel ein. Und sie sind st\u00e4rker von direkten Verhandlungen mit den Unternehmern begleitet, die meist indirekt durch die Polizei oder Politiker vor Ort gef\u00fchrt werden. Die Proteste laufen sehr geordnet ab, auch wenn manchmal ein Fenster oder eine T\u00fcr zerst\u00f6rt wird, sind sie eigentlich friedlich. Umgekehrt setzt auch die Polizei st\u00e4rker auf Deeskalation als sonst, nachdem bei einem Protest am 6.4. zwei Arbeiter bei einem Tr\u00e4nengaseinsatz in Panik vor einen LKW gelaufen und gestorben sind. Oft haben die ArbeiterInnen vieler Fabriken gemeinsam protestiert, in Gazipur kamen sie aus mindestens 25, in Ashulia aus \u00fcber 12 Fabriken.<\/p>\n<p><strong>\u00bbWarum gebt ihr den Unternehmern Geld und nicht uns?\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Die Proteste waren teilweise erfolgreich: 1200 Fabriken zahlten bis zum 15.4. die offenen L\u00f6hne, am selben Tag reagierte die Regierung mit Zuckerbrot und Peitsche; sie verpflichtete die Unternehmer zur Lohnzahlung bei Strafandrohung und stellte sofort Kredite im Wert von 590 Millionen Dollar zur Verf\u00fcgung. Etwa um den 20.4. hatten \u00fcber 96 Prozent der 2,5 Millionen ArbeiterInnen der zertifizierten Exportfabriken ihren Lohn erhalten. Aber niemand wei\u00df, wie gro\u00df der Anteil der restlichen fast zwei Millionen ArbeiterInnen ist, die ihren Lohn noch nicht erhalten haben. Bis Anfang Mai hatten die ArbeiterInnen von mindestens 517 Fabriken ihren M\u00e4rzlohn noch nicht erhalten.<\/p>\n<p>Viele Entlassungen wurden bisher nicht zur\u00fcckgenommen, in diesem Fall bekommen die ArbeiterInnen \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 nur die H\u00e4lfte ihrer L\u00f6hne gezahlt. Deswegen war auch die zweite Aprilh\u00e4lfte von Protesten f\u00fcr die volle Lohnzahlung und Wiedereinstellung bzw. die R\u00fccknahme der Betriebsschlie\u00dfung gepr\u00e4gt. Sie waren allerdings wesentlich kleiner (zum H\u00f6hepunkt wenige Tausend pro Protest), auch weil viele ArbeiterInnen wieder aufs Land gegangen sind, nachdem sie ihren Lohn bekommen hatten.<\/p>\n<p><strong>Bangladesch l\u00e4uft<\/strong><\/p>\n<p>Ende April wurde der Lockdown gelockert, die Bekleidungsfabriken begannen wieder anzulaufen, bis zum 30.4. waren es mindestens 2000 Fabriken. Den Unternehmern geht es dabei vor allem um die Komplettierung schon in Produktion befindlicher Auftr\u00e4ge, die sie nicht wegen Vertragsbruchs verlieren wollen. Obwohl sie zugesagt hatten, nur mit ArbeiterInnen von vor Ort zu produzieren, kam es wie schon Anfang April zur beschwerlichen massenhaften R\u00fcckreise, getrieben von der Sorge, den wegen des Zuschlags f\u00fcr das Fest des Fastenbrechens besonders hohen Aprillohn zu vers\u00e4umen. Die starken Proteste in den letzten Apriltagen forderten die volle Auszahlung der L\u00f6hne trotz der vielen Tage Stillstand. Zur Zeit scheinen sich die ArbeiterInnen in diesem Punkt weniger durchsetzen zu k\u00f6nnen. Die Regierung entschied, dass Entlassungen zur\u00fcckgenommen und die L\u00f6hne zu 60 Prozent gezahlt werden sollen, wenn nicht gearbeitet wurde. Das w\u00e4re ein R\u00fcckschlag f\u00fcr die ArbeiterInnen. Die Unternehmerverb\u00e4nde warnten ihre Mitglieder direkt, dass sie sich nicht durch die Arbeiter dr\u00e4ngen lassen sollen, doch den vollen Aprillohn zu zahlen.<\/p>\n<p>Auch andere Industrien fuhren die Produktion wieder hoch: am 26.4. \u00f6ffneten z. B. acht von neun Jute-Fabriken in der Region Khulna. Insgesamt arbeiten in diesen Fabriken 30 000 ArbeiterInnen. Auch Landwirtschaft und Personenverkehr sollen langsam wieder aufgenommen werden.<\/p>\n<p><strong>Corona als Beschleuniger der Krise<\/strong><\/p>\n<p>VertreterInnen von NGOs und Gewerkschaften (die wegen ihrer geringen Mitgliederzahl und ihrer Abh\u00e4ngigkeit von ausl\u00e4ndischer Finanzierungen oft faktisch auch NGOs sind) versuchen die Situation politisch zu nutzen, um die Regierung zu bewegen, einen Sozialstaat zu errichten. Dabei bedienen sie ihre eigenen Interessen: H\u00f6here Verbreitung von Bankkonten, mehr Mikrokredite, mehr Einfluss der Gewerkschaften auf die Politik, \u2026<\/p>\n<p>In einem Land wie Bangladesch, wo ein Viertel der Bev\u00f6lkerung unter der offiziellen Armutsgrenze lebt und wo es mehr als zehn Millionen Tagel\u00f6hner und sehr viele informelle ArbeiterInnen gibt, kann eine derartig lebensbedrohende Krise kaum ignoriert werden. Trotzdem ist es fraglich, ob es sozialstaatliche Ma\u00dfnahmen geben wird: ohne starke K\u00e4mpfe der ArbeiterInnen bestimmt nicht.<\/p>\n<p>Die Wirtschaft war schon vor der Pandemie in einer deutlich sp\u00fcrbaren Krise: Die Exporte waren gesunken, ebenso die Gewinne der Landwirtschaft. Die Preise f\u00fcr Staatgut waren gestiegen, die Gro\u00dfhandelspreise aber kaum, und die Produktivit\u00e4tssteigerungen der \u00bbgr\u00fcnen Revolution\u00ab der letzten Jahrzehnte sind schon l\u00e4nger vorbei. Auch die \u00dcberweisungen der ArbeitsmigrantInnen im Ausland sind schon l\u00e4nger r\u00fcckl\u00e4ufig.<a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fn5\"><sup>5<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Besonders stark zeichnet sich die Krise in der Bekleidungsindustrie ab: Schon jetzt wird der Umsatzverlust 2020 auf sechs Milliarden Dollar gesch\u00e4tzt, und das nach dem schweren Krisenjahr 2019. Seit Jahren gab es hier einen ungebrochenen weltweiten Trend. Die ArbeiterInnen erk\u00e4mpfen sich h\u00f6here L\u00f6hne, und trotzdem zahlen Marken- und Handelskonzerne weniger f\u00fcr fertige Textilien.<a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fn6\"><sup>6<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Nach der H\u00e4ufung von Katastrophen wie dem Einsturz des \u00bbRana Plaza\u00ab musste jeder Handelskonzern wegen des gro\u00dfen \u00f6ffentlichen Drucks im Westen (besonders in Europa) irgendeiner Initiative zur Verbesserung der Bedingungen in den Fabriken beitreten. Die meisten dieser Verb\u00e4nde sind nicht rechtsverbindlich, die gro\u00dfen europ\u00e4ischen wie der \u00bbBangladesch-Akkord\u00ab allerdings schon. Dadurch ist eine neue Industrie entstanden. Fast kein Monat vergeht, in dem nicht ein mehr oder weniger unseri\u00f6ser \u00bbAuditor\u00ab die Fabrik besucht, um sie zu \u00fcberpr\u00fcfen. Allerdings haben sich die Bedingungen in den asiatischen Fabriken in den letzten Jahren tats\u00e4chlich stetig verbessert.<\/p>\n<p>Die doppelte Belastung, Lohnerh\u00f6hungen und Verbesserung der (baulichen) Arbeitsbedingungen, konnten die Fabrikbetreiber f\u00fcr einige Zeit durch die Ausweitung der Produktion ausgleichen \u2013 hier scheint allerdings eine Grenze erreicht zu sein. Das trifft die Fabrikbetreiber in Bangladesch besonders hart: Im Unterschied zu anderen L\u00e4ndern ist die Infrastruktur schlechter, die politische Lage chaotischer und die Industrie besonders stark darauf fokussiert, Kleidungst\u00fccke nach vorgegebenen Schnittmustern billig zu produzieren. Die M\u00f6glichkeiten, die Einnahmen zu erh\u00f6hen, indem man auch die Schnittmuster entwickelt, mehr Qualit\u00e4tssicherung \u00fcbernimmt, Direktvermarktung betreibt, oder sich mit anderen Fabrikanten zusammenschlie\u00dft, gibt es kaum. Zus\u00e4tzlich ist die Konkurrenz in Vietnam, Kambodscha und Myanmar sehr viel st\u00e4rker in die chinesischen Kapital- und Auftragsstrukturen eingebunden. Weil die EU, Hauptabnehmer von Kleidung aus Bangladesch, 2019 den Freihandel mit Vietnam zulie\u00df, sanken die Kleidungsexporte erstmals, im zweiten Halbjahr kam es zu einer Welle von Fabrikschlie\u00dfungen. Diese Entwicklung wird nun durch Corona beschleunigt.<\/p>\n<p>An anderen Textilstandorten ist die Situation \u00e4hnlich: Auch in Myanmar, Kambodscha und Sri Lanka haben hunderte Fabriken wegen stornierter Auftr\u00e4ge geschlossen, auch hier entwickeln sich Proteste. Insgesamt sind die Folgen zur Zeit schwer zu beurteilen. Sch\u00e4tzungen zufolge sollen die Ums\u00e4tze der globalen Mode-Marken diese Jahr um 30 Prozent zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>Klar ist jedenfalls, dass die Erfolge der N\u00e4her\u00adInnen in den Weltmarktfabriken in Asien durch die Krise gef\u00e4hrdet sind. In den letzten Jahrzehnten haben sie einen besseren Lebensstandard erk\u00e4mpft und dabei eine Angleichung der internationalen Produktionsbedingungen herbeigef\u00fchrt, auch wenn ihre L\u00f6hne noch ein gutes St\u00fcck von europ\u00e4ischen L\u00f6hnen entfernt sind. Diese Erfolge werden sie ohne starke (internationale) K\u00e4mpfe nicht halten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Update 22.5.2020<\/strong><\/p>\n<p>Seit der Fertigstellung des Artikels ist der Corona-Ausbruch in Bangladesch deutlich st\u00e4rker geworden. Offiziell sind es mittlerweile insgesamt 432 Tote und 30205 Infizierte. Das Virus ist selbst im Rohingya-Fl\u00fcchtlingslager ausgebrochen. Auch FabrikarbeiterInnen haben sich angesteckt und es gibt Berichte, dass sich positiv Getestete durch schnelle R\u00fcckkehr aufs Land der Quarant\u00e4ne in der Stadt entziehen wollen. Hinzu kommt jetzt noch das Unwetter: Teile von Bangladesch sind durch den \u00bbSuper-Zyklon\u00ab Amphan verw\u00fcstet.<\/p>\n<p>In dieser Situation verschlechtern sich die Lebensbedingungen weiter: Immer mehr StadtbewohnerInnen rutschen in die Armut ab. Einer NGO zufolge haben fast alle befragten Wanderarbeiterinnen seit Beginn des Lockdowns kein Einkommen mehr. 90 Prozent dieser Frauen arbeiteten im informellen Sektor, 70 Prozent von ihnen waren die Hauptverdienerin in ihrem Haushalt. Und selbst unter den relativ gut gestellten N\u00e4herInnen sank das Haushaltseinkommen im Schnitt auf die H\u00e4lfte.<\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass die K\u00e4mpfe der N\u00e4herInnen weitergehen. Im Zentrum steht die vollst\u00e4ndige Auszahlung des traditionell besonders hohen Aprillohns, aber auch der M\u00e4rzlohn und die Fabrikschlie\u00dfungen sind weiterhin Thema. Noch immer haben die ArbeiterInnen von ca. 120 Fabriken ihren M\u00e4rzlohn nicht ausgezahlt bekommen, mindestens 420 Fabriken haben wegen Auftragsmangel die Produktion nicht wieder aufgenommen (davon sind etwa 100 dauerhaft zu). Von diesen Schlie\u00dfungen sind also etwa 500000 der \u00fcber vier Millionen BekleidungsarbeiterInnen betroffen.<\/p>\n<p>Die Proteste auf den Stra\u00dfen sind wieder gr\u00f6\u00dfer geworden, und die Polizei versucht vermehrt, sie gewaltsam zu beenden, u.a. mit Tr\u00e4nengas. ArbeiterInnen mehrerer Fabriken kommen zusammen, , ab und zu sogar die eines ganzen Industriegebiets, teilweise waren Tausende auf den Stra\u00dfen. Diesen Protesten schlie\u00dfen sich jetzt auch wieder andere Bewohnerinnen der Viertel an. Da in vielen Fabriken wieder gearbeitet wird, gibt es auch in den Betrieben wieder K\u00e4mpfe: kurze Streiks, kurze Betriebsbesetzungen durch Sitzblockaden, Demonstrationsz\u00fcge durch die Fabriken&#8230; Die Unternehmerverb\u00e4nde warnen vor einer Zunahme der Sabotage.<\/p>\n<p>Ob die K\u00e4mpfe erfolgreich sein werden, ist zur Zeit noch nicht absehbar. Bisher sind die Ergebnisse schwer einzusch\u00e4tzen. Mindestens tausend Unternehmer haben in einer Befragung angegeben, dass sie nicht in der Lage seien, vor dem Fest des Fastenbrechens (23. Mai) irgendeine Zahlung zu leisten. In der letzten Woche haben sich deshalb die K\u00e4mpfe nochmal intensiviert, zehntausende ArbeiterInnen k\u00e4mpften jeden Tag. Das f\u00fchrte zu einer un\u00fcbersichtliche Gemengelage aus Versprechungen, Vorsch\u00fcssen, Zahlungen von Lohnteilen und vollen L\u00f6hnen. In etwa 3000 Fabriken wurde mindestens die H\u00e4lfte des April-Lohns und Zulagen gezahlt. Viele ArbeiterInnen haben dennoch bislang keinen Lohn erhalten.<\/p>\n<p><strong>Bekleidungsindustrie im Vergleich<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt mindestens 35 Millionen N\u00e4herInnen weltweit, wahrscheinlich deutlich mehr. Viele von ihnen arbeiten in kleinen Klitschen, in der informellen \u00d6konomie oder der Heimindustrie. Hier werden die Bedingungen nicht direkt durch die erk\u00e4mpften Mindestl\u00f6hne gesteuert, sondern indirekt durch die Ver\u00e4nderung des gesellschaftlichen Lohnniveaus.<\/p>\n<p>Im Folgenden geht es aber um die L\u00f6hne der ArbeiterInnen in Fabriken, die vor allem f\u00fcr den Weltmarkt produzieren. Die offiziellen Mindestl\u00f6hne sind hier die Untergrenzen, real verdienen die meisten ArbeiterInnen deutlich mehr, erst recht mit \u00dcberstunden. Ausnahme ist die T\u00fcrkei, wor in den letzten Jahren zwischen 250000 und 400000 syrischen Fl\u00fcchtlinge oft ohne Arbeitserlaubnis in der Bekleidungsindustrie arbeiten. Befragungen von ArbeiterInnen zufolge verdient auch ein solcher Arbeiter zwar im Durchschnitt den Mindestlohn, aber die meisten Frauen (die unter den syrischen Bekleidungsarbeitern wohl in der Minderheit sind) verdienen weniger als den Mindestlohn. T\u00fcrkische ArbeiterInnen verdienen aber mehr als den Mindestlohn.<a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fn7\"><sup>7<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>China<\/strong><\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;Sechs Millionen<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;2013: 1 450 RMB; 2019: 2 200 RMB (286 Euro)<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;158 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>Indien<\/strong><\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;Sechs Millionen<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;2013: 4 334 INR; 2019: 8 609 INR (105 Euro)<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;17 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>Bangladesch<\/strong>:<\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;Vier Millionen<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;2013: 5 300 Taka; 2019 8 000 Taka (87 Euro)<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;28 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>T\u00fcrkei<\/strong><\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;Zwei Millionen<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;2013: 505-1 280 TLR; 2019: 2 030 TLR (261 Euro)<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;14 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>Vietnam:<\/strong><\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;1,5 Millionen<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;2013 72 Euro, 2019: 163 Euro<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;25 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>Kambodscha<\/strong><\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;750 000<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;2013: 70 Euro, 2019: 168 Euro<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;6,5 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>Italien<\/strong><\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;400 000<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;400 Euro (schwarz, MigrantIn) &#8211; 1 300 Euro (Tarif)<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;16,5 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>Myanmar<\/strong><\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;250 000<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;2013: 70 Euro, 2019: 93 Euro<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;2,3 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>Bulgarien<\/strong><\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;30 000<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;2013: 129 Euro; 2019: 261 Euro<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;1,7 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>Deutschland<\/strong><\/p>\n<p><em>ArbeiterInnen:<\/em>&nbsp;31 000<\/p>\n<p><em>Lohnuntergrenze:<\/em>&nbsp;2019: 1 800 Euro brutto<\/p>\n<p><em>Export:<\/em>&nbsp;7,4 Mrd. Euro<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fnref1\">[1]<\/a>&nbsp;In einer schweren Notlage befinden sich auch die \u00fcber eine Millionen Rohingya, die aus Myanmar nach Bangladesch geflohen waren. Die Regierung hat sich dazu entschieden, ihr Fl\u00fcchtlingslager komplett abzuriegeln, um es vor dem Virus zu sch\u00fctzen. Ein Ausbruch w\u00e4re dort v\u00f6llig unkontrollierbar. Es gibt nur noch eine Notversorgung mit Lebensmitteln und die notwendigsten medizinischen Ma\u00dfnahmen. Diese Versorgung wird von 20 Prozent der normalen HelferInnen durchgef\u00fchrt, die streng auf das Virus kontrolliert werden. Die Lebensqualit\u00e4t im Lager hat sich durch diese Ma\u00dfnahmen drastisch verschlechtert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fnref2\">[2]<\/a>&nbsp;Viele der in diesem Artikel zitierten Zahlen stammen aus Studien, die NGOs oder Beratungsfirmen im Auftrag von NGOs produziert haben. Viele stehen in irgendeiner Verbindung zu BRAC, der \u00bbgr\u00f6\u00dften NGO der Welt\u00ab. BRAC besitzt eins der gr\u00f6\u00dften Bankh\u00e4user in Bangladesch, das wiederum mit&nbsp;<em>bKash<\/em>&nbsp;den wichtigsten Anbieter f\u00fcr mobile Bankkonten besitzt. Andere wichtige Investoren bei&nbsp;<em>bKash<\/em>&nbsp;sind die&nbsp;<em>Gates Foundation<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>Ali Pay<\/em>. Diese NGOs nutzen ihren Einfluss in der Coronakrise, um ihr Gesch\u00e4ftsmodell auszubauen, wenn sie in den Situationsberichten immer wieder das Fehlen mobiler Bankkonten beklagen und vorschlagen, Hilfsma\u00dfnahmen haupts\u00e4chlich \u00fcber diese Konten durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fnref3\">[3]<\/a>&nbsp;Die Bekleidungsunternehmen sind sehr stark von der Krise getroffen, egal ob&nbsp;<em>Primark<\/em>,&nbsp;<em>Adidas<\/em>, H&amp;M, etc. Sie haben Auftr\u00e4ge abgesagt und \u00e4hnliche Schritte versucht: Ladenmiete nicht bezahlen, Kurzarbeit, Ank\u00fcndigung betriebsbedingter K\u00fcndigungen. Gerade die Verweigerung der Ladenmieten kam nicht gut an, Adidas und andere mussten nach harscher \u00f6ffentlicher Kritik zur\u00fcckrudern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend H&amp;M die Zahlung der schon produzierten Textilien ziemlich schnell zusagte, hat Primark lange geglaubt, mit seiner \u00fcblichen Methode durchzukommen: einen Hilfsfonds aufsetzen, ohne etwas Konkretes zuzusagen. Doch nachdem selbst der Mutterkonzern von Primark heftig in die Kritik gekommen war, wurde am 20.4. die Zahlung zugesagt. Da Primark nicht online verkauft, ist das Unternehmen h\u00e4rter getroffen als die anderen Marken, der Umsatzausfall liegt pro Monat bei 746 Millionen Euro.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fnref4\">[4]<\/a>&nbsp;Es ist momentan nicht m\u00f6glich, die wirkliche Zahl der entlassenen ArbeiterInnen abzusch\u00e4tzen. Anfangs waren in den Medien Zahlen bis zu einer Million zu lesen. Dabei wurden allerdings entlassene und nicht bezahlte ArbeiterInnen gleichgesetzt. Klar ist, dass in mindestens 938 Fabriken ArbeiterInnen entlassen wurden, wenn man Firmenpleiten und Schlie\u00dfungen im Katastrophenfall zusammenrechnet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fnref5\">[5]<\/a>&nbsp;\u00dcber 12 Millionen Bangladeschis arbeiten im Ausland, 80 Prozent im Nahen Osten. Es wird gesch\u00e4tzt, dass die R\u00fccksendungen 2020 auf 14 Milliarden Dollar fallen werden, von 18 Milliarden 2019. Sie sind nach der Textilindustrie der zweitwichtigste Au\u00dfenhandelsfaktor.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fnref6\">[6]<\/a>&nbsp;In der&nbsp;<em>Wildcat<\/em>&nbsp;97 haben wir die K\u00e4mpfe bis Mitte 2014 ausf\u00fchrlich dargestellt und die direkten Auswirkungen von \u00bbRana Plaza\u00ab beschrieben. In den letzten Jahren r\u00fcckte die zunehmende Repression immer st\u00e4rker in den Blick. Nachdem 2016 eine gro\u00dfe Streikwelle ohne sichtbare Erfolge durch Repression beendet werden konnte, gab es in den zwei Jahren danach relativ wenige Streiks (<em>Wildcat<\/em>&nbsp;102). Anfang 2019 setzte eine gro\u00dfe, aber im Vergleich mit 2013 schwache Kampfwelle eine relativ geringe Mindestlohnerh\u00f6hung durch (<em>Wildcat<\/em>&nbsp;103).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#fnref7\">[7]<\/a>&nbsp;Einer wichtigen Quelle sind die Materialien der&nbsp;<em>Clean Clothes Campaign<\/em>. Fr\u00fcher stellte sie oft Skandalisierung \u00fcber Genauigkeit und gab teilweise die Mindestl\u00f6hne zu niedrig an, heute sind ihre Materialien qualitativ sehr gut und oft mit Daten aus Arbeiterbefragungen unterf\u00fcttert.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/wildcat\/105\/w105_bangladesch.html#update\"><em>wildcat.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 27. Mai 2020 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man muss nicht viel \u00fcber Bangladesch wissen, um zu verstehen, dass die Corona-Krise hier zu extremen Bedingungen f\u00fchren wird: Das Virus war \u00fcber zur\u00fcckkehrende Arbeitsmigranten ins Land gekommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Italien. 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