{"id":9354,"date":"2021-03-03T16:56:36","date_gmt":"2021-03-03T14:56:36","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9354"},"modified":"2021-03-03T16:56:37","modified_gmt":"2021-03-03T14:56:37","slug":"die-antwort-auf-den-blut-sonntag-in-myanmar-selbstverwaltungs-strukturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9354","title":{"rendered":"Die Antwort auf den Blut-Sonntag in Myanmar: Selbstverwaltungs-Strukturen"},"content":{"rendered":"<p>\u201e\u2026\u00a0<em>Mit mindestens 18 Toten allein an dem Sonntag war es der bisher blutigste Tag beim Versuch des Regimes, die Massenproteste gewaltsam zu unterdr\u00fccken. Diese gingen jedoch auch am Dienstag in mehrere St\u00e4dten weiter. Laut einem regimenahen Sender<\/em><!--more--> <em>sind Polizei und Milit\u00e4r angeblich angewiesen, nicht mehr scharf auf De\u00admons\u00adtran\u00adt:in\u00adnen zu schie\u00dfen. Sie hatten immer h\u00e4ufiger geschossen, teilweise gezielt auf die K\u00f6pfe. Eine Best\u00e4tigung f\u00fcr die angebliche Anordnung gab es nicht. In Yangon wurden am Dienstag viele Blendgranaten, Gummigeschosse und Tr\u00e4nengas eingesetzt, im nordwestlichen Kalay (Kale) wurde wieder scharf geschossen. Nach Angaben von \u00c4rzten wurden dabei 3 von 20 Angeschossenen schwer verletzt. Die Au\u00dfenminister der s\u00fcdostasiatischen Asean-Staatengruppe berieten am Dienstag per Videokonferenz erstmals \u00fcber den Putsch in ihrem Mitgliedsland Myanmar. Bisher galt in der Asean eine Politik der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten der Mitglieder. Jetzt gab es ungew\u00f6hnlich deutliche Kritik einzelner Asean-Au\u00ad\u00dfen\u00admi\u00adnis\u00adte\u00adr:in\u00adnen an den Sch\u00fcssen auf De\u00admons\u00adtran\u00adt:in\u00adnen und die Forderung an die Junta, die gest\u00fcrzte Regierungschefin Aung San Suu Kyi freizulassen und mit ihr zu verhandeln. \u201eWir f\u00fcrchten, dass dies der Junta Legitimit\u00e4t verleiht\u201c, sagt aber der junge Aktivist Sai, ein ethnischer Shan, zur Forderung nach Verhandlungen. Er vertritt damit eine von vielen geteilte Position. Wegen massiver Proteste musste Indonesiens Au\u00dfenministerin Retno Marsudi letzte Woche schon einen Besuch bei ihrem neuen, von der Junta ernannten Amtskollegen, absagen. \u201eDas Ergebnis der Wahlen vom November muss respektiert werden,\u201c sagt der 25-j\u00e4hrige Sai. Mit dem Putsch wurden die Wahlen f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt, angeblich wegen Manipulationen. Die Wahlen sind deshalb f\u00fcr viele Milit\u00e4rgegner nicht verhandelbar<\/em>\u2026\u201c \u2013 aus dem\u00a0<a href=\"https:\/\/taz.de\/Myanmar-nach-dem-Putsch\/!5750748\/\">Beitrag \u201eUnerh\u00f6rte Hilferufe\u201c von Robert Bociaga am 02. M\u00e4rz 2021 in der taz online<\/a>\u00a0\u00fcber die Fortsetzung der Proteste trotz aller Repressionsma\u00dfnahmen. Siehe dazu einen weiteren aktuellen Bericht \u00fcber Proteste von MigrantInnen aus Myanmar, einen ausf\u00fchrlichen Beitrag \u00fcber die Entwicklung des Bankenstreiks, eine Meldung \u00fcber die Organisation von Selbstverwaltungsstrukturen und den Hinweis auf unseren bisher letzten Bericht zur Massenbewegung gegen die Putschisten:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.forumarbeitswelten.de\/blog\/internationale-solidaritat-myanmar\/\">\u201eInternationale Solidarit\u00e4t mit der Protestbewegung in Myanmar\u201c am 01. M\u00e4rz 2021 im Blog Forum Arbeitswelten<\/a>berichtet unter anderem: \u201e\u2026\u00a0<em>Angesichts der zunehmenden Unterdr\u00fcckung durch das Milit\u00e4r \u2013 einschlie\u00dflich des Erlasses von Haftbefehlen gegen acht CTUM-F\u00fchrer Anfang dieser Woche \u2013 ist internationaler Druck dringender denn je, um die demokratischen Rechte der Arbeiter und ihrer Gewerkschaften zu sch\u00fctzen. \u201cInternationale Unterst\u00fctzung bedeutet uns sehr viel\u201d, sagte Thet Swe Win. \u201cEs hilft uns zu sp\u00fcren, dass wir nicht allein sind und zu wissen, dass es da drau\u00dfen Menschen gibt, die unsere Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit unterst\u00fctzen.\u201d Arbeiter- und Menschenrechtsgruppen haben Proteste vor den Botschaften Myanmars organisiert und Solidarit\u00e4tserkl\u00e4rungen herausgegeben, die den Putsch u.a. in Thailand, Japan, Hongkong, Taiwan, Kambodscha und den Philippinen verurteilen. Es ist nicht schwer zu verstehen, warum die Bewegung auf Resonanz st\u00f6sst und einen solche Welle der Unterst\u00fctzung in der Region ausl\u00f6st. Die Demonstranten in anderen L\u00e4ndern bekunden ihre Solidarit\u00e4t angesichts der gemeinsamen Bedrohung einer undemokratischen Herrschaft und der anhaltenden Repression gegen Gewerkschafter und zivilgesellschaftliche Gruppen. Orte wie Hongkong und Thailand haben k\u00fcrzlich ihre eigenen demokratischen Massenprotestbewegungen erlebt. (\u2026) Viele L\u00e4nder der Region sind auch durch Arbeitsmigranten aus Myanmar verbunden, die in Fabriken, auf dem Bau, in der Fischerei und anderen Bereichen arbeiten. In Thailand protestierten ein paar Dutzend der gesch\u00e4tzten drei bis vier Millionen Wanderarbeiter aus Myanmar in den Tagen unmittelbar nach dem Coup vor der Botschaft Myanmars. In Japan hielten Hunderte von Arbeitern aus Myanmar ebenfalls einen Protest vor dem B\u00fcro der Vereinten Nationen ab. In Taiwan versammelten sich ca. 400 Einwanderer aus Myanmar, um den Milit\u00e4rputsch in New Taipei City zu verurteilen, wo viele von ihnen leben. Lennon Ying-Dah Wong von der Serve the People Association, die mit eingewanderten Arbeitern arbeitet, warnte: \u201cEine Diktatur, die von der ber\u00fcchtigten Junta regiert wird, k\u00f6nnte eine Migranten-Export-Politik betreiben, um Geb\u00fchren und \u00dcberweisungen von ihren B\u00fcrgern zu erpressen, die gezwungen sind, ins Ausland zu gehen, um dort zu arbeiten, aber auch ihre Rechte v\u00f6llig vernachl\u00e4ssigen. Sollte dies geschehen, wird es nicht nur die Rechte und das Wohlergehen der burmesischen Wanderarbeiter gef\u00e4hrden, sondern auch die aller Wanderarbeiter und taiwanesischen Arbeiter.\u201d(\u2026)\u201c<\/em><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.europe-solidaire.org\/spip.php?article57003\">\u201eMyanmar: \u2018Back to the Stone Age\u2019: Striking bank workers bring an industry \u2013 and an economy \u2013 to its knees\u201c am 01. M\u00e4rz 2021 bei Europe Solidaire<\/a>dokumentiert (urspr\u00fcnglich in Frontier Myanmar), ist ein ausf\u00fchrlicher Beitrag zur Organisation, Auswirkung und Entwicklung des Bankenstreiks in Myanmar.<\/li>\n<li>\u201e<em>All townships in Mandalay have formed \u2018People\u2019s Governing Bodies\u2019 as CrphMyanmar has instructed. Mandalay becomes second self-administrating city, answerable only to CRPH<\/em>\u201c\u00a0<a href=\"https:\/\/twitter.com\/cvdom2021\/status\/1366026353762516995?fbclid=IwAR1oNbRvnCH0-BlhU5jlB7pMzXwNUFo5tzvPRU6zTw4_jGR_Yn5OkPhl09Q\">am 28. Februar 2021 im Twitter-Kanal des CDM<\/a>berichtet von der Organisation von Selbstverwaltungsorganen in mehreren Stadtbezirken von Mandalay und Monywa \u2013 in scharfer Abgrenzung zu den Junta-Ma\u00dfnahmen bzw. deren Versuchen, das Land zu organisieren\u2026<\/li>\n<li><em>Zum Widerstand gegen den Milit\u00e4rputsch in Myanmar zuletzt: \u201e<\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/?p=187100\"><em>Der \u201eblutige Sonntag\u201c von Myanmar: Trotz 18-fachen Mordes kann die Junta die Proteste nicht aufhalten<\/em><\/a><em>\u201c am 01. M\u00e4rz 2021 im LabourNet Germany<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.labournet.de\/internationales\/myanmar\/gewerkschaften-myanmar\/die-antwort-auf-den-blut-sonntag-der-moerderbande-in-myanmar-heisst-selbstverwaltungs-strukturen-werden-geschaffen\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 3. M\u00e4rz 2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e\u2026\u00a0Mit mindestens 18 Toten allein an dem Sonntag war es der bisher blutigste Tag beim Versuch des Regimes, die Massenproteste gewaltsam zu unterdr\u00fccken. Diese gingen jedoch auch am Dienstag in mehrere St\u00e4dten weiter. 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