{"id":8003,"date":"2020-06-05T16:36:33","date_gmt":"2020-06-05T14:36:33","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8003"},"modified":"2020-06-05T16:36:34","modified_gmt":"2020-06-05T14:36:34","slug":"covid-19-die-rechten-putschisten-in-bolivien-zeigen-ihr-gesicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8003","title":{"rendered":"Covid-19: Die rechten Putschisten in Bolivien zeigen ihr Gesicht"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201e\u2026\u00a0Die zentrale Forderung der Gewerkschaftsverb\u00e4nde an die De-facto-Regierung von A\u00f1ez ist die \u201cLockerung der Quarant\u00e4neregelungen aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden\u201d. Des Weiteren verlangen sie politische Ma\u00dfnahmen zur Wirtschaftsf\u00f6rderung unter<!--more--> Ber\u00fccksichtigung der kleinen und mittleren Unternehmen und die Ausarbeitung eines Notfallplans f\u00fcr Sch\u00fcler jeder Altersstufe, um ihren Lernfortschritt nicht zu gef\u00e4hrden. Ein Gesetz zur Aussetzung der Zinsforderung der Banken f\u00fcr sechs Monate seit Beginn der Quarant\u00e4ne soll beschlossen und der Staatshaushalt durch das Parlament gepr\u00fcft werden. Anfang der vergangenen Woche hatten in Cochabamba Demonstranten die Lockerung der Quarant\u00e4nebestimmungen gefordert und den Zugang zur M\u00fclldeponie im S\u00fcden der Stadt blockiert. In einigen Teilen der Stadt kam die M\u00fcllabfuhr zum Erliegen. Die Demonstranten prangerten die Unt\u00e4tigkeit der Stadtverwaltung an, die der Bev\u00f6lkerung eine kostenlose Versorgung mit Lebensmitteln zugesichert hatte, und forderten eine Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln.Rodr\u00edguez wandte sich bei der Pressekonferenz auch an die Wahlbeh\u00f6rde und forderte sie auf, einen Termin f\u00fcr nationale Wahlen bekanntzugeben. \u201cDie Gesundheits- und Wirtschaftskrise erfordert eine staatliche Politik durch eine vom bolivianischen Volk demokratisch gew\u00e4hlte Regierung\u201d, so der Gewerkschafter<\/em>\u2026\u201c \u2013 aus dem\u00a0<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/05\/240202\/bolivien-kokabauern-cochabamba-nostand\">Beitrag \u201eBolivien: Gewerkschaften in Cochabamba rufen Notstand aus und fordern Wahlen\u201c von Annalisa Neher am 30. Mai 2020 bei amerika21.de<\/a>\u00a0\u00fcber die Opposition gegen die \u201eEpidemie-Politik\u201c der Putschregierung in Bolivien. Siehe dazu f\u00fcnf weitere aktuelle und Hintergrundbeitr\u00e4ge<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/bolivia-no-hay-salud-si-hay-represion.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8004\" width=\"543\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/bolivia-no-hay-salud-si-hay-represion.jpg 322w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/bolivia-no-hay-salud-si-hay-represion-300x186.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 543px) 100vw, 543px\" \/><figcaption>Weder Medikamente noch Ausr\u00fcstung in den Spit\u00e4lern, aber Tr\u00e4nengas und Kugeln f\u00fcr alle<\/figcaption><\/figure>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.resumenlatinoamericano.org\/2020\/05\/04\/bolivia-en-plena-guerra-bacteriologica-la-dictadura-ordeno-cerrar-siete-hospitales\/\">\u201eBolivia. En plena guerra bacteriol\u00f3gica, la dictadura orden\u00f3 cerrar siete hospitales\u201c am 04. Mai 2020 bei Resumen Latinoamericano<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0meldet, was die rechtsradikalen Putschisten ausser Repression noch in ihrem Katalog zur Epidemie haben: Die anbefohlene Schlie\u00dfung von sieben Krankenh\u00e4usern\u2026<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.npla.de\/thema\/arbeit-gesundheit\/keine-medikamente-aber-traenengas-fuer-alle\/\">\u201eKeine Medikamente, aber Tr\u00e4nengas f\u00fcr alle\u201c bereits am 31. M\u00e4rz 2020 beim NPLA<\/a>meldete: \u201e\u2026\u00a0<em>Am 21. M\u00e4rz erkl\u00e4rten die Leiter der acht Krankenh\u00e4user des Klinikkomplexes Miraflores in La Paz den Ausnahmezustand und teilten mit Besorgnis mit, dass keine Ma\u00dfnahmenpl\u00e4ne f\u00fcr den Umgang mit Covid-19 vorl\u00e4gen, au\u00dferdem fehle es an Material und Ausr\u00fcstung: \u201eUnseren Mundschutz m\u00fcssen wir uns selbst basteln\u201c. Alle beklagten sich \u00fcber die Anweisungen der Regierung und die K\u00fcndigungs- und Strafandrohungen, falls diese nicht umgesetzt w\u00fcrden. \u201eDer Punkt ist, dass wir gar nicht die Mittel haben, um diese Auflagen einzuhalten\u201c, so die Klinikleiter. Wenige Tage zuvor hatte Fernando Romero, selbst Arzt und Generalsekret\u00e4r der Gewerkschaft f\u00fcr medizinische Berufe (Sindicato de Ramas M\u00e9dicas de Salud P\u00fablica \u2013 Sirmes) berichtet, das renommierte Krankenhaus Hospital de Cl\u00ednica in La Paz k\u00f6nne aufgrund von Personalmangel keine intensivmedizinischen Dienste anbieten. Es gehe um 310 Stellen, die nicht besetzt w\u00fcrden. Verantwortlich seien Weimar Arancibia, Leiter des Gesundheitsamts, und Luis Larrea, Pr\u00e4sident der \u00c4rztekammer La Paz. Sie verz\u00f6gerten die Besetzung der Stellen mit dem Argument, es fehlten die beruflichen Examen. \u201eMein Krankenhaus braucht 21 Fachkr\u00e4fte f\u00fcr die Intensivmedizin. Die fehlt uns hier derzeit komplett. Es gibt sechsmal die notwendige Ausstattung, aber wir haben keine Leute.\u201c Mit seiner Entscheidung nehme \u201eder Sedes-Direktor den Tod Tausender Menschen in La Paz in Kauf\u201c. Die kubanischen \u00c4rzt*innen wurden des Landes verwiesen. Auch das Angebot Havannas, Medikamente und Ausr\u00fcstung zu senden, wurde trotz der Intervention des MAS-Kandidaten Luis Arce Catacora abgelehnt. \u201eHier zeigt sich, dass Stolz immer noch eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt als die Gesundheit der Bolivianer*innen\u201c, so Gesundheitsexpertin Mar\u00eda Bolivia Rothe Caba, unter der Regierung Morales 14 Jahre lang Mitarbeiterin des Gesundheitsministeriums, im Gespr\u00e4ch mit Radiosender FM La Boca..<\/em>.\u201c<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/04\/239072\/bolivienmilitarisierungcorona\">\u201eMilitarisierung in Bolivien im Kampf gegen Covid-19\u201c von Andreas Hetzer am 16. April 2020 bei amerika21.de<\/a>\u00fcber die repressiven \u201eKrisenma\u00dfnahmen\u201c unter anderem: \u201e\u2026\u00a0<em>Seit Dienstag um Mitternacht sind die Bezirksgrenzen der Stadt Santa Cruz vollst\u00e4ndig geschlossen. Lediglich Personen mit einer Sondergenehmigung d\u00fcrfen sich motorisiert fortbewegen. Verst\u00f6\u00dfe werden mit bis zu drei Jahren Gef\u00e4ngnis geahndet. Zur Gew\u00e4hrleistung der Nahrungsmittelversorgung bleiben einige Verkehrskorridore ge\u00f6ffnet. Die B\u00fcrger d\u00fcrfen weiterhin gem\u00e4\u00df ihrer Ausweisnummer an bestimmten Tagen das Hause verlassen und lebensnotwendige Dinge erledigen. Die Einhaltung der Auflagen wird von Polizei und Milit\u00e4r kontrolliert und erfolgt in enger Abstimmung mit der Zentralregierung in La Paz. Das Milit\u00e4r darf demnach Personen- bzw. Fahrzeugkontrollen durchf\u00fchren und unterst\u00fctzt die \u00f6rtliche Polizei bei der \u00dcberwachung von st\u00e4dtischen R\u00e4umen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die acht Gro\u00dfm\u00e4rkte, die nach wie vor zur Versorgung der Bev\u00f6lkerung ge\u00f6ffnet sind. Die Entscheidung zum Einsatz des Milit\u00e4rs wurde von der nationalen und den regionalen Regierungen gemeinsam getroffen. Der \u201cPlan f\u00fcr eine sichere Stadt\u201d sei notwendig, weil die bisherigen Anordnungen nicht vollst\u00e4ndig befolgt w\u00fcrden. Stellvertretend f\u00fcr die Rechtfertigung von Regierungsvertretern \u00e4u\u00dferte sich der Entwicklungsminister Wilfredo Rojas: \u201cWir befinden uns im Krieg gegen einen unsichtbaren Feind, und deshalb gibt es keine Diskussionen, die B\u00fcrger haben in Kriegszeiten schlichtweg zu gehorchen.\u201d (\u2026) In La Paz wurden unterdessen \u00dcberwachungsma\u00dfnahmen anderer Art gebilligt. Der Notstandausschuss der Regierung verabschiedete in der vergangenen Woche die Einf\u00fchrung von elektronischen Fu\u00dffesseln zur \u00dcberwachung der Ausgangssperre von Infizierten bzw. von Verdachtsf\u00e4llen. Die vorerst 500 Ger\u00e4te seien mit einem Chip zur GPS-\u00dcberwachung ausgestattet, sodass die Polizei die Bewegungsprofile der entsprechenden Personen erfassen k\u00f6nne. Die urspr\u00fcnglich f\u00fcr Verurteilte mit alternativem Strafma\u00df angedachte Technologie k\u00f6nne laut dem Interimsminister f\u00fcr Justiz, \u00c1lvaro Coimbra, nun dazu verwendet werden, die Mobilit\u00e4t in Zeiten des Coronavirus zu kontrollieren..<\/em>.\u201c<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/enough-is-enough14.org\/2020\/05\/21\/ungehorsam-dank-dir-werde-ich-ueberleben\/\">\u201e\u201eUngehorsam, dank dir werde ich \u00fcberleben\u201c\u201c von Maria Galindo am 21. Mai 2020 bei Enough is Enough<\/a>dokumentiert die Gegenposition: \u201e\u2026\u00a0<em>Ich warte auf eine Erleuchtung, die uns erkl\u00e4rt, was wir zu tun haben und die uns, und da bin ich mir sicher, \u00fcber die schwachen, fiebrigen K\u00f6rper erreichen wird. W\u00e4hrenddessen werde ich mit meinen Schwestern Desinfektionsmittel herstellen und verkaufen und damit zwar das Verbot missachten, aber auch wir m\u00fcssen \u00fcberleben. Gleichzeitig werde ich meine B\u00fccher \u00fcber traditionelle Medizin herauskramen, um eine Abreibung f\u00fcr die Atemwege gegen das Virus herzustellen. Wie in den Zeiten der von Mujeres Creando aufgebauten Gemeinschaftsapotheke am Rande der Stadt. Ich denke an das Absurde.Ist es jetzt, wo es schon die Ausgangsperre gibt, denen verboten zu \u00fcberleben, die davon leben, nachts zu arbeiten?\u00a0Die bolivianische Gesellschaft ist eine proletarisierte Gesellschaft, ohne Lohn, ohne Arbeitspl\u00e4tze, ohne Industrie, wo die gro\u00dfe Masse auf der Stra\u00dfe \u00fcberlebt, in einem sozialen Geflecht, das un\u00fcberschaubar und ungehorsam ist. Nicht eine der kopierten Ma\u00dfnahmen passt zu unseren realen Lebensumst\u00e4nden, es sind nicht nur die Schulden, nein, es ist das Leben selbst. Keine der kopierten Ma\u00dfnahmen hat mit unserer wirtschaftlichen Situation zu tun, sie sch\u00fctzen uns nicht vor der Infektion, sie wollen uns blo\u00df unsere Formen des Lebensunterhalts, unser Leben selbst verbieten. Uns bleibt nur die M\u00f6glichkeit, uns gedanklich auf die Infektion vorzubereiten. Die Ansteckung zu kultivieren, uns der Infektion auszusetzen und ungehorsam zu sein, um zu \u00fcberleben. Das ist kein suizidaler Akt, es handelt sich um einen Akt des gesunden Menschenverstands,\u00a0vielleicht der wirksamste Sinn, den wir entwickeln k\u00f6nnen<\/em>\u2026\u201c<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/379322.bolivien-ein-tag-in-la-paz.html\">\u201eEin Tag in La Paz\u201c von Bj\u00f6rn Brunner und Araceli G\u00f3mez am 30. Mai 2020 in der jungen welt<\/a>ist eine Reportage \u00fcber informell arbeitende Menschen in La Paz, die abschlie\u00dfend zusammen fasst: \u201e\u2026\u00a0<em>In Bolivien schuftet ein gro\u00dfer Teil der arbeitenden Bev\u00f6lkerung sowohl im \u00bbformellen\u00ab als auch im \u00bbinformellen\u00ab Sektor unter prek\u00e4ren Bedingungen. Die rechtliche Grundlage f\u00fcr Thanias Arbeitsvertrag bildet das bolivianische Arbeitsgesetz, welches eine t\u00e4gliche H\u00f6chstarbeit von acht Stunden pro Tag vorschreibt. Trotzdem macht sie regelm\u00e4\u00dfig bis zu vier unbezahlte \u00dcberstunden pro Tag. H\u00e4ufig bekommt sie zu h\u00f6ren, sie solle doch \u00bbgl\u00fccklich sein, einen festen Vertrag zu haben\u00ab. Bei dieser \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Inanspruchnahme von Mehrarbeit sind Krankenversicherung und die wenigen Urlaubstage im Jahr nur ein scheinheiliger Trost. F\u00fcr Cecilia sind Zw\u00f6lfstundenschichten gang und g\u00e4be \u2013 als Pflegerin f\u00e4llt sie nicht unter das Arbeitsgesetz. Im Hamsterrad gefangen, rennen Mario und Juan Carlos von einer Befristung zur n\u00e4chsten, ohne konkrete Perspektive auf ein gesichertes Einkommen. Dabei fehlt ihnen jegliche soziale Absicherung f\u00fcr sich und ihre Familien. Private wie staatliche Betriebe bedienen sich dieser Praktik, um Profite nicht durch l\u00e4stige Lohnnebenkosten reduzieren zu m\u00fcssen. Besonders hart treffen die von der De-facto-Regierung in La Paz zur \u00bbEind\u00e4mmung der Pandemie\u00ab verh\u00e4ngten Ma\u00dfnahmen die Arbeiterinnen im informellen Sektor, dem mit 65 Prozent der arbeitenden Bev\u00f6lkerung die deutliche Mehrheit der Besch\u00e4ftigten angeh\u00f6rt. Die Angst von Verk\u00e4uferinnen wie Do\u00f1a Juana, sich und ihre Familien nicht mehr ern\u00e4hren zu k\u00f6nnen, f\u00fchrt nicht selten dazu, dass sich die Spannungen und die Konkurrenz untereinander ungemein steigern. Nur sehr eingeschr\u00e4nkt k\u00f6nnen sie derzeit ihre Waren anbieten, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, Repressionen durch die Staatsorgane zu erleiden. Hinzu kommt, dass die Arbeiterinnen weiterhin mehrheitlich die Last der unbezahlten Haus-, Care- und Erziehungsarbeit \u00fcbernehmen m\u00fcssen.<\/em>..\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/bolivien\/bolivien_politik\/die-rechten-putschisten-in-bolivien-zeigen-ihr-gesicht-krankenhausschliessungen-mitten-in-der-epidemie-aber-traenengas-haben-sie-vorraetig\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 5. Juni 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e\u2026\u00a0Die zentrale Forderung der Gewerkschaftsverb\u00e4nde an die De-facto-Regierung von A\u00f1ez ist die \u201cLockerung der Quarant\u00e4neregelungen aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden\u201d. 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