{"id":8450,"date":"2020-09-07T08:37:35","date_gmt":"2020-09-07T06:37:35","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8450"},"modified":"2020-09-07T08:37:36","modified_gmt":"2020-09-07T06:37:36","slug":"die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8450","title":{"rendered":"Die Schwarze Frage und die Revolution in Brasilien"},"content":{"rendered":"<p><em>Marcello Pablito &amp; Daniel Alfonso. <\/em><strong>Dies ist die Einleitung zu einer neuen Ausgabe von \u201eA revolu\u00e7\u00e3o e o negro\u201c (Die Revolution und die Schwarzen). Sie befasst sich mit der Schwarzenfrage in Brasilien, wo sich die gr\u00f6\u00dfte Schwarze Bev\u00f6lkerung<!--more--> aller L\u00e4nder au\u00dferhalb Afrikas befindet. Sie ist Teil unserer\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/marxismus-und-schwarzer-kampf\/\"><strong>Reihe \u00fcber Marxismus und den Schwarzen Kampf<\/strong><\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"890\" height=\"550\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/AAAUmschlag-890x550-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8451\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/AAAUmschlag-890x550-1.png 890w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/AAAUmschlag-890x550-1-300x185.png 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/AAAUmschlag-890x550-1-768x475.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 890px) 100vw, 890px\" \/><figcaption>Der Umschlag des Buches \u201eDie Revolution und die Schwarzen\u201c<\/figcaption><\/figure>\n<p>W\u00e4hrend wir diese Zeilen schreiben, hat Lateinamerika den gleichen Weg eingeschlagen, der Frankreich, den Sudan, Algerien, Katalonien, Ecuador und Chile ersch\u00fcttert hat. Die Winde des Klassenkampfes, die im Arabischen Fr\u00fchling zum ersten Mal seit Jahren wehten, haben sich \u00fcber Europa ausgebreitet und unseren Kontinent erreicht. Die allgemeine Wirtschaftskrise, die 2008 begann, hat verschiedene Ausdr\u00fccke der organischen Krise hervorgebracht, darunter auch verschiedene Ebenen der sozialen und politischen Polarisierung.<\/p>\n<p>Die Ausreizung des wirtschaftlichen und politischen Projekts der neoliberalen Hegemonie hat den Weg f\u00fcr rechtsextreme populistische Regierungen geebnet, aber auch zu ideologischen Ausdrucksformen progressiver und linker Kritik an dieser dekadenten Gesellschaftsordnung gef\u00fchrt, die von Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung aufrechterhalten wird. Das Wiederaufleben des Klassenkampfes verlangt eine Wiederbewaffnung \u2013 theoretisch, politisch und strategisch -, um eine tiefgreifende Ver\u00e4nderung der Gesellschaft zu erm\u00f6glichen. Dies ist eine Zeit f\u00fcr Revolution\u00e4r*innen.<\/p>\n<p>In der aktuellen Situation geh\u00f6ren Schwarze, wie auch Immigrant*innen, zu denen, die die schrecklichen Auswirkungen des Kapitalismus am st\u00e4rksten zu sp\u00fcren bekommen, und wie im Laufe der Geschichte nehmen sie die prominentesten Positionen im Klassenkampf ein. Elf Jahre nach Beginn der kapitalistischen Krise ist der so genannte \u201eGlobalisierungskonsens\u201c einem Wiederaufleben nationalistischer und xenophobischer, gegen Immigrant*innen gerichteter und rassistischer Diskurse gewichen. Diese Diskurse werden weltweit von Pers\u00f6nlichkeiten wie Trump in den Vereinigten Staaten, Salvini in Italien und Bolsonaro in Brasilien verbreitet. Die Auswirkungen der kapitalistischen Krise materialisieren sich in schrecklichen Szenen von Immigrant*innen, die bei dem Versuch sterben, das Mittelmeer oder die Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten zu \u00fcberqueren, und in der Errichtung von Konzentrationslagern,<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftn1\"><strong><sup>[1]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0in die sie bei ihrer Ankunft in Europa geschickt werden.<\/p>\n<p>Im Herzen des Imperialismus ermordet die Polizei weiterhin systematisch Schwarze Jugendliche, darunter Mike Brown, Eric Garner, Philando Castile und viele andere. In den Vereinigten Staaten sind Tausende von Schwarzen mit den Sprechch\u00f6ren \u201eBlack Lives Matter!\u201c auf die Stra\u00dfe gegangen. Ihre Stimmen haben in den K\u00f6pfen und Seelen der unterdr\u00fcckten Menschen auf der ganzen Welt Widerhall gefunden. Unter der andauernden Apartheid in S\u00fcdafrika wurde das Symbol der britischen imperialistischen Unterdr\u00fcckung in einer der wichtigsten Studierendenmobilisierungen des Jahrzehnts frontal herausgefordert. \u201eRhodes muss fallen!\u201c und dann \u201eGeb\u00fchren m\u00fcssen fallen!\u201c waren die Parolen einer Bewegung, die ihre Forderungen radikalisierte, indem sie die eigentlichen Symbole des Imperialismus (dargestellt in der Statue des englischen Kolonialisten Cecil Rhodes) in Frage stellte und die Universit\u00e4t Kapstadt erfolgreich dazu zwang, den ausgelagerten Arbeiter*innen regul\u00e4re Arbeitsvertr\u00e4ge zu geben. In Marikana, ebenfalls in S\u00fcdafrika, traten Hunderte von Bergarbeiter*innen dem Profitstreben des britischen Bergbauunternehmens Lonmin entgegen und k\u00e4mpften in monatelangen Protesten und mit Dutzenden von Toten und Verletzten heldenhaft f\u00fcr ihre Forderungen. Die Sicherheitskr\u00e4fte reagierten in beiden F\u00e4llen mit Massakern und erinnerten alle daran, dass Sharperville in der Vergangenheit nicht so weit entfernt ist.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftn2\"><strong><sup>[2]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0Wie C.L.R. James in seinem sch\u00f6nen Text \u201e<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/archive\/james-clr\/works\/1941\/06\/imperialism-africa.htm\"><strong>Imperialismus in Afrika<\/strong><\/a>\u201c, der in den fr\u00fchen Jahren des Zweiten Weltkriegs geschrieben wurde, deutlich macht, stehen die Interessen der afrikanischen Bev\u00f6lkerung denen des Imperialismus diametral entgegen.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftn3\"><strong><sup>[3]<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/sozialistische-stadtraetin-und-aktivistin-gegen-polizeigewalt-in-rio-de-janeiro-ermordet\/\"><strong>Hinrichtung der Schwarzen Stadtr\u00e4tin Marielle Franco<\/strong><\/a>\u00a0in Brasilien ist nach wie vor eine offene Wunde des institutionellen Putsches. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.leftvoice.org\/brazil-the-12-stab-wounds-that-killed-moa-do-katende-came-from-the-mouth-of-bolsonaro\"><strong>Ermordung des Capoeira-Meisters Moa do Katend\u00ea<\/strong><\/a>\u00a0symbolisierte die Entstehung einer rassistischen extremen Rechten und war eine Folge des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/brasilien-der-amtsantritt-von-bolsonaro-und-die-festigung-des-institutionellen-putsches\/\"><strong>institutionellen Putsches<\/strong><\/a>\u00a0gegen Dilma Rousseff. Die staatliche Repression, die das Leben junger Schwarzer Frauen wie Agatha Felix, die erst 8 Jahre alt war,<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftn4\"><strong><sup>[4]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0sowie die erschreckenden Arbeitslosenraten und die prek\u00e4re Arbeitssituation, von der vor allem Schwarze Jugendliche in Brasilien betroffen sind, sind sinnbildlich daf\u00fcr, wie sich der Anstieg des Rassismus im t\u00e4glichen Leben vor dem Hintergrund einer Wirtschaftskrise materialisiert.<\/p>\n<p>Diejenigen, die ihre Augen offen und ihre Sinne auch nur ein wenig wachsam halten, erkennen, dass unsere kapitalistische Gesellschaft nicht imstande ist, die Mindestvoraussetzungen f\u00fcr ein Leben in W\u00fcrde f\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit der Bev\u00f6lkerung zu garantieren. Das Wiederaufleben des Sozialismus als Referenz f\u00fcr eine neue Gesellschaft ist eine der gr\u00f6\u00dften \u00c4u\u00dferungen der Unzufriedenheit mit dem Kapitalismus, sowohl mit der kapitalistischen Gegenwart als auch mit dem, was das System f\u00fcr die Zukunft verspricht. Das Aufkommen neuer Klassenk\u00e4mpfe auf internationaler Ebene ebnet auch den Weg, Rassismus, Xenophobie und Patriarchat mit neuer Kraft zu begegnen, insbesondere unter der Jugend. In der Gesellschaft \u2013 oft au\u00dferhalb der traditionellen Gewerkschaften und Parteien der kapitalistischen Demokratie \u2013 gewinnt dies an Bedeutung.<\/p>\n<p>Seit seiner Entstehung vor ein paar hundert Jahren hat die Entwicklung des Kapitalismus das Verh\u00e4ltnis des Menschen zur Natur in beispielloser Weise ver\u00e4ndert \u2013 er hat Sch\u00f6pfung und Zerst\u00f6rung miteinander verbunden, sozialen Klassen Gestalt verliehen und sie auf dem Schlachtfeld der Geschichte voneinander abgegrenzt.<\/p>\n<p>Eine Form, in der der Kapitalismus seine Produktionsverh\u00e4ltnisse erweiterte, war die gewaltsame Zerst\u00f6rung von Gesellschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Schwarze M\u00e4nner und Frauen \u00fcber den unbekannten Horizont zu entf\u00fchren und sie in Waren zu verwandeln, wurde durch ein Ma\u00df an Gewalt und Unterdr\u00fcckung erm\u00f6glicht, das selbst die ungeheure Zahl der Betroffenen nicht zu vermitteln vermag.\u00a0 Die kontinuierliche Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte ebnete den Weg f\u00fcr die Kombination fortschrittlicher Technologien mit den brutalsten Formen der Beherrschung durch einige Menschen \u00fcber andere. Einer der Artikel in diesem Buch, \u201e<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/history\/etol\/writers\/breitman\/1954\/xx\/prejudice.htm\"><strong>When Anti-Negro Prejudice Began<\/strong><\/a>\u201d, befasst sich mit diesem Thema und verbindet, ausgehend von fr\u00fcheren Beitr\u00e4gen, die Entstehung des Rassismus mit den ersten Schritten des Kapitalismus.<\/p>\n<p>Der Rassismus stand im Zentrum und im Dienst der unerm\u00fcdlichen Suche der entstehenden Bourgeoisie nach politischer Macht, die ihrer wachsenden wirtschaftlichen Rolle im Verh\u00e4ltnis zum Adel entsprach. Dies ist eine der Schlussfolgerungen von\u00a0 \u201e<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/archive\/james-clr\/works\/1939\/12\/negro-revolution.htm\"><strong>Revolution and the Negro<\/strong><\/a>\u201d von C.L.R. James, dem Er\u00f6ffnungsartikel, der diesem Buch seinen Namen gibt. Der \/ die Leser*in wird noch weitere finden, aber wir bringen eine, die uns wesentlich erscheint, voran: Die Schwarzen werden beim Aufbau des Sozialismus eine entscheidende Rolle spielen, mehr noch als ihr monumentaler Einfluss auf den Verlauf der kapitalistischen Entwicklung.<\/p>\n<p>Mitten in der Franz\u00f6sischen Revolution, die 1789 begann, der gr\u00f6\u00dften b\u00fcrgerlichen Revolution der Geschichte, erlangten die Schwarzen von Saint-Domingue [Hispaniola] ihre Freiheit, indem sie sich von den politischen Fesseln der franz\u00f6sischen Kolonisator*innen befreiten. In einer Zeit tiefgreifender Transformationen lieferten die Sklav*innen der Insel eines der gr\u00f6\u00dften Beispiele f\u00fcr den Freiheitskampf, den die Menschheit je gekannt hat, indem sie die Sklaverei abschafften und ihre politische Freiheit sicherten. Bevor sich irgendeine andere regionale Elite von den unmittelbaren Interessen ihrer kolonisierenden Macht trennen konnte, erkannten die Sklav*innen unter der F\u00fchrung von Toussaint L\u2019Ouverture und Jean-Jacques Dessalines, dass sie, um ohne die Fesseln der Sklaverei zu existieren, genau das Reich bek\u00e4mpfen mussten, das \u201eFreiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit\u201c schrie, diese Worte aber nicht auf die haitianischen Sklav*innen ausdehnte. Und so erlegten die aufst\u00e4ndischen Sklav*innen Napoleon und seiner Armee, der m\u00e4chtigsten Armee Europas, die erste Niederlage auf. Haiti entstand als ein Schrei nach Freiheit im kolonialen Amerika.<\/p>\n<p>Die Herabsetzung der Rolle Schwarzer Frauen und M\u00e4nner bei der Entwicklung des Kapitalismus auf Sklav*innenarbeit ist ein schmales Unterfangen, das von der herrschenden Ideologie gef\u00f6rdert und verbreitet wird, um den Massen der Schwarzen einen untergeordneten Platz in der Menschheitsgeschichte zu verschaffen. Waren unter so vielen Beispielen nicht die Auswirkungen des Aufstands in Haiti, inmitten des Hegemoniekampfes der atlantischen Kolonialm\u00e4chte, enorm? Verbreitete die Nachricht von einem von Schwarzen regierten Land nicht Panik unter allen kolonialen Eliten?<\/p>\n<p>Die Artikel in diesem Buch wurden von Revolution\u00e4ren verfasst, die von den Lehren der aufst\u00e4ndischen Sklav*innen beeinflusst waren. Mit den Worten von C.L.R. James:<\/p>\n<p><em>\u201eVor der Revolution erschienen sie untermenschlich. So mancher Sklave musste erst ausgepeitscht werden, bevor man ihn dazu bringen konnte, sich von seinem Platz zu bewegen. Die Revolution machte sie zu Helden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Erb*innen von Toussaint und Dessalines, Zumbi und Dandara, Harriet Tubman<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftn5\"><strong><sup>[5]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0und all die anonymen Pionier*innen der Freiheit geh\u00f6ren zu denen, die f\u00fcr den Sturz der Bourgeoisie k\u00e4mpfen, dieser Klasse, die die Plantage, die Peitsche, den Libambo,<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftn6\"><strong><sup>[6]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0die Folter, die Vergewaltigung und die \u201eBlack Code\u201d geerbt hat.<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftn7\"><strong><sup>[7]<\/sup><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Wir n\u00e4hern uns dem Ende des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts. Seit mehr als 100 Jahren leben wir in einer Zeit der Krisen, Kriege und Revolutionen. Die Forderungen des Imperialismus haben zu Grausamkeiten gef\u00fchrt, die den Schwarzen in jedem Winkel der Welt zugef\u00fcgt wurden. Inmitten der Barbarei des Ersten Weltkriegs machten die Arbeiter*innenklasse und ihre Verb\u00fcndeten die gr\u00f6\u00dfte befreiende Erfahrung der Geschichte, als sie 1917 in Russland die Macht ergriffen \u2013 bereit, die gr\u00f6\u00dften Opfer zu bringen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie es w\u00e4re, die Herren ihres eigenen Schicksals zu sein. Daf\u00fcr hatten sie eine neue Art von Partei, revolution\u00e4r und internationalistisch, unter der Leitung von Marx, Engels, Lenin, Luxemburg und Trotzki.<\/p>\n<p>Das Vertrauen in die revolution\u00e4re Kraft der Arbeiter*innenklasse und der unterdr\u00fcckten Volksgruppen ist ein integraler Bestandteil der gesamten Geschichte des Marxismus. Dazu geh\u00f6rt auch das Verst\u00e4ndnis, dass die Klassenunabh\u00e4ngigkeit ebenso unerl\u00e4sslich ist wie der unerbittliche Einsatz von Ressourcen und Kreativit\u00e4t f\u00fcr die Eroberung der politischen Macht und die M\u00f6glichkeit, den Sozialismus auf den Tr\u00fcmmern des Kapitalismus aufzubauen. Hier meinen wir die wirkliche politische Macht, die auf den K\u00f6rpern der Selbstorganisation der Massen, der rationalen Organisation der Produktion und der Wirtschaft, der Entwaffnung der Bourgeoisie und der Bewaffnung der Arbeiter*innen und Armen beruht.<\/p>\n<p>Dies sind einige der Voraussetzungen, wenn wir eine freiere Gesellschaft erreichen wollen. Wie kann man sich schlie\u00dflich vorstellen, dass die Gesellschaft als Ganzes oder auch nur ein Land oder eine Region frei ist, wenn die Polizei \u2013 der bewaffnete Fl\u00fcgel der rassistischen Bourgeoisie \u2013 systematisch Schwarze und ihre Familien ermordet, sie ins Gef\u00e4ngnis wirft und die Schwarze Kultur unterdr\u00fcckt und kriminalisiert? Nur ein Staat, der von der Arbeiter*innenklasse und den Armen kontrolliert wird, kann garantieren, dass Schwarze frei auf den Stra\u00dfen gehen k\u00f6nnen, ohne Angst haben zu m\u00fcssen, get\u00f6tet zu werden. Ohne das Gewicht systematischer Unterdr\u00fcckung k\u00f6nnen die charakteristischsten Ausdrucksformen der Schwarzen Kultur in einer kreativen, befreienden Explosion entstehen.<\/p>\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen des Kampfes f\u00fcr den Sozialismus im 21. Jahrhundert besteht darin, eine Politik aufzubauen, die in der Lage ist, auf die Forderungen von Rasse und Klasse aus einer revolution\u00e4ren Perspektive zu reagieren. Wer angesichts dieser Herausforderung die Augen vor der permanenten Spannung innerhalb des revolution\u00e4ren Marxismus verschlie\u00dft, begeht einen Fehler. Die Texte in diesem Buch sind ein kleines Beispiel daf\u00fcr, wie der heroische Kampf des Schwarzen Volkes untrennbar mit dem Klassenkampf verbunden ist, und f\u00fcr die wertvolle Rolle des revolution\u00e4ren Marxismus f\u00fcr beide K\u00e4mpfe. Sie wurden nach der Schaffung des ersten Arbeiter*innenstaates der Geschichte und inmitten des Kampfes der Linken Opposition und der Vierten Internationale, angef\u00fchrt von Trotzki, gegen den reaktion\u00e4ren Kurs des Stalinismus f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte revolution\u00e4re Erfahrung des zwanzigsten Jahrhunderts geschrieben.<\/p>\n<p>Die systematische Unterdr\u00fcckung aller Kritiker*innen dieses Kurses war ein grundlegender Teil der nachfolgenden Bem\u00fchungen der stalinistischen B\u00fcrokratie, sich an der Macht zu halten. Stalins Obsession, den gr\u00f6\u00dften lebenden Anf\u00fchrer der Russischen Revolution, neben Lenin ein f\u00fchrender Name, zu t\u00f6ten, wurde 1940 mit der Ermordung Trotzkis durch Ramon Mercader verwirklicht.<\/p>\n<p>Es war in dem lebendigen Prozess der Suche nach einer revolution\u00e4ren Orientierung, die den Imperialismus und unsere Klassenfeinde besiegen konnte, in dem Trotzki und seine Verb\u00fcndeten auf politischer, theoretischer und programmatischer Ebene Stalin und seine \u201eTheorie\u201c des Sozialismus in einem Land konfrontierten. Diese theoretische Konzeption und die b\u00fcrokratische Orientierung, die von der Kommunistischen Internationale unter Stalins F\u00fchrung angenommen wurde, hatten einen entscheidenden Einfluss auf das Scheitern der internationalen Ausweitung der Revolution. Sie verlangte auch einen hohen Preis von den Schwarzen Massen \u2013 einen, der mit Blut bezahlt wurde. Auf dem afrikanischen Kontinent w\u00fcrde diese Politik f\u00fcr diese L\u00e4nder eine jahrzehntelange Verz\u00f6gerung des Unabh\u00e4ngigkeitsprozesses bedeuten. Die stalinistische Politik der \u201estrategischen B\u00fcndnisse\u201c mit der nationalen Bourgeoisie (angeblich um einen Kampf gegen den Imperialismus zu erm\u00f6glichen) w\u00fcrde dazu f\u00fchren, dass die enorme Energie der afrikanischen Massen den engen Grenzen untergeordnet w\u00fcrde, die ihnen von den Bourgeoisien ihrer eigenen L\u00e4nder auferlegt wurden, und diese Prozesse daran hindern, zur Enteignung des Privateigentums an den Produktionsmitteln voranzuschreiten, die ein neues Kapitel frei von imperialistischer Herrschaft \u00fcber den Kontinent aufschlagen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Gerade weil wir in einer Epoche von Krisen, Kriegen und Revolutionen leben, ist die unabdingbare Aufgabe der Arbeiter*innenklasse die Eroberung der politischen Macht. F\u00fcr revolution\u00e4re Marxisten im 21. Jahrhundert erfordert diese Spannung, dass wir uns auf die Notwendigkeit einer Strategie konzentrieren, die die t\u00e4glichen und partiellen K\u00e4mpfe mit dem politischen Ziel der Machtergreifung als notwendiges Mittel zum Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft und des Kommunismus verbindet. Die Herausforderungen des Kampfes gegen den Rassismus sind ein integraler Bestandteil dieser Spannung. In diesem Sinne wird auch Trotzkis Theorie der permanenten Revolution, die im Laufe der revolution\u00e4ren Prozesse entwickelt und verfeinert wurde, von unsch\u00e4tzbarem Wert sein.<\/p>\n<p>So wie die Schwarzen Haitianer*innen Napoleon besiegten, um die Unabh\u00e4ngigkeit zu erlangen und sich von der Sklaverei zu befreien, muss die Arbeiter*innenklasse des 21. Jahrhunderts die politische Macht \u00fcbernehmen und die rassistische Bourgeoisie besiegen, damit eine neue Gesellschaft aufgebaut werden kann.<\/p>\n<p>Eine der grundlegenden Pr\u00e4missen der Linken Opposition und der Vierten Internationale ist, dass es keine Kluft zwischen L\u00e4ndern gibt, die vermeintlich reif und unreif f\u00fcr eine sozialistische Revolution sind. Der Stalinismus erkl\u00e4rte Russland zu einer angeblichen historischen Ausnahme und lenkte B\u00fcndnisse kommunistischer Parteien mit nationalen Bourgeoisien auf der ganzen Welt. In akuten Prozessen des Klassenkampfes forderte diese Orientierung einen schrecklichen Tribut und ebnete den Weg f\u00fcr die Konterrevolution. In anderen F\u00e4llen, wie z.B. in den Vereinigten Staaten in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, verwandelte die historische Logik des Stalinismus, die den Feudalismus in jeder Ecke sah, wo es keinen entwickelten Kapitalismus gab, die richtige Politik des Selbstbestimmungsrechts der unterdr\u00fcckten V\u00f6lker in eine Politik der \u201eStufen\u201c, voller Skepsis gegen\u00fcber der Rolle der Schwarzen beim Aufbau des Sozialismus.<\/p>\n<p>F\u00fcr Trotzki hingegen war die Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts immer mit dem Ziel verbunden, das revolution\u00e4re Vertrauen Schwarzer Frauen und M\u00e4nner in ihre eigene St\u00e4rke zu f\u00f6rdern, in den Kampf gegen den b\u00fcrgerlichen Chauvinismus und seinen Einfluss in den Reihen der Wei\u00dfen Arbeiter*innen und in den revolution\u00e4ren Sturz der Bourgeoisie.<\/p>\n<p>In der Arena des Klassenkampfes gibt es keine fertige Antwort; es ist gerade die Bewegung der Geschichte, die den Stoff zum Handeln liefert. Der Kampf der aufst\u00e4ndischen Sklav*innen, der Arbeiter*innen, der Armen und der Unterdr\u00fcckten bietet uns jedoch wertvolle Lehren. Die Texte, die in diesem Buch folgen, sind Teil dieses Ganzen.<\/p>\n<p>Die Welt hat sich seit der Entstehung dieser Texte sehr ver\u00e4ndert. St\u00e4dtische Zentren sind noch wichtiger geworden, da sie sich mit zentralen Problemen wie dem Mangel an Wohnraum und den Grundlagen f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges Leben befassen m\u00fcssen. Die Arbeiter*innenklasse hat sich enorm vergr\u00f6\u00dfert, wie nie zuvor in der Geschichte \u2013 obwohl sie zunehmend zersplittert (zwischen Leiharbeiter*innen und regul\u00e4ren Arbeiter*innen; zwischen Einheimischen und Immigrant*innen) und prek\u00e4r ist ( wof\u00fcr Rassismus eine grundlegende Komponente bleibt). Die Gewerkschaften werden zunehmend in den Staat integriert, wandeln sich von Werkzeugen des Arbeitskampfes weg und bewegen sich in die entgegengesetzte Richtung, unter der Kontrolle von B\u00fcrokratien, die bewusst handeln, um die Arbeiter*innenklasse zu kontrollieren und zu spalten, und ihre Aussichten auf sektorale Ziele und Zwischenziele jeder Gruppe von Arbeiter*innen beschr\u00e4nken. Wir befinden uns in einem Moment, der durch das Entstehen sozialer Bewegungen au\u00dferhalb der Gewerkschaften und der traditionellen Parteien der kapitalistischen Demokratie gekennzeichnet ist, in dem die Bourgeoisie Teilkonzessionen in ein Mittel zur Eind\u00e4mmung umwandeln kann, um dem, was in der explosiven Revolte von Frauen, Schwarzen und Immigrant*innen am subversivsten ist, Kraft und Inhalt zu entziehen und die Grundlagen einer ausbeuterischen Gesellschaftsordnung zu bekr\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen dieser dekadenten Gesellschaft in Brasilien, dem Land mit der gr\u00f6\u00dften Schwarzen Bev\u00f6lkerung au\u00dferhalb Afrikas, hinterlassen ihre Spuren auf dem K\u00f6rper eines jungen Schwarzen Mannes, der in einem Supermarkt geschlagen wurde, weil er angeblich vier Tafeln Schokolade gestohlen haben soll. Auf den Stra\u00dfen geht die Freude und Energie der Jugend in den Statistiken von Dutzenden Millionen Arbeitslosen verloren, in einer ungewissen Zukunft, die von einem Fahrrad abh\u00e4ngt, das mit riesigen Boxen beladen ist, auf denen die Slogans von iFood, Rappi und Uber \u00a0prangen. Lieferboxen auf jenen kleinen Schwarzen Schultern \u2013 das ist die beste Aussicht, die die Kapitalisten zu bieten haben, die 12 Stunden Arbeit pro Tag f\u00fcr einen Real pro gefahrenen Kilometer fordern, um Millionen von Dollar an Profiten zu erwirtschaften.<\/p>\n<p>Aber in den Stra\u00dfen der st\u00e4dtischen Zentren sind es auch diese Jugendlichen, die jeden Tag ihre Zukunft gestalten und mit ihren Reimen den \u00e4lteren Generationen in einer Gesellschaft, die uns nicht atmen l\u00e4sst, einen Hauch von Leben geben. Diese Jugendlichen zeigen stolz ihre Identit\u00e4t und ihre Schwarze Kultur, die ihre Energien mit der sozialen Kraft einer m\u00e4chtigen Schwarzen, weiblichen und prek\u00e4ren Arbeiter*innenklasse verschmelzen kann, die, wie die Stra\u00dfenkehrer*innen von Rio de Janeiro 2014\u00a0, in ihren Adern das kochende Blut der Freiheitsk\u00e4mpfer*innen wieder aufleben lassen kann.<\/p>\n<p>Diese neue Realit\u00e4t macht die Verbreitung der Texte, die die Leser*innen in H\u00e4nden halten, noch notwendiger und dringender, denn sie stellt die Herausforderung dar, dass diese Lehren in eine Strategie umgesetzt werden, die in der Lage ist, die Arbeiter*innenklasse (Schwarze und Wei\u00dfe, M\u00e4nner und Frauen, Immigrant*innen und Einheimische) zu organisieren und mit diesen Jugendlichen zu vereinen. Und mit dieser Kraft die Gewerkschaften zu revolutionieren, indem man sie wieder in den Klassenkampf zur\u00fcckf\u00fchrt und Forderungen aufgreift, wie sie der Vierte Kongress der Kommunistischen Internationale (die heute wie damals von Bedeutung sind) aufgestellt hat, wie den Kampf f\u00fcr gleichen Lohn f\u00fcr Schwarze und Wei\u00dfe (es gibt ein Lohngef\u00e4lle von 60% zwischen Schwarzen Frauen und Wei\u00dfen M\u00e4nnern) und daf\u00fcr, dass die Gewerkschaften die Arbeiter*innenklasse als Ganzes organisieren. Wir hoffen, dass dieses Buch von allen gelesen und diskutiert wird, die Rassismus als eines der perversesten Merkmale des Kapitalismus ansehen, und dass die Beispiele der heroischen revolution\u00e4ren K\u00e4mpfe der Schwarzen den neuen Generationen von Frauen, Schwarzen und Jugendlichen den Mut geben werden, diesen Weg zu beschreiten und sich an der dringenden Aufgabe des Aufbaus einer revolution\u00e4ren Partei zu beteiligen.<\/p>\n<p>Obwohl es noch nicht m\u00f6glich ist, die zuk\u00fcnftige Dynamik der Ereignisse in Lateinamerika zu kennen, wird das Wiederaufleben des Klassenkampfes einen bedeutenden Einfluss auf den Kampf in unserem Land haben. Das Vertrauen in die St\u00e4rke der Arbeiter*innenklasse wird von der Politisierung des Rassismushasses abh\u00e4ngen. Mit Trotzkis Worten werden die Schwarzen \u201edie Vorhut\u201c des revolution\u00e4ren Kampfes bilden.<\/p>\n<p><strong>Fussnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftnref1\"><strong><sup>[1]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0An dieser Stelle sind keinesfalls die Vernichtungslager zur Zeit des Faschismus in Deutschland gemeint. Mit Konzentrationslager sind \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/gefluechtetenfeindlichkeit-und-die-rueckkehr-von-konzentrationslagern\/\"><strong>wie in diesem Artikel erkl\u00e4rt<\/strong><\/a>\u00a0\u2013 gemeint: Es sind Lager, die gemacht werden, um eine gro\u00dfe Masse an Mensch zu \u00fcberwachen und in den meisten F\u00e4llen auch als billige Arbeitskraft zu nutzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftnref2\"><strong><sup>[2]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0Anmerkung des \u00dcbersetzers: Im M\u00e4rz 1960 er\u00f6ffnete die Polizei das Feuer auf Demonstrant*innen, die vor einer Polizeistation im s\u00fcdafrikanischen Township Sharpeville gegen die ber\u00fcchtigte \u201epass laws\u201c protestierten, wobei 69 Menschen get\u00f6tet und 180 verletzt wurden \u2013 viele von ihnen waren gel\u00e4hmt, nachdem sie auf der Flucht vor dem Angriff in den R\u00fccken geschossen worden waren. Das Massaker l\u00f6ste Proteste, Streiks und Ausschreitungen aus, die in der Ausrufung des Ausnahmezustands und massiven Verhaftungen gipfelten. Es l\u00f6ste auch internationale Verurteilung und Sympathiedemonstrationen in der ganzen Welt aus und gilt weitgehend als der Wendepunkt, an dem S\u00fcdafrika in der internationalen Gemeinschaft isoliert wurde. Der 21. M\u00e4rz ist nun ein nationaler Feiertag zur Erinnerung an das Massaker und zur Ehrung der Menschenrechte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftnref3\"><strong><sup>[3]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0Cyril Lionel Robert James (1901-1989), besser bekannt als C.L.R. James, war ein marxistischer Schriftsteller, Historiker und Denker aus Trinidad und Tobago, der die meiste Zeit seines Lebens in Gro\u00dfbritannien und den Vereinigten Staaten lebte. Er geh\u00f6rte mehrere Jahre lang der trotzkistischen Bewegung an, brach jedoch Anfang der 1950er Jahre mit dem Trotzkismus wegen Differenzen in einer Reihe von Fragen, einschlie\u00dflich der Charakterisierung der Sowjetunion als b\u00fcrokratisch degenerierter Arbeiter*innenstaat \u2013 eine Position, die damals von der U.S. Socialist Workers Party (SWP) verteidigt wurde, deren Teil er gewesen war.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftnref4\"><strong><sup>[4]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0Anmerkung des \u00dcbersetzers: Agatha Felix wurde im September 2019 in einem Slum von Rio de Janeiro von der Polizei in den R\u00fccken geschossen, als sie mit ihrer Mutter in einem Kleinbus fuhr. Die Polizei verfolgte und beschoss zwei M\u00e4nner auf einem Motorrad. Weit verbreitete Proteste machten die Erschie\u00dfungspolitik des Gouverneurs von Rio, Wilson Witzel, verantwortlich \u2013 ein Verb\u00fcndeter von Bolsonaro, der auf der Grundlage des Versprechens gew\u00e4hlt wurde, Drogenh\u00e4ndler \u201eabzuschlachten\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftnref5\"><strong><sup>[5]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0Anmerkung des \u00dcbersetzers: Zumbi war ein Brasilianer kongo-angolanischer Herkunft und ein Anf\u00fchrer des Widerstands gegen die Versklavung von Afrikanern durch die Portugiesen im 17. Jahrhundert. Er war auch der letzte K\u00f6nig der Siedlung Quilombo dos Palmares der Afrobrasilianer, die sich von der Sklaverei befreit hatten. Dandara, die Frau von Zumbi, war eine ber\u00fchmte Kriegerin gegen die Kolonisator*innen, die bei ihrer Verhaftung im Jahr 1694 bekanntlich Selbstmord begingen, anstatt in die Sklaverei zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftnref6\"><strong><sup>[6]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0\u201eDie Flucht wurde mit dem Libambo, einem eisernen Ring um den Hals und einem Stock und einer Glocke bestraft\u201c, schrieb Benjamin P\u00e9ret, ein dem Trotzkismus verbundener franz\u00f6sischer surrealistischer Dichter, in seiner historischen Chronik El quilombo de Palmares.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/#_ftnref7\"><strong><sup>[7]<\/sup><\/strong><\/a>\u00a0Anmerkung des \u00dcbersetzers: Black Codes waren vor dem B\u00fcrgerkrieg in den Vereinigten Staaten in vielen n\u00f6rdlichen Bundesstaaten \u00fcblich. Unmittelbar nach dem Krieg f\u00fchrten die S\u00fcdstaaten diese Gesetze ein, um neu emanzipierte Sklav*innen zu regieren, den Umfang ihrer \u201eFreiheit\u201c einzuschr\u00e4nken und insbesondere die niedrigen L\u00f6hne festzulegen, f\u00fcr die sie arbeiten konnten.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/die-schwarze-frage-und-die-revolution-in-brasilien\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 7. September 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marcello Pablito &amp; Daniel Alfonso. Dies ist die Einleitung zu einer neuen Ausgabe von \u201eA revolu\u00e7\u00e3o e o negro\u201c (Die Revolution und die Schwarzen). 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