{"id":8479,"date":"2020-09-11T08:56:15","date_gmt":"2020-09-11T06:56:15","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8479"},"modified":"2020-09-11T08:56:17","modified_gmt":"2020-09-11T06:56:17","slug":"schweiz-fuer-die-verteidigung-aller-arbeitsplaetze-bei-swissport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8479","title":{"rendered":"Schweiz: F\u00fcr die Verteidigung aller Arbeitspl\u00e4tze bei Swissport!"},"content":{"rendered":"<p><em>BFS Z\u00fcrich. <\/em><strong>Heute Freitag protestieren die Besch\u00e4ftigten an den Flugh\u00e4fen Z\u00fcrich und Genf gegen die geplanten Abbaumassnahmen in der Flugindustrie. Trotz den staatlichen Unterst\u00fctzungskrediten entlassen Gate Gourmet, SR Technics und zurzeit<!--more--> vor allem Swissport munter Angestellte und w\u00e4lzen so die Kosten der wirtschaftlichen Turbulenzen auf die Lohnabh\u00e4ngigen ab. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir solidarisieren uns mit allen Besch\u00e4ftigten und fordern einen sofortigen Entlassungsstopp. Aus einer \u00f6kologischen Perspektive reicht es aber nicht aus, nur die Arbeitspl\u00e4tze zu verteidigen. Damit diese l\u00e4ngerfristig Bestand haben k\u00f6nnen, muss die umweltsch\u00e4dliche Flugindustrie r\u00fcck- und umgebaut werden. Der Kampf der Besch\u00e4ftigten am Flughafen und der Klimaaktivist*innen ist daher derselbe.<\/strong><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"470\" height=\"370\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/swissport-470x370-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8480\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/swissport-470x370-1.jpg 470w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/swissport-470x370-1-300x236.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 470px) 100vw, 470px\" \/><figcaption>DSC_0063<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>F\u00fcr die Verteidigung aller Arbeitspl\u00e4tze bei Swissport!<\/strong><\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie f\u00fchrt die Welt in eine wirtschaftliche Krise, wie wir sie seit den 1930er Jahren nicht mehr erlebt haben. Die Kosten der Krise werden in gewohnter Manier auf die Lohnabh\u00e4ngigen abgew\u00e4lzt. Nachdem die Unternehmen in den letzten Jahren massive Profite eingestrichen haben, z\u00f6gern sie nun keinen Moment, um mit Entlassungen, Lohneinbussen, h\u00f6heren Arbeitsrhythmen und schlechteren Arbeitsbedingungen die Arbeiter*innen f\u00fcr die Krise bezahlen zu lassen. Swissport zeigt es uns zurzeit gerade vor: Seit Beginn der Pandemie hat Swissport von weltweit 60\u2019000 Arbeitspl\u00e4tzen bereits unglaubliche 17\u2019000 abgebaut. Auch an den Schweizer Standorten waren es bisher schon knapp 400. Diese Negativspirale muss sofort unterbrochen werden!<\/p>\n<p><strong>Neue Eigent\u00fcmer, gleiche Angriffe auf die Besch\u00e4ftigten<\/strong><\/p>\n<p>Pandemie, Lockdown-Massnahmen und die Folgen der wirtschaftlichen Turbulenzen treffen die Flugindustrie besonders hart. Die weltweiten Passagierzahlen bleiben weiterhin weit unter dem Vorjahresniveau, was reihenweise zu Pleiten bei den Airlines f\u00fchrt. Auch bei Swissport ist bisher nur das Cargo-Gesch\u00e4ft mit 80% wieder halbwegs ausgelastet. Bei der Passagierabfertigung sind es nur 35%.<\/p>\n<p>Ende August wurde nun bekannt, dass der hochverschuldete chinesische Konzern HNA Group Swissport abst\u00f6sst. Ein Konsortium aus sieben US-amerikanischen und britischen Investmentgesellschaften \u00fcbernimmt die Aktienmehrheit von Swissport.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2020\/schweiz-fuer-die-verteidigung-aller-arbeitsplaetze-bei-swissport\/#_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0Die Wirtschaftspresse gibt sich zufrieden und spricht von einer langfristigen Sicherung des Unternehmens. Die Arbeitspl\u00e4tze sind damit aber alles andere als gesichert. Denn mit der \u00dcbernahme werden auch weitere \u00abRestrukturierungen\u00bb verbunden sein: Nachdem Swissport wegen Lockdown und Pandemie dieses Jahr \u00fcber 70% seines Umsatzes eingeb\u00fcsst hat, m\u00fcssen die Zahlen unbedingt gesteigert werden, um die neuen Investoren und ihre Renditeanspr\u00fcche zu befriedigen. Da an eine massenhafte Zunahme der Passagier- und damit Umsatzzahlen zurzeit nicht zu denken ist, wollen die Investoren bei den Kosten \u2013 sprich den Besch\u00e4ftigten \u2013 die Schraube anziehen. So erkl\u00e4ren sich die Entlassungen, die Angriffe auf den Gesamtarbeitsvertrag (GAV), die geplante Streichung der Nacht- und Wochenendzulagen und die aktuelle Drohung von Swissport, die L\u00f6hne in der Schweiz strukturell um 20% zu senken.<\/p>\n<p><strong>Arbeitspl\u00e4tze\u00a0<em>und<\/em>\u00a0das Klima retten!<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn wir alle Arbeitspl\u00e4tze in der Flugindustrie gegen die Entlassungsphantasien der Bosse verteidigen, bleibt das Problem, dass die umweltsch\u00e4dliche Flugindustrie zu den entscheidenden Treiberinnen des Klimawandels geh\u00f6rt. Aus \u00f6kologischer Sicht kann sich die Welt einen derart ausgebauten Flugverkehr schlicht nicht leisten. Und auf einem Planeten zu leben, auf dem man noch atmen kann, ist schliesslich im Interesse aller Lohnabh\u00e4ngigen \u2013 auch der Angestellten in umweltsch\u00e4dlichen Branchen. Aber was bedeutet nun die Forderung nach einem \u00f6kologischen Umbau der Wirtschaft f\u00fcr die Arbeitspl\u00e4tze in der Flugindustrie?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich besteht zwischen der Verteidigung von Arbeitspl\u00e4tzen in umweltsch\u00e4dlichen Branchen und der Rettung des Klimas kein Widerspruch. Genauso wie Autokonzerne wegen Corona pl\u00f6tzlich Beatmungsger\u00e4te und Schutzmasken herstellen k\u00f6nnen, weil sie sich besser verkaufen lassen als Benziner und E-Autos, ist es auch m\u00f6glich, die Flugindustrie und die mit ihr verbundenen Wirtschaftszweige in \u00f6kologisch sinnvoller Weise umzubauen. Die hochtechnologisierte Branche mit all ihren Besch\u00e4ftigten kann ihr Know-How genauso gut f\u00fcr den \u00f6kologischen Umbau des Waren- und Personentransportes, den Ausbau der Klima- und Umweltforschung, den Aufbau einer umweltvertr\u00e4glichen Reisebranche und vieles mehr einsetzen.<\/p>\n<p>Notwendig daf\u00fcr ist eine gesellschaftliche Diskussion \u00fcber einen kontrollierten Umbau der Branche sowie \u00fcber die Umschulung von Mitarbeiter*innen \u2013 unter der Bedingung, dass keine Person den Arbeitsplatz verliert. Notwendig daf\u00fcr ist aber auch, dass nicht sieben Investoren \u00fcber das Schicksal eines Unternehmens und seiner Angestellten entscheiden, sondern dass die Kontrolle \u00fcber das Unternehmen und seinen Umbau bei den Besch\u00e4ftigten selbst liegt.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Verteidigung aller Arbeitspl\u00e4tze bei Swissport!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nein zu den Angriffen auf die L\u00f6hne und Arbeitsbedingungen der Besch\u00e4ftigten!<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr einen \u00f6kologischen Umbau der Flugindustrie!<\/strong><\/p>\n<p><em>Flyer f\u00fcr die Kundgebung am 11. September 2020 an den Flugh\u00e4fen Genf und Z\u00fcrich.<\/em><\/p>\n<p>&#8212;-<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2020\/schweiz-fuer-die-verteidigung-aller-arbeitsplaetze-bei-swissport\/#_ftnref1\">[1]<\/a>\u00a0Den neuen Investoren kommt sicher gelegen, dass die Ratingagentur Moody\u2019s vor kurzem das Kreditranking von Swissport auf \u00abRamschniveau\u00bb gesenkt haben, was den Verkaufspreis zu ihren Gunsten senkt.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2020\/schweiz-fuer-die-verteidigung-aller-arbeitsplaetze-bei-swissport\/\"><em>sozialismus.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 11. September 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFS Z\u00fcrich. Heute Freitag protestieren die Besch\u00e4ftigten an den Flugh\u00e4fen Z\u00fcrich und Genf gegen die geplanten Abbaumassnahmen in der Flugindustrie. 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