{"id":8090,"date":"2020-06-17T15:42:13","date_gmt":"2020-06-17T13:42:13","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8090"},"modified":"2020-06-17T15:42:14","modified_gmt":"2020-06-17T13:42:14","slug":"usa-am-tag-der-sklavenbefreiung-am-19-juni-2020-streiks-und-schiessende-polizei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8090","title":{"rendered":"USA am \u00abTag der Sklavenbefreiung\u00bb am 19. Juni 2020: Streiks und schiessende Polizei"},"content":{"rendered":"<p>Am \u201eTag der Sklavenbefreiung\u201c, dem 19. Juni, wird die Hafenarbeitergewerkschaft ILWU alle 29 H\u00e4fen der US-Westk\u00fcste einen Tag lang bestreiken. (Siehe dazu auch den Verweis auf unseren ersten Bericht dazu am Ende dieses Beitrags). Die ILWU<!--more-->-Grundorganisationen ILWU Locals 10, 34, 75, und 91 haben zu diesem Streiktag als erste aufgerufen \u2013 und zu einer gemeinsamen Demonstration in Oakland an diesem Tag. Dazu gibt es (unter vielen anderen Werkzeugen) die Sonder-Webseite \u201e<a href=\"https:\/\/www.juneteenthspt.com\/?fbclid=IwAR0k5Zl7lEFm9HcpKQ4dWC4F0QgpdccLRSKaXyGGsh70LCGSt5bdmo4Sjds\">Juneteenth, June 19<\/a>\u201c\u00a0mit dem Aufruf \u201eEND Systemic Racism, STOP Police Terror, and STOP Privatization of the Port of Oakland!\u201c \u2013 der nicht nur die gesamte Gewerkschaft ILWU mobilisiert hat, sondern auch zahlreiche weitere gewerkschaftliche Gliederungen der ganzen Westk\u00fcsten-Region und noch mehr demokratische, progressive und antirassistische Gruppierungen verschiedenster Ausrichtung. W\u00e4hrenddessen, und allen m\u00f6glichen angeblichen Debatten zum Trotz, schie\u00dft und t\u00f6tet die Polizei weiter \u2013 und die verlogenen Beteuerungen von Verb\u00e4nden, Kulturinstitutionen und erst recht Unternehmen finden immer weniger Glauben und immer mehr Kritiker.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ILWU-Juneteenth.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8091\" width=\"414\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ILWU-Juneteenth.jpg 200w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/ILWU-Juneteenth-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 414px) 100vw, 414px\" \/><\/figure>\n<p>Siehe in der kleinen Materialsammlung dazu drei weitere aktuelle Beitr\u00e4ge \u2013 sowie die deutschen \u00dcbersetzungen zweier ausgesprochen lesenswerter Beitr\u00e4ge \u00fcber die ILWU und \u00fcber ihre erste Aktion am 9. Juni, die wir bereits (auf Englisch, siehe am Ende des Beitrags) dokumentiert hatten:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/MENASOLIDARITY\/permalink\/3149734891778999\/\">\u201eAll Out On Juneteenth! \u201cAn Injury to One Is An Injury To All\u201d ILWU Juneteenth Press Conference\u201c am 17. Juni 2020 bei Global Workers Solidarity<\/a>\u00a0(Facebook) ist der Bericht von einer Pressekonferenz der ILWU zu dem bevorstehenden Streik (samt Link zum Video davon und zahlreichen weiteren interessanten Links etwa zu progressiven Gruppierungen, die zur Unterst\u00fctzung der Aktionen mobilisieren). Die Sprecher der ILWU machten bei dieser PK deutlich, dass sie Rassismus und Polizeigewalt ebenso als \u201esystemisch\u201c bewerten, wie etwa die antisoziale Privatisierungspolitik \u2013 die auch f\u00fcr die H\u00e4fen gelte\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/panorama\/george-floyd-usa-polizeigewalt-wendys-gerichtsmedizin-atlanta-protest-tot-rayshard-brooks-zr-13797381.html\">Nach dem Tod von George Floyd: Donald Trump unterzeichnet Dekret f\u00fcr begrenzte Polizeireform\u201c von Daniel Dillmann, Marvin Ziegele und Tim Vincent Dicke am 16. Juni 2020 in der FR online<\/a>\u00a0berichtet \u2013 neben der Meldung \u00fcber Trumps erzwungenes Zugest\u00e4ndnis \u2013 auch: \u201e\u2026\u00a0<em>Der Anwalt von\u00a0Rayshard Brooks Familie, Chris Stewart, forderte einen Mentalit\u00e4tswechsel bei der Polizei in den USA. Es gehe nicht nur um neue Gesetze und Vorschriften, es brauche Ver\u00e4nderungen in den K\u00f6pfen, sagte Stewart. Der Familienvater\u00a0Brooks\u00a0sei auf einem Parkplatz eingeschlafen und habe keine Gefahr f\u00fcr die Gesellschaft dargestellt. Brooks Fall d\u00fcrfe nicht kleingeredet werden, nur weil er bei der Festnahme Widerstand geleistet habe, forderte Stewart. \u201eSie haben George Floyd Handschellen angelegt und danach wurde er get\u00f6tet. Wenn man Afroamerikaner ist, hei\u00dft Handschellen angelegt zu bekommen nicht, dass man nett auf den R\u00fccksitz eines Polizeiwagens gef\u00fchrt wird\u201c, sagte der Anwalt weiter. Jeder afroamerikanische Mann in den USA habe seit Kindertagen Angst vor der Behandlung durch die Polizei, sagte ein weiterer Anwalt. Zentrale Frage in dem Fall ist, ob die Reaktion des Polizisten angemessen war. \u201eLaut Gesetz ist ein Taser keine t\u00f6dliche Waffe\u201c, sagte der Anwalt von Brooks Familie, Chris Stewart. In dem Video der Polizei sei zu sehen, dass Brooks h\u00f6flich gewesen sei. Brooks h\u00e4tte einfach angewiesen werden k\u00f6nnen, ein Uber nach Hause zu nehmen. \u201eDas h\u00e4tte niemals in seinen Tod m\u00fcnden d\u00fcrfen\u201c, meinte Stewart. 16.25 Uhr:\u00a0Nach dem Tod von Rayshard Brooks durch Sch\u00fcsse der Polizei in Atlanta hat sich nun auch seine Ehefrau\u00a0zu Wort gemeldet. Tomika Miller w\u00fcnscht sich vor allem eins: dass die beteiligten Beamten im Gef\u00e4ngnis landen.\u00a0\u201eWir alle sind Rayshard Brooks. Genau wie wir alle George [Floyd] sind. Wir sind alle Menschen, wir sind alle Kinder Gottes\u201c, sagte Miller dem TV-Sender CBS. \u201eWir sollten den Schmerz all derer sp\u00fcren, die ihr Leben sinnlos durch viel zu gro\u00dfe Amtsbefugnisse verloren haben.\u201c<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/US-Kulturinstitutionen-in-der-Kritik\/!5689704\/\">\u201eWut nach Solidarit\u00e4tsadressen\u201c von Verena Harzer am 15. Juni 2020 in der taz online<\/a>\u00a0zu einem der anwachsenden Beispiele, wie Heuchelei abgelehnt wird: \u201e\u2026\u00a0<em>Die meisten New Yorker Kulturinstitutionen solidarisieren sich mit den Protestierenden. Sie posten Unterst\u00fctzungserkl\u00e4rungen in den sozialen Medien oder \u00f6ffnen die T\u00fcren zu ihren wegen der Coronakrise geschlossenen Eingangshallen f\u00fcr Demonstranten, damit die dort die Toiletten benutzen k\u00f6nnen. Was sie aber daf\u00fcr ernten, sind w\u00fctende Anklagen. Die Diversit\u00e4t, mit der sich New York so gerne schm\u00fcckt, ist weder in den Museen und Galerien noch in den Theater-, Konzert-, Opern- und Verlagsh\u00e4usern der Stadt angekommen. Zwei Drittel der New Yorker sind People of Color. Aber die Musentempel der Stadt werden zu 70 Prozent von Wei\u00dfen geleitet, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2019. Viele Schwarze K\u00fcnstler empfinden deshalb die Solidarit\u00e4ts-Posts aus den Kulturinstitutionen als heuchlerisch. Kritiker Antwaun Sargent fragt in einem weiteren Tweet, ob f\u00fcr die Museen, \u201edie jetzt \u201ablack lives matter\u2018 posten\u201c, diese \u201eblack lives\u201c in ihren \u201ekuratorischen Teams, ihren Vorst\u00e4nden, ihren Kollektionen oder Ausstellungen genauso z\u00e4hlen\u201c. Das Metropolitan Museum ist ein Beispiel daf\u00fcr, wie gedankenlos einige Institutionen vorgehen. Sein Direktor, der \u00d6sterreicher Max Hollein, hatte sein Solidarit\u00e4tsschreiben mit einem Werk des Schwarzen Konzeptk\u00fcnstlers Glenn Ligon geschm\u00fcckt. Es tr\u00e4gt den Titel: \u201eUntitled: Four Etchings\u201c und thematisiert die fehlende Sicht- und H\u00f6rbarkeit von Schwarzen in der US-amerikanischen Gesellschaft. Daran, sich das Einverst\u00e4ndnis von Ligon zu holen, hatte Hollein offenbar nicht gedacht. Auf Instagram w\u00fctet Ligon<\/em>\u2026\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201cHafenarbeiter werden zum Gedenken an George Floyd H\u00e4fen an der Westk\u00fcste schlie\u00dfen\u201d<\/strong><\/p>\n<p><em>Eine der radikalsten antirassistischen Gewerkschaften des Landes zeigt sich solidarisch mit all jenen, die von Polizeigewalt und Ausbeutung bedroht sind. Am 19. Juni werden Mitglieder der Internationalen Longshore- und Lagerhausgewerkschaft (ILWU) aus Solidarit\u00e4t mit den anhaltenden Protesten gegen den Mord an George Floyd 29 H\u00e4fen an der Westk\u00fcste schlie\u00dfen. Der Aktionstag ist f\u00fcr den 19. Juni vorgesehen, dem Tag, an dem die Emanzipations-Proklamation der texanischen Sklaven mehr als zwei Jahre nach Inkrafttreten der Proklamation im Jahr 1863 eingel\u00e4utet wird. Seit ihrer Gr\u00fcndung 1937 hat sich die ILWU als eine der radikalsten antirassistischen Gewerkschaften des Landes behauptet. Sie war eine der ersten amerikanischen Gewerkschaften, die in den 1930er Jahren die Trennung von Arbeiterg\u00e4ngen aufhob, und in den 1940er Jahren agitierte sie \u00f6ffentlich gegen die Internierung japanischer Amerikaner. W\u00e4hrend der B\u00fcrgerrechtsbewegung in den 1960er Jahren f\u00fchrte die ILWU Organisierungsinitiativen an und f\u00fchrte sogar Martin Luther King als Ehrenmitglied der Gewerkschaft ein, nachdem er 1967 vor Mitgliedern der Local 10 in San Francisco gesprochen hatte. In den letzten Jahren hat die Gewerkschaft mit \u00e4hnlichen Arbeitsunterbrechungen gegen die Kriege im Irak und in Afghanistan protestiert und sich geweigert, Container von einem in israelischem Besitz befindlichen Schiff zu entladen, um gegen die T\u00f6tung von Pal\u00e4stinensern durch die IDF zu protestieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Um ihr Engagement f\u00fcr Rassengerechtigkeit aufrechtzuerhalten, schloss die Arbeitergewerkschaft im Jahr 2010 auch H\u00e4fen wegen des Polizistenmordes an Oscar Grant. Doch trotz der j\u00fcngsten und historischen Haltung der Arbeitergewerkschaft zur Rassenjustiz haben zunehmend arbeitsfeindliche Entscheidungen der Nationalen Arbeitsbeziehungskommission dazu gef\u00fchrt, dass die Entscheidung, die Arbeit einzustellen, stets mit Debatten \u00fcber die rechtlichen Auswirkungen einer Eskalation behaftet ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Im M\u00e4rz entschied ein Richter in Portland gegen die ILWU und forderte Millionen von Schadensersatz als Reaktion auf eine ausgedehnte Kampagne gegen den Terminalbetreiber ICTSI in Portland, Oregon, die 2012 begann. Der zugesprochene Schadenersatz in H\u00f6he von 19 Millionen Dollar entspricht mehr als dem Doppelten des Gesamtverm\u00f6gens der ILWU und hat viele in Sorge versetzt, dass die Gewerkschaft m\u00f6glicherweise in Konkurs gehen k\u00f6nnte, zumal der ICTSI einen neuen Prozess wegen noch mehr Schadenersatz anstrengt. Vorerst ist geplant, dass sich die Schlie\u00dfung mit einer Arbeitsniederlegung der ILWU an der K\u00fcste \u00fcberschneidet, eine Taktik, die in den Schutzbereich der Gewerkschaftsvertr\u00e4ge f\u00e4llt. Die Besch\u00e4ftigten an den K\u00fcsten wollen ihren Aktionstag dazu nutzen, andere Gewerkschaften zur Solidarit\u00e4t mit all jenen aufzurufen, die von Polizeigewalt und Ausbeutung bedroht sind.<\/em><\/p>\n<p><em>Es sind Bem\u00fchungen im Gange, sich mit den Hafenarbeitern der Ostk\u00fcste in der Internationalen Vereinigung der Hafenarbeiter an der Ostk\u00fcste (ILA) zu koordinieren, um die erste Schlie\u00dfung eines Hafens an zwei K\u00fcsten in der amerikanischen Geschichte zu organisieren, und die ILWU-Mitglieder hoffen, dass ihre Schlie\u00dfung die Binnengewerkschaften dazu anregen wird, ihre Kr\u00e4fte ebenfalls zu b\u00fcndeln. Das Potenzial f\u00fcr eine Schlie\u00dfung an zwei K\u00fcsten geht \u00fcber eine symbolische Geste der Solidarit\u00e4t der Arbeitnehmer gegen die Brutalit\u00e4t der Polizei hinaus. Sch\u00e4tzungen gehen davon aus, dass eine f\u00fcnft\u00e4gige Schlie\u00dfung an der Westk\u00fcste das amerikanische Bruttoinlandsprodukt um fast 10 Milliarden Dollar schm\u00e4lern wird. Sollte sich die Betriebsstilllegung auf die Ostk\u00fcste ausweiten, k\u00f6nnte diese Zahl erheblich steigen. Jack Heyman, ein ehemaliger Hafenarbeiter und einer der Hauptorganisatoren der Betriebsstilllegung aus Protest gegen die Kriege im Irak und in Afghanistan, weist darauf hin, dass die geplante Aktion Teil der langen Geschichte der ILWU ist, die sich gegen Polizeigewalt einsetzt.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Hafenarbeiter haben dieses Engagement aufrechterhalten, seit die Ermordung von Arbeiteraktivisten den blutigen Streik an der Hafenfront von 1934 ausl\u00f6ste \u2013 ein Moment in der militanten Geschichte der amerikanischen Arbeiter, der an \u00e4hnliche Szenen von Polizeigewalt erinnert, die in den letzten Wochen aus Seattle und der Bay Area herauskamen. \u201cDas Leben der schwarzen und braunen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter war schon immer das Ziel der Polizei. Wenn man sich die Satzungen der ILWU-Ortsans\u00e4ssigen ansieht, verbieten viele von ihnen der Polizei ausdr\u00fccklich die Mitgliedschaft. Das liegt daran, dass die Polizei schon immer als Werkzeug im Kampf gegen die arbeitenden Menschen in diesem Land eingesetzt wurde\u201d, sagte Heyman.<\/em><\/p>\n<p><em>Seit der Ermordung von George Floyd ist die geplante Schlie\u00dfung der Illegalen Arbeitergewerkschaft eine der \u00f6ffentlichkeitswirksamsten Aktionen der Arbeiterbewegung, die Gestalt annimmt. Sie folgt auf gewerkschaftlich organisierte Busfahrer in Minneapolis und New York City, die sich weigern, verhaftete Demonstranten zu bef\u00f6rdern, und stellt auch eine bedeutende Eskalation zu einer Zeit dar, in der einige der gr\u00f6\u00dften und m\u00e4chtigsten Gewerkschaften \u2013 neben der AFL-CIO \u2013 sich progressiven Herausforderungen an die seit langem etablierte gem\u00e4\u00dfigte F\u00fchrung stellen m\u00fcssen. Bei den Teamsters l\u00e4uft das O\u2019Brien\/Zuckerman-Ticket darauf hinaus, die IBT-Dynastie, die jetzt von James Hoffa angef\u00fchrt wird, zu entmachten. Bei der AFL-CIO bereitet sich Sara Nelson, die Pr\u00e4sidentin der Association of Flight Attendants (AFA), auf eine m\u00f6gliche Kandidatur gegen Richard Trumka vor, der Aufrufe zur Abspaltung der Polizeigewerkschaften von der AFL-CIO abgelehnt hat. \u201cEs ist fantastisch, dass die Hafenarbeiter zusammenstehen, um deutlich zu machen, dass die Rassenungerechtigkeit direkt mit den Ungerechtigkeiten aller Arbeiter in diesem Land verbunden ist. Es gibt keinen kritischeren Zeitpunkt als jetzt, an dem die Arbeiterinnen und Arbeiter zusammenstehen und Ver\u00e4nderungen erzwingen k\u00f6nnen\u201d, sagte Nelson. Am Freitag verabschiedete die AFA eine Resolution, in der umfassende Polizeireformen und die Entfernung der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden aus der Arbeiterbewegung gefordert werden<\/em>.\u201d<\/p>\n<p>\u201eHafenarbeiter werden zum Gedenken an George Floyd H\u00e4fen an der Westk\u00fcste schlie\u00dfen\u201c ist die deutsche \u00dcbersetzung eines Beitrags aus \u201eThe Nation\u201c zur Mobilisierungskampagne der ILWU f\u00fcr einen Streik am Tag der Sklavenbefreiung (urspr\u00fcnglich:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.thenation.com\/article\/economy\/dockworkers-union-shutdown-george-floyd\">https:\/\/www.thenation.com\/article\/economy\/dockworkers-union-shutdown-george-floyd<\/a>\/)<\/p>\n<p><strong>\u201eWestk\u00fcsten-Hafenarbeiter\u00a0stoppen\u00a0die\u00a0Arbeit\u00a0zu\u00a0Ehren\u00a0von\u00a0George\u00a0Floyd\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Das ist die deutsche \u00dcbersetzung eines Berichts aus den Labornotes zur ersten Aktion der ILWU, die am 09. Juni bereits erfolgreich zu einem Demonstrations-Streik von 8:45 Minuten Dauer aufgerufen hatte (urspr\u00fcnglich:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labornotes.org\/blogs\/2020\/06\/west-coast-dockers-stop-work-honor-george-floyd\">https:\/\/www.labornotes.org\/blogs\/2020\/06\/west-coast-dockers-stop-work-honor-george-floyd<\/a>):<\/p>\n<p>Um 9 Uhr morgens am Dienstag kamen die H\u00e4fen an der Westk\u00fcste der USA zum Stillstand, als Hafenarbeiter die Arbeit einstellten, um den Tod von George Floyd zu betrauern. Neun Minuten lang \u2013 so lange kniete der Polizeibeamte Derek Chauvin auf Floyds Hals \u2013 verrichteten Mitglieder der Hafen- und Lagerarbeitergewerkschaft (ILWU) von S\u00fcdkalifornien bis zum n\u00f6rdlichen Bundesstaat Washington keine Arbeit. Am Tag zuvor hatten die Pr\u00e4sidenten der Locals entlang der Westk\u00fcste einstimmig daf\u00fcr gestimmt, die Aktion zu unterst\u00fctzen, ein Vorschlag der Locals aus San Francisco und Oakland. Die ILWU-Pr\u00e4sidenten billigten auch eine zweite, l\u00e4ngere Aktion: eine achtst\u00fcndige Schlie\u00dfung der H\u00e4fen an der Westk\u00fcste f\u00fcr den 19. Juni, dem \u201eFeiertag des 19. Juni\u201c. Am 19. Juni wird die Emanzipation der Schwarzen gefeiert, die 1863 in Sklaverei festgehalten wurden. Eine solche k\u00fcstenweite Schlie\u00dfung w\u00e4re die erste ganzt\u00e4gige Arbeitsniederlegung, die die ILWU seit der im Mai 2008 aus Protest gegen den Irak-Krieg ausgerufen hat.<\/p>\n<p><strong>WIE\u00a0ES\u00a0WAR<\/strong><\/p>\n<p>Gabriel Prawl, ehemaliger Pr\u00e4sident von Seattle\u2019s Local 52, sagte: \u201cEs gibt nichts Gutes an dem heutigen Tag \u2013 wir reden hier \u00fcber das Leben von jemandem, dem das Leben genommen wurde. Dies ist der erste Schritt auf dem Weg zum Aufbau einer Kraft, die sich um die Welt k\u00fcmmert und die Welt ver\u00e4ndern kann\u201d. In Los Angeles entrollten Hafenarbeiter ein 40 Fu\u00df langes Transparent mit dem Gewerkschaftslogo und der Aufschrift \u201cBLACK LIVES MATTER\u201d. Mitglieder des Ortsverbandes 10 von San Francisco hielten die vollen acht Minuten und 46 Sekunden lang eine Schweigeminute. In Stockton, Kalifornien, legten die Mitglieder ihre Arbeit nieder und knieten sich hin, wo immer sie waren, kletterten von Gabelstaplern herunter oder knieten auf dem Deck eines Frachtschiffes. Und die Arbeiter nutzten die Gelegenheit, um harte Gespr\u00e4che \u00fcber die Polizeigewalt und die Aufst\u00e4nde zu f\u00fchren. \u201cMa\u00dfnahmen zu ergreifen und die Arbeit einzustellen, auch symbolisch, hat seinen eigenen Wert, aber es zwingt die Menschen auch dazu, am Arbeitsplatz \u00fcber das Thema zu sprechen\u201d, sagte Zack Pattin, Mitglied von Tacoma, Washingtons Local 23. In Tacoma erm\u00f6glichte die Arbeitsniederlegung ein Gespr\u00e4ch dar\u00fcber, wie die Polizei entlastet werden kann und was das bedeuten k\u00f6nnte, ob die Mitglieder damit einverstanden waren oder nicht. Das Young Worker Committee von Local 23 organisiert die Teilnahme an einem Marsch am 19. Juni, der von schwarzen Sch\u00fclern an einer \u00f6rtlichen Highschool angef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p><strong>POLITISCHE\u00a0STREIKS<\/strong><\/p>\n<p>Die ILWU ist daf\u00fcr bekannt, dass sie in Fragen aktiv wird, die andere Gewerkschaften als au\u00dferhalb ihres Zust\u00e4ndigkeitsbereichs liegend betrachten, von der Weigerung, w\u00e4hrend der Apartheid s\u00fcdafrikanische Schiffe in San Francisco zu entladen, bis hin zur Schlie\u00dfung der H\u00e4fen im Widerstand gegen den Irakkrieg. ILWU-Aktivisten f\u00fchlen sich daf\u00fcr verantwortlich, ihre Mitglieder \u00fcber die Vergangenheit der Gewerkschaft und ihre Verbindung zur Gegenwart aufzukl\u00e4ren. Prawl sagte w\u00e4hrend des Generalstreiks in San Francisco: \u201cWir lehren \u00fcber unsere Geschichte, dar\u00fcber, wie sechs unserer Mitglieder 1934 von der Polizei get\u00f6tet wurden\u201d. Zur Erinnerung: An jedem \u201cBlutdonnerstag\u201d, dem 5. Juli, schliessen die ILWU-Hafenarbeiter-Locals die Arbeit.<\/p>\n<p><strong>POLIZEI\u00a0REIN\u00a0ODER\u00a0RAUS?<\/strong><\/p>\n<p>Ein Ziel der Aktion war es, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob Polizeigewerkschaften zur Arbeiterbewegung geh\u00f6ren. Ein wachsender Chor von Stimmen, von der Minneapolis Federation of Teachers and Education Support Professionals bis hin zur internationalen Gewerkschaft United Steelworkers, fordert den R\u00fccktritt des Polizeigewerkschaftspr\u00e4sidenten von Minneapolis, ebenso wie die ILWU. \u201cIch wei\u00df, dass dieselben Leute, die die Gr\u00e4ueltaten begehen, mit denen wir heute konfrontiert sind, Teil des Hauses der Arbeit sind\u201d, sagte Prawl. \u201cGewerkschaftsmitglieder sch\u00fctzen Gewerkschaftsmitglieder \u2013 nicht schlagen, nicht t\u00f6ten, nicht ermorden. Wir m\u00fcssen unsere H\u00e4user s\u00e4ubern\u201d, sagte Prawl. Prawl sieht Arbeitsniederlegungen als eine der wichtigsten Rollen an, die die Arbeiter in den gegenw\u00e4rtigen Black Lives Matter-Aufst\u00e4nden spielen k\u00f6nnen: \u201cDer einzige Weg, wie wir Ver\u00e4nderungen erleben werden, ist, wenn die Gewerkschaften Arbeitskr\u00e4fte zur\u00fcckhalten\u201d, sagte er, \u201cum unsere wirtschaftliche Macht zu nutzen, um die Menschen an der Macht unter Druck zu setzen\u201c.\u201c<\/p>\n<ul>\n<li>Zu bisherigen Beitr\u00e4gen siehe vor allem die beiden Materialsammlungen, in denen auch die erw\u00e4hnten Beitr\u00e4ge dokumentiert sind:\n<ul>\n<li><em>\u201e<\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=173724\"><em>Die US-Gewerkschaften stehen nach dem Polizeimord an George Floyd vor der klassischen Frage \u201eWhich side are you on?\u201c: Nicht nur H\u00e4fen werden aus Solidarit\u00e4t bestreikt \u2013 der Gewerkschaftsbund will die Polizeiverb\u00e4nde bei sich<\/em><\/a><em>\u201c am 10. Juni 2020 im LabourNet Germany<\/em><\/li>\n<li>Und\u00a0<em>\u201e<\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=173537\"><em>Proteste gegen das rassistische System in den USA ungebrochen \u2013 ohne eine Rolle des Gewerkschaftsbundes AFL-CIO. Die Ausgangssperren dagegen werden partei\u00fcbergreifend verh\u00e4ngt<\/em><\/a><em>\u201c am 05. Juni 2020 im LabourNet Germany<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/usa\/gewerkschaften-usa\/tag-der-sklavenbefreiung-am-19-juni-2020-der-streik-der-hafenarbeiter-gegen-rassismus-und-polizeigewalt-an-der-westkueste-der-usa-setzt-die-aktionen-vom-9-juni-fort-waeh\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 17. Juni 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am \u201eTag der Sklavenbefreiung\u201c, dem 19. Juni, wird die Hafenarbeitergewerkschaft ILWU alle 29 H\u00e4fen der US-Westk\u00fcste einen Tag lang bestreiken. (Siehe dazu auch den Verweis auf unseren ersten Bericht dazu am Ende dieses Beitrags). 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