{"id":9268,"date":"2021-02-05T16:00:45","date_gmt":"2021-02-05T14:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9268"},"modified":"2021-02-05T16:00:46","modified_gmt":"2021-02-05T14:00:46","slug":"systemrelevante-berufe-applaus-vom-balkon-reicht-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9268","title":{"rendered":"Systemrelevante Berufe: Applaus vom Balkon reicht nicht"},"content":{"rendered":"<p>\u201c<em>Die Corona-Krise zeigt, dass es ohne Pflegekr\u00e4fte, Lieferanten und Kassiererinnen nicht geht. Endlich werden sie wertgesch\u00e4tzt. Doch sie brauchen mehr als ein Danke.\u00a0Dieser Tage bedanken sich im Minutentakt Menschen f\u00fcr den Einsatz von<\/em><!--more--> <em>Pflegekr\u00e4ften, Kassiererinnen und Erziehern. Gesundheitsminister Jens Spahn hat sogar gesagt: \u201cSchenken Sie der Verk\u00e4uferin im Supermarkt ein L\u00e4cheln. Schenken Sie dem Lkw-Fahrer, der Tag und Nacht Waren f\u00fcr Sie f\u00e4hrt, einen freundlichen Wink. Und schenken Sie denjenigen, die gerade unter Stress f\u00fcr Ihre Gesundheit arbeiten, Geduld und Mithilfe.\u201d In K\u00f6ln und anderen deutschen St\u00e4dten verabreden sich nach spanischem Vorbild B\u00fcrger abends auf Balkonen und applaudieren lautstark, um ihre Dankbarkeit f\u00fcr das Personal in Krankenh\u00e4usern auszudr\u00fccken. (\u2026) Doch es reicht nicht, sich jetzt einfach bei diesen Menschen zu bedanken. Es gen\u00fcgt nicht, ein paar Zeilen in sozialen Netzwerken zu posten oder am Balkon zu stehen und zu klatschen. Es braucht endlich umfassende Ma\u00dfnahmen, um diesen Berufsgruppen mehr Wertsch\u00e4tzung entgegenzubringen. In der Krise hilft Solidarit\u00e4t auch von Nachbarn, Freundinnen und Verwandten. Unterst\u00fctzen Sie die Menschen, die gesellschaftlich wichtig sind, bei ihren Eink\u00e4ufen und sorgen Sie daf\u00fcr, dass sie sich erholen k\u00f6nnen. Und wenn sich die Krise l\u00e4nger hinzieht, sollte es \u00e4hnlich wie 2008 einen Rettungsfonds geben. Mit staatlichen Subventionen f\u00fcr Krankenh\u00e4user, Arztpraxen und andere Betriebe, die derzeit unentbehrlich sind. Dazu geh\u00f6ren auch Mittel, die das Personal entlasten. Bisher z\u00e4hlen ausgerechnet die jetzt so wichtigen Berufe zu den besonders undankbaren, gemessen am Einkommen, an Risiken f\u00fcr die Gesundheit, an \u00dcberstunden und der k\u00f6rperlichen Belastung. (\u2026) Wenn Berufe systemrelevant sind, sollte sich das in ihrem Gehalt, den Arbeitsbedingungen und der Rente widerspiegeln. Wir sollten das auch nach der Corona-Krise nicht vergessen<\/em>.\u201d \u00a0<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/arbeit\/2020-03\/systemrelevante-berufe-coronavirus-pflegekraefte-kassierer-wertschaetzung\">Kommentar von David Gutensohn vom 18. M\u00e4rz 2020 bei der Zeit online<\/a>\u00a0\u2013 sehr richtig! Siehe nun zur Entlohnung:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>tv: Hier kommen ArbeiterInnen zu Wort\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201c<em>Auf dem YouTube-Kanal erz\u00e4hlen Arbeiterinnen und Arbeiter, wie ihr Alltag aussieht, was sie morgens motiviert aufzustehen und wie sie f\u00fcr ein besseres Leben k\u00e4mpfen. (\u2026) Die Debatte um \u00absystemrelevante\u00bb Berufe in der Coronakrise erschien uns als Chance, in systemrelevant.tv \u00fcber die gemeinsamen Erfahrungen in Berufen zu sprechen, die nach Bullshitjob-Logik umso schlechter bezahlt werden, je gesellschaftlich relevanter sie sind. Unser Ziel: Weder Daumenhoch-Imagefilme noch politische Appelle, die sich abnutzen. Wir haben vielmehr begonnen, einen h\u00f6r- und sehbaren Podcast zu entwickeln, in dem man Menschen kennenlernt, die durch ihren Mut, ihren Stolz und ihre Integrit\u00e4t zu Vorbildern geworden sind, zu Offline-Influencern. Nicht nur in Talkshows kommen kaum einfache Besch\u00e4ftigte zu Wort, auch bei gewerkschaftlichen Kampagnen wird die Kamera oft nur auf die Sekret\u00e4re gehalten, und es bleibt offen, mit welchen Motiven die Menschen an der Basis sich auf das Risiko von Arbeitsk\u00e4mpfen einlassen und welche Hoffnungen sie antreiben. Genau \u00fcber diese zum Teil auch sehr intimen Fragen m\u00f6chten wir sprechen. Aggressive Hamsterk\u00e4ufe, Lkw-Ladungen mit Toilettenpapier und Corona-Ausbruch im Seniorenheim \u2013 unsere G\u00e4ste brachten von Anfang an Corona-Geschichten mit. Allen liegt aber am Herzen, \u00fcber tieferliegende gesellschaftliche Missst\u00e4nde zu diskutieren. (\u2026) Wie gelangt man aber vom Bewusstsein der Relevanz des eigenen Berufs zum Klassenbewusstsein, zur Einsicht in gemeinsame, berufssparten\u00fcbergreifende Interessen? Wenn Facebook-Seiten im Stundentakt Pflege-Memes posten und sich \u00fcber Merchandise in Form von T-Shirts mit aufgedruckten Spr\u00fcchen wie \u00abSo gut kann nur ein Pfleger aussehen\u00bb finanzieren, w\u00e4re es ein Fehlschluss zu meinen, im gleichzeitigen Bedienen verschiedener Berufsgruppen lie\u00dfe sich das zersplitterte Berufsspartenbewusstsein ohne weiteres zu einem neuen Klassenbewusstsein zusammenf\u00fchren.\u00a0Trotz der Wiederentdeckung der Klassenfrage in den deutschen Feuilletons bleibt es deswegen fraglich, ob sich mit \u00abKlasse\u00bb Medienformate f\u00fcr ein Massenpublikum machen lassen. Die Reaktionen auf die ersten Interviews von systemrelevant.tv zeigen aber schon jetzt: Es besteht gro\u00dfer Redebedarf zum Thema Arbeit und wie sie in all ihren Facetten unser Leben pr\u00e4gt. Um das System, das uns die Arbeit schwer macht, zu hinterfragen, m\u00fcssen wir uns der Arbeit aus unterschiedlichen Perspektiven n\u00e4hern<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sozonline.de\/2021\/02\/systemrelevant-tv\/\">Artikel von Clemens Melzer in der Soz Nr. 02\/2021<\/a>\u00a0\u2013 Clemens Melzer hat zusammen mit Freunden, die wie er aus dem Medienbereich kommen und gewerkschaftlich aktiv sind, im M\u00e4rz 2020\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UCyJCvGb2kXNLZMuEm1eNoJw\">den YouTube-Kanal systemrelevant.tv<\/a>\u00a0gestartet, um mit ArbeiterInnen ausf\u00fchrliche Gespr\u00e4che \u00fcber die Arbeit und das Leben zu f\u00fchren. In den Folgen 1\u201310 erz\u00e4hlen u.a. ein Busfahrer, eine Krankenflegerin, eine Sexarbeiterin, eine Kassiererin und ein Kellner aus ihrem Alltag.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die Vergessenen: Erzieherinnen und Verk\u00e4uferinnen, Medizinisches Personal<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 40 Prozent der Verk\u00e4ufer f\u00fcrchten, sich im Laden oder auf dem Weg dorthin zu infizieren. Bei \u00c4rztinnen und Pflegern ist es knapp die H\u00e4lfte, bei Erziehern sogar mehr. Und das hat nichts mit Hysterie zu tun. Die Krankenkasse AOK fand heraus, dass sich Erzieher 2,3 mal so h\u00e4ufig mit Corona infizieren wie durchschnittliche Arbeitnehmer \u2013 der Spitzenwert. Medizinische Berufe folgen auf den n\u00e4chsten Pl\u00e4tzen. Solche Befunde \u00fcberraschen kaum. Kontakte geh\u00f6ren zu diesen Berufen dazu. W\u00fcrden Erzieher im Kindergarten dauernd den offiziellen Abstand wahren, w\u00fcrden die Kinder seelisch\u00a0verk\u00fcmmern. (\u2026) Inkonsequent erscheint auch, Schulen zu schlie\u00dfen, Kitas und Horte aber vielerorts f\u00fcr jeden offen zu lassen. Anders als im Fr\u00fchjahr 2020 m\u00fcssen Eltern meist weder nachweisen, dass sie einer systemrelevanten T\u00e4tigkeit nachgehen \u2013 noch, dass sie \u00fcberhaupt arbeiten. Dies strikter zu handhaben, w\u00fcrde das Risiko f\u00fcr die Erzieher\u00a0senken. Sinnvoll w\u00e4re zudem eine Pflicht f\u00fcr Unternehmen, in Hotspots regelm\u00e4\u00dfig die Belegschaft zu testen. Damit w\u00fcrden Infektionen schneller entdeckt und die Ausbreitung verhindert. Es ist schade, dass SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil seinen Plan f\u00fcr eine Testpflicht nicht durchgesetzt hat. Die Union folgt wie so oft ihrer Maxime, Unternehmen m\u00f6glichst wenig zu belasten, erst recht in einer Wirtschaftskrise. Es ist eine Maxime, die in diesem Fall die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten\u00a0gef\u00e4hrdet. (\u2026) Die Bertelsmann-Stiftung sagt voraus, dass sich der Einsatz weiterhin nicht besonders lohnen wird. Demnach verdienen Sozialberufe, Gesundheit und Verk\u00e4ufer noch in f\u00fcnf Jahren real 2000 bis 2500 Euro im Monat \u2013 deutlich unter dem Durchschnitt. Diese Arbeitnehmer verdienen mehr Wertsch\u00e4tzung. Dazu geh\u00f6rt, dass die Politik mehr Tarifvertr\u00e4ge f\u00fcr allgemeinverbindlich erkl\u00e4rt \u2013 ein Schub f\u00fcr die L\u00f6hne. Dazu geh\u00f6ren auch Sanktionen f\u00fcr Firmen, die Betriebsr\u00e4te\u00a0behindern\u2026\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/kommentar-die-vergessenen-1.5188133\">Artikel von Alexander Hagel\u00fcken vom 27.01.2021 in der S\u00fcddeutschen Zeitung online<\/a>, siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wenn Home-Office keine Option ist: \u201cIch habe Angst, aber ich kann mich nicht sch\u00fctzen\u201d<br \/>\n<\/strong><em>\u201cF\u00fcr Verk\u00e4ufer, Erzieherinnen oder Krankenpfleger gibt es kein Home-Office. Viele von ihnen f\u00fcrchten, sich bei der Arbeit zu infizieren \u2013 und sind mit ihren Sorgen h\u00e4ufig alleine\u2026\u201c\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/homeoffice-pflicht-corona-1.5186483?reduced=true\">Artikel von Alexander Hagel\u00fcken und Paulina W\u00fcrminghausen vom 26.01.2021 in der S\u00fcddeutschen Zeitung online<\/a>(im Abo)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Bertelsmann Stiftung: Corona-Helden bleiben beim Einkommen abgeh\u00e4ngt<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Ausgerechnet Berufe, die in der zweiten Welle der Corona-Pandemie erneut in den Blickpunkt ger\u00fcckt sind, haben bei Gehaltserh\u00f6hungen das Nachsehen. Das zeigt unsere Studie zur Lohneinkommensentwicklung bis 2025. Den unteren Lohngruppen drohen demnach in den n\u00e4chsten Jahren gar reale Einkommensverluste. Dagegen vergr\u00f6\u00dfern Besch\u00e4ftigte mit eher hohen Geh\u00e4ltern ihren Vorsprung.<br \/>\nMenschen standen auf den Balkonen und klatschten. Der Applaus galt den Pfleger:innen in Krankenh\u00e4usern und Pflegeheimen, die gegen das Coronavirus im Einsatz waren, aber auch den Besch\u00e4ftigten im Einzelhandel und allen anderen Helfer:innen, die das Land seit dem Fr\u00fchjahr am Laufen halten, wie es die Kanzlerin formulierte. Die Bev\u00f6lkerung ist auf sie angewiesen \u2013 ganz besonders in Zeiten der Pandemie. Doch ausgerechnet diese Besch\u00e4ftigten werden in Zukunft das Nachsehen haben. Das zeigt eine neue Studie der Prognos AG in unserem Auftrag, die die Lohneinkommensentwicklung bis ins Jahr 2025 prognostiziert. Die durchschnittlichen Bruttojahresverdienste im Gesundheits- und Sozialwesen werden selbst 2025 um 4.400 Euro unterhalb des durchschnittlichen Einkommens liegen, im Einzelhandel gar um 10.200 Euro. Den unteren Einkommensgruppen drohen sogar reale Einkommensverluste. \u201cDie geringe Inflation frisst die noch geringeren Lohnzuw\u00e4chse auf\u201d, sagt unser Wirtschaftsexperte Torben St\u00fchmeier. Bis 2025 wird das verf\u00fcgbare reale Einkommen der unteren Einkommensgruppen um etwa zwei Prozent zur\u00fcckgehen, so die Prognose. Das Lohnwachstum in den Branchen h\u00e4ngt mit dem jeweiligen Produktivit\u00e4tswachstum zusammen. Besch\u00e4ftigte mit Spezialwissen, in Branchen mit Tarifbindung und in kapitalintensiven Sektoren profitieren am st\u00e4rksten. Das Wachstum der Arbeitsproduktivit\u00e4t wird bis 2025 hingegen in den arbeitsintensiven Branchen des Gesundheitswesens oder des Einzelhandels nur etwa halb so hoch ausfallen wie im Verarbeitenden Gewerbe und der Chemie- und Elektroindustrie. (\u2026) Von der geringen Lohndynamik sind besonders Alleinerziehende betroffen. Zum einen sind sie h\u00e4ufig in Branchen mit einer unterdurchschnittlichen Produktivit\u00e4tsentwicklung besch\u00e4ftigt, zum anderen arbeiten sie im Durchschnitt drei Stunden weniger als alle Erwerbst\u00e4tigen im bundesweiten Durchschnitt. Sie bleiben abgeh\u00e4ngt, ihr verf\u00fcgbares Einkommen wird real um 0,1 Prozent im Jahresdurchschnitt sinken. Das liegt auch daran, dass der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil der alleinerziehenden M\u00fctter \u2013 fast zwei Drittel \u2013 in Teilzeit arbeitet. Damit sich an der Lage von Alleinerziehenden etwas \u00e4ndert, brauchen sie flexible M\u00f6glichkeiten der Aus- und Weiterbildung, die ihre Verantwortung f\u00fcr die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder ber\u00fccksichtigt. Zudem ist der Ausbau von guten Ganztagsschulen und -kitas unerl\u00e4sslich. Das hilft dann auch besonders im Gesundheitswesen, wo allein ein F\u00fcnftel der Alleinerziehenden arbeitet. Eben diese Branche wird in den n\u00e4chsten Jahren in Deutschland am st\u00e4rksten wachsen, prognostiziert die Studie. (\u2026) Das Nachsehen haben laut Prognose die berufst\u00e4tigen Frauen. Sie werden nur rund 60 Prozent des Bruttoverdienstes der M\u00e4nner erreichen. Das hat zwei Gr\u00fcnde. Frauen sind h\u00e4ufig in unterdurchschnittlich produktiven Wirtschaftszweigen besch\u00e4ftigt. Zudem arbeiten sie deutlich h\u00e4ufiger in Teilzeit. (\u2026)Auch der f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst tariflich vereinbarte einmalige Corona-Bonus \u00e4ndert an der Gesamtsituation nichts. Es l\u00e4sst sich voraussagen, dass das Coronavirus bestehende Ungleichgewichte eher noch versch\u00e4rfen d\u00fcrfte, sagt Torben St\u00fchmeier. Denn besonders hart getroffen hat die Pandemie das Gastgewerbe und viele private Dienstleistungen. Hier arbeiten rund elf Prozent aller Besch\u00e4ftigten, darunter \u00fcberdurchschnittlich viele Frauen und Alleinerziehende. Die Branchen bezahlen im Vergleich niedrige L\u00f6hne und angesichts der wirtschaftlichen Situation d\u00fcrfte in den n\u00e4chsten Jahren wenig Luft f\u00fcr deutliche Lohnsteigerungen vorhanden sein<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2020\/dezember\/corona-helden-bleiben-beim-einkommen-abgehaengt\">Beitrag von Torben St\u00fchmeier vom 08.12.2020<\/a>bei der Bertelsmann Stiftung samt Studie \u2013 und quasi alternativlos wird postuliert: \u201c\u2026\u00a0<em>Entsprechend geringer ist der Spielraum f\u00fcr Lohnerh\u00f6hungen. Somit m\u00fcssen Produktivit\u00e4tssteigerungen auch in den arbeitsintensiven Branchen, in der Pflege oder dem Gesundheitswesen, auf die Agenda r\u00fccken. Die Digitalisierung von Abl\u00e4ufen und Dokumentationen etwa bietet hier noch reichlich produktivit\u00e4tssteigerndes Potenzial. Hiervon werden am Ende auch die Erwerbst\u00e4tigen profitieren, so die Studie<\/em>\u2026\u201d \u2013 Bertelsmann Stiftung eben<\/li>\n<li><strong>Arbeiterklasse und Corona: Das Klassenvirus<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 Wenn wir etwas gelernt haben, dann dies: welche Menschen die Gesellschaft tats\u00e4chlich funktionieren lassen. Es sind nicht die \u00fcberbezahlten Vorstandsvorsitzenden oder die Magnaten. Jahrelang haben sie uns erz\u00e4hlt, dass sie f\u00fcr unseren Wohlstand sorgen. Nichts davon. Es ist die werkt\u00e4tige Klasse, die alles am Laufen h\u00e4lt. Normal arbeitende M\u00e4nner und Frauen. Menschen, die nie in Talkshows oder auf Meinungsseiten erscheinen, au\u00dfer wenn \u00fcber sie geredet wird. Die jeden Tag ihre Arbeitskraft verkaufen. Die Regale f\u00fcllen. Die Lkw abladen. Die Bettlaken waschen. Die Senioren versorgen. Die Erdbeeren pfl\u00fccken. Die in den Gesch\u00e4ften bedienen. Die Tiere in Fleischfabriken zerlegen. Die den M\u00fcll abholen, die Fabriken am Laufen halten, die Feuer l\u00f6schen, die Flure putzen, die Kleinkinder versorgen \u2026 Ohne diese Menschen k\u00f6nnten wir in Zeiten einer Pandemie nicht \u00fcberleben. Wir bek\u00e4men keine Pflege, h\u00e4tten kein Essen, w\u00e4ren nicht sicher. W\u00e4hrend sie sich dem Virus aussetzen, liefern sie den Beweis f\u00fcr die g\u00e4hnende Kluft zwischen der Bewertung ihrer Arbeit auf dem Markt \u2013 ein karger Lohn \u2013 und dem Sozialwert ihrer T\u00e4tigkeit. Sie sind unverzichtbar. (\u2026) Laut offiziellen Zahlen der Europ\u00e4ischen Union hat w\u00e4hrend der Pandemie beinahe ein Drittel der werkt\u00e4tigen Klasse einen \u00bbessentiellen Beruf\u00ab ausge\u00fcbt. Unterricht, Landwirtschaft und Lebensmittelbereich, Wissenschaft und Technik, Pflege und Reinigung sind die wichtigsten Sektoren, aber bei weitem nicht die einzigen. \u00bbLange Zeit dachte man, dass Roboter und Technologie die Arbeit der Menschen ersetzen w\u00fcrden\u00ab, sagt der Professor f\u00fcr Arbeitssoziologie Mateo Alaluf. \u00bbIn dieser Krise haben wir festgestellt, dass menschliche Arbeit ein wesentliches Element bleibt. All diejenigen, die ganz hinten in der Lohnreihe stehen, m\u00fcssen doch als erste wieder ran. Die Menschen, die am wenigsten verdienen, sorgen daf\u00fcr, dass unsere Gesellschaft weiter l\u00e4uft.\u00ab Der Soziologe kommt zu dem Schluss: \u00bbDie Krise hat die Ungleichheiten wieder gr\u00f6\u00dfer und die Klassengegens\u00e4tze wieder sichtbarer gemacht.\u00ab (\u2026) Der Arbeitsplatz ist nicht der sichere Hafen, den die \u00bbArbeitgeber\u00ab daraus machen wollen. Im Gegenteil. Die h\u00f6chste Zahl der Todesopfer von Covid-19 finden die britischen Forscher beim Bewachungspersonal, bei Taxi- und Busfahrern, Vorarbeitern, beim Verkaufs- und Gesch\u00e4ftspersonal, bei Bauarbeitern und in Serviceberufen, wie beispielsweise Lieferanten an Krankenh\u00e4user sowie K\u00fcchen- und Catering-Mitarbeiter und Kellner.\u00a0 \u00bbEs sind genau die Berufe, die oft am schlechtesten bezahlt werden, mit den heikelsten Arbeitsbedingungen und in prek\u00e4ren Stellungen\u00ab, schreiben die Forscher. Die Berufe, mit denen die h\u00f6chsten Risiken verbunden sind, werden am geringsten bezahlt. Covid-19 ist auch ein Klassenvirus, mit Niedrigl\u00f6hnern in der Frontlinie. \u00bbEs ist ein wichtiger Bericht. Er best\u00e4tigt, dass Covid-19 bei der Erwerbsbev\u00f6lkerung weitgehend eine Berufskrankheit ist. Nicht nur f\u00fcr Arbeitnehmer im Pflege- und Sozialsektor, sondern auch in vielen anderen Berufen mit Kontakten zu Menschen\u00ab, erkl\u00e4rt Neil Pearce. Er ist Dozent f\u00fcr Epidemiologie und Biostatistik. Er f\u00fchrt aus: \u00bbDas h\u00f6chste Risiko ist auf Arbeitsstellen zu finden, die einen Kontakt mit der \u00d6ffentlichkeit verlangen. Das \u00fcberrascht nicht. Man muss nicht h\u00f6here Wissenschaften studiert haben, um zu verstehen, dass man als Busfahrer andauernd Kontakt mit der \u00d6ffentlichkeit hat, oft ohne die richtigen Schutzmittel. Und dass man damit ein h\u00f6heres Risiko eingeht, sich mit dem Coronavirus anzustecken.\u00ab\u2026\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/387249.arbeiterklasse-und-corona-das-klassenvirus.html\">Vorabdruck in der jungen Welt vom 28. September 2020 eines redaktionell gek\u00fcrzten Abschnitts aus der Ver\u00f6ffentlichung von Peter Mertens<\/a>\u00a0<em>\u201cUns haben sie vergessen. Die werkt\u00e4tige Klasse, die Pflege und die Krise, die kommt\u201d<\/em>, Verlag am Park, Berlin 2020, 154 S., 14 Euro<\/li>\n<li><strong>Coronakrise: Ich schau dir in die Augen, Systemrelevanz! Applaus oder Werkvertr\u00e4ge? Ein Querschnitt durch die Solidarit\u00e4t w\u00e4hrend der Pandemie<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 \u00bbSystemrelevanz\u00ab ist ein Begriff mit einer Doppelbedeutung. Einerseits umschlie\u00dft er diejenigen Arbeitsfelder, ohne die kein Mensch (\u00fcber)leben k\u00f6nnte, andererseits sind aber auch diejenigen Personen \u00bbsystemrelevant\u00ab, die dazu beitragen, dass das System \u00fcberleben kann. Sieht man sich die staatlichen F\u00f6rder- und Hilfsma\u00dfnahmen einmal nach diesen Kriterien an, so ist ganz offensichtlich, dass vor allem diejenigen gef\u00f6rdert werden, die als relevant f\u00fcr das Weiterbestehen des Systems gelten, also Unternehmen wie Lufthansa oder solche der deutschen Autoindustrie, w\u00e4hrend diejenigen Personen, die f\u00fcr die Menschen relevante Arbeit leisten, die sich also beispielsweise um die Kranken, die Alten und die ganz Jungen k\u00fcmmern und die daf\u00fcr sorgen, dass St\u00e4dte und Geb\u00e4ude nicht in Dreck und M\u00fcll ersticken, die Obst und Gem\u00fcse ernten und Schweine, K\u00fche und H\u00fchner schlachten, die die Waren sortieren, verpacken, ausliefern und verkaufen, au\u00dfen vor bleiben. (\u2026) W\u00e4hrend f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten in der Pflege, im Supermarkt und im Einzelhandel eine Zeit lang allabendlich applaudiert wurde, wurde den Schlachthofarbeitern bei T\u00f6nnies die Autos, erkennbar am rum\u00e4nischen Kennzeichen, angez\u00fcndet; von der Dankbarkeit, die eine Zeit lang im von den Balkonen aus gespendeten Beifall ihren Ausdruck gefunden hat, blieben sie ebenso ausgeschlossen wie die Saisonarbeiter in der Landwirtschaft. Wer jetzt meint, dass f\u00fcr diese unterschiedlich gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung von \u00bbSystemrelevanz\u00ab vor allem rassistische Gr\u00fcnde vorliegen, der \u00fcbersieht, dass auch in den anderen Bereichen des Niedriglohnsektors, vor allem in der Pflege, ein hoher Anteil an ausl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4ften besch\u00e4ftigt ist. Dass hier die Anerkennung unterschiedlich gro\u00df ausf\u00e4llt, liegt eher darin begr\u00fcndet, dass es f\u00fcr eine Mehrheit weder vorstellbar noch w\u00fcnschenswert ist, das zugrundeliegende Gesellschaftssystem zu ver\u00e4ndern. Es ist ein Fehler der sogenannten \u00bbneuen Klassenpolitik\u00ab, anzunehmen, dass es gegenw\u00e4rtig eine Arbeiterklasse mit einem gemeinsamen Klasseninteresse g\u00e4be, das auf eine Ver\u00e4nderung des Gesellschaftssystems hinausl\u00e4uft. Das ist identit\u00e4r gedacht. Wenn in den Gro\u00dfschlachtereien nicht mehr Rum\u00e4nen und Bulgaren zu Dumpingl\u00f6hnen im Akkord schlachten, dann wird das Schnitzel oder die Bratwurst teurer, was den Interessen aller anderen Besch\u00e4ftigten zuwiderl\u00e4uft, bleibt ihnen doch dann weniger von ihrem eigenen Gehalt \u00fcbrig. Man hat es hier nicht nur mit grunds\u00e4tzlich unterschiedlichen Interessen zu tun, der Konflikt unter den Arbeitnehmern wird dann auch noch verst\u00e4rkt, indem er rassistisch aufgeladen wird. \u00bbDer Staat ist verpflichtet, seine B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen zu sch\u00fctzen, er ist verpflichtet zu verhindern, dass Familienv\u00e4ter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen L\u00f6hnen ihnen die Arbeitspl\u00e4tze wegnehmen.\u00ab Es war kein Politiker der AfD, sondern Oskar Lafontaine, der bereits 2005 den \u00bbFremdarbeiter\u00ab gegen den \u00bbdeutschen Arbeiter\u00ab ausspielte, um \u00fcber Strukturfragen nicht sprechen zu m\u00fcssen. Mittels rassistischer Zuschreibungen wird jenen Arbeitskr\u00e4ften, die aus wirtschaftlich abgeh\u00e4ngten, \u00e4rmeren L\u00e4ndern stammen \u2013 in denen die Hungerl\u00f6hne, die in den betreffenden deutschen Betrieben gezahlt werden, zu einem halbwegs ausk\u00f6mmlichen Leben im Herkunftsland reichen -, auch noch die Schuld an eben diesen schlechten L\u00f6hnen und Arbeitsbedingungen zugeschoben\u2026\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1139298.coronakrise-ich-schau-dir-in-die-augen-systemrelevanz.html\">Artikel von Ruth Oppl vom 18. Juli 2020 in neues Deutschland online<\/a><\/li>\n<li><strong>Es geht um mehr als um Pr\u00e4mien<br \/>\n<\/strong><em>\u201cViele Menschen, die in der Krankenpflege arbeiten, sind derzeit ver\u00e4rgert, weil sie \u2013 anders als die Besch\u00e4ftigten in der Altenpflege \u2013 keinen Bonus und keine Pr\u00e4mie f\u00fcr ihre besondere Leistung und schwere Belastung in Zeiten von Corona erhalten haben. Nicht nur sie, auch viele andere w\u00fcnschen sich endlich einen Zuschlag und mehr Anerkennung f\u00fcr ihre wichtige Arbeit. Und das w\u00e4re auch nur gerecht. Um es klar vorwegzunehmen: Nat\u00fcrlich steht den Besch\u00e4ftigten in der Altenpflege die Sonderzahlung zu. Ein Bonus, der im \u00dcbrigen auf eine Tarifinitiative von ver.di f\u00fcr allgemeinverbindliche Regelungen in der Altenpflege zur\u00fcckgeht. Doch auch Krankenpflegerinnen und -pfleger in Kliniken, und all die anderen Menschen, die ebenfalls den Laden zusammenhalten \u2013 ob in der Behindertenhilfe, im Sozialwesen, in der Reinigung, im Nahverkehr oder im Handel \u2013 auch sie h\u00e4tten einen Corona-Bonus ganz sicher verdient. Und ver.di fordert ihn auch seit Wochen schon ein. Doch es geht um weitaus mehr: Der Unmut derjenigen, die jetzt leer ausgegangen sind, lenkt den Blick auf das eigentliche Problem. Es kann nicht nur um eine einmalige Pr\u00e4mie als Anerkennung f\u00fcr wichtige Arbeit in der Daseinsvorsorge in Pandemie-Zeiten gehen, es geht vor allem um dauerhaft gute L\u00f6hne f\u00fcr systemrelevante Arbeiten. Dazu braucht es Tarifvertr\u00e4ge \u2013 und die fallen nicht vom Himmel. In Zeiten von Corona wurde f\u00fcr viele Menschen wie unter einem Brennglas sichtbar, welche Arbeiten unverzichtbar sind. Das ist gut so. Die bittere Wahrheit ist aber auch, viele dieser Arbeiten sind frauendominierte Berufe, die schlecht bezahlt werden. Dort, wo \u00fcberwiegend Frauen arbeiten, wird und wurde schon immer weniger anerkannt, weniger wertgesch\u00e4tzt und weniger entlohnt. Das l\u00e4sst sich auch nicht mit einmaligen Pr\u00e4mien heilen\u2026\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/themen\/geld-tarif\/++co++399724e4-c682-11ea-ae01-525400940f89\">Kommentar von Marion L\u00fchring vom 15.07.2020 bei ver.di<\/a>\u00a0mit dem Aufruf zur gewerkschaftlichen Organisierung<\/li>\n<li><strong>Weibliche Besch\u00e4ftigte: Systemrelevant und unterbezahlt<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Frauen werden massiv unterbezahlt. Vor allem in den systemrelevanten Berufen, die das \u00f6ffentliche Leben aufrechterhalten. Das war schon vor Corona so. Aber die Krise bringt diese Ungerechtigkeit noch viel st\u00e4rker ins \u00f6ffentliche Bewusstsein. Es ist deshalb h\u00f6chste Zeit, gegenzusteuern. Die Erwerbsarbeit von Frauen muss endlich anst\u00e4ndig bezahlt werden. Dazu braucht es mehr Tarifvertr\u00e4ge und eine Aufwertung der sozialen Berufe. R\u00fcckblende: Lange Schlangen in Superm\u00e4rkten, volle Krankenh\u00e4user, \u00dcberstunden im Labor und in unz\u00e4hligen anderen Berufsgruppen \u2013 auf dem H\u00f6hepunkt der Pandemie hatten viele Besch\u00e4ftigte mehr als genug zu tun. Durch ihre unverzichtbare Arbeit haben sie die Versorgung der Menschen mit allen lebensnotwendigen G\u00fctern und Dienstleistungen sichergestellt. Daf\u00fcr geb\u00fchrt ihnen Respekt. Neben ihrer Systemrelevanz weisen diese T\u00e4tigkeiten aber noch weitere Parallelen auf: Sie werden \u00fcberwiegend von Frauen geleistet. Und vor allem sind sie massiv unterbezahlt!<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/niedersachsen.dgb.de\/themen\/++co++d5d81858-c1ba-11ea-a3c1-001a4a16011a\">schlaglicht 27\/2020 des DGB Niedersachsen vom 09.07.2020<\/a>, siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>[DGB-Index] Weiblich, systemrelevant, unterbezahlt: Arbeitsbedingungen in vier frauendominierten Berufsgruppen<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>In der Corona-Krise waren und sind sie systemrelevant: Pflegeberufe, Verkaufsberufe, Erziehungs- und Sozialberufe, Reinigungsberufe. In diesen vier Branchen arbeiten haupts\u00e4chlich Frauen. Bezahlung und Arbeitsbedingungen sind bisher unterdurchschnittlich, wie Zahlen des DGB-Index Gute Arbeit zeigen. Zeit, das endlich zu \u00e4ndern. Vier frauendominierte Berufsgruppen hat das Team des DGB-Index Gute Arbeit genauer unter die Lupe genommen: Reinigungsberufe, Verkaufsberufe, Pflegeberufe (Alten- und Krankenpflege) sowie Erziehungs- und Sozialberufe. Die Ergebnisse: Atypische und prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung ist unter ihnen weit verbreitet, die Mehrheit der Besch\u00e4ftigten in diesen Berufen bewertet ihr Einkommen als \u201cnicht\u201d oder \u201cgerade\u201d ausreichend und psychische sowie physische Belastungen sind \u00fcberdurchschnittlich. \u201cDie Befragungsergebnisse machen deutlich, dass systemrelevante Arbeit h\u00e4ufig von Frauen unter schlechten Bedingungen geleistet wird\u201d, fasst das Team des DGB-Index Gute Arbeit die Ergebnisse zusammen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++b0c5e3f8-c6cc-11ea-8c72-001a4a160123\">DGB-Index Kompakt 01\/2020 vom 18.07.2020<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Systemrelevant, aber dennoch kaum anerkannt: Entlohnung unverzichtbarer Berufe in der Corona-Krise unterdurchschnittlich<br \/>\n<\/strong><em>\u201cIn Zeiten der Corona-Krise zeigt sich: Bestimmte Berufsgruppen und Bereiche des \u00f6ffentlichen und sozialen Lebens sind systemrelevant. Die Mehrheit der als systemrelevant definierten Berufe weist jedoch au\u00dferhalb von Krisenzeiten ein geringes gesellschaftliches Ansehen und eine unterdurchschnittliche Bezahlung auf. Der Frauenanteil ist hingegen \u00fcberdurchschnittlich. Dies gilt vor allem f\u00fcr die systemrelevanten Berufe der \u201eersten Stunde\u201c, also jene T\u00e4tigkeiten, die seit Beginn der Corona-Krise als systemrelevant gelten. Die Liste systemrelevanter Berufe wurde \u00fcber die Zeitkonkretisiert und um weitere Berufsgruppenerg\u00e4nzt. Diese zus\u00e4tzlichen Berufe haben ein h\u00f6heres Lohn- und Prestigeniveau und einen h\u00f6heren M\u00e4nneranteil. Dennoch gilt auch nach der erweiterten Definition der systemrelevanten Berufe\u201ezweiter Stunde\u201c: Die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Unverzichtbarkeit und tats\u00e4chlicher Entlohnung ist in Krisenzeiten besonders offensichtlich. Deshalb sollten auf kollektive Dankbarkeit konkrete Ma\u00dfnahmen folgen, wie eine h\u00f6here Entlohnung und eine breitere tarifvertragliche Absicherung\u2026\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.792728.de\/diw_aktuell_48.pdf\">Studie von Josefine Koebe, Claire Samtleben, Annekatrin Schrenker und Aline Zucco vom Deutsches Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW-aktuell 48) (07\/2020)<\/a><\/li>\n<li><strong>Rund 80.000 Menschen unterzeichnen Offenen Brief \u201eSoziale Arbeit ist unverzichtbar\u201c \u2013 ver.di \u00fcbergibt Unterschriften an das Bundesfamilienministerium<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 \u201eDie Besch\u00e4ftigten in der Sozialen Arbeit \u2013 diese umfasst unter anderem Kitas, die Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe oder Hilfen f\u00fcr Wohnungslose und Gefl\u00fcchtete \u2013 sind gefordert wie nie zuvor; viele f\u00fchlen sich aber in der Corona-Krise alleingelassen\u201c, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Den Besch\u00e4ftigten w\u00fcrden h\u00e4ufig unzureichende oder fehlende Schutzma\u00dfnahmen zugemutet, oder ihnen drohten Kurzarbeit oder Entlassung. \u201eQualifizierte Soziale Arbeit braucht gut entwickelte Tr\u00e4ger und Strukturen; die entsprechenden Einrichtungen kann man nicht von heute auf morgen schlie\u00dfen und \u00fcbermorgen wieder \u00f6ffnen.\u201c Um den Gesundheitsschutz der Besch\u00e4ftigten in der Sozialen Arbeit zu gew\u00e4hrleisten, brauche es bundesweite Regelungen, die Besch\u00e4ftigten, Adressatinnen und Adressaten, Kindern und Eltern Sicherheit geben, so Behle weiter. Die durch das Bundesarbeitsministerium f\u00fcr die gesamte Arbeitswelt formulierten Standards seien in der Sozialen Arbeit, in der es um den Dienst an und mit den Menschen gehe, nicht anwendbar. (\u2026) \u201eDie sprunghafte \u00d6ffnung der Kitas l\u00e4sst die realen Kapazit\u00e4ten unber\u00fccksichtigt.\u201c Dies gehe oftmals zu Lasten der Besch\u00e4ftigten; dabei m\u00fcssten insbesondere Besch\u00e4ftigte, die Risikogruppen angeh\u00f6rten, gesch\u00fctzt werden. \u201eEs kann nicht sein, dass Kolleginnen und Kollegen, die jahrelang den Kita-Ausbau unter schwierigen Bedingungen mitgetragen haben, jetzt in eine ungewisse Zukunft geschickt werden, wenn ihr Gesundheitszustand beeintr\u00e4chtigt ist.\u201c Hier m\u00fcsse der Bund eingreifen und Angebote machen, wie die Besch\u00e4ftigten abgesichert werden k\u00f6nnen.\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/presse\/pressemitteilungen\/++co++26fa04c6-b211-11ea-808c-525400940f89\">di Pressemitteilung vom 19.06.2020<\/a><\/li>\n<li><strong>Prek\u00e4r und systemrelevant \u2013 \u201eApplaus reicht nicht\u201c \/ Einmalige Boni reichen nicht\u00a0<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Prek\u00e4r und systemrelevant \u2013 \u201eApplaus reicht nicht\u201c<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Trotz erh\u00f6htem Risiko, sich selbst anzustecken: Die Besch\u00e4ftigten vieler Dienstleistungsbranchen hielten w\u00e4hrend der Corona-Einschr\u00e4nkungen den Laden am Laufen. Sie waren und sind unverzichtbar \u2013 sie sind \u201esystemrelevant\u201c. Wie eine aktuelle Studie des DeZIM-Instituts zeigt, haben viele von ihnen einen Migrationshintergrund. W\u00e4hrend der Anteil der Besch\u00e4ftigten mit Migrationshintergrund an allen Berufen etwa ein Viertel betr\u00e4gt, liegt er bei Reinigungskr\u00e4ften bei fast der H\u00e4lfte, in der Altenpflege sowie bei Post- und Zustelldiensten bei etwa einem Drittel und bei Fahrer*innen im Stra\u00dfenverkehr bei etwa 30 Prozent. Die Mehrheit von ihnen ist im Ausland geboren und selbst nach Deutschland gekommen. Menschen mit Migrationshintergrund stecken \u00fcberdurchschnittlich oft in schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsverh\u00e4ltnissen. Gerade Besch\u00e4ftigte, die im Ausland geboren sind, erhalten oft nur einen Niedriglohn. Und ausgerechnet in systemrelevanten Berufen ist der Anteil von Niedriglohn-Besch\u00e4ftigten besonders hoch. \u201eApplaus reicht nicht\u201c \u2013 das gilt deshalb auch hier: Wir brauchen gute und gesunderhaltende Arbeit f\u00fcr alle. Wir m\u00fcssen prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse zur\u00fcckdr\u00e4ngen. Der Schutz durch Tarifvertr\u00e4ge muss auch in den systemrelevanten Berufen ebenso selbstverst\u00e4ndlich werden wie eine gute Entlohnung, Mitbestimmung und Chancen zur Weiterqualifizierung<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/wipo.verdi.de\/publikationen\/++co++e53de552-afc7-11ea-a4b6-001a4a160100\">Wirtschaftspolitik aktuell 11 \/ 2020 vom 16.6.2020 von und bei ver.di<\/a><\/li>\n<li><strong>Einmalige Boni reichen nicht<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig systemrelevante Berufe etwa in der Pflege sind. Sie lassen sich dauerhaft nur durch Fl\u00e4chentarife aufwerten. (\u2026) Die Politik hat auf diese Gerechtigkeitsl\u00fccke schnell reagiert. Auf Sonderzahlungen bis zu 1500 Euro werden keine Steuern erhoben. Damit ist allerdings nicht sichergestellt, dass alle systemrelevanten Kr\u00e4fte Zusatzpr\u00e4mien erhalten. Die Pflegekassen und die L\u00e4nder finanzieren den Bonus in der Altenpflege. Die vielen anderen systemrelevanten Besch\u00e4ftigten konnten jedoch nicht die gleiche \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung durchsetzen, obgleich sie ebenso belastet sind. Sie gehen leer aus oder werden allenfalls mit kleineren Betr\u00e4gen abgespeist. Hinzu kommt, dass einmalige Boni zwar eine wichtige Geste sind, an den strukturellen Problemen der Unterbezahlung aber nichts \u00e4ndern. Es muss darum gehen, unterbezahlte Besch\u00e4ftigte nicht mit einmaligen Almosen abzuspeisen, sondern ihre T\u00e4tigkeiten dauerhaft aufzuwerten. Dabei m\u00fcssen wir zwischen den systemrelevanten Berufen differenzieren. Um gut bezahlte \u00c4rzte m\u00fcssen wir uns keine Sorgen machen. Sie sind gewerkschaftlich bestens organisiert und politisch gut vernetzt. V\u00f6llig anders sieht es in den personalstarken Bereichen der Pflege, des Einzelhandels, der Reinigung oder der Paketdienste aus. Hier kommen mehrere Probleme zusammen. Erstens handelt es sich \u00fcberwiegend um typische Frauenberufe. In der Vergangenheit galten Frauen nur als schlechter bezahlte Zuverdienerinnen. Durch das Ehegattensplitting und die steuerfreien Mini-Jobs werden sie noch heute in diese Rolle gedr\u00e4ngt. Zweitens sind die Besch\u00e4ftigten in diesen Branchen gewerkschaftlich schlecht organisiert. In der Altenpflege etwa geh\u00f6ren nur zehn Prozent der Besch\u00e4ftigten einer Gewerkschaft an. Sie versuchen \u00fcberwiegend, ihre Probleme alleine zu l\u00f6sen, indem sie die Arbeitszeit verk\u00fcrzen oder den Job wechseln, was den Fachkr\u00e4ftemangel versch\u00e4rft. Wer in Niedriglohnbranchen versucht, sich gemeinsam zu wehren und einen Betriebsrat zu gr\u00fcnden, wird oft schikaniert oder gek\u00fcndigt. Drittens ist die Tarifbindung in diesen Bereichen drastisch gesunken. (\u2026) Wie lassen sich unter solchen Bedingungen die systemrelevanten Berufe aufwerten? Die \u00fcblichen Ratgeber \u201cSei selbstbewusst! Geh zu Deinem Chef und frage nach einer Lohnerh\u00f6hung\u201d helfen allenfalls wenigen nicht ersetzbaren Spezialisten. Das einzige verf\u00fcgbare Instrument, mit dem man gute Bezahlung f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten einer Branche garantieren kann, sind Fl\u00e4chentarife. Die Erh\u00f6hung der Tarifbindung w\u00e4re ein Quantensprung f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte. (\u2026) Wegen der in der Verfassung verankerten Tarifautonomie kann der Staat den Abschluss von Tarifvertr\u00e4gen nicht erzwingen. Er kann sie auch nur f\u00fcr allgemein verbindlich erkl\u00e4ren, wenn die Tarifpartner gemeinsam einen Antrag stellen. Der Staat hat allerdings einige wirkungsvolle Instrumente, mit denen er die Tarifflucht stoppen kann. So kann er sicherstellen, dass Tarifl\u00f6hne kein Nachteil im Wettbewerb um \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge sind. Es ist ein Riesenfortschritt, dass seit Jahresanfang in der Krankenpflege Tarifl\u00f6hne nach dem Kostendeckungsprinzip refinanziert werden. Krankenh\u00e4user haben damit keinen Anreiz mehr, unter Tarif zu zahlen. Leider gilt das nicht f\u00fcr das ebenso systemrelevante sonstige Personal. Dieses Tariftreueprinzip muss auch in der Pflegeversicherung f\u00fcr Altenpflege und bei allen \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen gelten. Zudem sind die hohen rechtlichen H\u00fcrden f\u00fcr eine Allgemeinverbindlichkeitserkl\u00e4rung (AVE) abzusenken<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/forum-einmalige-boni-reichen-nicht-1.4935677\">Artikel von Gerhard Bosch vom 14. Juni 2020 in der S\u00fcddeutschen Zeitung online<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Mehr Plumps als Wumms: Im Konjunkturpaket bleiben Frauen und ihre Systemrelevanz unsichtbar<br \/>\n<\/strong><em>\u201cWas Feminist*innen schon lange klar ist, wurde in der Coronakrise auch f\u00fcr die breite \u00d6ffentlichkeit sichtbar: Lebensnotwendige und \u00bbsystemrelevante\u00ab Arbeit wird in der Regel von Frauen geleistet \u2013 gering entlohnt und unter vielfach prek\u00e4ren Bedingungen. Die coronabedingte Ausnahmesituation machte undenkbares m\u00f6glich: Menschen bedankten sich klatschend auf dem Balkon und Politiker*innen prangerten die geringe Wertsch\u00e4tzung und Entlohnung im Gesundheitssektor an. Bei dieser rhetorischen Anerkennung scheint es allerdings zu bleiben \u2013 im Konjunkturpaket jedenfalls finden sich keine geschlechterpolitischen Ma\u00dfnahmen. Nat\u00fcrlich sind der Kinderbonus und ein Entlastungsbeitrag f\u00fcr Alleinerziehende durchaus wichtige und \u2013 besonders f\u00fcr in Armut lebende Menschen \u2013 hilfreiche Ma\u00dfnahmen. \u00bbJenseits der Alleinerziehenden, die weit \u00fcberwiegend weiblich sind, werden Frauen als \u00f6konomische Gruppe\u00ab jedoch nicht adressiert, kritisiert die \u00bbtaz\u00ab vollkommen zurecht. Das \u00bbLeitprinzip Geschlechtergerechtigkeit\u00ab, das laut gemeinsamer Gesch\u00e4ftsordnung der Bundesministerien bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Ma\u00dfnahmen der Bundesregierung zu ber\u00fccksichtigen ist, kommt mehr als zu kurz. Geschlechterpolitik plumpst auf den Boden alter Tatsachen \u2013 auf beharrliche Ignoranz. Der Wumms bleibt aus. Dabei wurde immer wieder dar\u00fcber berichtet, dass die Krise vor allem eine Krise der Frauen ist: M\u00fctter sind mit Kinderbetreuung und Homeschooling besch\u00e4ftigt. Unbezahlte Carearbeit geht zu Lasten der Lohnarbeitsstunden, die notgedrungen reduziert werden m\u00fcssen. Dennoch ist die Suche nach Begriffen wie \u00bbFrauen\u00ab, \u00bbGeschlechtergerechtigkeit\u00ab oder gar \u00bbCarearbeit\u00ab im Konjunkturpaket vergeblich. Da m\u00f6gen 300 Euro Kinderbonus f\u00fcr manche tats\u00e4chlich wie eine Art Schweigegeld wirken. Aber auch was den Bereich der Mobilit\u00e4t angeht, ist das Konjunkturpaket entt\u00e4uschend: \u00bbWeibliche\u00ab Mobilit\u00e4tsgewohnheiten, wie die Nutzung \u00f6ffentlicher Verkehrsmittel oder des Fahrrads, werden weniger bezuschusst als der Kauf eines neuen Autos. Das ist auch aus \u00f6kologischer Sicht ein Griff ins Klo. \u00bbZukunftsf\u00e4higkeit st\u00e4rken\u00ab aber geht nur \u00f6kologisch und geschlechtergerecht. Das Motto des Pakets zur Krisenbew\u00e4ltigung ist knapp verfehlt.\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1137517.konjunkturpaket-mehr-plumps-als-wumms.html\">Kommentar von Birthe Bergh\u00f6fer bei neues Deutschland vom 5. Juni 2020<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Arbeitskraft von Frauen auszubeuten, ist eine beliebte Strategie der Krisenbew\u00e4ltigung: Jetzt auch noch Masken n\u00e4hen<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 Trotz vieler Besonderheiten hat die Coronakrise eines mit anderen sozialen Krisensituationen gemein: Bestehende Ungleichheiten wachsen. So treffen die Auswirkungen sozialer Krisen und Katastrophen Frauen weltweit h\u00e4rter als M\u00e4nner. Das gilt f\u00fcr Wirtschaftskrisen wie f\u00fcr Wirbelst\u00fcrme. W\u00e4hrend der Finanzkrise 2008 verloren zwar insgesamt mehr M\u00e4nner ihren Arbeitsplatz, doch in den besonders betroffenen Branchen mit ohnehin geringem Frauenanteil verloren \u00fcberproportional viele Frauen ihre Stellen. Einschneidende Arbeitsmarktreformen mit Flexibilisierung und Privatisierung waren zentrale Bestandteile der europ\u00e4ischen Austerit\u00e4tspolitik. Sie betrafen besonders \u00f6ffentliche Sektoren wie Bildung, Pflege und Gesundheit, in denen Frauen \u00fcberdurchschnittlich vertreten sind. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie werden Sch\u00e4tzungen zufolge weit gr\u00f6\u00dfer sein. Ihr ganzes Ausma\u00df ist noch nicht abzusch\u00e4tzen. Dennoch zeigt sich bereits jetzt, dass Frauen auch im Vergleich zur Finanzkrise nicht nur st\u00e4rker von den Folgen betroffen sein werden, sondern auch den gr\u00f6\u00dften Teil der gesellschaftlichen Arbeit leisten, die zur \u00dcberwindung der Krise notwendig ist. Sorgearbeit erwies sich sp\u00e4testens seit Beginn des 20. Jahrhunderts als flexible Man\u00f6viermasse, die je nach Organsiation der Produktion oder Art der Krise mehr oder weniger gesellschaftlich oder marktf\u00f6rmig organisiert werden konnte. Die Kommodifizierung von Sorgearbeit geht oft einher mit der Umleitung dieser Arbeit ins Private oder Umwandlung in schlecht bezahlte Dienstleistungen. Im famili\u00e4ren Rahmen sollen Frauen die Institutionen ersetzen, die Sorgearbeit zuvor \u00f6ffentlich angeboten hatten. Die f\u00fcr die Reproduktion des Kapitalismus notwendige Sorgearbeit wurde in Zeiten schwindender Kaufkraft und verst\u00e4rkt in Krisenzeiten ins Private verschoben. Dort erledigten sie Frauen unbezahlt, die ohnehin schlechter entlohnt wurden und besonders von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Wie sehr nicht nur die Profitabilit\u00e4t des Kapitalismus, sondern auch die Bew\u00e4ltigung gesellschaftlicher Krisen von der bezahlten und unbezahlten, stets abgewerteten und vergeschlechtlichten Sorgearbeit abh\u00e4ngt, zeigt sich in der Pandemie abermals. Das belegt die sich im Lohn kaum niederschlagende Anerkennung f\u00fcr die gr\u00f6\u00dftenteils von Frauen geleistete Arbeit im Gesundheits- und Pflegebereich, ganz zu schweigen von der wie selbstverst\u00e4ndlich durch Schlie\u00dfungen von Kitas und Schulen in die Haushalte verlegten und auch hier gr\u00f6\u00dftenteils von Frauen \u00fcbernommenen Sorge- und Erziehungsarbeit. In all dem zeigt sich die Aktualit\u00e4t einer patriarchal abgesicherten, in kapitalistischen Gesellschaften lang erprobten Krisenbew\u00e4ltigungsstrategie auf Kosten von Frauen (und Kindern)\u2026\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/jungle.world\/artikel\/2020\/21\/jetzt-auch-noch-masken-naehen\">Beitrag von Irene Lena Poczka bei jungle world 2020\/21 vom 20. Mai 2020<\/a><\/li>\n<li><strong>Paradoxes Politikum: Warum die System-Relevanz von Care-Arbeit nicht l\u00e4nger zu verschleiern ist<br \/>\n<\/strong><em>\u201cAngela Merkel hat sich in ihrer gro\u00dfen TV-Ansprache am 18. M\u00e4rz bei all jenen bedankt, die \u201cden Laden am Laufen halten\u201d. Der \u201cLaden\u201d ist bei dieser inzwischen zum gefl\u00fcgelten Wort gewordenen Wendung nichts weniger als die Nation, die Wirtschaft, das System. Wie nun im gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab deutlich geworden ist, spielt hier Care-Arbeit eine besonders gro\u00dfe Rolle.\u201d<\/em>Die Wissenschaftlerin, Aktivistin und Kuratorin\u00a0<a href=\"https:\/\/berlinergazette.de\/system-relevanz-von-care-arbeit-nicht-laenger-zu-verheimlichen\/\">Christine Braunersreuther ergr\u00fcndet im Interview der Redaktion der Berliner Gazette vom 13. April 2020<\/a>,\u00a0<em>\u201cwarum es erst jetzt zu dieser Einsicht kommt und welche politischen Folgen sie haben k\u00f6nnte. (\u2026) Die 24-Stunden-Betreuer*innen, \u00fcber und f\u00fcr die ich sprechen kann, kommen sowohl in Deutschland als auch in \u00d6sterreich gro\u00dfenteils aus Osteuropa bzw. S\u00fcdosteuropa. Ihre genauen Herkunftsorte sind regional unterschiedlich. Einerseits h\u00e4ngt es davon ab, welche L\u00e4nder grenznah erreichbar sind. So kommen in Berlin die meisten Betreuer*innen aus Polen, in Wien aus der Slowakei (\u00fcbrigens auch viele medizinische Pfleger*innen in den Kliniken), in der Steiermark gibt es Betreuer*innen aus Slowenien. Frauen aus Bulgarien und Rum\u00e4nien sind dagegen \u00fcberall vertreten, aber sie kommen aus verschiedenen Orten. (\u2026) Kein Wunder, dass diese Form der transnationalen Auslagerung von Care-Arbeit wissenschaftlich als Neokolonialismus bezeichnet wird. Umgangssprachlich wird oft auch von \u201eneuer Sklaverei\u201c gesprochen. Diese Bezeichnung finde ich jedoch unangemessen, da sie die rassistischen Gr\u00e4ueltaten der Sklaverei euphemistisch ausblendet. Doch was den Systemen \u00e4hnlich ist, ist dass sie die Menschen hinter der Dienstleistung vergisst. Wenn in Zusammenhang mit Care-Arbeit von Vulnerabilit\u00e4t gesprochen wird, dann ist damit meist nur die Verletzlichkeit der Betreuten gemeint. Von den Betreuer*innen will man nur, dass sie ein gro\u00dfes Herz und viel Geduld haben \u2013 \u00fcber ihre Verletzlichkeit macht man sich aber keine Gedanken. Das liegt nicht allein im Balkanismus begr\u00fcndet. Sondern auch ma\u00dfgeblich im Wesen der Care-Arbeit: als unsichtbare Arbeit bezeichnet, wird sie von \u201eguten Geistern\u201c verrichtet. (\u2026) [N]at\u00fcrlich w\u00e4re ein Streik gangbar! Care-Arbeit ist allerdings schwieriger zu bestreiken, weil es daf\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Solidarisierung braucht. (\u2026) Dar\u00fcber hinaus wichtig w\u00e4re aber auch Solidarit\u00e4t durch die Betreuten bzw. deren Familien. W\u00e4re die stark, w\u00e4re durchaus ein Streik m\u00f6glich. Das haben etwa die Streiks von Kindergartenp\u00e4dagog*innen gezeigt, die von Eltern unterst\u00fctzt wurden. Schlie\u00dflich w\u00e4re es doch im Interesse Aller, wenn die Betreuer*innen hochmotiviert und \u00f6konomisch gut versorgt w\u00e4ren. (\u2026) Ein anderer Punkt ist, dass Care-Arbeiter*innen Streiks oft nicht zugetraut werden. Das liegt nicht zuletzt an der schlechten Bewertung ihrer Arbeit. Ein (monet\u00e4rer) Wert wird ausschlie\u00dflich der Produktionsarbeit zugeschrieben, w\u00e4hrend die Care- und Reproduktionsarbeit unter \u00f6konomischen Gesichtspunkten nie wirklich Beachtung fand. Langsam aber endlich bewegt sich hier etwas in der Kritik. Es ist zu hoffen, dass die es aus der Blase der feministischen \u00d6konominnen hinaus schafft und dann auch politisch Beachtung findet. Denn den Betreuer*innen selbst ist der Wert ihrer Arbeit sehr wohl bewusst. (\u2026) Ich hoffe, dass durch die Betreuungskrise w\u00e4hrend der Corona-Pand\u00e4mie zumindest ein wenig mehr Bewusstsein daf\u00fcr aufgekommen ist, dass es diese Betreuungskr\u00e4fte gibt, und zwar sehr viele davon, und dass sie zu eigentlich unw\u00fcrdigen Bedingungen arbeiten, und dass endlich politisch positive Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Betreuungssituation unternommen werden.\u201d<\/em><\/li>\n<li><strong>[Aufruf] Wann, wenn nicht jetzt! 20 bundesweit t\u00e4tige Organisationen und Verb\u00e4nde stellen Forderungen an Bundesregierung und Arbeitgeber<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Corona hat das Leben in Deutschland und in der Welt grundlegend ver\u00e4ndert. Deutlich wird, dass die wirtschaftlichen und sozialen Kosten Frauen wesentlich st\u00e4rker treffen. Die Pandemie vergr\u00f6\u00dfert alle gleichstellungs- und frauenpolitischen Probleme\/Schieflagen, auf die wir bereits seit Jahrzehnten hinweisen. Angesichts der existenziellen Krise wird deutlich, wie lebensbedrohlich sich die \u00fcber Jahre privatisierte und eingesparte \u00f6ffentliche soziale Infrastruktur und die falschen Arbeitsbewertungen jetzt auf unseren Lebensalltag auswirken. Wann, wenn nicht jetzt werden unsere frauen-und gleichstellungspolitischen Forderungen anerkannt und umgesetzt. Wir erwarten von Politik, Arbeitgeber*innen und allen Verantwortungstr\u00e4ger*innen ein ebenso mutiges, sachbezogenes und schnelles\u00a0 Handeln wie jetzt in der Zeit von Corona. Deshalb fordern wir u.a.: finanzielle Aufwertung und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, im Gesundheitswesen, der Erziehung und im Einzelhandel; Abschaffung der Sonderregelungen f\u00fcr Minijobs; Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten, die es Eltern erm\u00f6glichen, sich die Care-Arbeit gereicht zu teilen; eine bedarfsgerechte und fl\u00e4chendeckende Versorgung mit Beratungsstellen und Gewaltschutzeinrichtungen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.frauenbeauftragte.org\/Wann-wenn-nicht-jetzt\">Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunaler Frauenb\u00fcros und Gleichstellungsstellen<\/a>zum\u00a0<a href=\"https:\/\/www.frauenbeauftragte.org\/sites\/default\/files\/uploads\/downloads\/aufruf_wann_wenn_nicht_jetzt29.04.20.pdf\">Aufruf<\/a><\/li>\n<li><strong>[ver.di: virtuelle Townhall am 12. Mai 20] Schluss mit Ausreden: Applaus reicht nicht- jetzt handeln!<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Besch\u00e4ftigte des Gesundheits- und Sozialwesens treffen in einer virtuellen Townhall am 12. Mai auf Politik und Arbeitgeber \u2013 und lassen keine Ausreden mehr gelten. Anmelden und mitmachen. Zu wenig Personal im Gesundheitswesen, zu schlechte Bezahlung in der Altenpflege, arbeiten bis zum Umfallen. Seit Jahren prangern wir die Missst\u00e4nde an. Und nicht erst seit der Corona-Krise kennen wir das Spiel. Es gibt ein Problem und alle schieben sich die Verantwortung zu: Die Politik sagt, die Arbeitgeber*innen seien schuld. Die Arbeitgeber*innen sagen, die Politik sei schuld. Und am Ende \u00e4ndert sich f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten wenig. Am Tag der Pflegenden soll Schluss sein mit den Ausreden. Wir bringen Politik und Arbeitgeber an einen Tisch mit den Besch\u00e4ftigten, damit sich niemand aus der Verantwortung schleichen kann.\u00a0Wie l\u00e4uft das ab? ver.di richtet ein virtuelles Townhall Meeting aus. 12. Mai, 18:30 \u2013 20:00 Uhr. In einer Videokonferenz konfrontieren Branka Ivanisevic, Altenpflegerin; Dana L\u00fctzkendorf, Fachkraft f\u00fcr Intensivpflege; Kerrin Deisler, medizinisch-technische Assistentin die Verantwortlichen mit ihren Erfahrungen und Erwartungen. ver.di l\u00e4dt alle Besch\u00e4ftigten aus dem Gesundheitswesen ein teilzunehmen. Seid dabei, bringt euch ein und zeigt, dass hinter den Sprecherinnen und Forderungen Hunderte stehen<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/gesundheit-soziales.verdi.de\/coronavirus\/++co++db7a1882-906a-11ea-8ee2-001a4a160100\">Infos und Anmeldung bei ver.di Gesundheit &amp; Soziales<\/a>zu #townhall1205.<\/p>\n<ul>\n<li>Siehe nun den\u00a0<a href=\"https:\/\/gesundheit-soziales.verdi.de\/coronavirus\/++co++8e389518-948d-11ea-84bf-001a4a160111\">Bericht bei ver.di, Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen<\/a><\/li>\n<li>:\u00a0<strong>#townhall1205: Besch\u00e4ftigte reden Tacheles<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Kolleginnen senden bei Internetdebatte am Tag der Pflegenden eine klare Botschaft an die Vertreter der Arbeitgeber und der Bundesregierung: Applaus reicht nicht \u2013 jetzt handeln! Klare Worte, eindeutige Botschaften: Die Kolleginnen, die am Tag der Pflegenden (12. Mai 2020) beim ver.di-\u00bbTownhall-Meeting\u00ab stellvertretend f\u00fcr tausende Besch\u00e4ftigte aus dem Gesundheitswesen sprachen, nahmen kein Blatt vor den Mund. Sie konfrontierten die anwesenden Regierungs- und Arbeitgebervertreter mit ungeschminkten Berichten \u00fcber die Zust\u00e4nde in Kliniken, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen. Und sie artikulierten deutlich ihre Forderungen: mehr Personal, eine fl\u00e4chendeckend gute Bezahlung und den Schutz ihrer Gesundheit<\/em>\u2026\u201d<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>di will Tarifvertr\u00e4ge zur Aufwertung systemrelevanter Berufe \u2013 Staat soll bei geretteten Unternehmen aktiv beteiligt sein<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) will nach dem H\u00f6hepunkt der Pandemie bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung besonders in den systemrelevanten Berufen \u201enotfalls auch mit Streiks\u201c durchsetzen. \u201eWir werden Tarifvertrag f\u00fcr Tarifvertrag aufrufen und alle die beim Wort nehmen, die zurzeit t\u00e4glich eine gr\u00f6\u00dfere gesellschaftliche Anerkennung f\u00fcr diese Berufe fordern, in denen besonders viele Frauen arbeiten. Extrazahlungen sind gut, nachhaltige Tarifvertr\u00e4ge besser\u201c, erkl\u00e4rte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke zum \u201eTag der Arbeit\u201c. Gleichzeitig sei es eine \u201egesellschaftliche Aufgabe, f\u00fcr den Erhalt jedes Arbeitsplatzes zu k\u00e4mpfen, der gef\u00e4hrdet ist, ob in der Tourismusbranche, im Luftverkehr, in Kultureinrichtungen oder im Handel.\u201c Die gesetzliche Erh\u00f6hung des Kurzarbeitergeldes wertete Werneke als Erfolg der Gewerkschaften: \u201eZur Wahrheit geh\u00f6rt aber auch, dass die Erh\u00f6hung erst ab dem vierten Monat f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte in Dienstleistungsbranchen mit niedrigen Einkommen und einem hohen Anteil an Teilzeitarbeit viel zu sp\u00e4t kommt.\u201c Kritik \u00fcbte der ver.di-Vorsitzende an Unternehmen, die staatliche Gelder f\u00fcr ihren Erhalt bekommen und gleichzeitig versuchen, Arbeitspl\u00e4tze zu vernichten. \u201eWir m\u00fcssen verhindern, dass mithilfe von Steuergeldern Personalabbau finanziert wird oder Dividenden an Aktion\u00e4re und Boni an F\u00fchrungskr\u00e4fte gezahlt werden\u201c, sagte Werneke. Deshalb sei es wichtig, dass \u201eder Staat an Unternehmen, die mit Steuergeldern gerettet werden, aktiv beteiligt ist und so verantwortlich daf\u00fcr bleibt, was mit dem Steuergeld passiert\u201c<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/presse\/pressemitteilungen\/++co++188dfeee-8ae1-11ea-8f6f-525400b665de\">ver.di-Pressemitteilung zum 01.05.2020<\/a>, siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wir bleiben hier\u2026 Besch\u00e4ftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen machen mit einer Foto-Aktion im Berliner Regierungsviertel ihre Forderungen nach Gesundheitsschutz, Aufwertung und Entlastung sichtbar<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Besch\u00e4ftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen haben mit einer besonderen Aktion auf ihre Forderungen nach mehr Gesundheitsschutz, Aufwertung und Entlastung hingewiesen. In den vergangenen beiden N\u00e4chten projizierten ver.di-Aktivisten Fotos auf Fassaden des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundestags und weiterer zentraler Orte in Berlin. Auf den projizierten Fotos sind Besch\u00e4ftigte aus Krankenh\u00e4usern und Pflegeheimen, der Sozialen Arbeit, der Behindertenhilfe und vielen anderen Bereichen zu sehen, die ihre Anliegen auf Plakaten sichtbar machen. Sie stehen stellvertretend f\u00fcr viele hundert Besch\u00e4ftigte, die sich an einer bundesweiten Foto-Aktion von ver.di beteiligt haben. Sie fordern unter anderem mehr Personal und Entlastung, ausreichende Schutzausr\u00fcstung und besondere Zulagen in Zeiten der Corona-Pandemie<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/gesundheit-soziales.verdi.de\/coronavirus\/++co++3cdc1d22-7294-11ea-9d05-001a4a160100\">Pressemitteilung vom 30.04.2020 bei ver.di Gesundheit &amp; Soziales<\/a>mit Fotos\/Videos<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Gerade in systemrelevanten Berufen sind die Monatseinkommen deutlich unterm Durchschnitt<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 In den aufgrund der Corona-Pandemie im Fokus stehenden systemrelevanten Wirtschaftsbereichen erzielten vollzeitbesch\u00e4ftigte Fachkr\u00e4fte 2019 im Durchschnitt folgende Bruttomonatsverdienste: \u2013 in Krankenh\u00e4usern (zum Beispiel in der Gesundheits- und Krankenpflege) 3.281 Euro, \u2013 in Altenheimen 2.702 Euro und \u2013 im Lebensmitteleinzelhandel 1.840 Euro. Der Durchschnittsverdienst aller Fachkr\u00e4fte im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich betrug zum Vergleich 2.785 Euro brutto pro Monat. Der Anteil an Teilzeitarbeit war im Gesundheits- und Sozialwesen mit 57,9 Prozent sowie im Einzelhandel mit 53,6 Prozent am h\u00f6chsten. Der Durchschnitt im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich lag dagegen bei 27,4 Prozent. Die erw\u00e4hnten systemrelevanten Fachkr\u00e4fte identifizieren die Statistiker mit der \u201eLeistungsgruppe 3\u201c: Arbeitnehmer\/-innen mit schwierigen Facht\u00e4tigkeiten, f\u00fcr deren Aus\u00fcbung in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung, zum Teil verbunden mit Berufserfahrung, erforderlich ist. Und der Blick auf deren Einkommen zeigt: Egal, wo sie t\u00e4tig sind \u2013 sie verdienen im Schnitt deutlich weniger als die sonstigen Besch\u00e4ftigten im selben Wirtschaftsbereich. Besonders deutlich wird das in Krankenh\u00e4usern, wo Pflegekr\u00e4fte deutlich weniger verdienen als das \u00e4rztliche Personal. Andererseits sind hier die Einkommen wieder deutlich h\u00f6her als im Bereich \u201eHerstellung von Nahrungs- und Futtermitteln\u201c oder im Lebensmitteleinzelhandel. Und gerade die beiden letzten Wirtschaftsbereiche zeigen ja, dass sie auch in Epidemien weiterhin systemrelevant sind. Es flie\u00dft in Deutschland also viel zu wenig Geld in die wirklich wichtige Nahrungsmittelversorgung. Hier zeigt die Billigpreispolitik der gro\u00dfen Einzelhandelskonzerne fatale Folgen, die sich in ihrer Sch\u00e4rfe auch nach Corona zeigen werden, denn gerade die Bauern haben bei diesem Preisdruck l\u00e4ngst massive Existenzprobleme. Und der Blick auf die Krankenh\u00e4user zeigt nur die halbe Wahrheit, denn dort sind eher nicht die Einkommen das Problem, sondern die auf Kante gesparten Arbeitsbedingungen mit \u00fcberlangen Schichten, viel zu geringem Personaleinsatz und entsprechender \u00dcberlastung f\u00fcr \u00c4rzt\/-innen und Pflegekr\u00e4fte. Mit Lohnerh\u00f6hungen kann man sich hier nicht freikaufen. Die Arbeitsbedingungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten m\u00fcssen sich deutlich verbessern\u2026\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2020\/05\/Gerade-in-systemrelevanten-Berufen-sind-die-Monatseinkommen-deutlich-unterm-Durchschnitt-329484\">Beitrag von Ralf Julke vom 3. Mai 2020 bei der Leipziger Internetzeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Die zentrale Rolle von Frauen im Kampf gegen die Corona-Krise<br \/>\n<\/strong><em>\u201cDie COVID-19-Pandemie hat schwerwiegende Konsequenzen f\u00fcr unsere Gesundheit, unsere wirtschaftliche Zukunft und unser soziales Gef\u00fcge. Dabei sind Frauen in verschiedener Hinsicht besonders betroffen. Sie stellen einen Gro\u00dfteil der Besch\u00e4ftigten im Gesundheitswesen und anderen systemrelevanten Berufen, etwa in der Kindernotbetreuung und der Lebensmittelversorgung. Damit setzen sie sich einem erh\u00f6hten Infektionsrisiko aus. Trotzdem sind sie in diesen Berufen unterdurchschnittlich bezahlt und genie\u00dfen oft ein geringes Ansehen. Gleichzeitig tragen Frauen einen Gro\u00dfteil der Last zu Hause, wenn Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen werden, denn es gibt bei der unbezahlten Arbeit seit langem geschlechtsspezifische Ungleichheiten. Zudem tragen Frauen ein h\u00f6heres Risiko von Arbeits- und Einkommensverlusten und sehen sich in Krisen- und Quarant\u00e4nezeiten eher Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch oder Bel\u00e4stigung ausgesetzt. Die OECD-Kurzstudie \u201eWomen at the Core of the Fight against COVID-19 Crisis\u201d untersucht genau diese Rollen, die Frauen in der Krise ausf\u00fcllen, und die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind. In einem Webinar in Zusammenarbeit mit dem DIW haben wir die Studie am 9. April 2020 einem deutschsprachigen Publikum vorgestellt\u2026\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/blog.oecd-berlin.de\/die-zentrale-rolle-von-frauen-im-kampf-gegen-die-corona-krise\">Ver\u00f6ffentlichung des Webinars vom und beim OECD Berlin Centre Blog am 9. April 2020<\/a>\u00a0mit der Power Point Pr\u00e4sentation von Monika Queisser, mit Daten zu Geschlechterdifferenzen im OECD-Vergleich und Handlungsempfehlungen f\u00fcr die Politik sowie der Power Point Pr\u00e4sentation von Josefine Koebe, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIW Berlin, mit Fokus auf die Situation in Deutschland<\/li>\n<li><strong>Noch mehr schuften. Schlecht bezahlte Dienstleister bekommen w\u00e4hrend der Corona-Krise Applaus vom Balkon, w\u00e4hrend ihre Jobs noch h\u00e4rter werden<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die Spaltung der Arbeitswelt in Arbeiter und Angestellte hat man lange nicht so deutlich gesehen wie in diesen Tagen. Das Coronavirus sortiert die Besch\u00e4ftigten: W\u00e4hrend die einen stundenlang in Videokonferenzen h\u00e4ngen, fahren die anderen Tag f\u00fcr Tag an ihre Arbeitsst\u00e4tten. Es sind vor allem Angeh\u00f6rige schlecht bezahlter Dienstleistungsberufe, die jetzt die soziale Infrastruktur am Laufen halten und zu Helden verkl\u00e4rt werden, w\u00e4hrend ihnen die Privilegierteren allabendlich vom Balkon vorm Homeoffice aus kollektiven Applaus spendieren. Viele unserer neu entdeckten Helden arbeiten zu so niedrigen L\u00f6hnen, dass sie sich schlicht kein Auto leisten k\u00f6nnen. Sie sind auf den \u00f6ffentlichen Nahverkehr angewiesen \u2013 staatliches Abstandsgebot hin oder her. Man darf in Berlin zwar nicht allein mit einem Buch auf der Parkbank sitzen, mit einem Dutzend niesender Mit-Passagiere im U-Bahn-Abteil aber schon. Da der Takt von Bussen und Bahnen ausged\u00fcnnt wurde, sind sie trotz gesunkener Fahrgastzahlen im Berufsverkehr oft \u00fcberf\u00fcllt. Wie sieht es erst am Arbeitsplatz aus? In den Logistikzentren der gro\u00dfen Supermarktriesen ist von Krise keine Spur: \u201eBei uns werden gerade massiv zus\u00e4tzliche Leiharbeiter eingestellt\u201c, sagt ein gewerkschaftlicher Vertrauensmann aus einem Lidl-Zentrallager bei Augsburg. Von hier werden \u00fcber 90 Discounter in der Region beliefert. Hart ist die Arbeit ohnehin, doch das ist nichts im Vergleich zur aktuellen Lage. F\u00fchlt er sich gesch\u00fctzt? \u201eNa ja.\u201c Es gibt Aush\u00e4nge mit der Aufforderung, zwei Meter Abstand zu halten. Doch im Alltag ist das praktisch unm\u00f6glich, wenn auf einmal Dutzende Leute mehr im Betrieb sind. Ein \u00e4hnliches Bild zeigt sich bei Amazon im nordrhein-westf\u00e4lischen Rheinberg. Dort laufen so viele Pakete \u00fcber die Packtische wie selten. (\u2026) Auch bei der Warenlieferung steigt das gesundheitliche Risiko. Der Arbeitstag eines LKW-Fahrers dauert schon in normalen Zeiten oft mehr als 13 Stunden. Im Zuge der Corona-Krise wurde das Sonntagsfahrverbot aufgehoben, Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten sollen gelockert werden<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/noch-mehr-schuften\">Artikel von J\u00f6rn Boewe und Johannes Schulten vom 6.04.2020 bei Der Freitag online<\/a><\/li>\n<li><strong>[In der Schweiz ist es nicht anders] \u201cW\u00e4hrend ihr klatscht \u2013 denke ich an\u2026\u201d<br \/>\n<\/strong><em>\u201c<\/em><em>\u201eW\u00e4hrend ihr klatscht, bin ich vor allem verwirrt. W\u00e4hrend ihr klatscht, denke ich, falls es Menschen gibt, die erst jetzt merken, was wertvoll ist, dann ist die aktuelle Krise ihr kleinstes Problem.\u201c (\u2026) W\u00e4hrend ihr klatscht, ist ein Teil von mir auch ergriffen und bewegt, weil es vor allem die Pflegefachfrauen sind, die ich schon seit jeher bewundere f\u00fcr das, was sie tun. Weil ich weiss, wie es hinter den Kulissen aussieht. Ich denke wieder an meine Mutter, die in den 90ern, als meine Tante, meine Grossmutter, mein Stiefvater und ich in einer Eineinhalbzimmerwohnung lebten, f\u00fcr uns alle sorgte, weil sie die Einzige war, die arbeiten durfte. Dass ich es bis heute unfassbar finde. Ich denke an ihre Morgen-, Sp\u00e4t- und Nachtschichten und daran, wie sie mir eben damals, als ich mich dann f\u00fcr eine Ausbildung entscheiden sollte, sagte, ich solle auch ins Gesundheitswesen. Kranke und Tote wird es immer geben \u2013 hatte sie gesagt. Das ist wohl dieses \u201esystemrelevant\u201c von dem wir heute so viel lesen. Ich denke, f\u00fcr sie war es klar, dass man einer Arbeit nachgehen soll, die man aus\u00fcben kann, sobald eine Krise kommt. Denn Krisen wurden f\u00fcr Menschen wie sie eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Und w\u00e4hrend ihr klatscht, werde ich auch sauer, weil ich weiss, wie seit jeher gespart, zusammengestrichen und ausgeblendet wird, wenn es um das Gesundheitswesen geht. Ich denke auch daran, dass es vor allem die Frauen sind, die diese Berufe machen und dass sie schon so viel l\u00e4nger Heldinnen sind und nicht erst seit Covid-19. Wie unsichtbar sie sonst sind. Sie sind meiner Mutter nicht un\u00e4hnlich. Ich denke daran, welche rassistischen Aussagen ich von Patienten aufschnappte in der Cafeteria oder in den Wartezimmern, weil das Deutsch von einer Pflegenden nicht gut genug oder weil ihr Deutsch zu Hochdeutsch ist. Und dabei denke ich, dass es so manche Krankenpflegerin gibt, die trotz Sprachmangel in Kompetenz, Fachwissen und F\u00e4higkeit so manchen Arzt \u00fcbertrumpft. (\u2026) Ich denke aber auch daran, was ich an diesem Betrieb nicht mag. Ich habe selten so viel Konservatismus erlebt wie in gewissen Spit\u00e4lern. Wer sie leitet und wie sie geleitet werden, wo die Entscheidungen gef\u00e4llt werden, den Sexismus und die unfassbar steilen Hierarchien. Ich denke \u00fcber Sonderrechte nach und Verhaltensarten. Ich denke, ich weiss auch, warum ich es manchmal fast nicht aushielt, warum ich ausbrechen wollte. Ich denke auch an die \u00c4rzt*innen, die schon davor Leben gerettet haben. Ich denke aber auch an einige \u00c4rzte, die ganz viel zum Unwohlsein in diesem System beitragen. An die Arroganz; an die, welche mich unn\u00f6tigerweise \u00fcber Tippfehler belehrten, obwohl ich am Literaturinstitut studiert habe; an den Arzt, der mich von hinten mit einem Kugelschreiber pikste, weil ich nicht sofort auf seine Frage reagierte; an den einen, der mir, als ein St\u00fcck Fisch am Mittagstisch auf mein Bein fiel, sagte: Fisch zu Fisch; an den Urologen, der die Harnr\u00f6hrenabstriche bei schwulen M\u00e4nnern absichtlich tiefer, l\u00e4nger und somit schmerzhafter gestaltete, damit sie \u201eENDLICH LERNEN EIN KONDOM ZU BENUTZEN\u201c; an das Gef\u00fchl, dass sich einstellt, wenn dich jemand durch deine Position und deinen Nachnamen schlichtweg als dumm liest\u2026\u201c<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/daslamm.ch\/waehrend-ihr-klatscht\/\">Kolumne von Ivona Brdjanovic vom 05.04.2020 im schweizerischen Blog \u201cdas Lamm\u201d<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u2013 es geht zwar um die Schweit, aber kaum anders, siehe daher dazu auch das Dossier:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=163641\">Auch in Deutschland stehen dem Corona-Virus (politisch gewollt) knappe Ressourcen des Gesundheitswesens gegen\u00fcber<\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>[Transparent-Kampagne] \u201eApplaus ist nicht genug! Gerechte L\u00f6hne f\u00fcr Pfleger*innen, Verk\u00e4ufer*innen\u2026\u201c\u00a0<\/strong>\u201c<em>Seit Wochen bestimmt der Corona-Virus und seine Auswirkungen auf unsere Gesellschaften fast alle Nachrichten. Und in diesen Wochen hat sich einiges ver\u00e4ndert. Die Grenzen sind f\u00fcr Menschen dicht, Waren kommen durch. In Spanien und Italien sterben inzwischen t\u00e4glich hunderte am Virus Erkrankte. In Griechenland sind zehntausende Gefl\u00fcchtete in Lagern unter unmenschlichen Bedingungen eingepfercht. Die europ\u00e4ische Solidarit\u00e4t, sprich Krankenhauskapazit\u00e4ten, die Aufnahme von Gefl\u00fcchteten, oder sonstige Hilfe, ist minimal bis nicht vorhanden. Inspiriert aus Italien und Spanien wird in den Massenmedien und \u00fcber private Kan\u00e4le mobilisiert, jeden Abend um 21 Uhr auf die Balkone und an die Fenster zu treten, und kollektiv, den in der Pflege eingesetzten Menschen, f\u00fcr ihre wichtige und aufopferungsvolle Arbeit in diesen d\u00fcsteren Zeiten zu applaudieren. Eine sch\u00f6ne Geste. Und wie immer in Krisenzeiten \u2013 und nicht nur dann \u2013 ist es so, dass es die Frauen sind, die den Laden am Laufen halten und die dann auch mal richtig doll gelobt werden. Die gleichzeitig seit Wochen von Wirtschaftsverb\u00e4nden geforderten Milliardenzahlungen und Zusch\u00fcsse f\u00fcr die vom Virus bedrohten Konzerne und Betriebe sind inzwischen verabschiedet. Allein in Deutschland werden 156 Milliarden Euro locker gemacht. Was nun pl\u00f6tzlich geht nachdem wir mindestens ein Jahrzehnt auf jede Forderung von unten das Dogma der schwarzen Null als Antwort bekamen. Nach drei\u00dfig Jahren Klassenkampf von oben ist das f\u00fcr (fast) alle auch scheinbar selbstverst\u00e4ndlich. Kein Wort dagegen ist zu h\u00f6ren, endlich die L\u00f6hne der Pfleger*innen, Verk\u00e4ufer*innen, Betreuer*innen u.a. zu erh\u00f6hen. Ihnen soll daf\u00fcr jetzt kollektiv applaudiert werden, oder besser gesagt, die in den dicht bewohnten\u00a0 Stadtvierteln lebenden Niedriglohngruppen, beklatschen sich selbst, wenn sie daf\u00fcr nach Sonderschichten nicht zu m\u00fcde sind. (\u2026) Deshalb, Applaus ist gut, ist Balsam f\u00fcr die Seele, macht aber weder satt noch bezahlt er die Miete. Applaudieren wir also all den Frauen und M\u00e4nnern, die t\u00e4glich ihre Kr\u00e4fte aufopfern, sogar ihr Leben riskieren, damit die Gesundheitsversorgung, die Lebensmittelversorgung, die F\u00fcrsorge von Pflege- und Betreuungsbed\u00fcrftigen aufrechterhalten wird. Doch lassen wir es nicht dabei bewenden: Sorgen wir daf\u00fcr, dass Frauen \u2013 und nicht nur sie \u2013 endlich einen gerechten Lohn erhalten. Machen wir mit Transparenten und Fahnen auf jedem Balkon, an jedem Fenster klar, dass wir eine sofortige Lohnerh\u00f6hung f\u00fcr alle in diesen Bereichen Arbeitenden fordern. Machen wir klar, dass Krankenh\u00e4user nicht dazu da sind um Profit zu erwirtschaften, sondern das auch nach dem Ende der Corona-Krise die staatlichen Ausgaben f\u00fcr das Gesundheitssystem zumindest verdoppelt werden m\u00fcssen. Mehr \u00c4rzt*innen, mehr Pfleger*innen, mehr Betten, besseres Essen usw. Gleiches gilt f\u00fcr alle Bereiche der \u00f6ffentlichen Daseinsf\u00fcrsorge wie Wasser, Strom, Gas, M\u00fcll, \u00f6ffentlicher Nahverkehr usw\u2026 Alle Gelder f\u00fcr jetzt Entlassene m\u00fcssen unb\u00fcrokratische Zusch\u00fcsse ohne Gegenleistung sein. (\u2026) Aktionsideen: Transparente mit Forderungen aus den Fenstern. Transparente vor Krankenh\u00e4usern, Alten-, Pflege-, Obdachlosenheimen und Superm\u00e4rkten aufh\u00e4ngen. Transparente fotografieren und \u00fcber soziale und sonstige Medien verbreiten<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/aku-wiesbaden.info\/applaus-ist-nicht-genug\/\">Kampagne am 31.3.2020 von AKU Wiesbaden gestartet<\/a><\/li>\n<li><strong>Systemrelevante Berufe: Kostenloser Applaus reicht nicht!<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Krankenpfleger, Verk\u00e4uferinnen, LKW-Fahrer \u2013 sie alle halten in der aktuellen Corona-Krise den Laden am Laufen. Was erhalten sie daf\u00fcr? H\u00f6chste gesundheitliche Risiken und Applaus. Was verdienen Sie? Viel zu wenig! Mit \u201cCorona-Boni\u201d ist es nicht getan. Fl\u00e4chendeckende Tarifvertr\u00e4ge mit einer h\u00f6heren Bezahlung m\u00fcssen her. Und das nicht erst seit Corona<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/niedersachsen.dgb.de\/themen\/++co++76b18518-74b6-11ea-8b82-52540088cada\">Schlaglicht 13\/2020 vom 02.04.2020 von und bei DGB Niedersachsen<\/a><\/li>\n<li><strong>Lohngerechtigkeit: Tausende Pflegekr\u00e4fte und Verk\u00e4ufer m\u00fcssen aufstocken<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Viele Besch\u00e4ftige, auf die es in der Corona-Krise besonders ankommt, m\u00fcssen Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Das geht aus der Antwort auf eine Schriftliche Frage der Linksfraktion hervor. Im Jahr 2018 mussten beispielsweise mehr als 50 000 Verk\u00e4uferinnen und Verk\u00e4ufer Leistungen der Grundsicherung beantragen, obwohl sie sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt waren. Zumindest k\u00f6nnen aber einige der Besch\u00e4ftigten nun auf Pr\u00e4mien hoffen. (\u2026) Zuletzt hatten mehrere gro\u00dfe Ketten, darunter Rewe, Lidl, Kaufland, Aldi und Real, f\u00fcr ihre Besch\u00e4ftigten einen Bonus ausgelobt, als Dank f\u00fcr die Arbeit in den Lagern, an den Regalen und Kassen. Wie es aussieht, soll dieser Bonus auch steuerfrei sein, \u00e4hnlich wie in Frankreich. Angesichts der erschwerten Bedingungen erhielten die Besch\u00e4ftigten diesen Bonus zu Recht, twitterte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Sonntag. \u201cIch werde am Montag die Anweisung erlassen, dass ein solcher Bonus bis 1500 Euro komplett steuerfrei sein wird.\u201d Der Linkspartei geht das nicht weit genug. Scholz\u2019 Vorschlag sei zwar richtig, sagt Bartsch. \u201cEr l\u00f6st aber nicht das Grundproblem viel zu niedriger L\u00f6hne.\u201d Stattdessen solle die Bundesregierung den Mindestlohn und entsprechende Branchenmindestl\u00f6hne anheben. \u201cDie St\u00fctzen unseres Landes haben mehr Wertsch\u00e4tzung, vor allem auch mehr Geld verdient<\/em>.\u201d\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/coronavirus-pflege-verkaeufer-grundsicherung-1.4860715\">Artikel von Michael Bauchm\u00fcller vom 30. M\u00e4rz 2020 in der S\u00fcddeutschen Zeitung online<\/a><\/li>\n<li><strong>500 Euro Pr\u00e4mie: ver.di fordert Anerkennung f\u00fcr die Heldinnen und Helden dieser Tage<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Die derzeitigen Arbeitsbelastungen sind f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte in versorgungsrelevanten Bereichen enorm. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordere die Arbeitgeber deswegen auf, in allen betroffenen Bereichen eine besondere Anerkennung von zus\u00e4tzlich 500 Euro je Monat, in dem die Krise andauert, zu zahlen, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke: \u201eUnsere Forderung an die Politik lautet: Dieser Betrag soll steuerfrei sein\u201c. \u201eDie Besch\u00e4ftigten im Gesundheitswesen, in Versorgung und Handel, bei der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit \u2013 und das sind nur Beispiele \u2013, halten dieses Land f\u00fcr uns alle am Laufen. Sie stehen unter extremen Belastungen und gef\u00e4hrden zum Teil in besonderer Weise ihre eigene Gesundheit. Die Arbeitgeber m\u00fcssen sich daf\u00fcr erkenntlich zeigen\u201c, sagte Werneke. (\u2026) Die Sonderzahlungen ersetzten jedoch keinesfalls vern\u00fcnftige tarifliche Regelungen: \u201eF\u00fcr die Zukunft sind deshalb dauerhaft bessere tarifliche Entgelte und Regelungen erforderlich. Das wird ver.di aufrufen, wenn die derzeitige Pandemie \u00fcberwunden ist\u201c, sagte Werneke. \u201eAber bereits jetzt gilt es, Danke zu sagen\u201c, betonte der ver.di-Vorsitzende. Deshalb werde die Forderung nach der Anerkennungspr\u00e4mie von 500 Euro erhoben, die ab sofort und unb\u00fcrokratisch durch die Arbeitgeber gezahlt werden solle, zumal etwa die Einzelhandelsunternehmen, die derzeit ge\u00f6ffnet seien, gegenw\u00e4rtig Extra-Profite einfahren w\u00fcrden<\/em>.\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/presse\/pressemitteilungen\/++co++196e97a8-700e-11ea-ab8f-525400940f89\">Pressemitteilung vom 27.03.2020<\/a><\/li>\n<li><strong>Systemrelevante Jobs in Coronakrise: Ihr beklatscht euch selbst<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Unser Autor findet das Klatschen f\u00fcr Pflegekr\u00e4fte verlogen. Er ist selbst Pfleger und fordert: K\u00fcmmert euch lieber um die Alten und Vulnerablen. Punkt 18 Uhr stehen sie auf den Balkonen und klatschen und jubeln und freuen sich. Zu Ehren aller Systemrelevanten, unter anderem in der Pflege. Selbst der Bundestag ist aufgestanden und hat applaudiert. Auch zu meinen Ehren. Neulich schrieb eine Kollegin auf Twitter, das sei wie jeden Tag Muttertag, wenn es immerzu Blumen g\u00e4be, aber den Haushalt m\u00fcsse die Frau dann trotzdem allein schmei\u00dfen. Sie wollen nett sein, die Klatschenden, aber nett hat eine gro\u00dfe Schwester. Ich arbeite in einer Wohngruppe mit Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung. Mit Gl\u00fcckw\u00fcnschen und warmen Worten kenne ich mich aus. Ich wei\u00df auch, was diese Gl\u00fcckw\u00fcnsche hei\u00dfen: \u201eSch\u00f6n, dass du diese Arbeit machst, ich k\u00f6nnte das nicht. Zum Gl\u00fcck muss ich mich da nicht drum k\u00fcmmern.\u201c In dem Lob versteckt sich immer eine satte Prise Abwehr: Ich werde gelobt, damit sich niemand mit den Bewohner*innen auseinandersetzen muss, also jenen Menschen, die\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/taz.de\/Ethikerin-zu-Medizinversorgung-in-Krisen\/!5669071\/\"><em>im Falle der Triage<\/em><\/a><em>dann als Erste dem Tod \u00fcberlassen werden, weil die halt keinen jucken.\u00a0Den Klatschenden m\u00f6chte ich drei Dinge sagen, erstens: H\u00f6rt auf, den Pflegenden die Wange zu t\u00e4tscheln, und k\u00fcmmert euch um die alten, kranken, vulnerablen Menschen. Ja, auch die, die Europa gerade\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/taz.de\/In-der-Corona-Krise\/!5669240\/\"><em>in Moria verrecken l\u00e4sst<\/em><\/a><em>\u00a0;\u00a0<strong>ein besonderer Platz in der H\u00f6lle ist f\u00fcr jene reserviert, die abends angesichts dieser Katastrophe im Ernst die Europahymne von den Balkonen singen<\/strong>. Zweitens: Der Applaus schmeckt schal. Seit Jahrzehnten hat man unsere Forderungen, die der Pflegenden, ignoriert, weggedr\u00fcckt, abgetan. (\u2026) Und nein, da geht es (nicht nur) um mein Gehalt, das l\u00e4sst sich nicht mit 500 netto pro Nase einfach zusch\u00fctten. Es geht darum, wie es in den Heimen, den Krankenh\u00e4usern, den Wohngruppen aussieht. Ich kann mich an keine Reform erinnern, deren Ank\u00fcndigung ohne den Zusatz \u201eKostenneutralit\u00e4t\u201c auskam, obwohl allen klar ist, dass die Bedarfe steigen. Und kaum eine*n hat es gejuckt. (\u2026) Und drittens: Nein, Pflegende sind keine Heiligen. Ich will auf keinen Sockel gehoben werden, blo\u00df damit ihr euch besser f\u00fchlt. Unter den Pflegenden sind Arschl\u00f6cher, Ignoranten und \u2013 ja \u2013 auch Rassist*innen. Wer die Pflege jetzt in den Himmel hebt, verdeckt das<\/em>\u2026\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/taz.de\/Systemrelevante-Jobs-in-Coronakrise\/!5670828\/\">Kommentar von Fr\u00e9d\u00e9ric Valin vom 26.3.2020 bei der taz online<\/a><\/li>\n<li><strong>Coronavirus: Systemrelevante L\u00f6hne fehlen noch \u2013 Der Bundestag kann sich trotz seltener Einigkeit nicht auf das N\u00e4chstliegende einigen<br \/>\n<\/strong><em>\u201c\u2026 Die Beschl\u00fcsse zur Bek\u00e4mpfung der Corona-Krisenfolgen gehen an diesem Mittwoch in rasender Geschwindigkeit vonstatten. Erst recht gemessen an ihrer Tragweite. Die zeigt sich an der gewaltigen Summe, \u00fcber die der Bundestag zu befinden hat. 1400 Milliarden Euro stelle der Bund an Zahlungen, Krediten, Gew\u00e4hrleistungen und Garantien bereit, lobte Alexander Dobrindt (CSU). Nicht alles Geld wird sofort flie\u00dfen, aber es ist Geld, das verf\u00fcgbar sein muss. (\u2026) Wenn kostenloses Mittagessen f\u00fcr Kinder in der Schule oder Kita jetzt wegf\u00e4llt, kann das f\u00fcr manche Eltern ein gro\u00dfes Problem bedeuten, weil sie die Kosten nun aus dem Familienbudget bestreiten m\u00fcssen. Eine vor\u00fcbergehende Erh\u00f6hung des Hartz-IV-Regelsatzes, die die Gr\u00fcnen wie auch die Linke vorgeschlagen hatten, ist in den Gesetzen nicht enthalten. Dennoch herrscht eine ungewohnte Friedfertigkeit im Hohen Haus. (\u2026) Amira Mohamed Ali, Fraktionsvorsitzende der Linken, f\u00fcgt in ihrer Rede an, dass ihre Partei die Schuldenbremse schon immer als unzul\u00e4ssige Beschr\u00e4nkung staatlicher Handlungsf\u00e4higkeit abgelehnt hat. Dar\u00fcber hinaus hat sie Forderungen \u00fcber die jetzigen Pl\u00e4ne hinaus. Es fehlten wichtige Regelungen, sagt sie. So gelte es den Menschen in den \u00bbsystemrelevanten\u00ab Berufen, die jetzt unter gro\u00dfem Einsatz das Leben am Laufen halten, mehr als warme Dankesworte zu spenden. Vielmehr sollte es einen sofortigen Lohnzuschuss in H\u00f6he von 500 Euro geben. Das Kurzarbeitergeld solle von 60 auf 90 Prozent des Lohns erh\u00f6ht werden und eine Lohnfortzahlung f\u00fcr Eltern solle gelten, die von Kita- und Schulschlie\u00dfungen betroffen sind. Kleine Renten und der Hartz-IV-Regelsatz sollte nach dem Willen der Linken um 200 Euro pro Monat aufgestockt werden. Das Gesetz sieht nun lediglich vor, die Leistungen in einem \u00bbvereinfachten Verfahren schnell und unb\u00fcrokratisch zug\u00e4nglich\u00ab zu machen, \u00bbum die Betroffenen zeitnah unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen\u00ab.\u201d<\/em><a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1134742.coronavirus-systemrelevante-loehne-fehlen-noch.html\">Beitrag von Uwe Kalbe bei neues Deutschland vom 25. M\u00e4rz 2020<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>zu\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Standardartikel\/Themen\/Schlaglichter\/Corona-Schutzschild\/2020-03-19-Milliardenhilfe-fuer-alle.html\">Corona-Schutzschild des Bundesfinanzministeriums<\/a><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kassiererin, Krankenpfleger, M\u00fcllwerker So viel verdienen die Corona-Helden des Alltags<br \/>\n<\/strong>\u201c<em>Sie sind die Helden der Coronakrise: Kassiererinnen, Pflegekr\u00e4fte, M\u00fcllwerker. Nun werden die Dienstleister des Alltags teils beklatscht \u2013 aber sonst schlecht bezahlt. Ein Gehaltscheck. (\u2026) Finanzminister Olaf Scholz (SPD) k\u00fcndigte an, eventuelle Sonderpr\u00e4mien f\u00fcr den Einsatz in der Coronakrise von der Steuer zu befreien \u2013 und erh\u00e4lt daf\u00fcr die Unterst\u00fctzung aus der Unionsfraktion. Rewe hat bereits Pr\u00e4mien f\u00fcr die Mitarbeiter angek\u00fcndigt, 20 Millionen Euro sollen es insgesamt sein \u2013 angesichts des boomenden Gesch\u00e4fts einer der wenigen Gewinnerbranchen des Coronaschocks kann sich die Einzelhandelskette das auch gut leisten. Auch Aldi S\u00fcd lie\u00df verlauten, \u00fcber Sonderzahlungen nachzudenken. (\u2026) Noch erfreuter w\u00e4ren die so rasant zu \u201cHeldinnen und Helden des Alltags\u201d geadelten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aber, wenn sie auch auf Dauer besser bezahlt w\u00fcrden. So fordert es nun Arbeitsminister Heil: \u201cDie haben nicht nur warme Worte, sondern langfristig auch bessere L\u00f6hne verdient\u201d, sagte er den Funke-Zeitungen, denn \u201cLeistungstr\u00e4ger sind nicht nur Krawattentr\u00e4ger, sondern auch diejenigen, die jetzt im Supermarkt an der Kasse sitzen, die in Krankenh\u00e4usern Zusatzschichten schieben oder weiterhin unseren M\u00fcll entsorgen\u201d. Die w\u00fcrden n\u00e4mlich mitunter sehr niedrig bezahlt \u2013 allerdings k\u00f6nne man h\u00f6here L\u00f6hne nicht staatlich verordnen. (\u2026) Daten des Statistischen Bundesamts geben Aufschluss \u00fcber die durchschnittlichen Brutto-Monatsgeh\u00e4lter von Vollzeit-Angestellten dieser Berufsgruppen im vergangenen Jahr. Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind bereits eingerechnet. Angegeben sind die Geh\u00e4lter unterschiedlicher Qualifikationen: Fachkr\u00e4fte \u2013 also jene mit formaler Berufsausbildung, Angelernte \u2013 also jene ohne Ausbildung, aber Berufserfahrung sowie Ungelernte \u2013 also jene ohne Ausbildung und einfachen T\u00e4tigkeiten. Zum Vergleich sind auch die durchschnittlichen Bruttoverdienste aller Arbeitnehmer in Deutschland angegeben. (\u2026) Die Daten machen klar: Tats\u00e4chlich liegen die L\u00f6hne aller genannten Berufsgruppen unter dem deutschen Durchschnitt \u2013 mit einer Ausnahme: In Krankenh\u00e4usern verdienen Arbeitnehmer etwas besser. Besonders schlecht bezahlt werden die Angestellten im Einzelhandel: Hier verdient man selbst mit abgeschlossener Berufsausbildung mit 2841 Euro rund 750 Euro weniger als den deutschen Durchschnitt \u2013 liegt also rund 20 Prozent unter dem Normalniveau. Bei An- und Ungelernten ist die Differenz etwas geringer, aber immer noch immens.<\/em>..\u201d\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/corona-helden-so-viel-verdienen-kassiererinnen-krankenpfleger-muellwerker-a-96bcee54-9e8b-4146-a138-e8a07860aa60\">Artikel von Florian Diekmann vom 25.03.2020 beim Spiegel online<\/a>, siehe eine noch bessere Darstellung in\u00a0<a href=\"https:\/\/de.statista.com\/infografik\/21199\/jahresbruttogehaelter-in-ausgewaehlten-systemrelevanten-berufen\/\">\u201cSystemrelevant ja, gut bezahlt nein\u201d bei de.statista.com<\/a><\/li>\n<li>Siehe auch zum Thema:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=167419\">[Wichtige Debatte, wenn auch erst durch Corona] Was ist notwendige Arbeit? Und wer entscheidet dar\u00fcber?<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/branchen\/dienstleistungen\/gesund\/gesund-allgemein\/systemrelevante-berufe-applaus-vom-balkon-reicht-nicht\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 5. Februar 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cDie Corona-Krise zeigt, dass es ohne Pflegekr\u00e4fte, Lieferanten und Kassiererinnen nicht geht. Endlich werden sie wertgesch\u00e4tzt. 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