{"id":9092,"date":"2021-01-06T17:32:30","date_gmt":"2021-01-06T15:32:30","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9092"},"modified":"2021-01-06T17:32:31","modified_gmt":"2021-01-06T15:32:31","slug":"covid-19-und-der-katastrophenkapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9092","title":{"rendered":"Covid-19 und der Katastrophenkapitalismus"},"content":{"rendered":"<p><em>John Bellamy Foster &amp;\u00a0Intan Suwandi. <\/em><strong>Der Kapitalismus geht mit einer enormen \u00f6kologischen, epidemiologischen und \u00f6konomischen Fragilit\u00e4t einher. Durch die aktuelle Covid-19-Pandemie wird dies deutlicher denn je. Mit Beginn<\/strong><!--more--> <strong>des dritten Jahrzehnts des einundzwanzigsten Jahrhunderts erleben wir, wie die strukturelle Krise des kapitalistischen Systems, vor allem vermittelt \u00fcber die internationalen Warenketten, planetarische Dimensionen einnimmt und zunehmend mit der Entstehung eines globalen Katastrophenkapitalismus einhergeht.<\/strong><\/p>\n<p>Seit dem sp\u00e4ten zwanzigsten\u00a0Jahrhundert hat die kapitalistische Globalisierung zunehmend die Form von miteinander verkn\u00fcpften Warenketten eingenommen. Kontrolliert von multinationalen Firmen verbinden sie die \u00fcberwiegend im globalen S\u00fcden liegenden Produktionszonen mit den \u00fcberwiegend im globalen Norden zu findenden Zentren des Weltkonsums, der Finanzindustrie und der Kapitalakkumulation.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn2\"><strong>[1]<\/strong><\/a>\u00a0Solche Warenketten bilden im Wesentlichen die materiellen Kreisl\u00e4ufe des globalen Kapitals. Mit ihnen geht zugleich das Ph\u00e4nomen des mit dem Aufstieg des allgemeinen Monopol-Kapitalismus verbundenen Sp\u00e4timperialismus einher. Dieses System basiert auf der Aneignung exorbitanter Gewinne, die durch die Kontrolle der globalen Produktion erwirtschaftet werden: Dies geschieht sowohl mittels der Ausnutzung globaler Lohnunterschiede (<em>global labor arbitrage<\/em>) und der damit einhergehenden \u00dcberausbeutung der industriellen Arbeit in der Peripherie durch die im Zentrum des Systems stehenden multinationalen Konzerne, als auch durch die Ausnutzung von globalen Landpreisunterschieden<strong>\u00a0<\/strong>(<em>global land arbitrage<\/em>),<strong>\u00a0<\/strong>mittels derer sich<strong>\u00a0<\/strong>Agrarfirmen billiges Land und billige Arbeit aus dem globalen S\u00fcden aneignen, um haupts\u00e4chlich f\u00fcr den Verkauf im globalen Norden bestimmte Exportpflanzen herzustellen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn3\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Um die komplexen Kreisl\u00e4ufe des Kapitals in der gegenw\u00e4rtigen globalen \u00d6konomie zu beschreiben, wird im Management sowohl von Lieferketten als auch von Wertsch\u00f6pfungsketten gesprochen. W\u00e4hrend mit Lieferketten vor allem die Bewegung der materiellen Produkte bezeichnet wird, zielt der Ausdruck Wertsch\u00f6pfungsketten auf den an jedem Knotenpunkt der Kette \u2013 vom Abbau der Rohmaterialien bis zur Herstellung des fertigen Produkts \u2013 \u201ehinzugef\u00fcgten\u201c Wert.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn4\"><strong>[3]<\/strong><\/a>\u00a0Dieser doppelte Zugriff auf Liefer- und Wertsch\u00f6pfungsketten \u00e4hnelt durchaus dem dialektischen Ansatz von Karl Marx. Marx hatte im ersten Band des \u201eKapitals\u201c in seiner Analyse der Warenketten in Produktion und Austausch den Doppelcharakter der Ware als Gebrauchs- und Tauschwert herausgearbeitet. Dabei sind der nat\u00fcrlich-materielle Aspekt der Ware in seiner Naturalform als Gebrauchswert sowie sein sozial-\u00f6konomischer Aspekt als in der jeweiligen Wertform ausgedr\u00fcckter Tauschwert \u201eein Glied \u2026 in der allgemeinen Metamorphosenreihe der Warenwelt.\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn5\"><strong>[4]<\/strong><\/a>\u00a0Marx\u2019 Ansatz wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts von Rudolf Hilferding in seinem Werk \u201eFinanzkapital\u201c<em>\u00a0<\/em>weitergedacht (\u201eWarenaustauschprozess\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn6\"><strong>[5]<\/strong><\/a>).<\/p>\n<p>In den 80ern wurde von den Weltsystemtheoretikern Terence Hopkins und Immanuel Wallerstein das Warenkettenkonzept innerhalb der marxistischen Theorie erneut zur Diskussion gestellt.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn7\"><strong>[6]<\/strong><\/a>\u00a0Was jedoch in sp\u00e4teren Warenkettenanalysen der marxistischen und Weltsystemtheorie verloren ging war der materiell-\u00f6kologische Aspekt der Gebrauchswerte. Die Warenketten wurden als ein exklusiv \u00f6konomisch-tauschwertspezifisches Ph\u00e4nomen behandelt.<\/p>\n<p>Marx hingegen hatte die nat\u00fcrlich-materiellen Grenzen und Rahmenbedingungen des Kapitalkreislaufs stets im Blick behalten. So betonte er \u201edie negative, das ist die zerst\u00f6rerische Seite\u201c der kapitalistischen Wertsch\u00f6pfung im Hinblick auf die nat\u00fcrlichen Produktionsbedingungen und den Stoffwechsel der menschlichen Gattung mit der Natur als Ganzem.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn8\"><strong>[7]<\/strong><\/a>\u00a0Er diagnostizierte einen \u201eunheilbaren Ri\u00df \u2026 in dem Zusammenhang des gesellschaftlichen und durch die Naturgesetze des Lebens vorgeschriebenen Stoffwechsels\u201c, der das zerst\u00f6rerische Verh\u00e4ltnis des Kapitalismus zur Erde ausmachte. Dieser Riss im Stoffwechsel zeigte sich in der Auslaugung der B\u00f6den und der erzwungenen D\u00fcngung englischer Felder mit [s\u00fcdamerikanischem] Guano ebenso wie in den aus den organischen Widerspr\u00fcchen des Systems resultierenden \u201eperiodische(n) Epidemien\u201c.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn9\"><strong>[8]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Um die gegenw\u00e4rtigen kombinierten \u00f6kologischen, epidemiologischen und \u00f6konomischen Krisentendenzen des Sp\u00e4timperialismus zu verstehen, braucht es genau einen solchen theoretischen Rahmen, der in der Lage ist, mittels des Einbezugs sowohl der Gebrauchs- als auch der Tauschwerte den Doppelcharakter und die widerspr\u00fcchlichen Formen der Warenketten in den Blick zu nehmen. Ein solcher Blick erm\u00f6glicht es, den Zusammenhang der \u00c4tiologie [meint hier: die Hervorbringung der Entstehungsbedingungen, a.d.\u00dc.] von Krankheiten durch die Agrarindustrie mit den Kapitalkreisl\u00e4ufen des Sp\u00e4timperialismus und die damit verbundene Entstehung der Covid-19-Pandemie zu verstehen.<\/p>\n<p>Aus derselben Perspektive, allerdings mit Fokus auf die Warenketten, l\u00e4sst sich auch verstehen, wie die Unterbrechung des Flusses der Gebrauchswerte in der Form materieller G\u00fcter und die damit einhergehende Unterbrechung des Wertflusses eine ernsthafte und bleibende \u00f6konomische Krise hervorbringen konnte. Im Ergebnis wird so eine bereits stagnierende Wirtschaft ans \u00e4u\u00dferste Limit gebracht, wodurch der finanzielle \u00dcberbau des Systems zusammenzubrechen droht.<\/p>\n<p>Letztlich liegt hinter all dem ein sehr viel gr\u00f6\u00dferer planetarischer Riss, der durch den heutigen Katastrophen-Kapitalismus hervorgerufen wird und der sich im Klimawandel und in der \u00dcberschreitung vielf\u00e4ltiger planetarer Belastungsgrenzen\u00a0zeigt. Die gegenw\u00e4rtige epidemiologische Krise ist nur eine weitere dramatische Manifestation dieses Prozesses.<\/p>\n<p><strong>Kapitalkreisl\u00e4ufe und \u00f6kologisch-epidemiologische Krisen<\/strong><\/p>\n<p>Bemerkenswerterweise entstand unter dem Begriff\u00a0<em>One Health \u2013 One World\u00a0<\/em>w\u00e4hrend des letzten Jahrzehnts eine neue, ganzheitlichere Herangehensweise an die \u00c4tiologie von Krankheiten. Dies geschah vor allem als Reaktion auf das Auftreten neuerer zoonotischer Krankheiten (oder Zoonosen) wie SARS, MERS und H1N1, die von nichtmenschlichen, wildlebenden oder domestizierten Tieren auf den Menschen \u00fcbertragen wurden. Das\u00a0<em>One Health<\/em>-Modell stellt die epidemiologische Analyse auf eine \u00f6kologische Basis und bringt so Umweltwissenschaftler, \u00c4rzte, Tier\u00e4rzte und Public Health-Experten innerhalb eines global denkenden Ansatzes zusammen.<\/p>\n<p>Dieser Ansatz, der mit seinem urspr\u00fcnglich \u00f6kologisch motivierten Rahmenwerk einen umfassenderen Beitrag zur Bek\u00e4mpfung von Zoonosen darstellt, wurde zunehmend von dominanten Organisationen wie der Weltbank, der Weltgesundheitsorganisation und den US-<em>Centers for Disease Control and Prevention<\/em>\u00a0\u00fcbernommen und dabei seines kritischen Potentials beraubt. Sie machten den interdisziplin\u00e4ren Ansatz von\u00a0<em>One Health<\/em>\u00a0damit zu einem einfachen Werkzeug, um solch differierende Interessen wie die \u00f6ffentliche Gesundheit, den privaten Gesundheitssektor, die Tiermedizin, die Agrarindustrie und die Pharmaindustrie zusammenzubringen.\u00a0In dieser Form wirkt der Ansatz jedoch vor allem dahingehend, die Reaktion auf so genannte episodische Epidemien zu verst\u00e4rken und gleichzeitig den Aufstieg einer breit angelegten korporatistischen Strategie zu f\u00f6rdern, in der das Kapital, insbesondere das Agrobusiness, das dominierende Element ist. Dies f\u00fchrt letztlich dazu, dass in einem vorgeblich ganzheitlichen Modell die Verbindungen zwischen den epidemiologischen Krisen und der kapitalistischen Weltwirtschaft systematisch heruntergespielt werden.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn10\"><strong>[9]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Als Antwort darauf entstand unter dem Begriff\u00a0<em>Structural One Health<\/em>\u00a0ein neuer, revolution\u00e4rer Ansatz der \u00c4tiologie von Krankheiten, der auf dem\u00a0<em>One Health-<\/em>Konzept aufbaut, aber in einer breiteren, historisch-materialistischen Tradition verwurzelt ist. F\u00fcr die Verfechter der\u00a0<em>Structural One Health<\/em>\u00a0besteht der Kernpunkt darin, herauszufinden, wie Pandemien in der heutigen globalen Wirtschaft mit jenen Kapitalkreisl\u00e4ufen verbunden sind, die die Umweltbedingungen rasch ver\u00e4ndern. Erschienen ist dazu eine ganze Reihe von Aufs\u00e4tzen eines Teams von Wissenschaftler*innen (u.a. Rodrick Wallace, Luis F. Chaves, Luke R. Bergmann, Const\u00e2ncia Ayres, Lenny Hogerwerf, Richard Kock, Robert G. Wallace) etwa hinsichtlich\u00a0<em>Clear-Cutting Disease Control: Capital-Led Deforestation, Public Health Austerity, and Vector-Borne Infection\u00a0<\/em>\u00a0oder j\u00fcngst zu COVID 19 und den Kapitalkreisl\u00e4ufen (von Robert G. Wallace, Alex Liebmann, Luis Fernando Chaves und Rodrick Wallace) in \u201eMonthly Review\u201c, Mai 2020.\u00a0<em>Structural One Health<\/em>\u00a0wird von ihnen definiert als \u201eein neues Gebiet, [das] die Auswirkungen globaler Kapitalkreisl\u00e4ufe und anderer grundlegender Zusammenh\u00e4nge, einschlie\u00dflich einer ausf\u00fchrlichen Kulturgeschichte, auf die regionale Agrar\u00f6konomie sowie damit verbundene inter-spezies Krankheitsdynamiken untersucht.\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn11\"><strong>[10]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Dieser revolution\u00e4re, historisch-materialistische Ansatz unterscheidet sich von der\u00a0<em>Mainstream-<\/em>Betrachtungsweise dadurch, dass 1) Warenketten als Treiber der Pandemie in den Blick genommen werden; 2) der \u00fcbliche Ansatz \u201eabsoluter Geographien\u201c, der sich auf bestimmte Orte konzentriert, an denen neue Viren auftauchen, ohne die globalen wirtschaftlichen \u00dcbertragungswege wahrzunehmen, verworfen wird; 3) die Pandemie nicht als ein episodisches Problem oder ein zuf\u00e4lliges\u00a0<em>Schwarzer-Schwan<\/em>-Ereignis, sondern als Reflektion der generellen strukturellen Krise des Kapitals im Sinne von M\u00e9sz\u00e1ros \u201eBeyond Capital\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn12\"><strong>[11]<\/strong><\/a>\u00a0verstanden wird; 4) der Ansatz der dialektischen Biologie aus Richard Levins und Richard Lewontin u.a. in \u201eThe Dialectical Biologist\u201c \u00fcbernommen wird und schlie\u00dflich 5) indem auf die radikale Rekonstruktion der Gesellschaft als ganzer in Richtung eines nachhaltigen \u201eplanetarischen Metabolismus\u201d bestanden wird.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn13\"><strong>[12]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Auf eine \u00e4hnliche Weise hat Robert G. Wallace bereits in \u201eBig Farms Make Big Flu\u201c und anderen Schriften auf Marx\u02bc Auffassung von Warenketten und dem metabolischen Riss sowie auf das\u00a0<em>Lauderdale Paradox<\/em>\u00a0(nach dem private Reicht\u00fcmer nur durch die Zerst\u00f6rung des \u00f6ffentlichen Reichtums angeh\u00e4uft werden) zur\u00fcckgegriffen, um im Zusammenhang von Agrar- und Pharmaindustrie eine Kritik an Sparma\u00dfnahmen und Privatisierung zu formulieren. Denker in dieser kritischen Tradition setzen eine dialektische Herangehensweise an die \u00f6kologische Zerst\u00f6rung und die \u00c4tiologie von Krankheiten.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn14\"><strong>[13]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich ist diese neue historisch-materialistische Epidemiologie nicht einfach aus der Luft gegriffen, sondern beruht auf einer langen Tradition sozialistischer K\u00e4mpfe und kritischer Analysen von Epidemien. Dies beinhaltet historische Beitr\u00e4ge wie etwa 1) Engels \u201eLage der arbeitenden Klasse in England\u201c, die bereits die Klassendimension infekti\u00f6ser Krankheiten benennt; 2) die Marxschen Diskussionen zu Epidemien und allgemeinen Gesundheitsbedingungen im \u201eKapital\u201c; 3)<em>\u00a0<\/em>den vom britischen Zoologen E. Ray Lankester (der ein Proteg\u00e9 von Charles Darwin und Thomas Huxley sowie ein Freund von Marx war) in seinem Werk \u201eKingdom of Man\u201c (1907) vorgenommenen Untersuchungen zur Behandlung der anthropogenen Krankheitsquellen und ihrer Grundlage in der kapitalistischen Landwirtschaft, den M\u00e4rkten und dem Finanzwesen sowie 4) Levins\u2019 \u201eIs Capitalism a Disease?\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn15\"><strong>[14]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Besonders wichtig in der neuen historisch-materialistischen Epidemiologie, die mit der\u00a0<em>Structural One Health<\/em>\u00a0verbunden ist, ist die ausdr\u00fcckliche Anerkennung der Rolle der globalen Agrarindustrie und die Integration einer detaillierten Forschung zu jedem Aspekt der \u00c4tiologie von Krankheiten, wobei der Schwerpunkt auf den neuen Zoonosen liegt. Solche Krankheiten, so Rob Wallace bereits in \u201eBig Farms Make Big Flu\u201c, seien das \u201eunbeabsichtigte biotische Resultat von Bestrebungen, die darauf abzielten, die Ontogenese und \u00d6kologie von Tieren in Richtung auf eine multinationale Rentabilit\u00e4t zu steuern\u201c, wobei neue t\u00f6dliche Krankheitserreger erzeugt w\u00fcrden.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn16\"><strong>[15]<\/strong><\/a>\u00a0\u00dcbersee-Farmen, die aus Monokulturen genetisch \u00e4hnlicher Tiere bestehen und so nat\u00fcrliche Immun-\u201eFeuerschneisen\u201c beseitigen (darunter gro\u00dfe Schweine- und Gefl\u00fcgelfarmen), haben in Verbindung mit rascher Entwaldung und der chaotischen Vermischung von Wildv\u00f6geln und anderen Wildtieren mit der industriellen Tierproduktion (wie dies etwa auf den sogenannten\u00a0<em>Wet Markets\u00a0<\/em>geschieht) die Bedingungen f\u00fcr die Verbreitung neuer t\u00f6dlicher Krankheitserreger wie SARS, MERS, Ebola, H1N1, H5N1 und nun SARS-CoV-2 hervorgebracht. Mehr als eine halbe Million Menschen weltweit starben an H1N1, w\u00e4hrend die Todesf\u00e4lle durch SARS-CoV-2 diese Zahl wahrscheinlich weit \u00fcbersteigen werden.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn17\"><strong>[16]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>\u201eAgrarunternehmen\u201c, schreibt Wallace, \u201everlagern ihre Unternehmen in den globalen S\u00fcden, um billige Arbeitskr\u00e4fte und billiges Land zu nutzen\u201c, und \u201everteilen ihre Produktionslinie so \u00fcber die ganze Welt\u201c.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn18\"><strong>[17]<\/strong><\/a>\u00a0Gefl\u00fcgel, Schweine und Menschen interagieren und erzeugen so neue Krankheiten. \u201eGrippewellen\u201c, so Wallace, \u201eentstehen heute innerhalb eines globalisiertes Netzwerks von Firmen, die Futtermittel produzieren und handeln und innerhalb dessen sich\u00a0spezifische St\u00e4mme meist zuerst entwickeln. Mit Gefl\u00fcgel und Vieherden, die von Region zu Region getrieben werden \u2013 wobei sich die r\u00e4umliche Entfernung in Just-in-Time-Berechnungen verwandelt \u2013 werden regelm\u00e4\u00dfig vielf\u00e4ltige Virusst\u00e4mme in Orte mit Populationen daf\u00fcr empf\u00e4nglicher Tiere eingeschleppt.\u201d<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn19\"><strong>[18]<\/strong><\/a>\u00a0Es hat sich gezeigt, dass gro\u00dffl\u00e4chige\u00a0kommerzielle Gefl\u00fcgelbetriebe eine viel h\u00f6here Wahrscheinlichkeit haben, diese virulenten Zoonosen zu beherbergen. Die Wertsch\u00f6pfungskettenanalyse wurde eingesetzt, um die \u00c4tiologie neuer Grippeviren wie H5N1 entlang der Warenkette der Gefl\u00fcgelproduktion nachzuvollziehen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn20\"><strong>[19]<\/strong><\/a>\u00a0So konnte die Entstehung der Grippe im s\u00fcdlichen China zur\u00fcckgef\u00fchrt werden auf den Kontext \u201eeiner \u201ahistorischen Gegenwart\u2019\u201c. Innerhalb dieser \u201eentstehen multiple virulente Rekombinanten aus einem Gemisch von agrarischen \u00d6kosystemen unterschiedlichster (historischer) Zeiten (a m\u00e9lange of agroecologies originating at different times), die ebenso pfadabh\u00e4ngig wie kontingent miteinander interagieren. Im Fall von H5N1 etwa aus dem Zusammenspiel aus Antike (Reis), fr\u00fcher Neuzeit (halbdomestizierte Enten) und Gegenwart (Intensivierung der Gefl\u00fcgelproduktion)\u201c. Diese Analyse wurde auch von radikalen Geograph*innen wie Bergmann erweitert, die sich mit \u201eder Konvergenz von Biologie und Wirtschaft \u00fcber eine einzige Warenkette hinaus bis hinauf in das Gef\u00fcge der globalen Wirtschaft\u201c befassen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn21\"><strong>[20]<\/strong><\/a>\u00a0Die miteinander verbundenen globalen Warenketten der Agrarindustrie, die die Grundlage f\u00fcr das Auftreten neuartiger Zoonosen bilden, sorgen daf\u00fcr, dass diese Krankheitserreger rasch von einem Ort zum anderen wandern. Da die menschlichen Wirte sich innerhalb von Tagen, ja sogar Stunden von einem Teil der Erde zum anderen bewegen, k\u00f6nnen auch die Keime diese Ketten der menschlichen Mobilit\u00e4t und Globalisierung nutzen. Wallace und Kollegen schreiben dazu: \u201eEinige Krankheitserreger entstehen direkt in den Zentren der Produktion (&#8230;). Aber viele wie COVID-19 haben ihren Ursprung an den Grenzen der Kapitalproduktion. Tats\u00e4chlich entstehen mindestens 60 Prozent der neuartigen menschlichen Krankheitserreger, indem sie von Wildtieren auf lokale menschliche Gemeinschaften \u00fcberspringen (bevor die erfolgreicheren sich auf den Rest der Welt ausbreiten). Im Hinblick auf die Verbreitung solcher Krankheiten halten sie zusammenfassend fest: \u201eDie zugrundeliegende operative Pr\u00e4misse ist, dass die Ursache von COVID-19 und anderen derartigen Krankheitserregern nicht nur im Umfeld eines einzelnen Infektionserregers oder in seinem klinischen Verlauf zu finden ist, sondern auch im Bereich der \u00f6kosystemischen Beziehungen, die das Kapital und andere strukturelle Ursachen zu ihrem eigenen Vorteil umgestaltet haben. Die gro\u00dfe Vielfalt an Krankheitserregern, die verschiedene Taxa, Quellenwirte, \u00dcbertragungswege, klinische Verl\u00e4ufe und epidemiologische Ergebnisse repr\u00e4sentieren, haben alle Kennzeichen, die dazu f\u00fchren, dass wir bei jedem Ausbruch wie verr\u00fcckt zu unseren Suchmaschinen rennen, um dieselben Abschnitte und Wege entlang der gleichen Arten von Kreisl\u00e4ufen der Landnutzung und Wertanh\u00e4ufung wiederzufinden.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn22\"><strong>[21]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die imperialistische Restrukturierung der Produktion im sp\u00e4ten zwanzigsten und fr\u00fchen einundzwanzigsten Jahrhundert \u2013 auch als Globalisierung bezeichnet \u2013 war vor allem das Resultat der Ausnutzung globaler Lohnunterschiede sowie der \u00dcber- und Superausbeutung der Lohnarbeitskr\u00e4fte des Globalen S\u00fcdens. Sie nimmt die bewusste Verschmutzung der lokalen Umwelt in Kauf und erfolgt \u00fcberwiegend zum Vorteil der globalen Kapital- und Finanzzentren. Dieser Prozess wurde auch von der zeitgleichen Ausnutzung globaler Landpreisdifferenzen durch die multinationale Agrarindustrie vorangetrieben.<\/p>\n<p>Im \u201eFoodie\u2019s Guide to Capitalism\u201c weist Eric Holt-Gim\u00e9nez darauf hin, dass der Landpreis in weiten Teilen des globalen S\u00fcdens \u201eim Vergleich zur Bodenrente (der Wert des Landes im Hinblick auf das, was auf ihm produziert werden kann) so niedrig ist, dass das Einstreichen der Differenz zwischen niedrigem Preis und hoher Bodenrente den Investoren einen ordentlichen Profit beschert. Jegliche Vorteile, die aus dem tats\u00e4chlichen Anbau von Pflanzen bestehen, sind f\u00fcr diesen Deal nur nebens\u00e4chlich (&#8230;). Gelegenheiten zur Landarbitrage ergeben sich, wenn neues Land \u2013 mit\u00a0einer attraktiven Bodenrente \u2013 auf den globalen Grundst\u00fccksmarkt gebracht wird, wo die Rente tats\u00e4chlich kapitalisiert werden kann.\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn23\"><strong>[22]<\/strong><\/a>\u00a0 Ein gro\u00dfer Teil dieser Kapitalisierungsprozesse speist sich dabei aus dem, was auch die \u201eVieh-Revolution\u201c genannt wird, die auf der Grundlage von riesigen Futterressourcen und genetischen\u00a0Monokulturen Vieh zu einer globalisierten Ware gemacht hat.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn24\"><strong>[23]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Diese Bedingungen wurden von den verschiedenen Entwicklungsbanken im Rahmen von euphemistisch als \u201eterritoriale Umstrukturierung\u201c bezeichneten Ma\u00dfnahmen gef\u00f6rdert. Diese \u201eUmstrukturierungen\u201c beinhalten die Vertreibung von Subsistenzbauern und Kleinproduzenten auf Gehei\u00df multinationaler Konzerne, in erster Linie der Agrarindustrie, sowie die rasche Abholzung und Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen. Diese Formen der Landaneignung (<em>des landgrabbing<\/em>) wurden durch die hohen Preise f\u00fcr Grundnahrungsmittel im Jahr 2008 und erneut im Jahr 2011, sowie durch den Einsatz privater Verm\u00f6gensfonds, die angesichts der Unsicherheit nach der Gro\u00dfen Finanzkrise von 2007\/2009 nach stabilen Sachwerten suchten, beschleunigt. Das Ergebnis ist eine der gr\u00f6\u00dften Migrationsbewegungen in der menschlichen Geschichte: Menschen werden in einem globalen Prozess der Entb\u00e4uerlichung (<em>Depeasantization<\/em>) von ihrem Land und in die urbanen Slums getrieben, w\u00e4hrend sich dabei die Agrar\u00f6kologie ganzer Regionen ver\u00e4ndert und traditionelle Formen der Landwirtschaft durch Monokulturen ersetzt werden.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn25\"><strong>[24]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Wallace und seine Kollegen weisen darauf hin, dass der Historiker und Stadttheoretiker Mike Davis und andere \u201eherausgefunden haben, wie diese sich neu verst\u00e4dternden Landschaften sowohl als lokale M\u00e4rkte als auch als Durchgangsorte und regionale Drehscheiben f\u00fcr globale Agrarrohstoffe fungieren (&#8230;). Im Ergebnis f\u00fchrt dies dazu, dass die Dynamik der Waldkrankheiten, die urzeitlichen Quellen der Krankheitserreger, nicht mehr nur auf das Hinterland beschr\u00e4nkt bleiben. Die mit ihnen verbundenen Epidemien sind selbst relational, sp\u00fcrbar entlang der Achsen von Zeit und Raum geworden. Ein SARS Virus kann sich \u2013 nur wenige Tage nachdem er aus seiner Fledermaush\u00f6hle gekrochen ist \u2013 pl\u00f6tzlich unter den Menschen einer Gro\u00dfstadt ausbreiten.\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn26\"><strong>[25]<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Unterbrechung der Warenketten und globaler \u201ePeitscheneffekt\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die neuen Pathogene, die unbeabsichtigt von der Agrarindustrie hervorgebracht werden, sind f\u00fcr sich genommen keine nat\u00fcrlich-materiellen Gebrauchswerte. Vielmehr handelt es sich bei ihnen um toxische Nebenprodukte des kapitalistischen Produktionssystems, die sich auf die Warenketten der Agrarindustrie als Teil des globalisierten Ern\u00e4hrungsregimes zur\u00fcckf\u00fchren lassen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn27\"><strong>[26]<\/strong><\/a>\u00a0Doch nun haben \u2013 in einer Art metaphorischer \u201aRache\u2019 der Natur, wie bereits von Engels und Lankester geschildert \u2013 die\u00a0<em>Welleneffekte<\/em><strong>\u00a0<\/strong>der kombinierten \u00f6kologischen und epidemiologischen Katastrophe wesentlich zur Entstehung der Covid-19-Pandemie beigetragen und damit das gesamte globale System der Produktion unterbrochen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn28\"><strong>[27]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die Effekte des\u00a0<em>Lockdowns<\/em>\u00a0und der Ma\u00dfnahmen der sozialen Distanzierung mit der Folge der (zeitweiligen) Schlie\u00dfung der Produktion in globalen Schl\u00fcsselsektoren haben weltweit die Versorgungs- und Wertsch\u00f6pfungsketten ersch\u00fcttert. Dies hat einen gigantischen \u201ePeitscheneffekt\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn29\"><strong>[28]<\/strong><\/a>\u00a0hervorgebracht, der sowohl von Seiten des Angebots als auch von Seiten der Nachfrage durch die globalen Warenketten l\u00e4uft<strong>.\u00a0<\/strong>Dar\u00fcber hinaus ist die Covid-19-Pandemie im Kontext eines globalen Regimes des neoliberalen Monopol-Finanzkapitalismus aufgetreten, der weltweit Austerit\u00e4tsma\u00dfnahmen, die auch die \u00f6ffentliche Gesundheitsversorgung betreffen, durchgesetzt hat.<\/p>\n<p>Die universelle \u00dcbernahme der\u00a0<em>just-in-time<\/em>\u00a0Produktion sowie der Zeit-basierte Wettbewerb und die Regulation der globalen Warenketten hat bei vielen Unternehmen und Einrichtungen wie etwa Krankenh\u00e4usern zu einer nur noch geringen Vorratshaltung gef\u00fchrt \u2013 ein Problem, das durch die Hamsterk\u00e4ufe bestimmter G\u00fcter seitens der Bev\u00f6lkerung versch\u00e4rft wird.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn30\"><strong>[29]<\/strong><\/a>\u00a0Das Ergebnis ist eine au\u00dfergew\u00f6hnliche St\u00f6rung der gesamten Weltwirtschaft.<\/p>\n<p>Die heutigen globalen Warenketten \u2013 oder pr\u00e4ziser: Arbeitswert-Ketten \u2013 dienen in erster Linie dazu, die niedrigeren Lohnst\u00fcckkosten (unter Ber\u00fccksichtigung sowohl der Lohnkosten als auch der Produktivit\u00e4t) in den \u00e4rmeren L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens, in denen die industrielle Weltproduktion heute \u00fcberwiegend angesiedelt ist, auszunutzen. So betrugen die Lohnst\u00fcckkosten in Indien 2014 lediglich 37 Prozent des US-Niveaus, w\u00e4hrend die Lohnst\u00fcckkosten in China und Mexiko bei 46 bzw. 43 Prozent des US-Niveaus lagen. In Indonesien waren die Lohnst\u00fcckkosten mit 62 Prozent des US-Niveaus h\u00f6her.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn31\"><strong>[30]<\/strong><\/a>\u00a0Ein betr\u00e4chtlicher Teil dieser Differenz kann auf die extrem niedrigen L\u00f6hne in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Gleichzeitig f\u00fchrt die nach den Vorgaben multinationaler Konzerne und unter Einf\u00fchrung fortschrittlichster Technologien gestaltete Fremdfertigung der Exportplattformen des globalen S\u00fcdens zu Produktivit\u00e4tsleveln, die mit denen vieler Bereiche des globalen Nordens vergleichbar sind. Das Ergebnis ist ein integriertes globales System der Ausbeutung, in dem die Lohnunterschiede zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen S\u00fcden gr\u00f6\u00dfer sind als die Produktivit\u00e4tsdifferenzen. Das f\u00fchrt zu niedrigen Lohnst\u00fcckkosten in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens und damit zu enormen Bruttogewinnmargen (d.h. \u00f6konomischem Mehrwert) hinsichtlich der Exportpreise von G\u00fctern aus \u00e4rmeren L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die enorme Mehrwertmasse, die im globalen S\u00fcden erwirtschaftet wird, wird in der Bruttoinlandsproduktrechnung als Wertsch\u00f6pfung (value added) im Norden verbucht, auch wenn es sich eher um im S\u00fcden abgesch\u00f6pfte Werte (value captured) handelt. Dieses neue, mit der globalisierten Produktion verkn\u00fcpfte System internationaler Ausbeutung und Enteignung bildet die Tiefenstruktur des Sp\u00e4timperialismus im einundzwanzigsten Jahrhundert.<\/p>\n<p>Beg\u00fcnstigt wurde all dies durch die revolution\u00e4ren Entwicklungen im Transport- und Kommunikationsbereich. Versandkosten sanken mit der Verbreitung von standardisierten Containern. Kommunikationstechnologien wie Fiberglaskabel, Mobiltelefone, Internet, Breitband, digitale Clouds sowie Videokonferenzen ver\u00e4nderten die globale Vernetzung. Billige Flugreisen erm\u00f6glichten schnelleres Reisen und nahmen zwischen 2010 und 2019 im Schnitt um 6,5 Prozent zu.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn32\"><strong>[31]<\/strong><\/a>\u00a0Bei etwa einem Drittel der US-Exporte handelt es sich um Zwischenprodukte f\u00fcr andernorts gefertigte Enderzeugnisse wie etwa Baumwolle, Stahl, Motoren und Halbleiter.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn33\"><strong>[32]<\/strong><\/a>\u00a0Die heutige globale Warenkettenstruktur entstand aus diesen sich rasch ver\u00e4ndernden Bedingungen, die eine zunehmend integrierte, hierarchische internationale Akkumulationsstruktur hervorbrachten. Deren Resultat war eine Verbindung aller Teile der Erde innerhalb eines Systems der Unterdr\u00fcckung. Diese Verbindung zeigt nun erste Zeichen einer Destabilisierung unter den Auswirkungen des Handelskrieges der USA gegen China und den globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie.<\/p>\n<p>Die Covid-19-Pandemie mit ihren Lockdowns und den Ma\u00dfnahmen sozialer Distanzierung ist \u201edie erste globale Lieferkettenkrise.\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn34\"><strong>[33]<\/strong><\/a>\u00a0Sie hat zu \u00f6konomischen Wertverlusten, enormer Arbeitslosigkeit und Unterbesch\u00e4ftigung, dem Zusammenbruch von Firmen, weit verbreitetem Hunger und anderen Entbehrungen gef\u00fchrt. Ein Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der Komplexit\u00e4t und des Chaos der gegenw\u00e4rtigen Krise liegt darin, sich zu verdeutlichen, dass kein CEO irgendeiner multinationalen Firma einen vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick \u00fcber die Warenkette der Firma hat.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn35\"><strong>[34]<\/strong><\/a>\u00a0\u00dcblicherweise kennen die Finanzzentren und die Eink\u00e4ufer der Firmen lediglich ihre direkten Zulieferer, nicht aber die der zweiten, dritten oder gar vierten Ebene. Das bedeutet, sie haben keine Ahnung von den Zulieferern ihrer Zulieferer. Elisabeth Braw verweist in diesem Zusammenhang in\u00a0<em>Foreign Policy\u00a0<\/em>auf Michael Essig, einen Professor f\u00fcr Supply-Chain-Management an der Bundeswehr-Universit\u00e4t M\u00fcnchen, der berechnet hat, \u201edass eine multinationale Firma wie Volkswagen 5.000 direkte Zulieferer hat, die alle noch einmal im Durchschnitt etwa 250 Zulieferer der zweiten Ebene besitzen. Dies bedeutet, dass die Firma tats\u00e4chlich 1,25 Millionen Zulieferer hat von denen sie die gro\u00dfe Mehrheit nicht kennt.\u201c Zulieferer der dritten Ebene sind dabei noch gar nicht ber\u00fccksichtigt. Mit Beginn der aktuellen Corona-Pandemie im chinesischen Wuhan wurde festgestellt, dass ca. 51.000 weltweite Firmen mindestens einen direkten Zulieferer und etwa weitere f\u00fcnf Millionen Firmen einen Zulieferer der zweiten Ebene in der Region hatten. Am 27. Februar 2020, als die St\u00f6rung der Lieferketten sich noch \u00fcberwiegend auf China beschr\u00e4nkte, meldete das\u00a0<em>World Economic Forum<\/em>\u00a0unter Berufung auf einen Bericht von Dun &amp; Bradstreet, dass mehr als 90 Prozent der\u00a0<em>Fortune-1000-Firmen<\/em>\u00a0einen Zulieferer der ersten oder zweiten Ebene hatten, der von dem Virus betroffen war.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn36\"><strong>[35]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Durch die Auswirkungen von SARS-CoV-2 ist es f\u00fcr Unternehmen pl\u00f6tzlich zu einer dringenden Notwendigkeit geworden, zu versuchen, ihre gesamten Warenketten zu erfassen. Aber dies ist enorm komplex. Als die Nuklearkatastrophe von Fukushima stattfand wurde etwa herausgefunden, dass in der Gegend von Fukushima 60 Prozent der f\u00fcr die Produktion von Autos essentiell notwendigen Teile produziert werden, zudem einen weltweit bedeutenden Anteil der Chemikalien f\u00fcr Lithium Batterien und 22 Prozent der weltweiten Produktion von [u.a. in der Photovoltaik verwendeten \u2013 A.d.\u00dc.] Dreihundert-Millimeter-Silizium-Wafer. Alle drei Produkte sind entscheidend f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige industrielle Produktion.\u00a0 Damals versuchten einige Monopolfinanzkonzerne, ihre Lieferketten\u00a0abzubilden. Laut\u00a0<em>Harvard Business Review\u00a0<\/em>\u201eerz\u00e4hlten F\u00fchrungskr\u00e4fte eines japanischen Halbleiterherstellers, dass ein Team von 100 Mitarbeitern mehr als ein Jahr gebraucht habe, um (&#8230;) die Liefernetzwerke des Unternehmens bis tief in die Unterebenen hinein abzubilden.\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn37\"><strong>[36]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Aktuell sind die Firmen mit Warenketten konfrontiert, in denen viele Glieder der Kette unsichtbar sind und die Ketten an zahlreichen Stellen gleichzeitig rei\u00dfen. Dies f\u00fchrt zu Unterbrechungen und Unsicherheiten in dem, was Marx die \u201eallgemeine Metamorphosenreihe\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn38\"><strong>[37]<\/strong><\/a>\u00a0in der Produktion, Distribution und Konsumption der materiellen Produktion genannt hat. Dazu kommen unvorhersehbare Ver\u00e4nderungen der allgemeinen Nachfrage. Die Folgen der Coronavirus-Pandemie f\u00fcr die weltweite Akkumulation sind von noch nie da gewesenem Ausma\u00df, wobei die Kosten f\u00fcr die Weltwirtschaft noch immer steigen. Ende M\u00e4rz waren etwa drei Milliarden Menschen auf dem Planeten direkt von\u00a0<em>Lockdowns<\/em>\u00a0oder sozialen Distanzierungsma\u00dfnahmen betroffen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn39\"><strong>[38]<\/strong><\/a>\u00a0Die meisten Firmen hatten keinen Notfallplan, der auf multiple Br\u00fcche in der Versorgungskette reagiert.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn40\"><strong>[39]<\/strong><\/a>\u00a0Das Ausma\u00df des Problems zeigte sich, als \u2013 von China ausgehend und dann immer weitere Regionen erfassend \u2013 Zehntausende von Zulieferern erkl\u00e4rten, dass sie aufgrund der au\u00dferordentlichen Ereignisse nicht in der Lage sein w\u00fcrden, ihre Vertr\u00e4ge zu erf\u00fcllen, und sich dabei auf h\u00f6here Gewalt beriefen. Es h\u00e4uften sich die \u201eLeerfahrten\u201c von Frachtschiffen, deren regul\u00e4re Frachten annulliert wurden wegen des Ausfalls beim G\u00fcter-Angebot oder bei der Nachfrage.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn41\"><strong>[40]<\/strong><\/a><strong>\u00a0<\/strong>Anfang April meldete die\u00a0<em>U.S. National Retail Federation<\/em>\u00a0f\u00fcr den M\u00e4rz 2020 ein F\u00fcnfjahrestief bei der Schiffsfracht (Container), wobei noch eine Beschleunigung des Einbruchs erwartet wurde.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn42\"><strong>[41]<\/strong><\/a>\u00a0Weltweit gingen die Passagierfl\u00fcge um etwa 90 Prozent zur\u00fcck. Wichtige US Airlines bauten die Passagierkabinen um und entfernten die Sitze, um die Maschinen f\u00fcr Frachtfl\u00fcge zu nutzen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn43\"><strong>[42]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die Welthandelsorganisation ging Anfang April in einem optimistischen Szenario f\u00fcr 2020 von einem R\u00fcckgang des j\u00e4hrlichen Welthandels infolge der COVID-19-Pandemie um 13 Prozent, in einem pessimistischen Szenario um 32 Prozent aus. Im letzten Fall w\u00e4re in einem Jahr passiert, was sich in der Gro\u00dfen Depression im Jahr 1930 \u00fcber eine Periode von drei Jahren hinzog.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn44\"><strong>[43]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die gravierenden Auswirkungen der pandemiebedingten Unterbrechung der globalen Lieferketten sind besonders bei medizinischen Ger\u00e4ten deutlich geworden.\u00a0<em>Premier<\/em>, eine der wichtigsten Beschaffungsorganisationen f\u00fcr Krankenh\u00e4user in den Vereinigten Staaten, gab an, dass sie normalerweise bis zu vierundzwanzig Millionen N95-Atemschutzger\u00e4te (Masken) pro Jahr f\u00fcr ihre Mitglieder und Organisationen des Gesundheitswesens einkaufen. Allein im Januar und Februar 2020 wurden von den Mitgliedern jedoch bereits sechsundf\u00fcnfzig Millionen Masken benutzt. Ende M\u00e4rz bestellte\u00a0<em>Premier<\/em>\u00a0110 bis 150 Millionen weitere Masken, w\u00e4hrend seine Mitgliedsorganisationen wie Krankenh\u00e4user und Pflegeheime bei einer Befragung angaben, sie h\u00e4tten kaum mehr als einen Wochenvorrat. Die Nachfrage nach medizinischen Masken schnellte in die H\u00f6he, w\u00e4hrend das weltweite Angebot einfror.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn45\"><strong>[44]<\/strong><\/a>\u00a0Auch bei den Covid-19-Test-Kits gab es einen chronischen globalen Versorgungsengpass, bis China die Produktion im sp\u00e4ten M\u00e4rz hochfuhr.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn46\"><strong>[45]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Auch bei anderen wichtigen G\u00fctern gibt es mittlerweile Versorgungsengp\u00e4sse. W\u00e4hrend allgemeines Chaos herrscht, stapeln sich in den Kaufh\u00e4usern Waren wie bspw. modische Kleidung, f\u00fcr die die Nachfrage in den Keller gefallen ist. In einer Welt voller\u00a0<em>just-in-time<\/em>\u00a0Produktion und zeitbasiertem Wettbewerb werden Lagervorr\u00e4te meist auf ein Minimum reduziert, um Kosten zu senken. Peter Hasenkamp, ehemals zust\u00e4ndig f\u00fcr die Versorgungskettenstrategie und beteiligt an dem Kauf von\u00a0<em>Lucid Motors<\/em>, einem Elektroauto-Startup, hat es wie folgt ausgedr\u00fcckt: \u201eEs braucht 2.500 Teile um ein Auto zu bauen \u2013 aber es reicht ein Teil, damit es nicht klappt.\u201c Zu einem Engpass an Covid-19-Testkits kam es\u00a0teilweise auch deshalb, weil Abstrichst\u00e4bchen fehlten.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn47\"><strong>[46]<\/strong><\/a>\u00a0Mitte April 2020 litten 81 Prozent der globalen Fertigungsunternehmen unter Lieferengp\u00e4ssen. Dies zeigte sich bereits bis M\u00e4rz in einer 44-prozentigen Zunahme an unter Berufung auf h\u00f6here Gewalt nicht eingehaltenen Vertr\u00e4gen seit Auftreten des Coronavirus\u00a0 sowie einer 38-prozentigen Zunahme der Produktionsstillst\u00e4nde. In der Folge kommt es nicht nur zu nur materiellen Engp\u00e4ssen, sondern auch zu eine Krise des Geldflusses und damit zu einer gewaltigen \u201eSpitze der finanziellen Risiken\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn48\"><strong>[47]<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>Die multinationalen Konzerne, denen der Gebrauchswert ihrer Produkte egal ist, solange sie damit ausreichend Tauschwert generieren k\u00f6nnen, erfahren die realen wirtschaftlichen Auswirkungen des Rei\u00dfens von Lieferketten durch die dadurch bedingte Unterbrechung der Wertsch\u00f6pfungsketten, d.h. der Str\u00f6me des Tauschwerts. Auch wenn die Auswirkungen der globalen St\u00f6rung der Angebotsseite noch einige Zeit lang nicht in vollem Umfang bekannt sein werden, so sind doch die Wertverluste, die die Unternehmen erlitten haben, ein Hinweis auf die Krise, die diese f\u00fcr die allgemeine Kapitalakkumulation erzeugt. Unterbrechungen in den Versorgungsketten sind jedoch nichts Neues: Hunderte von Unternehmen, darunter Firmen wie Boeing, Nike, Hershey, Sun Microsystems und Cisco, sind in den letzten Jahrzehnten mit kritischen Unterbrechungen der Warenkette konfrontiert gewesen. Studien, die auf etwa achthundert F\u00e4llen basieren, haben die durchschnittlichen Auswirkungen einer solchen Unterbrechung der Lieferkette f\u00fcr Unternehmen aufgezeigt. Dies beinhaltet einen \u201eR\u00fcckgang des Betriebsergebnisses \u00a0um 107 Prozent, einen R\u00fcckgang der Ums\u00e4tze um 114 Prozent, einen R\u00fcckgang der Sachkapitalrendite um 93 Prozent, ein geringeres Umsatzwachstum von 7 Prozent, ein Kostenwachstum von 11 Prozent und ein Wachstum der Lagerbest\u00e4nde von 14 Prozent\u201c, wobei die negativen Effekte normalerweise etwa zwei Jahre andauerten. Dieselbe Untersuchung zeigt, dass \u201eUnternehmen, die unter Lieferkettenunterbrechungen leiden, \u00fcber einen Zeitraum von drei Jahren, der ein Jahr vor und zwei Jahre nach dem Datum der Ank\u00fcndigung der Unterbrechung beginnt und endet, zwischen 33 und 40 Prozent niedrigere Aktienrenditen im Vergleich zu ihren Branchen-Benchmarks verzeichnen. Auch die Volatilit\u00e4t des Aktienkurses im Jahr nach der Unterbrechung ist im Vergleich zur Volatilit\u00e4t im Jahr vor der Unterbrechung um 13,5 Prozent h\u00f6her.\u201d<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn49\"><strong>[48]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Auch wenn niemand wei\u00df, wie sich all dies in der gegenw\u00e4rtigen Krise exakt auswirken wird, hat das Kapital selbst im Falle eines einzelnen Unternehmens allen Grund, die Folgen hinsichtlich Wertsch\u00f6pfung und Akkumulation zu f\u00fcrchten. \u00dcberall geht die Produktion zur\u00fcck und Arbeitslosigkeit sowie Unterbesch\u00e4ftigung steigen. Firmen entlassen ihre Besch\u00e4ftigten, was in den Vereinigten Staaten bedeutet, dass diese einfach sich selbst \u00fcberlassen werden. Die Unternehmen befinden sich jetzt in einem Wettlauf, ihre Rohstoffketten m\u00f6glichst schnell wieder einzubinden und einen gewissen Anschein von Stabilit\u00e4t in einer scheinbar allumfassenden Krise zu bewahren. Dar\u00fcber hinaus droht die Unterbrechung der gesamten Kette der Metamorphosen, die an der globalen Arbeitsarbitrage beteiligt sind, zum finanziellen Zusammenbruch einer Weltwirtschaft zu f\u00fchren, die nach wie vor durch Stagnation, Verschuldung und Finanzialisierung gekennzeichnet ist.<\/p>\n<p>Die so genannte Supply-Chain-Finanzierung, die es Unternehmen erm\u00f6glicht, mit Hilfe von Bankfinanzierungen Zahlungen an Lieferanten aufzuschieben, ist dabei nicht unbedingt die kleinste der sichtbar gewordenen Schwachstellen. Dem \u201eWall Street Journal\u201c zufolge haben einige Unternehmen Finanzierungsverpflichtungen in der Lieferkette, die ihre ausgewiesene Nettoverschuldung weit in den Schatten stellen. Diese Schulden gegen\u00fcber Lieferanten werden von anderen Finanzinstitutionen in Form von kurzfristigen Schuldverschreibungen verkauft. So besitzt beispielsweise die\u00a0<em>Credit Suisse<\/em>\u00a0Schuldverschreibungen von gro\u00dfen US-Unternehmen wie Kellogg und General Mills. Bei einer allgemeinen Unterbrechung der Warenketten wird diese komplizierte Finanzkette, die ihrerseits Gegenstand von Spekulationen ist, wiederum selbst in einen Krisenmodus versetzt. Dies schafft zus\u00e4tzliche Schwachstellen in einem bereits fragilen Finanzsystem.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftn50\"><strong>[49]<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Imperialismus, Klasse und die Pandemie<\/strong><\/p>\n<p>SARS-CoV-2 ist, so wie viele andere gef\u00e4hrliche Pathogene der letzten Jahre, eng verbunden mit einer komplexen Reihe von Faktoren. Diese beinhaltet: 1) Die Entwicklung der globalen Agrarindustrie mit ihren zunehmenden genetischen Monokulturen, die die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr die Ansteckung mit Zoonosen von Wildtieren \u00fcber Haustiere bis zum Menschen erh\u00f6hen; 2) die Zerst\u00f6rung wilder Lebensr\u00e4ume und die St\u00f6rung der Aktivit\u00e4ten wilder Spezies sowie 3) die immer n\u00e4her r\u00fcckenden menschlichen Siedlungen. Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass globale Warenketten und die Art der Verbindungen, die sie hervorgebracht haben, zu Wegen f\u00fcr die schnelle \u00dcbertragung von Krankheiten geworden sind. Dies stellt das gesamte globale Ausbeutungsmuster wachstumsfixierter Entwicklung in Frage. Stephen Roach von der Yale School of Management, ehemaliger Chef\u00f6konom von Morgan Stanley und Urheber des Konzepts der globalen Lohnarbitrage, hat im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise geschrieben: Was die Finanzhauptquartiere der Unternehmen wollten, seien \u201ebillige G\u00fcter, unabh\u00e4ngig davon, welche Folgen diese Kosteneinsparungen in Form von [fehlenden] Investitionen in die \u00f6ffentliche Gesundheit oder, ich w\u00fcrde auch sagen, von [fehlenden] Investitionen in den Umweltschutz und die Qualit\u00e4t des Klimas\u201c mit sich br\u00e4chten. Das Ergebnis eines solchen nicht nachhaltigen Ansatzes der \u201aKosteneffizienz\u2019 sind die gegenw\u00e4rtigen globalen \u00f6kologischen und epidemiologischen Krisen, deren finanzielle Konsequenzen ein System weiter destabilisieren, das bereits vorher jenen f\u00fcr Finanzblasen charakteristischen \u201eexzessiven Aufschwung\u201c zeigte.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn2\"><strong>[50]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Derzeit befinden sich die reicheren L\u00e4nder im Epizentrum der Covid-19 Pandemie und der finanziellen Folgen. Aber die Gesamtkrise, inklusive s\u00e4mtlicher \u00f6konomischer und epidemiologischer Effekte, wird die \u00e4rmeren L\u00e4nder weit st\u00e4rker treffen. Wie mit einer planetarischen Krise dieses Ausma\u00dfes umgegangen wird, ist letztlich vom imperialistischen Klassensystem abh\u00e4ngig. Im M\u00e4rz 2020 gab das COVID-19-Reaktionsteam des Imperial College in London einen Bericht heraus, in dem es hie\u00df, dass in einem globalen Szenario, in dem SARS-CoV-2 ohne soziale Distanzierungsma\u00dfnahmen oder Lockdowns gehandhabt w\u00fcrde, vierzig Millionen Menschen auf der Welt sterben w\u00fcrden. Dabei w\u00e4re die Sterblichkeitsrate in den reichen L\u00e4ndern h\u00f6her als in den armen L\u00e4ndern, da der Anteil der Bev\u00f6lkerung, der 65 Jahre oder \u00e4lter ist, im Vergleich zu den armen L\u00e4ndern gr\u00f6\u00dfer ist. Diese Analyse ber\u00fccksichtigte anscheinend den besseren Zugang zu medizinischer Versorgung in reichen L\u00e4ndern. Aber sie lie\u00df Faktoren wie Unterern\u00e4hrung, Armut und die gr\u00f6\u00dfere Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Infektionskrankheiten in armen L\u00e4ndern au\u00dfer Acht. Nichtsdestotrotz ergaben die auf diesen Annahmen basierenden Sch\u00e4tzungen des Imperial College, dass sich die Zahl der Todesf\u00e4lle in einem ungemilderten Szenario im Bereich von 15 Millionen in Ostasien und im pazifischen Raum, 7,6 Millionen Menschen in S\u00fcdasien, 3 Millionen Menschen in Lateinamerika und in der Karibik, 2,5 Millionen Menschen in Afrika s\u00fcdlich der Sahara und 1,7 Millionen im Nahen Osten und in Nordafrika bewegen w\u00fcrde \u2013 gegen\u00fcber 7,2 Millionen in Europa und Zentralasien und etwa 3 Millionen in Nordamerika.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn3\"><strong>[51]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Basierend auf dem Ansatz des Imperial College schrieben Ahmed Mushfiq Mobarak und Zachary Barnett-Howell von der Yale University einen Artikel f\u00fcr die Zeitschrift\u00a0<em>Foreign Policy<\/em>\u00a0mit dem Titel \u201ePoor Countries Need to Think Twice About Social Distancing\u201c. In ihrem Artikel argumentieren Mobarak und Barnett-Howell sehr explizit, dass \u201eepidemiologische Modelle deutlich machen, dass die Kosten eines Verzichts auf Interventionen in reichen L\u00e4ndern Hunderttausende bis Millionen von Toten betragen w\u00fcrden, ein Ergebnis, das weit schlimmer ist als die tiefste wirtschaftliche Rezession, die man sich vorstellen kann. Mit anderen Worten: Soziale Distanzierungsma\u00dfnahmen und aggressive Unterdr\u00fcckung, selbst mit den damit verbundenen wirtschaftlichen Kosten, sind in Gesellschaften mit hohem Einkommen in \u00fcberw\u00e4ltigendem Ma\u00dfe gerechtfertigt\u201c, um Leben zu retten. Dasselbe gelte jedoch nicht f\u00fcr arme L\u00e4nder, da es dort verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenige \u00e4ltere Menschen in der Gesamtbev\u00f6lkerung gebe, die nach Sch\u00e4tzungen des Imperial College etwa die H\u00e4lfte der Sterblichkeitsrate ausmachen w\u00fcrden. Dieses Modell, r\u00e4umen sie ein, \u201eber\u00fccksichtigt nicht die gr\u00f6\u00dfere Verbreitung von chronischen Krankheiten, Atemwegserkrankungen, Umweltverschmutzung und Unterern\u00e4hrung in L\u00e4ndern mit niedrigem Einkommen, die die Sterblichkeitsrate durch Coronavirus-Ausbr\u00fcche erh\u00f6hen k\u00f6nnten\u201c. Diese Autoren vernachl\u00e4ssigen dies in ihrem Artikel ebenso wie in einer damit zusammenh\u00e4ngenden, vom Yale Economics Department durchgef\u00fchrten Studie und beharren darauf, dass es angesichts der Verarmung und der enormen Arbeitslosigkeit und Unterbesch\u00e4ftigung in diesen L\u00e4ndern besser w\u00e4re, wenn die Bev\u00f6lkerung keine soziale Distanzierung oder aggressive Testungen und Einschr\u00e4nkungen praktizieren und ihre Anstrengungen stattdessen auf die wirtschaftliche Produktion konzentrieren w\u00fcrde. Dies w\u00fcrde voraussichtlich auch die globalen Versorgungsketten, die vor allem in den Niedriglohnl\u00e4ndern beginnen, intakt erhalten.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn4\"><strong>[52]<\/strong><\/a>\u00a0Offensichtlich wird hier der Tod von dutzenden Millionen Menschen im globalen S\u00fcden von den Autoren als eine sinnvolle Abschreibung f\u00fcr das weitere Wachstum des Imperiums des Kapitals gesehen.<\/p>\n<p>Wie Mike Davis argumentiert, l\u00e4uft der Kapitalismus des 21. Jahrhunderts auf \u201eeine permanente Triage [der medizinische Begriff bezeichnet die Priorisierung von Hilfeleistungen in akuten Notsituationen und das ggf. daraus resultierende Sterbenlassen bestimmter Verletzter\/Kranker \u2013 a.d.\u00dc.] der Menschheit hinaus\u00a0[&#8230;], die einen Teil der menschlichen Spezies letztlich zur Ausl\u00f6schung verurteilt.\u201c Er fragt: \u201eAber was passiert, wenn sich COVID-19 in Bev\u00f6lkerungsgruppen ausbreitet, die nur minimalen Zugang zu Medikamenten haben, deren Ern\u00e4hrungssituation dramatisch schlecht ist und die mit unbehandelten Gesundheitsproblemen und einem gesch\u00e4digten Immunsystem zu k\u00e4mpfen haben? Der Altersvorteil wird f\u00fcr arme Jugendliche in afrikanischen und s\u00fcdasiatischen Slums weitaus weniger wert sein. Es besteht auch die M\u00f6glichkeit, dass eine Masseninfektion in Slums und armen St\u00e4dten den Infektionsmodus des Coronavirus und die Art der Krankheit ver\u00e4ndern k\u00f6nnte. Vor dem Auftreten von SARS im Jahr 2003 waren hochpathogene Coronavirus-Epidemien auf Haustiere, vor allem Schweine, beschr\u00e4nkt. Die Forscher erkannten bald zwei verschiedene Infektionswege: die f\u00e4kal-orale, die das Magen- und Darmgewebe angriff, und die respiratorische, die die Lungen angriff. Im ersten Fall war die Sterblichkeit in der Regel sehr hoch, w\u00e4hrend der zweite in der Regel zu milderen F\u00e4llen f\u00fchrte. Ein kleiner Prozentsatz der aktuellen positiven Meldungen, insbesondere die F\u00e4lle auf Kreuzfahrtschiffen, berichtet \u00fcber Durchfall und Erbrechen. Entsprechend gilt, um einen Bericht zu zitieren, dass \u201adie M\u00f6glichkeit der \u00dcbertragung von SARS-CoV-2 \u00fcber Abwasser, Abfall, verunreinigtes Wasser, Klimaanlagen und Aerosole nicht untersch\u00e4tzt werden darf.\u2019 Die Pandemie hat inzwischen die Slums Afrikas und S\u00fcdasiens erreicht, wo f\u00e4kale Verunreinigungen \u00fcberall zu finden sind: im Wasser, im selbst angebauten Gem\u00fcse und als windgetriebener Staub. (Ja, shit storms sind real.) Wird dies den Verbreitungsweg \u00fcber den Darm beg\u00fcnstigen? Wird dies, wie es bei Tieren der Fall ist, zu mehr t\u00f6dlichen Infektionen f\u00fchren, m\u00f6glicherweise \u00fcber alle Altersgruppen hinweg?\u201c<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn5\"><strong>[53]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Davis\u2018 Argument macht die grobe Unmoral einer Position deutlich, die besagt, dass soziale Distanzierung und aggressive Unterdr\u00fcckung des Virus als Reaktion auf die Pandemie nur in reichen und nicht in armen L\u00e4ndern stattfinden sollte. Solche imperialistischen epidemiologischen Strategien sind umso b\u00f6sartiger, als sie die Armut der Bev\u00f6lkerungen des globalen S\u00fcdens, die ja ein Produkt des Imperialismus ist, als Rechtfertigung f\u00fcr einen malthusianischen oder sozialdarwinistischen Ansatz heranziehen, bei dem Millionen Menschen sterben w\u00fcrden, um das Wachstum der Weltwirtschaft aufrechtzuerhalten \u2013 in erster Linie nat\u00fcrlich zum Wohle derer, die an der Spitze des Systems stehen. Man vergleiche dies mit dem Ansatz des sozialistisch gef\u00fchrten Venezuela, dem Land in Lateinamerika mit der geringsten Zahl von Todesf\u00e4llen pro Kopf seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie, in dem kollektiv organisierte soziale Distanzierung und soziale Versorgung kombiniert werden mit weitverbreiteten Massentests, mit dem Ausbau von Krankenh\u00e4usern und Gesundheitsf\u00fcrsorge sowie mit einem erweiterten personalisiertem Screeningverfahren, das feststellt, wer am verletzlichsten ist \u2013 ein Vorgehen, das auf dem kubanischen und chinesischen Modell aufbaut.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn6\"><strong>[54]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Wirtschaftlich gesehen ist der globale S\u00fcden als Ganzes \u2013 ganz abgesehen von den unmittelbaren Auswirkungen der Pandemie \u2013 dazu bestimmt, die h\u00f6chsten Kosten zu tragen. Der Zusammenbruch globaler Lieferketten durch Auftragsstornierungen im globalen Norden (sowie durch soziale Distanzierung und Ausgangssperren rund um den Globus) und die bereits absehbare Umgestaltung der Warenketten werden ganze L\u00e4nder und Regionen am Boden zerst\u00f6rt hinterlassen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn7\"><strong>[55]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>An dieser Stelle ist es von entscheidender Bedeutung, dass die COVID-19-Pandemie mitten in einem von der Trump-Administration entfesselten und gegen China gerichteten Wirtschaftskrieg um globale Hegemonie auftritt. Auf China entfallen seit 2008 etwa 37 Prozent des gesamten kumulativen Wachstums der Weltwirtschaft.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn8\"><strong>[56]<\/strong><\/a>\u00a0Dieser \u00f6konomische Konflikt wird von der Trump-Administration als ein Krieg mit anderen Mitteln angesehen. Als Folge des Zollkrieges hatten bereits viele US-Unternehmen ihre Lieferketten aus China abgezogen. Levi&#8217;s zum Beispiel hat seine Produktion in China von 16 Prozent im Jahr 2017 auf ca. 1-2 Prozent im Jahr 2019 reduziert. Angesichts des Zollkriegs und der COVID-19-Pandemie haben zwei Drittel von 160 in den Vereinigten Staaten befragten F\u00fchrungskr\u00e4fte verschiedenster Branchen vor kurzem angegeben, dass sie bereits umgezogen sind, einen Umzug planen oder in Erw\u00e4gung ziehen, ihre Betriebe von China nach Mexiko zu verlegen, wo die Lohnst\u00fcckkosten jetzt vergleichbar sind und wo sie n\u00e4her an den US-M\u00e4rkten w\u00e4ren.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn9\"><strong>[57]<\/strong><\/a>\u00a0Washingtons Wirtschaftskrieg gegen China ist derzeit so heftig, dass sich die Trump-Administration bis Ende M\u00e4rz weigerte, die Z\u00f6lle auf pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung zu senken, die f\u00fcr medizinisches Personal unerl\u00e4sslich ist.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn10\"><strong>[58]<\/strong><\/a>\u00a0W\u00e4hrenddessen ernannte Trump Peter Navarro, den \u00d6konomen, der f\u00fcr seinen Wirtschaftskrieg um die Hegemonie mit China verantwortlich war, zum Leiter des Defense Production Act zur Bew\u00e4ltigung der COVID-19-Krise.<\/p>\n<p>In seinen Funktionen bei der Leitung des US-Handelskrieges gegen China und als politischer Koordinator des Defense Production Act hat Navarro China beschuldigt, einen \u201eHandelsschock\u201c verursacht zu haben, durch den \u201e\u00fcber f\u00fcnf Millionen Arbeitspl\u00e4tze in der verarbeitenden Industrie und 70.000 Fabriken\u201c verloren gegangen und \u201ezehntausende Amerikaner get\u00f6tet\u201c worden seien, indem Arbeitspl\u00e4tze, Familien und Gesundheit zerst\u00f6rt wurden. Er erkl\u00e4rt nun, dass dem ein \u201eChina-Virus-Schock\u201c gefolgt sei.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn11\"><strong>[59]<\/strong><\/a>\u00a0Auf dieser propagandistischen Grundlage ging Navarro dazu \u00fcber, die US-Politik in Bezug auf die Pandemie um die Notwendigkeit herum zu integrieren, den so genannten \u201eChina-Virus\u201c zu bek\u00e4mpfen und US-Lieferketten aus China abzuziehen. Da jedoch etwa ein Drittel aller globalen Zwischenprodukte der verarbeitenden Industrie derzeit in China hergestellt werden, vor allem in den Hochtechnologiesektoren, und da dies nach wie vor der Schl\u00fcssel zur globalen Arbeitsarbitrage ist, w\u00e4re der Versuch einer solchen Umstrukturierung, soweit er \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, \u00e4u\u00dferst m\u00fchselig.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn12\"><strong>[60]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Einige multinationale Konzerne, die ihre Produktion aus China bereits ausgelagert haben, erfuhren sp\u00e4ter auf die harte Tour, dass die Entscheidung sie nicht aus ihrer Abh\u00e4ngigkeit von China \u201abefreite\u2019. Samsung zum Beispiel hat damit begonnen, elektronische Komponenten aus China zu seinen Fabriken in Vietnam zu fliegen \u2013 ein Zielort f\u00fcr Unternehmen, die den Handelskriegsz\u00f6llen entgehen wollen. Aber Vietnam ist ebenso verwundbar, weil es in Bezug auf Material und Zwischenteile stark von China abh\u00e4ngig ist.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn13\"><strong>[61]<\/strong><\/a>\u00a0\u00c4hnliche F\u00e4lle sind auch in anderen s\u00fcdostasiatischen Nachbarl\u00e4ndern aufgetreten. China ist der gr\u00f6\u00dfte Handelspartner Indonesiens und etwa 20 bis 50 Prozent der Industrierohstoffe des Landes kommen aus China. Bereits im Februar mussten Fabriken in Batam, Indonesien, mit dem zunehmendem Ausbleiben von Rohstoffen fertig werden (die 70 Prozent dessen ausmachen, was in dieser Region \u00fcberhaupt produziert wurde). Die Unternehmen dort lie\u00dfen verlauten, dass sie in Erw\u00e4gung z\u00f6gen, Materialien aus anderen L\u00e4ndern zu beziehen, aber \u201edas ist nicht gerade einfach\u201c. F\u00fcr viele Fabriken bestand daher die einzig machbare Option darin, \u201eden Betrieb vollst\u00e4ndig einzustellen\u201c.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn14\"><strong>[62]<\/strong><\/a>\u00a0Kapitalisten wie Cao Dewang, der chinesische Milliard\u00e4r und Gr\u00fcnder der Glasindustrie in Fuyao, prognostiziert die Schw\u00e4chung der Rolle Chinas in der globalen Lieferkette nach der Pandemie, kommt aber zu dem Schluss, dass es zumindest kurzfristig \u201eschwierig ist, eine Wirtschaft zu finden, die China in der globalen Industriekette ersetzt\u201c \u2013 was unter anderem auf Schwierigkeiten wie \u201eInfrastrukturm\u00e4ngel\u201c in s\u00fcdostasiatischen L\u00e4ndern, h\u00f6heren Arbeitskosten im globalen Norden und auf Hindernisse zur\u00fcckzuf\u00fchren sei, denen sich \u201ereiche L\u00e4nder\u201c gegen\u00fcbers\u00e4hen, wenn sie \u201edie Produktion im eigenen Land wieder aufbauen\u201c wollten.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn15\"><strong>[63]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die COVID-19-Krise ist nicht als das zuf\u00e4llige Ergebnis einer externen Kraft oder eines unvorhersehbaren Schwarzer-Schwan-Ereignisses zu verstehen. Sie geh\u00f6rt vielmehr zu einem Komplex von Krisentendenzen, die weitgehend vorhersehbar sind, wenn auch nicht in Bezug auf den tats\u00e4chlichen Zeitpunkt ihres Eintretens. Heute ist das Zentrum des kapitalistischen Systems mit einer s\u00e4kularen Stagnation in Bezug auf Produktion und Investitionen konfrontiert. Es st\u00fctzt sich f\u00fcr seine Expansion und die Anh\u00e4ufung von Reichtum an der Spitze auf historisch niedrige Zinss\u00e4tze, hohe Schulden, den Abfluss von Kapital aus dem Rest der Welt und Finanzspekulationen. Die Einkommens- und Verm\u00f6gensungleichheit erreicht ein nie da gewesenes Ausma\u00df. Der Riss in der Welt\u00f6kologie hat planetarische Dimensionen erreicht und schafft ein planetarisches Umfeld, das f\u00fcr die Menschheit keinen sicheren Ort mehr darstellt. Neue Pandemien entstehen auf der Grundlage eines Systems des globalen Monopol-Finanzkapitals, das sich selbst zum Haupt\u00fcbertr\u00e4ger von Krankheiten gemacht hat. \u00dcberall greifen die staatlichen Systeme auf ein h\u00f6heres Ma\u00df an Repression zur\u00fcck, sei es unter dem Deckmantel des Neoliberalismus oder des Neofaschismus.<\/p>\n<p>Der au\u00dferordentlich ausbeuterische und zerst\u00f6rerische Charakter des Systems zeigt sich in der Tatsache, dass Blue-Collar-Arbeiter nahezu \u00fcberall zu systemrelevanten Arbeiter*innen erkl\u00e4rt wurden (ein Konzept, das in den Vereinigten Staaten durch das Heimatschutzministerium formalisiert wurde) und von ihnen erwartet wird, dass sie die Produktion gr\u00f6\u00dftenteils ohne Schutzausr\u00fcstung durchf\u00fchren. W\u00e4hrenddessen fr\u00f6nen die privilegierteren und entbehrlicheren Klassen ihren sozialen Distanzierungsma\u00dfnahmen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn16\"><strong>[64]<\/strong><\/a>\u00a0Ein echter Lockdown w\u00e4re viel umfassender und w\u00fcrde eine staatliche Versorgung und Planung erfordern, die den Schutz der gesamten Bev\u00f6lkerung sicherstellen k\u00f6nnte, anstatt sich auf die Rettung finanzieller Interessen zu konzentrieren. Dies g\u00e4lte gerade wegen des Klassencharakters der sozialen Distanzierung und des Zugangs zu Einkommen, Wohnraum, Ressourcen und medizinischer Versorgung, der bewirkt, dass vor allem farbige Bev\u00f6lkerungsgruppen von Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t aufgrund von COVID-19 in den Vereinigten Staaten betroffen sind, die Gruppen, die am schlimmsten von wirtschaftlicher und \u00f6kologischer Ungerechtigkeit betroffen sind.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn17\"><strong>[65]<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Soziale Produktion und planetarischer Stoffwechsel<\/strong><\/p>\n<p>Grundlegend f\u00fcr die materialistische Sichtweise von Marx war das, was er eine Hierarchie menschlicher Bed\u00fcrfnisse<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn18\"><strong>[66]<\/strong><\/a>\u00a0nannte. Diese Sichtweise geht davon aus, dass der Mensch ein materielles Wesen ist, Teil der nat\u00fcrlichen Welt und dass er innerhalb dieser Welt seine eigene soziale Welt erschafft. Als materielles Wesen gilt es f\u00fcr ihn zun\u00e4chst seine materiellen Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen, indem Essen und Trinken, Nahrung, Unterkunft, Kleidung und andere Grundvoraussetzungen f\u00fcr eine gesunde Existenz sichergestellt sind, bevor er seinen h\u00f6heren Entwicklungsbed\u00fcrfnissen, die f\u00fcr die volle Verwirklichung des menschlichen Potentials notwendig sind, nachgehen kann.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn19\"><strong>[67]<\/strong><\/a>\u00a0In Klassengesellschaften war es jedoch schon immer so, dass die \u00fcberwiegende Mehrheit der Bev\u00f6lkerung, die wirklichen Produzenten, in Zust\u00e4nde zur\u00fcckversetzt wurden, in denen sie in einem st\u00e4ndigen Kampf um die Befriedigung ihrer elementarsten Bed\u00fcrfnisse gefangen waren. Daran hat sich grunds\u00e4tzlich nichts ge\u00e4ndert. Trotz des enormen Reichtums, der in Jahrhunderten des Wachstums geschaffen wurde, befinden sich Millionen und Abermillionen von Menschen selbst in den reichsten kapitalistischen Gesellschaften nach wie vor in einem prek\u00e4ren Zustand in Bezug auf so grundlegende Dinge wie Ern\u00e4hrungssicherheit, Wohnen, sauberes Wasser, Gesundheitsversorgung und Verkehrsmittel \u2013 w\u00e4hrend beispielsweise in den Vereinigten Staaten drei Milliard\u00e4re so viel Reichtum besitzen wie die untere H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Mittlerweile sind die lokale und regionale Umwelt ebenso wie alle \u00d6kosysteme der Welt und das Erdsystem selbst als sicherer Ort f\u00fcr die Menschheit gef\u00e4hrdet. Die Betonung globaler \u201eKosteneffizienz\u201c (ein Euphemismus f\u00fcr billige Arbeitskr\u00e4fte und billiges Land) hat das multinationale Kapital dazu veranlasst, ein komplexes System globaler Warenketten zu schaffen, das zu jedem Zeitpunkt darauf ausgelegt ist, die \u00dcber- und Superausbeutung von Arbeitskr\u00e4ften auf weltweiter Basis zu maximieren und gleichzeitig die ganze Welt in einen Markt f\u00fcr Grund und Boden zu verwandeln, der gr\u00f6\u00dftenteils als Bet\u00e4tigungsfeld f\u00fcr die Agrarindustrie dient. Das Ergebnis war ein gewaltiger Abfluss von \u00dcbersch\u00fcssen aus der Peripherie des globalen Systems und eine Pl\u00fcnderung der planetarischen Gemeinschaftsg\u00fcter. Im engen System der Wertberechnung des Kapitals werden der gr\u00f6\u00dfte Teil der materiellen Existenz, einschlie\u00dflich des gesamten Erdsystems und der sozialen Bedingungen der Menschen, sofern diese nicht auf den Markt gelangen, als Externalit\u00e4ten betrachtet, die im Interesse der Kapitalakkumulation geraubt und gepl\u00fcndert werden m\u00fcssen. Was f\u00e4lschlicherweise als Trag\u00f6die der Gemeing\u00fcter (\u201etragedy of the commons\u201d) bezeichnet wurde, ist, wie Guy Standing in\u00a0<em>Plunder of the Commons<\/em>\u00a0betont hat, eher als \u201eTrag\u00f6die der Privatisierung\u201c zu verstehen. Heute hat das ber\u00fchmte Lauderdale-Paradox, das von dem Earl of Lauderdale im fr\u00fchen 19. Jahrhundert erstmals benannt wurde und das auf die Vermehrung privater Reicht\u00fcmer durch die Zerst\u00f6rung \u00f6ffentlichen Reichtums verweist, den gesamten Planeten erfasst.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn20\"><strong>[68]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die Kapitalkreisl\u00e4ufe des Sp\u00e4timperialismus haben diese Tendenzen zur vollen Entfaltung gef\u00fchrt und eine sich rasch entwickelnde planetare \u00f6kologische Krise hervorgerufen, die die menschliche Zivilisation, wie wir sie kennen, in einem Katastrophensturm zu verschlingen droht. Dies erg\u00e4nzt ein System der Akkumulation, das entkoppelt ist von einer rationalen Ordnung der Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung, die von der Vermittlung durch Geld unabh\u00e4ngig w\u00e4re.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn21\"><strong>[69]<\/strong><\/a>\u00a0Akkumulation und die generelle Anh\u00e4ufung von Reichtum sind zunehmend von der Vermehrung von Abf\u00e4llen aller Art abh\u00e4ngig. Inmitten dieser Katastrophe ist, angef\u00fchrt durch eine zunehmend instabile und aggressive USA, ein neuer Kalter Krieg heraufgezogen, der mit einer zunehmenden Wahrscheinlichkeit atomarer Zerst\u00f6rung einhergeht. Dies hat das\u00a0<em>Bulletin of Atomic Scientists<\/em>\u00a0dazu veranlasst, seine ber\u00fchmte Weltuntergangsuhr auf 100 Sekunden vor Zw\u00f6lf zu stellen, so nahe dran wie noch nie seit dem Start der Uhr im Jahr 1947.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn22\"><strong>[70]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Die COVID-19-Pandemie und die Bedrohung durch h\u00e4ufigere und noch t\u00f6dlichere Pandemien sind ein Produkt eben dieser sp\u00e4timperialistischen Entwicklung. Ketten globaler Ausbeutung und Enteignung haben nicht nur die \u00d6kologie, sondern auch die Beziehungen zwischen den Arten destabilisiert und ein giftiges Gebr\u00e4u aus Krankheitserregern geschaffen. All dies kann als Folge der Einf\u00fchrung der Agrarindustrie mit ihren genetischen Monokulturen, der massiven Zerst\u00f6rung des \u00d6kosystems durch die unkontrollierte Vermischung von Arten gesehen werden. Es ist das Ergebnis eines Systems globaler Inwertsetzung das darauf basiert, Land, K\u00f6rper, Spezies und ganze \u00d6kosysteme wie so viele \u201afreie G\u00fcter\u2018 zu behandeln, die ungeachtet bestehender nat\u00fcrlicher oder sozialer Grenzen ausgebeutet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Noch sind neue Viren das einzige aufkommende globale Gesundheitsproblem. Der exzessive Einsatz von Antibiotika innerhalb des Agrarbusiness ebenso wie in der modernen Medizin hat zur Entstehung und Vermehrung gef\u00e4hrlicher resistenter Keime gef\u00fchrt. Diese f\u00fchren zu einer zunehmenden Anzahl von Todesf\u00e4llen und k\u00f6nnten gegen Mitte des Jahrhunderts bereits die j\u00e4hrliche Rate an Krebstoten \u00fcbersteigen. Bereits jetzt veranlasst dies die WHO dazu, einen globalen Gesundheitsnotstand zu erkl\u00e4ren.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn23\"><strong>[71]<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Es sind die Arbeiterklasse, die Armen und die Bev\u00f6lkerungen der Peripherie, die aufgrund der ungleichen Bedingungen der kapitalistischen Klassengesellschaft am st\u00e4rksten unter \u00fcbertragbare Krankheiten leiden. In diesem Sinne kann ein System, das Krankheiten hervorbringt, indem es rein quantitativen Reichtum erzeugt, zurecht des sozialen Mordes bezichtigt werden, wie es Engels und die Chartisten bereits im neunzehnten Jahrhundert getan haben.<\/p>\n<p>Wie die revolution\u00e4ren Entwicklungen in der Epidemiologie, die durch Programme wie \u201eOne Health\u201c und \u201eStructural One Health\u201c repr\u00e4sentiert werden, gezeigt haben, ist die Entstehung der neuen Pandemien auf das allgemeinere Problem der durch den Kapitalismus hervorgebrachten \u00f6kologischen Zerst\u00f6rung zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Hier zeigt sich, wie bereits so viele Male in der Vergangenheit, erneut die Notwendigkeit einer \u201erevolution\u00e4ren Umgestaltung der ganzen Gesellschaft\u201c.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn24\"><strong>[72]<\/strong><\/a>\u00a0Die Logik der gegenw\u00e4rtigen historischen Entwicklung verweist auf die Notwendigkeit eines st\u00e4rker gemeing\u00fcter- und gemeinwohl-orientierten Systems der sozialen Reproduktion und des planetarischen Stoffwechsels. Es w\u00e4re ein System, in dem die sich auf freiwilliger Basis zusammenschlie\u00dfenden Produzenten ihren Austausch mit der Natur rational regulieren, um somit die freie Entwicklung der einzelnen als Basis der freien Entwicklung aller zu bef\u00f6rdern und dabei Energieressourcen und Umwelt zu bewahren.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn25\"><strong>[73]<\/strong><\/a>\u00a0Die Zukunft der Menschheit im 21. Jahrhundert liegt nicht in einer Erh\u00f6hung der \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Ausbeutung und Enteignung, die nur mit Imperialismus und Krieg einhergehen k\u00f6nnen. Heute besteht die dr\u00e4ngendste Aufgabe darin, das, was Marx \u201edie Freiheit \u00fcberhaupt\u201c und einen \u00fcberlebensf\u00e4higen planetarischen \u201eStoffwechsel\u201c nannte, zu bewahren, wenn die menschliche Gegenwart und Zukunft sowie letztlich das \u00dcberleben der Menschheit \u00fcberhaupt gesichert werden sollen.<a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftn26\"><strong>[74]<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref2\"><strong>[1]<\/strong><\/a>\u00a0Siehe hierzu: John Bellamy Foster, Late Imperialism, in: Monthly Review 71, Nr. 3 (Juli\u2013August 2019), S. 1\u201319; Samir Amin, Modern Imperialism, Monopoly Finance Capital, and Marx\u2019s Law of Value, New York 2018.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref3\"><strong>[2]<\/strong><\/a>\u00a0Zum Verh\u00e4ltnis globaler Lohnunterschiede und Warenketten siehe Intan Suwandi, Value Chains, New York 2019, S. 32\u201333, 53\u201354. Eine von uns gemeinsam mit R. Jamil Jonna durchgef\u00fchrte statistische Analyse der Lohnst\u00fcckkosten wurde ver\u00f6ffentlicht als \u201eGlobal Commodity Chains and the New Imperialism\u201d, in: Monthly Review 70, Nr. 10 (M\u00e4rz 2019), S. 1\u201324.\u00a0Zu globalen Landpreisdifferenzen siehe auch Eric Holt-Gim\u00e9nez, A Foodie\u2019s Guide to Capitalism, New York 2017, S. 102\u20134.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref4\"><strong>[3]<\/strong><\/a>\u00a0 Evan Tarver, Value Chain vs. Supply Chain, in: Investopedia, 24. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref5\"><strong>[4]<\/strong><\/a>\u00a0 Karl Marx, Das Kapital, Zweiter Band, MEW 24, S. 62.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref6\"><strong>[5]<\/strong><\/a>\u00a0 Vgl. Rudolf Hilferding, Das Finanzkapital, Eine Studie \u00fcber die j\u00fcngste Entwicklung des Kapitalismus, Frankfurt am Main 1968, S. 71.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref7\"><strong>[6]<\/strong><\/a>\u00a0 Terence Hopkins and Immanuel Wallerstein, Commodity Chains in the World Economy Prior to 1800, in: Review 10, Nr. 1 (1986), S. 157\u201370.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref8\"><strong>[7]<\/strong><\/a>\u00a0 Marx, Kapital Band 1, MEW 23, S. 529.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref9\"><strong>[8]<\/strong><\/a>\u00a0 Karl Marx, Kapital, Band 3, MEW 25, S. 825; Karl Marx, Kapital, , Band 1, MEW 23, S. 253.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref10\"><strong>[9]<\/strong><\/a>\u00a0 Robert G. Wallace, Luke Bergmann, Richard Kock, Marius Gilbert, Lenny Hogerwerf, Rodrick Wallace, and Mollie Holmberg, The Dawn of Structural One Health: A New Science Tracking Disease Emergence Along Circuits of Capital, in: Social Science and Medicine 129 (2015), S. 68\u201377; Robert G. Wallace, We Need a Structural One Health, in: Farming Pathogens, 3. August,\u00a02012; J. Zinsstag, Convergence of EcoHealth and One Health, in: Ecohealth 9, Nr. 4 (2012), S. 371\u201373; Victor Galaz, Melissa Leach, Ian Scoones, and Christian Stein, The Political Economy of One Health, in: STEPS Centre, Political Economy of Knowledge and Policy Working Paper Series 2015.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref11\"><strong>[10]<\/strong><\/a>\u00a0Rodrick Wallace u.a., Clear-Cutting Disease Control: Capital-Led Deforestation, Public Health Austerity, and Vector-Borne Infection, Cham 2018), S. 2.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref12\"><strong>[11]<\/strong><\/a>\u00a0Vgl. Istv\u00e1n M\u00e9sz\u00e1ros, Beyond Capital: Toward a Theory of Transition, New York 1995.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref13\"><strong>[12]<\/strong><\/a>\u00a0Wallace u.a., The Dawn of Structural One Health, a.a.O., S.70\u201372; Wallace, We Need a Structural One Health; Rob Wallace, Alex Liebman, Luis Fernando Chaves, and Rodrick Wallace, COVID-19 and Circuits of Capital, in: Monthly Review 72, Nr. 1 (Mai 2020), S. 12; Istv\u00e1n M\u00e9sz\u00e1ros, Beyond Capital, a.a.O.; Richard Levins und Richard Lewontin, The Dialectical Biologist, Cambridge, MA 1985.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref14\"><strong>[13]<\/strong><\/a>\u00a0Rob Wallace, Big Farms Make Big Flu, New York 2016, S. 60\u201361, 118, 120\u201321, 217\u201319, 236, 332; Rob Wallace, Notes on a Novel Coronavirus, in: Monthly Review Online, 29. Januar 2020. Zum\u00a0<em>Lauderdale Paradox<\/em>\u00a0siehe John Bellamy Foster, Brett Clark und Richard York, The Ecological Rift, New York 2010, S. 53\u201372.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref15\"><strong>[14]<\/strong><\/a>\u00a0Siehe John Bellamy Foster, The Return of Nature, New York 2020, S. 61-64, 172-204; Friedrich Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England, in: MEW Bd. 2, S. 225 &#8211; 506; E. Ray Lankester, The Kingdom of Man, New York 1911, S. 31\u201333, 159\u201391; Richard Levins, Is Capitalism a Disease?, in: Monthly Review 52, Nr. 4 (September 2000), S. 8\u201333. Siehe auch Howard Waitzkin, The Second Sickness, New York 1983.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref16\"><strong>[15]<\/strong><\/a>\u00a0Wallace, Big Farms Make Big Flu, 53.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref17\"><strong>[16]<\/strong><\/a>\u00a0Ebd., 49.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref18\"><strong>[17]<\/strong><\/a>\u00a0Ebd., S. 33-34.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref19\"><strong>[18]<\/strong><\/a>\u00a0Ebd., S. 81.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref20\"><strong>[19]<\/strong><\/a>\u00a0Mathilde Paul u.a., Practices Associated with Highly Pathogenic Avian Influenza Spread in Traditional Poultry Marketing Chains, in: Acta Tropica 126 (2013), S. 43\u201353.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref21\"><strong>[20]<\/strong><\/a>\u00a0Wallace, Big Farms Make Big Flu, a.a.O., S. 306; Wallace u.a., The Dawn of Structural One Health, a.a.O., S. 69, 71, 73.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref22\"><strong>[21]<\/strong><\/a>\u00a0Wallace u.a., COVID-19 and Circuits of Capital, a.a.O., S. 11.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref23\"><strong>[22]<\/strong><\/a>\u00a0Holt-Gim\u00e9nez, A Foodie\u2019s Guide to Capitalism, a.a.O., S. 102\u20135.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref24\"><strong>[23]<\/strong><\/a>\u00a0Philip McMichael, Feeding the World, in: Socialist Register 2007; Coming to Terms with Nature, herausgegeben von Leo Panitch und Colin Leys, New York 2007, S. 180.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref25\"><strong>[24]<\/strong><\/a>\u00a0Farshad Araghi, The Great Global Enclosure of Our Times, in: Hungry for Profit, herausgegeben von Fred Magdoff, John Bellamy Foster und Fredrick H. Buttel, New York 2000, S. 145\u201360.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref26\"><strong>[25]<\/strong><\/a>\u00a0Wallace u.a., COVID-19 and Circuits of Capital, a.a.O., S. 6; Mike Davis, Planet of Slums, London 2016); Mike Davis im Interview mit Mada Masr: Mike Davis on Pandemics, Super-Capitalism, and the Struggles of Tomorrow, in: Mada Masr, 30. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref27\"><strong>[26]<\/strong><\/a>\u00a0Wallace, Big Farms Make Big Flu, a.a.O., S. 61. Zur Bedeutung der Konzepte der Reststoffe und R\u00fcckst\u00e4nde f\u00fcr die materialistische Dialektik siehe J. D. Bernal, Dialectical Materialism, in: Aspects of Dialectical Materialism, herausgegeben von Hyman Levy u.a., London 1934, S. 103\u20134; Henri Lefebvre, Metaphilosophy, London 2016, S. 299\u2013300.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref28\"><strong>[27]<\/strong><\/a>\u00a0Friedrich Engels, Dialektik der Natur, MEW 20, S. 452; Lankester, The Kingdom of Man, a.a.O., S. 159.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref29\"><strong>[28]<\/strong><\/a>\u00a0Matt Leonard, What Procurement Managers Should Expect from a Bullwhip on Crack, in: Supply Chain Dive, 26. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref30\"><strong>[29]<\/strong><\/a>\u00a0Zu Zeit-basiertem Wettbewerb und\u00a0<em>just-in-time\u00a0<\/em>Produktion siehe: Boston Consulting Group, What Is Time-Based Competition?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref31\"><strong>[30]<\/strong><\/a>\u00a0Suwandi, Value Chains, a.a.O., S. 59\u201361; John Smith, Imperialism in the Twenty-First Century, New York 2016.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref32\"><strong>[31]<\/strong><\/a>\u00a0Walden Bello, Coronavirus and the Death of \u2018Connectivity\u2019, in: Foreign Policy in Focus, 22. M\u00e4rz 2010; Annual Growth in Global Air Traffic Passenger Demand from 2006 to 2020, in: Statista, abgerufen am 22. April 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref33\"><strong>[32]<\/strong><\/a>\u00a0Shannon K. O\u2019Neil, How to Pandemic Proof Globalization, in: Foreign Affairs, 1. April 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref34\"><strong>[33]<\/strong><\/a>\u00a0Stefano Feltri, Why Coronavirus Triggered the First Global Supply Chain Crisis, in: Pro-Market, 5. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref35\"><strong>[34]<\/strong><\/a>\u00a0Elisabeth Braw, Blindsided on the Supply Side, in: Foreign Policy, 4. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref36\"><strong>[35]<\/strong><\/a>\u00a0Francisco Betti and Per Kristian Hong, Coronavirus Is Disrupting Global Value Chains. Here\u2019s How Companies Can Respond, in: World Economic Forum, 27. Februar 2020; Elisabeth Braw, Blindsided on the Supply Side, a.a.O.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref37\"><strong>[36]<\/strong><\/a>\u00a0Elisabeth Braw, Blindsided on the Supply Side, a.a.O.; Thomas Y. Choi, Dale Rogers, and Bindiya Vakil, Coronavirus is a Wake-Up Call for Supply Chain Management, in: Harvard Business Review, 27. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref38\"><strong>[37]<\/strong><\/a>\u00a0Karl Marx, Das Kapital, Zweiter Band, MEW 24, S. 62.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref39\"><strong>[38]<\/strong><\/a>\u00a0Nearly 3 Billion People Around the Globe Under COVID-19 Lockdowns, in: World Economic Forum, 26. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref40\"><strong>[39]<\/strong><\/a>\u00a0Lizzie O\u2019Leary, The Modern Supply Chain Is Snapping, in: Atlantic, 19. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref41\"><strong>[40]<\/strong><\/a>\u00a0Choi u.a., Coronavirus is a Wake-Up Call for Supply Chain Management; Willy Shih, COVID-19 and Global Supply Chains: Watch Out for Bullwhip Effects, in: Forbes, 21. Februar 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref42\"><strong>[41]<\/strong><\/a>\u00a0Estimated March Imports Hit Five Year-Low, Declines Expected to Continue Amid Pandemic, in: National Retail Federation, 7. April 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref43\"><strong>[42]<\/strong><\/a>\u00a0Emma Cosgrove, FAA Offers Safety Guidance for Passenger Planes Ferrying Cargo,in: Supply Chain Dive, 17. April 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref44\"><strong>[43]<\/strong><\/a>\u00a0Trade Set to Plunge as COVID-19 Pandemic Upends Global Economy, in: World Trade Organization, 8. April 2020; S. L. Fuller, WTO: 2020 Trade Levels Could Rival the Great Depression, in: Supply Chain Dive, 9. April 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref45\"><strong>[44]<\/strong><\/a>\u00a0Deborah Abrams Kaplan, Why Supply Chain Data is King in the Coronavirus Pandemic, in: Supply Chain Dive, 7. April 2020; O\u2019Leary, The Modern Supply Chain Is Snapping; Chad P. Bown, COVID-19: Trump\u2019s Curbs on Exports of Medical Gear Put Americans and Others at Risk,in: Peterson Institute for International Economics, 9. April 2020; Shefali Kapadia, From Section 301 to COVID-19, in: Supply Chain Dive, 31. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref46\"><strong>[45]<\/strong><\/a>\u00a0Finbarr Bermingham, Sidney Leng, and Echo Xie, China Ramps Up COVID-19 Test Kit Exports Amid Global Shortage, as Domestic Demand Dries Up, in: South China Morning Post, 30. M\u00e4rz 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref47\"><strong>[46]<\/strong><\/a>\u00a0Kapadia, From Section 301 to COVID-19; Companies\u2019 Supply Chains Vulnerable to Coronavirus Shocks, in: Financial Times, 8. M\u00e4rz 2020; Bermingham, Leng, and Xie, in: China Ramps Up COVID-19 Test Kit Exports.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref48\"><strong>[47]<\/strong><\/a>\u00a0COVID-19: Where Is Your Supply Chain Disruption? In: Future of Sourcing, 3. April 2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref49\"><strong>[48]<\/strong><\/a>\u00a0Thomas A. Foster, Risky Business: The True Cost of Supply-Side Disruptions, in: Supply Chain Brain, May 1, 2005; Kevin Hendricks and Vinod R. Singhal, The Effect of Supply Chain Disruptions on Long-Term Shareholder Profitability, and Share Price Volatility, Juni 2005, online unter <a href=\"http:\/\/supplychainmagazine.fr\">http:\/\/supplychainmagazine.fr<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48040#_ftnref50\"><strong>[49]<\/strong><\/a>\u00a0Supply-Chain Finance is New Risk in Crisis, in: Wall Street Journal, 4. April 4 2020; CNE\/CIS Trade Finance Survey 2017, in: BNE Intellinews, 3. April 2017.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref2\"><strong>[50]<\/strong><\/a>\u00a0Stephen Roach, This Is Not the Usual Buy-on-Dips Market, Economic Times, 18.03.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref3\"><strong>[51]<\/strong><\/a>\u00a0COVID-19 Response Team, Imperial College,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.imperial.ac.uk\/media\/imperial-college\/medicine\/mrc-gida\/2020-03-26-COVID19-Report-12.pdf\">Report 12: The Global Impact of COVID-19 and Strategies for Mitigation and Suppression<\/a>\u00a0(London 2020), 3\u20134, 1.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref4\"><strong>[52]<\/strong><\/a>\u00a0Ahmed Mushfiq Mobarak\/Zachary Barnett-Howell,\u00a0<a href=\"https:\/\/foreignpolicy.com\/2020\/04\/10\/poor-countries-social-distancing-coronavirus\">Poor Countries Need to Think Twice About Social Distancing<\/a>,\u00a0<em>Foreign Policy<\/em>, 10.04.2020; Zachary Barnett-Howell\/Ahmed Mushfiq Mobarak,\u00a0<a href=\"https:\/\/arxiv.org\/pdf\/2004.04867.pdf\">The Benefits and Costs of Social Distancing in Rich and Poor Countries<\/a>, ArXiv, 10.04.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref5\"><strong>[53]<\/strong><\/a>\u00a0Davis, Mike Davis on Pandemics, Super-Capitalism, and the Struggles of Tomorrow.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref6\"><strong>[54]<\/strong><\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/orinocotribune.com\/president-maduro-venezuela-faces-the-covid-19-with-voluntary-quarantine-without-curfew-or-state-of-exception-interviewed-by-alfredo-serrano\/\">President Maduro: Venezuela Faces the COVID-19 With Voluntary Quarantine Without Curfew or State of Exception<\/a>,\u00a0<em>Orinoco Tribune<\/em>, 18.04.2020; Frederico Fuentes,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenleft.org.au\/content\/venezuela-community-organisation-key-fighting-covid-19\">Venezuela: Community Organization Key to Fighting COVID-19<\/a>,\u00a0<em>Green Left<\/em>, 09.04.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref7\"><strong>[55]<\/strong><\/a>\u00a0Analysis: The Pandemic Is Ravaging the World\u2019s Poor Even If They Are Untouched by the Virus,\u00a0<em>Washington Post<\/em>, 15.04. 2020; Matt Leonard, India, Bangladesh Close Factories Amid Coronavirus Lockdown,\u00a0<em>Supply Chain Dive<\/em>, 26.03.2020; Finbarr Bermingham,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/economy\/china-economy\/article\/3078233\/coronavirus-global-trade-braces-tidal-wave-ahead-shutdown\">Global Trade Braces for \u2018Tidal Wave\u2019 Ahead, as Shutdown Batters Supply Chains<\/a>,\u00a0<em>South China Morning Post<\/em>, 03.04.2020; I. P. Singh,\u00a0<a href=\"https:\/\/timesofindia.indiatimes.com\/city\/ludhiana\/punjab-no-orders-no-raw-material\/articleshow\/74928013.cms\">Punjab: No Orders, No Raw Material<\/a>,\u00a0<em>Times of India<\/em>, 01.04.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref8\"><strong>[56]<\/strong><\/a>\u00a0Roach, This Is Not the Usual Buy-On-Dips Market.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref9\"><strong>[57]<\/strong><\/a>\u00a0Kapadia, From Section 301 to COVID-19.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref10\"><strong>[58]<\/strong><\/a>\u00a0Bown, COVID-19: Trump\u2019s Curbs on Exports of Medical Gear.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref11\"><strong>[59]<\/strong><\/a>\u00a0David Ruccio,\u00a0<a href=\"https:\/\/anticap.wordpress.com\/2020\/04\/14\/china-syndrome-2\">The China Syndrome<\/a>,\u00a0<em>Occasional Links and Commentary<\/em>, 14.04.2020; Alan Rappeport,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2020\/04\/13\/us\/politics\/peter-navarro-coronavirus.html\">Navarro Calls Medical Experts \u2018Tone Deaf\u2019 Over Coronavirus Shutdown<\/a>,\u00a0<em>New York Times<\/em>, 13.04.2020; John Bellamy Foster,\u00a0<a href=\"https:\/\/monthlyreview.org\/product\/trump_in_the_white_house\/\">Trump in the White House<\/a>\u00a0(New York 2017), 84\u201385.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref12\"><strong>[60]<\/strong><\/a>\u00a0Cary Huang,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/week-asia\/opinion\/article\/3075123\/coronavirus-fatal-economic-globalisation\">Is the Coronavirus Fatal for Economic Globalisation?<\/a>,\u00a0South China Morning Post, 15.03.2020; Frank Tang,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/economy\/china-economy\/article\/3079983\/coronavirus-american-factory-boss-says-pandemic-will-change\">American Factory Boss Says Pandemic Will Change China\u2019s Role in Global Supply Chain<\/a>, South China Morning Post, 15.04.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref13\"><strong>[61]<\/strong><\/a>\u00a0John Reed\/Song Jung-a,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/0dc1c598-4f06-11ea-95a0-43d18ec715f5\">Samsung Flies Phone Parts to Vietnam After Coronavirus Hits Supply Chains<\/a>,\u00a0<em>Financial Times<\/em>, 16.02.2020; Finbarr Bermingham,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.scmp.com\/print\/economy\/china-economy\/article\/3052823\/coronavirus-vietnam-lured-factories-during-trade-war-now\">Vietnam Lured Factories During Trade War, but Now Faces Big Hit as Parts from China Stop Flowing<\/a>,\u00a0<em>South China Morning Post<\/em>, 28.02.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref14\"><strong>[62]<\/strong><\/a>\u00a0Fadli,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.thejakartapost.com\/news\/2020\/02\/18\/batam-factories-at-risk-as-coronavirus-outbreak-stops-shipments-of-raw-materials-from-china.html\">Batam Factories at Risk as Coronavirus Outbreak Stops Shipments of Raw Materials from China<\/a>,\u00a0<em>Jakarta Post<\/em>, 18.02.2020;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.thestar.com.my\/news\/regional\/2020\/03\/16\/covid-19-indonesia-waives-income-tax-for-manufacturing-workers-for-six-months\">Covid-19: Indonesia Waives Income Tax for Manufacturing Workers for Six Months<\/a>,\u00a0<em>Star<\/em>, 16.03.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref15\"><strong>[63]<\/strong><\/a>\u00a0Tang, American Factory Boss Says Pandemic Will Change China\u2019s Role in Global Supply Chain.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref16\"><strong>[64]<\/strong><\/a>\u00a0Christopher C. Krebs,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cisa.gov\/sites\/default\/files\/publications\/CISA_Guidance_on_the_Essential_Critical_Infrastructure_Workforce_Version_2.0_Updated.pdf\">Advisory Memorandum on Identification of Essential Critical Infrastructure Workers<\/a>, U.S. Department of Homeland Security, 28.03.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref17\"><strong>[65]<\/strong><\/a>\u00a0Lauren Chambers,\u00a0<a href=\"https:\/\/data.aclum.org\/2020\/04\/07\/covid-19-disproportionately-affects-vulnerable-populations-in-boston\/\">Data Show that COVID-19 is Hitting Essential Workers and People of Color Hardest<\/a>, Data for Justice Project, American Civil Liberties Union, 07.04.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref18\"><strong>[66]<\/strong><\/a>\u00a0Karl Marx,\u00a0Randglossen zu Adolph Wagners \u201eLehrbuch der politischen \u00d6konomie\u201d (Zweite Auflage), Bd. I, 1879. MEW 19, 367.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref19\"><strong>[67]<\/strong><\/a>\u00a0Vgl. Friedrich Engels, Das Begr\u00e4bnis von Karl Marx, MEW 19, 335.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref20\"><strong>[68]<\/strong><\/a>\u00a0Guy Standing,\u00a0<em>Plunder of the Commons: A Manifesto for Sharing Public Health<\/em>\u00a0(London 2019), 49; John Bellamy Foster\/Brett Clark,\u00a0<a href=\"https:\/\/monthlyreview.org\/product\/the-robbery-of-nature\/\">The Robbery of Nature<\/a>\u00a0(New York 2020), 167\u201372.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref21\"><strong>[69]<\/strong><\/a>\u00a0John Bellamy Foster\/Robert W. McChesney, The Endless Crisis (New York 2012).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref22\"><strong>[70]<\/strong><\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/thebulletin.org\/2020\/01\/press-release-it-is-now-100-seconds-to-midnight\">It\u2019s Now 100 Seconds to Midnight<\/a>,\u00a0<em>Bulletin of Atomic Scientists<\/em>, 23.01.2020.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref23\"><strong>[71]<\/strong><\/a>\u00a0Microbial Resistance a Global Health Emergency,\u00a0<em>UN News<\/em>, 11.12.2018; Ian Angus,\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.14452\/MR-071-02-2019-06_1\">Superbugs in the Anthropocene<\/a>,\u00a0<em>Monthly Review<\/em>\u00a071, Nr. 2 (Juni 2019).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref24\"><strong>[72]<\/strong><\/a>\u00a0Karl Marx\/Friedrich Engels,\u00a0Manifest der Kommunistischen Partei, MEW 4, 462.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref25\"><strong>[73]<\/strong><\/a>\u00a0Karl Marx,\u00a0Das Kapital, Band 3, MEW 25, 828.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118#_ftnref26\"><strong>[74]<\/strong><\/a>\u00a0Karl Marx, Debatten \u00fcber Pre\u00dffreiheit, MEW 1, 69; Wallace et al., COVID-19 and Circuits of Capital.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.linksnet.de\/artikel\/48118\"><em>linksnet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 6. Januar 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>John Bellamy Foster &amp;\u00a0Intan Suwandi. Der Kapitalismus geht mit einer enormen \u00f6kologischen, epidemiologischen und \u00f6konomischen Fragilit\u00e4t einher. Durch die aktuelle Covid-19-Pandemie wird dies deutlicher denn je. 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