{"id":9503,"date":"2021-04-03T10:29:20","date_gmt":"2021-04-03T08:29:20","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9503"},"modified":"2021-04-03T10:29:21","modified_gmt":"2021-04-03T08:29:21","slug":"wie-der-sozialismus-zur-nsdap-kam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=9503","title":{"rendered":"Wie der &#8222;Sozialismus&#8220; zur NSDAP kam"},"content":{"rendered":"<p><strong>Materialien gegen die M\u00e4r von der ideologischen \u00dcbereinstimmung von Kommunisten und Faschisten. Ein zentrales ideologisches Vehikel dieser Gleichsetzung ist die sogenannte \u00abTotalitarismustheorie\u00bb.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Hinl\u00e4nglich bekannt ist die Totalitarismustheorie, die den Faschismus mit dem Kommunismus gleichsetzt. Eines ihrer (schlechten) Argumente behauptet, da\u00df Kommunisten und Nationalsozialisten mit dem Sozialismus ein \u00e4hnliches Ziel angestrebt h\u00e4tten. Sebastian Haffner meint, Hitler habe eher links als rechts gestanden, weil er Menschen &#8222;sozialisierte&#8220; (i.S. einer Einbindung in Kollektive), weil Haffner \u00c4hnlichkeiten zwischen der NS-Herrschaft und dem DDR-System und Stalin feststellen zu m\u00fcssen glaubt und aufgrund des Wortes &#8222;Sozialismus&#8220; im Namen der Hitler-Partei.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#1\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Macht man sich einmal die M\u00fche, und gibt in ein Internetsuchprogramm die Stichworte &#8222;Sozialismus und Nationalsozialismus&#8220; oder vergleichbares ein, so erscheint auf dem Bildschirm ein Vielzahl von entsprechenden Gleichsetzungen aus dem b\u00fcrgerlichen und auch aus dem rechtsextremen Lager.<\/p>\n<p>Da\u00df all dies kompletter Unfug ist, da\u00df der &#8222;Sozialismus&#8220; der NSDAP aber auch gar nichts mit Sozialismus zu tun hatte, da\u00df ihr &#8222;Antikapitalismus&#8220; rein demagogischer Natur war zum Zwecke der Anhangbildung und schlu\u00dfendlich, da\u00df dieser &#8222;Sozialismus&#8220; von Antikommunisten aus taktischen Gr\u00fcnden in verschiedene Organisationen eingepflanzt wurde &#8211; darunter auch in die NSDAP &#8211; soll im folgenden nachgewiesen werden. Vorweg sei angemerkt, da\u00df die Rolle von &#8222;Sozialismus&#8220; und &#8222;Antikapitalismus&#8220; in der NS-Propaganda gegen\u00fcber Themen wie Antisemitismus, Antikommunismus und Revanchismus, um nur die wichtigsten zu nennen, zweitrangig war.<\/p>\n<p><strong><em>Der &#8222;Sozialismus&#8220; der NSDAP<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Im 25-Punkte-Programm der NSDAP vom 25. Februar 1920 hei\u00dft es: &#8222;11. Abschaffung des arbeits- und m\u00fchelosen Einkommens. Brechung der Zinsknechschaft.&#8220; Au\u00dferdem: Verstaatlichung der Trusts (13.) und Gewinnbeteiligung an Gro\u00dfbetrieben (14.).\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#2\"><sup>2<\/sup><\/a>\u00a0Klassengegens\u00e4tze wurden von der NSDAP generell in Abrede gestellt, denn &#8222;in Deutschland, wo jeder gleiches Blut tr\u00e4gt, der \u00fcberhaupt Deutscher ist, (&#8230;) da kann es keine Klasse geben, da gibt es nur Volk und weiter nichts.&#8220; (Adolf Hitler, 1922)\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#3\"><sup>3<\/sup><\/a>\u00a0Gottfried Feder, der sich selbst als Wirtschaftstheoretiker der NSDAP begriff, &#8222;erfand&#8220; nicht nur die Parole von der &#8222;Brechung der Zinsknechtschaft&#8220;, sondern auch die krude Trennung von gutem schaffenden und schlechtem raffenden (j\u00fcdischen) Kapital. Erl\u00e4uternd erkl\u00e4rte er, das &#8222;raffende&#8220; Kapital sei nicht das Finanzkapital schlechthin, sondern nur das j\u00fcdische Bankkapital, &#8222;deutsche&#8220; Banken z\u00e4hlten zum &#8222;schaffenden&#8220; Kapital, da sie ja produktives Kapital finanziell unterst\u00fctzten.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#4\"><sup>4<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Neu an der NSDAP (und vergleichbaren Gr\u00fcndungen) war, so Kurt Gossweiler, da\u00df sie &#8222;als radikal antib\u00fcrgerliche, antikapitalistische Partei auf[trat], als eine Partei, deren Ziel ein &#8217;nationaler Sozialismus&#8216; sei&#8220;. Sie vertrat die &#8222;faschistische Paarung von Antisozialismus mit antikapitalistischer Demagogie&#8220;, insbesondere solange &#8222;ihre Werbung vor allem der Arbeiterschaft galt&#8220;,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#5\"><sup>5<\/sup><\/a>\u00a0d.h. in ihrer Fr\u00fchzeit. Diese Indienstnahme einer antikapitalistischen Phraseologie hob beispielsweise ein Justizrat Stolte auf einer Ausschu\u00dftagung des &#8222;Alldeutschen Verbands&#8220; am 20. Oktober 1918 hervor: &#8222;Ich bin derselben Ansicht, da\u00df es nicht darauf ankommt, die Gebildeten zu gewinnen, sondern darauf, die Massen einzufangen.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#6\"><sup>6<\/sup><\/a>\u00a0Ausgef\u00fchrt wurden diese Gedanken auch vom Chefredakteur der (alldeutschen) &#8222;Deutschen Zeitung&#8220; in einem Artikel vom 10. November 1923, als man Hitler fast schon fallenlassen wollte, wegen des als kontraproduktiv angesehenen &#8222;Marsches auf die Feldherrenhalle&#8220; (&#8222;Hitlerputsch&#8220;). Er schreibt, weshalb man Hitler einst aufgebaut hatte: &#8222;Hitler schien der richtige Mann, die am Kommunismus irregewordene Arbeiterschaft auf den neuen Arbeiter-Nationalismus zu sammeln. Da\u00df dieser Arbeitersozialismus anders aussehen und in anderen Formen auftreten mu\u00dfte, wie der Nationalismus alter Herrenschichten, war selbstverst\u00e4ndlich.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#7\"><sup>7<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Diese Propaganda ging so weit, da\u00df Oskar Hergt, Vorsitzender der DNVP, Mitte 1922 f\u00fcrchtete, da\u00df sich diese Agitation nicht nur gegen j\u00fcdisches, sondern gegen das Kapital \u00fcberhaupt auswirken k\u00f6nnte.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#8\"><sup>8<\/sup><\/a>\u00a0Diese Bef\u00fcrchtungen zerstreuten sich dann aber rasch. Dazu trugen unter anderem Versicherungen Hitlers gegen\u00fcber konservativen G\u00f6nnern bei, die sozialen Aspekte des Programms seien n\u00f6tig, um die Massen zu gewinnen, das Programm k\u00f6nne &#8222;nach erreichtem Erfolg preis[ge]geben&#8220; werden.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#9\"><sup>9<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ein politischer Pragmatismus mit dem Ziel, m\u00f6glichst viele verschiedene soziale Schichten an die Partei zu binden, bestimmte Hitler auch noch 1932, als er die Beteiligung der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) am Berliner Verkehrsarbeiterstreik gegen Hindenburgs Kritik verteidigte: &#8222;Wenn ich meine Leute von der Beteiligung abgehalten h\u00e4tte, h\u00e4tte der Streik doch stattgefunden, aber ich h\u00e4tte meine Anh\u00e4nger in der Arbeiterschaft verloren; das w\u00e4re auch kein Vorteil f\u00fcr Deutschland.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#10\"><sup>10<\/sup><\/a><\/p>\n<p><em>Die die folgenden Ausf\u00fchrungen leitende Frage ist, wie es zur Wende der rechtsextremen Propaganda &#8211; weg vom althergebrachten, arbeiterverachtenden Nationalismus hin zu einer pseudo-sozialistischen Demagogie &#8211; kam.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Die Alldeutschen als F\u00f6rderer diverser v\u00f6lkischer &#8222;Sozialisten&#8220; &#8230;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Einer der wichtigsten Drahtzieher im Geflecht der v\u00f6lkischen Gruppen und Organisationen war der &#8222;Alldeutsche Verband&#8220; (AV), in dem, nach dem Urteil Joachim Petzolds, die &#8222;Anf\u00e4nge des deutschen Faschismus (&#8230;) zu suchen&#8220; sind.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#11\"><sup>11<\/sup><\/a>\u00a0Die Verbandsgr\u00fcndung vollzog sich im Zusammenhang mit dem Helgoland-Vertrag, nachdem Deutschland die Nordseeinsel erhielt und England im Gegenzug Sansibar. Dieser Tausch stie\u00df auf massive Kritik deutscher Kolonialbef\u00fcrworter. &#8222;\u00dcber See mu\u00df in Zukunft der Blick des deutschen B\u00fcrgers [&#8230;] gerichtet sein&#8220;, verlautbarte Alfred Hugenberg in Rundschreiben, deren Ausflu\u00df dann die Verbandsgr\u00fcndung am 28. September 1890 war.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#12\"><sup>12<\/sup><\/a>\u00a0Verbandsziele waren die F\u00f6rderung &#8222;vaterl\u00e4ndischen Bewu\u00dftseins&#8220;, die Fortf\u00fchrung einer deutschen Kolonialbewegung und die Unterst\u00fctzung deutsch-nationaler Bestrebungen im Ausland. Im Laufe der Zeit wurde die Sto\u00dfrichtung um einen v\u00f6lkischen Rassismus erg\u00e4nzt. Der Antisemitismus wurde im Verband als zentrales Agitationsthema durchgesetzt. Der AV war eine durch und durch b\u00fcrgerliche Honoratiorenvereinigung, die sich keinerlei Sozialdemagogie bediente. Die Koppelung des Antisemitismus mit einem &#8222;nationalen Sozialismus&#8220;, die der Verband, wie wir noch sehen werden, v\u00f6lkischen Gruppen einzugeben versuchte, waren ausschlie\u00dflich taktischer Natur. Nach Petzold waren die von ihrem Vorsitzenden Heinrich Cla\u00df aufgestellten Forderungen &#8211; Liquidierung der Arbeiterbewegung, Rassen- und Judenfrage radikal l\u00f6sen &#8211; zentral f\u00fcr den Verband. Man wollte eine nationale Arbeiterbewegung ins Leben rufen, bis 1914 bediente man sich dabei aber noch keinerlei antikapitalistischer oder sozialistischer Phrasen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#13\"><sup>13<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Auch die programmatische Schrift von Cla\u00df &#8222;Wenn ich der Kaiser w\u00e4r\u00b4&#8220; &#8211; 1912 unter dem Pseudonym Daniel Frymann erschienen &#8211; gibt sich keinen sozialistischen Anstrich, wenngleich das Gro\u00dfkapital kritisiert, aber letztlich doch akzeptiert wird. Gro\u00dfkapital und Gro\u00dfbanken sind dem Justizrat obskur, da sie Einflu\u00df auf die Politik n\u00e4hmen. Zudem f\u00f6rderten Banken sch\u00e4dliche Unternehmen, wie z.B. Warenh\u00e4user, die ihrerseits die Kleinunternehmer \u00f6konomisch bedrohten.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#14\"><sup>14<\/sup><\/a>\u00a0Es sei allerdings nicht m\u00f6glich, die Gro\u00dfindustrie in Einzelteile zu zerlegen, da sie organisch gewachsen sei. Die Industriekapit\u00e4ne m\u00fc\u00dften in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Der Einflu\u00df der Gro\u00dfbanken sei durch Kapitalbegrenzung einzuschr\u00e4nken, Warenh\u00e4user hingegen sollten g\u00e4nzlich verboten werden.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#15\"><sup>15<\/sup><\/a>\u00a0Als Hauptzielscheibe f\u00fcr alle, die im bestehenden System nicht zufrieden waren, wurden Juden angeboten. Deutsche und Juden seien &#8222;wie Feuer und Wasser&#8220;. Juden arbeiteten nicht sch\u00f6pferisch, sondern in Handel und Geldwesen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#16\"><sup>16<\/sup><\/a>\u00a0Die Juden eroberten Politik und Presse. &#8222;Die Rasse ist der Quell aller Gefahren.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#17\"><sup>17<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Eine zeitweise wichtige Gruppierung, an deren Gr\u00fcndung die Alldeutschen ma\u00dfgeblich beteiligt waren, nannte sich &#8222;Deutsche Vaterlandspartei&#8220; (*Herbst 1917), die, gesponsert v.a. von der Schwerindustrie, zugunsten des Durchhaltens im Krieg eine Massenbewegung von rechts initiieren wollte. Es sollten &#8222;fern allem Parteigetriebe die rein v\u00f6lkischen Ziele des Deutschtums&#8220; propagiert werden, man wollte in die Arbeiterklasse wirken &#8211; &#8222;Nationalisierung der deutschen Arbeiterschaft&#8220;. Von irgendwelchen sozialistischen Parolen konnte indes keine Rede sein, aber man gr\u00fcndete 1918 eine &#8222;Abteilung f\u00fcr Werbung und nationalpolitische Aufkl\u00e4rung der Arbeiter&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#18\"><sup>18<\/sup><\/a>\u00a0Neben der &#8222;Deutschen Vaterlandspartei&#8220; leiteten die Alldeutschen auch den &#8222;Freien Ausschu\u00df f\u00fcr einen Deutschen Arbeiterfrieden&#8220; an, beide &#8222;unmittelbare() Geburtshelfer() der Nazibewegung&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#19\"><sup>19<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Eine weitere Gr\u00fcndung unter ma\u00dfgeblicher Beteiligung der Alldeutschen &#8211; gemeinsam mit dem &#8222;Reichshammerbund&#8220; und ab Ende 1919 dem &#8222;Deutsch-V\u00f6lkischen Bund&#8220; &#8211; fand am 18. Februar 1919 statt: Der &#8222;Deutschv\u00f6lkische Schutz- und Trutzbund&#8220; hatte vor allem die Aufgabe, die antisemitische Hetze zu bef\u00f6rdern. Auch er propagierte die &#8222;Brechung der Zinsknechtschaft&#8220;, die zum Allgemeingut der radikalen Rechten Weimars geworden war. Zwar verlangte man die Sozialisierung von Banken, B\u00f6rsen und Gro\u00dfhandel, eines wie auch immer verballhornten Sozialismus-Begriffs bediente man sich aber nicht. Vielmehr handelte es sich bei den \u00f6konomischen Entw\u00fcrfen der Schutz- und Trutzb\u00fcndler um ein Kleinb\u00fcrgeridyll, in dem ihre wirtschaftliche Bedrohung durch Monopolisierungstendenzen zumindest teilweise aufgehoben sein sollte. Der Deutschv\u00f6lkische Schutz- und Trutzbund stellte nach seiner Aufl\u00f6sung &#8211; 1922 bewirkt durch inneren Zerfall und etliche Verbote &#8211; den personellen Grundstock zahlreicher NSDAP-Ortsgruppen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#20\"><sup>20<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Nach dem I. Weltkrieg ging es f\u00fcr die Alldeutschen um die Verhinderung des Sozialismus. Nun sollte es &#8222;praktisch-demagogisch&#8220; (Cla\u00df) gegen Juden gehen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#21\"><sup>21<\/sup><\/a>\u00a0Es wurden daraufhin verschiedenste Versuche mit kleinen rechten Gruppen gemacht, die in die Arbeiterklasse eindringen wollten. Schon Ende 1918 vermeldeten die &#8222;<em>Allgemeinen Ordens-Nachrichten<\/em>&#8222;, Nr. 15, eine weitere Gr\u00fcndung, die &#8222;Deutsch-Sozialistische Partei&#8220; (DSP), die die kommende pseudoantikapitalistische Argumentation bereits programmatisch vertrat: &#8222;&#8230; Kapitalismus und Judentum werden unter der Demokratie ihr Haupt h\u00f6her als je erheben&#8220;. &#8222;Der Grund des Mi\u00dferfolges liegt darin, da\u00df der Kampf gegen jene beiden M\u00e4chte bisher getrennt gef\u00fchrt wurde. Beide sind aufs engste verkoppelt.&#8220; SPD-F\u00fchrer seien Juden und Kapitalisten. &#8222;Die Judenkenner aber k\u00e4mpfen vergeblich gegen das Judentum, weil sie auf dem Boden der kapitalistischen Staatsordnung stehen (&#8230;).&#8220; Es brauche daher eine neue Partei, &#8222;deutschv\u00f6lkisch und sozialistisch&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#22\"><sup>22<\/sup><\/a>\u00a0Gegr\u00fcndet wurde die DSP in Hannover unter Vorsitz von Alfred Brunner, ihre M\u00fcnchner Ortsgruppe leitete seit Mai 1919 Hans-Georg Grassinger unter dem Namen &#8222;Deutschsozialistische Arbeitsgemeinschaft&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#23\"><sup>23<\/sup><\/a>\u00a0Die DSP war in verschiedenen St\u00e4dten vertreten, darunter in Leipzig, Berlin und D\u00fcsseldorf. Bei den Reichstagswahlen vom Mai 1920 erhielt sie etwas \u00fcber 2000 Stimmen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#24\"><sup>24<\/sup><\/a>\u00a0Im Herbst 1922 l\u00f6ste sie sich auf, ihre Mitglieder traten der NSDAP bei.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#25\"><sup>25<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Zuvor hatte man erste Erfahrungen im Bereich pseudo-sozialistischer Demagogie mit Eduard Stadtler gesammelt. Wolfgang Ruge betrachtet Stadtler als den &#8222;ersten deutschen Faschisten&#8220;,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#26\"><sup>26<\/sup><\/a>\u00a0weil er soziale und nationale Parolen zum Zwecke konterrevolution\u00e4rer Mobilisierung miteinander verschmolz und terroristische Formationen gegen die Arbeiterbewegung ins Leben rufen wollte. Stadtler war Generalsekret\u00e4r der am 1. Dezember 1918 gegr\u00fcndeten &#8222;Antibolschewistischen Liga&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#27\"><sup>27<\/sup><\/a>\u00a0Der &#8222;Klassenkampf-Sozialismus&#8220; sollte durch einen &#8222;christlichen Sozialismus&#8220; mit einer Milit\u00e4rdiktatur ersetzt werden.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#28\"><sup>28<\/sup><\/a>\u00a0Antibolschewismus, das ergibt ein Blick auf einige seiner Schriften, war das Hauptanliegen Stadtlers, daf\u00fcr wollte er der Arbeiterklasse einen anderen Sozialismus verkaufen: &#8222;Wir sind das am meisten zur Vergesellschaftung und zum organischen Solidarismus disponierte Volk. (&#8230; Das deutsche Volk) wird die soziale Weltrevolution in die nationale Hand nehmen (&#8230;).&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#29\"><sup>29<\/sup><\/a>\u00a0Wie das aussehen sollte, entwickelte Stadtler in einer sp\u00e4teren Schrift, in der er eine &#8222;Werkgemeinschaft&#8220; von Unternehmern, Angestellten und Arbeitern als eine &#8222;Selbstverwaltung der St\u00e4nde&#8220; vorschlug.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#30\"><sup>30<\/sup><\/a>\u00a0Speziell in den Januar-K\u00e4mpfen 1919 erhielt Stadtler massive finanzielle Zuwendungen aus den Reihen des deutschen Gro\u00dfkapitals; von Personen, die zu einem erheblichen Teil ein Jahrzehnt sp\u00e4ter bei der Finanzierung der NSDAP wieder erscheinen sollten.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#31\"><sup>31<\/sup><\/a>\u00a0Im M\u00e4rz 1919 wurde Stadtler als Vorsitzender der &#8222;Antibolschewistischen Liga&#8220; abgel\u00f6st und seine Adepten nach und nach aus dem Verband gedr\u00e4ngt, der sich in &#8222;Liga zum Schutz der deutschen Kultur&#8220; umbenannte.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#32\"><sup>32<\/sup><\/a>\u00a0Stadtler wurde sp\u00e4ter Mitglied des &#8222;Stahlhelms&#8220; und der &#8222;Harzburger Front&#8220; und war Reichstagsabgeordneter der DNVP. Im Juni 1933 trat er zur NSDAP \u00fcber.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#33\"><sup>33<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Eine weitere Gr\u00fcndung aus den selben Kreisen war die &#8222;Deutsche Arbeiter- und Angestellten-Partei&#8220; (Anfang 1918). Ihr Chef, Wilhelm Gellert, war der Meinung, eine Honoratiorenorganisation wie die &#8222;Deutsche Vaterlandspartei&#8220;, k\u00f6nne nicht in die Arbeiterschaft eindringen, daf\u00fcr bed\u00fcrfe es vielmehr einer eigenst\u00e4ndigen nationalen Arbeiterpartei. Man betrieb Kriegszielpropaganda, die mit sozialpolitischen Forderungen verbunden wurde (Eroberungen k\u00e4men auch den Arbeitern zugute, denn sie br\u00e4chten z.B. g\u00fcnstiges Siedlungsland) und war gegen jede Demokratisierung. &#8222;Antikapitalismus&#8220; war insofern in der Propaganda aufzufinden, als er mit Antisemitismus verkn\u00fcpft war oder als Gegnerschaft zu den Kriegsfeinden Deutschlands auftrat: Kampf dem ausl\u00e4ndischen Gro\u00dfkapital, &#8222;gegen die Herrschaft des j\u00fcdisch-demokratischen Geldsacks!&#8220; Der Agitationspunkt Nr. 1 war mit Abstand der Antisemitismus.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#34\"><sup>34<\/sup><\/a>\u00a0Alles in allem war Gellert aber noch kein wirklicher Propagandist eines National-Sozialismus, verkn\u00fcpften sich bei ihm doch Nationalismus, das Streben nach einer deutschen Vormachtstellung mit einer Gegnerschaft zu klassischen Anliegen der Arbeiterbewegung. Explizit sprach er sich gegen Gewerkschaften wie auch gegen Lohnforderungen oder Mindestl\u00f6hne aus.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#35\"><sup>35<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Auch aus Hamburg meldete sich ein &#8222;Deutscher Sozialismus&#8220;. Paul Ebert vom &#8222;Reichshammerbund&#8220;, einer weiteren v\u00f6lkisch-antisemitischen Organisation mit Hauptsitz in der Stadt an der Elbe stellte fest: &#8222;Gerade der Deutsche ist von Haus aus Tr\u00e4ger des wahren echten Sozialismus (&#8230;). \u00dcberall ist es die Bereitwilligkeit des Dienstes (&#8230;) f\u00fcr andere zu leben, zu arbeiten und wenn es sein mu\u00df, sein Leben zu lassen.&#8220; Ein &#8222;echter Sozialismus&#8220; sei das deutsche Reich Bismarcks gewesen!\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#36\"><sup>36<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ideologisch f\u00fchrt auch ein Weg zu den Jungkonservativen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#37\"><sup>37<\/sup><\/a>\u00a0Max Hildebert Boehm verband in seinem im August 1919 erschienen &#8222;Ruf der Jungen&#8220; Nationalismus mit einem St\u00e4nde-Staat (mit B\u00fcnden, St\u00e4nden, Gilden und Z\u00fcnften als Vorbild), den er sozialistisch nannte. Auch sein Programm war antisemitisch und zielte auf die Bek\u00e4mpfung des Kommunismus, denn &#8222;links ist die Gefahr (&#8230;) am gr\u00f6\u00dften&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#38\"><sup>38<\/sup><\/a>\u00a0Eine &#8222;v\u00f6lkische Gesinnung&#8220; stellte er den &#8222;zersetzenden Einwirkungen des j\u00fcdischen Geistes&#8220; gegen\u00fcber. Im Krieg sei &#8222;die innere Vers\u00f6hnung des preu\u00dfischen und deutschen Geistes, die Bindung von Staatlichkeit und Volkstum&#8220; vers\u00e4umt worden.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#39\"><sup>39<\/sup><\/a>\u00a0In diesen Kreisen wurde zeitweise die eigene reaktion\u00e4re Gesinnung nur noch mit dem Wort &#8222;Sozialismus&#8220; bem\u00e4ntelt, ohne da\u00df noch irgendein gesellschaftlicher Ausgleich mit der Arbeiterklasse, geschweige denn die Umw\u00e4lzung der Verh\u00e4ltnisse auch nur behauptet worden w\u00e4ren. Der &#8222;Sozialismus&#8220; Boehms diffundiert in eine st\u00e4ndische Ordnung, in der &#8222;K\u00f6rperschaftsgeist&#8220;, &#8222;korporative(r) Gedanke&#8220; und &#8222;k\u00f6rperschaftlicher Lebenswille&#8220; &#8222;auf ein neu gestuftes und gegliedertes Gef\u00fcge der Nation (zielen), in dessen Rahmen frei anerkanntes F\u00fchrertum und menschlich gleichgeachtete, gediegene und gewissenhafte Leistung der Vielen sich gegenseitig bedingen, st\u00fctzen und tragen&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#40\"><sup>40<\/sup><\/a>\u00a0&#8222;Ziel ist die echte Leibwerdung einer lebendig beseelten Volksgemeinschaft.&#8220; Und trotz einiger Kritik war f\u00fcr Boehm das kaiserliche Deutschland bereits eine &#8222;Vormacht des Weltsozialismus&#8220;, zu bieten hatte es n\u00e4mlich Lebensmittelrationierung, allgemeinen Arbeitszwang, nationale und soziale Solidarit\u00e4t, Korporativismus, &#8222;Wille zur Gefolgschaft, zur Einf\u00fcgung und zu gliedhaft entsagender Leistung&#8220; sowie F\u00fchrerschaft.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#41\"><sup>41<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Zu dieser Richtung z\u00e4hlt auch Oswald Spengler, der &#8222;den deutschen Sozialismus von Marx&#8220; befreien wollte, wobei ein monarchistischer, autorit\u00e4rer Staat h\u00e4tte &#8218;rauskommen sollen. &#8222;Altpreu\u00dfischer Geist und sozialistische Gesinnung (&#8230;) sind ein und dasselbe.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#42\"><sup>42<\/sup><\/a>\u00a0\u00dcbrigens war auch Eduard Stadtler ab 1919 Mitglied im jungkonservativen Berliner Juni-Klub.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#43\"><sup>43<\/sup><\/a>\u00a0Die Jungkonservativen machten nie den Versuch, zu einer Massenbewegung zu werden. Sie waren eine rechtsintellektuelle Kaderschmiede &#8211; auch der NSDAP lieferten sie &#8222;Ideen&#8220;.<\/p>\n<p>Allerdings hatte es schon sehr viel fr\u00fcher Organisationen gegeben, die sich &#8222;nationalsozialistisch&#8220; nannten. In \u00d6sterreich-Ungarn wurde bereits am 15. November 1903 eine rechtsextreme &#8222;Deutsche Arbeiterpartei&#8220; gegr\u00fcndet, die sich ab dem 5. Mai 1918 &#8222;Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei&#8220; (DNSAP) nannte.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#44\"><sup>44<\/sup><\/a>\u00a0Das DAP-Programm von 1913 sei dann von der deutschen NSDAP \u00fcbernommen worden, so jedenfalls prahlte der sudetendeutsche NS-Politiker Franz Jesser.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#45\"><sup>45<\/sup><\/a>\u00a0Nach Aufl\u00f6sung der KuK-Monarchie teilte sie sich in einen \u00f6sterreichischen und einen sudetendeutschen Verband. Kontakte zu den M\u00fcnchener Faschisten bestanden aber wohl erst ab dem Jahreswechsel 1919\/1920.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#46\"><sup>46<\/sup><\/a>\u00a0Ein unmittelbarer programmatischer Einflu\u00df \u00fcber die Staatsgrenzen hinweg ist nicht nachweisbar. Ein Zusammenschlu\u00df der deutschen, \u00f6sterreichischen und sudetendeutschen Nationalsozialisten wie er auf einer Tagung im August 1920 betrieben wurde, scheiterte an Hitler.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#47\"><sup>47<\/sup><\/a>\u00a0Programmatisch waren diese Nationalsozialisten gro\u00dfdeutsch und strikt antisemitisch. Auch sie mi\u00dfbrauchten den Begriff &#8222;Sozialismus&#8220; f\u00fcr ihre Propaganda, vertraten aber eine r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte Wirtschaftspolitik, die einen kleinunternehmerischen Kapitalismus gegen Kapitalgesellschaften und Banken erhalten wollte.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#48\"><sup>48<\/sup><\/a>\u00a0Die DNSAP hatte ein &#8222;starke(s) proletarische(s) Element&#8220;: &#8222;Die Aufmerksamkeit f\u00fcr Arbeitsbedingungen und die Forderungen der Arbeiter hatten deshalb in der DNSAP immer einen wichtigen Stellenwert. Das erkl\u00e4rt ihre Verankerung in einem Teil der deutschsprachigen Arbeiterbev\u00f6lkerung der tschechischen Grenzgebiete.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#49\"><sup>49<\/sup><\/a>\u00a0Einer ihrer Theoretiker, Rudolf Jung, sprach von &#8222;Gleichberechtigtung&#8220; und &#8222;Zusammenfassung aller Schaffenden&#8220;, Unternehmer und Bauern, Arbeiter und Angestellte, und er wandte sich gegen &#8222;Umsturz und Klassenkampf&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#50\"><sup>50<\/sup><\/a>\u00a0Die Eigentumsverh\u00e4ltnisse sollten in ihrem Kern erhalten bleiben, f\u00fcr die Arbeiter brauche es &#8222;eine gerechte Entlohnung&#8220;, die zum Leben reichen sollte, aber nach T\u00e4tigkeit, Schwierigkeitsgrad, Aufwand und Qualifikation gestaffelt sein sollte. Auf der anderen Seite sollte, wer &#8222;nicht arbeitet, (&#8230;) auch nicht essen&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#51\"><sup>51<\/sup><\/a>\u00a0Sch\u00e4dlich f\u00fcr eine v\u00f6lkische Wirtschaft seien Bodenmonopole und der Zins. Sie seien zu reformieren und die &#8222;Privatmonopole&#8220; zu vergesellschaften. Zwar sollte es tats\u00e4chlich mehr &#8222;gesellschaftliche(s) Eigentum&#8220; geben, die &#8222;Privatwirtschaft&#8220; aber erhalten bleiben. Auch seine Bodenreform sah keine Sozialisierung des Gro\u00dfgrundbesitzes vor, sondern seine &#8222;Enteigung zu gunsten der mittleren und kleineren Grundbesitzer.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#52\"><sup>52<\/sup><\/a>\u00a0Hierin ist also keine grunds\u00e4tzlich andere Wirtschaftsordnung als die kapitalistische vorgesehen, denn nur jene Gro\u00dfbetriebe, &#8222;bei denen der Privatbetrieb das Gemeinwohl sch\u00e4digt&#8220;, wie es in den Parteigrunds\u00e4tzen hei\u00dft, sollten in den Besitz von Staat, Land oder Gemeinde \u00fcberf\u00fchrt werden. Genannt werden hierf\u00fcr die Bereiche Verkehrswesen, Bodensch\u00e4tze, Wasserwirtschaft, Versicherungs- und Anzeigenwesen. Auch bez\u00fcglich der Wirtschaftsprogrammatik war der herbeiphantasierte j\u00fcdische Einflu\u00df der Hauptgegner: &#8222;Beseitigung der Herrschaft der j\u00fcdischen Banken \u00fcber das Wirtschaftsleben.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#53\"><sup>53<\/sup><\/a>\u00a01938 res\u00fcmierte Rudolf Jung, die DNSAP &#8222;hat Zehntausende deutsche Arbeiter den Klauen des Marxismus entrissen&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#54\"><sup>54<\/sup><\/a>\u00a0Am 7. Oktober 1933 wurde die DNSAP verboten; ihre Anh\u00e4nger wechselten in die erst eine Woche zuvor gegr\u00fcndete &#8222;Sudetendeutsche Heimatfront&#8220; unter Konrad Henlein.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#55\"><sup>55<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Nach diesen Ausf\u00fchrungen mu\u00df es \u00fcberraschen, da\u00df ein weiterer v\u00f6lkischer Verband, der viel f\u00fcr das Erstarken der NSDAP tat, sich jeglicher sozialistischer Demagogie enthielt, obwohl seine Mitglieder selbst Lohnabh\u00e4ngige waren. Die Rede ist vom &#8222;Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband&#8220; (DNHV). Bereits 1893 gegr\u00fcndet, sah er seine Hauptaufgabe in der Bek\u00e4mpfung der Sozialdemokratie, die die Angestellten als Teil des Proletariats betrachteten. Der DNHV wehrte sich gegen diese Einordnung und k\u00e4mpfte erbittert um die Anerkennung der Angestelltenschaft als eigenst\u00e4ndigem Stand. Der DNHV war antirepublikanisch und antisemitisch &#8211; wirtschaftlich trat er f\u00fcr eine Klassenvers\u00f6hnung ein. &#8222;Alles f\u00fcr den Stand, &#8211; und der Stand im Dienste des Volkes!&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#56\"><sup>56<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong><em>&#8230; und als Strippenzieher bei der Gr\u00fcndung der NSDAP<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Auch die Gr\u00fcndung der NSDAP lief nach diesem Muster ab: Funktion\u00e4re aus den reaktion\u00e4ren Verb\u00e4nden suchten nach M\u00f6glichkeiten, die &#8222;Massen&#8220;, speziell Arbeiter, f\u00fcr eine rechte Politik, fernab der sozialistischen\/kommunistischen Arbeiterbewegung, zu gewinnen. Eine f\u00fcr die Fr\u00fchgeschichte der NSDAP bedeutende Person war der zwielichtige Rudolf Freiherr von Sebottendorff; er z\u00e4hlte sich selbst und die von ihm geleitete Thule-Gesellschaft zu den &#8222;Wegbereitern&#8220; der Partei.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#57\"><sup>57<\/sup><\/a>\u00a0&#8222;Als wir vor f\u00fcnfzehn und mehr Jahren anfingen, vom Deutschtum und Sozialismus zu sprechen, wurden wir verlacht, Hitler war es, der dem Deutschen die Einheit dieser beiden Begriffe einh\u00e4mmerte.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#58\"><sup>58<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ein Problem der Alldeutschen bestand darin, da\u00df ihre Schriften in den 1890er Jahren nicht in Arbeiterh\u00e4nde gelangten.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#59\"><sup>59<\/sup><\/a>\u00a01912 wurde der &#8222;Germanenorden&#8220; initiiert, ein antisemitischer Geheimbund mit guten Kontakten zum Alldeutschen Verband unter Leitung von Hermann Pohl.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#60\"><sup>60<\/sup><\/a>\u00a0Bei Ordensbruder Sebottendorff ist davon die Rede, da\u00df die &#8222;Prinzipien der Alldeutschen (&#8230;) auf die ganze germanische Rasse ausgedehnt werden&#8220; sollten, w\u00e4hrend er ansonsten auff\u00e4llig vermied, die Alldeutschen auch nur zu erw\u00e4hnen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#61\"><sup>61<\/sup><\/a>\u00a01917 wurde Sebottendorf die &#8222;Ordensprovinz Bayern&#8220; \u00fcbertragen,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#62\"><sup>62<\/sup><\/a>\u00a0hier gr\u00fcndete er 1918 die &#8222;Thule-Gesellschaft &#8211; Orden f\u00fcr deutsche Art&#8220; als neue Ordensbruderschaft, die es kurzzeitig auf 1500 Mitglieder brachte. Es handelte sich um einen esoterischen Verein mit inneren, d.h. eingeweihten, und \u00e4u\u00dferen Kreisen, der vor allem Antisemitismus propagierte. Sein Symbol war das Hakenkreuz, seine Parole lautete: &#8222;Denke daran, da\u00df du ein Deutscher bist&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#63\"><sup>63<\/sup><\/a>\u00a0&#8211; ganz \u00e4hnlich dem ersten Wahlspruch des Alldeutschen Verbandes (&#8222;Gedenke, da\u00df Du ein Deutscher bist!&#8220;).<\/p>\n<p>Als Schriftleiter des\u00a0<em>M\u00fcnchner Beobachters<\/em>\u00a0(sp\u00e4ter\u00a0<em>V\u00f6lkischer Beobachter<\/em>, erschien schon damals im Verlag Franz Eher Nachfolger) brachte Sebottendorff 1918 neue Themenschwerpunkte ins Blatt: Blutreinheit, Rassenfrage, Antisemitismus.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#64\"><sup>64<\/sup><\/a>\u00a0Ende 1918 wurden die Themen des\u00a0<em>Beobachters<\/em>\u00a0um Antikommunismus erg\u00e4nzt. Um diese Zeit &#8222;entdeckte&#8220; Sebottendorff auch die Talente des k\u00fcnftigen NSDAP-&#8222;Wirtschaftsfachmanns&#8220; Gottfried Feder. &#8222;Die Vortr\u00e4ge Gottfried Feders lie\u00dfen einen Plan reifen, der Sebottendorff schon lange bewegte. Er wollte die Arbeiter gewinnen.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#65\"><sup>65<\/sup><\/a>\u00a0Mit der &#8222;Brechung der Zinsknechtschaft&#8220; hatte die Propaganda des M\u00fcnchner Thule-Netzwerkes eine Ver\u00e4nderung erfahren,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#66\"><sup>66<\/sup><\/a>\u00a0die es erm\u00f6glichen sollte, gegen die Verwerfungen, die der Kapitalismus schafft, anzugehen, und zugleich nicht auf ihn zu verzichten. Weitere Konsequenz war dann die Unterscheidung zwischen &#8222;schaffendem&#8220; und &#8222;raffendem&#8220; Kapital. In diesem Sinne begriff der &#8222;M\u00fcnchner Beobachter&#8220; seinen Titel vom 3. September 1919: &#8222;Deutschland ist das klassische Land des Sozialismus.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#67\"><sup>67<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Diese Gedanken stammten wesentlich von Feder. Am 12. September 1919 referierte er bei der &#8222;Deutschen Arbeiterpartei&#8220; (DAP) &#8222;Wie und mit welchen Mitteln beseitigt man den Kapitalismus?&#8220; Seine Antwort lautete &#8222;Brechung der Zinsknechtschaft&#8220;. &#8222;Zinsknechtschaft&#8220;, so Feder, sei der &#8222;Zustand der V\u00f6lker, die unter der Geld- und Zinsherrschaft der allj\u00fcdischen Hochfinanz stehen. (&#8230;) In &#8218;Zinsknechtschaft&#8216; befinden sich alle, die durch ihre geistige und k\u00f6rperliche Arbeit ihr Brot verdienen m\u00fcssen, w\u00e4hrend ihnen gegen\u00fcber eine zahlenm\u00e4\u00dfig kleine Schicht &#8211; arbeits- und m\u00fchelos &#8211; aus ihren Zinsen, Bank- und B\u00f6rsengewinnen, Finanztransaktionen usw. riesige Einnahmen beziehen.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#68\"><sup>68<\/sup><\/a>\u00a0Und andernorts f\u00fchrte Feder aus: &#8222;Verarmung gro\u00dfer Volksteile auf der einen Seite (&#8230;). Anh\u00e4ufung gro\u00dfer Reicht\u00fcmer in den H\u00e4nden kleiner und gro\u00dfer Schieber und Wucherer (&#8230;).&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#69\"><sup>69<\/sup><\/a>\u00a0Gr\u00f6\u00dfere Bekanntheit erlangte Feders &#8222;Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes&#8220;, in dem er erneut die geschilderten Thesen aufstellte. Die Menschheit leide am &#8222;Mammonismus&#8220;, an &#8222;internationale(n) \u00fcbergewaltige(n) Geldm\u00e4chte(n)&#8220;, womit er die unbestimmte Angst vieler vor den Folgen einer nicht begriffenen Wirtschaftsordnung aufgriff und sie gegen anonyme, finstere M\u00e4chte zu lenken suchte. Die &#8222;Gier nach Zins und Wucher&#8220; habe zur &#8222;Versumpfung eines Teiles der Bourgeoisie gef\u00fchrt&#8220;, deshalb m\u00fcsse, wer &#8222;den Kapitalismus bek\u00e4mpfen will, (&#8230;) die Zinsknechtschaft brechen&#8220;. Ein Kreditwesen d\u00fcrfe es k\u00fcnftig nur noch in Staatshand geben,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#70\"><sup>70<\/sup><\/a>\u00a0ansonsten drohe &#8222;die Versklavung der ganzen Welt durch die goldene Internationale&#8220;, das sogenannte &#8222;Gro\u00dfleihkapital&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#71\"><sup>71<\/sup><\/a>\u00a0Feders Gespinst wurde von der NSDAP zur fundierten Wirtschaftstheorie aufgebauscht, wodurch sie ihre politischen Vorstellungen als wissenschaftlich unterf\u00fcttert drapieren konnte. Die &#8222;Brechung der Zinsknechtschaft&#8220; lie\u00df sich wunderbar als passe partout f\u00fcr alle \u00f6konomischen Mi\u00dfhelligkeiten, die der Kapitalismus bot, gebrauchen, und sie wurde &#8211; verkn\u00fcpft mit einigen sozialistisch t\u00f6nenden Parolen &#8211; zur \u00f6konomischen Seite der nationalsozialistischen Propaganda. Und das gelang, obwohl Feder selbst schon darauf hinwies, seine Idee habe eigentlich gar nichts mit &#8222;Sozialismus&#8220; zu tun!\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#72\"><sup>72<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Thule-Kader Karl Harrer wurde von Sebottendorff instruiert, einen Arbeiter-Ring zu bilden, Feder sollte dort Vortr\u00e4ge halten.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#73\"><sup>73<\/sup><\/a>\u00a0Harrer nahm Kontakt zu Anton Drexler auf, der in M\u00fcnchen einen &#8222;Freien Arbeiterausschu\u00df f\u00fcr einen guten Frieden&#8220; als Ortsgruppe des &#8222;Freien Ausschusses f\u00fcr einen deutschen Arbeiterfrieden&#8220; unter W. Wahl aus Bremen gegr\u00fcndet hatte.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#74\"><sup>74<\/sup><\/a>\u00a0Drexler war f\u00fcr einen &#8222;Sozialismus&#8220; und f\u00fcr die Arbeiterschaft, gegen Marxismus und Juden, f\u00fcr ein Zusammengehen von Arbeiterschaft und B\u00fcrgertum;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#75\"><sup>75<\/sup><\/a>\u00a0auch er war Mitglied der Deutschen Vaterlandspartei.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#76\"><sup>76<\/sup><\/a>\u00a0Mit Drexler sammelte man erste positive Propagandaerfahrungen in der Arbeiterklasse mit den Themen Kriegswucherer und Schleichh\u00e4ndler.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#77\"><sup>77<\/sup><\/a>\u00a0Der im Oktober 1918 gebildete, im geheimen agierende &#8222;Politische Arbeiterzirkel&#8220; war aber nur von geringer Bedeutung.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#78\"><sup>78<\/sup><\/a>\u00a0Harrer gr\u00fcndete zusammen mit Drexler zun\u00e4chst den &#8222;Deutschen Arbeiterverein&#8220; und, nachdem dieser eingegangen war, am 5. Januar 1919 die DAP, die Anfang 1920 in NSDAP umbenannt wurde.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#79\"><sup>79<\/sup><\/a>\u00a0Seine politischen Vorstellungen hat Drexler in dem B\u00fcchlein &#8222;Mein politisches Erwachen&#8220; bereits 1919 &#8211; noch bevor Hitler auf der Bildfl\u00e4che erschien &#8211; niedergelegt.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#80\"><sup>80<\/sup><\/a>\u00a0Drexlers Weltbild setzt sich zusammen aus der Ablehnung eines Verst\u00e4ndigungsfriedens und einem radikalen Antisemitismus, der auf den verschiedensten seinerzeit in Umlauf befindlichen Verschw\u00f6rungstheorien basiert. Z.B. behauptete Drexler, 80 Prozent des deutschen Nationalverm\u00f6gens bef\u00e4nden sich &#8222;in j\u00fcdischen H\u00e4nden&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#81\"><sup>81<\/sup><\/a>\u00a0Die &#8222;wichtigste Frage unseres politischen Lebens (ist) die Judenfrage&#8220;.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#82\"><sup>82<\/sup><\/a>\u00a0Daneben sei die &#8222;Weltfreimaurerei&#8220; eine Bedrohung.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#83\"><sup>83<\/sup><\/a>\u00a0Im Kampf gegen die Juden sollten die Klassen der Gesellschaft zueinander finden: &#8222;Du mu\u00dft die Br\u00fccke zum B\u00fcrger finden, denn Arbeiter und Soldaten, B\u00fcrger und Bauern haben alle nur einen gemeinsamen Feind, den kapitalistischen Juden und dessen Trabanten. (&#8230;) Nur der christliche Sozialismus wird euch die Kraft geben, den Kampf gegen die materialistisch-talmudische Welthegemonie siegreich zu bestehen.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#84\"><sup>84<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Charakteristisch sind die Richtlinien der DAP: &#8222;Die DAP ist eine aus allen geistig und k\u00f6rperlich schaffenden Volksgenossen zusammengesetzte sozialistische Organisation (&#8230;). Die DAP will die Adelung des Arbeiters. Die gelernten und ans\u00e4ssigen Arbeiter haben ein Recht, zu dem Mittelstand gerechnet zu werden. (&#8230;) Das Gro\u00dfkapital ist als Brot- und Arbeitgeber zu sch\u00fctzen (&#8230;). Die DAP sieht in der Sozialisierung des deutschen Wirtschaftslebens einen Zusammenbruch der deutschen Volkswirtschaft. (&#8230;) Darum darf es nicht Sozialisierung, sondern die Gewinnbeteiligung f\u00fcr den deutschen Arbeiter hei\u00dfen.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#85\"><sup>85<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Die Bedeutung der &#8222;Thule-Gesellschaft&#8220; beim Aufbau der NSDAP wird auch dadurch verdeutlicht, da\u00df aus ihren Reihen verschiedene Parteimitglieder kamen: Die beiden bekanntesten sind Rudolf He\u00df und Alfred Rosenberg.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#86\"><sup>86<\/sup><\/a>\u00a0Aber auch zwei Kader des Alldeutschen Verbandes waren Thule-Mitglieder und als solche am Aufbau der DAP\/NSDAP ma\u00dfgeblich beteiligt: der Verleger v\u00f6lkischer Publizistik Julius Friedrich Lehmann,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#87\"><sup>87<\/sup><\/a>\u00a0Mitglied des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Vorstandes des Alldeutschen Verbandes,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#88\"><sup>88<\/sup><\/a>\u00a0sowie der Ingenieur Paul Tafel, der mit Cla\u00df &#8222;auf vertrautem Fu\u00dfe&#8220; (Petzold) stand.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#89\"><sup>89<\/sup><\/a>\u00a0Ab 1920 war Tafel gar Vorstandsmitglied des Alldeutschen Verbands, au\u00dferdem 2. Vorsitzender des &#8222;Bayerischen Ordnungsblocks&#8220;, einer kurzlebigen Vereinigung von 40 antikommunistischen Organisationen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#90\"><sup>90<\/sup><\/a>\u00a0Hermann Wilhelm behauptet sogar, auch der Vorsitzende der Alldeutschen, Heinrich Cla\u00df, sei Thule-Mitglied gewesen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#91\"><sup>91<\/sup><\/a>\u00a0Allerdings bleibt er den Beleg daf\u00fcr schuldig, und so mu\u00df diese Information als eher unwahrscheinlich angesehen werden.<\/p>\n<p>1920 reiste Hitler zu Cla\u00df, dort schwor &#8222;er auf den alldeutschen F\u00fchrer&#8220; und gelobte ihm Treue.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#92\"><sup>92<\/sup><\/a>\u00a0AV-Forscher Alfred Kruck: &#8222;Damals [1921] konnten die Alldeutschen mit Genugtuung von sich sagen, da\u00df sie &#8218;dem Hitler das Programm zurechtgestutzt&#8216; h\u00e4tten. Ihr Einflu\u00df auf die NSDAP war bis zum Jahre 1923 geradezu entscheidend. (&#8230;) Wenn in der Zeit des Dritten Reiches von alldeutscher Seite mehrfach festgestellt wurde, der Nationalsozialismus sei ein Kind des Alldeutschen Verbandes, so kann man dem weitgehend zustimmen.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#93\"><sup>93<\/sup><\/a>\u00a0Der &#8222;Sozialismus&#8220;, wie ihn die fr\u00fche NSDAP und andere Gruppen im Munde f\u00fchrten, war immer ein Mittel, die Arbeiterklasse zu spalten und von tats\u00e4chlich sozialistischen Ideen abzubringen. Das zeigt sich z.B., wenn 1921\/22 die Alldeutschen auf internen Vortr\u00e4gen davon sprachen, die Arbeiter in eine &#8222;Volksgemeinschaft&#8220; einzubinden. Von sozialistischen Phrasen war hier nicht die Rede &#8211; ein Anhaltspunkt daf\u00fcr, wie wenig ernst sie diese Parolen nahmen, wie sehr sie rein taktischer Natur waren.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#94\"><sup>94<\/sup><\/a>\u00a0Das wu\u00dfte Cla\u00df auch an Hitler zu sch\u00e4tzen, wie er in seinen Erinnerungen sagte: &#8222;Zweierlei machte mich stutzig: die unumwundene Erkl\u00e4rung, da\u00df er sein Programm so, wie er es mir vorgetragen hatte, aus R\u00fccksicht auf die erhoffte Gefolgschaft aus den Massen gestaltet hatte, und da\u00df er bereit war, es nach erreichtem Erfolg preiszugeben.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#95\"><sup>95<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Ebenfalls eine gewichtige Rolle bei Gr\u00fcndung der DAP\/NSDAP kam der Reichswehr zu. In Bayern beobachtete sie die Szenerie auf der Rechten intensiv. Sie hielt Bildungskurse f\u00fcr Soldaten ab. In einem von ihnen begegnete der noch nicht demobilisierte Hitler erstmals Feder. Der Hauptmann der Nachrichtenabteilung Karl Mayr schickte eben jenen Hitler auch als Spitzel der Reichswehr zu einer DAP-Versammlung.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#96\"><sup>96<\/sup><\/a>\u00a0Neben Mayr kam ein weiterer Reichswehroffizier zur DAP, 1919 wurde der Hauptmann im Generalstab Ernst R\u00f6hm Parteimitglied.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#97\"><sup>97<\/sup><\/a>\u00a0Einen wesentlichen Mitglieder- und Zuh\u00f6rerstamm der jungen NSDAP stellten stets Soldaten. Gossweiler kommt gar zum Schlu\u00df, da\u00df die Reichswehr nach dem R\u00fcckzug Harrers Anfang 1920 die entscheidende Rolle in der NSDAP eingenommen habe.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#98\"><sup>98<\/sup><\/a>\u00a0Das allerdings d\u00fcrfte dann doch ein wenig \u00fcbertrieben sein. Speziell was die Fragestellung nach der Implementierung des &#8222;Sozialismus&#8220; in die Partei anbetrifft, hatte die Reichswehr damit kaum etwas zu tun.<\/p>\n<p><strong><em>Ergebnis der F\u00f6rderung der NSDAP<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Trotz all dieser Bem\u00fchungen gelang ein nennenwerter Einbruch in die Arbeiterklasse zu Beginn der zwanziger Jahre nicht, was der alldeutsche Strippenzieher Heinrich Cla\u00df auch erkannte. Nach einem Treffen mit Hitler und Drexler konstatierte er: &#8222;Es gelingt nicht, aus der Arbeiterschaft in nennenswertem Ma\u00dfe Zuzug zu bekommen.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#99\"><sup>99<\/sup><\/a>\u00a0Und in einem Schreiben Cla\u00df&#8216; an Tafel vom 8. Juni 1921 hei\u00dft es u.a.: &#8222;Es wurde mir gesagt, es l\u00e4gen Berichte urteilsf\u00e4higer M\u00e4nner aus M\u00fcnchen vor, die sich dahin ausspr\u00e4chen, da\u00df die Bewegung um Drexler und Hittler (!) dieselbe Entwicklung nehme wie bisher alle sogenannten nationalsozialistischen Versuche: Es gelinge nicht, aus der Arbeiterschaft in nennenswertem Ma\u00dfe Zuzug zu bekommen. Die Anh\u00e4ngerschaft beschr\u00e4nke sich auf kleinb\u00fcrgerliche Kreise, und in M\u00fcnchen sei es besonders bedenklich, da\u00df Beamte und vor allem Studenten irre gemacht und mit sozialistischen Gedankeng\u00e4ngen verseucht w\u00fcrden.&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html#100\"><sup>100<\/sup><\/a>\u00a0In der Tat gelang es allm\u00e4hlich, erhebliche Teile des Kleinb\u00fcrgertums zu gewinnen, sie politisch in Stellung gegen die sozialistische Arbeiterklasse zu bringen und militante rechte Kampfverb\u00e4nde zu bilden. Diejenige Gruppe, der am meisten Publikumserfolg beschieden war und die sich unter all den v\u00f6lkischen Truppen letztendlich durchsetzen konnte, war &#8211; die NSDAP.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndungsgeschichte der NSDAP, wie sie hier nachgezeichnet wurde, klingt arg nach einem Marionettenspiel reaktion\u00e4rer Kreise in einem von ihnen auf dem Rei\u00dfbrett entworfenen Theaterst\u00fcck. Allerdings fanden hier nicht detailliert geplante Organisationsgr\u00fcndungen statt, sondern die zu der damaligen Zeit wichtigen Verb\u00e4nde probierten verschiedenste Formen der Massenbeeinflussung und der Organisationsbildung aus.<\/p>\n<p>Aus der geschilderten Verlaufsform ist keineswegs abzuleiten, da\u00df die gesamte Geschichte der NSDAP von Strippenziehern oder &#8222;dunklen Hinterm\u00e4nnern&#8220; geplant und gesteuert wurde. Irgendwann, daran kann kein Zweifel bestehen, war das, was sich in der NSDAP Ausdruck verschaffte, eine soziale Bewegung geworden, die aus eigenem Antrieb handelte. Die bedeutendsten Propagandisten des nationalen &#8222;Sozialismus&#8220;, neben Hitler waren das wohl Joseph Goebbels sowie Otto und Gregor Strasser, sind nicht zu begreifen als ausschlie\u00dfliche Handlanger des Gro\u00dfkapitals, der Alldeutschen oder von wem auch immer.<\/p>\n<p>Dies hat aber in der Gr\u00fcndungsphase der NSDAP anders ausgesehen, insbesondere die Sozialdemagogie, also der &#8222;v\u00f6lkische Antikapitalismus&#8220; sowie der &#8222;deutsche Sozialismus&#8220; sind von au\u00dfen in sie hineingetragen worden, um sie als ein Instrument gegen die sozialistische Arbeiterbewegung aufzubauen.<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n<p>1\u00a0Haffner, Sebastian: Anmerkungen zu Hitler, Frankfurt a.M. 1992.<\/p>\n<p>2\u00a0K\u00fchnl, Reinhard: Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten, K\u00f6ln 1980 (5), S. 105-108.<\/p>\n<p>3\u00a0Gossweiler, Kurt: Kapital, Reichswehr und NSDAP 1919-1924, K\u00f6ln 1982, S. 230.<\/p>\n<p>4\u00a0Ruge, Wolfgang: Das Ende von Weimar. Monopolkapital und Hitler, Berlin 1989 (2), S. 41.<\/p>\n<p>5\u00a0Gossweiler, Kurt: Faschismus und Arbeiterklasse, in: Faschismusforschung. Positionen Probleme Polemik, hrsg. von Eichholtz, Dietrich\/Gossweiler, Kurt, K\u00f6ln 1980 (2), S. 99-124, hier S. 99f.<\/p>\n<p>6\u00a0Petzold, Joachim: Cla\u00df und Hitler. \u00dcber die F\u00f6rderung der fr\u00fchen Nazibewegung durch den alldeutschen Verband und dessen Einflu\u00df auf die nazistische Ideologie, in: Jahrbuch f\u00fcr Geschichte, 21, Berlin 1980, S. 248-288.<\/p>\n<p>7\u00a0Ebenda, S. 284.<\/p>\n<p>8\u00a0Gossweiler: Faschismus und Arbeiterklasse, S. 119.<\/p>\n<p>9\u00a0Ruge: Das Ende, S. 40.<\/p>\n<p>10\u00a0Gossweiler: Faschismus und Arbeiterklasse, S. 121.<\/p>\n<p>11\u00a0Petzold, Joachim: Wegbereiter des deutschen Faschismus. Die Jungkonservativen in der Weimarer Republik, K\u00f6ln 1978, S. 25.<\/p>\n<p>12\u00a0Kruck, Alfred: Geschichte des Alldeutschen Verbandes 1890-1939, Reihe Ver\u00f6ffentlichungen des Instituts f\u00fcr europ\u00e4ische Geschichte Mainz, Bd. 3, Wiesbaden 1954, S. 8ff. Vgl. auch Hering, Rainer: Konstruierte Nation, Der Alldeutsche Verband 1890 bis 1939, Reihe Hamburger Beitr\u00e4ge zur Sozial- und Zeitgeschichte, hrsg. von der Forschungsstelle f\u00fcr Zeitgeschichte in Hamburg, Darstellungen, Bd. 40, Hamburg 2003.<\/p>\n<p>13\u00a0Petzold, Joachim. Die Entstehung der Naziideologie, in: Eichholtz, Dietrich\/Gossweiler, Kurt\/Ruge, Wolfgang u.a. (Hg.): Faschismus in Deutschland. Faschismus der Gegenwart, K\u00f6ln 1980, S. 11-34, hier S. 12ff. Au\u00dferdem in: Faschismusforschung, S. 261-278.<\/p>\n<p>14\u00a0Cla\u00df, Heinrich (Pseud. Daniel Frymann): Wenn ich der Kaiser w\u00e4r&#8216;. Politische Wahrheiten und Notwendigkeiten, Leipzig 1912, S. 27.<\/p>\n<p>15\u00a0Ebenda, S. 60-63.<\/p>\n<p>16\u00a0Ebenda, S. 30f.<\/p>\n<p>17\u00a0Ebenda, S. 38.<\/p>\n<p>18\u00a0Stegmann, Dirk: Zwischen Repression und Manipulation: Konservative Machteliten und Arbeiter- und Angestelltenbewegung 1910-1919. Ein Beitrag zur Vorgeschichte der NSDAP, in: Archiv f\u00fcr Sozialgeschichte, 12 (1972), S. 351-432, hier S. 385ff.<\/p>\n<p>19\u00a0Petzold: Die Entstehung, S. 18.<\/p>\n<p>20\u00a0Lohalm, Uwe: V\u00f6lkischer Radiaklismus. Die Geschichte des Deutschv\u00f6lkischen Schutz- und Trutz-Bundes 1919-1923, Hamburg 1970.<\/p>\n<p>21\u00a0Petzold: Die Entstehung, S. 22.<\/p>\n<p>22\u00a0Sebottendorff, Rudolf Freiherr von: Bevor Hitler kam. Urkundliches aus der Fr\u00fchzeit der nationalsozialistischen Bewegung, M\u00fcnchen 1933, S. 171f. Die&#8220; Allgemeinen Ordens-Nachrichten&#8220; waren das Organ der &#8222;Germanen-Ordens Gro\u00dfloge&#8220;.<\/p>\n<p>23\u00a0Gossweiler, Kurt: Kapital, Reichswehr und NSDAP 1919-1924, K\u00f6ln 1982, S. 149.<\/p>\n<p>24\u00a0Maser, Werner: Der Sturm auf die Republik. Fr\u00fchgeschichte der NSDAP, Stuttgart 1973, S. 228.<\/p>\n<p>25\u00a0Ebenda, S. 233.<\/p>\n<p>26\u00a0Ruge: Das Ende, S. 31. Zusammengefa\u00dft auch ders.: Monopolbourgeoisie, faschistische Massenbasis und NS-Programmatik in Deutschland vor 1933, in: Faschismusforschung, S. 125-156. Zu Stadtler auch Petzold: Wegbereiter, S. 52-60 und 66-73.<\/p>\n<p>27\u00a0Wei\u00dfbecker, Manfred: Antibolschewistische Liga (AL) 1918-1919, in: Lexikon zur Parteiengeschichte. Die b\u00fcrgerlichen und kleinb\u00fcrgerlichen Parteien und Verb\u00e4nde in Deutschland (1789-1945), K\u00f6ln 1983, Bd.1, S. 66-76, hier S. 66 und 69.<\/p>\n<p>28\u00a0Ruge: Das Ende, S. 30f.<\/p>\n<p>29\u00a0Stadtler, Eduard: Der Bolschewismus und seine \u00dcberwindung, Reihe Revolution\u00e4re Streitfragen, H. 1, Berlin 1918, S. 18.<\/p>\n<p>30\u00a0Stadtler, Eduard: Weltkrieg und soziale Frage, Politische Schriftenserie des Bundes der Gro\u00dfdeutschen, H. 5, Berlin 1926, S. 30, 32. Weitere Schriften Stadtlers: Die Diktatur der sozialen Revolution, Leipzig 1920 und Ist Spartakus besiegt? Der Bolschewismus als weltpolitisches Problem, Reihe Revolution\u00e4re Streitfragen, H. 9, Berlin 1919.<\/p>\n<p>31\u00a0Ruge: Das Ende, S. 30f.<\/p>\n<p>32\u00a0Petzold: Wegbereiter, S. 72.<\/p>\n<p>33\u00a0Ebenda, S. 323, 325.<\/p>\n<p>34\u00a0Stegmann: Zwischen Repression, S. 392-395, 417ff.<\/p>\n<p>35\u00a0Gellert, Wilhelm: Vor grossen Katastrophen. Der deutsche Aufstieg und die germanische Zeit, Naumburg 1922 (2 oder 3, zuerst 1921). Ansonsten war Gellert weniger ein kommender &#8222;Arbeiter(ver)f\u00fchrer&#8220; als vielmehr ein Obskurant, der sich in beinahe hellseherischen Prophetien erging und behauptete, Deutschland habe den Weltkrieg gewonnen, nun m\u00fcsse es ihn &#8222;auch politisch (&#8230;) gewinnen&#8220; (ebd., S. 16f.).<\/p>\n<p>36\u00a0Ebert, Paul: Der internationale Karl Marx, in: Hammer-Schl\u00e4ge H. 23\/24, II, Hamburg 1920, S. 28f.<\/p>\n<p>37\u00a0Zu den Jungkonservativen s. Petzold: Wegbereiter.<\/p>\n<p>38\u00a0Boehm, Max Hildebert: Ruf der Jungen. Eine Stimme aus dem Kreise um Moeller van den Bruck, Freiburg 1933 (3), S. 54.<\/p>\n<p>39\u00a0Ebenda, S. 39ff.<\/p>\n<p>40\u00a0Ebenda, S. 60f.<\/p>\n<p>41\u00a0Ebenda, S. 49f.<\/p>\n<p>42\u00a0Petzold: Wegbereiter, S. 74.<\/p>\n<p>43\u00a0Ebenda, S. 101.<\/p>\n<p>44\u00a0Franz-Willing, Georg: Die Hitler-Bewegung. Der Ursprung 1919-1922, Hamburg\/Berlin 1962, S. 92f.<\/p>\n<p>45\u00a0Laut Hruska, Emil: Die Anf\u00e4nge und die Entwicklung der sudetendeutschen nazistischen Bewegung, in: Hochberger, Hunno\/Hruska, Emil: Der deutsche Hegemonialanspruch: Gefahr f\u00fcr Mitteleuropa. Thesen zur Entwicklung der (sudeten)deutsch-tschechischen Beziehungen. Ein historisches Lesebuch, Stuttgart 1998, S. 194-203, hier S. 196.<\/p>\n<p>46\u00a0Franz-Willing: Die Hitler-Bewegung, S. 92f.<\/p>\n<p>47\u00a0Ebenda, S. 97.<\/p>\n<p>48\u00a0Jung, Rudolf: Der nationale Sozialismus. Eine Erl\u00e4uterung seiner Grundlagen und Ziele, Troppau (1920), S. 61.<\/p>\n<p>49\u00a0Hruska: Die Anf\u00e4nge und die Entwicklung, S. 197.<\/p>\n<p>50\u00a0Jung: Der nationale Sozialismus, S. 61.<\/p>\n<p>51\u00a0Ebenda, S. 65.<\/p>\n<p>52\u00a0Ebenda, S. 73f.<\/p>\n<p>53\u00a0Parteigrunds\u00e4tze der deutschen nationalsozialistischen Partei, in: ebenda, S. 93-98.<\/p>\n<p>54\u00a0Nach Hruska: Die Anf\u00e4nge und die Entwicklung, S. 200.<\/p>\n<p>55\u00a0Vgl. Hans Hautmann: Sudetendeutscher Nationalsozialismus, in: Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, Nr. 3\/02 (<a href=\"http:\/\/www.klahrgesellschaft.at\/Mitteilungen\/Hautmann_3_02.html\">http:\/\/www.klahrgesellschaft.at\/Mitteilungen\/Hautmann_3_02.html<\/a>).<\/p>\n<p>56\u00a0Hamel, Iris G.A.: V\u00f6lkischer Verband und nationale Gewerkschaft. Die Politik des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes 1893-1933, Diss., Hamburg 1966, S. 186.<\/p>\n<p>57\u00a0Sebottendorff, Rudolf Freiherr von: Bevor Hitler kam. Urkundliches aus der Fr\u00fchzeit der nationalsozialistischen Bewegung, M\u00fcnchen 1933, S. 7. Zur Thule-Gesellschaft Gilbhard, Hermann: Die Thule-Gesellschaft. Vom okkulten Mummenschanz zum Hakenkreuz, M\u00fcnchen 1994.<\/p>\n<p>58\u00a0Ebenda, S. 8.<\/p>\n<p>59\u00a0Ebenda, S. 31.<\/p>\n<p>60\u00a0Ebenda, S. 33. Gr\u00fcnder waren Hermann Pohl und Theodor Fritsch (Richardi, Hans-G\u00fcnter: Hitler und seine Hinterm\u00e4nner. Neue Fakten zur Fr\u00fchgeschichte der NSDAP, M\u00fcnchen 1991, S. 35).<\/p>\n<p>61\u00a0Ebenda, S. 34.<\/p>\n<p>62\u00a0Ebenda, S. 40.<\/p>\n<p>63\u00a0Richardi: Hitler und seine Hinterm\u00e4nner, S. 35f.<\/p>\n<p>64\u00a0Sebottendorff: Bevor Hitler kam, S. 44.<\/p>\n<p>65\u00a0Ebenda, S. 73.<\/p>\n<p>66\u00a0Ebenda, S. 103.<\/p>\n<p>67\u00a0Richardi: Hitler und seine Hinterm\u00e4nner, S. 318.<\/p>\n<p>68\u00a0Ebenda, S. 105f.<\/p>\n<p>69\u00a0Ebenda. S. 109.<\/p>\n<p>70\u00a0Feder, Gottfried: Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes, M\u00fcnchen 1920, S. 5ff.<\/p>\n<p>71\u00a0Ebenda, S. 37.<\/p>\n<p>72\u00a0So in einem Artikel f\u00fcr den V\u00f6lkischen Beobachter (Nr. 72, 1920, &#8222;Innere Geschichte der Brechung der Zinsknechtschaft&#8220;): &#8222;Ich betone, da\u00df dabei eigentliche sozialistische Gedankeng\u00e4nge in keiner Weise mitsprachen.&#8220; Zit.n. Feder, Gottfried : Kampf gegen die Hochfinanz, M\u00fcnchen 1933, S. 11-14.<\/p>\n<p>73\u00a0Sebottendorff: Bevor Hitler kam, S. 73.<\/p>\n<p>74\u00a0Anton Drexler: Mein politisches Erwachen. Aus dem Tagebuch eines deutschen sozialistischen Arbeiters, 1937 (4), S. 34.<\/p>\n<p>75\u00a0Richardi: Hitler und seine Hinterm\u00e4nner, S. 63f.<\/p>\n<p>76\u00a0Gossweiler: Kapital, Reichswehr und NSDAP, S. 141.<\/p>\n<p>77\u00a0Petzold: Die Entstehung, S. 19f.<\/p>\n<p>78\u00a0Richardi: Hitler und seine Hinterm\u00e4nner, S. 64.<\/p>\n<p>79\u00a0Sebottendorff: Bevor Hitler kam, S. 81. Richardi: Hitler und seine Hinterm\u00e4nner, S. 65f.<\/p>\n<p>80\u00a0Drexler: Mein politisches Erwachen. Die 1. Auflage ist von 1919. Die mir vorliegende 4. hat das Manko, da\u00df unnachgewiesen einzelne Stellen ver\u00e4ndert wurden. \u00c4u\u00dferungen wie &#8222;mein() National-Sozialismus&#8220; d\u00fcrften in einer sp\u00e4teren Auflage eingef\u00fcgt worden sein, da dieser Begriff m.W. in Deutschland Mitte 1919 noch nicht in Umlauf war.<\/p>\n<p>81\u00a0Ebenda, S. 51.<\/p>\n<p>82\u00a0Ebenda, S. 24.<\/p>\n<p>83\u00a0Ebenda, S. 26.<\/p>\n<p>84\u00a0Ebenda, S. 48.<\/p>\n<p>85\u00a0Maser: Der Sturm, S. 150.<\/p>\n<p>86\u00a0Richardi: Hitler und seine Wegbereiter, S. 124.<\/p>\n<p>87\u00a0Ebenda, S. 232. Nach Ordenschef Sebottendorff war der sogar das &#8222;aktivste und vorw\u00e4rtstreibende Element&#8220; der Thule-Gesellschaft. (Sebottendorff: Bevor Hitler kam, S. 62)<\/p>\n<p>88\u00a0Petzold: Die Entstehung, S. 18.<\/p>\n<p>89\u00a0Maser: Der Sturm, S. 149. Petzold: Cla\u00df und Hitler, S. 257, 262, 265.<\/p>\n<p>90\u00a0Hartwig, Edgar: Alldeutscher Verband, in: Lexikon zur Parteiengeschichte. Die b\u00fcrgerlichen und kleinb\u00fcrgerlichen Parteien und Verb\u00e4nde in Deutschland (1789-1945), Bd. 1, K\u00f6ln 1983, S. 13-47, hier S. 38. Tafel verfocht ein st\u00e4ndisches R\u00e4tesystem, war deutschnational und antisemitisch. Tafel, Paul: Das neue Deutschland. Ein R\u00e4testaat auf nationaler Grundlage, M\u00fcnchen 1920. Andernorts (Die Nationalisierung des Bankwesens, M\u00fcnchen 1921, S. 8) argumentierte er wirtschaftspolitisch wie Feder: Der Staat m\u00fcsse die Banken nationalisieren und sie dann den &#8222;berufsst\u00e4ndischen Selbstverwaltungsk\u00f6rpern&#8220; \u00fcberantworten.<\/p>\n<p>91\u00a0Wilhelm, Hermann: Dichter, Denker, Femem\u00f6rder. Rechtsradikalismus und Antisemitismus in M\u00fcnchen von der Jahrhundertwende bis 1921, Berlin 1989, S. 45.<\/p>\n<p>92\u00a0Kruck: Geschichte, S. 192.<\/p>\n<p>93\u00a0Ebenda, S. 193.<\/p>\n<p>94\u00a0Cla\u00df, Heinrich: Er\u00f6ffnungsansprache des Vorsitzenden, Justizrat Cla\u00df, Berlin o.J. (1933).<\/p>\n<p>95\u00a0Petzold: Cla\u00df und Hitler, S. 261.<\/p>\n<p>96\u00a0Gossweiler: Kapital, Reichswehr und NSDAP, S. 152f.<\/p>\n<p>97\u00a0Auerbach, Hellmuth: Hitlers politische Lehrjahre und die M\u00fcnchener Gesellschaft 1919-1923, Versuch einer Bilanz anhand der neueren Forschung, in: Vierteljahrshefte f\u00fcr Zeitgeschichte Jg. 25 (1977), S. 1-45, hier S. 16.<\/p>\n<p>98\u00a0Gossweiler: Kapital, Reichswehr und NSDAP, S. 193.<\/p>\n<p>99\u00a0Ruge: Monopolbourgeoisie, S. 135.<\/p>\n<p>100\u00a0Petzold: Cla\u00df und Hitler, S. 280.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/agr\/Dossier-NSDAP.html\"><em>nadir.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 3. April 2021 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Materialien gegen die M\u00e4r von der ideologischen \u00dcbereinstimmung von Kommunisten und Faschisten. 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