{"id":9112,"date":"2021-01-11T16:48:58","date_gmt":"2021-01-11T14:48:58","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9112"},"modified":"2021-01-11T16:49:00","modified_gmt":"2021-01-11T14:49:00","slug":"ueberlegungen-zum-faschistischen-putschversuch-in-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9112","title":{"rendered":"\u00dcberlegungen zum faschistischen Putschversuch in den USA"},"content":{"rendered":"<p><em>Hans Christoph Stoodt. <\/em><strong>Das Folgende wird keine wissenschaftliche Abhandlung \u00fcber die Ereignisse der letzten Tage in den USA. Dazu ist jetzt nicht der Zeitpunkt. Dies wird eine kurze und polemische Reaktion im Interesse<\/strong><!--more--> <strong>meiner eigenen Selbstkl\u00e4rung, gerichtet nicht zuletzt auch an die \u201eeigenen Reihen\u201c, also die im weitesten und unsch\u00e4rfsten Sinn \u201elinke Bewegung\u201c. Widerspruch in der Sache und Diskussionsangebote sind willkommen.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist zun\u00e4chst zu konstatieren, was in den USA geschehen ist. Trump hat versucht, den Marsch Hitlers und Ludendorffs auf die Feldherrnhalle von 1923, den Marsch Mussolinis auf Rom nachzustellen. Er hat, wie schon all die Jahre zuvor, in direktem Appell an seine bewaffneten Milizen und andere Massen seiner Anh\u00e4nger*innen eine Art Staatsstreich angeordnet, vermutlich wohl wissend, dass der an diesem Tag nicht gelingen k\u00f6nne. Die wahre Absicht d\u00fcrfte gewesen sein, \u00e4hnlich wie bei seinen beiden zuvor genannten Vorbildern, Bilder, Narrative, Mythen zu schaffen, auf die sich sp\u00e4ter aufbauen l\u00e4sst. Das ist ihm voll und ganz gelungen. Was aus seinen weiteren Pl\u00e4nen wird, wird man sehen.<\/p>\n<p>Das Problem aber ist nicht Trump. Deshalb ist jede personalisierende und moralisierende Emp\u00f6rung eine Verharmlosung dessen, was gerade geschehen ist. Trump ist lediglich eine Charaktermaske, die das Problem zum Ausdruck bringt \u2013 allerdings in einer individuell h\u00f6chst passenden und deshalb so wirkungsvollen Weise. Trump gleicht dem gekr\u00e4nkten Narzissten, der voller Wut den Spiegel zerschl\u00e4gt, auf dem man ihm sein h\u00e4ssliches Bild vorweist. Genau in dieser Attit\u00fcde desjenigen, der unf\u00e4hig ist, sich selber zu \u00e4ndern und darum gewaltsam das Bild von sich zerst\u00f6ren m\u00f6chte, das er hervorruft, gleicht er heute der Gesellschaft der USA und dar\u00fcber hinaus der gesellschaftlichen Realit\u00e4t des Imperialismus weltweit. Schon bei seiner Inauguration am 20. Januar 2016 rief seine Sprecherin zur Anerkennung \u201ealternativer Fakten\u201c auf, die \u201ewahrer\u201c seien als die n\u00fcchterne Wirklichkeit. Dabei ist es geblieben bis zum Schluss, und es wird nicht aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Konzentration auf die Person Trumps ist falsch \u2013 denn das Problem hat auch nicht mit Trump angefangen. Sein Vorg\u00e4nger, der heute als sein leuchtendes Gegenmodell gefeiert wird, war bekanntlich derjenige, der einmal w\u00f6chentlich jene \u201ekilling lists\u201c der Geheimdienste abzeichnete, auf deren Basis anschliessend missliebige Personen weltweit mittels Drohnenangriffen oder \u00e4hnlichen extralegalen Machenschaften ohne Prozess liquidiert wurden. Im Fall der T\u00f6tung Osama bin Ladens, jenes engen Freundes seines Amtsvorg\u00e4ngers Bush II, hat er bekanntlich die Abschlachtung sogar pers\u00f6nlich, live und in Farbe mitangeschaut. Ihn als Musterdemokraten und humanes Beispiel gegen Trump aufzurufen ist nichts anderes als der feste Glaube an \u201ealternative Fakten\u201c. Und der bereits erw\u00e4hnte Bush II bekam in seiner ganzen tiefen Irrationalit\u00e4t in Michael Moores Dokumentarfilm \u201eFahrenheit 9\/11\u201c ein unverg\u00e4ngliches Denkmal gesetzt.<\/p>\n<p>Die feste Entschlossenheit, die Welt nicht so sehen zu wollen, wie sie ist, sondern wie man sie gerne h\u00e4tte, ist an sich nichts Schlechtes. Es g\u00e4be weder Utopien noch Tr\u00e4ume, weder Religion, Kunst oder selbst Wissenschaft ohne sie. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Art von Tr\u00e4umen an die gleiche entschlossene Realit\u00e4tsorientierung der Tr\u00e4umenden gebunden: \u201eDer Zwiespalt zwischen Traum und Wirklichkeit ist nicht sch\u00e4dlich, wenn nur der Tr\u00e4umende ernstlich an seinen Traum glaubt, wenn er das Leben aufmerksam beobachtet, seine Beobachtungen mit seinen Luftschl\u00f6ssern vergleicht und \u00fcberhaupt gewissenhaft an der Realisierung seines Traumgebildes arbeitet. Gibt es nur irgendeinen Ber\u00fchrungspunkt zwischen Traum und Leben, dann ist alles in bester Ordnung\u201c.[1]<\/p>\n<p><strong>Imperialismus und Irrationalismus<\/strong><\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen Trump oder auch die Idealisierung Obamas usw. ist das genaue Gegenteil dessen. Sie ist Ausdruck eines Irrationalismus, der zu Recht als \u201ead\u00e4quate Bewusstseinsform der imperialistischen Gesellschaft\u201c bezeichnet wurde, und die ihre unausweichliche Funktionsweise nicht dem \u201everkehrten Bewusstsein\u201c irgendwelcher Akteure verdankt, sondern geradezu gesetzm\u00e4ssiges Ergebnis der systemischen Imperative eben dieser Gesellschaftsformation ist.[2]<\/p>\n<p>Die Welt heute ist die Welt imperialistischer Herrschaft. Unter Imperialismus ist nicht eine Form von \u201ePolitik\u201c oder gar nur eine Form expansiver Aussenpolitik zu verstehen. Imperialismus ist ein Begriff f\u00fcr die (noch mit Ausnahme Kubas und Nordkoreas) weltweit herrschende Form des Kapitalismus in seinem h\u00f6chsten und letzten Stadium.[3] Imperialistische Gesellschaften konkurrieren erbittert miteinander nach Aussen und enthalten nach Innen systemnotwendig die Tendenz zu Stagnation, reaktion\u00e4rer staatlicher Formierung der Gesellschaft im Interesse des Monopolkapitals und zu jeder Zeit die M\u00f6glichkeit des Faschismus.<\/p>\n<p>Die internationale Seite dieser Medaille der herrschenden imperialistischen Gesellschaftsform, von Lenin seinerseits mit der revolutionstheoretischen Metapher einer \u201eKette\u201c beschrieben, dessen schw\u00e4chstes Glied man brechen m\u00fcsse, ist heute (inklusive Russlands und Chinas) so komplex und global, dass es wahrscheinlich richtiger ist, sie mit der \u201edreidimensionalen\u201c Metapher der Pyramide zu veranschaulichen[4].<\/p>\n<p>In den Gesellschaften der \u201eimperialistischen Pyramide\u201c und erst recht global t\u00fcrmen sich in den letzten Jahrzehnten die Probleme auf und \u00fcberlagern einander, die im Rahmen der kapitalistischen Produktionsweise von heute nicht gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, ohne dass sie sich selbst aufgeben muss.<\/p>\n<p>Die besch\u00f6nigend so benannte \u201eBankenkrise\u201c von 2008\/09 ist in ihren Folgen bis heute nicht bew\u00e4ltigt. Sie war unter anderem das Ergebnis des erbitterten Wettlaufs um die Extraprofite bei der Neuaufteilung der Welt nach der Implosion des sozialistischen Weltsystems 1989\/91, das seinerseits entstanden war im Ergebnis der Niederschlagung des deutsch-faschistischen Griffs nach der Weltherrschaft, der wiederum nicht zu verstehen ist ohne den wilhelminisch-deutschen ersten Griff dieser Art im Ersten Weltkrieg und seiner Besiegung durch die imperialistischen Konkurrenten, in dessen Gefolge mit dem ersten sozialistischen Staat der Geschichte f\u00fcr siebzig Jahre eine \u2013 vorerst gescheiterte \u2013 greifbare Alternative zur kapitalistischen Produktionsweise entstand.<\/p>\n<p>Das heisst: wir leben in einer Welt der allenfalls immer wieder nur um einige Jahre aufschiebbaren, aber niemals ganz zu beseitigenden kapitalistischen Weltwirtschaftskrise.<\/p>\n<p>Die drohende Klimakatastrophe, in ihrer Herkunft und Funktionsweise evident Begleiterin von Aufstieg und Fall des Kapitalismus \/ Imperialismus (und deswegen eben nicht \u201emenschengemacht\u201c sondern Ausdruck des Imperialismus als gesellschaftlichen Systems) l\u00e4sst der Menschheit global nur noch wenige \u2013 etwa zwei bis drei \u2013 Jahrzehnte, um die Formen menschlicher Zivilisation, die wir kennen, vor dem weitestgehenden Kollaps des globalen Raums der Wechselwirkung von Natur und Gesellschaften zu bewahren. Sie ist im Rahmen der kapitalistischen Ordnung, der imperialistischen Pyramide, nicht zu verhindern.[5]<\/p>\n<p>Die immer tiefer in die bis dahin noch nicht vermenschlichte Natur vordringende kapitalgetriebene menschliche Aktivit\u00e4t hinterl\u00e4sst zB. weltweit Millionen Tonnen Mikroplastik auf dem Mount Everest und im Marianengraben, nachweisbar inzwischen schon in menschlichen F\u00f6ten. Die gewaltsame Durchdringung der Natur, in der die von Menschen geschaffene Technik heute noch allzuoft steht wie eine Armee in einem besetzten Land, f\u00f6rdert die zoonotische Entstehung von Pandemien wie die derzeitige Corona-Krise. Es ist nicht vorstellbar, wie eine solche Entwicklung gesellschaftlich gestoppt werden k\u00f6nnte, solange damit noch private Profite zu erwirtschaften sind, also im Rahmen des Kapitalismus\/Imperialismus.<\/p>\n<p>Es ist aber auch nicht absehbar, wie lange oder kurz es noch bis zum Ausbruch eines weltweiten Kriegs dauert. Die technischen Voraussetzungen daf\u00fcr sind gegeben, an den gesellschaftlichen Voraussetzungen im Sinn der notwendigen Ruhe und Einheit an der Heimatfront wird intensiv gearbeitet[6]. Beispiel: Trumps vor wenigen Tagen ergangene Anweisung an den atomar bewaffneten Flugzeugtr\u00e4ger USS \u201eNimitz\u201c, entgegen dem Befehl des Verteidigungsministeriums der USA im Bereich nahe Iran zu verbleiben, verweist auf die leider nicht undenkbare M\u00f6glichkeit dieses US-Pr\u00e4sidenten, in letzter Minute eine Art erweiterten Selbstmord in Form des Ausl\u00f6sung eines globalen Kriegs zu veranstalten.[7]<\/p>\n<p>Diese schlaglichtartigen Verweise auf Weltwirtschaftskrise und Kriegsgefahr, Klimakatastrophe und Pandemie sind durch den internen, notwendigen Zusammenhang ihres gemeinsamen imperialistischen Charakters miteinander systematisch, dh. notwendig und nicht zuf\u00e4llig, verbunden. In ihrer gegenseitigen Beeinflussung und Durchdringung ergeben sie \u2013 hier nur oberfl\u00e4chlich benennbar \u2013 das Dickicht, in dem sich die Menschheit global befindet.<\/p>\n<p>Aus diesem Dickicht heraus kann nur ein Weg f\u00fchren, der die systematische Grundlage all der benannten Probleme und ihrer mannigfachen weiteren Facetten (zum Teil viel \u00e4lterer Herkunft wie der ungebrochenen Herrschaft des Patriarchats oder von Erscheinungsformen b\u00fcrgerlicher Herrschaft wie Rassismus und Nationalismus), in Form eines im Wortsinn radikalen Bruchs mit dem Bisherigen hinter sich l\u00e4sst. Nach allem, was man heute plausibel wissen kann, ist das f\u00fcr meine Wahrnehmung nur auf dem Weg einer sozialistischen Revolution m\u00f6glich, die mit der Systemlogik des Kapitalismus und der Warenproduktion bricht und an ihrer Stelle eine nicht profitgetriebene, sondern eine rational planbare, bed\u00fcrfnisorientierte und m\u00f6glichst rasch vollst\u00e4ndig im gesellschaftlichen Eigentum arbeitende Wirtschaft setzt.<\/p>\n<p>Hierzu ist es notwendig und unabdingbar, die bisherigen imperialistischen Staaten als Bestandsgaranten der kapitalistisch-imperialistischen Produktionsweise zu zerbrechen, was noch nirgends auf der Welt ohne die Anwendung von Gewalt m\u00f6glich war, weil die jeweilige Klassendiktatur der Bourgeoisie sich auf dem Weg etwa \u00fcber parlamentarische Wahlen noch nie und nirgends dazu bewegen liess, ihren Privatbesitz an Produktionsmitteln aufzugeben.<\/p>\n<p>Die herrschende Bewusstseinsform der durch ihre Staaten gewaltsam gepanzerten imperialistischen Gesellschaften kann grunds\u00e4tzlich nur in Teilbereichen wissenschaftlicher, kritischer Rationalit\u00e4t verpflichtet sein und ist es auch tats\u00e4chlich. Sie kann aber den Blick in den Abgrund ihrer nicht mehr vorhandenen Zukunftsperspektive ebensowenig ertragen wie der von seinem wahren Anblick gekr\u00e4nkte Narzisst den Blick in den Spiegel oder Trump die Wahrheit \u00fcber seine Niederlage ertr\u00e4gt. Sie m\u00fcsste sonst anerkennen, dass die Alternative lautet: \u00dcberleben der Menschheit oder des Imperialismus, Sozialismus oder Barbarei.<\/p>\n<p><strong>Imperialismus und der Verfall des Zwei-Parteien-Systems als Instrument politischer Massenintegration: Zeichen einer zugespitzten politischen Krise und die faschistische Option<\/strong><\/p>\n<p>Bislang war es in den meisten b\u00fcrgerlich-demokratisch verfassten imperialistischen Staaten m\u00f6glich, die parlamentarischen \u201eSpielregeln\u201c ihrer politischen Bestandssicherung, des Aushandelns der jeweiligen systemimmanenten Probleml\u00f6sungsstragtegien nach Innen und nach Aussen auf imperialistischer Basis in mehr oder weniger so funktionierenden Zweiparteiensystemen zu organisieren, die sich von Zeit zu Zeit in der F\u00fchrung der Gesch\u00e4fte des Staats als \u201eideeller Gesamtkapitalist\u201c abwechselten und sich dabei gegenseitig auf die Finger schauten. Gerade in Zeiten, in der das sorgf\u00e4ltig austarierte Gef\u00fcge des b\u00fcrgerlichen Staats in Gefahr ger\u00e4t, hat es sich in den vergangenen Jahrzehnten bew\u00e4hrt. So soll R\u00e9gis Debray als Berater Mitterands zu den Perspektiven des Widerstands gegen die faschistische Milit\u00e4rdiktatur in Chile ge\u00e4ussert haben, dieser Widerstand werde wahrscheinlich vor allem von den Kommunisten geleistet werden, nach dem Sieg w\u00fcrden sich dann Sozialdemokraten und Christdemokraten in der Herrschaft abwechseln. So kam es dann ja auch.<\/p>\n<p>Aber dieses System, klassisch in den USA, funktioniert offenbar nicht mehr so richtig. Der Grund daf\u00fcr liegt nicht in deren Unf\u00e4higkeit, b\u00fcrgerliche Politik zu gestalten, sondern in deren radikaler Perspektivlosigkeit angesichts der zu l\u00f6senden globalen Probleme.<\/p>\n<p>Es liegt auf der Hand, was in der Klimafrage zB. im Bereich von Mobilit\u00e4t, Landwirtschaft, Energiepolitik national, regional und global zu tun w\u00e4re, aber es kann trotz vorhandener technischer M\u00f6glichkeiten und weithin vorhandener gesellschaftlicher Bereitschaft zu auch tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen nicht radikal in Angriff genommen werden, weil es mit den Eigentumsverh\u00e4ltnissen in den Gesellschaften der grossen imperialistischen Staaten kollidieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es liegt auf der Hand, dass die riesige Masse der Menschheit in einem globalen Krieg nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren h\u00e4tte \u2013 aber wenn ein solcher Krieg der einzige Ausweg ist, auf dem Weg \u00fcber massenhafte Kapitalvernichtung und die Mobilisierung einer antirevolution\u00e4r formierten Heimatfront daf\u00fcr zu sorgen, dass die herrschenden Produktionsverh\u00e4ltnisse die Produktionsverh\u00e4ltnisse der Herrschenden bleiben, gibt es keinerlei Garantie daf\u00fcr, dass er nicht angezettelt wird.8<\/p>\n<p>Die in den Jahrzehnten nach Reagan \/ Thatcher zu beobachtende scheinbar unaufhaltsame Rechtsverschiebung politischer Diskurse und der Organisationen, in denen sie gef\u00fchrt werden, hat ihren objektiven Grund darin, dass dann, wenn die Systemfrage, also der revolution\u00e4re \u00dcbergang vom Kapitalismus zum Sozialismus, nicht gestellt werden soll und darf, angesichts der sich auft\u00fcrmenden Probleme die Abgrenzung gegen im Wortsinn radikale, also deren zugrundeliegenden strukturellen Probleme, immer deutlicher werden muss. Die Notwendigkeit der \u00dcberwindung des Kapitalismus und damit die sozialistische Revolution ist der unsichtbare Elefant im Raum, von dem jeder weiss, der aber nicht benannt werden darf oder emp\u00f6rt in seiner Existenz geleugnet werden muss.<\/p>\n<p>In dieser Lage schieben sich die Diskurse ehemals eher linker oder liberaler Vertreter*innen des Kapitalismus und die deren rechter Opponent*innen immer weiter zusammen, ihr argumentativer Spielraum in der verbleibenden \u201eMitte\u201c wird schmaler. Deshalb gibt es weder in der traditionellen Sozialdemokratie der Bundesrepublik noch den von ihr heute noch immer weitgehend politisch abh\u00e4ngigen Gewerkschaften des DGB das, was man bis in die 1970er Jahre hinein ernsthaft als Reformismus bezeichnet h\u00e4tte: Ideen und Diskussionen, die in scharfer Abgrenzung zu revolution\u00e4ren Alternativen den \u00dcbergang zu einem \u201edemokratischen Sozialismus\u201c mit Methoden des parlamentarischen Kampfs, der \u201eWirtschaftsdemokratie\u201c usw. zum Ziel hatten.<\/p>\n<p>Mit dem Pyrrhussieg des Imperialismus \u00fcber die sozialistische Alternative, die bis in die sp\u00e4ten 1950er Jahre hinein einmal einen gangbaren Weg gesellschaftlichen Lebens jenseits des Kapitalismus auf einem Drittel des Globus, bis 1989 immerhin noch auf einem Sechstel, vorgef\u00fchrt hatte, entfiel im Lauf weniger Jahrzehnte die raison d\u2019\u00eatre f\u00fcr den Reformismus, und seine ehemaligen Exponenten wie zB. der fr\u00fchere \u201eMarxist\u201c Gerhard Schr\u00f6der liessen ihn nach erfolgreicher Karriere nicht nur wie eine heisse Kartoffel fallen, sondern gingen sang- und klanglos auf die Positionen ihrer fr\u00fcheren rechten Todfeinde des sogenannten Neoliberalismus \u00fcber.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung und ihre globalen ideologischen Begleiterscheinungen provozieren nun allerdings erst recht den weiteren Aufstieg des Irrationalismus als dominante Erscheinung der imperialistischen Gesellschaften, wovon man sich im R\u00fcckblick leicht \u00fcberzeugen kann, wenn man Ereignisse wie zB. den Aufstieg des djihadistischen Islamismus mit Unterst\u00fctzung des US-Imperialismus9, die Reaktion auf die islamistischen Angriffe auf die Twin-Towers, die wahnwitzigen \u201eBegr\u00fcndungen\u201c f\u00fcr den dritten Irak-Krieg 2003 usw. ansieht10, eine Linie, die man auf der Seite der Rechten bis in den heutigen Islamhass, konstitutiver Ideologiekitt heterogener Intentionen, auf der Seite nicht weniger Linken in die Behauptung der Existenz eines angeblichen \u201eIslamfaschismus\u201c hinein weiterziehen kann[11].<\/p>\n<p>In analoger Weise wird bis zum heutigen Tag wie selbstverst\u00e4ndlich davon ausgegangen, die drohende kapitalistische Klimakatastrophe liesse sich im Rahmen des Kapitalismus l\u00f6sen, eine Vorstellung, die tiefe und allgegenw\u00e4rtige Spuren selbst noch in radikal linken Kreisen von Klimagerechtigkeitsaktivisti hinterl\u00e4sst, wenn man zwar die \u00dcberzeugung \u00e4ussert, man brauche einen #systemchange, aber nicht angeben kann oder will, worin konkret er denn ausser in \u201egelebten Utopien\u201c bestehen soll, was schon mehr als der erste Schritt zur n\u00e4chsten eigenen Niederlage darstellt. Im \u00e4ngstlich den Blick nach radikal links vermeidenden Zusammenschieben der gesellschaftlichen Diskurse in die \u201eMitte\u201c wird der Irrationalismus dieser Diskurse nat\u00fcrlich nicht kleiner.<\/p>\n<p>In einer solchen Lage kann ein traditionelles Zweiparteiensystem oder ein politisches System unterschiedlicher Parteien, die sich grunds\u00e4tzlich zwei Lagern, einem traditionellen Werten und Wegen verhafteten konservativ-rechten und einem liberal-reformistischen b\u00fcrgerlich-linken nicht mehr funktionieren, weil es seine urspr\u00fcnglich einmal durchaus vorhandene funktionale Bedeutung f\u00fcr die Administration der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft verliert.<\/p>\n<p>Diese Rolle f\u00fcr das Funktionieren der Politik b\u00fcrgerlicher Staaten hat zB. Lenin 1912 in seiner Einsch\u00e4tzung der damaligen US-Pr\u00e4sidentschaftswahlen klar beschrieben: feste Verankerung beider konkurrierenden Parteien auf dem Boden des Kapitalismus, enorme Stabilit\u00e4t dieses Zweiparteiensystems auf dem Boden gr\u00f6sstm\u00f6glicher b\u00fcrgerlicher Freiheit und mit dem gemeinsamen Interesse der entschlossenen Abwehr des Sozialismus als politischer Bewegung der Systemalternative, systemstabilisierende Funktion des Reformismus bis hin zu progressiver Arbeitsrechtsgesetzgebung in diesem Kontext.[12]<\/p>\n<p>In \u201eDer linke Radikalismus, die Kinderkrankheit des Kommunismus\u201c wiederholt Lenin dies acht Jahre sp\u00e4ter in seiner Kritik an der britischen \u201elinken Kommunistin\u201c Sylvia Pankhurst und schildert zugleich die Man\u00f6ver zur Rettung des Kapitalismus im Rahmen dieses letztlich relativ-einheitlichen Systems b\u00fcrgerlicher Parteien zur politischen Massenintegration der Ausgebeuteten: \u201e \u2026 die liberale Bourgeoisie verzichtet auf das durch jahrhundertelange geschichtliche Erfahrung geheiligte und f\u00fcr die Ausbeuter ausserordentlich vorteilhafte System der \u201ezwei Parteien\u201c (der Ausbeuter) und h\u00e4lt es f\u00fcr notwendig, ihre Kr\u00e4fte zum Kampf gegen die Arbeiterpartei zu vereinigen. Ein Teil der Liberalen l\u00e4uft, wie die Ratten das sinkende Schiff verlassen, zur Arbeiterpartei \u00fcber.\u201c[13]<\/p>\n<p>Diese beiden Momentaufnahmen aus der Perspektive Lenins zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigen die damas gegebene hohe Funktionalit\u00e4t des Zweiparteien-Modells f\u00fcr das politische Mangement der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft in ihrer imperialistischen Phase \u2013 selbst \u00fcber die unerh\u00f6rten Krisen des 1. Weltkriegs und der siegreichen Oktoberrevolution hinaus. Wie wir heute wissen \u00fcberdauerte es auch den Zweiten Weltkrieg und konnte sogar vorl\u00e4ufig einen fast weltweiten Sieg \u00fcber den Sozialismus, nicht ohne damit zugleich \u201eDas Ende der Geschichte\u201c \u00fcberhaupt auszurufen.<\/p>\n<p>Am Ende dieses Wegs, heute, sieht das so aus: \u201eDas Zwei-Parteien-System, die vorherrschende Form der Politik in unserer postpolitischen \u00c4ra, ist die Erscheinung einer Wahl, wo es grunds\u00e4tzlich keine gibt. Beide Pole konvergieren in ihrer Wirtschaftspolitik, w\u00e4hrend ihre Differenz sich letztlich auf entgegengesetzte kulturelle Attit\u00fcden beschr\u00e4nkt: multikulturelle, sexuelle \u201eOffenheit\u201c versus traditionelle Werte.\u201c[14]<\/p>\n<p>Das von Zizek hier als \u201eKonvergieren in der Wirtschaftspolitik\u201c eher abstrakt Beschriebene politische Apriori der Bestanderhaltung des Kapitalismus ist nichts anderes als der fundamentale und objektive Grund f\u00fcr das \u201eZusammenschieben\u201c der gesellschaftlichen Diskurse in der Mitte, ein Vorgang, dessen Bedeutung, wie ich es wahrnehme, konstitutiv ist f\u00fcr den Funktionsverlust des traditionellen Zwei-Lager- oder Zwei-Parteien-Systems imperialistischer Staaten, ein grundlegender, gleichsam tektonischer Vorgang, an dessen heutigem Punkt Reformismus (sozialdemokratischer, linkschristlicher, liberal begr\u00fcndeter uws. Art) \u00fcberfl\u00fcssig, weil objektiv unm\u00f6glich und daher bedeutungslos geworden ist.<\/p>\n<p>Im faschistischen und rechtsliberalen Denken widerspiegelt sich dieser Vorgang in der g\u00e4ngigen Behauptung, es g\u00e4be heute \u201eRechts und Links\u201c nicht mehr, was insofern subjektiv nicht falsch ist, weil man sich zuvor den Blick nach Links mit fest zusammengekniffenen Augen selbst verboten hat.<\/p>\n<p>Auf der Linken entspricht dem im \u00dcbrigen das Bestehen auf identit\u00e4tspolitischen Inhalten wie gender, Rassismus, Nationalismus, Ableismus, unter die dann bisweilen auch noch \u201eKlassismus\u201c als ein weiteres von etlichen Feldern der Diskriminierung nachgereicht wird als der von Zizek richtig als solchen bezeichneten \u201eAttit\u00fcde\u201c. Dieser bisweilen zu Unrecht \u201eintersektional\u201c begr\u00fcndete Vorgang entspricht dem kompletten Verfall historisch-materialistischen Denkens und Handelns der gesellschaftlichen Linken und ist eine Art Ersatzhandlung f\u00fcr die Notwendigkeit des Klassenkampfs, von dem man im Grunde nichts mehr h\u00f6ren mag, weil auch auf dieser Seite \u2013 bis auf verschwindende Ausnahmen \u2013 das Ziel der sozialistischen Revolution abgelehnt wird.<\/p>\n<p>Der ungeheure Druck des politisch-gesellschaftlichen Problemstaus, der nur durch eine entschlossene, n\u00e4mlich revolution\u00e4re Wendung nach Links, \u00fcber die Grenze des Kapitalismus hinaus, zu l\u00f6sen w\u00e4re, ein Weg, der deshalb in den Augen b\u00fcrgerlicher Politik nat\u00fcrlich auf keinen Fall begangen werden darf, dessen Gangbarkeit entschieden abgelehnt und dessen ihn erzwingende Probleme sogar hartn\u00e4ckig geleugnet werden m\u00fcssen, dieser Weg muss durch ein \u2013 notwendigerweise \u2013 irrational begr\u00fcndetes Verharren im \u201eWeiter-So\u201c oder \u201eLieber-Ein-Bisschen-Anders-Weiter-So\u201c oder mit nackter Gewalt, also faschistisch, verhindert werden.<\/p>\n<p><strong>Faschismus, Gewalt und b\u00fcrgerliche Demokratie<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Thema, den Ereignissen des 6. Januar 2021 in Washington und seither. Die oben verwendete Metapher des narzisstischen Blicks in den Spiegel und der wuterf\u00fcllten Reaktion darauf darf man nicht f\u00fcr die erb\u00e4rmliche Person des Noch-Pr\u00e4sidenten der USA reservieren. Nach meiner Wahrnehmung war der versuchte faschistische Putschversuch in Washington ein Ereignis, das dem gesamten weltweiten Imperialismus einen solchen Blick in den Spiegel erzwang. In ihm erkannte er sich vor Zeugen f\u00fcr einen kurzen Moment selbst.<\/p>\n<p>Das Spektrum der Reaktionen seitens der politischen Funktionstr\u00e4ger*innen fiel deshalb auch recht einhellig aus. Es konvergierte f\u00fcr meine Wahrnehmung in zwei Glaubensaussagen:<\/p>\n<ul>\n<li>wir verurteilen entscheiden jede Gewalt in der politischen Auseinandersetzung!<\/li>\n<li>wie schrecklich, dass so etwas in der \u00e4ltesten Demokratie der Welt m\u00f6glich war!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer die zweite von beiden Aussagen bejaht, erkl\u00e4rt zugleich, dass die Haltung von Sklav*innen und der Handel mit ihnen keinerlei Problem f\u00fcr das als Demokratie bezeichnete Herrschaftssystem ist. Denn die USA sind 1776 von Sklavenhaltern und -h\u00e4ndlern mitgegr\u00fcndet worden, sie mussten nicht zuletzt um die Frage der Sklaverei 1861 \u2013 1865 einen B\u00fcrgerkrieg um diese Frage f\u00fchren und noch vor wenigen Monaten k\u00e4mpfte die \u201eblack lives matter\u201c \u2013 Bewegung gegen Polizei und bewaffnete Faschisten auf den Strassen f\u00fcr das blosse Recht, auch als Mensch mit einer Hautfarbe, die nicht weiss ist, von den Tr\u00e4ger*innen des bewaffneten Gewaltmonopols ihres Staats als Mensch behandelt zu werden.<\/p>\n<p>Demokratie nach dieser Definition ist also offenbar eine politische Ordnung, in deren Rahmen solche Zust\u00e4nde \u00fcber Jahrhunderte aufrecht erhalten werden \u2013 diese sind also keine irgendwie \u201esystemfremden\u201c Momenterscheinungen. Sie sind vielmehr konstitutiv f\u00fcr Demokratie in den USA, und haben also solche in ihren Bewunderern, siehe oben, Modellcharakter f\u00fcr den rest der Welt. \u201eWe, the People\u2026 \u201c schloss in seiner historischen Konkretion Frauen, die indigene Bev\u00f6lkerung und schwarze Sklav*innen aus. Wie es damit heute aussieht ist offenbar so umstritten, dass darum bis zur Stunde im Ernstfall bewaffnet gek\u00e4mpft werden muss. Jede argumentative Beschwichtigung der H\u00e4rte dieses Tatbestands relativiert, legitimiert, verharmlost Rassismus, Genozid und Menschenfeindlichkeit.<\/p>\n<p>Wer die erste beider Behauptungen mitsprechen m\u00f6chte ist zugleich gebeten, eine einzige menschliche Gesellschaft der Geschichte anzuf\u00fchren, deren Ordnung nicht mit Gewalt aufrechterhalten wurde und wird. Gewalt ist allt\u00e4glich und \u00fcberall. Sie besteht allerdings in den Fesseln, die man nur sp\u00fcrt, wenn man sich bewegt. Wer deren Existenz leugnet kann f\u00fcr einen Moment auf die Idee kommen, es g\u00e4be sie gar nicht. Aber allein schon die nicht zu leugnende Existenz der \u201ebesonderen Formationen bewaffneter Menschen\u201c15, die in jeder Klassengesellschaft einschliesslich des Sozialismus im Ernstfall gewaltsam mithilfe von Polizei, Armee, Gef\u00e4ngnissen usw., die \u00f6ffentliche Ordnung bzw. das, was als solche bezeichnet wird, aufrechterh\u00e4lt, belehrt eines Schlechteren. Infolgedessen ist also nicht Gewalt an sich verwerflich, sondern diejenige Gewalt, die sich gegen die herrschende Ordnung stellt, wird als Gewalt bezeichnet:<\/p>\n<p>\u201eDer reissende Strom wird gewaltt\u00e4tig genannt<\/p>\n<p>Aber das Flussbett, das ihn einengt<\/p>\n<p>Nennt keiner gewaltt\u00e4tig.\u201e<\/p>\n<p>merkte Bertolt Brecht dazu an und erg\u00e4nzte an anderer Stelle:<\/p>\n<p>\u201eZur Gewalt seine Zuflucht zu nehmen<\/p>\n<p>Scheint B\u00f6se.<\/p>\n<p>Aber da, was st\u00e4ndig ge\u00fcbt wird, Gewalt ist<\/p>\n<p>Ist es nichts Besonderes.\u201c<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: eine generelle, abstrakte Ablehnung von \u201eGewalt\u201c ist bestenfalls sinnentleert, schlimmstenfalls verlogene und bewusste Heuchelei aus dem Mund derer, die, um nur ein einziges Beispiel zu nennen, bei anderer Gelegenheit im Bierzelt verk\u00fcnden, sie wollten \u201ebis zur letzten Patrone gegen die Einwanderung in das deutsche Sozialsystem k\u00e4mpfen\u201c und die Abschiebung von 69 Menschen in ein Kriegsgebiet als unerwartetes Geburtstagsgeschenk f\u00fcr sich verbuchen, das doch nicht n\u00f6tig gewesen sei.<\/p>\n<p>Das festzustellen soll nun umgekehrt nat\u00fcrlich auch keine abstrakte Rechtfertigung f\u00fcr \u201eGewalt\u201c sein, schon gar nicht f\u00fcr die konkrete Gewalt faschistischer Putschisten. Sondern es ist ein Pl\u00e4doyer daf\u00fcr, immer mitzubenennen und die eigene Emp\u00f6rung dahingehend zu kontextualisieren, wer im kritisierten Einzelfall gegen wen Gewalt anwendet. Wer das nicht tut, dokumentiert damit, faschistische Gewalt nicht als solche benennen, sondern in einem allgemeinen moralisierenden Rauschen untergehen lassen zu wollen. Die allgemeine Verurteilung von Gewalt ist dann ein Mittel, nicht genau hinsehen zu wollen oder zu m\u00fcssen, was sich am 6. Januar in Washington ereignet hat, ein Mittel, das zugleich und ans Publikum gewandt in hom\u00f6opathischer Dosis auch bei dieser Gelegenheit noch mitverabreichen m\u00f6chte, dass sich nur ja keiner gegen die \u00f6ffentliche Ordnung auflehnen solle.<\/p>\n<p>Diese Ordnung allerdings, und das zeigt der weltweite Blick in den Spiegel der h\u00e4sslichen Visage des Imperialismus, ist jederzeit in der Lage, aus \u201eFrieden\u201c \u201eGewalt\u201c werden zu lassen, die im obigen Sinn qualifizierte Demokratie in offenen Faschismus umschlagen zu lassen. Denn \u201eDemokratie\u201c und \u201eFaschismus\u201c waren historisch und sind, wie gerade gezeigt wurde, keine absoluten Gegens\u00e4tze, wie gerne behauptet wird \u2013 Faschismus ist nicht das Andere der Demokratie, schon eher die Leiche in ihrem Keller, die bei gegebenen Bedingungen jederzeit als Untoter umgehen kann:<\/p>\n<p>\u201eFaschismus und Liberalismus sind m\u00f6gliche Herrschaftsformen der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft. In b\u00fcrgerlichen, aber auch in marxistischen Kreisen gibt es oft die Tendenz, den Faschismus in der Analyse als Gegenmodell der b\u00fcrgerlichen Demokratie gegen\u00fcberzustellen. Damit ist eine falsche Vorstellung \u00fcber die b\u00fcrgerliche Klassenherrschaft verbunden, die in jedem Fall eine Klassendiktatur ist und entsprechend den Bed\u00fcrfnissen des Kapitals und den Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen im Klassenkampf zwischen offenen und verdeckten Formen der Diktatur wechseln kann. Weder der Faschismus noch die b\u00fcrgerliche Demokratie d\u00fcrfen klassenneutral betrachtet werden\u201e.[16]<\/p>\n<p>Der Wechsel von b\u00fcrgerlich-demokratischen zu faschistischen Herrschaftsformen kann defensiven oder offensiven Zielen dienen. Er kann schrittweise und allm\u00e4hlich oder putschartig erfolgen. Er erm\u00f6glicht es den Herrschenden, sich zur Durchsetzung sonst nicht erreichbarer Absichten der Schranken b\u00fcrgerlich-demokratischer Standards zu entledigen und \u201edie Macht des Finanzkapitals selbst\u201c (Georgi Dimitroff[17]) offen und mit allen denkbaren Mitteln aufzurichten: \u201eThe essence of Fascism is the endeavour violently to suppress and overcome the ever-growing contradictions of capitalist society\u201c[18] in der Absicht, die Struktur des Kapitalismus in seiner imperialistischen Phase aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p>Es gibt keinen Faschismus ohne Imperialismus. Faschistische Bewegungen handeln, wie auch immer vermittelt und in sich widerspr\u00fcchlich, letztlich im objektiven Interesse des aus Monopol- und Bankenkapital verschmolzenen Finanzkapitals und dessen Staatsapparats. Sie sind in der Regel politisch heterogen. Die Interessen ihrer Mitglieder stehen in ihrer grossen Mehrheit in einem antagonistischen Widerspruch zum eigenen Agieren.[19]<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung \u2013 der Blick in den Spiegel<\/strong><\/p>\n<p>Der faschistische Putschversuch in Washington war nicht deshalb ein wichtiges Ereignis, weil er so spektakul\u00e4r war, sondern weil er exemplarisch zum Ausdruck bringt, was in den sich selber heute Demokratie nennenden imperialistischen Staaten m\u00f6glich ist (auf andere Weise und nicht weniger blutig auch in Staaten, sich selber nicht Demokratien im b\u00fcrgerlichen Sinn nennen, um die es aber hier und jetzt nicht geht).<\/p>\n<p>Es geht nicht darum, dass Trump so schrecklich anders war als Barack Obama. Es geht darum zu verstehen, dass \u201eObama\u201c jenseits aller individuellen Eigenschaften handelnder Personen der N\u00e4hrboden f\u00fcr \u201eTrump\u201c ist, solange die Strukturen des Imperialismus existieren, in dessen Verwaltung beide Typen politischer Verwaltung der kapitalherrschaft arbeiten. Das Bestehen auf den gemeinsamen Wurzeln beider in den Strukturen ihrer Gesellschaft verkennt nicht, dass auch kleine Unterschiede in der jeweiligen Herrschaftspraxis bedeutsam f\u00fcr diejenigen sein k\u00f6nnen und genutzt werden m\u00fcssen, die sich dieser Herrschaft g\u00e4nzlich entledigen wollen.<\/p>\n<p>Wer das allerdings nicht will und dennoch auf Unterschiede zwischen liberalen und offen terroristischen Formen des Imperialismus verweist, m\u00f6chte sich und andere wohl eher dar\u00fcber hinwegtr\u00f6sten, dass der Imperialismus eben Imperialismus ist und der Faschismus zu seinem Arsenal der Selbstbehauptung geh\u00f6ren wird, solange er existiert. Diese \u201eAblehnung\u201c von Faschismus hat Bertolt Brecht, mitten aus dem Kampf gegen den deutschen Faschismus sprechend, wie folgt charakterisiert:<\/p>\n<p>\u201eWie will nun jemand die Wahrheit \u00fcber den Faschismus sagen, gegen den er ist, wenn er nichts gegen den Kapitalismus sagen will, der ihn hervorbringt? Wie soll da seine Wahrheit praktikabel ausfallen?<\/p>\n<p>Die gegen den Faschismus sind, ohne gegen den Kapitalismus zu sein, die \u00fcber die Barbarei jammern, die von der Barbarei kommt, gleichen Leuten, die ihren Anteil vom Kalb essen wollen, aber das Kalb soll nicht geschlachtet werden. Sie wollen das Kalb essen, aber das Blut nicht sehen. Sie sind zufriedenzustellen, wenn der Metzger die H\u00e4nde w\u00e4scht, bevor er das Fleisch auftr\u00e4gt. Sie sind nicht gegen die Besitzverh\u00e4ltnisse, welche die Barbarei erzeugen, nur gegen die Barbarei. Sie erheben ihre Stimme gegen die Barbarei und sie tun das in L\u00e4ndern, in denen die gleichen Besitzverh\u00e4ltnisse herrschen, wo aber die Metzger noch die H\u00e4nde waschen, bevor sie das Fleisch auftragen.<\/p>\n<p>Laute Beschuldigungen gegen barbarische Massnahmen m\u00f6gen eine kurze Zeit wirken, solange die Zuh\u00f6rer glauben, in ihren L\u00e4ndern k\u00e4men solche Massnahmen nicht in Frage. Gewisse L\u00e4nder sind imstande, ihre Eigentumsverh\u00e4ltnisse noch mit weniger gewaltt\u00e4tig wirkenden Mitteln aufrecht zu erhalten, als andere. Ihnen leistet die Demokratie noch die Dienste, zu welchen andere die Gewalt heranziehen m\u00fcssen, n\u00e4mlich die Garantie des Eigentums an Produktionsmitteln. Das Monopol auf die Fabriken, Gruben, L\u00e4ndereien schafft \u00fcberall barbarische Zust\u00e4nde; jedoch sind diese weniger sichtbar.<\/p>\n<p>Die Barbarei wird sichtbar, sobald das Monopol nur noch durch offene Gewalt gesch\u00fctzt werden kann. Einige L\u00e4nder, die es noch nicht n\u00f6tig haben, der barbarischen Monopole wegen auch noch auf die formellen Garantien des Rechtsstaates, sowie solche Annehmlichkeiten wie Kunst, Philosophie, Literatur zu verzichten, h\u00f6ren besonders gern die G\u00e4ste, welche ihre Heimat wegen des Verzichtes auf solche Annehmlichkeiten beschuldigen, da sie davon Vorteile haben in den Kriegen, die erwartet werden.<\/p>\n<p>Soll man da sagen, diejenigen h\u00e4tten die Wahrheit erkannt, die da z.B. laut den unerbittlichen Kampf gegen Deutschland verlangen, \u201edenn dieses ist die wahre Heimat des B\u00f6sen in dieser Zeit, die Filiale der H\u00f6lle, der Aufenthalt des Antichrist\u201c? Man soll lieber sagen, es sind t\u00f6richte, hilflose und sch\u00e4dliche Leute. Denn die Folgerung aus diesem Geschw\u00e4tz ist, dass dieses Land ausgerottet werden soll. Das ganze Land mit allen seinen Menschen, denn das Giftgas sucht nicht die Schuldigen heraus, wenn es t\u00f6tet.<\/p>\n<p>Der leichtfertige Mensch, der die Wahrheit nicht weiss, dr\u00fcckt sich allgemein, hoch und ungenau aus. Es faselt von \u201eden\u201c Deutschen, er jammert \u00fcber \u201edas\u201c B\u00f6se, und der H\u00f6rer weiss im besten Fall nicht was tun. Soll er beschliessen, kein Deutscher zu sein? Wird die H\u00f6lle verschwinden, wenn er gut ist? Auch das Gerede von der Barbarei, die von der Barbarei kommt, ist von dieser Art. Danach kommt die Barbarei von der Barbarei und h\u00f6rt auf durch die Gesittung, die von der Bildung kommt. Das ist alles ganz allgemein ausgedr\u00fcckt, nicht der Folgerungen f\u00fcr das Handeln wegen und im Grunde niemandem gesagt.<\/p>\n<p>Solche Darstellungen zeigen nur wenige Glieder der Ursachenreihe und stellen bestimmte bewegende Kr\u00e4fte als unbeherrschbare Kr\u00e4fte, hin. Solche Darstellungen enthalten viel Dunkel, das die Kr\u00e4fte verbirgt, welche die Katastrophen bereiten. Etwas Licht, und es treten Menschen in Erscheinung als Verursacher der Katastrophen. Denn wir leben in einer Zeit, wo des Menschen Schicksal der Mensch ist.\u201d[20]<\/p>\n<p><strong>Was ist zu tun?<\/strong><\/p>\n<p>Kern jeder antifaschistischen Praxis im \u201eradikalen\u201c, also das zugrundeliegende Problem an der Wurzel packenden Antifaschismus muss also sein, Kapitalismus und Imperialismus zu \u00fcberwinden. Zwar ist selbstverst\u00e4ndlich jede Praxis und jedes Denken, das die schrecklichsten Begleiterscheinungen des Faschismus wie etwas Krieg, Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus bek\u00e4mpft, zu unterst\u00fctzen. Doch steht eine solche nicht-radikale Praxis immer objektiv in der Gefahr, letztlich genau die Bedingungszusammenh\u00e4nge nicht anzugreifen, um die es gehen muss \u2013 also die b\u00fcrgerliche Gesellschaft und ihre \u00f6konomische Basis, den Kapitalismus.<\/p>\n<p>Das am weitesten verbreitete Problem heutiger antifaschistischer Theorie und Praxis ist, das Verh\u00e4ltnis von Antifaschismus und revolution\u00e4rer Strategie \/ Praxis zur Beendigung des Kapitalismus auf den Kopf zu stellen. Seit langem hat sich der mainstream der heutigen Antifa vom Historischen Materialismus und den Zielen eines revolution\u00e4ren Antifaschismus entfernt. Sie will vornehmlich die in letzter Instanz und in ihren heutigen Formen vom Imperialismus hervorgebrachten Bewusstseinsformen wie Nationalismus, Rassismus, Sexismus usw. bek\u00e4mpfen, anstatt sich am Kampf gegen die die gesellschaftliche Wurzel des Faschismus, den Kapitalismus \/ Imperialismus, zu beteiligen. Damit bringt diese Bewegung unter anderem auch die jahrzehntelange Schw\u00e4che der revolution\u00e4ren Bewegung in unserem Land zum Ausdruck.<\/p>\n<p>Mit dieser Phase der antifaschistischen Arbeit und ihren Vorstellungen muss deshalb grunds\u00e4tzlich gebrochen werden. Dasselbe gilt auch f\u00fcr eine antifaschistische Praxis, die sich heute auf den Boden einer \u201eVerteidigung der b\u00fcrgerlichen Republik\u201c begibt, anstatt die Verteidigung des Rechts auf Revolution, ihre unabdingbare Notwendigkeit und des praktischen Herankommens an sie in den Mittelpunkt ihres Denkens und Handelns zu r\u00fccken. Die wichtigste aktuelle Aufgabe von Antifaschistinnen und Antifaschisten heute ist es, sich theoretisch und praktisch an der Kl\u00e4rung einer revolution\u00e4ren Strategie f\u00fcr unser Land zu beteiligen. Eine solche Bewegung muss sich in den Rahmen einer sorgf\u00e4ltig begr\u00fcndeten Rekonstruktion marxistischen, revolution\u00e4ren Denkens und mit ihr im Zusammenhang stehenden organisierten Praxis stellen. Unabh\u00e4ngig von einer solchen Praxis wird sie ziellos bleiben und scheitern.<\/p>\n<p>Dass alle, die diesen Weg gehen wollen, heute unter dem enormen Zeitdruck stehen, den drohender imperialistischer Krieg und die drohende kapitalistische Klimakatastrophe aus\u00fcben, macht die Situation historisch einzigartig. Ob wir ihr gewachsen sind, wird sich zeigen.<\/p>\n<p><strong>Fussnoten:<\/strong><\/p>\n<p>[1] W.I. Lenin, Was tun? (1902) <a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/lenin\/1902\/wastun\/kap5b.htm\">https:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/lenin\/1902\/wastun\/kap5b.htm<\/a><\/p>\n<p>[2] Ausf\u00fchrlicher dargestellt in \u201eIrrationalismus und imperialistische Gesellschaft\u201c (<a href=\"https:\/\/wurfbude.wordpress.com\/2019\/06\/01\/irrationalismus-und-imperialistische-gesellschaft\/\">https:\/\/wurfbude.wordpress.com\/2019\/06\/01\/irrationalismus-und-imperialistische-gesellschaft\/<\/a>)<\/p>\n<p>[3] Kurz zusammengefasst in \u201eWas ist Imperialismus?\u201c (<a href=\"https:\/\/wurfbude.wordpress.com\/2017\/05\/03\/was-ist-imperialismus\/\">https:\/\/wurfbude.wordpress.com\/2017\/05\/03\/was-ist-imperialismus\/<\/a>)<\/p>\n<p>[4] Dieser Begriff wurde zuerst von der KP Griechenlands (KKE) benutzt. Kurze Darstellung in \u201eKrach in der imperialistischen Pyramide\u201c (<a href=\"https:\/\/wurfbude.wordpress.com\/2016\/09\/09\/krach-in-der-imperialistischen-pyramide\/\">https:\/\/wurfbude.wordpress.com\/2016\/09\/09\/krach-in-der-imperialistischen-pyramide\/<\/a>)<\/p>\n<p>[5] N\u00e4heres mit Verweis auf die im Hintergrund stehende Diskussion: \u201e\u00d6konomie der Zeit. Kommunistische Strategie im Horizont der kapitalistischen Klimakatastrophe\u201c (<a href=\"https:\/\/kommunistische.org\/diskussionstribuene-klima\/oekonomie-der-zeit-kommunistische-strategie-im-horizont-der-kapitalistischen-klimakatastrophe\/\">https:\/\/kommunistische.org\/diskussionstribuene-klima\/oekonomie-der-zeit-kommunistische-strategie-im-horizont-der-kapitalistischen-klimakatastrophe\/<\/a>)<\/p>\n<p>[6] Das erl\u00e4utert aktuell am Beispiel von Diskussionen der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz J\u00fcrgen Lloyd, Durch den Kopf hindurch. Zur Rolle des Massenbewusstseins, in Rotfuchs, Dezember 2020, S. 21f<\/p>\n<p>[7] \u201eTrump directed Pentagon to reverse decision and keep aircraft carrier in Middle East amid Iran tensions\u201c, CNN 4.1.2020 (<a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2021\/01\/04\/politics\/uss-nimitz-aircraft-carrier-middle-east-iran\/index.html\">https:\/\/edition.cnn.com\/2021\/01\/04\/politics\/uss-nimitz-aircraft-carrier-middle-east-iran\/index.html<\/a>)<\/p>\n<p>[8] Aktuell haben Noam Chomsky und Vijay Prashad die entscheidenden Bedrohungen der globalen Menschheit beschrieben: Pandemie, Klimakatastrophe, Krieg. Auch wenn ich die analytische Seite dieser Betrachtung nicht teile, beschreibt sie die Wirklichkeit zutreffend: Chomsky und Prashad, Drei grosse Bedrohungen f\u00fcr die Welt, die wir im Jahr 2021 angehen m\u00fcssen, deutsch: <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/01\/chomsky-und-prashad-drei-grosse-bedrohungen-fuer-die-welt-die-wir-im-jahr-2021-angehen-muessen\/\">https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/01\/chomsky-und-prashad-drei-grosse-bedrohungen-fuer-die-welt-die-wir-im-jahr-2021-angehen-muessen\/<\/a><\/p>\n<p>[9] in seinen beiden Untersuchungen \u201eAfghanistancode. Eine Reportage \u00fcber Krieg, Fundamentalismus und Demokratie\u201c (2010) und \u201eDie arabische Rebellion und ihre Feinde\u201c (2012) zeigt Marc Th\u00f6rner das bis weit in die Geschichte des Kolonialismus zur\u00fcckreichende immer wiederkehrende B\u00fcndnis zwischen franz\u00f6sischen, britischen usw. Kolonialoffizieren und (urspr\u00fcnglich marginalen) fundamentalistischen islamischen Kr\u00e4ften der unterdr\u00fcckten Gesellschaften, dessen gemeinsamer Boden die Abwehr der Vorstellung war, die b\u00fcrgerlich-demokratischen, universalistischen und angeblich vernunftgeleiteten Ideen der Kolonialisten (zB. Menschenrechte) g\u00e4lten auch wirklich universal, dh. auch f\u00fcr die Kolonisierten. Th\u00f6rner weist auf die Kontinuit\u00e4t solcher B\u00fcndniskonstellationen vom Kolonialismus bis in den heutigen Imperialismus, bis in seine Handb\u00fccher zur Aufstandsbek\u00e4mpfung hinein, hin.<\/p>\n<p>[10] klassisch und kurz die Schilderung interner Diskussionen nach 9\/11 durch den ehemaligen US-General Wesley Clark in \u201eSeven Countries in Five Years\u201c: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FNt7s_Wed_4\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FNt7s_Wed_4<\/a><\/p>\n<p>[11] \u201eGegen die deutschen Zust\u00e4nde in der Linken. Zum Stellenwert der \u201aantideutsch\u2018 und \u201aa ntinational\u2018 begr\u00fcndeten reaktion\u00e4ren Wende der linken Bewegung und zur M\u00f6glichkeit ihrer \u00dcberwindung\u201c (<a href=\"https:\/\/wurfbude.wordpress.com\/2018\/02\/18\/gegen-die-deutschen-zustaende-in-der-linken\/\">https:\/\/wurfbude.wordpress.com\/2018\/02\/18\/gegen-die-deutschen-zustaende-in-der-linken\/<\/a>)<\/p>\n<p>[12] W.I.Lenin, Ergebnis und Bedeutung der Pr\u00e4sidentschaftswahlen in den USA, Prawda, Nr. 164, 9. November 1912; in: LW 18, 395 \u2013 397.<\/p>\n<p>[13] LW 31, S. 70.<\/p>\n<p>[14] Slavoj Zizek, Beitrag auf der Konferenz \u201eGibt es eine Wahrheit \u2013 nach Lenin?\u201c, Essen 2001 (<a href=\"http:\/\/www.die-welt-ist-keine-ware.de\/vsp\/soz\/0102152.htm\">http:\/\/www.die-welt-ist-keine-ware.de\/vsp\/soz\/0102152.htm<\/a>)<\/p>\n<p>[15] W.I. Lenin, Staat und Revolution, Kapitel 1 in: LW 25, 397 \u2013 413<\/p>\n<p>[16] Kommunistische Organisation (Hg.), Programmatische Thesen, 5.: Faschismus und Antifaschismus (<a href=\"https:\/\/kommunistische.org\/programm-thesen\/5-faschismus-und-antifaschismus\/\">https:\/\/kommunistische.org\/programm-thesen\/5-faschismus-und-antifaschismus\/<\/a>)<\/p>\n<p>[17] Georgi Dimitroff, Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf f\u00fcr die Einheit der Arbeiterklasse. Bericht auf dem VII. Weltkongress der KI, 2. August 1935, in: Ausgew\u00e4hlte Werke II, Berlin\/DDR 1958, S.525<\/p>\n<p>[18] Rajani Palme-Dutt, siehe oben<\/p>\n<p>[19] Zu einem Foto der das Kapitol besetzt haltenden buntscheckig verkleideten Putschisten einschliesslich eines Schamanen mit B\u00fcffelh\u00f6rnern bemerkt das \u201elowerclassmagazin\u201c auf Twitter ironisch: \u201eMischung aus Rassismus, Incel-M\u00e4nnlichkeit und US-Nationalismus verbl\u00f6det diese Leute auf ein level, dass sie gegen die eigene Krankenversicherung und f\u00fcr einen Multimillion\u00e4r in Kauf nehmen, erschossen zu werden, w\u00e4hrend sie Trapper-M\u00fctzen und l\u00e4cherliche Cappies tragen.\u201c Dies als richtige Illustration des sozialen Charakters des gesamten Vorgangs auf Seiten der unmittelbaren Akteure. Die implizit mittransportierte These, Faschisten seien vor allem dumm, halte ich f\u00fcr v\u00f6llig verfehlt.<\/p>\n<p>[20] Bertolt Brecht, F\u00fcnf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit, Paris 1935, (<a href=\"https:\/\/www.gleichsatz.de\/b-u-t\/spdk\/brecht2.html\">https:\/\/www.gleichsatz.de\/b-u-t\/spdk\/brecht2.html<\/a>).<\/p>\n<p><em>#Bild: Protest von Trump-Anh\u00e4ngern vor dem Capitol in Washington, 6. Januar 2021. \/ Tyler Merbler (CC BY 2.0 cropped)<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch\/politik\/nordamerika\/usa-trump-sturm-auf-das-capitol-6193.html\"><em>untergrund-bl\u00e4ttle.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 11. Januar 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hans Christoph Stoodt. Das Folgende wird keine wissenschaftliche Abhandlung \u00fcber die Ereignisse der letzten Tage in den USA. Dazu ist jetzt nicht der Zeitpunkt. 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