{"id":8257,"date":"2020-07-24T15:46:09","date_gmt":"2020-07-24T13:46:09","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8257"},"modified":"2020-07-24T15:46:10","modified_gmt":"2020-07-24T13:46:10","slug":"ausblick-auf-die-tarifrunde-2020-im-nahverkehr-wir-haben-grosses-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8257","title":{"rendered":"Ausblick auf die Tarifrunde 2020 im Nahverkehr: \u00abWir haben gro\u00dfes vor!\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201c\u2026\u00a0Die Internationale Automobil-Ausstellung pr\u00e4sentiert mit Unterst\u00fctzung der Bundesregierung ihre Vision der Mobilit\u00e4tswende: SUVs, mehr PS etc.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=151991\">Dagegen wird am 14.September zu einer Demonstration aufgerufen<\/a>. Zudem ruft Sand im Getriebe zu Aktionen zivilen<!--more--> Ungehorsams auf. Statt Automobilismus wird der Ausbau der Radinfrastruktur und des \u00d6PNV gefordert. Die IAA wird damit zu einem Kristallisationspunkt. Direkt durchsetzen wird man an diesem Tag nichts, aber ein Zeichen setzen, \u00d6ffentlichkeit schaffen, vielleicht viele zum Nachdenken bringen. Es w\u00e4re jedoch politisch fatal, wenn die Organisierung von Protesten zur j\u00e4hrlichen IAA auf Dauer sehr viele Aktive an sich binden w\u00fcrde. Punktuelle Mobilisierungen k\u00f6nnen nie Selbstzweck sein, sondern erf\u00fcllen ihren Zweck, wenn sie verbunden sind mit lokalen Aktivit\u00e4ten und denen neuen Anschub verleihen. (\u2026) \u00abwo finden wir die (arbeitende) Klasse?\u00bb, so kann ich antworten: Im Bus findet ihr sie, im Kollektivverkehr. Oft sind die Fahrpreise jedoch zu hoch, das Angebot nicht gut genug ausgebaut. <\/em><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"356\" height=\"200\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/TVN2020.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8258\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/TVN2020.jpg 356w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/TVN2020-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 356px) 100vw, 356px\" \/><\/figure>\n<p><em>Hier kann man am Ort um Verbesserungen k\u00e4mpfen. Denn die Mobilit\u00e4tswende wird kommen \u2013 die Frage ist nur, wie sie aussieht und gegen wen sie sich richtet. (\u2026) Die verg\u00fcnstigten, gruppenbezogenen hessenweiten Jahrestickets f\u00fchren bislang nicht zum Ausbau des Nahverkehrs. Im Gegenteil, sie f\u00fchren letztlich zur Entsolidarisierung. So wie Studierende wegen der Semestertickets selten im Kampf um Fahrpreissenkung an vorderster Front stehen, wurden nun weitere B\u00fcndnispartner erstmal ruhiggestellt. Es gilt daher, f\u00fcr den Ausbau des \u00d6PNV und die\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=128588\"><em>Senkung der Fahrpreise bis hin zum Nulltarif<\/em><\/a><em>\u00a0lokale Initiativen mit Durchschlagskraft aufzubauen\u2026\u201d\u00a0<\/em><a href=\"http:\/\/www.sozonline.de\/2019\/09\/klima-klasse-kapitalismus\/\">Artikel von Michael Heldt in der Soz Nr. 09\/2019<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0mit dem Ausblick auf die Tarifrunde 2020 im Nahverkehr. Siehe dazu auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u00d6PNV: ver.di und Fridays for Future gemeinsam \/ Soziale Verkehrswende \u2013 Fridays for Future will Tarifverhandlungen im Nahverkehr unterst\u00fctzen\u00a0<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Tarifrunde 2020 \u2013 \u00d6PNV: ver.di und Fridays for Future gemeinsam<br \/><\/strong><em>\u201cver.di und die Klimabewegung Fridays for Future haben eine Allianz f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen im \u00f6ffentlichen Nahverkehr und f\u00fcr den Klimaschutz gebildet. Sie sind sich einig: Eine Verkehrswende kann nur mit attraktiven Arbeitspl\u00e4tzen und mehr Personal funktionieren. Deshalb bekommt ver.di in der aktuellen Tarifbewegung f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Personennahverkehr (\u00d6PNV) Unterst\u00fctzung von den Klimasch\u00fctzern. \u201eF\u00fcr Klimaschutz und eine echte Verkehrswende wird ein starker \u00d6PNV ben\u00f6tigt, dazu geh\u00f6ren auch gute Arbeitsbedingungen, hier treffen gemeinsame Interessen von ver.di und Fridays for Future aufeinander\u201c, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle in einer gemeinsamen Pressekonferenz am 22. Juli 2020. Die Arbeitsbedingungen im \u00f6ffentlichen Nahverkehr sind bundesweit sehr verschieden. Es gibt keinen bundesweiten Tarifvertrag und auch kein einheitliches Tarifniveau. \u201eZuschl\u00e4ge, Belastungen und Einstiegsgeh\u00e4lter sind sehr unterschiedlich\u201c, erl\u00e4uterte Behle. Um parallel zu verhandeln, hat ver.di die 16 Landestarifvertr\u00e4ge zum 30. Juni gek\u00fcndigt, au\u00dferdem will ver.di bundesweite Mantelbedingungen in einem Rahmentarifvertrag festlegen. Dazu hat die Gewerkschaft die Vereinigung kommunaler Arbeitgeber zu Verhandlungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten in den kommunalen \u00d6PNV-Unternehmen aufgefordert. \u201eDer Fokus liegt bei unseren bundesweiten Verhandlungen auf dem Thema Entlastung\u201c, k\u00fcndigte Behle an. Aber auch elementare Standards sollen bundesweit vereinheitlicht werden. Bisher schwankt beispielsweise die Zahl der Urlaubstage zwischen 26 und 30 pro Jahr. (\u2026) Die Corona-Krise habe deutlich gemacht, dass die Besch\u00e4ftigten im \u00d6PNV zu den Unverzichtbaren geh\u00f6ren, sagte Christine Behle. Trotz Infektionsgefahr seien sie t\u00e4glich f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste unterwegs. Wegen der Pandemie sei die Tarifrunde unterbrochen worden, jetzt starte die Tarifbewegung #tvn2020 neu. ver.di fordert eine einheitliche Regelung von 30 Tagen Urlaub bei einer 5-Tage-Arbeitswoche und weitere individuelle Entlastungstage, eine neue \u00dcberstundenregelung, keine Benachteiligung von Teilzeitbesch\u00e4ftigten und die Verg\u00fctung von Fahrzeugversp\u00e4tungen ab der 1. Minute. F\u00fcr die Nachwuchsf\u00f6rderung m\u00fcsse dringend etwas getan und die Ausbildungszeit soll anerkannt werden. 100 Prozent Jahressonderzahlung soll es f\u00fcr alle geben. Zuschl\u00e4ge bei Wechselschichten sollen auf der individuellen Gehaltsstufe bezahlt werden. Und auch im Fahrdienst muss es Schicht- und Wechselschichtzulagen geben. (\u2026) Helena Marshall von Fridays for Future, FFF, sagte, der Ausbau des \u00d6PNV werde nur mit guten und besser bezahlten Arbeitspl\u00e4tzen gehen. Es gehe um mehr als um einen Tarifstreit, es gehe darum, wie Klimaschutz mit sozialen Fragen verbunden werde. F\u00fcr die n\u00e4chsten Tage k\u00fcndigte sie gemeinsame Aktionen in zehn St\u00e4dten an. Und sollte es zu Streiks im \u00d6PNV kommen, werde sich FFF mit den Besch\u00e4ftigten solidarisieren. \u201eAls Fridays for\u00a0Future stellen wir uns solidarisch hinter die Besch\u00e4ftigten im \u00d6PNV und werden gemeinsam streiten f\u00fcr eine dringend n\u00f6tige klimagerechte Verkehrswende und gute Arbeitsbedingungen in den Jobs der Zukunft.\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/themen\/geld-tarif\/++co++ada6f620-cc27-11ea-88bd-525400b665de\">Beitrag von Marion L\u00fchring vom 22.07.2020 bei ver.di<\/a>\u00a0<\/li>\n<li><strong>Soziale Verkehrswende \u2013 Fridays for Future will Tarifverhandlungen im Nahverkehr unterst\u00fctzen<br \/><\/strong><em>\u201cDamit soll jetzt Schluss sein. \u00bbDie Coronakrise hat deutlich gemacht, dass die Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Personennahverkehr zu den Unverzichtbaren geh\u00f6ren. Wegen der Krise wurde die Tarifrunde unterbrochen, jetzt muss sie aber wieder ins Rollen gebracht werden\u00ab, so Behle. Es g\u00e4be kein Interesse daran, von den urspr\u00fcnglichen Forderungen abzuweichen. Zum 30. Juni hat die Gewerkschaft alle 16 Fl\u00e4chentarifvertr\u00e4ge in den L\u00e4ndern gek\u00fcndigt und die Arbeitgeber ab Mitte August zu Verhandlungen f\u00fcr \u00fcber 87 000 Besch\u00e4ftigte in 130 \u00d6PNV-Unternehmen aufgefordert. (\u2026) Verdi plant nun, in allen Bundesl\u00e4ndern mit den kommunalen Arbeitgeberverb\u00e4nden neue Tarifvertr\u00e4ge auszuhandeln. Hier sollen die L\u00f6hne verhandelt werden. Dar\u00fcber hinaus sollen Rahmenbedingungen in einem bundesweit einheitlichen Tarifvertrag festgelegt werden. Neben der geforderten Entlastung soll in den Bereichen, in denen Belastungen unvermeidlich sind, etwa beim Schichtdienst, die Bezahlung besser werden. Gleichzeitig sollen elementare Standards wie Urlaubstage oder Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld bundesweit vereinheitlicht werden. Aktuell schwanke die Zahl der Urlaubstage zwischen 26 und 30 pro Jahr. Auch die Wochenarbeitszeit ist unterschiedlich, ebenso das Einstiegsgehalt. Das liegt laut Gewerkschaftsangaben f\u00fcr Bus- und Bahnfahrer*innen in Brandenburg bei 2166,90 Euro, in Hessen bei 2295,25 und in Nordrhein-Westfalen bei 2418,91 Euro. Unterst\u00fctzung bekommen die Besch\u00e4ftigten nun aus der Klimabewegung. Fridays for Future k\u00fcndigte am Mittwoch an, zuk\u00fcnftig die Tarifverhandlungen mit Aktionen zu begleiten. \u00bbWir streiten gemeinsam f\u00fcr eine dringend n\u00f6tige klimagerechte Verkehrswende und gute Arbeitsbedingungen in den Jobs der Zukunft\u00ab, sagte Helena Marschall von Fridays for Future. Beides h\u00e4nge eng zusammen, so die Sprecherin, wichtig sei es, die soziale Sicherheit und den Kampf gegen die Folgend es Klimawandels zu verzahnen. (\u2026) Am Freitag sind erste Aktionen und Demonstrationen in zehn St\u00e4dten geplant \u2013 darunter Hannover, Bochum, Leipzig und Berlin. Zudem gebe es bereits rund 30 lokale B\u00fcndnisse, um vor Ort Unterst\u00fctzung f\u00fcr einen m\u00f6glichen Streik der Busfahrer*innen zu organisieren und gleichzeitig die Forderung nach einer Verkehrswende auf die Stra\u00dfe zu bringen.\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1139506.fridays-for-future-soziale-verkehrswende.html\">Artikel von Haidy Damm vom 22.07.2020 in neues Deutschland online<\/a>\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Tarifrunde Nahverkehr \u2013 Corona spitzt zu, woran das Verkehrssystem krankt\u00a0<br \/><\/strong><em>\u201c\u2026 Noch im Februar trafen sich Fridays for Future und Vertrauensleute bundesweit. Ende M\u00e4rz wollten die Tarifkommissionen offiziell ihre Forderungen der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentieren. Doch stattdessen kam \u2013 Corona. Ver.di verk\u00fcndete in Abstimmung mit den Tarifkommissionen, dass die Tarifkampagne #tvn2020 erstmal ausgesetzt wird. Dabei spitzt Corona die Lage weiter zu. Wie im Brennglas wird deutlich, woran das Verkehrssystem krankt. (\u2026) Nun sind die ArbeiterInnen in den Verkehrsbetrieben noch wertvoller. Inzwischen wurden in den meisten Verkehrsbetrieben Schutzma\u00dfnahmen gegen eine Ansteckung ergriffen, wie es der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und Ver.di gemeinsam gefordert haben. Einstieg nur noch hinten, kein Fahrtkartenverkauf im Bus, regelm\u00e4\u00dfige Reinigung, soweit wie m\u00f6glich werden gro\u00dfe Busse eingesetzt\u2026 Wo das nicht von allein passierte, wie etwa in Remscheid, haben Vertrauensleute nachgeholfen. Dort gab es Ende M\u00e4rz zuerst nur Flatterband zum Schutz der Fahrer. Das Problem: Davon lassen sich nicht alle Fahrg\u00e4ste abhalten und das vordere Fenster sorgt durch den Unterdruck nicht f\u00fcr Durchl\u00fcftung. Mit einer Unterschriftenliste forderten sie daher kurzerhand die vollst\u00e4ndige Abschirmung der Fahrer durch eine Folie. Innerhalb einer Woche unterschrieben \u00fcber 90 der etwa 130 Fahrer\u00adInnen. Ver.di \u00fcbergab die Petition an den Arbeitgeber und drei Tage sp\u00e4ter war der erste Bus umger\u00fcstet. (\u2026)\u00a0<\/em>\u00ab<em>Die \u00f6ffentliche Mobilit\u00e4t ist in akuter Gefahr\u00bb, hei\u00dft es in einer Pressemitteilung von Ver.di. W\u00e4re das also der beste Zeitpunkt die Tarifrunde durchzuziehen? Ver.di und die Tarifkommissionen haben sich dagegen entschieden. (\u2026)<\/em><em>\u00abWir verfolgen im Moment daher den Ansatz, eine Diskussion dar\u00fcber zu f\u00fchren, dass auch der \u00d6PNV zu den systemrelevanten Bereichen geh\u00f6rt und dass die Krise als Chance\u00a0f\u00fcr eine sozial-\u00f6kologische Transformation und eine Verkehrswende genutzt werden muss. Es geht auch darum, daraus zu lernen, was wir in der Krise 2007\/2008 nicht geschafft haben. Die Frage ist doch, wer f\u00fcr diese Krise zahlen wird. Deshalb m\u00fcssen wir auch die Finanzierungsfrage stellen und die Zusammenh\u00e4nge deutlich machen, die sich durch die Einf\u00fchrung des Wettbewerbs ergeben haben, nicht nur im \u00d6PNV. Wir dokumentieren daher jetzt alles, was wir erleben. Und streikf\u00e4hig sind wir auch danach noch.\u00bb\u2026\u201c<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sozonline.de\/2020\/04\/tarifrunde-nahverkehr\/\">Artikel von Violetta Bock in der Soz 04\/2020<\/a>\u00a0<\/li>\n<li><strong>Klima- und Arbeitskampf vereint: Bald k\u00f6nnte Verdi erstmals bundesweit zu einem gro\u00dfen Streik im \u00f6ffentlichen Nahverkehr aufrufen. Fridays for Future unterst\u00fctzt die Gewerkschaft\u00a0<br \/><\/strong><em>\u201c\u2026 \u201eUnser Ziel ist, gemeinsam mit ihnen Druck zu machen f\u00fcr mehr Klimaschutz und f\u00fcr die Verkehrswende\u201c, sagt Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von Verdi. \u201eDie Verkehrswende wird es nur mit mehr Besch\u00e4ftigten im \u00d6PNV geben, und die kann man nur gewinnen, wenn sich die Arbeitsbedingungen verbessern\u201c, ist Behle \u00fcberzeugt. Rund 130.000 MitarbeiterInnen sind laut Verdi derzeit bundesweit bei \u00f6ffentlichen Verkehrsunternehmen besch\u00e4ftigt, etwa die H\u00e4lfte von ihnen sind als FahrerIn von Bussen und Bahnen t\u00e4tig. JedeR Zweite wird bis 2030 in Rente gehen. Im selben Zeitraum soll aber der \u00d6PNV massiv ausgebaut werden, die Zahl der Fahrg\u00e4ste soll um 30 Prozent steigen. Das ist zumindest das erkl\u00e4rte Ziel der Bundesregierung. (\u2026) Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen haben die Betriebe zunehmend Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu gewinnen. \u201eKleine Geh\u00e4lter und ung\u00fcnstige Arbeitsbedingungen, das will kein Besch\u00e4ftigter\u201c, sagt Gewerkschafterin Behle. L\u00f6hne und Bedingungen werden in 17 verschiedenen Tarifbezirken ausgehandelt, die Unterschiede zwischen den Regionen sind gro\u00df. (\u2026) Auch VertreterInnen der Bewegung Fridays for Future sind \u00fcberzeugt, dass es ohne bessere Arbeitsbedingungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten im \u00d6PNV keine Verkehrswende und keine Reduzierung des Co2-Aussto\u00dfes im Verkehr geben wird. \u201eWer die Abkehr vom Individualverkehr will, muss Alternativen aufbauen\u201c, sagt Rhonda Koch von der Fridays-for-Future-Arbeitsgruppe Gewerkschaftsdialog. (\u2026) Im April will die Gewerkschaft die Kampagne beginnen, die den kommenden Arbeitskampf flankieren soll. Verdi hat zum 1. Juli erstmals die Tarifvertr\u00e4ge in allen Bundesl\u00e4ndern zum selben Zeitpunkt gek\u00fcndigt, um bundesweit synchron verhandeln und n\u00f6tigenfalls streiken zu k\u00f6nnen. Das verleiht der Gewerkschaft ein hohes Druckpotenzial. \u201eDer \u00d6PNV ist einer der am besten organisierten Bereiche von Verdi\u201c, sagt Behle. Zwischen 50 und 90 Prozent der Besch\u00e4ftigten sind Gewerkschaftsmitglieder. (\u2026) Verdi zieht ausdr\u00fccklich auch Streiks in Betracht, um die Forderungen durchzusetzen. \u201eEs wird gro\u00dfe Streikaktivit\u00e4ten geben, wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen\u201c (\u2026) F\u00fcr die AktivistInnen von Fridays for Future ist der anstehende Arbeitskampf ein neues Projekt, das ihnen m\u00f6glicherweise weiteren Schub gibt. In etlichen St\u00e4dten gibt es \u00dcberlegungen, Aktionen der \u00d6PNV-Besch\u00e4ftigten lokal zu unterst\u00fctzen, berichtet Rhonda Koch: \u201eWir erw\u00e4gen, f\u00fcr den Juni oder Juli zu einem bundesweiten \u201aVerkehrs-Friday\u2018 aufzurufen.\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/taz.de\/Verdi-und-Fridays-for-Future-fuer-OePNV\/!5667797\/\">Artikel von Anja Kr\u00fcger vom 3. M\u00e4rz 2020 bei der taz online<\/a>, siehe dazu noch:\n<ul>\n<li><strong>Arbeitskampf f\u00fcr Klimaschutz \u2013 Gelungene Kombination: Die kommende Tarifrunde f\u00fcr den \u00d6PNV verbindet die Gewerkschaft mit der Klimakrise<br \/><\/strong><em>\u201cWas f\u00fcr ein geschickter Schachzug: Bei der kommenden Tarifrunde von Verdi f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Personennahverkehr (\u00d6PNV) verbindet die Gewerkschaft erstmals deren Lage mit einem h\u00f6chst aktuellen allgemeinpolitischen Thema: der Klimakrise. Der Gedanke der GewerkschafterInnen ist richtig. Wer eine \u00f6kologische Verkehrswende und deshalb viel mehr Busse und Bahnen als heute haben will, muss auch daf\u00fcr sorgen, dass es genug Menschen gibt, die die Fahrzeuge fahren. Dazu m\u00fcssen L\u00f6hne und Arbeitsbedingungen erheblich besser werden, als sie es heute sind. Verdi will aus diesem urgewerkschaftlichen Thema ein gesellschaftliches machen \u2013 und liegt damit genau richtig. Denn wer etwas gegen die Klimakrise unternehmen will, muss den Autoverkehr eind\u00e4mmen und den \u00f6ffentlichen Verkehr attraktiver machen \u2013 f\u00fcr NutzerInnen und Besch\u00e4ftigte. Die Strategie der GewerkschafterInnen ist vielversprechend. Sie suchen den Schulterschluss mit AkteurInnen wie den Sch\u00fclerInnen von Fridays for Future, die das Anliegen-Dreieck Klimaschutz\u200a\u2013\u200aVerkehrswende\u200a\u2013\u200agute Ar\u00adbeits\u00adbedingungen zu ihrem eigenen machen. Der Zeitpunkt ist g\u00fcnstig, nicht nur, weil die Klimakrise zurzeit viel Aufmerksamkeit genie\u00dft. Zum ersten Mal ist die Gewerkschaft bundesweit im \u00d6PNV streikf\u00e4hig, weil sie es geschafft hat, alle Manteltarifvertr\u00e4ge gleichzeitig zu k\u00fcndigen. Das gibt Verdi neue Macht und ein Mobilisierungspotenzial, das die Gewerkschaft f\u00fcr die AktivistInnen aus der Klimabewegung interessant macht\u2026\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/taz.de\/Buendnis-von-Verdi-und-Fridays-for-Future\/!5666498\/\">Kommentar von Anja Kr\u00fcger vom 3. M\u00e4rz 2020 bei der taz online<\/a>\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>\u00d6PNV \u2013 Klassenkampf und Klimaschutz: \u00bbWir haben gro\u00dfes vor!\u00ab\u00a0<br \/><\/strong>\u201c<em>Damit die Klimabewegung gewinnen kann, muss sie sich auch auf die Macht der Besch\u00e4ftigten st\u00fctzen. Warum die bundesweite Tarifbewegung 2020 im \u00d6PNV die ideale Gelegenheit dazu ist, erkl\u00e4rt Mira Ball von ver.di (\u2026) Einerseits h\u00e4ufen sich Verlautbarungen, insbesondere aus der Bundespolitik, wie die Ank\u00fcndigung von Modellprojekten zum kostenlosen \u00d6PNV oder die Forderung, alle Busflotten zu elektrifizieren. Andererseits geht man \u00fcberhaupt nicht auf die Situation in den Betrieben und die Lage der Besch\u00e4ftigten ein. Der \u00d6PNV ist kommunale Aufgabe und seit der \u00d6ffnung des europ\u00e4ischen Marktes vor \u00fcber 15 Jahren einem rigiden Spardiktat unterworfen. Da ein gro\u00dfer Teil der Betriebsanlagen und Gleisanlagen aus den 1970er und 80er Jahren stammt, ist ein Sanierungsstau von etwa 6 Milliarden Euro entstanden. Zugleich haben sich Bund und L\u00e4nder aus der Finanzierung zur\u00fcckgezogen. Die Unterfinanzierung ist ein Thema, auf das ver.di und die Betriebs- und Personalr\u00e4te seit Jahren \u00f6ffentlich hinweisen. Zudem ist nat\u00fcrlich beim Personal gespart worden. W\u00e4hrend die Anzahl der Fahrg\u00e4ste seit dem Jahr 2000 um 24 Prozent gestiegen ist, arbeiten nun 18 Prozent weniger Besch\u00e4ftigte im \u00d6PNV. (\u2026) Mit der \u00bbKasseler Erkl\u00e4rung\u00ab machen die Betriebs- und Personalr\u00e4te klar, dass der \u00d6PNV einen ganz bedeutenden Anteil an der notwendigen Reduzierung der CO2\u2013Emissionen haben muss. Damit der \u00d6PNV Teil der L\u00f6sung sein kann, m\u00fcssen jedoch auch die bestehenden Probleme ernsthaft angegangen werden. Wir brauchen Investitionen in die Infrastruktur und neue Fahrzeuge, einen ernst gemeinten Ausbau und vor allem eine solide Finanzierung des Betriebes sowie wieder deutlich mehr Geld f\u00fcr das Personal. Solange das nicht Teil der politischen Debatte ist, sind alle Anforderungen und Ank\u00fcndigungen das Papier nicht wert auf dem sie stehen. (\u2026) [Frage: Im Juni 2020 werden nun bundesweit alle Tarifvertr\u00e4ge im Nahverkehr gek\u00fcndigt und neu verhandelt. Damit ist es ver.di gelungen, aus einem Flickenteppich mit unterschiedlichen Laufzeiten eine Vereinheitlichung zu erreichen, um bundesweit koordiniert in Tarifverhandlungen zu treten. Welche Besch\u00e4ftigten sind alles betroffen?] Die Tarifbewegung umfasst alle 87.900 Besch\u00e4ftigten der \u00f6ffentlichen Verkehrsunternehmen in allen 16 Bundesl\u00e4ndern. Die Fahrerinnen und Fahrer stehen zwar besonders im Fokus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung, aber in den Unternehmen arbeiten auch Zehntausende in Werkst\u00e4tten, Verwaltung und Service. Sie alle zusammen bef\u00f6rdern t\u00e4glich \u00fcber 13 Millionen Fahrg\u00e4ste. Ein gemeinsames Vorgehen in diesem Umfang hat es im \u00d6PNV seit \u00fcber zwei Jahrzehnten nicht gegeben. (\u2026) Sie haben unter dem Motto \u00bbKlima sch\u00fctzen hei\u00dft \u00d6PNV unterst\u00fctzen\u00ab auch das Thema gute Arbeitsbedingungen aufgenommen und die Voraussetzungen f\u00fcr kostenlosen \u00d6PNV klar benannt. Am Tag des Klimastreiks sind sie in die Busse und Stra\u00dfenbahnen gegangen und haben den Fahrerinnen und Fahrern f\u00fcr ihren Beitrag zum Klimaschutz gedankt. Das kam irre gut an. Genauso wie die Rede von Fridays for Future auf dem ver.di-Bundeskongress im September. Und gerade angesichts der Entt\u00e4uschungen des Klimapakets, das weder Anreize zum Umstieg in den \u00d6PNV noch ernsthafte L\u00f6sungen f\u00fcr die aktuellen Probleme im Nahverkehr beinhaltet, werden wir gemeinsam an diesem Thema weiterarbeiten. Es geht um unsere gemeinsame Zukunft, wie wir leben und arbeiten wollen. Das ist nicht zu trennen.\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/www.marx21.de\/oepnv-klassenkampf-klimaschutz-tarifbewegung-nahverkehr-2020\/\">Interview von Martin Haller mit Mira Ball vom 14.11.2019 bei Marx21<\/a>, Mira Ball ist Leiterin der Fachgruppe Busse und Bahnen bei ver.di im Fachbereich Verkehr, siehe dazu im LabourNet Germany\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=154136\">Kasseler Erkl\u00e4rung von Betriebs- und Personalr\u00e4ten aus 110 Nahverkehrsunternehmen: \u00d6ffentlicher Personennahverkehr als unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Klimapolitik<\/a><\/li>\n<li>Ausblick auf die Tarifrunde 2020 im Nahverkehr im\u00a0<a href=\"http:\/\/www.sozonline.de\/2019\/09\/klima-klasse-kapitalismus\/\">Artikel von Michael Heldt in der Soz Nr. 09\/2019<\/a>:\u00a0<em>\u201c\u2026 Ganz neu k\u00f6nnten sich die Karten 2020 mischen. Am 30.Juni 2020 werden bundesweit alle Tarifvertr\u00e4ge im Nahverkehr (TVN) gek\u00fcndigt und neu verhandelt. Damit ist es Ver.di gelungen, aus einem Flickenteppich mit unterschiedlichen Laufzeiten eine Vereinheitlichung zu erreichen, um bundesweit koordiniert in Tarifverhandlungen zu treten. Es soll dabei nicht nur um mehr Geld, sondern auch um wesentliche Entlastungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten im \u00d6PNV gehen. Dass Fahrpersonal fehlt, ist schon lange bekannt. Ohne Personal wird es keinen Ausbau des \u00d6PNV geben. Aber ohne Verbesserung der Arbeitsbedingungen auch nicht mehr Personal. Die Interessen von Nutzern und Fahrerinnen sind daher in diesem Punkt identisch und bieten zahlreiche Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr eine klassenorientierte Verkehrspolitik.\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=154136\"><em>Im Juni 2019 verabschiedeten 110 Betriebs- und Personalr\u00e4te aus Nahverkehrsunternehmen die \u00abKassler Erkl\u00e4rung\u00bb zu Klimaschutz und Arbeitsbedingungen<\/em><\/a><em>. Hier fordern sie umfassende Investitionen in Personal und Ausbau, energieeffiziente und emissionsfreie Fahrzeugflotten sowie eine solide Finanzierung. Dem Nulltarif f\u00fcr alle stehen sie offen gegen\u00fcber, sp\u00fcrbar ist jedoch die Sorge, dass dieser auf dem R\u00fccken der Besch\u00e4ftigten finanziert wird. Beim Punkt Finanzierung wird vor allem darauf hingewiesen, dass die Kommunen die Kosten nicht allein stemmen k\u00f6nnen, daf\u00fcr m\u00fcssen auch die Unternehmen besteuert werden. Das ist sehr zu begr\u00fc\u00dfen und sehr viel progressiver als die Defensivforderung nach einer B\u00fcrgerumlage. Die Tarifrunde wird Klima- und Klassenpolitik, \u00f6ffentliche Daseinsvorsorge und gesellschaftliche Fragen miteinander verbinden<\/em>.\u201d<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/branchen\/auto\/auto-brd-allgemein\/ausblick-auf-die-tarifrunde-2020-im-nahverkehr-klima-klasse-kapitalismus-verkehrsinitiativen-und-infrastrukturkonzepte-benoetigt\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 24. Juli 2020 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201c\u2026\u00a0Die Internationale Automobil-Ausstellung pr\u00e4sentiert mit Unterst\u00fctzung der Bundesregierung ihre Vision der Mobilit\u00e4tswende: SUVs, mehr PS etc.\u00a0Dagegen wird am 14.September zu einer Demonstration aufgerufen. Zudem ruft Sand im Getriebe zu Aktionen zivilen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[25,87,39,26,58,37,17],"class_list":["post-8257","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitswelt","tag-deutschland","tag-gewerkschaften","tag-oekosozialismus","tag-service-public","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8257","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8257"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8257\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8259,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8257\/revisions\/8259"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8257"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}