{"id":932,"date":"2016-01-22T11:40:49","date_gmt":"2016-01-22T09:40:49","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=932"},"modified":"2018-09-05T16:17:35","modified_gmt":"2018-09-05T14:17:35","slug":"benjamin-und-trotzki-1940","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=932","title":{"rendered":"Benjamin und Trotzki: 1940"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Autor erinnert an den 75. Todestag des deutschen Philosophen und Literaturkritikers Walter Benjamin und des russischen Revolution\u00e4rs Leo Trotzki und gibt einen Einblick in deren Geschichtsphilosophie.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/strong><\/p>\n<p><em>Helmut Dahmer. <\/em>Trotzki war der Sohn eines j\u00fcdisch-ukrainischen Gutsbesitzers aus dem s\u00fcdrussischen Bezirk Cherson, der zw\u00f6lf Jahre j\u00fcngere Benjamin der Sohn eines wohlhabenden deutsch-j\u00fcdischen Berliner Kaufmanns. Als \u201egottlose Juden\u201c (Sigmund Freud) geh\u00f6rten sie zur sozialrevolution\u00e4ren Avantgarde des Diaspora-Judentums. Beide versuchten, ihre Zeit zu begreifen und ihre Einsichten publik zu machen, um die herrschenden gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse zu \u00e4ndern. Beide sahen in der Literatur eine Form der Geschichtsschreibung, beide waren selbst bedeutende Literaten und verdienten damit ihren Lebensunterhalt.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> Benjamin und Trotzki waren an der Psychoanalyse ebenso interessiert wie am franz\u00f6sischen Surrealismus, der ohne Freud nicht zu denken ist. Trotzki wurde Berufsrevolution\u00e4r, f\u00fchrte zwei Revolutionen an, organisierte und kommandierte die Rote Armee in den Jahren 1918-1924, gr\u00fcndete zwei kommunistische \u201eInternationalen\u201c, die III. von 1919 und die IV. von 1938, und schrieb nebenher an die zweihundert Literaturkritiken.<\/p>\n<p>Benjamin entwickelte seine kritische Theorie der Geschichte in einer Reihe von Interpretationen bedeutender Lyriker (wie H\u00f6lderlin, Baudelaire und Brecht), gro\u00dfer Erz\u00e4hler (wie Goethe, Lesskow, Kafka und Proust) oder der Essays des Herausgebers der (Wiener) Zeitschrift Die Fackel, Karl Kraus.<\/p>\n<p>Zu Trotzkis Hauptwerken geh\u00f6ren seine Autobiografie (Mein Leben, 1929), die 1935 geschriebene Analyse der stalinistischen Sowjetunion (Verratene Revolution), vor allem aber seine zweib\u00e4ndige Geschichte der russischen Revolution von 1917, die Anfang der drei\u00dfiger Jahre in deutscher \u00dcbersetzung erschien und die Benjamin, wie er schrieb, \u201emit atemloser Spannung in sich aufnahm\u201c.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a><\/p>\n<p>Benjamins Hauptwerk galt Charles Baudelaire, einem \u201eLyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus\u201c.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> Im Zusammenhang mit den Baudelaire-Studien und -\u00dcbersetzungen entstand zudem in der zweiten H\u00e4lfte der drei\u00dfiger Jahre eine Fragment gebliebene, umfangreiche Studie \u00fcber Paris, die \u201eHauptstadt des 19. Jahrhunderts\u201c. Von diesem Passagen Werk versprach Benjamin sich \u2013 wie von seinen anderen (literar-)historischen Untersuchungen \u2013 neuartige Aufschl\u00fcsse \u00fcber sein eigenes, das unheilvolle 20. Jahrhundert. Im Zusammenhang mit seinen Studien \u00fcber das Paris des 19. Jahrhunderts interessierten ihn vor allem der Fr\u00fchsozialist Charles Fourier<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn4\" name=\"_ednref4\">[iv]<\/a> und der revolution\u00e4re Kommunist Auguste Blanqui<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn5\" name=\"_ednref5\">[v]<\/a>, von dem er schrieb, der \u201eErzklang\u201c seines Namens habe das 19. Jahrhundert \u201eersch\u00fcttert\u201c.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn6\" name=\"_ednref6\">[vi]<\/a> Was die Marx\u2019sche Theorie anging, orientierte er sich vor allem an Schriften der Hegelianer-Marxisten Luk\u00e1cs, Korsch und Horkheimer<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn7\" name=\"_ednref7\">[vii]<\/a>, ferner am spezifisch Brecht\u2019schen \u201eMaterialismus\u201c, wie er in dessen Gedichten, St\u00fccken und Erz\u00e4hlungen Ausdruck fand.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn8\" name=\"_ednref8\">[viii]<\/a><\/p>\n<p>Trotzki hatte die Marx\u2019sche Theorie ebenfalls durch die Lekt\u00fcre eines Hegelianer-Marxisten des 19. Jahrhunderts kennengelernt, des Italieners Antonio Labriola.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn9\" name=\"_ednref9\">[ix]<\/a> Bewegte Trotzki sich zeit seines Lebens in revolution\u00e4ren Zirkeln und Parteien und bildete notfalls eine Ein-Mann Partei, so stand Benjamin den politischen Organisationen ebenso fern wie den literarischen Cliquen seiner Zeit. Trotzki war ein genialischer Autodidakt, Benjamin ein Privatgelehrter (oder besser: ein homme de lettres), der den Zugang zur Universit\u00e4t nicht fand (und vielleicht auch nicht finden wollte). Trotzki hat Benjamins Schriften nicht gekannt, und Benjamin war weder Mitglied einer kommunistischen Partei noch \u201eTrotzkist\u201c.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn10\" name=\"_ednref10\">[x]<\/a> Wohl aber las er nicht nur verschiedene Schriften Trotzkis<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn11\" name=\"_ednref11\">[xi]<\/a>, sondern auch die Ende der zwanziger Jahre unter dem Namen von Pana\u0227t Istrati erschienenen drei B\u00e4nde mit Analysen von Linksoppositionellen zur Entwicklung der Sowjetunion<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn12\" name=\"_ednref12\">[xii]<\/a> oder den (1939 erschienenen) dokumentarischen Roman von Victor Serge \u00fcber die Unterdr\u00fcckung der russischen Linken Opposition<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn13\" name=\"_ednref13\">[xiii]<\/a>.<\/p>\n<p>Wir Heutigen sind es, die Trotzki und Benjamin als sozialistische Zeitgenossen mit \u00e4hnlichem Schicksal wahrnehmen und ihre historisch informierte Geistesgegenwart im ersten Jahr des Zweiten Weltkriegs bewundern. Trotzki hatte im Juli 1933 die Insel Prinkipo im Marmarameer verlassen und hielt sich dann knapp zwei Jahre in Frankreich auf, ehe er (bis Ende 1936) in Norwegen \u2013 und dann ab 1937 in Mexiko \u2013 Asyl fand. Die beiden Emigranten teilten in den Jahren 1933\u201335 das franz\u00f6sische Exil, ohne miteinander in Kontakt zu kommen. Der eine wurde von Regierung und Polizei nur widerwillig geduldet, siedelte, von wenigen politischen Freunden unterst\u00fctzt, von einem unsicheren Ort zum andern \u00fcber, stets auf der Suche nach alternativen Asyl-L\u00e4ndern. Der Andere zog von einer behelfsm\u00e4\u00dfigen Pariser Unterkunft zur anderen, wich gelegentlich nach San Remo, Ibiza und D\u00e4nemark aus, wo sein Freund Brecht auf der Insel F\u00fcnen ein Haus gemietet hatte. Benjamin kr\u00e4nkelte und war meist in Geldn\u00f6ten. Immer wieder versuchte er, seine Texte (notfalls unter Pseudonym) bei den wenigen \u00fcberhaupt noch infrage kommenden deutschsprachigen Zeitschriften unterzubringen. Seinen Lebensunterhalt sicherte einzig ein knapp bemessenes Forschungs-Stipendium des exilierten Horkheimerschen \u201eInstituts f\u00fcr Sozialforschung\u201c in New York, in dessen Zeitschrift f\u00fcr Sozialforschung in den Jahren 1934\u20131939 verschiedene seiner Texte ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n<p>Trotzkis russisches Bulletin der Opposition (Bjulleten Opposizii), das 1929\u20131941 erschien, und Horkheimers Zeitschrift f\u00fcr Sozialforschung (1932\u20131941) waren die bedeutendsten politisch-soziologischen Zeitschriften der drei\u00dfiger Jahre. Der kampflose Sieg Hitlers \u00fcber die deutsche Arbeiterbewegung und die Verleugnung dieser Niederlage durch die stalinisierte Komintern, der \u201eGro\u00dfe Terror\u201c in der Sowjetunion mit den Moskauer Schauprozessen gegen die alten Bolschewiki, der rasche Niedergang der \u201eVolksfront\u201c in Frankreich, die Niederlage der Republikaner im Spanischen B\u00fcrgerkrieg und Hitlers europ\u00e4ische Eroberungskriege hatten die Hoffnungen auf europ\u00e4ische sozialistische Revolutionen, die einen Zweiten Weltkrieg h\u00e4tten verhindern k\u00f6nnen, zunichtegemacht. Der Historiker Karl Thieme, mit dem Benjamin seit 1934 korrespondierte<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn14\" name=\"_ednref14\">[xiv]<\/a>, schrieb ihm am 25.1.1940: \u201eOb Sie mir nachf\u00fchlen k\u00f6nnen, mit welchem Aufatmen der Befreiung ich die gemeinsame Selbstentlarvung der beiden Totalitarismen beim Bekanntwerden des bevorstehenden Hitler-Stalin Pakts am 21.\u00a0August begr\u00fc\u00dft habe?\u201c Benjamins Antwort: \u201eIch verstehe nur zu gut Ihren Sto\u00dfseufzer der Erleichterung, als sich der apokalyptische Albtraum derart enth\u00fcllte. Wir sind da einer Meinung.\u201c<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn15\" name=\"_ednref15\">[xv]<\/a><\/p>\n<p>Benjamins Versuche, mithilfe des \u201eInstituts f\u00fcr Sozialforschung\u201c in die Vereinigten Staaten zu gelangen, stie\u00dfen auf immer neue Schwierigkeiten. Nach dem Kriegsausbruch im September 1939 wurden ihm Paris und Frankreich zur Falle. Zun\u00e4chst war er als \u201efeindlicher Ausl\u00e4nder\u201c bis Ende November 1939 in einem Auffanglager interniert. Dann blieb ihm noch ein gutes halbes Jahr, ehe die Nazi Wehrmacht (am 14. 6. 1940) Paris besetzte und er mit Zehntausenden s\u00fcdw\u00e4rts \u00fcber Lourdes nach Marseille floh, um den Menschenj\u00e4gern der Gestapo und der Vichy-Kollaborationsregierung zu entkommen. Als er endlich Port Bou auf der spanischen Seite der Pyren\u00e4en erreicht hatte, verwehrte man ihm die Weiterfahrt nach Spanien, und er setzte (am 27.\u00a0September 1940) seinem Leben ein Ende. Zu diesem Zeitpunkt war Trotzki, auf den Stalins Killergangs seit 1937 eine wahre Treibjagd er\u00f6ffnet hatten schon seit f\u00fcnf Wochen tot.<\/p>\n<p>Der Agent Ram\u00f3n Mercader hatte sich als Freund einer Sekret\u00e4rin in das befestigte Haus im Vorort Coyoac\u00e1n der mexikanischen Hauptstadt eingeschlichen und Trotzki, den er um seine Meinung zu einem selbstverfassten politischen Artikel gefragt hatte, bei dessen Lekt\u00fcre hinterr\u00fccks erschlagen. Benjamins letzter Text umfasst nur 13 Druckseiten. Es handelt sich um achtzehn, von ihm im ersten Halbjahr 1940 in Paris zusammengestellte und redigierte \u201eGeschichtsphilosophische Thesen\u201c.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn16\" name=\"_ednref16\">[xvi]<\/a> Verschiedene Versionen davon schickte er als das \u201eVerm\u00e4chtnis einer geschlagenen Generation\u201c<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn17\" name=\"_ednref17\">[xvii]<\/a> an wenige gute Freunde. Das Thema dieser Thesen ist die ausstehende Revolution, n\u00e4mlich eine, die dem ruin\u00f6sen \u201eFortschritt\u201c, wie er im gesellschaftlichen Rahmen von Ausbeutungsverh\u00e4ltnissen zustande kommt, \u201eTr\u00fcmmer auf Tr\u00fcmmer\u201c<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn18\" name=\"_ednref18\">[xviii]<\/a> und Massaker auf Massaker h\u00e4uft, ein Ende macht.<\/p>\n<p>Rosa Luxemburg hatte im Ersten Weltkrieg (1915) geschrieben, die \u201eDaseinsform\u201c des Kapitalismus sei die Katastrophe.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn19\" name=\"_ednref19\">[xix]<\/a> Die F\u00fchrer, Ideologen und Anh\u00e4nger der sozialdemokratisch-reformistischen wie der stalinisierten kommunistischen Parteien aber schlug ihr sturer Fortschrittsoptimismus mit Blindheit. 1914, 1933 und 1939 \u2013 jedes Mal wurden sie von den \u201eEreignissen\u201c, mit denen sie nicht gerechnet hatten, \u00fcberrascht. Benjamin markierte drei Grundfehler dieser \u201elinken F\u00fchrer\u201c: ihren fatalen Fortschrittsglauben, das einf\u00e4ltige Vertrauen auf ihre \u201eMassenbasis\u201c und \u201eihre servile Einordnung in einen unkontrollierbaren Apparat\u201c \u2013 \u201edrei Seiten derselben Sache\u201c.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn20\" name=\"_ednref20\">[xx]<\/a> Von der \u201eklassenlosen Gesellschaft\u201c sagte er, sie sei mitnichten \u201edas Endziel des Fortschritts in der Geschichte sondern dessen so oft missgl\u00fcckte, endlich bewerkstelligte Unterbrechung.\u201c<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn21\" name=\"_ednref21\">[xxi]<\/a> Es bedarf einer radikalen Richtungs-\u00c4nderung der gesellschaftlichen Entwicklung.<\/p>\n<p>Hatte Marx im Rahmen der Eisenbahn-Metaphorik des 19. Jahrhunderts in den Revolutionen \u201eLokomotiven\u201c gesehen, die den langsamen Zug der gesellschaftlichen Entwicklung beschleunigen k\u00f6nnen, so hatte Benjamin, ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter, eine ganz andere Funktion der Revolutionen im Sinn: \u201eVielleicht sind [sie] der Griff des in diesem Zug reisenden Menschengeschlechts nach der Notbremse.\u201c<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn22\" name=\"_ednref22\">[xxii]<\/a> Trotzki hat seine eigenen, in Reaktion auf den Beginn des Zweiten Weltkriegs formulierten geschichtsphilosophischen Thesen in seinem am 25.\u00a0September 1939 niedergeschriebenen (und im Januar 1940 in der Zeitschrift der deutschen Trotzkisten, Unser Wort, in \u00dcbersetzung ver\u00f6ffentlichten) Artikel \u201eDie UdSSR im Kriege\u201c formuliert.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn23\" name=\"_ednref23\">[xxiii]<\/a> Darin rief er zur Verteidigung des gesellschaftlichen Eigentums in der Sowjetunion und zum Sturz der Stalin\u2019schen Despotie auf. Alle Hoffnung setzte er darauf, dass die internationale Arbeiterklasse dem Zweiten Weltkrieg durch Revolutionen ein Ende machen werde, so, wie sie sich 1917\/18 gegen das nationalistische Gemetzel des Ersten Weltkriegs aufgelehnt hatte. Die Freiheit seines Denkens erm\u00f6glichte es dem gro\u00dfen Revolution\u00e4r, nicht nur die g\u00fcnstigen Entwicklungstendenzen ins Auge zu fassen, sondern auch die in der jeweiligen Gegenwart wirksamen, destruktiven Gegentendenzen.<\/p>\n<p>In den Jahren 1939\/40 hatten Soziologen wie Bruno Rizzi und Rudolf Hilferding (denen sich 1941 Friedrich Pollock und James Burnham zugesellten) prognostiziert, der Erbe des Kapitalismus werde nicht der Sozialismus, sondern eine neuartige, totalit\u00e4rb\u00fcrokratische Gesellschaftsformation sein. Prototypen dieser neuen Klassengesellschaft seien das stalinistische Russland, Mussolini-Italien, Hitler-Deutschland und das New-Deal-Amerika F. D. Roosevelts. Trotzki hielt diese Entwicklungsvariante f\u00fcr unwahrscheinlich, schrieb aber: Sollte sich das Proletariat der f\u00fchrenden kapitalistischen L\u00e4nder w\u00e4hrend und nach dem Krieg tats\u00e4chlich als unf\u00e4hig erweisen, die Macht zu erobern und zu behalten, dann \u201ew\u00e4ren wir gezwungen einzugestehen, dass der Grund f\u00fcr den b\u00fcrokratischen R\u00fcckfall [in der Sowjetunion] nicht in der R\u00fcckst\u00e4ndigkeit des Landes zu suchen ist, auch nicht in der imperialistischen Einkreisung, sondern in einer naturgegebenen Unf\u00e4higkeit des Proletariats, zur herrschenden Klasse zu werden.\u201c In diesem Fall w\u00e4re \u201edas sozialistische Programm, das auf den inneren Widerspr\u00fcchen der kapitalistischen Gesellschaft beruht, eine Utopie\u201c.<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn24\" name=\"_ednref24\">[xxiv]<\/a> Was aber sei die Aufgabe der Revolution\u00e4re, falls diese unwahrscheinliche, nicht aber unvorstellbare Entwicklung zu einem Orwellschen Superstaat eintrete? \u201eDann w\u00e4re offenbar ein neues, minimales\u2018 Programm notwendig \u2013 zum Schutz der Interessen der Sklaven einer totalit\u00e4ren b\u00fcrokratischen Gesellschaft.\u201c<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_edn25\" name=\"_ednref25\">[xxv]<\/a><\/p>\n<p><em>(21. August 2015) <\/em><\/p>\n<p><em>Helmut Dahmer ist ein deutscher Soziologe und lebt als freier Publizist in Wien. In Inprekorr 468\/9 erschien seine Rezension zu Band 19 der Kritischen Gesamtausgabe von Walter Benjamin.<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: Inprekorr 6\/2015<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> G\u00e4be es eine Trotzki-Gesamtausgabe, w\u00fcrde sie etwa starke 80 B\u00e4nde umfassen. Die seit 2008 erscheinende \u201eKritische Gesamtausgabe\u201c der Benjamin\u2018schen Werke und seines Nachlasses wird die bereits abgeschlossene, siebenb\u00e4ndige Edition seiner Gesammelten Schriften und die sechsb\u00e4ndige Sammlung seiner Briefe vervollst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Brief an Gretel Karplus vom Mai 1932. Benjamin, W. (1998): Gesammelte Briefe, Bd. IV, Frankfurt (Suhrkamp), S.\u00a097. Vgl. dazu auch ebd., S.\u00a0187.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> Benjamin (1974): Charles Baudelaire. Ein Lyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus. Gesammelte Schriften, Frankfurt (Suhrkamp), Bd. I.2, S.\u00a0509\u2013690.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a> Vgl. dazu das 1. Kapitel von \u201eParis, die Hauptstadt des XI. Jahrhunderts\u201c (\u201eFourier oder die Passagen\u201c) in: Benjamin (1982): Das Passagen-Werk. Gesammelte Schriften, Bd. V.1; Frankfurt (Suhrkamp), S.\u00a045 ff. Ferner Benjamins Fourier Exzerpte in: Benjamin (1982), Bd. V.2: \u201eAufzeichnungen und Materialien (Fortsetzung)\u201c, Abschnitt W. Schlie\u00dflich die XI. der Thesen \u201e\u00dcber den Begriff der Geschichte\u201c in: Benjamin [1940]: Gesammelte Schriften, Bd. I.2, Frankfurt (Suhrkamp) 1974, S. 699. [Zu Benjamins Fourier-Lekt\u00fcren siehe das Quellenverzeichnis in: Benjamin (1982), S.\u00a01294, Nr. 307\u2013314.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a> Vgl. dazu Benjamins Exzerpte aus Schriften von Blanqui [L\u2019\u00c9ternit\u00e9 par les astres (1872); Critique sociale (1885)] und aus der Blanqui-Biographie von Gustave Geffroy (L\u2019Enferm\u00e9, 1897). Benjamin (1982), a. a. O. (Anm. 4), in den Abschnitten D, K und W.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a> Benjamin [1940]: \u201e\u00dcber den Begriff der Geschichte.\u201c A. a. O. (Anm. 4), S.\u00a0691\u2013704; Zitat auf S.\u00a0700. (These XII). \u2013 \u201eMan kann sich von dem revolution\u00e4ren Prestige, das Blanqui damals besessen und bis zu seinem Tode bewahrt hat, schwerlich einen zu hohen Begriff machen. Vor Lenin gab es keinen, der im Proletariat deutlichere Z\u00fcge gehabt h\u00e4tte.\u201c Benjamin (1974), a. a. O. (Anm. 3), S.\u00a0528. Vgl. dazu auch den Bericht \u00fcber eine konspirative \u201eTruppenschau\u201c des \u201egeheimnisvollen Generals\u201c Blanqui (im Januar 1870). Benjamin fand diesen Report in der Blanqui-Biographie von Gustave Geoffroy (1897). A. a. O., S.\u00a0603 f., und Benjamin (1982), a. a. O. (Anm. 4), S.\u00a0761.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a> Zu Benjamins Marx-Studien vgl. Benjamin (1982): Das Passagen-Werk. (Hg. von R. Tiedemann.) Gesammelte Schriften, a. a. O., Bd. V.2: Aufzeichnungen und Materialien (Fortsetzung), Abschnitt X [Marx], S.\u00a0800\u2013823. Ferner das Verzeichnis der von ihm verwendeten Marx-Schriften, a. a. O., S.\u00a01308 f. (Nr. 578\u2013592).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref8\" name=\"_edn8\">[viii]<\/a> Vgl. dazu unter anderem: Brecht, Bertolt ([1940\/41] 1956): Fl\u00fcchtlingsgespr\u00e4che. Erweiterte Ausgabe. Berlin (Suhrkamp) 2000. [Auch in: Brecht (1967): Gesammelte Werke in acht B\u00e4nden. Bd. VI, Frankfurt (Suhrkamp), S.\u00a01381\u20131515.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref9\" name=\"_edn9\">[ix]<\/a> Labriola, A. (1895\/96): \u00dcber den historischen Materialismus. Frankfurt (Suhrkamp) 1994.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref10\" name=\"_edn10\">[x]<\/a> Hannah Arendt schreibt: \u201eBenjamin d\u00fcrfte wohl der seltsamste Marxist gewesen sein, den diese an Seltsamkeiten nicht arme Bewegung hervorgebracht hat.\u201c Arendt (1971): \u201eWalter Benjamin.\u201c In: Arendt (2012): Menschen in finsteren Zeiten. M\u00fcnchen, Z\u00fcrich (Piper) 2014, S.\u00a0195\u2013258; Zitat auf S.\u00a0212.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref11\" name=\"_edn11\">[xi]<\/a> Unter anderem (in franz\u00f6sischer \u00dcbersetzung) Trotzki, L. (1933): Der Klassencharakter des Sowjetstaats. Die IV. Internationale und die UdSSR. (Saint-Palais, 1. 10. 1933.) In: Trotzki (1988): Schriften, Bd. 1.1; Hamburg (Rasch &amp; R\u00f6hring), S.\u00a0456\u2013499.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref12\" name=\"_edn12\">[xii]<\/a> Istrati (1930): Drei B\u00fccher \u00fcber Sowjetrussland: I. Auf falscher Bahn. Sechzehn Monate in Russland. II. So geht es nicht! Die Sowjets von heute. III. Russland nackt. Zahlen beweisen. M\u00fcnchen. \u2013 Autor des II. Bandes war Victor Serge, Autor des III. Boris Souvarine.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref13\" name=\"_edn13\">[xiii]<\/a> Serge, V. (1939): Schwarze Wasser. [S\u2019il est minuit dans le si\u00e8cle.] Z\u00fcrich (Rotpunktverlag) 2014. Benjamin kommt auf das Buch in einem (f\u00fcr Max Horkheimer und das \u201eInstitut f\u00fcr Sozialforschung\u201c im Fr\u00fchjahr 1940 geschriebenen) Bericht \u00fcber aktuelle franz\u00f6sische Literatur zu sprechen. [Brief an Max Horkheimer vom 23. 3. 1940; Benjamin (2000): Gesammelte Briefe, Bd. VI; Frankfurt (Suhrkamp), S.420.] Serge war als Angeh\u00f6riger der russischen Linken Opposition in den Jahren 1932\u20131936 nach Orenburg (im Ural) deportiert worden, kam dann frei und schrieb (1936\u201338) seinen dokumentarischen Roman, der ausgezeichnet \u00fcber die Situation der illegalisierten Trotzkisten in den stalinistischen Lagern (in den Jahren 1932\u201334) informiert. Einer der verbannten Revolution\u00e4re (\u201eJolkin\u201c) sagt in Serges Roman \u00fcber Hitler und Stalin: \u201eDiese Totengr\u00e4ber sind geschaffen, einander zu verstehen. Der eine tr\u00e4gt in Deutschland eine fehlgeschlagene Revolution zu Grabe; der andere tr\u00e4gt in Russland eine siegreiche Revolution zu Grabe, die aus einem zu schwachen und vom Rest der Welt sich selber \u00fcberlassenen Proletariat hervorgegangen war; beide f\u00fchren diejenigen, denen sie dienen \u2013 in Deutschland die Bourgeoisie, bei uns die B\u00fcrokratie \u2013 in die Katastrophe\u2026\u201c Serge (1939), S.\u00a090.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref14\" name=\"_edn14\">[xiv]<\/a> Thieme hatte 1924 \u00fcber Kant und Schopenhauer promoviert, war seit 1926 Mitglied im Bund Religi\u00f6ser Sozialisten, wurde 1933 von den Nazis vor\u00fcbergehend in \u201eSchutzhaft\u201c genommen, emigrierte 1935 in die Schweiz und rief (zusammen mit Walter Gurian) 1937 Kirche und Christen zur Stellungnahme gegen\u00fcber Antisemitismus und Judenverfolgung auf.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref15\" name=\"_edn15\">[xv]<\/a> Benjamin, W. [1940]: Brief aus Paris an Karl Thieme vom 10. 2. 1940. In: Benjamin (2000): Gesammelte Briefe, Bd. VI, Frankfurt (Suhrkamp), S.\u00a0394 ff.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref16\" name=\"_edn16\">[xvi]<\/a> Benjamin, W. [1940]: \u201e\u00dcber den Begriff der Geschichte.\u201c Gesammelte Schriften, Bd. I.2, Frankfurt (Suhrkamp) 1974, S.\u00a0691\u2013704.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref17\" name=\"_edn17\">[xvii]<\/a> Benjamin (2010): \u00dcber den Begriff der Geschichte. (Hg. von G. Raulet.) Werke und Nachla\u00df. Kritische Gesamtausgabe. Berlin (Suhrkamp), S.\u00a066 (These XIV der franz\u00f6sischen Fassung).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref18\" name=\"_edn18\">[xviii]<\/a> Benjamin [1940], a. a. O. (Anm. 16), S.\u00a0697 (These IX).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref19\" name=\"_edn19\">[xix]<\/a> Luxemburg, R. ([1915] 1919): Die Akkumulation des Kapitals oder Was die Epigonen aus der Marxschen Theorie gemacht haben. Eine Antikritik. In: Luxemburg (1975): Gesammelte Werke, Bd. 5, Berlin (Dietz), S.\u00a0521.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref20\" name=\"_edn20\">[xx]<\/a> Benjamin [1940], a. a. O. (Anm. 16), S.\u00a0698 (These X).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref21\" name=\"_edn21\">[xxi]<\/a> Benjamin (2010), a. a. O. (Anm. 17), S.\u00a0152 (These XVII\u00a0a).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref22\" name=\"_edn22\">[xxii]<\/a> Benjamin (2010), a. a. O. Konvolut IV, S.\u00a0153. [Vgl. meine Rezension dieses Bandes der Gesamtausgabe in Inprekorr Nr. 468\/469, November\/Dezember 2010. H. D.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref23\" name=\"_edn23\">[xxiii]<\/a> Trotzki, Leo D. (1939): \u201eDie UdSSR im Krieg.\u201c In: Trotzki (1988): Sowjetgesellschaft und stalinistische Diktatur. Schriften, Bd. 1.2. Hamburg (Rasch und R\u00f6hring), S.\u00a01272\u20131308.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref24\" name=\"_edn24\">[xxiv]<\/a> A. a. O., S.\u00a01281. 25 Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-admin\/post-new.php#_ednref25\" name=\"_edn25\">[xxv]<\/a> Ebd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Autor erinnert an den 75. 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