{"id":9075,"date":"2021-01-04T13:01:44","date_gmt":"2021-01-04T11:01:44","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9075"},"modified":"2021-01-04T13:01:46","modified_gmt":"2021-01-04T11:01:46","slug":"das-unertraegliche-leben-im-griechischen-fluechtlingslager-kara-tepe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9075","title":{"rendered":"Das unertr\u00e4gliche Leben im griechischen Fl\u00fcchtlingslager Kara Tepe"},"content":{"rendered":"<p><em>Katerina Selin. <\/em><strong>2020 war das Jahr der fallenden Masken. Die Corona-Pandemie hat den grausamen Wesenskern des Kapitalismus offengelegt: Profite \u00fcber Leben. Millionen Fl\u00fcchtlinge erleben diese Politik seit Jahrzehnten<\/strong><!--more--> <strong>am eigenen Leib, doch das vergangene Jahr hat auch ihre verzweifelte Lage noch einmal auf die Spitze getrieben.<\/strong><\/p>\n<p>Wer den kriminellen Charakter der europ\u00e4ischen Regierungen und der EU ermessen will, muss auf Kara Tepe schauen, das provisorische Camp auf der griechischen Insel Lesbos. Hier haben rund 7.200 Menschen die Weihnachts- und Neujahrstage in K\u00e4lte, N\u00e4sse, Krankheit und Angst verbracht. Insgesamt harren mehr als 19.000 Fl\u00fcchtlinge auf den \u00e4g\u00e4ischen Inseln aus.<\/p>\n<p>Das Zeltlager von Kara Tepe liegt auf einem ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz direkt am Meer und ist eine Baustelle, auf der tagaus tagein ohrenbet\u00e4ubender L\u00e4rm herrscht. Die Fl\u00fcchtlinge mussten im Herbst hierin umziehen, nachdem das ber\u00fcchtigte\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/09\/11\/mori-s11.html\">Elendslager Moria<\/a>\u00a0im September in Flammen aufging.<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlinge und Hilfsorganisationen berichten entsetzt, dass die Zust\u00e4nde im neuen Camp sogar schlimmer sind als in Moria. \u201eWir alle leben in Angst und Not\u201c, schreiben Insassen von Kara Tepe in einem Weihnachtsbrief an die EU und deren Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen (CDU):<\/p>\n<p><em>Wie kommt es, dass wir nach drei Monaten und so vielen Millionen von Regierungsspenden und von NGOs gesammelten Geldern immer noch an einem Ort ohne flie\u00dfendes Wasser, hei\u00dfe Duschen und ohne ein funktionierendes Abwassersystem sitzen? \u2026 Haben wir keine Rechte als Menschen und Fl\u00fcchtlinge in Europa, die eine Grundversorgung f\u00fcr jeden beinhalten? Oft lesen und h\u00f6ren wir, dass wir in diesen Lagern wie Tiere leben m\u00fcssen, aber wir denken, dass das nicht stimmt. Wir haben die Gesetze zum Schutz der Tiere in Europa studiert und wir haben herausgefunden, dass sogar sie mehr Rechte haben als wir.<\/em><\/p>\n<p>Jeder dritte Fl\u00fcchtling auf den Inseln denke an Selbstmord, hei\u00dft es in dem Brief. \u201eWir sehen viele Spendenaufrufe und Versprechungen und wir sehen unsere Realit\u00e4t und das macht uns frustriert und w\u00fctend.\u201c Sie fordern u.a. eine ausreichende Wasserversorgung und Duschen, ordentliche Sanit\u00e4ranlagen, Versorgung mit Elektrizit\u00e4t, Licht, Heizung und Zelten f\u00fcr den Winter und bessere medizinische und psychologische Versorgung.<\/p>\n<p>Doch die EU wird selbst diese Minimalforderungen zur Deckung der menschlichen Grundbed\u00fcrfnisse in den Wind schlagen, weil die Not in Kara Tepe kein Versehen ist, sondern gezielte und bewusste Politik der Abschreckung. Auch im ausgebrannten Fl\u00fcchtlingslager Lipa in Bihac an der bosnisch-koratischen Grenze k\u00e4mpfen Fl\u00fcchtlinge unter den Augen der EU um das schiere \u00dcberleben. Seit Tagen campieren hunderte Fl\u00fcchtlinge unter freiem Himmel im Schnee und sind nahezu ohne jede Hilfe dem Erfrierungstod ausgesetzt.<\/p>\n<p>Marcus Bachmann von der Hilfsorganisation \u00c4rzte ohne Grenzen \u00d6sterreich best\u00e4tigte in einem Interview mit der Wiener Wochenzeitung\u00a0<em>Falter<\/em>\u00a0Ende Dezember das Ausma\u00df der Katastrophe in den griechischen Fl\u00fcchtlingslagern. Er war fr\u00fcher Einsatzleiter in Krisenregionen wie Afghanistan, Sierra Leone und S\u00fcdsudan. \u201eAber die Dimension des Elends der Fl\u00fcchtlinge auf den griechischen Inseln macht auch mich fassungslos\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Im Vergleich mit seinen Erfahrungen in Kriegsgebieten erreichen die griechischen Lager nicht mal den Mindeststandard. \u201eAls \u00c4rzte ohne Grenzen m\u00fcssen wir in Griechenland Dinge tun, die sonst nur in L\u00e4ndern n\u00f6tig sind, in denen das Gesundheitssystem v\u00f6llig zusammengebrochen ist\u201c, so Bachmann.<\/p>\n<p>Ein unertr\u00e4glicher Gestank durchzieht das gesamte Kara Tepe-Lager. Bis vor kurzem gab es keine Dusch- und Waschgelegenheiten, Menschen mussten im Meer baden und ihre Kleidung waschen. Noch immer gibt es kein warmes Wasser. Es fehlt eine M\u00fcll- und Abwasserentsorgung. Das Drecks- und Regenwasser flie\u00dft durch das Lager. Oft sei die abgepackte Mahlzeit ungenie\u00dfbar und bereits verdorben, wenn sie ausgeteilt wird.<\/p>\n<p>Essensreste, F\u00e4kalien, Schlamm \u2013 diese unhygienischen Zust\u00e4nde locken Ratten und anderes Getier an. Sie kriechen nachts in die Zelte und rennen bisweilen auch tags\u00fcber umher, sagt Bachmann. \u201eSpeziell Kinder werden von diesen Nagern b\u00f6se verletzt\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eWir hatten in unserer Klinik Babys mit mehreren Rattenbissen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIn der w\u00e4rmeren Zeit kommen auch die Schlangen.\u201c Er habe beispielsweise auf Samos viele Opfer von Schlangenbissen behandelt. \u201eDas machen wir normalerweise im S\u00fcdsudan oder in der Zentralafrikanischen Republik. Aber nicht in Europa.\u201c<\/p>\n<p>Die Warnungen und Forderungen von \u00c4rzte ohne Grenzen werden aber in der EU und Griechenland seit Jahren nicht geh\u00f6rt, so Bachmann: \u201eIm Gegenteil, wir sehen, dass sich die Lage sogar noch weiter verschlimmert hat.\u201c<\/p>\n<p>Neben dem Coronavirus grassieren zahlreiche Durchfall-, Atemwegs-und Hautkrankheiten, dazu auch Typhus. Die Menschen erhalten nur 1,5 Liter Trinkwasser am Tag pro Person, auch im hei\u00dfen Sommer, obwohl laut Bachmann der \u201eMindestmindeststandard zu Beginn einer Fl\u00fcchtlingskrise\u201c 7,5 Liter sei, was zum Beispiel in Lagern in \u00c4thiopien und Sudan geschafft werde. Er res\u00fcmiert: \u201eMan muss das ganz deutlich sagen: Wenn die Menschen dort nicht evakuiert werden, sind sie in Lebensgefahr.\u201c<\/p>\n<p>Besonders gravierend sind die schweren Traumata, die Fl\u00fcchtlinge durch den Krieg, die Flucht und die zahllosen Br\u00e4nde in den Lagern erleiden. Acht von zehn Menschen in den Lagern kommen laut \u00c4rzte ohne Grenzen aus Kriegs- und Krisenregionen. Psychische Erkrankungen und die Gefahr von Suizid steigen dramatisch an. Das riesige Feuer von Moria, in dem mehrere Menschen get\u00f6tet und verwundet wurden, trieb Tausende Familien in die Flucht.<\/p>\n<p>Unter den Folgen leiden vor allem Kinder, die mehr als ein Drittel der Lagerinsassen von Kara Tepe ausmachen. Allein auf Lesbos wurden im letzten Jahr 49 Kinder und Jugendliche mit Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuchen behandelt. Joseph Oertel, der in einem therapeutischen Kinderprojekt der Hilfsorganisation Medical Volunteers International in Kara Tepe als Betreuer gearbeitet hat, spricht gegen\u00fcber dem\u00a0<em>Spiegel<\/em>\u00a0von einer \u201eganz neuen Form der Hoffnungslosigkeit im neuen Lager\u201c.<\/p>\n<p>In Kara Tepe sind mindestens 300 Polizisten im Einsatz. \u201eDieses Gef\u00fchl der Sicherheit hatte man in Moria nicht, das war ein Dschungel\u201c, freute sich der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis im Interview mit der konservativen griechischen Zeitung\u00a0<em>Kathimerini<\/em>. Mit \u201eSicherheit\u201c meint er die brutale Unterdr\u00fcckung der Fl\u00fcchtlinge. Die Polizei \u00fcberwacht das Lager rund um die Uhr und setzt Schlagst\u00f6cke gegen Fl\u00fcchtlinge ein. Drohnen, Stacheldrahtzaun und Ausgangsbeschr\u00e4nkungen geben dem Lager eher den Charakter eines Gef\u00e4ngnisses, wie der Kinderpsychologe Thanos Chirvatidis gegen\u00fcber dem\u00a0<em>Spiegel<\/em>\u00a0erl\u00e4utert. Kinder h\u00e4tten Angst vor der Polizei. Der Zutritt f\u00fcr Hilfsorganisationen und Journalisten ist extrem erschwert.<\/p>\n<p>Doch Kara Tepe ist nur der Vorgeschmack auf das, was kommt. Die griechische Regierung und die EU wollen bis Sommer 2021 ein geschlossenes Lager aufbauen, das voraussichtlich direkt neben einer M\u00fcllhalde stehen wird. Die deutsche EU-B\u00fcrokratin Beate Gminder, die die \u201eTaskforce f\u00fcr Migrationsmanagement\u201c der europ\u00e4ischen Kommission leitet und f\u00fcr den Bau des neuen Lagers zust\u00e4ndig ist, sieht darin kein Problem. Bessere Fl\u00e4chen seien nicht verf\u00fcgbar, aber Griechenland habe ja \u201ezahlreiche Proben\u201c von Boden und Wasser genommen, behauptet sie im Interview mit dem\u00a0<em>Spiegel<\/em>.<\/p>\n<p>Am 31. Dezember besuchte der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis Kara Tepe und pries das Lager als Fortschritt gegen\u00fcber Moria. Mit \u00e4hnlicher Dreistigkeit besch\u00f6nigt und rechtfertigt auch Gminder die Zust\u00e4nde. Das Lager habe viele Vorteile, zum Beispiel dass es direkt am Meer liege \u2013 \u201edie Menschen k\u00f6nnen baden\u201c. Und f\u00fcr den Winter? Man habe ja \u201egro\u00dfe beheizte Zelte aufgestellt\u201c und \u201ewarme Decken und Schlafs\u00e4cke verteilt\u201c. An allen Problemen wie fehlendes Warmwasser und Elektrizit\u00e4t sind im \u00dcbrigen die griechischen Beh\u00f6rden schuld, so Gminder.<\/p>\n<p>Der moralische Verfall und die kriminelle Energie, die aus diesen Worten spricht, sind Ausdruck einer Politik der EU unter deutscher F\u00fchrung, die nur ein Ziel hat: Fl\u00fcchtlinge um jeden Preis loszuwerden und Widerstand in ihren Reihen gnadenlos niederzuschlagen.<\/p>\n<p>Im Oktober br\u00fcstete sich der Migrationsminister Mitarakis damit, dass in den ersten neun Monaten des Jahres 73 Prozent weniger Fl\u00fcchtlinge nach Griechenland gekommen sind als im selben Zeitraum im Vorjahr. Die gesunkenen Neuank\u00fcnfte sind aber nicht das Ergebnis r\u00fcckl\u00e4ufiger Fl\u00fcchtlingszahlen, sondern der massiven Versch\u00e4rfung illegaler Zur\u00fcckweisungen und Abschiebungen ohne Asylverfahren.<\/p>\n<p>Diese sogenannten \u201ePushbacks\u201c von Schlauchbooten in die t\u00fcrkischen Gew\u00e4sser finden nicht nur unter den Augen, sondern auch mit Beteiligung der europ\u00e4ischen Grenzschutzagentur Frontex statt. Laut einem internen Schreiben von Frontex-Chef Fabrice Leggeri an die EU-Kommission, \u00fcber das der\u00a0<em>Spiegel<\/em>\u00a0Ende November berichtete, waren auch deutsche Beamte in Pushbacks involviert. Das deutsche Innenministerium versucht, diese Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen zu vertuschen.<\/p>\n<p>Anfang Dezember schilderten Reporter des\u00a0<em>Spiegels<\/em>\u00a0die Geschichte einer dieser brutalen Abschiebungen, wie sie vermehrt stattfinden. Zwei afrikanische Fl\u00fcchtlingsfrauen wurden nach ihrer Ankunft auf Lesbos von vermummten griechischen Polizisten aufgegriffen, durchsucht, geschlagen, bespuckt und gezwungen, sich zu entkleiden. \u201eZusammen mit sechzehn anderen Schutzsuchenden, darunter laut den Gefl\u00fcchteten Minderj\u00e4hrige und mehrere schwangere Frauen, wurden die beiden auf zwei kleinen aufblasbaren Rettungsfl\u00f6\u00dfen zur\u00fcckgelassen. Mitten in der Nacht, mitten auf dem Meer, ohne Chance, aus eigener Kraft die K\u00fcste zu erreichen.\u201c Erst nach stundenlangem Ausharren wurden sie von t\u00fcrkischen K\u00fcstenw\u00e4chtern gerettet und nach Izmir gebracht.<\/p>\n<p>Das gesamte Jahr 2020 war vom Krieg gegen die Fl\u00fcchtlinge in Griechenland gepr\u00e4gt. Im Februar ging die griechische Polizei mit\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/02\/06\/grie-f06.html\">Tr\u00e4nengas<\/a>\u00a0gegen protestierende Fl\u00fcchtlinge auf Lesbos vor. Im M\u00e4rz wurde die Landgrenze zur T\u00fcrkei abgeriegelt und das Asylrecht au\u00dfer Kraft gesetzt. Pl\u00f6tzlich waren Fl\u00fcchtlinge am griechisch-t\u00fcrkischen Grenzfluss Evros im Niemandsland gefangen. Soldaten und Polizisten\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/03\/03\/pers-m03.html\">schossen<\/a>\u00a0mit scharfer Munition und Tr\u00e4nengas auf die wehrlosen Menschen; mindestens drei Fl\u00fcchtlinge wurden beim Grenz\u00fcbertritt\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/05\/16\/grie-m16.html\">get\u00f6tet<\/a>. Bei ihrem brutalen Vorgehen arbeitete die Regierung eng mit der EU-F\u00fchrung unter von der Leyen zusammen und erhielt R\u00fcckendeckung von Syriza-Parteichef Alexis\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/03\/24\/gree-m23.html\">Tsipras<\/a>.<\/p>\n<p>Zeitgleich breitete sich in Griechenland und damit auch in Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften und -lagern das\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/03\/17\/flue-m17.html\">Coronavirus<\/a>\u00a0aus. Aufgrund fehlender Tests und mangelhafter Gesundheitsversorgung gibt es eine gro\u00dfe Dunkelziffer bei den Infektions- und Todeszahlen unter Gefl\u00fcchteten. Unter dem Vorwand der Corona-Pandemie hat Europa auch die Seenotrettung faktisch\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/04\/18\/alan-a18.html\">eingestellt<\/a>\u00a0und damit das\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/11\/17\/flue-n17.html\">Massensterben im Mittelmeer<\/a>\u00a0weiter beschleunigt. Es folgte die Vorstellung eines\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2020\/09\/25\/migr-s25.html\">m\u00f6rderischen \u201eAsyl- und Migrationspakt\u201c<\/a>, der die Entrechtung, Abschiebung und letztlich T\u00f6tung von Fl\u00fcchtlingen noch weiter treiben wird. Schon von Januar bis November 2020 verloren mehr als 1200 Fl\u00fcchtlinge auf dem Weg nach Europa ihr Leben.<\/p>\n<p><em>#Bild: Fl\u00fcchtlinge aus Eritrea, \u00c4gypten, Syrien und dem Sudan in Seenot auf dem Mittelmeer nach ihrer Flucht aus Libyen, 2. Januar 2021 (AP Photo\/Joan Mateu)<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2021\/01\/04\/flue-j04.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 4. Januar 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Katerina Selin. 2020 war das Jahr der fallenden Masken. Die Corona-Pandemie hat den grausamen Wesenskern des Kapitalismus offengelegt: Profite \u00fcber Leben. 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