{"id":8833,"date":"2020-11-27T15:13:38","date_gmt":"2020-11-27T13:13:38","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8833"},"modified":"2020-11-27T15:13:40","modified_gmt":"2020-11-27T13:13:40","slug":"diego-armando-maradona-fussball-gigant-und-aktiver-gewerkschafter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=8833","title":{"rendered":"Diego Armando Maradona, Fu\u00dfball-Gigant \u2013 und aktiver Gewerkschafter"},"content":{"rendered":"<p>Die Medien sind voll von Nachrufen auf Maradona: Die meisten davon in der Regel zwischen unversch\u00e4mt und reaktion\u00e4r \u2013 oder beides. LabourNet Germany trauert wie viele Millionen Menschen, auch au\u00dferhalb Argentiniens und Neapels, um einen<!--more--> Spieler, der gegen alles stand, was den heutigen Investoren-Fu\u00dfball samt seiner immer gleichen Muster-Profis ausmacht. Der eine Gewerkschaft mitbegr\u00fcndete \u2013 und es bis zuletzt nicht lassen konnte, leere Getr\u00e4nkedosen auf der Stra\u00dfe zu kicken.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/maradona-y-fidel-chavez.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8834\" width=\"564\" height=\"376\"\/><\/figure>\n<p>Unser Nachruf (und zwei Beitr\u00e4ge \u00fcber ihn, die eine Ahnung davon geben, was es bedeutet, Freude zu bereiten): Das Ende des Fu\u00dfballs aus der Tiefe des Volkes: Diego Armando Maradona \u2013 Geboren 1960, unsterblich:<\/p>\n<p><strong>Das Ende des Fu\u00dfballs aus der Tiefe des Volkes: Diego Armando Maradona \u2013 Geboren 1960, unsterblich<\/strong><\/p>\n<p>Geraucht, gesoffen, gekifft, geschnupft? Hat er alles gemacht. Und hatte ganz bestimmt niemals den perfekten Body eines CR7. Jetzt ist er gestorben und als Fan der nicht umsonst beliebtesten Sportart der Welt wei\u00df man nicht so recht, wor\u00fcber man trauriger sein soll: \u00dcber den Tod des Gr\u00f6\u00dften \u00a0\u2013 oder dar\u00fcber, dass jeder CSU-Depp, egal aus welchem Land, ungestraft behaupten darf, er sei sein Freund gewesen. Hatte er Probleme? Fragt seine Familien, seine Freunde \u2013 aber keinesfalls jene, die tun, was sie immer tun \u2013 den b\u00fcrgerlichen Mainstream in seinem geheuchelten Moralismus bedienen, der \u00fcber den Gr\u00f6\u00dften l\u00e4stert und daf\u00fcr die T\u00f6nnies&amp;Co global entschuldigt. Denn er hat vor allem: Abermillionen von Menschen Freude gemacht, sehr weit \u00fcber Argentiniens Grenzen und Neapels Stadtmauern hinaus. Selbst beim n\u00f6rdlich benachbarten ewigen Rivalen gab und gibt es gen\u00fcgend Fans, die meinten, sein einziger Fehler sei eben sein Pass gewesen, er w\u00e4re halt ein bisschen zu weit s\u00fcdlich geboren. So es den g\u00e4be, k\u00f6nnte nun irgendeiner der G\u00f6tter, die heute leider mehr denn je die Welt bev\u00f6lkern, jene Hand zur\u00fcck haben, die er benutzt hatte, um England nach dem Malwinen-Krieg zu besiegen \u2013 und vermutlich auch jenen linken Fu\u00df, den er sich wohl ausgeliehen hatte, um Fans aus aller Welt zu begeistern \u2013 mit seinem Solo im selben Spiel als H\u00f6hepunkt der Lust am Fu\u00dfball, bei dem ihn eine halbe Mannschaft nicht stoppen konnte. Mit nur 60 Jahren ist der Gewerkschaftsgr\u00fcnder Diego Armando Maradona, Freund von Fidel Castro und Hugo Chavez und Tr\u00e4ger von Che Guevara-Tattoos am 25. November 2020 gestorben. Und er w\u00fcrde \u201eim Himmel\u201c ganz bestimmt nicht mit dem neoliberalen Posterboy Pel\u00e9 Fu\u00dfball spielen, wie dieser behauptet, sondern vermutlich eher, wenn es schon Brasilianer sein sollen, mit Dr. Socrates und Garrincha qualmend in der Ecke sitzen und ein paar zu sich nehmen und gemeinsam \u00fcber die Herrschenden l\u00e4stern. Mit ihm, der es bis zuletzt nicht lassen konnte, leere Getr\u00e4nkedosen auf der Stra\u00dfe zu kicken, stirbt der Fu\u00dfball aus der Tiefe des Volkes, und muss endg\u00fcltig Platz machen f\u00fcr das, wogegen er immer gek\u00e4mpft hat \u2013 auch als leider weitgehend erfolgloser Gewerkschafter \u2013 das Gesch\u00e4ft der Investoren und ihre gesichtslosen Musterprofis, deren Antworten man schon vor den immergleichen Fragen kennt. Diego Armando Maradona: Geboren 1960, auf ewig unvergessen.<\/p>\n<p>Siehe dazu auch zwei Beitr\u00e4ge der etwas anderen Art \u2013 die zumindest etwas von der Faszination auffangen, die den Unterschied ausmacht<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.resumenlatinoamericano.org\/2020\/11\/25\/argentina-resumen-gremial-diego-el-sindicalista-aceiteros-anuncian-quita-de-colaboracion-estado-de-alerta-y-nuevas-medidas-chubut-trabajadores-de-la-salud-piden-a-los-diputados-votar-en-contr\/\">\u201eDiego, el sindicalista\u201c am 25. November 2020 bei Resumen Latinoamericano<\/a>ist Bestandteil der \u00a0Tagesmail von RL und erinnert an die Beteiligung an der Gr\u00fcndung der Gewerkschaft der Berufsfussballer Asociaci\u00f3n Internacional de Futbolistas Profesionales (AIFP) gemeinsam uter anderem mit Eric Cantona und George Weah im Jahr 1995. Die sich \u2013 offensichtlich leider vergeblich \u2013 gegen Spielpl\u00e4ne, die von Fernsehgeldern bestimmt werden ebenso zur Wehr setzten, wie gegen die \u00dcbernahme von Traditionsclubs durch sogenannte Investoren. Und darauf beharrten, das Wichtigste seien die Spieler \u2013 und die Fans\u2026<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/11freunde.de\/artikel\/gott-ist-tot\/2968076\">\u201eGott ist tot\u201c von mehreren Autoren am 26. November 2020 bei 11 Freunde<\/a>ist eine Sammlung pers\u00f6nlicher Erinnerungen von Fans an den Gr\u00f6\u00dften. Mit folgenden Lieblingsbeispielen: \u201e\u2026\u00a0<em>Nie ist der Fu\u00df\u00adball auf pro\u00adfes\u00adsio\u00adnellem Niveau seinem Wesens\u00adkern n\u00e4her gekommen, mehr bei sich gewesen, als in dem Spiel\u00adkind Diego Mara\u00addona. Warum fangen wir denn \u00fcber\u00adhaupt an, den Ball vors Gara\u00adgentor zu kicken oder mit Freunden jede ver\u00adf\u00fcg\u00adbare Fl\u00e4che in ein Spiel\u00adfeld zu ver\u00adwan\u00addeln, Schul\u00adranzen als Tore, eine Cola\u00addose als Ball? Aus den\u00adselben Gr\u00fcnden, aus denen Diego stets aufs Feld ging. Er hat sie sich immer bewahrt<\/em>\u201c.\u00a0<em>(\u2026)<\/em>\u00a0<em>Mexiko 1986, das war viel Gebolze und Rum\u00adpel\u00adfu\u00df\u00adball, aber eben auch flir\u00adrende Hitze, bleiche Farben und: Diego. Das beste Dribb\u00adling aller Zeiten, die Hand Gottes, Tricks und Tore vom anderen Stern<\/em>\u201c.<em>\u00a0(\u2026)<\/em>\u00a0<em>Das Team zog sich die Tri\u00adkots \u00fcber \u2013 ohne das Plazet des Klubs, aber eben von Mara\u00addona. Er war damals schon gr\u00f6\u00dfer als alle anderen. Wer die Bilder des Spiels sieht, erschreckt \u00fcber den Acker, auf dem er mit seiner Mann\u00adschaft auf\u00adlief. Neapel gewann 4:0 und sam\u00admelte auch dank der Spende Mara\u00addonas an die 20 Mil\u00adlionen Lira. Es sind neben den sport\u00adli\u00adchen Erfolgen und Kunst\u00adst\u00fc\u00adcken jene Anek\u00addoten, die Diego rund um Neapel zu einer hei\u00adland\u00ad\u00e4hn\u00adli\u00adchen Gestalt werden lie\u00dfen. Gott spielt auf dem Acker f\u00fcr den Jungen aus dem Armen\u00adviertel. Die Geschichte ist fast zu kit\u00adschig, sie ver\u00adbindet Tragik und Sch\u00f6n\u00adheit \u2013 wie so vieles in der Bio\u00adgrafie von Diego Armando Mara\u00addona<\/em>\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/argentinien\/lebensbedingungen-argentinien\/ein-nachruf-der-etwas-anderen-art-auf-diego-armando-maradona-fussball-gigant-und-aktiver-gewerkschafter\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 27. November 2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Medien sind voll von Nachrufen auf Maradona: Die meisten davon in der Regel zwischen unversch\u00e4mt und reaktion\u00e4r \u2013 oder beides. 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