{"id":8830,"date":"2020-11-27T14:56:45","date_gmt":"2020-11-27T12:56:45","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8830"},"modified":"2020-11-27T14:56:47","modified_gmt":"2020-11-27T12:56:47","slug":"amazon-nach-polen-und-frankreich-nun-auch-streiks-in-usa-und-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8830","title":{"rendered":"Amazon: Nach Polen und Frankreich nun auch Streiks in USA und Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Was fr\u00fcher in der BRD Schlussverkauf hie\u00df, hei\u00dft heute englisch Schwarzer Freitag und wird traditionsgem\u00e4\u00df allm\u00e4hlich auf eine Woche ausgebaut. Motor dieser Internationalisierung ist vor allem Amazon \u2013 manche sagen, die digitale Wiederauferstehung von Sears,<!--more--> Roebuck&amp;Co \u2013 oder eben in der BRD von Quelle oder Neckermann, mit traditioneller Arbeitshetze f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten insbesondere \u201evor dem Fest\u201c, aber ohne Familienversammlung zum Katalog bl\u00e4ttern. Vielleicht 1 Tag schneller als fr\u00fcher \u2013 und ohne Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger-Ellbogen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/amazon-bf2020.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8831\" width=\"574\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/amazon-bf2020.jpg 483w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/amazon-bf2020-300x124.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 574px) 100vw, 574px\" \/><\/figure>\n<p>\u00a0(Werden modern-kapitalistisch ersetzt durch R\u00fcckenschmerzen und Augenprobleme). Im Jahr 2020 aber gibt es immerhin ein paar Meldungen, die deutlich machen, dass alle\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=182052\">\u00dcberwachungs- und Antreiber-Strategien des Unternehmens<\/a>\u00a0auf wachsenden Widerstand und zunehmende Kritik sto\u00dfen \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=181649\">wie bereits in Polen und Frankreich<\/a>. Ausgerechnet in einem der notorisch antigewerkschaftlichen S\u00fcdstaaten der USA wird um die Gr\u00fcndung einer betrieblichen Gewerkschaft in einem gro\u00dfen Amazon-Lager gek\u00e4mpft \u2013 und in Gro\u00dfbritannien zeigen Umfragen eine wachsende kritische Haltung auch der Verbraucher und Verbraucherinnen. Auch in der BRD gibt es wieder den Streikaufruf von ver.di und soziale Initiativen zum Schwarzen Freitag. Siehe zu Amazons Black Friday 2020 einige aktuelle Beitr\u00e4ge und einen Hintergrundbeitrag, in dem nochmals einige Entwicklungen 2020 nachgezeichnet werden:<\/p>\n<p><strong>Deutschland<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u00bbTsch\u00fcs, wir streiken!\u00ab Amazon: Besch\u00e4ftigte drei Tage an sieben Standorten im Arbeitskampf. Verdi fordert Tarifvertr\u00e4ge. Aktion trifft Onlineriesen bei Rabattschlacht \u00bbBlack Friday\u00ab\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201c<em>Es war Punkt null Uhr, Mitternacht. \u00bbUnsere Amazon-Kollegen haben alles stehen- und liegenlassen\u00ab, schilderte Thomas Schneider, Verdi-Streikleiter f\u00fcr das Versandzentrum in Leipzig, die Auftaktszene am Donnerstag gegen\u00fcber jW. Die Botschaft: \u00bbTsch\u00fcs, wir streiken!\u00ab Es sei ein kollektiver Aufzug durch die Betriebshallen gewesen, so Schneider. Nicht nur in Leipzig. Mit Beginn der Nachtschicht von Mittwoch auf Donnerstag rief Verdi die Belegschaften an sieben Amazon-Standorten zu einem dreit\u00e4gigen Streik auf. Neben der Sachsenmetropole noch in Bad Hersfeld (zwei Standorte), Rheinberg bei Duisburg, Werne bei Dortmund, Graben bei Augsburg und in Koblenz. Das Ziel: Anerkennung der Fl\u00e4chentarifvertr\u00e4ge des Einzel- und Versandhandels durch den Onlineriesen sowie der Abschluss eines Tarifvertrags f\u00fcr gute und gesunde Arbeit. Die bundesweite Koordinierung des Ausstands kommt nicht von ungef\u00e4hr. \u00bbUnsere Vertrauensleute in den Versandzentren haben in den zur\u00fcckliegenden Monaten viel Streikerfahrung gesammelt\u00ab, sagte Tim Schmidt, Verdi-Streikleiter in Werne, am Donnerstag im jW-Gespr\u00e4ch. Coronabedingt verzichten die Gewerkschafter auf gr\u00f6\u00dfere Kundgebungen vor den Arbeitsstellen. Die Streikenden gehen statt dessen demonstrativ nach Hause, werden \u00fcber soziale Medien fortlaufend \u00fcber den Streikfortgang informiert, erz\u00e4hlte Schneider. \u00bbEs ist eine Art K\u00fcchentischstreik\u00ab. Der Organisationsgrad in Leipzig liege etwa bei einem Drittel der Besch\u00e4ftigten. \u00bb40 bis 50 Prozent einer Schicht werden streiken\u00ab, versicherte Schneider. In Leipzig sind knapp 1.500 Arbeiter t\u00e4tig<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/391355.tarifkonflikt-tsch%C3%BCs-wir-streiken.html\">Artikel von Oliver Rast in der jungen Welt vom 27.11.2020<\/a>\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u201eBlack Friday\u201c: Amazon veranstaltet Schn\u00e4ppchenjagd \u2013 ver.di ruft zum Streik auf:\u00a0An sieben deutschen Versandzentren mit Beginn der Nachtschicht von Mittwoch auf Donnerstag bis zum Samstag<br \/><\/strong><a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/presse\/pressemitteilungen\/++co++962c3232-2f30-11eb-91ba-001a4a16012a\">Pressemitteilung von ver.di vom 25. November 2020<\/a>, in der es unter anderem hei\u00dft: \u201e<em>Mit Beginn der Nachtschicht von Mittwoch (25.11.) auf Donnerstag, vor der gro\u00dfen Schn\u00e4ppchenjagd bei Amazon, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Besch\u00e4ftigten von sieben Amazon-Versandzentren in Leipzig, Bad Hersfeld (zwei Standorte), Rheinberg, Werne, Graben bei Augsburg und Koblenz zu einem dreit\u00e4gigen Streik aufgerufen. Ziel ist die Anerkennung der Fl\u00e4chentarifvertr\u00e4ge des Einzel- und Versandhandels durch Amazon sowie den Abschluss eines Tarifvertrags f\u00fcr gute und gesunde Arbeit. \u201eDen Kolleginnen und Kollegen wird seit acht Jahren die geforderte tarifvertragliche und existenzsichernde Entlohnung vorenthalten. Gleichzeitig macht der Konzern mit dem reichsten Mann der Welt an der Spitze durch Coronavirus-Pandemie, Black Friday, Cyber Monday und im Weihnachtsgesch\u00e4ft riesige zus\u00e4tzliche Milliardengewinne\u201c, kritisiert Orhan Akman, der bei ver.di f\u00fcr den Einzel- und Versandhandel zust\u00e4ndig ist. Dabei w\u00fcrden Schutzma\u00dfnahmen in den Versandzentren missachtet und die Gesundheit der Besch\u00e4ftigten den maximalen Profitzielen geopfert. Mehrere hundert Amazon-Besch\u00e4ftigte h\u00e4tten sich bereits mit dem Coronavirus infiziert. Die vorgeschriebenen Abst\u00e4nde der Besch\u00e4ftigten zueinander lie\u00dfen sich in Sto\u00dfzeiten kaum einhalten<\/em>. Auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann st\u00e4rkt den Streikenden den R\u00fccken\u2026\u201c Siehe auch:\n<ul>\n<li><strong>Hotspot Versandzentren<br \/><\/strong>\u201c<em>Jeff Bezos, Gr\u00fcnder und oberster Chef von Amazon, ist der Krisengewinnler wie er im Buche steht. Im dritten Quartal 2020 ist Amazons Umsatz im Vergleich zum Quartal des Vorjahres um 37 Prozent auf 96,1 Milliarden Dollar gestiegen, der Gewinn verdreifachte sich auf einen Rekordwert von 6,3 Milliarden Dollar. Kaum ein anderes Unternehmen hat in der Corona-Pandemie so gute Gesch\u00e4fte gemacht. Und Bezos will in diesem Jahr noch h\u00f6her hinaus. Bei der Ver\u00f6ffentlichung der Quartalszahlen Anfang November sprach er davon, dass Amazon im vierten Quartal mit einem \u201ebeispiellosen\u201c Weihnachtsgesch\u00e4ft rechne. Der Konzern k\u00f6nnte erstmals im Jahresschlussquartal die Umsatzmarke von 100 Milliarden Dollar rei\u00dfen. Mit keinem Wort erw\u00e4hnt Bezos diejenigen, die ihm diese Ums\u00e4tze und Gewinne Tag f\u00fcr Tag, Jahr f\u00fcr Jahr einfahren. Es sind die rund 840.000 Besch\u00e4ftigten, die inzwischen auf der ganzen Welt daf\u00fcr sorgen, dass die Bestellungen, die \u00fcber Amazon get\u00e4tigt werden, m\u00f6glichst schnell bei den Kunden ankommen. Ein Amazon-Besch\u00e4ftigter des Amazon-Versandzentrums in Koblenz hat auf Bezos Ank\u00fcndigung von der 100-Milliarden-Marke hin einmal ausgerechnet, was dabei herausk\u00e4me, w\u00fcrde Bezos rund 40 Milliarden Euro seines Jahresumsatzes auf seine weltweit Besch\u00e4ftigten verteilen: Es w\u00e4ren 5.000 Euro f\u00fcr jede*n. \u201eDas w\u00e4re ein sch\u00f6nes Weihnachtsgeschenk\u201c, sagt Petra Kusenberg, die bei ver.di Rheinland-Pfalz-Saar f\u00fcr Amazon zust\u00e4ndig ist. Nur: Selbst 500 Euro Weihnachtsgeld oder Corona-Pr\u00e4mie sind noch ein Wunschtraum. Die Stundenzuschl\u00e4ge von zwei Euro, die Amazon Deutschland den \u00fcber 20.000 in Deutschland Besch\u00e4ftigten noch im Fr\u00fchjahr w\u00e4hrend der ersten Corona-Welle zahlte, wurden im Sommer l\u00e4ngst wieder gestrichen. Das war auch deshalb m\u00f6glich, weil die Besch\u00e4ftigten auch nach acht Jahren Auseinandersetzung und wiederholten Streiks immer noch keinen Tarifvertrag haben, und auch keine Betriebsvereinbarungen, die Zuschl\u00e4ge oder Tariferh\u00f6hungen f\u00fcr einen fest vereinbarten Zeitraum festschrieben. Und in Zeiten von Corona ist es den an fast allen Amazon-Standorten existenten Betriebsr\u00e4ten nicht einmal m\u00f6glich, Betriebsvereinbarungen zu Kurzarbeitergeld oder Gesundheitsschutz abzuschlie\u00dfen. Vor allem letzteres ist dringend n\u00f6tig. Am Standort Graben bei Augsburg sind derzeit von den insgesamt 1.800 Besch\u00e4ftigten rund 300 Besch\u00e4ftigte an Covid-19 erkrankt. Von den ver.di-Mitgliedern unter den Infizierten liegen f\u00fcnf auf der Intensivstation. Auch in Koblenz wurden bei einem ersten Massentest bei 800 von insgesamt 2.800 Besch\u00e4ftigten 170 positiv getestet, beim letzten Test vor einer Woche noch einmal 130. Die komplette Nachtschicht musste f\u00fcr zwei Wochen in Quarant\u00e4ne geschickt werden. Die zust\u00e4ndige Amts\u00e4rztin sagt, Amazon sei ein Corona-Hotspot, aber Amazon wolle das nicht eingestehen, berichtet Betreuungssekret\u00e4rin Kusenberg. \u201eDu kannst dir gar nicht aus dem Weg gehen\u201c, sagen ihr immer wieder Besch\u00e4ftigte<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/themen\/geld-tarif\/++co++7bd90586-2f21-11eb-aaf2-001a4a16012a\">Artikel von Petra Welzel vom 25. November 2020 bei ver.di<\/a>und dazu:<\/li>\n<li>die\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/_verdi\/status\/1331904948519510017\">aktuelle Twitter-Meldung von ver.di<\/a>: \u201c\u201dCorona-Hotspot\u201d #Amazon: In Graben sind derzeit von den insg. 1.800\u00a0<em>Besch\u00e4ftigten rund 300 Besch\u00e4ftigte an #Covid19 erkrankt. Von den ver.di-Mitgliedern unter den Infizierten liegen 5 auf der Intensivstation! Gesundheitsschutz mangelhaft! #BlackFriday<\/em>\u201c<\/li>\n<li>Siehe dazu unser Dossier:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=164732\">Amazon: In Corona-Zeiten krank zur Arbeit? ver.di fordert mehr R\u00fccksicht auf Gesundheit der Besch\u00e4ftigten und tarifvertragliche Regelungen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>[IG Metall] Aktion gegen Amazon: F\u00fcr gerechte und faire Arbeitspl\u00e4tze bei Amazon<br \/><\/strong>\u201c<em>Der Versandh\u00e4ndler Amazon steht immer wieder in der Kritik. Die IG Metall unterst\u00fctzt zum \u201eBlack Friday\u201c Aktionen von ver.di und Amnesty International f\u00fcr bessere Bedingungen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte, erkl\u00e4rt IG Metall-Hauptkassierer J\u00fcrgen Kerner<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.igmetall.de\/politik-und-gesellschaft\/fuer-gerechte-und-faire-arbeitsplaetze-bei-amazon\">Interview vom 25. November 2020 bei der IG Metall<\/a>und darin der Aufruf: \u201c\u2026\u00a0<em>Jeder, der die Besch\u00e4ftigten des Unternehmens in ihrem Kampf f\u00fcr bessere Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen unterst\u00fctzen will, kann eine E-Mail an Jeff Bezos schreiben, den Gr\u00fcnder von Amazon, auf Englisch oder Deutsch. Die E-Mail soll ab morgen, dem Black Friday bis sp\u00e4testens bis zum 31. Dezember 2020 versandt werden.\u00a0 Die Adresse lautet:\u00a0<\/em><a href=\"mailto:jeff@amazon.com\"><em>jeff@amazon.com<\/em><\/a>.\u00a0<em>Jeff Bezos hat einmal ge\u00e4u\u00dfert, dass er Beschwerde-Mails pers\u00f6nlich liest. Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn er in den n\u00e4chsten Wochen sehr viel Lesestoff hat: viele Mails, die die Besch\u00e4ftigten von Amazon unterst\u00fctzen, die gute Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einfordern. Und Mails, die Jeff Bezos nachdr\u00fccklich auffordern, Gewerkschaftsaktivit\u00e4ten nicht l\u00e4nger zu behindern. Arbeitnehmer*innenrechte sind Menschenrechte<\/em>\u2026\u201d<\/li>\n<li><strong>Teuer erkaufte Tiefpreise. Greenpeace-Aktivistinnen protestieren zur \u201cBlack Week\u201d lichtstark f\u00fcr ein Lieferkettengesetz<br \/><\/strong>\u201c<em>Mit einer Projektion an einem Amazon-Logistikzentrum protestieren Greenpeace-Aktivistinnen gegen unsinnige Rabattschlachten zum \u201cBlack Friday\u201d und fordern ein Lieferkettengesetz. Eigentlich ganz sch\u00f6n dreist vom Einzelhandel, den Auftakt zum Weihnachtsshoppingwahn als \u201cBlack Friday\u201d zu bezeichnen. Am historischen \u201cSchwarzen Freitag\u201d 1929 verloren ebenfalls eine Menge Leute ihr Geld \u2013 allerdings aufgrund eines B\u00f6rsencrashs, und nicht weil sie von der Werbung angehalten wurden, es in sinnlose Tiefpreisangebote zu versenken. Greenpeace-Aktive protestierten heute zum Auftakt der Rabattwoche Black Week, die mit dem Black Friday endet, gegen z\u00fcgelloses Wirtschaften, in dessen Auftrag die Umwelt zerst\u00f6rt und Menschenrechte mit F\u00fc\u00dfen getreten werden. Die Forderung der Aktivistinnen: Die Bundesregierung muss endlich ein wirkungsvolles Lieferkettengesetz beschlie\u00dfen, das diese Ausw\u00fcchse bek\u00e4mpft. In Winsen an der Luhe projizierten sie ein Bild auf das Logistikzentrum des Onlineh\u00e4ndlers Amazon. Neben dem Konzern-Schriftzug waren die Arbeitsbedingungen in S\u00fcdostasien zu sehen, darunter die Botschaft an die Politik: \u201cDamit Black Friday kein d\u00fcsterer Alltag bleibt, Lieferkettengesetz jetzt\u201d. Was hier als Schn\u00e4ppchenjagd gefeiert wird, ist oftmals erm\u00f6glicht durch die menschenfeindlichen, umweltsch\u00e4dlichen und dadurch billigen Produktionsbedingungen in anderen Teilen der Welt. (\u2026) Zum \u201cBlack Friday\u201d wird dieses Jahr erneut ein hoher Umsatz erwartet. F\u00fcr den Einzel- und Onlinehandel rechnet der Handelsverband Deutschland mit einem Anstieg um 18 Prozent auf rund 3,7 Milliarden Euro. Der Marktf\u00fchrer in der Logistikbranche, die Deutsche Post DHL, rechnet zu Beginn des Weihnachtsgesch\u00e4fts mit bis zu elf Millionen Pakete pro Arbeitstag \u2013 im Jahresdurchschnitt liegt der Tageswert bei f\u00fcnf Millionen. Eine Alternative zum Neukauf von Produkten bietet ihnen die internationale MAKE SMTHNG-Bewegung, die Greenpeace 2017 ins Leben gerufen hat. Noch bis zum 29. November ist jeder Tag verschiedenen L\u00f6sungsans\u00e4tzen zum Thema \u00dcberkonsum gewidmet, Greenpeace bietet\u00a0Online-Mitmachaktionen und Vernetzung als Alternativen zum Neukauf auf unserer\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/makesmthng2020\"><em>Homepage<\/em><\/a><em>, auf\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/makesmthng.org\/de\"><em>org<\/em><\/a><em>und\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/instagram.com\/makesmthng\/\"><em>Instagram<\/em><\/a>.\u201d\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/umwelt-gesellschaft\/wirtschaft\/teuer-erkaufte-tiefpreise\">Artikel von Michael Weiland 23.11.2020 bei Greenpeace<\/a>\u00a0\u2013 siehe auch unser Dossier:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=159036\">Initiative Lieferkettengesetz<\/a>\u00a0\u2013 und zu der Greenpeace-Aktion auch:<\/p>\n<ul>\n<li>Greenpeace protestiert gegen Amazons Black-Friday-Woche<br \/>Der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.amazon-watchblog.de\/kritik\/2420-greenpeace-protestiert-gegen-amazons-black-friday-woche.html\">Artikel von Tina Plewinski am 24. November 2020 beim Amazon-Watchblog<\/a>berichtet von der Greenpeace-Initiative unter anderem: \u201e\u2026\u00a0<em>Amazon hat den Start der diesj\u00e4hrigen Black-Friday-Woche eingel\u00e4utet und lockt Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger mit teils satten Rabatten. Doch was f\u00fcr viele Kunden eine gute Gelegenheit ist, sich mit Weihnachtsgeschenken einzudecken, ist anderen ein Dorn im Auge \u2013 Greenpeace zum Beispiel. Aktivisten der Umweltschutzorganisation haben am Montag, dem 23. November, also p\u00fcnktlich zum Start der Rabattaktion, vor dem Logistikzentrum in Winsen Stellung bezogen und protestiert. Dabei nutzten sie nach Angaben des NDR eine riesengro\u00dfe Abbildung, die sie auf die Hallenwand der Logistikimmobilie projizierten und mit deren Hilfe sie ein Lieferkettengesetz fordern. Im Kern der Forderungen geht es Greenpeace laut eigener Website um den Kampf \u201egegen z\u00fcgelloses Wirtschaften, in dessen Auftrag die Umwelt zerst\u00f6rt und Menschenrechte mit F\u00fc\u00dfen getreten werden\u201c. Demnach w\u00fcrden Millionen Produkte, die Amazon im Rahmen seiner j\u00e4hrlichen Rabattschlacht verkauft, unter unmenschlichen Produktionsbedingungen hergestellt und dabei massive Umweltzerst\u00f6rung verursachen, wie die Aktivisten Amazon auch in einem kurzen Video vorwerfen, das vor Ort aufgenommen wurde. (\u2026) Ihre Forderung nach einem Lieferkettengesetz noch in diesem Jahr richten die Greenpeace-Aktivisten dabei gezielt an den Deutschen Bundesminister f\u00fcr Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier. Diesem werfen sie vor, ein entsprechendes Gesetz zu blockieren. Das liegt laut NDR an den Bef\u00fcrchtungen des Wirtschaftsrates der CDU, dass solche Richtlinien f\u00fcr Unternehmen eine zu gro\u00dfe Belastung darstellen k\u00f6nnten..<\/em>.\u201c<\/li>\n<li><strong>Amazon zur Kasse bitten<br \/><\/strong>Der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/amazon-zur-kasse-bitten-138601\/\">Artikel von Katja Schnitter in der UZ-Ausgabe vom 27. November 2020<\/a>hebt aus Anlass des diesj\u00e4hrigen Black Friday nochmals hervor: \u201e\u2026\u00a0<em>Der aus den USA nach Europa importierte \u201eBlack Friday\u201c am letzten Freitag im November l\u00e4sst die Kassen von Onlineh\u00e4ndlern klingeln. Insbesondere der Megakonzern Amazon, ohnehin einer der gr\u00f6\u00dften Profiteure der Pandemie, setzt auf neue Rekordgewinne an diesem Tag, an dem sich nicht nur online unz\u00e4hlige H\u00e4ndler mit Sonderangeboten und Rabattschlachten \u00fcberbieten. Doch diesmal wollen Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften grenz\u00fcbergreifend auf die Machenschaften des Multis aufmerksam machen. Unter dem Motto \u201eMake Amazon Pay\u201c (Lasst Amazon zahlen) haben unter anderem die internationalen Gewerkschaften IndustriALL und UNI Global Union\u00a0\u2013 denen aus Deutschland die IG Metall beziehungsweise ver.di angeh\u00f6ren\u00a0\u2013 zu einem Aktionstag am 27.\u00a0November aufgerufen. \u201eDie Pandemie hat aufgezeigt, wie Amazon Profite \u00fcber die Arbeiter, die Gesellschaft und unseren Planeten stellt\u201c, hei\u00dft es etwa im Aufruf von IndustriALL. \u201eAmazon nimmt zu viel und gibt zu wenig zur\u00fcck. Es ist an der Zeit, Amazon zahlen zu lassen.\u201c Amnesty International ruft dazu auf, E-Mails an Amazon-Boss Jeff Bezos zu schicken. Und auch ver.di will den Druck auf Amazon aufrechterhalten. \u201eNutzen wir die n\u00e4chsten Wochen, den \u201aBlack Friday\u2018 und das Weihnachtsgesch\u00e4ft, um unsere Forderungen zu bekr\u00e4ftigen\u201c, hei\u00dft es in einem aktuellen Flugblatt der Gewerkschaft, die bereits seit rund acht Jahren auch immer wieder mit Streiks f\u00fcr den Abschluss von Tarifvertr\u00e4gen bei Amazon k\u00e4mpft. Diese seien gerade jetzt besonders wichtig, weil \u201eder Schutz der Gesundheit nicht vom guten Willen von Managern und Schichtleitern abh\u00e4ngig sei, sondern zuverl\u00e4ssig und verbindlich geregelt werden\u201c m\u00fcsse, wie es in dem auch in englischer Sprache verbreiteten Flugblatt hei\u00dft. In Frankreich hat der Druck der Gewerkschaften bereits sp\u00fcrbare Folgen gezeigt. Dort hatten CGT und SUD Mitte November zu Streiks bei Amazon aufgerufen. Ausl\u00f6ser war die Forderung des Konzerns an die Besch\u00e4ftigten, trotz der in Frankreich herrschenden Ausgangsbeschr\u00e4nkungen auch am Samstag am Arbeitsplatz zu erscheinen. Nachdem immer mehr H\u00e4ndler sich auch noch Boykottaufrufen gegen den Multi angeschlossen hatten, k\u00fcndigte Amazon an, den \u201eBlack Friday\u201c in Frankreich auf Dezember zu verschieben. Die Pariser B\u00fcrgermeisterin Anne Hidalgo hatte bereits Anfang des Monats zum Boykott des Konzerns aufgerufen, um den lokalen Handel zu unterst\u00fctzen. Dem folgte nun auch ihre Amtskollegin in Barcelona, Ada Colau..<\/em>.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>International<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/events\/1017463688721681\">\u201eMake Amazon Pay\u201c am 27. November 2020 (bei Facebook)<\/a>ist der Aufruf bzw. die Einladung zur Teilnahme an einem Online-Protest gegen Amazons Arbeitshetze und Klimasch\u00e4digung und f\u00fcr seine normale Steuerpflicht. Organsiert von der britischen Gewerkschaft GMB, War on Want und UNI Global Union zu #MakeAmazonPay<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>USA<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.huffpost.com\/entry\/amazon-warehouse-workers-file-for-union-election-in-alabama_n_5fbd1f0cc5b63d1b7706d817\">\u201eAmazon Warehouse Workers File For Union Election In Alabama\u201c von Davie Jameson am 24. November 2020 bei der HuffPost<\/a>berichtet von der Mobilisierung f\u00fcr eine der nach dem restriktiven US-Gewerkschaftsgesetz n\u00f6tigen Gewerkschaftswahl in einer Niederlassung in Alabama \u2013 und unterstreicht, dass ein Erfolg \u201eausgerechnet in Alabama\u201c f\u00fcr die Zukunft gewerkschaftlicher Organisierung der Kolleginnen und Kollegen bei Amazon USA eine wichtige Wende bedeuten k\u00f6nnte. Die Gewerkschaft RWDSU (Retail, Wholesale and Department Store Union) mobilisiert in der Anfang 2020 er\u00f6ffneten Niederlassung nahe Birmingham, wo rund 1.500 Menschen arbeiten. In dem Beitrag wird sowohl auf die Niederlagen der UAW in solchen Kampagnen verwiesen (die allerdings stets mit der \u201eoffenen Flanke\u201c in solche Abstimmungen gehen musste, dass ihre Korruption allseits bekannt war und ist) \u2013 als auch auf den j\u00fcngsten Erfolg der Pflegegewerkschaft NNU in North Carolina (wo die \u201eGewerkschaftstradition\u201c noch weitaus geringer ist, als in Alabama, das einen Organisationsgrad von knapp unter 10% aufweist). Sollte die Wahl wirklich stattfinden \u2013 was keineswegs sicher ist \u2013 so der Autor, ist davon auszugehen, dass beide Seiten versuchen werden, maximal zu mobilisieren, weil ihnen die Bedeutung durchaus bewusst sei.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Gro\u00dfbritannien<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/business\/amazon-powerful-poll-progressive-international-b1760527.html\">\u201eAmazon: 69% of people think trillion-dollar company is \u2018too powerful\u2019\u201c von Adam Smith am 25. November 2020 im Independent<\/a>berichtet von einer repr\u00e4sentativen Umfrage im September 2020 in Gro\u00dfbritannien, bei der eine wesentliche Zunahme kritischer Reaktionen festgestellt wurde. Wenn 69% der \u00fcber 1.000 Befragten meinten, das Unternehmen sei generell zu m\u00e4chtig, so waren es fast 80%, die die Meinung vertraten, das Unternehmen m\u00fcsse die Anliegen der Arbeitenden mehr ber\u00fccksichtigen. Und rund die H\u00e4lfte meinten, Amazon behandele seine \u201eMitarbeiter\u201c in Zeiten der Epidemie \u201eunfair\u201c. Im Artikel werden auch die verschiedenen Auseinandersetzungen und Mobilisierung im Verlauf des Jahres 2020 nochmals rekapituliert, die offensichtlich dazu beigetragen haben, dass das Ansehen des Unternehmens ob seiner realen Praxis allm\u00e4hlich sinkt\u2026<\/li>\n<\/ul>\n<p>Siehe zuvor bereits unser Dossier:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=181649\">Streiks bei Amazon in Polen und in Frankreich: Mehr Sicherheit und eine Pr\u00e4mie f\u00fcr alle angesichts des explodierenden Weihnachtsgesch\u00e4ftes und schwarzen Freitags<\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/grossbritannien\/arbeitsbedingungen-grossbritannien\/nach-polen-und-frankreich-nun-auch-streiks-in-usa-und-deutschland-wird-das-ein-schwarzer-freitag-2020-fuer-amazon\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 27. November 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was fr\u00fcher in der BRD Schlussverkauf hie\u00df, hei\u00dft heute englisch Schwarzer Freitag und wird traditionsgem\u00e4\u00df allm\u00e4hlich auf eine Woche ausgebaut. Motor dieser Internationalisierung ist vor allem Amazon \u2013 manche sagen, die digitale Wiederauferstehung von Sears,<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,5],"tags":[25,29,87,121,39,61,26,45,119,46,17],"class_list":["post-8830","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-international","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitskaempfe","tag-arbeitswelt","tag-covid-19","tag-deutschland","tag-frankreich","tag-gewerkschaften","tag-neoliberalismus","tag-polen","tag-usa","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8830"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8830\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8832,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8830\/revisions\/8832"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}