{"id":9203,"date":"2021-01-28T15:19:29","date_gmt":"2021-01-28T13:19:29","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9203"},"modified":"2021-01-28T15:19:30","modified_gmt":"2021-01-28T13:19:30","slug":"zuerich-gruendung-eines-solidaritaetskomitee-gegen-pandemie-und-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9203","title":{"rendered":"Z\u00fcrich: Gr\u00fcndung eines \u00abSolidarit\u00e4tskomitee gegen Pandemie und Krise\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><em>BFS Z\u00fcrich:<\/em> Die Corona-Pandemie ist in Europa weitgehend ausser Kontrolle geraten und verursacht unermessliches Leid in der Bev\u00f6lkerung. Die Regierenden in Europa richten ein gesundheitliches und soziales Desaster an, weil sie nicht gewillt<!--more--> sind, die Gesundheit der Menschen vor die Profitinteressen der Unternehmen zu stellen. Die strategische Ausrichtung, die sich darauf beschr\u00e4nkt, den Kollaps des Gesundheitswesens zu verhindern, nimmt unz\u00e4hlinge Tote in Kauf und f\u00fchrt schon lange zu einer \u00dcberlastung des Gesundheitspersonals. Unweigerlich folgen mit dieser Strategie lang andauernde Einschr\u00e4nkungen der demokratischen Freiheiten und eine Individualisierung der Verantwortung im Kampf gegen die Pandemie. Je h\u00f6her die Zahl der Angesteckten liegt, desto gr\u00f6sser ist das Risiko weiterer Mutationen des Virus, welche die Situation zus\u00e4tzlich massiv verschlechtern werden.<\/p>\n<p>Die durch die Pandemie hervorgerufenen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen treffen die Lohnabh\u00e4ngigen in der Schweiz, besonders jedoch FTIQ*, BIPOC und sozial Benachteiligte, mit \u00e4usserster H\u00e4rte. Die Pandemie l\u00e4sst die Klassenverh\u00e4ltnisse, Geschlechterverh\u00e4ltnisse und den Rassismus noch offener zu Tage treten. Entlassungen, Angriffe auf die Arbeitsbedingungen und unsoziale Umstrukturierungen von Unternehmen werden zu allt\u00e4glichen Ereignissen. Die Versch\u00e4rfung der Care-Krise und den durch strukturellen Rassismus erschwerten Zugang zum Gesundheitswesen zeichnen die aktuellen Krise(n) aus.<\/p>\n<p>Zudem sind aufgrund der erh\u00f6hten Krisenausgaben die n\u00e4chsten Sparprogramme im \u00f6ffentlichen Dienst bereits absehbar. Die kapitalistische Krise und die Folgen der Pandemie werden in bekannter Manier auf die arbeitende Bev\u00f6lkerung abgew\u00e4lzt. Ein Ende dieser Angriffe ist nicht absehbar. Ihnen kann nur mit einer koordinierten Abwehr und mit sozialen K\u00e4mpfen begegnet werden.<\/p>\n<p><strong>Vorschlag eines Solikomitees<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen euch den Vorschlag unterbreiten ein linkes \u00abSolidarit\u00e4tskomitee gegen Pandemie und Krise\u00bb ins Leben zu rufen. Schon zu Beginn der Pandemie gab es in Z\u00fcrich und anderen Orten in der Schweiz mit dem \u00abCorona-Soli\u00bb, dem \u00abSolifon\u00bb u.a. Efforts in diese Richtung.<\/p>\n<p>Wir wollen an diesen Erfahrungen und jenen des feministischen Streiks, des Widerstands gegen den Sozialabbau von 2016, der Klimabewegung und den Formen der Unterst\u00fctzung von selbstorganisierten Arbeitsk\u00e4mpfen (wie beispielsweise bei den SBB-Werkst\u00e4tten in Bellinzona 2008) ankn\u00fcpfen und den Versuch starten, eine linke Antwort auf die gescheiterte Pandemiebek\u00e4mpfung der Regierung und die daraus resultierenden Krisen zu erarbeiten. Wir sind der Ansicht, dass Zusammenarbeit, inhaltliche Debatten und gemeinsame politische K\u00e4mpfe von Gewerkschaften, radikalen linken Organisationen, selbstorganisierten Kollektiven, Aktivistinnen* des Frauen*streiks, Akvist:innen der Klimabewegung etc. erforderlich sind, damit wir eine solidarische linke Antwort auf Pandemie und Krise geben k\u00f6nnen. Dies wird nur m\u00f6glich, wenn der Widerstand von unten aufgebaut wird.<\/p>\n<p>Die nachfolgenden Punkte verstehen wir allesamt als Anregungen f\u00fcr die Diskussion und nicht als fixfertiges Programm.<\/p>\n<p><strong>#ZeroCovid<\/strong><\/p>\n<p>Ans\u00e4tze und hilfreiche Leitlinien im Erarbeiten und Erk\u00e4mpfen einer linken Alternative im Umgang mit der Pandemie und den daraus resultierenden sozialen Verwerfungen kann die\u00a0<a href=\"https:\/\/zero-covid.org\/\">Kampagne #ZeroCovid<\/a>\u00a0geben. Diese fordert einen solidarischen europ\u00e4ischen Shutdown und st\u00fctzt sich auf einen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.containcovid-pan.eu\/\">Appell von Wissenschaftler:innen vom 19. Dezember 2020<\/a>. ZeroCovid stellt die erste linke Antwort seit Beginn der Pandemie dar, die eine beachtliche Reichweite erlangt hat und Perspektiven einer k\u00e4mpferischen Zusammenarbeit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus gibt. Sie verf\u00fcgt \u00fcber klare und fassbare Ziele, die in der aktuellen Lage als Leitlinien f\u00fcr den Widerstand dienen k\u00f6nnen. Die Kampagne bleibt mit weiteren Inhalten und Aktionen zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Deshalb schlagen wir vor, die #ZeroCovid Kampagne aufzugreifen und gemeinsam dar\u00fcber zu diskutieren, was f\u00fcr Ankn\u00fcpfungspunkte uns die Kampagne geben kann und wie wir vom Erfolg der Kampagne in Deutschland oder Grossbritannien lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Politische Grunds\u00e4tze<\/strong><\/p>\n<p>Ein m\u00f6glicher inhaltlicher Minimalkonsens des Komitees k\u00f6nnte wie folgt lauten:<\/p>\n<ul>\n<li>Selbstbestimmung \u00fcber radikale Bek\u00e4mpfungsmassnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19 anstatt willk\u00fcrlicher, repressiver und gescheiterter staatlicher Massnahmen zur Pandemiebek\u00e4mpfung. Gesundheit statt Profit.<\/li>\n<li>Solidarit\u00e4t: Ein Angriff auf eine:n ist ein Angriff auf alle. Dem unsozialen und individualisierenden Umgang mit der Pandemie mit einer solidarischen Alternative entgegnen.<\/li>\n<li>Wir zahlen eure Krise nicht: Make the rich pay for Covid-19. Das Geld holen, wo es ist.<\/li>\n<li>Feminismus: Widerstand gegen die geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Pandemie, insbesondere der Zuspitzung der Care-Krise.<\/li>\n<li>Antirassismus: Die bisherige Pandemie\u00abbek\u00e4mpfung\u00bb versch\u00e4rft die existierenden sozialen Ungleichheiten. Unsere Antwort muss solidarisch und antirassistisch sein.<\/li>\n<li>\u00d6kologie: Die Pandemie hat ihre Ursachen in der kapitalistischen Ausbeutung der Natur. Mehr denn je gilt: System Change not Climate Change.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Ziele<\/strong><\/p>\n<p>Das Ziel des Komitees sollte sein, eine Plattform zu werden, die einer solidarischen Alternative eine grosse Reichweite gibt. Damit wollen wir den laufenden und kommenden Angriffen auf unsere L\u00f6hne, Arbeitspl\u00e4tze und Rechte einen breiten linken Widerstand entgegenstellen. Wir wollen die von Abbaumassnahmen betroffenen Lohnabh\u00e4ngigen kollektiv unterst\u00fctzen, um zu verhindern, dass l\u00e4ngerfristig die Rechten von Unzufriedenheit und Frustration profitieren.<\/p>\n<p>Ein solches Komitee stellt die M\u00f6glichkeit dar, Verbindungen zwischen verschiedenen Bewegungen, Organisationen und Lohnabh\u00e4ngigen zu schaffen und eine gemeinsame solidarische Antwort auf die Pandemie und die Krise zu entwickeln. Trotz der Schwierigkeit sich unter den Bedingungen der Pandemie zu vernetzen, verstehen es als unsere Pflicht als Linke, zumindest einen Versuch in diese Richtung zu unternehmen.<\/p>\n<p><strong>Zusammensetzung des Komitees<\/strong><\/p>\n<p>Die Einladung zum Solidarit\u00e4tskomitee sollen alle linken Organisationen, Parteien, Gewerkschaften, Komitees, B\u00fcndnisse, Bewegungen und Einzelpersonen erhalten, die<\/p>\n<ul>\n<li>in den letzten Monaten politisch ihre Solidarit\u00e4t ausgedr\u00fcckt haben gegen die Abw\u00e4lzung der Krise auf die Lohnabh\u00e4ngigen und deren besonders gravierende Auswirkungen auf Geringverdiener:innen, FTIQ*, BIPOC, Migrant:innen.<\/li>\n<li>eine linke Antwort auf die gescheiterte Bek\u00e4mpfung der Pandemie aufbauen m\u00f6chten.<\/li>\n<li>zu den \u00f6kologischen Ursachen der Pandemie gearbeitet haben.<\/li>\n<li>die (noch zu definierenden) Grunds\u00e4tze des Komitees unterst\u00fctzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weiter unten findet ihr die Liste der Adressen, die angeschrieben wurden. Es wird ebenfalls in den Sozialen Medien f\u00fcr die Sitzung mobilisiert. Gerne d\u00fcrft ihr das Mail an Interessierte weiterleiten.<\/p>\n<p><strong>Erstes Vernetzungstreffen<\/strong><\/p>\n<p>Wir laden zu einer ersten Vernetzungssitzung am\u00a0Sonntag, 31. Januar um 14 Uhr via Zoom\u00a0ein. Falls ihr interessiert seid, schreibt uns an und wir lassen euch den Zoom-Link zukommen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/veranstaltung\/gruendung-eines-solidaritaetskomitee-gegen-pandemie-und-krise\/\"><em>sozialismus.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 29. Januar 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFS Z\u00fcrich: Die Corona-Pandemie ist in Europa weitgehend ausser Kontrolle geraten und verursacht unermessliches Leid in der Bev\u00f6lkerung. 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