{"id":9434,"date":"2021-03-19T12:02:04","date_gmt":"2021-03-19T10:02:04","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9434"},"modified":"2021-03-19T12:02:05","modified_gmt":"2021-03-19T10:02:05","slug":"ist-hausarbeit-ein-unbezahlter-job-ueber-eine-falsche-theorie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9434","title":{"rendered":"Ist Hausarbeit ein \u201eunbezahlter\u201c Job? \u2013 \u00fcber eine falsche Theorie"},"content":{"rendered":"<p>Silvia Federici, eine prominente Feministin und eine der eifrigsten Verfechterinnen von Hausarbeitsl\u00f6hnen, unterst\u00fctzt diese Forderung mit folgender Begr\u00fcndung:<!--more--><\/p>\n<p>Dieser Lohn w\u00e4re ein Weg, um das Wesen der Care-Arbeit grundlegend zu ver\u00e4ndern und zu betonen, dass es sich dabei an und f\u00fcr sich um einen Job handelt. Hausarbeit muss als bezahlte T\u00e4tigkeit betrachtet werden, da sie zur \u201a<em>Produktion von Arbeit beitr\u00e4gt und Kapital produziert und damit jede andere Form der Produktion m\u00f6glich macht<\/em>.\u2018 (<a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/2013RevolucionEnPuntoCero\/page\/n9\/mode\/2up\/\">Revoluci\u00f3n en punto cero, S.21<\/a>)<\/p>\n<p>Man kann diese Ideen wie folgt zusammenfassen: Im Elternhaus werden die Arbeiterkinder \u2013 die ArbeiterInnen von morgen \u2013 produziert, verpflegt und aufgezogen. Die Kapitalisten bekommen diese Arbeit umsonst. Sie tragen nichts zur Erziehung der ArbeiterInnen bei, welche dann in den Arbeitsmarkt eintreten und in den Unternehmen ausgebeutet werden. Au\u00dferdem ist die \u201eSch\u00f6pferin\u201c dieser \u201ereproduktiven Arbeit\u201c (d.h. diejenige, die die Arbeitskraft produziert) die Hausfrau, welche keinen Cent daf\u00fcr bekommt. Ihre \u201eArbeit\u201c wird vom Kapitalismus als ungelernte und als wenig wertvoll abgetan, nur die Arbeit von M\u00e4nnern au\u00dferhalb des Zuhauses wird wertgesch\u00e4tzt. Daraus folgt: wenn der Mann f\u00fcr seine als wertvoll erachtete Arbeit Lohn erh\u00e4lt, dann muss \u201eReproduktionsarbeit\u201c, die f\u00fcr die Entstehung einer neuen Generation ArbeiterInnen unbedingt notwendig ist, dieselbe Anerkennung erhalten. Die Hausfrau sollte folglich ein Gehalt bekommen. Das w\u00fcrde ihr auch erlauben, innerhalb der Familieneinheit Unabh\u00e4ngigkeit zu erlangen.<\/p>\n<p>Wenn wir uns mit theoretischen Fragen besch\u00e4ftigen, m\u00fcssen wir uns auf die grundlegenden Prinzipien besinnen, um die korrekten Schl\u00fcsse zu ziehen. Die marxistische Position zu dieser Frage basiert auf zwei Aspekten. Der erste ist der wissenschaftliche Standpunkt der Marxschen Arbeitswerttheorie, und zwar in Bezug auf die Zusammensetzung des Werts der Arbeitskraft (d.h. die Zusammensetzung des Lohns). Der zweite ist ein politischer, sozialistischer Standpunkt, der mit den allgemeinen Interessen der Arbeiterklasse und speziell der arbeitenden Frauen in ihrem Kampf f\u00fcr soziale Befreiung, f\u00fcr den Sozialismus und f\u00fcr die \u00dcberwindung der patriarchalischen Familie \u00fcbereinstimmen muss.<\/p>\n<p>Wir werden die von der Hausfrau geleistete Hausarbeit aus diesen beiden Perspektiven analysieren, um so die Forderung eines Hausarbeitslohns zu bewerten. Der Einfachheit halber werden wir daf\u00fcr das grundlegendste Beispiel als Ausgangspunkt nehmen: eine Arbeiterfamilie, in der der Mann ausw\u00e4rts arbeitet, mit der hausarbeitenden Frau zu Hause.<\/p>\n<p><strong>Was sind L\u00f6hne?<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal sollten wir definieren, was der Wert der Arbeitskraft \u2013 also der Lohn \u2013 ist und wie er ermittelt wird. Arbeitskraft ist eine Ansammlung von physischen und intellektuellen F\u00e4higkeiten, die es einem Arbeiter erm\u00f6glichen, Arbeit f\u00fcr ein Unternehmen \/ einer Einrichtung \/ ein anderes Individuum zu leisten, die mit einem Lohn abgegolten wird.<\/p>\n<p>Der Wert der Arbeitskraft, ausgedr\u00fcckt in L\u00f6hnen, wird auf die gleiche Weise bestimmt wie der jeder anderen Ware: durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, die zu ihrer Produktion erforderlich ist, d.h. durch die Menge an notwendigen Mitteln zum Lebensunterhalt, die unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen jeder Epoche die Reproduktion des Arbeiters sichert. So kann der Arbeiter mit seinem Lohn die notwendigen Mittel erwerben, um seine Arbeit t\u00e4glich fortsetzen zu k\u00f6nnen: Nahrung, Wohnung, Kleidung, Bildung, Transport usw.<\/p>\n<p>Die Reproduktion der ArbeiterInnen durch den Lohn hat einen doppelten Charakter: die Reproduktion der eigenen Arbeitskraft des Arbeiters, damit er jeden Tag Arbeit verrichten kann, und \u2013 das ist der springende Punkt \u2013 die M\u00f6glichkeit, eine Familie zu gr\u00fcnden, die die geschlechtliche Reproduktion zuk\u00fcnftiger ArbeiterInnen sicherstellt, damit die kapitalistische Produktionsweise weiter funktionieren kann, auch wenn die verschlissene Arbeitskraft aus dem Produktionsprozess ausscheidet.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauen-arbeit-derfunke-ch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"564\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauen-arbeit-derfunke-ch-1024x564.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9435\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauen-arbeit-derfunke-ch-1024x564.jpg 1024w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauen-arbeit-derfunke-ch-300x165.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauen-arbeit-derfunke-ch-768x423.jpg 768w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauen-arbeit-derfunke-ch.jpg 1180w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<p><strong>Marx und Engels \u00fcber L\u00f6hne und Hausarbeit<\/strong><\/p>\n<p>Marx und Engels beziehen sich in all ihren Texten zur \u00d6konomie auf die oben beschriebene Definition von L\u00f6hnen. Marx schreibt:<\/p>\n<p><em>\u201eWas ist nun also der Wert der Arbeitskraft? Wie der jeder andern Ware ist der Wert bestimmt durch das zu ihrer Produktion notwendige Arbeitsquantum. Die Arbeitskraft eines Menschen existiert nur in seiner lebendigen Leiblichkeit. Eine gewisse Menge Lebensmittel mu\u00df ein Mensch konsumieren, um aufzuwachsen und sich am Leben zu erhalten. Der Mensch unterliegt jedoch, wie die Maschine, der Abnutzung und mu\u00df durch einen andern Menschen ersetzt werden. Au\u00dfer der zu seiner eignen Erhaltung erheischten Lebensmittel bedarf er einer andern Lebensmittelmenge, um eine gewisse Zahl Kinder aufzuziehn, die ihn auf dem Arbeitsmarkt zu ersetzen und das Geschlecht der Arbeiter zu verewigen haben. Mehr noch, um seine Arbeitskraft zu entwickeln und ein gegebnes Geschick zu erwerben, mu\u00df eine weitere Menge von Werten verausgabt werden.\u201d (Karl Marx, Lohn Preis und Profit, 1865.)<\/em><\/p>\n<p>Marx hebt in demselben Text folgendes hervor:<\/p>\n<p><em>\u201eSeine \u00e4u\u00dferste Grenze [des Lohnes] ist durch das physische Element bestimmt,&nbsp;d.h. um sich zu erhalten und zu reproduzieren, um ihre physische Existenz auf die Dauer sicherzustellen, mu\u00df die Arbeiterklasse die&nbsp;zum Leben und zur Fortpflanzung&nbsp;absolut unentbehrlichen Lebensmittel erhalten. Der Wert dieser unentbehrlichen Lebensmittel bildet daher die \u00e4u\u00dferste Grenze&nbsp;des Werts der Arbeit.\u201d (Ebenda)<\/em><\/p>\n<p>Es ist wichtig festzuhalten, dass Marx selbst unmissverst\u00e4ndlich betont, dass der Lohn nicht nur als Mittel zum Unterhalt des einzelnen Arbeiters, sondern auch zum Unterhalt seiner Familie (zu der auch die Hausfrau und die Kinder geh\u00f6ren) erzielt wird. Wie Marx in Das Kapital erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p><em>\u201eDer Wert der Arbeitskraft war bestimmt nicht nur durch die zur Erhaltung des individuellen erwachsnen Arbeiters, sondern durch die zur Erhaltung der Arbeiterfamilie n\u00f6tige Arbeitszeit.\u201c (Karl Marx, Das Kapital, eigene Hervorhebung.)<\/em><\/p>\n<p>Und weiter:<\/p>\n<p><em>\u201eDer Eigent\u00fcmer der Arbeitskraft ist sterblich. Soll also seine Erscheinung auf dem Markt eine kontinuierliche sein, wie die kontinuierliche Verwandlung von Geld in Kapital voraussetzt, so mu\u00df der Verk\u00e4ufer der Arbeitskraft sich verewigen, \u201awie jedes lebendige Individuum sich verewigt, durch Fortflanzung\u2018. Die durch Abnutzung und Tod dem Markt entzogenen Arbeitskr\u00e4fte m\u00fcssen zum allermindesten durch eine gleiche Zahl neuer Arbeitskr\u00e4fte best\u00e4ndigt ersetzt werden. Die Summe der zur Produktion der Arbeitskraft notwendigen Lebensmittel schlie\u00dft also die Lebensmittel der Ersatzm\u00e4nner ein, d.h. der Kinder der Arbeiter, so da\u00df sich diese Race eigent\u00fcmllicher Warenbesitzer auf dem Warenmarkte verewigt.\u201c (Karl Marx, Das Kapital)<\/em><\/p>\n<p>Auch Engels schreibt ist seinem Text \u201eRezension des Ersten Bandes Das Kapital\u201c:<\/p>\n<p><em>\u201eWas ist der Wert der Arbeitskraft? Der Wert jeder Ware wird an der Arbeit gemessen, die zu ihrer Herstellung erforderlich ist. Die Arbeitskraft existiert in Form des lebenden Arbeiters,&nbsp;der zum Leben und auch zum Unterhalt seiner Familie, die den Fortbestand der Arbeitskraft auch nach seinem Tod garantiert, ein gewisses Ma\u00df an Lebensunterhalt ben\u00f6tigt.&nbsp;Die zur Herstellung dieser Lebensgrundlagen erforderliche Arbeitszeit stellt daher den Wert der Arbeitskraft dar.&nbsp;Der Kapitalist bezahlt den Arbeiter w\u00f6chentlich und kauft ihm so den Einsatz seiner Arbeitskraft f\u00fcr eine Woche ab. Bis jetzt hoffen wir, dass die \u00d6konomen uns in Bezug auf den Wert der Arbeitskraft mehr oder weniger zustimmen werden.\u201c (F. Engels, Rezension des ersten Bandes von Karl Marx\u2018 Kapital f\u00fcr das Demokratische Wochenblatt)<\/em><\/p>\n<p>Interessant sind auch Marx Ausf\u00fchrungen zu den Kosten f\u00fcr Ausbildung und Erziehung des Arbeiters, die ebenfalls im Lohn beinhaltet sind:<\/p>\n<p><em>\u201eUm die allgemeine menschliche Natur so zu ver\u00e4ndern, dass sie Fertigkeiten und Geschicklichkeit in einem bestimmten Arbeitszweig erwirbt, der zu einer entwickelten und spezifischen Arbeitskraft wird, ist eine bestimmte Ausbildung oder Schulung erforderlich, die wiederum eine mehr oder weniger gro\u00dfe Menge an Waren\u00e4quivalenten umfasst. Je nach dem Charakter der Arbeitskr\u00e4fte werden die Kosten f\u00fcr die Ausbildung h\u00f6her oder niedriger sein. Diese Lernkosten, die im Falle der gew\u00f6hnlichen Erwerbsbev\u00f6lkerung extrem niedrig sind, werden daher in den Geldbetrag eingerechnet, der f\u00fcr ihre Produktion ausgegeben wird.\u201c (Kapital, Band 1. Kapitel IV \u201eDie Umwandlung von Geld in Kapital\u201c, Abschnitt 3, Kauf und Verkauf der Erwerbsbev\u00f6lkerung).<\/em><\/p>\n<p>Der zentrale Punkt ist folgender: Wie Marx und Engels erkl\u00e4ren, deckt der Lohn des Arbeiters einerseits die Arbeitszeit ab, die notwendig ist, um den Arbeiter innerhalb gegebener gesellschaftlicher Bedingungen zu erhalten, damit er jeden Tag an seinen Arbeitsplatz zur\u00fcckkehren kann, und andererseits f\u00fcr die Reproduktion der Arbeitskraft; d.h. um eine Familie zu gr\u00fcnden und einen Nachkommen zu hinterlassen. Kurz gesagt: Die so genannte \u201ereproduktive Arbeit\u201c, wie ein Teil der feministischen Bewegung die Hausarbeit definiert, wird bereits durch den vom Arbeiter verdienten Lohn abgedeckt.<\/p>\n<p>Aus der Sicht der Gesetze des Kapitalismus besteht keine \u00f6konomische oder moralische Ungerechtigkeit darin, die Hausfrau nicht direkt f\u00fcr die Arbeit zu bezahlen, die sie im Haushalt verrichtet. Der ihr zustehende vermeintliche Lohn, welchen sie f\u00fcr ihren Lebensunterhalt ben\u00f6tigen w\u00fcrde, ist bereits im Lohn des Mannes oder in den L\u00f6hnen der arbeitenden Familienmitglieder enthalten. Das ist keine Ungerechtigkeit in der kapitalistischen Ausbeutung, sondern ein Zeugnis der Unterdr\u00fcckung und h\u00e4uslichen Versklavung der Hausfrau unter der kapitalistischen Produktionsweise. Frauen sind dazu verdammt, die Rolle der M\u00e4gde f\u00fcr ihre M\u00e4nner und Kinder zu spielen und dazu finanziell vollst\u00e4ndig von ersteren abh\u00e4ngig zu sein. Aus diesem Grund ist die Forderung nach einem Lohn f\u00fcr Hausfrauen eine unm\u00f6glich zu verwirklichende Utopie. Sie hat keine Grundlage in der wissenschaftlichen \u00d6konomie und ist zus\u00e4tzlich reaktion\u00e4r, wie wir in weiterer Folge ausf\u00fchren werden.<\/p>\n<p><strong>Sind Kapitalisten gro\u00dfz\u00fcgige Menschen?<\/strong><\/p>\n<p>N\u00e4hern wir uns der Sache aus einem anderen Blickwinkel. Nehmen wir an, die Frau verrichtet produktive Arbeit, die darin besteht, zur Erzeugung von Lohnarbeitern in Form ihrer Kinder und ihres Mannes beizutragen (sie bereitet das Essen zu, badet ihre Kinder, pflegt sie, wenn sie krank werden, kleidet sie, putzt und unterh\u00e4lt das Haus usw.). So m\u00fcsste die Frau als Arbeiterin betrachtet werden, die genau wie ihr Mann einen Preislohn haben sollte, der sich aus den Mitteln f\u00fcr den t\u00e4glichen Lebensunterhalt zusammensetzt. Tats\u00e4chlich gibt es aber nat\u00fcrlich keinen Kapitalisten, der sie direkt bezahlt. Sie w\u00e4re also dazu verdammt in Armut zu verhungern \u2013 das ist aber in der Realit\u00e4t nicht der Fall.<\/p>\n<p>Woher kommen also die Mittel f\u00fcr den Lebensunterhalt der Hausfrau? Woher kommt das Geld, mit dem die Erziehung der Kinder, die Gesundheitsf\u00fcrsorge oder das Haus, in dem sie lebt, bezahlt wird \u2013 wenn doch die Hausfrau keinen Cent erh\u00e4lt? Egal, wie man es dreht und wendet, die Antwort ist klar. Alle notwendigen Mittel f\u00fcr den Lebensunterhalt der Frau und ihrer Kinder (Nahrung, Unterkunft, Kleidung, Bildung, Gesundheit, Strom usw.) k\u00f6nnen nur vom Lohn des Mannes kommen. W\u00fcrde der Lohn des Mannes also nur die Mittel f\u00fcr seinen eigenen Lebensunterhalt beinhalten, g\u00e4be es f\u00fcr seine Frau und seine Kinder gar nichts. Oder sind die Kapitalisten so entgegenkommend, dem Arbeiter einen Lohn zu zahlen, durch den viele Menschen (eher schlecht als recht) leben k\u00f6nnen? Im Grunde genommen ist dem so.<\/p>\n<p>W\u00fcrden die Kapitalisten der Argumentation von Leuten wie Federici Beachtung schenken, w\u00fcrden sie sagen:<\/p>\n<p>\u201eWas du vorschl\u00e4gst, klingt gut f\u00fcr uns. Die Frau muss f\u00fcr ihre Arbeit bezahlt werden, und da von dem Lohn, den wir dem Arbeiter zahlen, derzeit mehr als eine Person leben kann, werden wir den Lohn des Arbeiters auf das Notwendigste reduzieren, damit er \u00fcber die Runden kommt, als ob er allein leben w\u00fcrde. (Welch ein Gl\u00fcck, dass uns nun linke Berater darauf hinweisen, dass wir unwissentlich f\u00fcr zweihundert Jahre die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der \u201aMarxschen Arbeitswerttheorie\u2018 gebrochen haben!) Wir werden ab jetzt der Hausfrau den ihr zustehenden Anteil geben, damit sie von ihren eigenen Mitteln leben kann\u201c.<\/p>\n<p>Anders gesagt, Arbeitgeber w\u00fcrden jeden Monat zwei L\u00f6hne aush\u00e4ndigen \u2013 einen f\u00fcr den Angestellten, und einen weiteren f\u00fcr seine Frau.<\/p>\n<p>Ein Einkommen f\u00fcr die Hausfrau zu sichern w\u00e4re ein gro\u00dfer Sieg f\u00fcr den feministischen Kampf, wenn auch um den Preis, dass der Lohn des Ehemanns um die H\u00e4lfte gek\u00fcrzt w\u00fcrde. Am Ende h\u00e4tte sich nichts ge\u00e4ndert; die Summe beider L\u00f6hne w\u00fcrde denselben Lohn ergeben, den der Mann vorher bekommen hat. Kein Kapitalist w\u00fcrde mehr geben, als er vorher gegeben hat. Was w\u00fcrde das also beweisen? Schlichtweg, dass der Lohn des Mannes die Mittel f\u00fcr den Lebensunterhalt von Frau und Kindern beinhaltet. Das ist es, was wir damit auch zeigen wollten, und was Marx und Engels schon vor anderthalb Jahrhunderten erkl\u00e4rt haben.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/WorkingMum_Corona.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"537\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/WorkingMum_Corona-1024x537.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9436\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/WorkingMum_Corona-1024x537.jpg 1024w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/WorkingMum_Corona-300x157.jpg 300w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/WorkingMum_Corona-768x403.jpg 768w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/WorkingMum_Corona-1536x806.jpg 1536w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/WorkingMum_Corona.jpg 1544w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n<p><strong>Die Abwertung des Familienlohns<\/strong><\/p>\n<p>Diese Realit\u00e4t \u00fcber die Eigenschaften des Familienlohns wird in vielerlei Hinsicht tagt\u00e4glich best\u00e4tigt. In einem r\u00fcckst\u00e4ndigen kapitalistischen Land wie Spanien fand die gro\u00dffl\u00e4chige Einbeziehung der Frauen in den Arbeitsmarkt sp\u00e4ter statt als in Westeuropa und Nordamerika. Es ist folglich nicht ungew\u00f6hnlich, dass \u00e4ltere Menschen erz\u00e4hlen, dass vor 40 oder 50 Jahren die Familie mit einem einzigen Lohn (dem des Ehemannes) auskam. Heute aber m\u00fcssen beide Partner arbeiten, und selbst dann kommen sie oft kaum \u00fcber die Runden. Wie wirkt sich das auf die marxistische Theorie \u00fcber die Lohnzusammensetzung in der Arbeiterfamilie aus?<\/p>\n<p>Die stattgefundene Ver\u00e4nderung besteht darin, dass die massenhafte Integrierung von Frauen in den Arbeitsmarkt dazu gef\u00fchrt hat, dass die Kapitalisten den allgemeinen Durchschnittslohn tendenziell senken. Sofern die Frau arbeitet, ben\u00f6tigt der Mann keinen \u201eExtra\u201c-Zuschlag mehr, um den Rest der Familie zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Das hatte Marx schon erkl\u00e4rt, als er die Auswirkungen der Maschinerie auf die arbeitende Familie diskutierte. Dabei ber\u00fccksichtigte er nicht nur die Einbindung der Frau in die au\u00dferh\u00e4usliche Arbeit, sondern auch die der Kinder:<\/p>\n<p><em>\u201eDie Maschinerie, indem sie jedes Mitglied der Familie auf den Arbeitsmarkt wirft, verteilt den Wert der Arbeitskraft des Mannes auf seine ganze Familie. Sie entwertet also seine Arbeitskraft. Der Ankauf der Arbeitskraft einer vierk\u00f6pfigen Familie mag vielleicht mehr kosten als fr\u00fcher der Ankauf der Arbeitskraft des Familienoberhauptes, aber daf\u00fcr treten vier Tage Arbeit an die Stelle von einem, und ihr Preis f\u00e4llt im Verh\u00e4ltnis zum \u00dcberschu\u00df der \u00fcbersch\u00fcssigen Arbeitskraft von vier gegen\u00fcber der \u00fcbersch\u00fcssigen Arbeitskraft von einem. Damit die Familie leben kann, m\u00fcssen nun vier Menschen nicht nur arbeiten, sondern \u00fcbersch\u00fcssige Arbeit f\u00fcr den Kapitalisten aufwenden. Wir sehen also, dass die Maschinerie, w\u00e4hrend sie das menschliche Material, das den Hauptgegenstand der Ausbeutungsmacht des Kapitals bildet, vermehrt, zugleich den Grad der Ausbeutung erh\u00f6ht.\u201c (Karl Marx, Abschnitt 3. Kapitel 15 \u201aMaschinerie und gro\u00dfe Industrie\u2018. Das Kapital, Bd. 1., 1867).<\/em><\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Der Lohn, der es einer Familie erlaubt, sich selbst zu versorgen, wird individuell abgewertet, je mehr Mitglieder der Familie in den Arbeitsmarkt einbezogen werden. Das best\u00e4tigt wiederum, dass jeder individuelle Lohn dann einen Anteil des gesamten Familienunterhalts enth\u00e4lt.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich nicht so, dass jeder Kapitalist die L\u00f6hne seiner Arbeiter einzeln und unter sorgf\u00e4ltiger Abw\u00e4gung derer jeweiligen Situation anpasst. Es wird aber der Durchschnittslohn an die gegebenen Umst\u00e4nde (anh\u00e4ngig von Branche, der geografischen Lage und den dazugeh\u00f6rigen typischen Familienverh\u00e4ltnissen und den durchschnittlichen Lebenskosten) angepasst \u2013 so wie wir das auch von anderen Teilen der kapitalistischen Wirtschaft wie Preisen, Profitraten, Mehrwertraten etc. kennen.<\/p>\n<p>Marx diskutiert die Auswirkungen der au\u00dferh\u00e4uslichen Arbeit der Frau auf die Arbeiterfamilie sehr ausf\u00fchrlich und sagt in einer der Fu\u00dfnoten im Kapital folgendes:<\/p>\n<p><em>\u201eDa gewisse Funktionen der Familie, z.B. Warten und S\u00e4ugen der Kinder usw., nicht ganz unterdr\u00fcckt werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen die vom Kapital konfiszierten Familienm\u00fctter mehr oder minder Stellvertreter dingen. Die Arbeiten, welche der Familienkonsum erheischt, wie N\u00e4hen, Flicken usw., m\u00fcssen durch Kauf fertiger Waren ersetzt werden. Der verminderten Ausgabe von h\u00e4uslicher Arbeit entspricht also vermehrte Geldausgabe. Die Produktionskosten der Arbeiterfamilie wachsen daher und gleichen die Mehreinnahme aus. Es kommt hinzu, da\u00df \u00d6konomie und Zweckm\u00e4\u00dfigkeit in Vernutzung und Bereitung der Lebensmittel unm\u00f6glich werden.\u201c (Karl Marx, Anm. 39. Abschnitt 3. Kapitel 15 \u201aMaschinerie und gro\u00dfe Industrie\u2018. Das Kapital, Bd. 1., 1867)<\/em><\/p>\n<p>Schlicht gesagt, so wie das Familieneinkommen durch die Erwerbst\u00e4tigkeit, steigen auch die Erhaltungskosten der Familie, entweder durch einen h\u00f6heren Verbrauch von Grundprodukten (Kleidung etc.) oder dadurch, dass es notwendig wird f\u00fcr die Betreuung der Kinder, die Reinigung des Hauses usw. jemanden einzustellen.<\/p>\n<p><strong>Sind Kinder ein von der Hausfrau produzierter \u201eTauschwert\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Ein letzter Aspekt, den es zu analysieren gilt, ist die Behauptung der Theoretikerinnen dieser neuen feministischen Tendenz, dass Hausfrauen Arbeiterinnen sind die ihre Kinder zu \u201eArbeitskraft\u201c-Waren machen, zu neuen Lohnarbeitern, die einen \u201eTauschwert\u201c besitzen. Wie schon besprochen wird behauptet, dass Hausfrauen f\u00fcr diese Arbeit \u00fcberhaupt keine Verg\u00fctung erhalten. Es lohnt sich, diesen Punkt an dieser Stelle zu vertiefen, um weitere Schlussfolgerungen ziehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In dem Buch Reproduktive and Domestic Labour schreiben Isabel Larra\u00f1aga, Bego\u00f1a Arregui und Jes\u00fas Arpal:<\/p>\n<p><em>\u201eDie \u00dcberschattung der reproduktiven Arbeit durch die produktive Arbeit r\u00fchrt von der Unterscheidung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert her, die von der Wirtschaftstheorie unterst\u00fctzt wird. Durch diese Unterscheidung wird Arbeit, die auf die Befriedigung bestimmter Bed\u00fcrfnisse abzielt, als Gebrauchswert bezeichnet, w\u00e4hrend Produkte, die f\u00fcr den Tausch auf dem Markt bestimmt sind, als Tauschwert bezeichnet werden. Der Handel, der nur Waren einen Wert gibt, die einen Tauschwert liefern k\u00f6nnen, entzieht der Reproduktionsarbeit ihre gesellschaftliche Relevanz und verweist sie damit in den h\u00e4uslichen Bereich, da ihr wirtschaftlicher Nutzen nicht messbar ist. Die Logik des Kapitals hat Arbeit und Besch\u00e4ftigung miteinander vermengt und uns ein enges und einseitiges Verst\u00e4ndnis von wirtschaftlicher Aktivit\u00e4t aufgezwungen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auf die gleiche Verwirrung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert sowie auf das gleiche Missverstehen des Lohnbegriffs sto\u00dfen wir bei einem anderen prominenten Verfechter der Hausarbeit, I\u00f1aki Gil de San Vicente:<\/p>\n<p><em>\u201eWenn wir den Wert, der im h\u00e4uslichen oder reproduktiven Bereich investiert wird, in die bezahlte Arbeit einbeziehen w\u00fcrden, w\u00e4re das Lohnniveau viel h\u00f6her als es derzeit ist, aber das ist nicht der Fall\u2026 Da es keinen Mechanismus gibt, der die reproduktive Arbeit anerkennt, wird der von ihr erzeugte Wert vom Kapitalisten enteignet. Daher liegt es im Interesse des kapitalistischen Systems, die haupts\u00e4chlich von Frauen geleistete Reproduktionsarbeit zu verbergen. W\u00fcrde man diese unbezahlte Arbeit offenlegen oder beziffern, w\u00fcrde die Profit- und Akkumulationsrate des Kapitals sinken.\u201c <\/em><em>(aus: Capitalism and the National and Social Emancipation of Gender)<\/em><\/p>\n<p>Diese gesamte Argumentation, die sich als marxistische auszugeben versucht, wonach die Hausfrau Werte (=Kinder) produziert, ist schlichtweg falsch.<\/p>\n<p>Erstens wird ein Teil des Arguments durch die Tatsache widerlegt, dass die Bildung der Kinder \u2013 ein wesentlicher Teil ihres Ausbildungsprozesses als zuk\u00fcnftige Lohnarbeiter \u2013 au\u00dferhalb des Hauses stattfindet: im Kindergarten, in der Grundschule, in der weiterf\u00fchrenden Schule, in der Hochschule und an der Universit\u00e4t, ohne dass die Mutter (oder der Vater) direkt daran beteiligt sind. Zweitens haben wir gesehen, dass diese Ausgaben bereits im Lohn des Mannes enthalten sind, der diese Leistungen in Form von Steuern oder Geb\u00fchren bezahlt. In gleicher Weise haben wir bereits ausf\u00fchrlich behandelt, dass Unterhaltskosten f\u00fcr das Kind, die Mutter und andere Familienausgaben im Lohn des Mannes enthalten sind.<\/p>\n<p>Das Problem von Federici, Gil de San Vincente und deren Anh\u00e4ngerInnen ist, dass sie nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, warum die Kapitalisten den M\u00fcttern (und V\u00e4tern) keinen Cent zahlen, obwohl sie deren produzierte Ware \u2013 die Kinder, die Lohnarbeiter \u2013 kaufen, um sie in ihren Firmen anzustellen. Wem kauft der Kapitalist diese Ware ab? Nicht der Mutter, nicht dem Vater, sondern der \u201eWare\u201c Arbeitskraft selbst, also von den Kindern. Junge Arbeiter bekommen Lohn, einen Tauschwert f\u00fcr ihre im Unternehmen geleistete produktive Arbeit \u2013 einen Lohn, der ihnen und nur ihnen geh\u00f6rt. Mit diesem Lohn erwerben jungen Arbeiter die Dinge, die sie f\u00fcr das allt\u00e4gliche Leben ben\u00f6tigen, was ihren Anteil an den Kosten des Familienheims einschlie\u00dft. M\u00f6glicherweise entscheiden sie sich auch dazu, ganz auf eigenen Beinen zu stehen.<\/p>\n<p>Das bringt uns zu folgender Schlussfolgerung: Ein Gegenstand, unabh\u00e4ngig von seinem Gebrauchswert, wird erst zur Ware mit einem Tauschwert, wenn er auf den Markt kommt und dort gegen Geld gehandelt wird. Der Umstand, dass menschliche Arbeit aufgebracht wurde, um ihn zu produzieren, macht ihn noch nicht zur Ware. Ein Paar Schuhe, dass ich f\u00fcr den eigenen Gebrauch hergestellt habe, besitzt zwar einen Gebrauchswert \u2013 es befriedigt ein spezifisches Bed\u00fcrfnis \u2013 ist aber keine Ware. Erst wenn ich die Schuhe auf den Markt bringe, um sie zu verkaufen, werden sie zur Ware mit einem Tauschwert, gegen den ich sie eintauschen kann. Die Lohnarbeit charakterisiert [im Unterscheid zur Sklavenarbeit], dass ihr Eigent\u00fcmer der \u201efreie\u201c Arbeiter ist (der seine Arbeitskraft f\u00fcr eine gewisse Zeit an einen Kapitalisten verkauft). Die Arbeitskraft ist also erst dann eine Ware, wenn sie den Arbeitsmarkt betritt, nicht davor. Und sie wird von ihrem Besitzer auf den Markt getragen, d.h. von den Arbeitern selbst.<\/p>\n<p>Die Arbeit der Hausfrau ist also keine Warenproduktion, seien es nun ihre Kinder oder etwas anderes. Die sogenannte Hausarbeit beinhaltet die Aufrechterhaltung des Familienheims \u2013 ganz im Sinne der Haussklaven im alten Rom. Der Unterschied ist, dass die Frau im Kapitalismus rechtlich gesehen eine \u201efreie B\u00fcrgerin\u201c ist.<\/p>\n<p>Die Frau produziert Gebrauchswerte f\u00fcr den Familienkonsum, so wie wir es aus alten Bauernfamilien kennen. Die Kinderbetreuung innerhalb der Familie f\u00e4llt in diese Kategorie der Gebrauchswerte und nicht in die der Waren, welche verkauft werden. Wenn die Kinder zu Arbeitern werden, wird ihre Arbeitskraft offensichtlich zu einer Ware und erh\u00e4lt einen Tauschwert, der die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit widerspiegelt, die in ihre Produktion investiert wurde. Die Tatsache, dass Kinder vielleicht in der Zukunft dem Arbeitsmarkt zur Verf\u00fcgung stehen werden, gibt ihnen noch keinen Tauschwert. Es macht sie heute noch nicht zur Ware. Partner entscheiden sich nicht mit dem erkl\u00e4rten Ziel f\u00fcr Kinder, die Kapitalisten mit Arbeitern zu versorgen, sondern aufgrund menschlicher Neigungen. Fortpflanzung und Kindererziehung liegen au\u00dferhalb des Kreislaufs der kapitalistischen \u00d6konomie. Erst wenn Kinder sich dazu entschlie\u00dfen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, k\u00f6nnen sie Teil der \u201eArbeiterschaft\u201c werden, indem sie ihre Arbeitskraft an andere verkaufen. In diesem Moment wird ihre Arbeitskraft zur Ware mit einem Tauschwert, und sie selbst Teil der Lohnsklaverei.<\/p>\n<p>Das steht jedoch alles nicht im Widerspruch zur Tatsache, dass Kapitalisten gezwungen sind, ihren Arbeitern einen Lohn zu zahlen, der es ihnen erlaubt, sich fortzupflanzen und ihre Kinder zu erziehen. Die Kapitalisten sind dazu gezwungen, weil sie ihre Arbeiterkr\u00e4fte st\u00e4ndig erneuern m\u00fcssen \u2013 sei es aufgrund von Ersch\u00f6pfung, Alter oder dem Tod eines Arbeiters. Mit dieser Bezahlung haben die Kapitalisten zwar noch keine Garantie, dass ihnen diese Rechnung auch aufgeht: Vielleicht entschlie\u00dft sich ein Paar gegen Kinder, oder vielleicht versterben diese fr\u00fchzeitig, oder sie treten nie in die Lohnarbeit ein. Aber der Kapitalist hat keine andere Wahl, als dieses Risiko auf sich zu nehmen, und das aus einem sehr banalen Grund. In einer Gesellschaft, in der die Lohnarbeit dominiert, wird eine Familie keine Kinder haben, wenn sie es sich nicht leisten kann. Das gesamte System der Lohnarbeit w\u00fcrde in sich zusammenbrechen, weil es keine Menschen g\u00e4be, die f\u00fcr andere Menschen arbeiten k\u00f6nnten. Denn ohne Arbeiter g\u00e4be es auch keine kapitalistische Produktion.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauenbefreiung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"530\" height=\"278\" src=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauenbefreiung.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9437\" srcset=\"https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauenbefreiung.jpg 530w, https:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/frauenbefreiung-300x157.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><\/a><\/figure>\n<p><strong>Reproduktive Arbeit oder Haussklaverei?<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Ablehnung von Hausarbeitsl\u00f6hnen ist von einem politischen, sozialistischen Standpunkt genauso entschieden wie aus \u00f6konomisch-wissenschaftlicher Sicht.<\/p>\n<p>Wir haben schon gezeigt, dass die Stellung der Hausfrau jener der Haussklaven im alten Rom sehr \u00e4hnlich ist. Sie wird von ihrem Herrn ern\u00e4hrt, gekleidet und versorgt. Dadurch ist sie an den Mann und seinen Willen gekettet. Ein bekanntes Zitat von Marx besagt: \u201eFrau und die Kinder sind die Sklaven des Mannes\u201c. Engels zitiert in seinem Werk \u00fcber den Ursprung der Familie Marx und stellt fest:<\/p>\n<p><em>\u201eDie moderne Familie enth\u00e4lt im Keim nicht nur Sklaverei (servitus), sondern auch Leibeigenschaft, da sie von vornherein Beziehung hat auf Dienste f\u00fcr Ackerbau. Sie enth\u00e4lt in Miniatur alle die Gegens\u00e4tze in sich, die sich sp\u00e4ter breit entwickeln in der Gesellschaft und im Staat.\u201c (Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates)<\/em><\/p>\n<p>Heute versuchen ehemalige MarxistInnen wie Federici die Sozialwissenschaft in Bezug auf die Stellung der Frau 150 Jahre zur\u00fcck zu werfen. Den \u201emarxistischen Feminismus\u201c hat Federici in den 1970er Jahren hinter sich gelassen. Auf ihre alten Tage hat sie die Freuden der Hausarbeit wiederentdeckt und positioniert die Frau der Arbeiterklasse wieder zwischen T\u00f6pfe und Pfannen, Windeln und Mopps, d\u00fcmmlichen Seifenopern und ohne Ausbildung oder Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>Federici behauptet:<\/p>\n<p><em>\u201eDie Forderung nach einem Lohn f\u00fcr Betreuungsarbeit war f\u00fcr viele Frauen wirklich befreiend, da Frauen so verstehen, dass das, was sie tun, eine Arbeit ist: nicht nat\u00fcrlich, sondern Ausbeutung.\u201c (Interview, 24.5.14 eldiario.es)<\/em><\/p>\n<p>Was wir hier haben, ist eine moralistische Theorie (\u201eWas soll hei\u00dfen, dass die Arbeit der Hausfrau nicht produktiv sei?! Warum wird nur die Arbeit des Mannes \u00f6konomisch wertgesch\u00e4tzt?!\u201c), ohne jeglichem wissenschaftlichen Wert, wie wir gerade erkl\u00e4rt haben.<\/p>\n<p>Die Bezahlung der Hausfrau w\u00fcrde tats\u00e4chlich nicht nur den Lebensstandard der Arbeiterfamilie und damit das Freiheitsniveau der Hausfrau unver\u00e4ndert belassen, sondern auch die Vorstellung von der Hausfrau als Lasttier, das den ganzen sozialen Druck, der auf Arbeiterfamilien lastet, auf seinem R\u00fccken tr\u00e4gt, verewigen (einschlie\u00dflich psychischer und k\u00f6rperlicher Misshandlung). Sie w\u00fcrde weggesperrt werden vom sozialen Leben, gefangen in ihren eigenen vier W\u00e4nden und zu Arbeit gezwungen, die an ihrem K\u00f6rper zehrt und ihren Geist vernebelt. So wird sie leichter zur Verteidigerin des Status Quo bewegt, was auch eine konservative Haltung zur politischen und gewerkschaftlichen Aktivit\u00e4t der M\u00e4nner und Kinder bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Selbst die Mehrheit der feministischen Bewegung in den 1960er und -70er Jahren hat dies verstanden, die in Einklang mit den MarxistInnen die h\u00e4usliche Sklaverei der Frau verurteilte. Gerade in Spanien unter dem Eindruck des Kampfes gegen die Franco Diktatur w\u00e4re jedeR, der die Forderung nach Lohn f\u00fcr h\u00e4usliche Arbeit bei einem feministischen oder linken Treffen erhoben h\u00e4tte, ohne Umschweife und v\u00f6llig zurecht einfach rausgeworfen worden.<\/p>\n<p>Heute allerdings gibt es sowohl in der Linken als auch der feministischen Bewegung eine ganze Reihe an \u201eTheoretikerInnen\u201c, die diese Position verteidigen. H\u00e4usliche Arbeit sei emanzipatorisch und m\u00fcsste bezahlt werden, was der Kapitalismus jedoch verweigere. Die Forderung nach staatlichen Subventionen oder Entsch\u00e4digungen durch die Kapitalisten tarnt die Haussklaverei und erh\u00e4lt sie damit weiter aufrecht.<\/p>\n<p>Warum Federici und Co. heute eine ganz andere Position als fr\u00fcher vertreten, hat einen ganz einfachen Grund: Sie behaupten zwar noch immer MarxistInnen zu sein \u2013 denn ohne dieses Etikett w\u00fcrden sie ihren Anti-Establishment-Glamour verlieren und nicht so viele B\u00fccher verkaufen oder zu so vielen Konferenzen eingeladen werden. Gleichzeitig haben sie jedoch jeglichen Versuch aufgegeben, auf Basis der marxistischen Theorie f\u00fcr eine wirklich sozialistische Perspektive zu k\u00e4mpfen. Sie geben sich als \u201epragmatisch\u201c und \u201erealistisch\u201c aus, dabei haben sie sich schlichtweg dem Kapitalismus unterworfen.<\/p>\n<p>Noch eindeutiger erkennt man das in Aussagen wie der folgenden aus einem Interview von vor einigen Jahren, in dem Silvia Federici erkl\u00e4rte:<\/p>\n<p><em>\u201eIn den 1970er Jahren, als sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa strategische Entscheidungen getroffen werden mussten, hat die feministische Bewegung den Bereich der Reproduktion komplett aufgegeben und sich fast ausschlie\u00dflich auf die Arbeit au\u00dferhalb des Hauses konzentriert. Das Ziel war, Gleichberechtigung durch Arbeit zu gewinnen. Doch die M\u00e4nner waren am Arbeitsplatz unzufrieden, und Gleichheit zu erreichen, nur um genauso unzufrieden und unterdr\u00fcckt zu sein wie sie, ist keine Strategie.\u201c (<\/em><a href=\"https:\/\/www.pikaramagazine.com\/2014\/07\/tell-us-federici\/\"><em>Pikaramagzine, 2014<\/em><\/a><em>)<\/em><\/p>\n<p>Was sagt Federici hier? \u201eHausarbeit ist schlecht, aber Arbeit in einem Unternehmen ist auch schlecht. Au\u00dferdem m\u00fcssen Frauen dann eine \u201azweite Schicht\u2018 zu Hause schieben, mit Kindererziehung, Putzen usw. Da wir also keine andere Alternative sehen, w\u00e4re es doch noch immer besser, ins Haus zur\u00fcckzukehren, das uns zwar versklavt, aber wir k\u00f6nnen zumindest Lohn daf\u00fcr fordern.\u201c<\/p>\n<p>So glanzvoll sind also die Aussichten, die radikale FeministInnen wie Federici den Millionen an unterdr\u00fcckten, armen und arbeitenden Frauen anzubieten haben. Wir k\u00f6nnen uns sicher sein, dass diese Lebensperspektive weit entfernt von jener ist, die Federici und andere Feministinnen in dieser Str\u00f6mung f\u00fcr sich selbst verwirklicht haben.<\/p>\n<p>Wir wollen nicht bestreiten, dass Arbeit im Kapitalismus entmenschlichend und ausbeuterisch ist, f\u00fcr M\u00e4nner wie f\u00fcr Frauen. Und ja, Frauen sind gezwungen \u201eDoppelschichten\u201c in der Arbeit und Zuhause zu leisten, denn nat\u00fcrlich befreit die Arbeit im Unternehmen die Frau nicht per se \u2013 aber sie gibt ihr die M\u00f6glichkeit, sich von ihrem Partner unabh\u00e4ngig zu machen. Einen \u201eHausarbeitslohn\u201c im Kapitalismus zu erreichen ist eine Illusion, besonders im aktuellen Kontext der Wirtschaftskrise und der anhaltenden Sparma\u00dfnahmen. Unsere Antwort muss sein, den Kampf f\u00fcr die Vergesellschaftung der Hausarbeit mit dem Kampf f\u00fcr Sozialismus zu verkn\u00fcpfen. Nur so k\u00f6nnen wir die Unterdr\u00fcckung der Frau an der Wurzel packen, anstatt uns nur mit dem kleineren \u00dcbel, utopischen oder schlichtweg reaktion\u00e4ren Forderungen zu begn\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>Lohnarbeit im Heim<\/strong><\/p>\n<p>Professionelle Arbeit im Pflege- und Sozialbereich und die Arbeit einer Hausfrau zuhause sind miteinander nicht vergleichbar.<\/p>\n<p>Der Umstand, dass Personen im \u201eCare\u201c Bereich bezahlt werden, f\u00fchrt zu einer grundlegenden Ver\u00e4nderung dieser Arbeit. Es ist zwar noch immer genauso anstrengende wie schlecht bezahlte Arbeit, aber ArbeiterInnen in diesem Bereich sind nicht mehr pers\u00f6nlich in die Arbeit, die sie verrichten, involviert. Anders als bei einer Hausfrau findet die Arbeit nicht im eignen Zuhause 24\/7 statt, sondern nur f\u00fcr eine bestimmte Zeit am Tag im Austausch f\u00fcr einen definierten Lohn. Ohne Lohn wird keine Arbeit verrichtet. Arbeiterinnen verlassen ihr Zuhause und fahren an ihren Arbeitsplatz, reden mit ihren KollegInnen und Bekannten \u00fcber Erfahrungen und Eindr\u00fccke in der Arbeit, werden von einem Unternehmen angestellt und k\u00f6nnen erkennen, was sie mit all den anderen Arbeiterinnen verbindet. All das hilft einer Arbeiterin, die Natur der Klassengesellschaft und ihre inneren Abl\u00e4ufe zu verstehen. Auf einmal ist es m\u00f6glich, Teil einer Gewerkschaft zu werden, Rechte einzufordern und durch den politischen Kampf die eigenen Interessen zu erk\u00e4mpfen. Dadurch bildet sich nicht nur ein qualitativ neues politisches Bewusstsein \u2013 auch der Selbstwert von \u201eCare\u201c- Arbeiterinnen steigt damit auf ein v\u00f6llig anderes Niveau. Das alles ist nicht vergleichbar mit dem Leben einer Hausfrau, eingesperrt in ihrem eigenen Haus. Die Entfremdung der Arbeiterin ist dieselbe, die alle ArbeiterInnen erfahren, egal ob MetallarbeiterIn oder Sekret\u00e4rIn: es ist die Entfremdung einer Arbeiterin, nicht die eines Sklaven. F\u00fcr die Hausfrau ist ihr Zuhause ihre Welt; f\u00fcr die Pflegekraft ist ihre Welt drau\u00dfen, im sozialen Leben und in der Verteidigung ihrer Interessen als Arbeiterin und von Tausenden von Menschen wie ihr.<\/p>\n<p>Hausarbeit, Kinderbetreuung und Altenpflege in bezahlte Lohnarbeit zu \u00fcberf\u00fchren bereitet die Bedingungen f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Befreiung der Frau und der Familie aus der h\u00e4uslichen Sklaverei: Alle erdr\u00fcckenden Aufgaben, welche heute auf den Familien lasten (W\u00e4sche waschen, Essen bereiten, Kinder- und Altenpflege\u2026) w\u00fcrden von der Gesellschaft \u00fcbernommen. Neben gut ausgestatteten Kinderg\u00e4rten in den Gemeinden und an den Arbeitspl\u00e4tzen, k\u00f6nnen im Sozialismus Freizeit- und Spielzentren f\u00fcr Kinder und Jugendliche errichtet werden, die gut gepflegt, brauchbar und lehrreich sind. Pflegeheime werden nicht die d\u00fcsteren, schmutzigen, schlecht in Stand gehaltenen und teuren Einrichtungen sein, die wir derzeit gewohnt sind. Sie w\u00e4ren auf dem Niveau von hochwertigen Hotels, die kostenlos oder zu geringen Kosten zur Verf\u00fcgung stehen, inklusive angeschlossenen, voll ausgestatteten Gesundheitseinrichtungen. Die ArbeiterInnen in diesem Sektor m\u00fcssten keine langen, anstrengenden Schichten durchstehen. Ihr Arbeitstag w\u00e4re vier oder f\u00fcnf Stunden lang, vielleicht sogar k\u00fcrzer. Die fortschrittlichste Technologie w\u00fcrde eingesetzt werden, um die k\u00f6rperliche Anstrengung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen, alten oder kranken Menschen auf ein Minimum zu reduzieren. Die gesamte Technologie w\u00e4re darauf ausgerichtet, die Arbeit bei jeder Aufgabe zu minimieren, insbesondere bei denen, die gro\u00dfe k\u00f6rperliche Anstrengung erfordern.<\/p>\n<p>Wie Engels so treffend schreibt:<\/p>\n<p><em>\u201eHier zeigt sich schon, da\u00df die Befreiung der Frau, ihre Gleichstellung mit dem Manne, eine Unm\u00f6glichkeit ist und bleibt, solange die Frau von der gesellschaftlichen produktiven Arbeit ausgeschlossen und auf die h\u00e4usliche Privatarbeit beschr\u00e4nkt bleibt. Die Befreiung der Frau wird erst m\u00f6glich, sobald diese auf gro\u00dfem, gesellschaftlichem Ma\u00dfstab an der Produktion sich beteiligen kann und die h\u00e4usliche Arbeit sie nur noch in unbedeutendem Ma\u00df in Anspruch nimmt. Und dies ist erst m\u00f6glich geworden durch die moderne gro\u00dfe Industrie, die nicht nur Frauenarbeit auf gro\u00dfer Stufenleiter zul\u00e4\u00dft, sondern f\u00f6rmlich nach ihr verlangt, und die auch die private Hausarbeit mehr und mehr in eine \u00f6ffentliche Industrie aufzul\u00f6sen strebt.\u201c (Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats)<\/em><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr eine sozialistische Alternative zur Haussklaverei<\/strong><\/p>\n<p>MarxistInnen stehen f\u00fcr die Vergesellschaftung der Kindererziehung sowie der Alten- und Behindertenbetreuung. Die Gesellschaft als Ganzes w\u00fcrde diese Aufgaben \u00fcbernehmen und die arbeitende Familie, insbesondere die Hausfrau, von ihnen befreien. Tats\u00e4chlich hat die kapitalistische Entwicklung bereits zur Vergesellschaftung einiger Aspekte des Familien- und Gemeinschaftslebens gef\u00fchrt, zum Beispiel durch \u00f6ffentliche Verwaltungssysteme oder Auslagerung an Privatunternehmen (wenn auch nur teilweise und unzureichend). Dazu geh\u00f6ren die Bildung, das Gesundheitswesen, Transport, Telekommunikation, Elektrizit\u00e4t, Abfallwirtschaft usw. Seit einiger Zeit sehen wir einen \u00e4hnlichen Trend bei der Versorgung von alten und Menschen mit Behinderungen, bei den sogenannten Pflegediensten.<\/p>\n<p>Doch im Kapitalismus haben diese Schritte zur Vergesellschaftung der Hausarbeit ihre Grenzen. Die Kapitalisten wehren sich mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen dagegen, einen gr\u00f6\u00dferen Teil des Mehrwerts, den sie den ArbeiterInnen auspressen (dies ist die Quelle ihrer Profite), an die Gesellschaft abzugeben, um damit eine Vergesellschaftung der Hausarbeit zu finanzieren. Daher muss ein Klassenkampf daf\u00fcr gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Sollte eine Hausfrau in diesem Sinne einen Lohn erhalten, um allein, unabh\u00e4ngig von ihrem Mann, leben zu k\u00f6nnen? Nat\u00fcrlich soll sie das, aber nicht aufgrund ihrer Position als Hausfrau, aus der sie sich befreien muss. Wir fordern, dass alle Arbeitslosen eine feste, angemessene und gut bezahlte Arbeit erhalten. W\u00e4hrend sie arbeitslos sind, sollten sie Arbeitslosengeld in H\u00f6he des Mindestlohns erhalten. Wir fordern, dass Hausfrauen, so wie Arbeitslose, diese Leistungen erhalten, dies aber unbedingt in Kombination mit der Forderung nach qualitativ hochwertigen und gut bezahlten Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fcr alle. Wir ermutigen jede Frau eine Arbeit zu finden, die es ihr erm\u00f6glicht, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Wir fordern sie auf, ihren Horizont zu erweitern, ein vielf\u00e4ltigeres soziales Leben au\u00dferhalb des Familienhauses zu f\u00fchren und sich in den bewussten Kampf anderer ArbeiterInnen f\u00fcr ein \u00dcbergangsprogramm zum Sozialismus mit Forderungen wie den folgenden einzubringen: Reduktion der Arbeitswoche bei vollem Lohnausgleich, kostenlose \u00f6ffentliche Kinderg\u00e4rten, kostenlose \u00f6ffentliche Kantinen, kostenlose \u00f6ffentliche Waschsalons und professionelle Pflegearbeit durch bezahlte ArbeiterInnen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen erkl\u00e4ren, dass wir eine allgemeine Vergesellschaftung der Hausarbeit nur in einem sozialistischen System, in dem die Wirtschaft generell in kollektives Eigentum \u00fcberf\u00fchrt und von den ArbeiterInnen demokratisch gef\u00fchrt wird, erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Engels schreibt:<\/p>\n<p><em>\u201eMit dem \u00dcbergang der Produktionsmittel in Gemeineigentum h\u00f6rt die Einzelfamilie auf, wirtschaftliche Einheit der Gesellschaft zu sein. Die Privathaushaltung verwandelt sich in eine gesellschaftliche Industrie. Die Pflege und Erziehung der Kinder wird \u00f6ffentliche Angelegenheit\u2026\u201c (Friedrich Engels, Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates)<\/em><\/p>\n<p>Die Vorteile einer sozialistischen Planwirtschaft \u2013 kollektive Arbeit und Unterdr\u00fcckung des Profitmotivs in jeder menschlichen T\u00e4tigkeit, wahre N\u00e4chstenliebe ohne religi\u00f6se Heuchelei oder Eigennutz, zusammen mit der fortschrittlichsten Technologie und Wissenschaft \u2013 w\u00fcrden in einer sozialistischen Gesellschaft jede Spur h\u00e4uslicher Sklaverei und die Unterwerfung der Frau unter den Mann ausmerzen, und die Frau erm\u00e4chtigen, ihr volles Potenzial zu entfalten \u2013 etwas, das ihr seit Jahrtausenden verwehrt wird.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.derfunke.ch\/htm\/de\/deutsch\/befreiungsbewegungen\/frauenunterdrueckung\/ist-hausarbeit-ein-unbezahlter-job-einer-falschen-theorie-folgen-reaktionaere-positionen-in-der-praxis\/#more-16474\"><em>derfunke.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 19. 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