{"id":8737,"date":"2020-11-04T17:05:09","date_gmt":"2020-11-04T15:05:09","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8737"},"modified":"2020-11-04T17:05:11","modified_gmt":"2020-11-04T15:05:11","slug":"die-frauen-in-polen-sagen-ich-scheiss-auf-euren-kompromiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8737","title":{"rendered":"Die Frauen in Polen sagen: \u201cIch schei\u00df auf euren Kompromiss\u201d"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201cVor dem Hintergrund anhaltender Massenproteste gegen die Reform des strengen Abtreibungsgesetzes in Polen verz\u00f6gert die Regierung die Umsetzung des umstrittenen Urteils des h\u00f6chsten Gerichts. Das Urteil sollte eigentlich am Montag formal<!--more--> ver\u00f6ffentlicht werden. Ohne die Ver\u00f6ffentlichung kann es nicht angewendet werden. Die Diskussion laufe, es sei Zeit f\u00fcr einen Dialog und die Suche nach neuen Positionen in der schwierigen und hoch emotionalisierten Debatte, sagte der B\u00fcrochef von Ministerpr\u00e4sident Mateusz Morawiecki, Michal Dworczyk<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/rp-online.de\/politik\/ausland\/polen-abtreibungs-urteil-wird-nach-massenprotesten-ausgesetzt_aid-54413807\">dpa-Meldung vom 3. November 2020 \u201cMassenproteste in Polen: Ver\u00f6ffentlichung von Abtreibungs-Urteil wird ausgesetzt\u201d bei rp online<\/a>.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/frauenstreik-polen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8738\" width=\"572\" height=\"381\"\/><\/figure>\n<p>Dennoch bzw. als Begr\u00fcndung: Die Rechtsregierung in Polen r\u00fcckt zunehmend ins Zentrum der wachsenden Massenproteste gegen das Abtreibungsverbot \u2013 und ihre \u201eStammgewerkschaft\u201c Solidarnosc ist gespalten. Da sucht PiS auch Zuflucht bei Nazi-Banden\u2026 Siehe im neuen \u00dcberblick dazu auch eine Meldung \u00fcber die faktische Spaltung (bezeichnend: In M\u00e4nner und Frauen) der Gewerkschaft Solidarnosc, sowie eine weitere aktuelle Einsch\u00e4tzung \u2013 und den Hinweis auf unseren bisher letzten Beitrag zu den Massenprotesten in Polen:<\/p>\n<ul>\n<li>\u201c<em>Ich schei\u00df auf euren Kompromiss<\/em>\u201d haben wir dem\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/kapturak\/status\/1323766674533896199\">Tweed von kapturak am 4.11.2020<\/a>entnommen, beachte das sch\u00f6ne Foto dazu<\/li>\n<li>\u201e\u2026\u00a0<em>Der Streit um das faktische Abtreibungsverbot in Polen hat dem Ansehen der Regierungs\u00adpartei PiS und dem ihres Chefs Jaroslaw Kaczynski deutlich geschadet: Laut Umfrage im Auftrag der Tageszeitung\u00a0Rzeczpospolita, die die Ergebnisse am Montag ver\u00f6ffentlichte, sind 70 Prozent der Polen der Auffassung, dass er sich aus der Politik zur\u00fcckziehen sollte. Bei Frauen und in der Alterskohorte unter 40 liegt die Ablehnung Kaczynskis bei jeweils 80\u00a0Prozent. Die Zahl seiner Anh\u00e4nger ist demnach auf 21 Prozent gesunken. Offenbar lag es an seinem Aufruf zur \u00bbVerteidigung der Kirchen um jeden Preis\u00ab vom vergangenen Dienstag. Unterdessen halten die massenhaften Proteste gegen die j\u00fcngste Versch\u00e4rfung des Abtreibungsrechts an. Am Freitag waren allein in Warschau zwischen 100.000 und 150.000 Menschen auf der Stra\u00dfe. Sie zogen in einem Sternmarsch ins Stadtzentrum und von dort in das Viertel, wo \u00adKaczynski wohnt. Das Haus war durch ein gro\u00dfes Polizeiaufgebot abgeriegelt worden. \u00c4hnliche Proteste gab es auch in Dutzenden anderen St\u00e4dten aller Gr\u00f6\u00dfen: von der Millionenstadt Lodz, wo die Fahrerinnen der st\u00e4dtischen Verkehrsbetriebe die Stra\u00dfenbahnen aus Solidarit\u00e4t anhielten, bis zu kleinen Ortschaften. So versammelten sich nach Angaben der Veranstalter selbst in einer 14.000-Einwohner-Stadt wie Slupca in Westpolen 2.000\u00a0Protestierende<\/em>\u2026\u201c \u2013 aus dem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/389695.polen-rechte-verlieren-an-unterst%C3%BCtzung.html\">Bericht \u201eRechte verlieren an Unterst\u00fctzung\u201c von Reinhard Lauterbach am 03. November 2020 in der jungen welt<\/a>\u00fcber die drohende Niederlage der Rechtsregierung samt ihrer Nazibande und des Klerus.\u00a0<\/li>\n<li>\u201e<em>Le clou dans le cercueil du comit\u00e9 fut le conflit qui \u00e9mergea autour du droit \u00e0 l\u2019avortement<\/em>\u201c\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/contre_capital\/status\/1323366398471655429\">am 02. November 2020 im Twitter-Kanal von Autonomie Ouvri\u00e8re<\/a>meldet, dass der reaktion\u00e4re Vorstand des Gewerkschaftsbundes \u201enat\u00fcrlich\u201c die Regierung unterst\u00fctzt \u2013 w\u00e4hrend die Frauenkommission die Proteste gegen das Abtreibungsverbot unterst\u00fctzt. Im weiteren Verlauf des Thread wird auch deutlich, dass die Entwicklung der Gewerkschaft zum klerikal-faschistischen Bollwerk mit der Abdr\u00e4ngung des Einflusses der Arbeiterinnen einher ging\u2026<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/11\/02\/pole-n02.html\">\u201ePolen: Massenproteste gegen Abtreibungsgesetz entwickeln sich zum Aufstand gegen Regierung\u201c von Martin Nowak am 2. November 2020 bei wsws<\/a>zur aktuellen Entwicklung und de Versuchen rechter Gegenmobilisierung unter anderem: \u201e\u2026\u00a0<em>Die herrschende Klasse Polens reagiert mit Gewalt und Repression auf die Proteste. Besonders hervor tut sich dabei der neue Bildungsminister Przemys\u0142aw Czarnek (PiS). Er war bereits bei seiner Ernennung am 19. Oktober mit Protesten von Sch\u00fclern konfrontiert, die besseren Schutz vor dem Corona-Virus forderten, Proteste, die nun nahtlos in die breitere Bewegung \u00fcbergangen sind. Czarnek hat allen Schulen und Universit\u00e4ten mit Mittelk\u00fcrzungen gedroht, die es Sch\u00fclern und Studenten erm\u00f6glichen, an den Protesten teilzunehmen. Unter anderen hatten die Rektoren der Universit\u00e4ten Breslau und Danzig daf\u00fcr Lehrveranstaltungen abgesagt. Die katholische Universit\u00e4t Lublin hat dagegen Studenten gedroht und auf ihrer Facebook-Seite Beitr\u00e4ge zensiert, die sich f\u00fcr die Proteste aussprachen. Der neue Bildungsminister f\u00fchrt einen regelrechten Kreuzzug gegen die Protestteilnehmer. Er drohte, Frauen d\u00fcrften nicht von \u201eNeomarxisten und Feministen\u201c von ihrer gottgewollten Rolle als Hausfrau und Mutter abgebracht werden. Die Demonstrationsteilnehmer bezeichnete der Minister als \u201elinksradikale Revolution\u00e4rinnen\u201c, die teils \u201esatanistische\u201c Parolen riefen und f\u00fcr die es in Polen \u201ekeinen Platz geben\u201c k\u00f6nne. Czarnek hat angek\u00fcndigt, \u201ealle Lehrb\u00fccher, vor allem in Polnisch, Geschichte und Gesellschaftskunde\u201c, auf ihren polnisch-patriotisch Inhalt \u00fcberpr\u00fcfen lassen. Sein Angriff auf den angeblichen \u201eSchuldkult im Unterricht\u201c zeigt, in welche geschichtsrevisionistische und faschistische Richtung diese Neuausrichtung der Lehrb\u00fccher gehen soll. Als Woiwode (Chef der Bezirksverwaltung) von Lublin hatte Czarnek offen mit der faschistischen ONR (Nationalradikales Lager) paktiert. Die ONR hat am 27. Oktober eine neue Initiative zur Gr\u00fcndung von paramilit\u00e4rischen Verb\u00e4nden verk\u00fcndet. Diese \u201eNationalen Brigaden\u201c sollen die \u201epolnische Gesellschaft, religi\u00f6se St\u00e4tten und patriotische Veranstaltungen vor militanten Angriffen und Provokationen durch Neomarxisten, eine Verk\u00f6rperung des Bolschewismus\u201c, sch\u00fctzen. Ganz offen k\u00fcndigen diese ein \u201esystematisches Training in Kampfkunst, Kraftsport, Schie\u00dfen und anderen Disziplinen\u201c an. Auch wenn die ONR selbst es bestreitet, geht diese Initiative auf die Erkl\u00e4rung des PiS-Vorsitzenden Jaros\u0142aw Kaczy\u0144ski vom selben Tag zur\u00fcck. Die graue Eminenz der PiS bezeichnet darin die Demonstranten als Verbrecher und erkl\u00e4rt es zur B\u00fcrgerpflicht, sich gegen sie zu wehren<\/em>\u2026\u201c<\/li>\n<li><em>Zum weiter wachsenden Massenprotest gegen Rechtsregierung und Klerikalfaschismus in Polen zuletzt: \u201e<\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=180608\"><em>Erneute Massendemonstrationen gegen Abtreibungsverbot in Polen: Im (erfolgreichen) Widerstand gegen Nazi-Attacken, polizeilichen Verhinderungsversuchen und kirchlicher Einsch\u00fcchterung<\/em><\/a><em>\u201c am 02. November 2020 im LabourNet Germany (dort auch Verweise auf vorherige Beitr\u00e4ge)<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/polen\/soziale_konflikte-polen\/pis-verzoegert-die-veroeffentlichung-des-abtreibungs-urteils-um-einen-kompromiss-zur-eigenen-rettung-zu-finden-die-frauen-in-polen-sagen-ich-scheiss-auf-euren-kompromiss\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 4. November 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cVor dem Hintergrund anhaltender Massenproteste gegen die Reform des strengen Abtreibungsgesetzes in Polen verz\u00f6gert die Regierung die Umsetzung des umstrittenen Urteils des h\u00f6chsten Gerichts. 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